12.3334
Vollzug der Revitalisierung der Gewässer
Verfahrensbeitrag
Antrag der Kommission
Zustimmung zur Änderung
Proposition de la commission
Approuver la modification
Le président (Rossini Stéphane, premier vice-président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.
Fässler Daniel · Mit-M · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP-EVP
Die Bundesversammlung beschloss am 11. Dezember 2009, unter dem Titel "Renaturierung" unter anderem das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer in einigen Punkten abzuändern. Dabei wurde unter anderem Artikel 36a mit der Marginalie "Gewässerraum" neu in das Gewässerschutzgesetz eingefügt. Artikel 36a verpflichtet die Kantone, den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzulegen. Gemäss Absatz 1 ist der Gewässerraum so zu dimensionieren, dass die natürlichen Funktionen der Gewässer, der Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung gewährleistet sind. Die Regelung der Einzelheiten wurde in Absatz 2 dem Bundesrat übertragen. In Absatz 3 von Artikel 36a wurde zudem wörtlich Folgendes festgeschrieben: "Der Gewässerraum gilt nicht als Fruchtfolgefläche. Für einen Verlust an Fruchtfolgeflächen ist nach den Vorgaben der Sachplanung des Bundes nach Artikel 13 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 Ersatz zu leisten." Diese Änderung des Gewässerschutzgesetzes ist seit dem 1. Januar 2011 in Kraft.
Am 4. Mai 2011 beschloss der Bundesrat mit Inkraftsetzung per 1. Juni 2011, gestützt auf die geänderten Bestimmungen des Gewässerschutzgesetzes, eine Änderung der Gewässerschutzverordnung. Dabei fügte er unter anderem im 7. Kapitel einen neuen 1. Abschnitt mit dem Titel "Gewässerraum und Revitalisierung der Gewässer" ein, der die Artikel 41a bis 41d umfasst. Mit diesen Verordnungsbestimmungen wurden den Kantonen für die Erfüllung ihrer Aufgabe relativ enge Schranken gesetzt, indem die - von Ausnahmen abgesehen - einzuhaltenden Mindestbreiten schon in der Verordnung festgeschrieben wurden. Dies war die Folge eines politischen Kompromisses im Zusammenhang mit der im Jahre 2006 eingereichten Volksinitiative "Lebendiges Wasser" des Schweizerischen Fischereiverbandes.
Schon kurz nach Inkrafttreten der Änderung der Gewässerschutzverordnung regte sich in bäuerlichen Kreisen und in einigen Kantonen Widerstand. Dabei wurde geltend gemacht, die vom Bundesrat erlassenen Bestimmungen würden den Interessen der Landwirtschaft und dem Ziel der Verdichtung des Baugebietes zu wenig Rechnung tragen. Eine grössere Anzahl von Standesinitiativen und verschiedene Vorstösse von Ratsmitgliedern waren die Folge.
Vor diesem Hintergrund beschloss die UREK Ihres Rates am 2. April 2012 die vorliegende Kommissionsmotion mit dem Titel "Vollzug der Revitalisierung der Gewässer". Diese Motion wurde vom Nationalrat am 12. Juni 2012 mit 94 zu 89 Stimmen angenommen. Mit Beschluss vom 4. Juni 2014 hat der Ständerat eine geänderte Fassung der Motion angenommen. Mit dieser soll der Bundesrat beauftragt werden, in Zusammenarbeit mit den Kantonen einen effektiven Ersatz der Fruchtfolgeflächen gemäss Artikel 36 Absatz 3 des Gewässerschutzgesetzes zu gewährleisten. Die übrigen Punkte der Motion der UREK des Nationalrates wurden vom Ständerat abgelehnt und sind daher definitiv erledigt.
Ihre vorberatende Kommission ist wie der Ständerat der Ansicht, dass in Bezug auf den Ersatz von Fruchtfolgeflächen Klärungsbedarf besteht und dass diese Frage aus Gründen der Rechtssicherheit auf Gesetzesstufe geregelt und nicht in einem Rundschreiben des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) beantwortet werden sollte. Der Grundsatz ist klar: Für jene Fruchtfolgeflächen, die bei der Festlegung der Gewässerräume effektiv verlorengehen, ist Ersatz zu leisten. Der Wortlaut des Gesetzes ist diesbezüglich klar. Unklar ist hingegen, wie mit jenen Flächen umzugehen ist, die zwar in den Gewässerraum zu liegen kommen, deswegen aber ihre Qualität als Fruchtfolgefläche nicht verlieren. Diese Böden dürfen gemäss Gewässerschutzverordnung nur noch extensiv genutzt werden. Gemäss Rundschreiben des ARE vom 4. Mai 2011 können sie aber trotzdem - im Sinne von Potenzialen - ebenfalls zum Kontingent gezählt werden und erhalten damit einen besonderen Status.
Die Kommission hat Verständnis für die Kantone, für die es schwierig sein wird, die Fruchtfolgeflächen, die sich im Gewässerraum befinden, mit geeignetem Boden zu kompensieren. Die Kommission ist sich aber auch bewusst, dass sich damit auch für die Landwirtschaft Probleme ergeben. Sie beantragt Ihnen daher mit 17 zu 0 Stimmen bei 7 Enthaltungen, die vom Ständerat geänderte Motion anzunehmen.
