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Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2009-06-10

Wortprotokoll

Auf den ersten Blick habe ich gedacht: Doch, das finde ich eigentlich auch, was Kollege Büttiker fordert, denn ich finde auch, dass man den KMU nicht unnötige Auflagen machen soll. Auf den zweiten Blick bin ich nicht mehr so überzeugt, und zwar deshalb: Ich bin auch Aktionärin bei mehreren kleinen Betrieben, weil ich finde, mein Geld ist dort besser angelegt als auf einer Bank. Ich erlebe dort immer: Die Auseinandersetzungen finden nicht statt, wenn Transparenz herrscht. Als Aktionärin möchte ich schon wissen, wie mit den Honoraren usw. umgegangen wird. Es ist nicht so, dass dann die grosse Auseinandersetzung folgt, wenn Transparenz herrscht. Was stimmt, ist das, was Kollege David sagt: In Familien, in Erbengemeinschaften hat man die häufigsten Auseinandersetzungen. Aber das ändern Sie nicht, indem Sie mehr Transparenz für Aktionäre herstellen. Alle, die schon mit Erbengemeinschaften zu tun hatten, wissen: Das sind dann meistens Streitereien, die auf der Sachebene nicht mehr aufzulösen sind und die eh dann den gerichtlichen Weg gehen. Dann kommt noch dazu, dass in solchen nichtkotierten Gesellschaften ja nicht die Kleinaktionäre die grosse Mehrheit ausmachen, sondern dort sind Aktionäre, die von diesem Geschäft, von diesem Betrieb etwas halten, die auch daran glauben, dass ihr Geld da gut investiert ist. Für diese ist Transparenz auf jeden Fall besser, nicht zuletzt, um Konflikte zu regeln - ich mache einfach überall die Erfahrung -, als wenn man am Schluss vor Gericht gehen muss; das ist nämlich die Alternative bei Streitereien.

Von daher überzeugt mich auf den zweiten Blick der Antrag Büttiker nicht mehr, und ich werde der Kommission bzw. dem Bundesrat zustimmen.