Bigger Elmar · Nationalrat · 2007-10-01
Bigger Elmar · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-10-01
Wortprotokoll
Für diese Motion habe ich gar kein Verständnis. Dass der Ständerat eine solche Motion überhaupt einstimmig annimmt, ist sicher ein Überlegungsfehler; auch in der Kommission des Nationalrates wurde sie kaum richtig diskutiert.
Das Argument, man treffe diese Massnahme der Umwelt zuliebe, ist für mich nicht berechtigt. Die Motorräder und Motorfahrräder sind zum grössten Teil saisonale Fahrzeuge und werden je nach Alter etwa alle drei bis fünf Jahre bei der Motorfahrzeugkontrolle vorgeführt. Bei den kontrollierten Autos hat es sich bestätigt, dass der Aufwand und die Kosten grösser sind als der Nutzen; denn auf 10 000 Autos entfällt höchstens eines, das den Test nicht besteht.
Wenn wir zurzeit immer häufiger über den CO2-Ausstoss diskutieren, ist dies bei den Motorrädern und Motorfahrrädern ganz fehl am Platz. Die Motorfahrräder und Töffli brauchen viel weniger Kraftstoff; zudem sind sie in der Regel nur in den Sommermonaten anstelle des Autos im Einsatz. Die Folge ist ein viel geringerer CO2-Ausstoss und weniger Kraftstoffverbrauch; das ist doch gut! Der Konkurrenzkampf auf dem Markt für saubere Motoren ist doch gut! Ein Töffli oder Roller ist doch für weite Wege zur Schule oder zur Lehrstelle in Talschaften, wo der öffentliche Verkehr eingeschränkt ist, die richtige Lösung, denn Schulbusse, Autos usw. haben einen höheren CO2-Ausstoss. Das ist doch gut! Wenn die Motorräder und Motorfahrräder eingelöst werden, haben sie schon jetzt die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen. Wir brauchen nicht noch mehr Vorschriften und Auflagen. Wir wollen doch nicht der Jugend die letzten Rappen aus dem Sack ziehen für Auflagen oder Abgaben, die unter dem Strich nichts bringen!
Nehmen Sie bitte Rücksicht auf die Randregionen, die vom öffentlichen Verkehr benachteiligt sind. Wenn Sie die Verwendung von Töffli, Motorrollern usw. fördern, helfen Sie zudem, den CO2-Ausstoss zu verringern. Auch legen die Motorräder im Jahresdurchschnitt nur 3000 Kilometer zurück, während der Durchschnitt bei Autos bei 13 000 Kilometern liegt.
Stimmen Sie der Minderheit zu; damit schaffen Sie unnütze Auflagen und Bürokratie aus dem Weg. Der Markt regelt die Anliegen der Motionäre von selbst.