Inderkum Hansheiri · Ständerat · 2008-03-19
Inderkum Hansheiri · Ständerat · Uri · Fraktion CVP/EVP/glp · 2008-03-19
Wortprotokoll
Herr Bundesrat, hätte ich gewusst, dass diese Interpellation heute behandelt wird, hätte ich sie womöglich nicht eingereicht, denn ich weiss, dass die Verantwortlichen der Bahn heute mit anderen und schwierigeren Problemen konfrontiert sind, als sich mit dem Gegenstand meiner Interpellation zu befassen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es richtig ist, dass die Sache wieder einmal auf den Tisch des Hauses kommt.
Ich möchte zunächst dem Bundesrat für die Antwort danken. Der Bundesrat erachtet es "zum jetzigen Zeitpunkt nicht als sinnvoll, die Einrichtung eines ständigen Autoverlades am [PAGE 192] Gotthard zu prüfen". Der Bundesrat führt verschiedene Gründe an, es ist eine umfassende Auslegeordnung. Allerdings finden sich nur Gründe dagegen und keine dafür, und ich meine, dass es durchaus auch Gründe dafür gäbe. Aber von den Gründen, die der Bundesrat anführt und die dagegen sprechen, sind auch für mich einige durchaus nachvollziehbar. Zu denken ist insbesondere an die Tragbarkeit, mit Blick auf die zu tätigenden baulichen und betrieblichen Investitionen.
Dennoch bitte ich Sie, Folgendes zu bedenken: Nach der doch recht deutlichen Ablehnung des Gegenvorschlages zur Avanti-Initiative vor rund vier Jahren ist realistischerweise davon auszugehen, dass die Erstellung einer zweiten Röhre am Gotthard auf absehbare Zeit vom Tisch ist. Auf der anderen Seite - dies schreibt auch der Bundesrat - muss die bestehende Röhre in den nächsten Jahren saniert werden; man spricht etwa vom Jahre 2020. Es ist meines Erachtens davon auszugehen, dass es eine grössere Sanierung sein wird. Es wird eine Sanierung sein, die entsprechende Zeit beanspruchen wird; und es wird auch eine Sanierung sein, die natürlich mit substanziellen Eingriffen in den Verkehrsfluss, sprich in die Kapazitäten verbunden sein wird. Der Bundesrat schreibt, es sei aus heutiger Sicht zweckmässig, einen Autoverlad im Hinblick auf diese Sanierung zu prüfen. Ich meine, dass die Einführung eines Autoverlades im Hinblick auf diese Sanierung in jedem Fall erforderlich sein wird.
Weil dies eben über längere Zeit der Fall sein wird, wird man dann auch gewisse Erfahrungen sammeln können, mit Blick auf eine allfällige Wiedereinführung eines dauernden und regelmässigen Autoverlades.
Der Blickwinkel dieser Interpellation ist ohnehin auf die Zeit nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels gerichtet. Letztlich geht es beim Anliegen natürlich auch um die Erhaltung der Bergstrecke, die ja nicht nur für das obere Reusstal und die Leventina, sondern für die ganze Gotthardregion von Bedeutung ist.