Bortoluzzi Toni · Nationalrat · 2007-12-05
Bortoluzzi Toni · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-12-05
Wortprotokoll
Es sind ja vor allem linke Ideologien und deren Folgen, die uns in den vergangenen Jahren und auch heute noch gesellschaftlich zu schaffen machen. Diese Initiative möchte ich als Restposten dieser der 68er-Generation zuzuordnenden Geisteshaltung bezeichnen. Diese Bewegung hat uns ja nicht nur mit ihrer Haltung gegenüber Drogen, sondern vor allem auch im Erziehungswesen grosse Probleme gebracht, die erst noch überwunden werden müssen. Man merkt langsam, dass es eine Korrektur braucht. Ein Nein zu dieser Initiative und damit die Beibehaltung des Verbotes ist ein wesentlicher Beitrag dazu, dass Eltern, Lehrer und Lehrmeister Rückhalt und Schutz für die Erziehungs- und Ausbildungsaufgabe bekommen.
Ich glaube, die offizielle Politik und die damit einhergehende Drogenakzeptanz, wie sie dieser Initiative zugrunde liegt und wie sie leider in den vergangenen Jahren betrieben wurde, hat uns bei der Zahl der Drogenkonsumenten weltweit einen Spitzenplatz eingebracht. Eine führende Rolle haben hier leider die Ideologen im Bundesamt für Gesundheit gespielt. Ich glaube, es ist Zeit, diese Entwicklung endlich zu beenden.
Man weiss es ja schon längst: Cannabiskonsum erhöht das Psychoserisiko. Dass wir in unserem Land die höchste Rate von Suiziden bei Jugendlichen haben, hängt ebenso offensichtlich mit der höchsten Rate von Cannabiskonsum zusammen. Man weigert sich im Bundesamt standhaft, endlich einmal die relevanten Untersuchungen anzugehen und mit verbindlichen Aussagen zu diesen Fragen klar Stellung zu nehmen. Die Folgen dieser Gleichgültigkeit werden wir mit entsprechenden Gesundheitskosten in den nächsten Jahren erst noch zu spüren bekommen. Hier sehen wir erst die Spitze des Eisberges.
Als Lehrmeister ist es mir auch aus dieser Sicht ein Anliegen, dass der Cannabiskonsum verboten bleibt. Ein klares Signal gegen diese Initiative und der Wille, das Verbot aufrechtzuerhalten, der damit zum Ausdruck gebracht wird, sind für Lehrbetriebe ein gutes Signal. Es hilft, den Cannabiskonsum bei den Lehrlingen zu unterbinden und auf einem Minimum zu halten. Nachdem es uns im Bau- und im Baunebengewerbe gelungen ist, den Alkoholkonsum zu beseitigen, möchten wir nicht mit einem neuen Problem konfrontiert werden, welches die Gefahr von Unfällen aufgrund von Konzentrationsmängeln erhöht. Ob der weitverbreitete Konsum von Cannabis heute auch für die grosse Zahl aufgelöster Lehrverträge verantwortlich ist, kann nicht bewiesen werden. Auch hier fehlen die entsprechenden Nachfragen und Untersuchungen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass kiffende Jugendliche für die Betriebe ein Problem sind und Lehrverträge aufgrund ihres Verhaltens aufgelöst werden.
Ich möchte Sie bitten, hier ein klares Signal zu setzen. Ich sage das vor allem aus Sicht eines Lehrmeisters, der seit dreissig Jahren Lehrlinge ausbildet. Helfen Sie mit, hier eine Ordnung herzustellen, in der klare Verhältnisse bestehen.