37 I 115
114 BB, Strafrechtspflege.
tion cantonale et des prévenus eux-mêmes. Elle re leurs nettement des motifs de libération indiqué dans le jugement. Ces motifs s0ont en résumé : 1. Le mécanicien Dupuis a serré les freins dès marqué la fausse pogition de l'aiguille. 2. La voie du cul-de-sac est trop courte ; fait être la cause initiale de l’accident. 3. Currat était seul pour assgurer les divers sery gare. 4. Le jour de l’accident — dimanche de Pente y avait affluence de voyageurs. 5. Les tiers lésés n’ont réclamé aucune indemnit Parmi ces motifs, celui indiqué en dernier lieu n ment aucun rapport avec la question de la culp: prévenus. Quant au fait N° 1 il n'exclut pas la culy Dupuis, car -au moment où il a fait manœuvrer le; avait déjà commis la négligence qu’on lui reproc pas s’être assuré, avant de mettre le train en m que la voie de Vevey fût libre. Le fait d’avoir serr( ne pourrait que diminuer le degré de sa culpabilit gueur de la voie de cul-de-sac est indifférente pour tion de sayoir sì trois d’entre les prévenus (le méc: chauffeur et le conducteur) ont commis une négliger geant leur responsabilité, en ne faisant pas attent gnal du sémaphore de sortie. Les circonstances é s0us N° 1, 2 et 5 ne guffisent donc pas pour exclu pabilité des prévenus et justifier leur libération. L N°s 3 et 4 peuvent avoir de l’importance pour la gu la culpabilité de Currat ; le motif N° 4 aussi pour Girardet. Cependant, il est à relever qu’au cours quête Currat a déclaré n'avoir été « distrait par p et avoir donné l’ordre « en route » « par mégarde moment d'oubli ». IU est à supposer qu’aux débats tude a été diflérente ; mais le jugement est muet à et cette lacune empêche le Tribunal fédéral de rev lution donnée à la question de savoir sì Currat est 0u non. Quant aux prévenus Girardet et Borloz, le s80rt d’ail- les passe complètement s0us silence. Il est par suite imposis enguite sible de dire quels sont les motifs de leur libération. Dans ces conditions, les Tribunal fédéral se trouve en préqu’il a re- sence d’un jugement incomplet, qui ne lui permet pas de contrôler pour quels motifs les prévenus ont été déclarés qui paraît, non-coupables, en d’autres termes, de quelle façon le droit fédéral a été appliqué. ices de la Il y a donc lieu de renvoyer la cause à l’instance cantonale pour qu’une nouvelle décision soit rendue. côte — il Par ces motifs ; la Cour de Cassation pénale fédérale Î,
2 évidem- prononce : bilité des Le recours est admis dans le sens de l’art. 173 OJF. En abilité de conséquence, l’arrêt rendu le 1°‘ novembre 1910 par la cour ; freins, il de cassation pénale du canton de Vaud est annulé et l’afhe, de ne faire renvoyée à l’instance cantonale pour nouvelle décision. 0uvement, ; les freins la quesg- III. Lebensmittelpolizei. — Police des denrées inicien, le alimentaires. Ce, Cngare la cul- in Sachen Kafkhrinex gegen Skaatsanwaltshast Obwalden. es moti E ots Art. 4 Abs. 5 BStrR (wonach mit der Gefängnisstrafe der Verlust des CSCION CO Aktivbürgerrechis verbunden werden kann, auch wenn « das Gesetz» celle de es nicht besonders vorsieht) isé überall da unanwendbar, wo ein de l’en- Bundesspezialgesetz für ein bestimmtes Delikt « Gefängnisstrafe und eTSONnNEC > Busse» bezw. « Gefängnisstrafe oder Busse»> vorsiehtt ; s80 insbesondere dans un im Gebiete des eidg. Lebensmittelgesetzes, und zwar trotzdem dessen , Art. 42 die « allgemeinen Bestimmungen des I. Abschnittes des Bun=- s0n atfl- desgesetzes über das Bundesstrafrecht » anwendbar erklärt. cet égard, ir la 80- A. — Durch Urteil vom 14. Januar 1911 hat das Oberecoupable gericht des Kantons Obwalden den Kassationskläger der Milchtribunal fälschung schuldig erklärt und in Anwendung von Art. 36 des 116 - B, Strafrechtspflega. -- Lebensmittelgesezes, Art. 19 der kantonalen Vollziehungs2v hiezu und Art. 8 kant. PolStrGB erkannt:
„1. Kathriner wird mit einer Gesängnisstrafe von eine „verbunden mit angemessener Beschäftigung, und weil „einer Geldbusse von 150 Fr. belegt.
