Janiak Claude · Nationalrat · 2006-06-14
Janiak Claude · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-06-14
Wortprotokoll
Wir haben uns heute Morgen versammelt, um Bundesrat Joseph Deiss zu würdigen, der mir seinen Rücktritt auf den 31. Juli bekannt gegeben hat. Er wird den Bundesrat somit nach sieben Jahren und drei Monaten verlassen.
Joseph Deiss hatte, als er in die Regierung kam, bereits eine lange Laufbahn an der Universität und in der Politik hinter sich. Er studierte an der Universität Freiburg und am King's College in Cambridge, lehrte am Gymnasium St. Michel und war ordentlicher Professor für Volkswirtschaft an der Universität Freiburg. Er verfasste ein hochstehendes Lehrbuch der Volkswirtschaft, ein Referenzwerk für alle, die sich mit den komplizierten Mechanismen der Wirtschaft vertraut machen wollen. Dieses Werk ist vergleichbar mit dem "Paul Samuelson" der Amerikaner und dem "Raymond Barre" der Franzosen. Die Lehrtätigkeit von Joseph Deiss hat sicher zum Ansehen der Universität Freiburg beigetragen, was sich nur schon daran zeigt, dass schon jetzt ein Hörsaal der neuen Universität Freiburg nach ihm benannt ist.
Wie viele von uns wurde Joseph Deiss eines Tages von einem Lokalpolitiker angefragt, ob er sich in der Politik engagieren wolle. Es war die Begegnung mit Franz Auderset, einem Abgeordneten des Seebezirks, der Joseph Deiss dazu bewegte, sich für die christlichdemokratischen Ideale einzusetzen. Joseph Deiss wurde 1981 in den Freiburger Grossen Rat gewählt, dem er zehn Jahre angehörte und den er im Jahre 1991 präsidierte. Von 1982 an amtierte er zudem vierzehn Jahre lang als Gemeindepräsident von Barberêche.
1987 kandidierte er erstmals für den Nationalrat. Er wurde zwar nicht auf Anhieb gewählt, schaffte es aber immerhin zum ersten Ersatz auf der CVP-Liste, was ihn bewog, 1991 erneut zu kandidieren, diesmal mit Erfolg.
Was Joseph Deiss in unserem Parlament auszeichnete und wofür er geschätzt wurde, waren sein seriöses politisches Engagement, seine Gedankenschärfe und seine ausgeprägte Dossierkenntnis. Er fiel auch Jean-Pascal Delamuraz auf, der ihn zum Preisüberwacher ernannte. Seine schönste Kommission war sicher diejenige, welche die neue Bundesverfassung vorbereitete und die er kompetent präsidierte. Unser im Jahre 1999 total revidiertes Grundgesetz ist somit zu einem Teil auch sein Verdienst.
Am 11. März 1999, Schlag zwölf Uhr, wurde Joseph Deiss unter aussergewöhnlichen Umständen in den Bundesrat gewählt: Nachdem er im ersten Wahlgang nur gerade 20 Stimmen auf sich vereinigt hatte, liess er nach und nach all seine Konkurrenten hinter sich zurück und setzte sich schliesslich im sechsten Wahlgang wie ein Olympiasieger mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich einer Stimme gegen seinen gefährlichsten Verfolger, Peter Hess, den späteren Nationalratspräsidenten, durch. So etwas hatte man im Schweizer Parlament noch nie erlebt.
Ihm wurde das Departement für auswärtige Angelegenheiten übertragen, wo er wesentlich zum Erfolg zweier bedeutender Dossiers beitrug: Beim ersten handelte es sich um die bilateralen Abkommen I, welche im Jahre 2000 von einer Zweidrittelmehrheit des Stimmvolkes angenommen wurden; beim zweiten ging es im Jahre 2002 um den Beitritt zur Organisation der Vereinten Nationen, dem sich das Volk sechzehn Jahre früher noch widersetzt hatte. Er führte einen entschlossenen Kampf und erreichte schliesslich, dass sich unser Land entschied, der Organisation beizutreten. Die Schweiz ist das einzige Land auf der Welt, dessen Mitgliedschaft in der Uno in einer Volksabstimmung entschieden wurde. Es war für Joseph Deiss ein unvergesslicher Augenblick, als am 10. September 2002 das Schweizerkreuz zwischen den Flaggen Qatars und Polens in den New Yorker Himmel gehisst wurde.
Joseph Deiss hat der Schweiz auf dem internationalen Parkett stets Würde verliehen, sei es an diplomatischen Konferenzen oder bei bilateralen Besuchen, und er war ein überall einmütig geschätzter Repräsentant unseres Landes. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EDA haben es alle bedauert, als dieser Mann mit seiner angenehmen Arbeitsweise das Departement verliess, hat er doch gezeigt, dass eine grosse Verwaltung auch mit viel Menschlichkeit geführt werden kann.
