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Leutenegger Filippo · Nationalrat · 2009-09-08

Leutenegger Filippo · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2009-09-08

Wortprotokoll

Ich äussere mich zum ersten Geschäft. Es geht beim Postulat der UREK um ein wichtiges Detailproblem bei der Ausstellung des Gebäudeenergieausweises der Kantone (Geak). Wie Sie wissen, werden seit diesem August von den Kantonen einheitliche Energieausweise für Hauseigentümer ausgestellt. Diese geben Aufschluss darüber, wie effizient die jeweilige Liegenschaft in energetischer Hinsicht gebaut worden ist und betrieben wird. 15 000 vom Bund mit je 1000 Franken subventionierte Ausweise sind in Rekordzeit unter die Hauseigentümer gebracht worden. Der Bund hat bei der Erarbeitung der Kriterien des Gebäudeenergieausweises der Kantone einen wichtigen materiellen und finanziellen Beitrag geleistet.

Laut Akkreditierungsregeln sollen jene Experten bevorzugt werden, welche über integrale Kenntnisse in den Bereichen Haustechnik, Bauphysik und Architektur verfügen. Es versteht sich von selbst, dass diese Regeln Akademiker bevorteilen. Die Befürchtung liegt auf der Hand - das ist eigentlich das Entscheidende -, dass Nichtakademiker, nämlich Praktiker aus der Heizungsbranche mit viel Erfahrung, den Kürzeren ziehen könnten. Die UREK-NR erachtet es deshalb als sehr wichtig, dass bei der Akkreditierung auch Nichtakademiker aus dem Baugewerbe mit branchenspezifischer Weiterbildung und einschlägiger Praxiserfahrung zum Geak-Kurs zugelassen werden. Zu diesem Zweck hat die Kommission der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren einen Brief zukommen lassen und diese gebeten, das Anliegen in der weiteren Planung der Weiterbildungskurse zu berücksichtigen. In einem Schreiben vom 2. Juli 2009 betont die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren, dass auch Personen zugelassen werden, die über eine mehrjährige Praxiserfahrung verfügen, jedoch kein Berufsdiplom haben. Von einer Akademisierung könne daher keine Rede sein.

Inzwischen ist der Geak erfolgreich eingeführt worden. Die Stimmen, die vor einer Akademisierung warnen, sind aber nicht verstummt. Offenbar erhalten Elektroingenieure oder [PAGE 1368] Architekten ohne Baupraxis ohne Weiteres eine Akkreditierung, dagegen sind Fälle bekannt wie der eines Spenglermeisters mit einer dreissigjährigen Erfahrung in der thermischen Sanierung von Gebäuden, dessen Akkreditierung ohne Begründung abgewiesen worden sei.

Die Kommission ist der Ansicht, dass man dem Thema "Zulassung und Akkreditierung für die Erstellung von Energieausweisen" Sorgfalt und Aufmerksamkeit angedeihen lassen muss, da es sich um eine Zukunftsstrategie für die Branchen im Energie- und Baubereich handelt, die auch Nichtakademikern offenstehen soll; diese müssen allerdings über eine jahrelange Praxis verfügen.

Da sich der Bund materiell und finanziell beteiligt hat, empfiehlt Ihnen die Kommission einstimmig, das Postulat anzunehmen.