Bruderer Pascale · Nationalrat · 2008-06-02
Bruderer Pascale · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2008-06-02
Wortprotokoll
Wir alle hier in diesem Saal wissen es: Doping schadet dem Sport - übrigens nicht nur dem Spitzensport, sondern eben auch dem Breitensport. Doping gefährdet die Gesundheit, und Doping ist ein Übel, das es, wie es ein Kollege im Ständerat bezeichnet hat, an der Wurzel zu packen gilt.
Mit dem Beitritt der Schweiz zur Unesco-Konvention gegen Doping im Sport packen wir dieses Übel wohl leider kaum an der Wurzel - und doch ist dieser Beitritt wichtig. Denn die Schweiz leistet damit ihren eigenen Beitrag zu einer international einheitlichen Dopingbekämpfung. Darüber hinaus setzen wir mit dem Beitritt zu dieser Konvention ein wichtiges Zeichen gegenüber der Öffentlichkeit, den Sportverbänden und insbesondere den Sportlerinnen und Sportlern, ein Zeichen, dass der Dopingbetrug in der Schweiz eben gezielt und international koordiniert bekämpft wird.
Die SP-Fraktion empfiehlt Ihnen einstimmig und überzeugt, dieses Zeichen zu setzen - endlich zu setzen! Denn aus unserer Sicht legt uns der Bundesrat diese Konvention reichlich spät vor.
So wichtig der Beitritt zur Konvention als Signal auch ist, so gross bleibt doch auch der Handlungsbedarf im Bereich der Dopingbekämpfung; denn alleine mit dem Beitritt zu dieser Konvention wird sich - wir haben es gehört - wenig bis nichts ändern. Dies einerseits, weil die Schweiz mit ihrer innerstaatlichen Gesetzgebung die Anforderungen der Konvention bereits erfüllt, und andererseits, weil die Konvention den beitretenden Staaten einen grossen - ich finde: einen allzu grossen - Handlungsspielraum in der Umsetzung lässt.
Ich möchte an dieser Stelle jenen Personen und Organisationen danken, die im Bereich der Dopingbekämpfung in der Schweiz aktiv sind. Es wird mit wenig Mitteln sehr wichtige und sehr gute Arbeit geleistet. Die SP-Fraktion begrüsst ausdrücklich die neugegründete Stiftung Antidoping Schweiz. Für deren Arbeit sind selbstverständlich sowohl seitens des privatrechtlichen Sports als auch seitens des öffentlich-rechtlichen Sports genügend Mittel bereitzustellen; denn im Moment - das muss man sagen - ist die finanzielle Situation schwierig bis ungenügend. Ein Beispiel dazu: Von unseren eigenen Erfolgen im Bereich der angewandten Forschung kann die Schweiz teilweise gar nicht selber profitieren, weil das Geld dafür fehlt.
Konkret werden aus Ressourcengründen in der Schweiz nicht nur zu wenig Urinproben genommen, sondern überhaupt keine Kontrollen auf Blutdoping durchgeführt. Abgesehen von den Mitteln gibt es weiteren Handlungsbedarf im Bereich der Strafen, genauer bei der Strafverfolgung: bei der Möglichkeit, das fehlbare Umfeld aufzudecken, also die eigentlichen Hinterleute, zum Beispiel Händlerinnen und Händler, zu belangen. Das ist hier aber nicht - oder noch nicht - das Thema.
Deshalb komme ich abschliessend zurück zur Unesco-Konvention: Die SP-Fraktion stimmt dem Beitritt der Schweiz zu diesem Abkommen einstimmig zu. Im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes über die Förderung von Turnen und Sport erwarten wir allerdings weitere Massnahmen, um Doping in der Schweiz noch effizienter als bisher bekämpfen zu können.