Lexipedia

Leuthard Doris · Bundesrat · 2006-09-21

Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2006-09-21

Wortprotokoll

Der Bundesrat beantragt Ihnen ja die Annahme dieser Motion, weil die Schweiz im Vergleich zu anderen Staaten hier tatsächlich Handlungsbedarf hat und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserem Land nachgewiesenermassen erheblich schwieriger ist als in anderen Staaten. Insofern begrüsst er diese Motion und ist auch gewillt, weiterhin daran zu arbeiten. Ihr Rat hat gestern einen Teil dazu beigetragen, indem er den Kredit für die Kinderkrippen abgesegnet hat - Kinderkrippen sind ein wichtiges Element, sie bieten das Vorhandensein von Infrastrukturen, damit Eltern ihre Berufstätigkeit eben besser organisieren und besser mit der Kinderbetreuung koordinieren können.

Ich möchte darauf hinweisen, dass die Rolle des Bundes hier wie bei den Krippen ja nicht darin bestehen kann, dass er selber in vielen Bereichen aktiv ist. Die Rolle des Bundes ist es vor allem - wie in den Berichten zum Ausdruck kommt -, zu sagen, wo Möglichkeiten bestehen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Es besteht die Möglichkeit, Unternehmen immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich solche Investitionen auch wirtschaftlich auszahlen, dass gutqualifizierte Frauen in der Wirtschaft nötig sind und dass ein Betrieb, der familiengerechte Arbeitszeitmodelle zur Verfügung stellt, davon profitiert. Die Rolle des Bundes ist somit vor allem eine des Moderators, indem er die verschiedenen politischen Massnahmen aufzeigen kann. Aber wie Sie wissen, sind sehr viele Kompetenzen in diesem Bereich auf kantonaler Stufe angesiedelt. Ich erinnere auch an die Initiativen zu den Tagesschulen, die im Parlament hängig sind. Die Tagesschulen sind auch ein Puzzleteil bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie stehen aber unter der Hoheit der Kantone.

Wir sind gewillt, auch weiter nach Möglichkeiten zu suchen, um diese Problematik nicht nur zu untersuchen - wie Frau Fetz zu Recht erwähnt hat -, sondern auch mit konkreten Massnahmen zu begleiten. Ich glaube, ein Hauptakzent muss vor allem auf dem schulischen Bereich liegen, bei den Infrastrukturen. Hier hat die Schweiz sicher noch Möglichkeiten, in dieser Hinsicht die Vereinbarkeit zu unterstützen.

Ich bin Ihnen daher dankbar, wenn Sie diese Motion im Sinne der Kommission und des Bundesrates annehmen.