Marti Werner · Nationalrat · 2007-12-11
Marti Werner · Nationalrat · Glarus · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-12-11
Wortprotokoll
Im Namen der SP-Fraktion beantrage ich Ihnen, der Minderheit Kiener Nellen zuzustimmen und der Aufstockung des Budgets für "Jugend und Sport" Ihre Zustimmung zu erteilen. Frau Kiener Nellen bringt dieses Anliegen in verdankenswerter Hartnäckigkeit bei jeder Budgetdebatte wieder vor, und es ist immer wieder bekräftigt und ihr bestätigt worden, dass das Anliegen an und für sich gerechtfertigt sei, dass man nichts dagegen habe. Es wird vom VBS zurzeit sogar attestiert, dass alle Massnahmen getroffen seien, um das realisieren zu können. Gleichwohl will man das noch nicht machen.
Das ist etwas, was ich nicht verstehe, und ich denke, das ist auch etwas, was die Bevölkerung nicht versteht. Wir sind alle sportbegeistert. Die Zeiten eines Winston Churchill, der noch mit der Zigarre im Mund von "no sports" gesprochen hat, sind vorbei. Das sagt heute niemand mehr. Diese Sportbegeisterung wird bei der Eröffnung der Euro 2008 wieder Urständ feiern. Selbst diejenigen, die zwei linke Füsse haben, werden versuchen, auf eine Torwand zu schiessen, um ihre Nähe zum Sport zu demonstrieren. Ich glaube, dieses Verhalten zum Sport hat grosse Mängel. Es hat einerseits den Mangel, dass viele von uns vielleicht persönlich zu wenig Sport betreiben - aber das ist jeweils ein persönliches Problem -, und es hat andererseits den grossen Mangel, dass unser Parlament als Ganzes zu wenig für den Sport macht. Hier haben wir eine Möglichkeit, das zu korrigieren.
Ich kann hier auf das Votum von Frau Humbel Näf verweisen. Sie hat Ihnen einleuchtend und sehr detailliert dargelegt, dass aus gesundheitspolitischer Sicht eben auch der Einbezug der jüngeren Kinder notwendig ist, dass das auch positive Auswirkungen auf die Erziehung und die Ausbildung hat. Diese Aufstockung des Budgets für "Jugend und Sport" ist nicht einfach eine Aufgabe, sondern eine Investition: eine Investition in die Zukunft, eine Investition in die Gesundheit unserer Bevölkerung, die in kurzer Zeit einen Return on Investment zeitigt. Es ist eine Notwendigkeit. Alle anderen Massnahmen, die hier vorgeschlagen werden - dass das die Kantone machen sollen, dass das die Gemeinden machen sollen, dass man das privat machen soll -, können das nicht ersetzen. Es geht hier darum, dass eben auch vonseiten des Staates die entsprechenden Massnahmen getroffen werden. Predigen allein nützt beim Sport beim besten Willen nichts, man muss sich bewegen. Man muss dafür sorgen, dass sich die Kinder bewegen. Damit das geschieht, muss man eben die entsprechenden Massnahmen treffen.
In diesem Sinne ersuche ich Sie, der Minderheit zuzustimmen.