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Galladé Chantal · Nationalrat · 2007-03-22

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-03-22

Wortprotokoll

Die Beziehung zum Thema wurde in dieser Debatte vor allem mit der Anzahl Diensttage oder der Mitgliedschaft in Schützenvereinen begründet. Meine persönliche Beziehung zum Thema der Lagerung der Armeewaffe zu Hause ist eine etwas andere: Ich war elf Jahre alt, als sich mein Vater mit der Armeewaffe das Leben nahm. [PAGE 554] Ich habe gezögert, dies hier zu sagen. Wenn ich es jetzt tue, dann, um zu zeigen, dass Taten mit Armeewaffen keine Einzelfälle sind, die fernab von uns passieren. Jährlich werden in der Schweiz 300 Menschen durch Armeewaffen getötet. Die Schweiz hat aber nicht nur eine der höchsten Selbsttötungsraten der Welt. Sie führt auch die traurige Liste der sogenannt erweiterten Suizide, insbesondere der Familienmorde, an.

Verschiedene Studien belegen den Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Schusswaffen und den Tötungen durch Schusswaffen. In Kanada hat ein schärferes Gesetz seit 1995 eine deutliche Reduktion der Anzahl Schusswaffentoten mit sich gebracht, ohne dass die Suizide deswegen in anderen Bereichen zugenommen haben. Dies widerlegt die These, wonach jemand, der sich oder seine Familie töten will, dies sowieso und in jedem Fall tut. Viele solche Taten sind Affekthandlungen, und diese Verzweiflungstaten können Sie teilweise verhindern. Sie können Sie verhindern, wenn Sie dafür stimmen, dass die Armeewaffen nicht mehr zu Hause aufbewahrt werden. Denn noch viel häufiger als die vollendeten Taten sind die Drohungen mit der Waffe, die zu Hause gelagert wird. Ich weiss das jetzt aus unzähligen Zuschriften, die ich in der letzten Zeit erhalten habe.

Sie sprachen wiederholt von Sicherheit, und ich frage Sie: Wessen Sicherheit meinen Sie? Von wessen Sicherheit sprechen Sie? Ich spreche von der Sicherheit all der Menschen in unserem Land, die sich durch die Waffe im Schrank nicht sicherer, sondern bedroht fühlen. Es ist Aufgabe der Politik, Sicherheit zu schaffen, und es ist Aufgabe der Politik, den Menschen in diesem Land ein Sicherheitsgefühl zu geben. Heute können wir hier drin mehr Sicherheit beschliessen, wir können etwas für die Sicherheit tun, und wir können es gratis haben.

Ich frage Sie: Was verlieren Sie? Sie verlieren nichts. Was verlieren Sie, wenn Ihre Waffe statt zu Hause im Kleiderschrank in Zukunft im Zeughaus aufbewahrt wird? Ich hoffe, dass sich ganz viele hier drin überzeugen lassen, für die Sicherheit der Bevölkerung zu stimmen, und diesen Anträgen, insbesondere dem Antrag der Minderheit Banga, zustimmen werden.

Die SP arbeitet zusammen mit anderen Parteien und Bewegungen an einer Volksinitiative. Wir werden dieses Anliegen vor das Volk bringen, wenn wir es hier nicht durchbringen.