Föhn Peter · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2009-04-29
Wortprotokoll
Wenn ich an den Aussagen meines Vorredners anschliessen darf, kann ich dazu sagen: Die Ausbildungsstätten sind willig. Wir setzen uns für unsere Jugendlichen ein. Unser Ausbildungs- und Bildungssystem ist [PAGE 726] allgemein sehr gut und - das darf ich auch sagen - auf einem hohen Niveau. Aber eine allen Abnehmern gerechte Ausbildung anzubieten wird nicht einfacher, ja sogar von Jahr zu Jahr schwieriger. Als ehemaliger Lehrer und Verantwortlicher einer grösseren Schule weiss ich, wovon ich spreche, zumal ich heute in meiner Unternehmung jährlich auch zwischen fünf und acht Lehrlinge ausbilde.
Nebst einem gewissen Freiraum müssen auf allen Ausbildungsstufen die Verantwortlichkeiten klar geregelt werden. Es kann nicht angehen, dass die Verantwortung, wie in den letzten Jahren im dualen System, einseitig und vermehrt dem Lehrmeister zugeschoben wird. Die Schüler und Lehrlinge sind in der heutigen Zeit vielfach nicht so einfach zu führen und bei der Stange zu halten. So überlegen sich heute leider viele Lehrmeister, ob sie weiterhin als Ausbildner tätig sein wollen. Das ist eigentlich schade und lässt aufhorchen. Es ist alles daranzusetzen, dass das duale Ausbildungssystem hochgehalten werden kann. Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen für Lehrlinge und Ausbildungsstätten stimmen. Sich einzig in Theorie am grünen Tisch zu üben nützt gar nichts und gar niemandem. Ich spreche hier unter anderem den Lehrplan 21 an. Bei so tiefgreifenden Änderungen sind die Organisationen der Arbeitswelt mit einzubeziehen. Auf keiner ordentlichen Ausbildungsstufe darf es sogenannt geschützte Werkstätten geben. Will unser Werkplatz Schweiz auf dem hohen Niveau bestehen, ist nach wie vor Leistung gefragt, und zwar sind auf allen Ausbildungsebenen stufengerechte Leistungsanforderungen zu stellen. Den Takt gibt die Wirtschaft vor, und es liegt an der Politik, dazu die Begleitmusik zu schreiben.
Will man vom Auszubildenden Leistung verlangen, muss sie auch entsprechend vorgelebt werden. Hier spreche ich vor allem die Administration in den Ausbildungsstätten, vor allem in den Fachhochschulen, an, welche in den letzten Jahren stark gewachsen ist.
Noch zwei, drei Worte zu meiner Motion 07.3701: Es wären uns in den letzten Jahren viele Unannehmlichkeiten erspart geblieben, wären die Lehrmeister oder die Lehrpersonen über Strafregistereinträge orientiert gewesen. Man hätte diese Schüler ganz anders beobachtet, sie in die Pflicht nehmen und - das garantiere ich - weitere Untaten vermeiden können; ich spreche hier vor allem von den Übergriffen.
Ich bitte Sie, meine Motion anzunehmen. Es kann natürlich nicht angehen, dass Straftaten öffentlich werden. Ich glaube, dass Schweigepflicht und Geheimhaltung für jeden Ausbildner Ehrensache ist. An dem darf und kann es nicht scheitern.