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Huber Annemarie · 2000-10-02

Huber Annemarie · Bern · 2000-10-02

Wortprotokoll

In unserem mehrsprachigen Land spielen die Übersetzungen eine wichtige Rolle für die Verständigung zwischen den Sprachregionen, insbesondere wenn es um die Übersetzung von offiziellen Dokumenten in alle Amtssprachen geht. Der Bundesrat misst dieser Frage denn auch die nötige Bedeutung zu und setzt dafür zu Recht erhebliche Mittel ein. Mit dem Verständigungs- und Amtssprachengesetz, welches dem Parlament zu Beginn des nächsten Jahres vorgelegt werden soll, soll in weiteren Bereichen ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Verständigung getan werden.

Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Verständigung mit Übersetzungen allein nicht verbessert werden kann. Er ist skeptisch, ob sich der Bund über den offiziellen Bereich hinaus engagieren soll. Die Forderung des Postulates geht ihm eindeutig zu weit. Der Bundesrat hat die Gründe für die Ablehnung in seiner Antwort dargelegt. Ich möchte zwei Gründe hervorheben:

Einerseits geht es um die Frage der Abgrenzung. Was ist mit gesamtschweizerisch tätigen Nichtregierungsorganisationen gemeint? Wer setzt die Kriterien dafür fest? Dies sind Abgrenzungen, die schwer vorzunehmen sind. Die zweite Frage ist jene nach den finanziellen Mitteln. Selbst ein grosszügig ausgestatteter Fonds würde kaum ausreichen, alle Bedürfnisse abzudecken. Die Gefahr würde bestehen, dass Beiträge nach dem Giesskannenprinzip verteilt würden, ohne dass man damit dem Ziel einer besseren Verständigung zwischen den Sprachregionen näher kommen würde.

Im Namen des Bundesrates bitte ich Sie deshalb, das Postulat abzulehnen.