„2, Wird er auf die Dauer eines Jahres im Alktivb „eingestellt.“
Faits
B. — Gegen Dispositiv IT dieses Urteils hat Kathri zeitig die Kassationsbeschwerde an den Kassationshof des gerichts ergriffen mit dem Antrage, es aufzuheben.
C. — Die Staatsanwaltschast des Kantons Obwc die Kassationsbeschwerde zur Beantwortung zugestellt n hat sich zum Rekurse nicht geäussert. Dagegen hat gericht dessen Abweisung beantragt,
Considérants
EEN Nach Art. 42 des Lebensmittelgesezes finden bei B von Verbrechen oder Übertretungen im Sinne dieses C allgemeinen Bestimmungen des 1. Abschnittes des Bun über das Bundesstrafrecht der schweiz. Eidgenosseuschaft vi: bruar 1853 Anwendung. Art. 2 BStrR sieht als Str den Verlust des Aktivbürgerrehts vor, und nah Art. fann mit der Gefängnisstrafe „Amtsentsetzung sowoh Verlust des Aktivbürgerrechts verbunden werden, auch Gesetz diese lezteren Strafen nicht ausdrückklih verordne diese Bestimmung bei Beurteilung von Delikten nach de mittelgesep zur Anwendung kommt, so hat daher die 2 mit Recht und ohne Verlegung eidgenössischen Rechts der Einstellung im Aktivbürgerrecht verhängt. Nun sprüi( Anwendbarkeit zunächst freilih der ganz allgemeine Wo Art. 42 des Lebensmittelgesezes. Es wird denn auch stritten werden können, dass z. B. die Absässe 1 und 2 BStrR, welche die Gefängnisstrafe definieren und näh auh auf solche Gefängnisstrafen anwendbar sind, weld mässheit eidg. Spezialstrafgesetze, wie gerade des Lebensmil ferner des Patentgesetzes usw., ausgesprochen werden. E Betrachtung des Gesetzes und seiner Enistehungsgesch| aber, dass der Sinn des gedachten Art. 42 des Lebensmi rordnung doch nicht ein ganz allgemeiner sein kann, und dass insbesondere durch diese Bestimmung nicht andere, im Lebensmittelgesez nicht n Monat, vorgesehene Strafen indirekt haben eingeführt werden wollen. erhin mit Gegen diese allgemeine. Auffassung spricht zunächt die Entstehungsgeschihte des Gesetzes. Art. 42 hat - eine Bestinimung ürgerrecht erset, die ursprünglich folgendermassen lautete: „Soweit dieses : Geset keine besondern Vorschriften enthält, finden die kantonalen ner recht- Strafrechtsbestimmungen sinngemäss Anwendung.“ (Art. 34. Abs. 1 Bundes- des bundesrätlichen Entwurfes vom 28. Februar 1899.) Erst im : Laufe der Beratung in den eidg. Räten ist dann, unter besonderer lden, der Bezugnahme auf den Fall Jf gegen Bundesanwaltschafi, BGE 27 orden ift, I Nr. 95 S. 237 ff,, die heutige Bestimmung an Stelle der as Ober- angeführten getreten. Nun is gewiss klar, dass die Bestimmung, ‘die auf die kantonalen Geseze hinwies, nicht solche Vorschriften im Auge hatte, die von Nebenstrafen handeln; vielmehr waren eurteilung darunter die allgemeinen Bestimmungen der kantonalen Stafrechte esehes die über Schuld, Zurechnung, Täterschaft, Verjährung usw. verstanden,
desgesesszes wie denn auch in der. Diskussion ausschliesslih auf diese Punkte m 4. Fe- Bezug genommen worden ist (Sten. Bull. 1899 S. 344, Votum afen u. a. Scherb, 1894 S. 86, Voten Eggspühler und Gottofrey). Dem 4 Abs. 5 jessigen Art. 42 kann wohl shon aus diesem Grunde keine weiterl als der gehende Bedeutung beigelegt werden, als sie dem ursprünglichen wenn das Eniwurf zukam.
