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Büchler Jakob · Nationalrat · 2007-03-22

Büchler Jakob · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-03-22

Wortprotokoll

Heute reden wir nicht mehr über das Waffengesetz, sondern über das Militärgesetz. Trotzdem lege ich meine Interessen offen - ich habe es zwar in dieser Session schon einmal gesagt -: Ich bin Präsident des Kantonalschützenverbandes St. Gallen und vertrete 183 Schützenvereine und rund 5500 Schützinnen und Schützen. [PAGE 555]

Unser Milizsystem basiert auf der Militärdienstpflicht des Bürgers für die Landesverteidigung. Diese Militärdienstpflicht basiert auf der bewaffneten Neutralität. Das Milizsystem ermöglicht einen raschen Einsatz der Angehörigen der Armee durch die Heimgabe der persönlichen Waffe, die zur Ausrüstung gehört. Die Angehörigen der Armee haben die Pflicht, die Ausrüstung und die persönliche Waffe zu pflegen und richtig aufzubewahren. Ich bedaure sehr, Herr Banga, dass es in der Schweiz immer wieder zu Suiziden und Tötungsdelikten kommt; jeder traurige und tragische Fall ist einer zu viel.

Leider wird dieses Problem mit dem Entzug der Ordonnanzwaffe aber nicht gelöst. Wir stellen heute die Vertrauensfrage an Tausende von Militärdienstpflichtigen und Schützinnen und Schützen in unserem Land. Geben wir ihnen das Vertrauen, vertrauen wir ihnen, dass sie die Armeewaffe zu Hause aufbewahren dürfen! Das Schiesswesen hat in unserem Land eine jahrhundertlange Tradition. Unsere Angehörigen der Armee wissen, wie man mit Ordonnanzwaffen umgeht, und ich möchte ihnen das Vertrauen nicht entziehen. Rund 100 000 Frauen und Männer in unserem Land sind lizenzierte Mitglieder der Schützenvereine, und, Herr Banga, der Antrag trifft halt eben doch die Schützen.

Nicht nur Gewehre sind Waffen, auch andere Gegenstände können Waffen sein. Eine Reduktion der Zahl von Suiziden und Tötungsdelikten wird nicht nur durch flächendeckende Waffenverbote erreicht. Gefordert sind die Gesellschaft und die Politik. Die Erziehung des heranwachsenden und des erwachsenen Menschen zum verantwortungsbewussten Umgang mit gefährlichen Gegenständen und Geräten ist leider, leider kein Thema. Von der Gewalt an Bildschirmen und in Videospielen, mit der unsere Jugend tagtäglich berieselt wird, spricht leider niemand.

Ich bitte Sie, den Minderheitsantrag Banga und den Antrag Widmer abzulehnen.