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Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2009-05-26

Wortprotokoll

Diese Auffassung wird gerade von vielen Entwicklungsländern nicht geteilt. Ich sass an den Sitzungen während des ganzen Sommers vis-à-vis dem Landwirtschaftsminister von Burkina Faso, eines der sehr armen Länder der Welt. Die Bauern produzieren dort zu 80 Prozent Baumwolle. Die Baumwolle, die sie produzieren und auf dem einheimischen Markt verkaufen, ist teurer als die importierte Baumwolle aus den USA. Das sagt eigentlich schon alles. Subventionen sind für diese armen Bauern ein riesiger Nachteil, um ihre Produkte sowohl lokal wie auch regional und eben auch global verkaufen zu können. Darum geht es; es geht nicht um einen WTO-Topf - der existiert gar nicht -, sondern es geht darum, möglichst gerechte Handelsregeln, einen möglichst gerechten Marktzugang für alle zu erreichen, damit sich gewisse Märkte nicht abschotten, Subventionen verteilen können bzw. damit Produkte aus armen Staaten nicht derart besteuert oder mit Zöllen belegt werden können, dass sie keine Chance haben. Das steht im Zentrum dieser Diskussion.