Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2009-04-29
Wortprotokoll
Wir haben eigentlich nicht eine Tertiarisierung vorgenommen, sondern neu gibt es eine Berufsausbildung: die Fachangestellte Gesundheit und die Fachangestellte Pflege. Das sind sogar Boom-Berufe, die Fachangestellte Gesundheit wird sehr stark nachgefragt, es ist eine dreijährige Berufsausbildung. Das besteht also.
Der Master ist dann das logische Entwicklungsfeld. Es gibt natürlich auch im Bereich der Pflege hochqualifizierte Tätigkeiten. Es gibt an den Universitäten, etwa in Basel, auch Lehrstühle für Pflegewissenschaften. Deshalb sind wir auch der Meinung, dass hier der ganze Weg - vom zweijährigen Angebot bis zum Master - transparent und durchlässig gestaltet werden muss, wie wir es in vielen Bereichen haben.
Der Bund, Herr Widmer, kann das nicht selber kreieren, sondern die Sozialpartner müssen das tun. Sie sind daran. Es ist einfach noch ein Streit im Gang, denn es gibt - notabene in der Westschweiz - das Gefühl, die Pflege werde abgewertet, wenn man auch eine zweijährige Ausbildung anbiete. Es gibt dort den Wunsch, dass man die Ausbildung tertiarisiert. In der Deutschschweiz sehen wir das ganz anders. Das ist ein kultureller Unterschied.
Aber ich bin guten Mutes, nachdem wir mit den Kantonen und mit der OdA Santé im Januar eine gemeinsame Sitzung hatten und die Analysen deckungsgleich waren. Die gemeinsame Konklusion war: Wenn wir das nicht schaffen, laufen wir in einen Pflegenotstand hinein. Da der Wille, das jetzt wirklich schnell umzusetzen, gross ist, wäre dann eigentlich das Angebot da, und die Nachfrage durch die Bevölkerung würde dann wahrscheinlich auch einsetzen.