David Eugen · Ständerat · 2007-06-13
David Eugen · Ständerat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-06-13
Wortprotokoll
Was mich in dieser Diskussion etwas überrascht, ist die Differenz zwischen der Wahrnehmung aufseiten des Bundesrates und der Wahrnehmung aufseiten der Ärzte, wie sie uns präsentiert worden ist. Ich finde das Postulat auch deshalb nützlich, weil es darum geht, die Sache wirklich zu klären. Der Bundesrat schreibt z. B. zu Ziffer 2, dass sich nach seiner Ansicht Angebot und Nachfrage nicht verschlechtern würden, sondern die Ärztedichte eigentlich zunehme, auch im Bereich der Hausärzte. Ich finde es wichtig, dass wir die Fakten wirklich kennen und dass wir genau wissen, wie sich die Dinge entwickeln, um nachher anhand der Fakten auch Massnahmen treffen zu können. Es mag Gebiete geben, wo die Ärztedichte zunimmt; es gibt vielleicht aber auch Gebiete, in denen sie effektiv abnimmt und in denen eine angemessene Versorgungsgrenze unterschritten wird. Es wäre interessant herauszufinden, wie es wirklich ist, wie die Realitäten beschaffen sind und in welchen Landesgebieten man wirklich von einer Ärzteflucht reden muss. Dann könnte man auch entsprechend präzise Massnahmen vorsehen.
Dasselbe gilt für Ziffer 3, wo es um die Auswirkungen von Tarmed geht und wo man uns mitteilt, dass die Umsätze bei den Ärzten eigentlich eher zugenommen haben, auch bei den Allgemeinpraktikern. Hier wäre es sicher interessant, die Einkommensverhältnisse zu analysieren, wie es im Postulat gewünscht wird. So könnte man feststellen, welche Ärztegruppen - insbesondere geht es wieder um die praktizierenden Ärzte in ländlichen Regionen und in Randregionen - wirklich schlechter fahren und bei welchen dies nicht der Fall ist. Uns fehlen hierüber einfach präzise Fakten, um nachher auch entsprechende Massnahmen vorsehen zu können.
In dem Sinne sehe ich das Postulat der Kommission wirklich als Postulat, die Dinge zu klären.