t“. Falls Dazu kommt aber als aus\cshlaggebend, dass. auch die ganze m Lebens- Tendenz und Fassung des Lebensmittelgesezes, wie seine. EntZsorinstanz stehungsgeschichte, darauf hinweisen, dass es die Strafen und Strafie Strafe arten für . die in ihm normierten Delikte abschliessend und ausht für die \sliesslich regeln wollte. Es kennt als Hauptstrafen Gefängnis rtlaut des (wobei es in Art. 39, 40 und 41 das Wort „Gefängnis“ durch faum be- „Haft“ ergänzt) und Bussen, als Neben- oder Zusassstrafen Kondes Art. 4 fiskation (Art. 44), Untersagung des Berufes oder Gewerbes er regeln, (Art. 46), Verdöffentlihung des Strafurteils (Art. 47). Die je in Ge- Regelung dieser besondern Nebenstrafen findet sich im Gese nah telgesetzes, dem allgemeinen Grundsatz des Art. 42, der auf das Bundesne nähere strafrecht verweist, im Anschluss an eine besondere Bestimmung <te zeigt über den Rückfall (Art. 43). Schon aus dieser Stellung der ttelgesetes Bestimmungen. über Zusassstrafen im Gesetz ist zu schliessen, dass 118 B, Strafrechtspflege.
sie abschliessend geordnet werden wollten und dass nun 1 überdies die Bestimmungen des Bundesstrafrechtes A1 finden sollten. Die Heranziehung der Nebenstrafe des des Aktivbürgerrechts auf Grund des Art. 4 Abs. 5 L Lebensmitteldelikten geht gewiss ebensowenig an, wie eiwc hängung der Strafe der Landesverweisung (bei aus Tätern) nach Art. 5 Abs. 5 ibid. Die Bestimmung de _ des zit. Art. 4 BStrR is nach dieser Richtung quali schieden von den Bestimmungen der Absässe 1 und 2. viel weiter, indem sie eben die Verhängung des Verl! Aktivbürgerrechtes als Nebenstrafe einführt.
Es kann denn auch gewiss unbedenklich der allgen vertreten werden, dass überall da, wo Bundesspezialgese normen aufstellen und für Delikte Gefängnisstrafen u androhen, diese Strafen ausfcliesslich in den Spezialg regelt sind und daneben nicht noch, auf Grund von Art BStrR, die Nebenstrafe der Einstellung im Aktivbürge hängt oder als zulässig erklärt werden wollte. So z. B. b
29. Juni 1888/23. März 1893; Art. 20 MMG von zember 1888 und Art. 25 desjenigen vom 30. M Art. 39 PatGes vom 21. Juni 1907. Es ist dem Bu! fein Fall bekannt, dass je ein kantonales Gericht Ve genommen hätte, bei Delikten nach diesen Gesetzen auf ( Art. 4 Abs. 5 BStrR die Zusassstrafe der Einstellun, tivbürgerecht auszusprechen, obschon auh auf diese G dem Präjudiz des Kassationshofes i. S. Jf die allgem stimmungen des BStrR Anwendung finden. Weshal _ &bensmittelgesez etwas anderes gelten sollte, ist nicht Der Umstand allein , dass bei diesem Geseye sich die ( im Aklivbürgerrecht wegen der Natur der betreffenden sonders rechtfertigen würde, könnte nur de lege fere Grund bilden; übrigens sind auch Fälle von Patentletzungen denkbar, in denen die Verhängung jener Nebe! als wünschbar erweisen könnte.
Diese Erwägungen ergeben, dass die angefochtene bundesrechtswidrig ist, sodass die Kassationsbeschwerde g und das angefochtene Dispositiv aufzuheben ist.
iht noch Da die Vorinstanz ferner gemäss Art. 172 OG eine neue 1wendung Entscheidung zu treffen hat, ist vom Kassationshof auch eine solche Verlustes zu verfügen, obschon hier wohl durch die Aufhebung des angeStrR in gefochtenen Dispositivs alle nötige Remedur geschaffen würde. die Ver- Demnach hat der Kassationshof ländischen erkannt:
2 Af, O Die Kassationsbeshwerde wird gutgeheissen. Demgemäss wird “u Y das Urteil des Obergerichtes des Kantons Unterwalden ob dem sie geht Wald vom 14. Januar 1911 aufgehoben und die Sache zu neuer ustes des Entscheidung an dieses Gericht zurückgewiesen.
eine Sass ze Strafnd Bussen esetzen ge: , 4 Abs. 5 recht verei Art, 13 Ges vom a —— 1 21. Derz 1900 ; 1desgericht ‘anlassung Zrund des z im Akseze nach einen Beb für das inzusehen. Finstellung Delifte benda einen usw. Verstrafe sich Bestrafung utzuheissen