Merz Hans-Rudolf · Bundesrat · 2006-03-08
Merz Hans-Rudolf · Bundesrat · Appenzell A.-Rh. · 2006-03-08
Wortprotokoll
Es ist so, ich sage nicht Beamte, sondern Bundesangestellte. Das ist der richtige Ausdruck.
Es sind ja meistens Kaderleute, die in internationalen Funktionen unterwegs sind und reisen. Dann sind sie vom Arbeitsplatz entfernt, das Reisen kostet Zeit. Wir sind deshalb interessiert, die Reisen so kurz wie möglich zu halten, die Reisezeiten zu optimieren, sodass man auf dem schnellsten Weg von A nach B und wieder zurück reist. Da kommt sehr oft das Flugzeug infrage.
Jetzt muss ich eine etwas zynische Bemerkung machen: Nehmen Sie ein Flugzeug mit einem Fassungsvermögen von 150 Passagieren. Ob jetzt darin noch ein Bundesangestellter sitzt oder nicht, ist bezüglich Treibstoffverbrauch völlig egal; auch wenn zwei darin sitzen, braucht die Maschine keinen Liter Kerosin mehr. Diese Überlegung sollte man nicht anstellen.
Anders ist die Frage - das ist das, was Frau Teuscher am Ende gefragt hat -, ob wir für Kurzstreckenreisen den Zug benutzen könnten. Das, glaube ich, wäre möglich. Insbesondere auch innerhalb der Schweiz wird das sehr oft getan. Aber da frage ich Sie: Wie viele Kurzstreckenreisen haben wir? Soweit ich das bei den Kadern in meinem Departement sehe, müssen diese gelegentlich nach Brüssel reisen. Es gibt fast keine Destination, die näher wäre. Wir müssen selten z. B. nach Frankfurt oder in andere Städte, die zwischen Brüssel und der Schweiz liegen. Wir haben das abgeklärt. Wenn wir jetzt diese Leute mit der Bahn auf die Piste schicken müssen, dann kostet es erstens mehr als mit dem Flugzeug. Zweitens sind dann eben immer auch Übernachtungen damit verbunden; und die Absenz vom Arbeitsplatz nimmt wesentlich zu. Nachdem wir auch die Ressourcen optimieren müssen und auch im Zusammenhang mit dem Personal abbauen, können wir doch nicht gleichzeitig noch die Reisezeiten erstrecken und die Übernachtungen in Kauf nehmen.
Deshalb kann ich, bei allem Verständnis für Ihr Anliegen, diese Motion nicht entgegennehmen. Ich empfehle dem Rat, die Motion abzulehnen, weil sie in dieser Form nicht realisierbar ist.