Sommaruga Simonetta · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2008-06-05
Wortprotokoll
Ich weiss, dass man heute Morgen nichts sagen sollte, schon gar nicht zu einer Interpellation. Ich möchte nur zwei Sätze zu dem anbringen, was Herr Kollege Schwaller gesagt hat. Die Antworten des Bundesrates sind in der Tat alles andere als befriedigend. Die Richtigkeit der Angaben des Bundesrates ist schlicht nicht nachvollziehbar, weil die Angaben nirgends veröffentlicht und folglich auch nicht verifizierbar sind. Der Bundesrat sagt zum Beispiel auch nicht, auf welche Packungsgrössen er sich bei diesen Zahlen bezogen hat. Das wäre absolut zentral, um eben Preise berechnen zu können.
Erlauben Sie mir, nur ein einziges Beispiel auch noch zu nennen: Von den 25 aufgeführten Arzneimitteln sind 6 in der Version der Originalhersteller in Dänemark gar nicht auf dem Markt, weil dort die Parallelimporteure eben günstigere Medikamente anbieten, sodass es die Originalhersteller vorgezogen haben, diese Medikamente nicht mehr anzubieten, weil sie sonst bei den Referenzpreisen etwas tiefer hätten ansetzen müssen. Es ist schon merkwürdig, dass der Bundesrat hier Arzneimittel auf einer Liste aufführt, obwohl diese Produkte in der Version der Originalhersteller in Dänemark gar nicht erhältlich sind.
Ich schliesse mich meinem Vorredner an: Hier besteht wirklich Bedarf nach unabhängigen, umfassenden und transparenten Informationen. Bis dahin sind eben diese Aussagen über den Zustand unserer Medikamentenpreise wirklich nach wie vor in Zweifel zu ziehen.