Lexipedia

Humbel Näf Ruth · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp · 2008-03-18

Wortprotokoll

Wir feiern dieses Jahr 60 Jahre AHV. Vor 60 Jahren, 1948, als die AHV eingeführt wurde, hatten wir das gleiche Rentenalter für Mann und Frau, nämlich 65 Jahre. Heute möchten wir den Schritt wieder dorthin tun.

Schon vor 60 Jahren war die Lebenserwartung der Frauen etwa fünf Jahre höher als die der Männer, wie das auch heute noch der Fall ist. Auch das kann als Ungerechtigkeit bezeichnet werden. Es gibt eben noch Ungerechtigkeiten oder auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Es gibt noch Unterschiede, die ausgemerzt werden müssen, wie zum Beispiel die Lohndifferenzen. Aber es gibt eben nicht nur Differenzen und Unterschiede zwischen Männern und Frauen. In den individuellen Lebenssituationen gibt es auch Unterschiede zwischen gutsituierten Frauen und schlechter situierten Frauen und zwischen gutsituierten Männern und benachteiligteren Männern. Gerade wenn wir an die AHV denken und die Witwenrente betrachten, sind doch auch wesentliche Vorteile für die Frauen zu sehen. Ich denke, es ist langsam etwas müssig, immer diese Vor- und Nachteile in die Waagschale zu werfen.

Wenn Frau Goll sagt, dass die Altersarmut ein Frauenproblem ist, dann stimmt das, dann pflichte ich ihr bei. Ich verstehe dann nur den Link nicht, dass wir mit der Erhöhung des Frauenrentenalters, mit der Flexibilisierung auch mittelständische Männer mit guter BVG-Vorsorge subventionieren sollten. Dann hätten wir doch diese Frauen unterstützen müssen, was wir mit dem Antrag Weibel eigentlich machen wollten. Den haben Sie abgelehnt. Sie haben damit die Chance verpasst, gezielte Unterstützungen zu leisten. Ich meine, dass wir diese Frage nun nicht mit dem Rentenalter verknüpfen sollten, sondern empfehle Ihnen mit unserer Fraktion, der Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre zuzustimmen. Nach 60 Jahren AHV sind wir wieder dort, wo wir gestartet sind.

Humbel Näf Ruth · Nationalrat · 2008-03-18 | Lexipedia | Lexipedia