W – 05/2013 | Erstversion | 19.12.2013
Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge OAK BV
Weisungen OAK BV W – 05/2013 deutsch
Massgebliche Kennzahlen sowie weitere Informationspflichten für Anlagestiftungen
Ausgabe vom: 19.12.2013 Letzte Änderung: Erstausgabe Adressaten: Anlagestiftungen und Revisionsstellen von Anlagestiftungen
1 Grundsatz
Die nachfolgend aufgeführten Kennzahlen für die Bereiche Kosten, Renditen und Risiken sind soweit anwendbar annualisiert für 1 Jahr, 5 Jahre und 10 Jahre (bzw. seit Lancierung) mindestens vierteljährlich zu veröffentlichen. Kosten, Renditen und die Risikokennzahl Volatilität sind zudem für jede Anlagegruppe revidiert im Jahresbericht der Anlagestiftung zu veröffentlichen. Für alle anderen Risikokennzahlen ist im Jahresbericht anzugeben, wo diese zu finden sind.
2 Kosten
Für jede Anlagegruppe ist die Total Expense Ratio (TER) gemäss einem von der OAK BV anerkannten Konzept auszuweisen. Eine allfällige performanceabhängige Gebühr ist zusätzlich separat in Prozent des Nettovermögens anzugeben unter Angabe der Anwendung oder Nicht-Anwendung der High- Water-Mark oder Hurdle Rate.
3 Rendite
Auszuweisen ist die annualisierte zeitgewichtete Rendite (time weighted Rate of Return TWR). Bei geschlossenen Anlagegruppen ist anstelle der TWR der interne Zinsfuss IRR (Internal rate of return) anzugeben.
4 Risiko
Es sind folgende Risikokennzahlen auszuweisen: – Volatilität – Sharpe Ratio – Tracking Error – Information Ratio – Beta-Faktor – Jensen-Alpha – Maximum Drawdown (Maximalverlust) und Recovery Period (Erholungsdauer) – Modified Duration
Nebst dem ex post Tracking Error ist der erwartete Tracking Error jeweils ex ante für die nächsten 12 Monate anzugeben.
5 Spezialfälle
5.1 Anlagegruppen mit direkten Immobilienanlagen
Die in der KGAST-Richtlinie für Kennzahlen von Immobilienanlagegruppen definierten Kennzahlen sind für alle Anlagegruppen mit direkten Immobilienanlagen jährlich auszuweisen.
5.2 Anlagegruppen mit alternativen Anlagen
Bei Anlagegruppen mit alternativen Anlagen sind als Risikokennzahlen mindestens Volatilität, Maximum Drawdown und Recovery Period auszuweisen. Es ist darüber zu informieren, auf welcher Basis (Tages-, Wochen-, Monats-, Quartalszahlen) die Kennzahlen berechnet werden. Die anderen Kennzahlen sind wo anwendbar ebenfalls auszuweisen.
6 Benchmark
Sofern eine Benchmark verwendet wird, ist sie zu benennen. Die Zusammensetzung sowie die Berechnungsart des Indexes müssen mindestens auf Stufe Anlagesegment bekannt und erhältlich sein. Die Kennzahlen sind für die Benchmark sinngemäss anzugeben.
Eine einmal gewählte Benchmark darf nicht ohne gewichtigen Grund geändert werden, so bleibt die Kontinuität und Vergleichbarkeit gewährleistet. Bei einer allfälligen Benchmarkänderung sind die Anleger frühzeitig unter Angabe des Grundes zu informieren. Eine Änderung ist zudem im Jahresbericht zu begründen.
7 Wertschriftenverzeichnis
Die Anlageverzeichnisse jeder Anlagegruppe sind den Anlegern auf Verlangen mindestens einmal jährlich in weiterbearbeitbarer Form elektronisch zur Verfügung zu stellen.
8 Inkrafttreten
Diese Weisungen gelten erstmals für am oder nach dem 31. Dezember 2014 endende Geschäftsjahre.
19. Dezember 2013 Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge OAK BV
Der Präsident: Pierre Triponez
Der Direktor: Manfred Hüsler
9 Erläuterungen
9.1 Zu Kapitel 1 Grundsatz
Falls die revidierten Angaben vor 2014 nicht zur Verfügung stehen, soll dies im Jahresbericht entsprechend vermerkt werden.
9.2 Zu Kapitel 2 Kosten
Die von der OAK BV anerkannten TER Konzepte sind mit den entsprechenden Einschränkungen im Anhang zu den Weisungen Nr. 02/2013 vom 23.04.2013 über den Ausweis der Vermögensverwaltungskosten aufgeführt.
