Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2007-06-18
Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2007-06-18
Wortprotokoll
Bahnhöfe sollen ja für die Reisenden - und auch als Treffpunkt - attraktiv gestaltet sein. In Biel werden die SBB dafür 27 Millionen Franken investieren. Dass der Bahnhof erneuerungsbedürftig ist und umgebaut wird, das ist im Grundsatz unbestritten. Im Rahmen der Planungen war es aber auch nötig, gewisse Entscheide zu treffen. Hier ist zu sagen, dass - was das Architektonische angeht - die historische Substanz des Bahnhofes erhalten bleibt. Das Projekt ist bei der Stadt Biel und den SBB, welche beide Trägerinnen des Wackerpreises sind, in sehr guten Händen. Die SBB versichern, dass dem Erhalt dieser wertvollen Architektur höchste Beachtung geschenkt werde.
Eine andere Frage ist die, dass das bisherige Restaurant in ein Schnellimbiss-Bistro umgebaut wird. Da haben sich die SBB den Zeichen der Zeit angepasst. Das mag für all diejenigen bedauerlich sein, die in diesem ehrwürdigen Restaurant gerne eine qualitativ gute, von sozialen Gesprächen geprägte Gastronomie behalten hätten; aber die Zeichen der Zeit sind andere. Wenn Sie sehen, wie hektisch heute die Essgewohnheiten sind, ist die Einrichtung eines Schnellimbisses eigentlich eine vernünftige Massnahme der SBB.
Die meisten Leute auf Bahnhöfen kaufen sich in einem Plastikkübel etwas zu essen und rasen dann durch den Bahnhof oder über den Quai, mit dem Handy am Ohr und einen Salat aus dem Plastikkübel essend, und rennen dazu noch - das ist irgendwie noch viel unappetitlicher. In der Regel kommen sie auch noch so in den Zug hinein und bespritzen ihren Nachbarn mit Salatsauce, ganz abgesehen davon, dass es nach Benzoesäure riecht. Und da haben die SBB gesagt - um diesem Trend wenigstens Einhalt zu gebieten -, dass ein Schnellimbiss eingeführt wird und dass diese Lösung immer noch besser sei. Sollten sich die Zeiten wieder ändern, kann man wieder zum ursprünglichen, gemütlichen Restaurant zurückkehren.