Am 1. Januar 2003 übernahm Joseph Deiss das Volkswirtschaftsdepartement, eine von seiner Ausbildung her ganz und gar ideale Aufgabe. Hier wurde er mit unterschiedlichen Kreisen und ihren widersprüchlichen Forderungen konfrontiert: mit Freihandelsaposteln, Kartellverfechtern und [PAGE 1162] Konsumentenschützern, mit Landwirten, die für ihre Mühsal gerechten Lohn heischten, mit Unternehmern, die der internationalen Konkurrenz trotzen mussten, mit KMU, die unter den Belastungen stöhnten, mit Gewerkschaftern, die ihren Anteil an den Früchten des Wohlstandes forderten.
Er schnürte das zweite Paket der bilateralen Abkommen, dem das Volk im letzten Jahr zu seiner Zufriedenheit zustimmte. Was die Europafrage betrifft, stand Joseph Deiss stets zu seinen Überzeugungen. In einer bemerkenswerten Rede in Zürich trat er für unseren Beitritt zur Europäischen Union ein, weil die Schweiz ihr Schicksal nur so selbst in die Hand nehmen könne.
Joseph Deiss hat wesentlich dazu beigetragen, den Binnenmarkt zu liberalisieren und die noch immer bestehenden landesinternen Hindernisse zu beseitigen. Er setzte sich dafür ein, unsere Wirtschaft an die Globalisierung anzupassen, in der Welthandelsorganisation Abkommen auszuhandeln, die unserer Wirtschaft zugute kommen, und neue Wege einzuschlagen wie mit dem Abschluss eines Freihandelsabkommens mit dem grossen Wirtschaftspartner Amerika.
Son sens du dialogue l'a conduit à écouter de nombreux acteurs de la vie économique aux préoccupations desquels il a été sensible, même si des choix douloureux ont dû être faits. Il n'a cessé de se soucier des petites et moyennes entreprises qui constituent l'essentiel de notre tissu économique. Il s'est aussi occupé du droit de bail, de la formation professionnelle, de la révision de la loi sur le travail, des importations parallèles et de bien d'autres dossiers complexes. Il quitte le Conseil fédéral au moment où la situation économique s'améliore, avec un retour de la croissance et une baisse du chômage, qui reste cependant trop important pour les jeunes. Tout récemment, il a proposé des mesures pour faire face au problème des chiens dangereux, mesures qui correspondaient exactement aux voeux du Parlement et de l'opinion publique.
Aucun conseiller fédéral ne peut venir à bout de tous les dossiers qui lui sont confiés et qui ne peuvent être traités dans le cadre étroit d'une législature. En entendant les commentaires et les bilans où tout ce qui a été bien fait par lui est présenté comme allant de soi et donc où ses mérites seraient limités, le conseiller fédéral Joseph Deiss s'est peut-être rappelé de ce que le maréchal Foch avait dit après la guerre de 1914-1918: "Je ne sais pas qui a gagné cette guerre, je sais qui l'aurait perdue."
Les élections de 2003 ont provoqué une recomposition du centre et de la droite de ce Parlement. Même à Barberêche, l'UDC et le PDC ont fait jeu égal! Les circonstances politiques et les nouveaux rapports de force ne permettaient plus le maintien d'une double représentation démocrate-chrétienne au Conseil fédéral. Une femme fut la victime de la diminution de la représentation du PDC. Joseph Deiss s'est trouvé être le seul représentant de son parti dans le collège gouvernemental, tout en assumant la présidence de la Confédération en 2004. Il s'est toujours prononcé pour une collégialité réellement vécue. Cette attitude lui vaut la considération de l'opinion publique. En effet, le bien de la nation suisse doit être placé au-dessus des intérêts des partis.
Comme président de la Confédération, il reçut le président polonais Aleksander Kwasniewski sur la Place fédérale ornée de sa nouvelle fontaine et procura aux visiteurs ravis un concert de Chopin accompagné par les jets d'eau. Il eut aussi l'honneur d'accueillir en Suisse un autre Polonais, je veux parler du pape Jean-Paul II.
Joseph Deiss incarne par excellence le canton bilingue qu'est Fribourg, qui a apporté à la Suisse la culture et la langue françaises en 1481, rendant ainsi un service inestimable, celui de créer un pays de diversité linguistique et culturelle. Certains se demandent si Joseph Deiss est plutôt romand ou alémanique. Impossible de le dire. Aucun accent ne trahit l'appartenance à une communauté plutôt qu'à une autre. Il est tout simplement fribourgeois.
Die Bundesversammlung drückt Joseph Deiss ihre grosse Anerkennung für die Dienste aus, die er unserem Land erwiesen hat. Er hat seine hohe Kompetenz und seine Arbeitskraft während vieler Jahre mit Erfolg für die verschiedenen ihm übertragenen Aufgaben eingesetzt. Wir wünschen ihm und seiner Familie das Beste für die kommenden Jahre.
Merci, danke, grazie, Joseph Deiss! (Stehende Ovation)