Lexipedia

Bezzola Duri · Nationalrat · 2005-12-07

Bezzola Duri · Nationalrat · Graubünden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2005-12-07

Wortprotokoll

Ich bitte Sie im Namen einer knappen Mehrheit der FDP-Fraktion, der Minderheit Vollmer zuzustimmen.

Es geht jetzt um eine Vorinvestition; es geht darum, dass wir ein Projekt der Zukunft für die nächste Generation nicht verbauen. Der Ständerat hat ja mit 28 zu 9 Stimmen diesem Projekt, dieser Vorinvestition, zugestimmt.

Ich möchte vor allem den jüngeren Kolleginnen und Kollegen hier im Rat ganz kurz erklären, wie es zur Neat-Netzvariante Lötschberg/Gotthard gekommen ist. Das waren nicht in erster Linie Kapazitätsgründe, die dazu geführt haben, sondern das waren staatspolitische und auch regionalpolitische Gründe, die zu dieser Lösung geführt haben. Diejenigen, die damals im Rat waren, wissen noch, dass eine Zeit lang schwergewichtig nur die Lötschberg-Variante unterstützt wurde, dann nur die Gotthard-Variante, und am Schluss hat sich, damit kein Landesteil zu kurz kommt, eine Mehrheit für die Netzvariante ergeben. Wenn man jetzt behauptet, es gäbe mit der Porta Alpina Kapazitätsengpässe, dann muss darauf hingewiesen werden, dass damals argumentiert wurde, dass die Netzvariante mit zwei Basistunnels zu hohe Kapazitäten schaffen würden. Die Kapazitätsengpässe sind also kein Grund; höchstens auf den Zuläufen zu den beiden Basistunnels könnten Kapazitätsschwierigkeiten entstehen.

Es geht um 7,5 Millionen Franken für diese Vorinvestition. 100 Millionen Franken sind für den Zwischenangriff Sedrun bereits investiert, bereits verbaut worden. Es geht jetzt darum, dass man bei diesem Bauwerk, das bereits für den Bau der Gotthardlinie entstanden ist, das bereits in Betrieb ist, jetzt die Vorinvestition macht, damit spätere Generationen in der Lage sind, dieses visionäre Projekt als Verbindung zur Region Surselva auch zu realisieren. Wir wissen alle, dass mit der Erstellung der Neat-Netzvariante die Ostschweiz und vor allem der Kanton Graubünden nicht berücksichtigt worden sind.

Auch deshalb bin ich der Meinung, dass es verkehrspolitisch logisch ist, dass man diese Vorinvestition tätigt. Es gibt einige Regionen, die mit Vorinvestitionen für spätere Projekte bevorzugt worden sind. Deshalb ist es nichts anderes als richtig, dass man dieser Vorinvestition zustimmt.

Auch die KTU, in diesem Zusammenhang vertreten durch die RhB und die Matterhorn-Gotthard-Bahn, sind in Zukunft auf neue Angebote angewiesen, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Ich denke z. B. an den Glacier-Express, seit 75 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Mit der Inbetriebnahme der Porta Alpina könnten diese beiden Bahnunternehmungen sicher zusätzliche erfolgreiche Angebote entwickeln.

Es handelt sich um eine vernünftige Investition, nicht zuletzt auch, weil der Kanton Graubünden, die Region und auch die Gemeinde sehr namhafte Beiträge beschlossen haben. Ich bitte Sie: Seien Sie vernünftig! Wenn Sie unsicher sind, müssen Sie zustimmen. Sie geben damit der nächsten Generation zu entscheiden, ob die Investition richtig oder falsch ist.

Ich bitte Sie also, der Minderheit Vollmer zuzustimmen und diese Vorinvestition zu beschliessen.