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Leumann-Würsch Helen · Ständerat · 2007-09-18

Leumann-Würsch Helen · Ständerat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2007-09-18

Wortprotokoll

Was die grundsätzlichen Ausführungen betreffend den Feuerbrand an Obstbäumen betrifft, so war nicht nur der Kanton Thurgau davon betroffen, sondern auch weitere Teile der Schweiz, so auch wir in unserer Region, und ich kann mich den allgemeinen Ausführungen betreffend Obstbau, Obstbäume und Feuerbrand von Kollege Bürgi anschliessen.

Nun zu meinem Postulat: Wie in der Stellungnahme des Bundesrates festgestellt worden ist, wird seit rund zwanzig Jahren an der Entwicklung feuerbrandresistenter Äpfel gearbeitet. Wie der Bundesrat weiter ausführt, findet die Gentechnologie - dessen bin ich mir absolut bewusst - in der Schweiz momentan keine Akzeptanz. Nachdem aber während des Abstimmungsverfahrens über das Moratorium immer wieder betont wurde, dass die Forschung nicht unter das Moratorium falle, ist es richtig, dass gerade im Bereich des Feuerbrandes die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) die Transformationstechnologie in der Entwicklung feuerbrandresistenter Sorten als Ergänzung zur traditionellen Züchtung weiter erforscht. Man sollte also nicht darauf warten, dass die Öffentlichkeit nach GV-Lösungen verlangt, denn die Forschung und die Politik haben auch die Aufgabe, der Öffentlichkeit Optionen zu präsentieren, unter denen dann ausgewählt werden kann. Im Bereich der Bekämpfung des Feuerbrandes bei Obstbäumen sind alle Register zur erfolgreichen Bekämpfung zu ziehen, eben auch die modernen gentechnischen Methoden. Wir dürfen nicht danebenstehen und sehen, wie dies im Ausland erfolgreich gemacht wird, und unsere Forschungsanstalten müssen abseits stehen.

Ich danke deshalb dem Bundesrat für die Bereitschaft zur Annahme des Postulates, selbstverständlich auch in der Hoffnung, dass echte Lösungen gegen den Feuerbrand gefunden werden. Ich komme ja selber aus der Chemieindustrie und weiss, dass Leute, die in der Forschung tätig sind, wissen, dass manchmal etwas sehr, sehr schnell geht: Man findet das Ei des Kolumbus. Und manchmal hat man jahrelang vergebens geforscht, oder man findet es nie.

Nachdem während der Abstimmung immer wieder betont wurde, dass Forschen möglich ist, aber für die Anwendung das Ende des Moratoriums abgewartet werden muss, bin ich jetzt etwas erstaunt über den Ablehnungsantrag von Kollege Bonhôte, und ich bitte Sie, diesen Antrag abzulehnen.

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