Erlauben Sie mir zum Schluss einen Hinweis: Die politische Diskussion zum Thema "Gewässerraum" wird mit der Annahme dieser geänderten Motion nicht abgeschlossen sein. Anlass zu dieser Bemerkung gibt ein Urteil des Bundesgerichtes vom 12. Juni dieses Jahres. Das Bundesgericht hat mit diesem die Luzerner Gemeinde Dagmersellen betreffenden Urteil festgestellt, dass für die Auslegung des in der Gewässerschutzverordnung verwendeten Begriffes "dicht überbaute Gebiete" die Ausführungen im erläuternden Bericht des Bundesamtes für Umwelt vom 20. April 2011 massgebend seien. Soweit im zu beurteilenden Einzelfall die Luzerner Behörden davon abwichen, hat das Bundesgericht einem Merkblatt vom 18. Januar 2013 mit dem Titel "Gewässerraum im Siedlungsgebiet" zur Anwendung des Begriffs "dicht überbaute Gebiete" der Gewässerschutzverordnung die Verbindlichkeit abgesprochen. Dieses Merkblatt war das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Raumentwicklung, dem Bundesamt für Umwelt und den Kantonen, mit dem Ziel, den Kantonen den Spielraum aufzuzeigen, den sie bei der Festlegung der Gewässerräume im Siedlungsgebiet noch haben. Die Kommission wird dieses Urteil noch analysieren und damit die Frage klären müssen, ob in dieser Sache weiterhin Handlungsbedarf besteht.
Bourgeois Jacques · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · FDP-Liberale Fraktion
La mise en oeuvre de la renaturation des eaux suscite de nombreuses réactions. Dès lors, il est important de préciser certains points afin que les cantons puissent mettre en oeuvre cette législation dans le sens des décisions prises par le Parlement. Neuf initiatives cantonales et plusieurs interpellations ont été déposées sur le sujet.
Le 12 juin 2012, sur proposition de notre commission, notre conseil a approuvé, par 94 voix contre 89, la motion 12.3334 de la CEATE-CN, "Mise en oeuvre de la renaturation des eaux", qui fixait les principaux points que l'ordonnance d'application sur la protection des eaux devait prendre en considération. Il s'agissait en particulier de donner aux cantons la compétence et la flexibilité nécessaires de modifier la définition d'une exploitation extensive de l'espace réservé aux eaux, selon les règles actuelles des prestations écologiques requises, et de garantir la compensation effective des surfaces d'assolement selon l'article 36a alinéa 3 de la loi fédérale sur la protection des eaux. Sur proposition de la CEATE-CE, le Conseil des Etats a décidé, le 4 juin dernier, de retenir uniquement le point qui fait référence à la compensation effective des surfaces d'assolement selon l'article 36a précité.
Compte tenu du fait que la commission de notre conseil n'avait plus la possibilité d'amender la motion et n'avait par conséquent pas d'autre option que d'adhérer ou de ne pas adhérer à la décision du Conseil des Etats, la commission a décidé, par 17 voix contre 0 et 7 abstentions, de recommander l'acceptation de la motion modifiée. En effet, pour la commission, le point qui fait référence à la compensation des surfaces d'assolement est important. L'article 36a alinéa 3 de la loi fédérale sur la protection des eaux est à notre avis clair: "L'espace réservé aux eaux n'est pas considéré comme surface d'assolement." Par conséquent, nous attendons du Conseil fédéral qu'il prenne clairement ce point en considération dans le cadre de la mise en oeuvre de cette loi.
Il n'est pas correct de se baser sur une lettre de l'Office fédéral du développement territorial du 4 mai 2011 pour déterminer quand, et s'il convient ou non de compenser les surfaces concernées. Selon la législation, si les espaces réservés aux eaux empiètent sur des surfaces d'assolement, elles doivent dans tous les cas être compensées. Chaque canton a, selon le plan sectoriel des surfaces d'assolement de 2006, une superficie minimale en surfaces d'assolement à respecter. Pour certains cantons, dans lesquels la surface minimale est déjà atteinte, se pose la question des possibilités de compensation. N'oublions pas que les surfaces d'assolement représentent les meilleures terres cultivables et doivent par conséquent être protégées tout comme les surfaces sylvicoles.
Dans son récent arrêt sur la question de la densification du milieu bâti, le Tribunal fédéral relève notamment que les fiches techniques ne sont pas une base suffisante pour la mise en oeuvre d'une telle législation. Celle-ci doit être clairement définie au sein de l'ordonnance d'application. La commission de notre conseil analysera en détail cet arrêt du Tribunal fédéral et fera, le cas échéant, des propositions afin de clarifier les procédures et de donner aux cantons la flexibilité dont ils ont besoin pour une mise en application qui tienne compte des intérêts des milieux concernés. Je rappelle que, selon l'article 36a alinéa 1 de la loi fédérale sur la protection des eaux, "les cantons déterminent, après consultation des milieux concernés, l'espace nécessaire aux eaux superficielles".
Vu ce qui précède, je vous recommande, au nom de la commission, qui, je le rappelle, a soutenu cette motion corrigée par 17 voix contre 0 et 7 abstentions, de soutenir cette motion telle qu'elle ressort des débats du Conseil des Etats.
Rossini Stéphane · 1VP-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, premier vice-président): Madame la conseillère fédérale Leuthard renonce à prendre la parole. La commission propose de se rallier à la version de la motion modifiée par le Conseil des Etats.
Angenommen - Adopté
Le président (Rossini Stéphane, premier vice-président): Je vous informe que nous traiterons la motion d'ordre de la Commission des institutions politiques du Conseil national avant les interventions parlementaires relevant du DETEC.