Falls die Anlagestiftung für jede Anlagegruppe auch die Transaktionskosten und Steuern („Transaction and Tax Cost“, TTC-Kosten) erhebt, sind diese separat auszuweisen.
9.3 Zu Kapitel 3 Rendite
Für die Berechnung der Renditen gelten insbesondere folgende Bedingungen:
– Verwendung Gesamtrenditen (Total returns) – Anwendung Marchzinsberechnung – Geometrische Verknüpfung der Renditezahlen – Netto-Renditen, d.h. nach Abzug aller Kosten (TER- und TTC-Kosten). Dies heisst, dass insbesondere nicht-rückforderbare Steuern abgezogen werden müssen – Einbezug aller Anlagen der Anlagegruppe, d.h. inkl. aller Liquiditätsformen – Erfolgsneutrale Berücksichtigung aller externen Zu- und Abflüsse
Renditen sind grundsätzlich annualisiert auszuwiesen. Bei Anlagegruppen, welche während der Beobachtungsperiode aufgelegt wurden, ist diese Kennzahl seit Lancierung zu berechnen.
9.4 Zu Kapitel 4 Risiko
Alle Kennzahlen sind soweit als möglich auf der gleichen Basis zu berechnen.
Beschreibungen der Volatilität und der weiteren Risikokennzahlen können der Tabelle in 9.7 Risikokennzahlen entnommen werden.
9.5 Zu Kapitel 5 Spezialfälle
Die KGAST hat Richtlinien für Kennzahlen von Immobilienanlagegruppen erlassen, welche jährlich zu berechnen sind. Die Pflicht zur vierteljährlichen Veröffentlichung der Kennzahlen entfällt für Anlagegruppen mit direkten Immobilienanlagen.
Vgl. http://www.oak-bv.admin.ch/de/regulierung/weisungen/index.html Vgl. http://www.kgast.ch
9.6 Zu Kapitel 6 Benchmark
Die Wahl der Benchmark ist von zentraler Bedeutung, ein Vergleich mit einer Benchmark bietet die Möglichkeit zur Früherkennung einer eventuellen Zielabweichung sowie zur Leistungsbewertung des Portfolio Managers.
9.7 Risikokennzahlen
Kennzahl Berechnung Beschreibung
Volatilität √Varianz Durchschnittliche Schwankungen der absoluten Rendite um ihren Mittelwert
Rendite Portfolio p.a. – risikoloser Zinssatz p.a. Sharpe-Ratio Absolute Überschussrendite pro Einheit eingegangenem Gesamtrisiko Volatilität Portfolio
Durchschnittliche Schwankung der Portfoliorendite um die Benchmarkrendite Tracking Error Standardabweichung (Rendite Portfolio p.a. – Rendite Benchmark p.a.) (Volatilität der relativen Rendite = aktives Risiko) Tracking Error zeigt an, wie benchmarknah ein Vermögen verwaltet wird
Rendite Portfolio p.a. – Rendite Benchmark p.a. Information Ratio Mehr- oder Minderrendite pro eingegangenem aktiven Risiko Tracking Error
Kovarianz zwischen Rendite Portfolio und Rendite Benchmark Übernommenes Marktrisiko / Sensibilität auf Preisveränderungen des Marktes Beta-Faktor Varianz Rendite Benchmark
(Rendite Portfolio p.a. – risikoloser Zinssatz p.a.) Jensen-Alpha Durchschnittliche risikobereinigte Mehr- oder Minderrendite – β x (Rendite Benchmark p.a. – risikoloser Zinssatz p.a.)
Maximum Drawdown (ma- Tiefster Portfoliowert nach Kurseinbruch – Höchster Portfoliowert vorher Maximaler Gesamtverlust innerhalb eines Betrachtungszeitraumes, unabhänximaler kumulierter Verlust) Höchster Portfoliowert vorher gig von zwischenzeitlichen teilweisen Erholungen
Recovery Period (Erho- Datum Wiedererreichung Höchster Porfoliowert – Datum Tiefster Portfoliowert Zeitdauer bis zur Kompensation des vorangehenden Maximalverlustes lungsdauer) nach Kurseinbruch gemäss gewählter Periode bei Maximum Drawdown (Angabe in Tagen oder Jahren)
Restlaufzeitgewichteter Barwert der Obligation Modified Duration Sensitivitätsmass auf Veränderungen des Zinsniveaus Barwert der Obligation