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Janiak Claude · Nationalrat · 2006-03-08

Janiak Claude · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-03-08

Wortprotokoll

Ich begrüsse Sie sehr herzlich zur heutigen Sitzung am 8. März, dem internationalen Tag der Frau. Ich begrüsse deshalb ganz speziell die Kolleginnen unter uns.

Margaret Thatcher hat einmal gesagt: Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, melden Sie sich bei einem Mann; wenn Sie etwas getan haben wollen, melden Sie sich bei einer Frau. Diese Bemerkung führt mich dazu, heute, am internationalen Tag der Frau, insbesondere jener Frauen zu gedenken, die etwas tun und dafür kaum öffentliche Anerkennung erhalten. Ohne sie geht nichts, und doch bleiben unzählige Beschäftigungen und Anstrengungen im Berufs- und im privaten Leben unerwähnt und unerkannt. Insgesamt zwei Drittel der Arbeit werden weltweit von Frauen verrichtet; damit erzielen sie 10 Prozent aller Einkünfte. Die im Dunkeln sieht man nicht!

Auch 2006 bleiben Postulate der Frauen in aller Welt unerfüllt. In vielen Ländern betreffen sie die Grundrechte der Menschen. In der Schweiz geht es nach wie vor darum, bestehende Ungleichheiten zu beseitigen. Nicht zufällig ist dieses Jahr die Lohngleichheit zum Thema des internationalen Tages der Frau gemacht worden. Nach neuesten Studien verdienen Frauen in der Privatwirtschaft und in den kantonalen Verwaltungen durchschnittlich immer noch rund 20 Prozent weniger als Männer. Für die Ausführung einer gleichwertigen Arbeit verdient heute in der Schweiz ein Mann 50 Franken, eine Frau jedoch lediglich Fr. 39.50. Der Unterschied zwischen Frauen- und Männerlöhnen ist in den letzten Jahren nur gerade um 8 Promille reduziert worden. Wir sind in dieser Frage nicht über dem Berg, sondern am Berg.

Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr etwas dazu beitragen können, einige dieser Postulate zu erfüllen. Dazu brauchen wir Frauen und Männer, die etwas tun. Ich benütze diese Gelegenheit, um all jenen Kolleginnen zu danken, die immer wieder über Parteigrenzen hinaus Brücken bauen und dazu beitragen, dass tragfähige Lösungen gefunden werden können. Dies ist oft ein beschwerlicher Weg, auf dem sie auch nicht immer nur auf Freunde stossen. Ich danke ihnen ganz herzlich dafür. (Beifall)