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Fünfschilling Hans · Ständerat · 2007-03-22

Fünfschilling Hans · Ständerat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2007-03-22

Wortprotokoll

Ich muss gestehen, ich habe eine sehr positive Einstellung zu einer Vollerhebung, weil ich 1960 wie Kollege Briner das erste grosse Sackgeld als Volkszähler verdient habe. (Heiterkeit) Ich habe nachher Mathematik studiert und habe dann mein Berufsleben als Statistiker begonnen, und deshalb habe ich mich für dieses Thema interessiert. Mich hat vor allem die Argumentation der Kantone interessiert, die sich dagegen gestellt haben. Da muss ich jetzt einfach sagen: Ich habe diese Argumentation mitverfolgt und einfach nicht verstanden. Ich möchte drei wesentliche Punkte, die meine Vorredner zum Teil auch schon erwähnt haben, zusammenfassen:

1. Wenn Herr Maissen sagt, das vom Bundesrat vorgeschlagene System habe Fehler, dann hat er Recht. Aber wir vergleichen das vorgeschlagene System nicht mit einem perfekten Zustand, sondern mit dem jetzigen Zustand, mit der jetzigen Qualität und - ich zitiere Kollege Büttiker - mit dem Qualitätsmythos einer Vollerhebung. Wir alle wissen: Wo Menschen Formulare ausfüllen, passieren Fehler. Wenn Millionen von Menschen Formulare ausfüllen, dann passieren Millionen von Fehlern - und mit diesem Ergebnis vergleichen wir das vorgeschlagene System.

2. Etwas ist hier noch nicht gesagt worden. Überlegen Sie sich den Trend! Die Leute sind doch immer weniger bereit, solche erzwungenen Befragungen korrekt auszufüllen. Ob sie das aus Protest nicht wollen oder ob sie das nicht wollen, weil sie sich um den Staat foutieren, oder ob sie es nicht können - ich erinnere nur an die Zunahme des Analphabetismus -: Damit vergleichen wir das vorgeschlagene System.

3. Es wurde auch schon gesagt: Wichtig ist doch die zeitgerechte Erhebung. Sogar wenn eine Vollerhebung richtig wäre, aber die Resultate mit sehr grosser Verspätung eintreffen, dann sind die Resultate einfach falsch geworden.

Deshalb will ich mit diesen drei Argumenten sagen: Erstens ist die Qualität einer Vollerhebung nur ein Mythos, zweitens geht der Trend ganz klar zu Registern, und drittens ist die Zeitgerechtheit das Wichtigste für das staatliche Handeln. Darum müssen wir dieser Lösung des Bundesrates zustimmen.

Nun zu den Kantonen: Ich habe auch in meinem Kanton nachgefragt, und die Antwort war etwa die: "Ja, wir hätten schon gerne noch ein, zwei Jahre mehr Zeit, um das umzusetzen, aber wir werden es halt machen müssen." Diese Haltung können wir, glaube ich, auch auf andere Kantone umlegen. Denn wenn wir das Interesse der Kantone messen wollen, indem wir auf die Tribünen unseres Saales schauen, dann können wir doch feststellen, dass beim NFA die Tribünen sehr gut mit Kantonsvertretern besetzt waren, während ich jetzt auf den Tribünen keine 26 Kantonsvertreter zähle. (Heiterkeit)

Deshalb bitte ich Sie also, der Vorlage zuzustimmen.