101.102
Planungsbericht 2018
Vorwort Geri Müller | 6 |
Vorwort Markus Schneider | 8 |
Anlass | 10 |
Legislaturziele 2015 – 2018 | 12 |
Herausforderungen 2019 – 2022 | 14 |
Anhang zum Planungsbericht 2018 | 21 |
Fokus Stadtentwicklung 2019 – 2022 | 22 |
Baden 2026 – Prognosen | 24 |
Badenerinnen und Badener | 28 |
«Pretty nice place» | 30 |
Dichte, Reserven, Kapazitäten | 32 |
Innere Entwicklung | 34 |
Umwelt | 38 |
Bäderquartier – Thermalbad – Gesellschaft und Kultur | 42 |
Baukultur | 44 |
Bildung – Volksschule | 46 |
Mobilität | 48 |
«Werkplatz Baden» | 52 |
«Treffpunkt Baden» | 56 |
Nachhaltiger Energiekonsum | 60 |
Finanzen | 62 |
Herausforderungen und Handlungsfelder 2015 – 2018 | 65 |
Gesellschaftlicher Zusammenhalt | 66 |
Infrastruktur | 70 |
Stadtidentität | 74 |
Umwelt und Raum | 77 |
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit | 80 |
Nachhaltigkeit als Handlungsgrundsatz 84
Badener Stadtteile im Spiegel der Statistik | 88 |
Innenstadt Süd | 90 |
Innenstadt Nord | 91 |
Kappelerhof | 92 |
Allmend | 93 |
Meierhof | 94 |
Dättwil | 95 |
Rütihof | 96 |
Impressum 98
Vorwort Geri Müller
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt und Region Baden
Im Vorwort zum Planungsleitbild verbildlichte ich vor vier Jahren die Zielsetzung, Baden bis 2026 als attraktive und bedeutende Regionalstadt nachhaltig, im Einklang von Mensch, Umwelt und Wirtschaft, zu profilieren, mit dem Aufstieg auf einen hohen Berg. 2014 haben wir die Expedition gestartet, heute liegt ein Drittel des Weges hinter uns. Es ist Zeit, für die Jahre 2015 – 2018 eine Zwischenbilanz zu ziehen, wie dies seit 1998 periodisch geschieht.
Wir sind gut unterwegs. Baden hat sich – trotz wirtschaftlicher Schlechtwetterlage – in jeder Hinsicht auf dem Bergpfad behauptet. Wir haben einige wichtige Zwischenetappen erreicht sowie für den noch bevorstehenden Weg geeignete Vorbereitungen getroffen und entsprechende Massnahmen eingeleitet.
Nehmen Sie sich die Zeit für eine Rast, um sich mit den aktuellen Fakten und der Lage der Stadt vertieft auseinanderzusetzen. Vieles wird für Sie neu sein, denn die Diskussion im städtischen Parlament und in den Medien fokussierte sich fast ausschliesslich auf die Finanzziele.
2018 wird ein neues Team die Marschrichtung und die Ziele für die nächsten vier Jahre bestimmen. Dies erfordert wiederum eine fundierte Vorbereitung und die Bereitstellung der nötigen Ressourcen.
Begleiten Sie Stadt- und Einwohnerrat aktiv, wie Sie das in den vergangenen vier Jahren getan haben, denn Ihre Ideen sind gefragt. Baden und die Region brauchen Menschen, die mitgestalten!
Ich wünsche Ihnen eine erholsame Pause und einen weiterhin erfolgreichen Aufstieg auf den Gipfel.
Ihr Stadtammann der ersten Etappe, Geri Müller
Baden, November 2017
Markus Schneider
der Stadt und Region Baden
Um in der Wandermetapher meines Vorgängers zu bleiben – die Rast ist zu Ende. Der neue Stadtrat hat seine Arbeit mit viel Elan und Engagement aufgenommen, die Aufgaben stehen fest. Wir ziehen in die zweite Legislaturperiode des «Planungsleitbilds 2026» – mit dem Wissen, dass die darin festgelegten Ziele für unsere Stadt grundsätzlich Gültigkeit haben, und der Zuversicht, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Planungsleitbild hat sich als Kompass und Leitplanke bewährt.
Angesichts der aktuellen Herausforderungen müssen wir schon zu Beginn der Etappe klare Prioritäten setzen. Im «Planungsbericht 2018» finden Sie einen Rückblick auf die vergangenen vier Jahre, eine Standortbestimmung und einen Ausblick auf noch anstehende und auf neue Aufgaben.
Eins ist sicher: Ihr Engagement und Ihre Initiative als Einwohnerinnen und Einwohner von Stadt und Region Baden werden in der zweiten Etappe gefragt sein.
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner, gehen wir den Weg in die Zukunft von Baden gemeinsam. Dazu lade ich Sie herzlich ein und wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.
Markus Schneider, Stadtammann Baden
Baden, Juli 2018
Anlass
2014 genehmigte der Einwohnerrat Baden das «Planungsleitbild 2026» mit fünf Herausforderungen – Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Infrastruktur, Stadtidentität, Umwelt und Raum sowie Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – und mit mehreren Handlungsfeldern 1. Das Leitbild ging von einer nachhaltigen und dynamischen Entwicklung der Stadt aus. Das einleitende Zukunftsbild entwarf eine Vision von Baden als «attraktiver Stadt im Ostaargau, bevorzugtem Wohnort, Wirtschaftszentrum und vielfältiger Kultur- und Bildungsstadt». Bis 2026 soll Baden nicht nur grösser, urbaner, vielfältiger und im Einklang mit der Natur insgesamt nachhaltiger sein, sondern auch zur Regionalstadt werden. Die fünf Herausforderungen wurden nach einer fundierten Analyse der damaligen Situation (2014)2 in Anlehnung an das Zukunftsbild 2026 formuliert. Die Handlungsfelder weisen von ersten Ideen bis zu konkreten Massnahmen eine unterschiedliche Tiefe auf, um den Gestaltungsraum der kommunalen Politik zu gewährleisten. Mit Genehmigung durch den Einwohnerrat wurden die Herausforderungen und Handlungsfelder zu Leitplanken der Stadtentwicklung für die Legislaturperioden bis 2026.
Der vorliegende «Planungsbericht 2018» ist der erste Rapport zum «Planungsleitbild 2026». Gleichzeitig setzt er die Reihe der Badener Planungsberichte 2002, 2006, 2010 und 2014 fort. Er gibt einen Rückblick auf die vergangenen vier Jahre, einen Überblick über den Stand von heute sowie einen Ausblick auf verbleibende Aufgaben und Themen der unmittelbaren Zukunft. Damit ist der «Planungsbericht 2018» eine wichtige Grundlage zur Erarbeitung der Ziele für die Legislaturperiode 2019 – 2022.
Aufbau Der Bericht 2018 beinhaltet, gegliedert nach den fünf Herausforderungen des «Planungsleitbilds 2026», zusammengefasste Kernaussagen zum Zustand der Stadt Ende 2017, jeweils mit einem Ausblick auf offene oder bevorstehende Themen und Aufgaben.
Im Anhang finden sich die Grundlagen und Informationen zu den Aussagen im Planungsbericht. Im ersten Kapitel «Fokus Stadtentwicklung 2019–2022» werden in kurzen Artikeln die künftigen Themen der Stadtentwicklung erörtert: Gesellschaft, Bildung, Finanzen, Umwelt, Kultur, Städtebau, Infrastruktur, Mobilität und Wirtschaft. Weiter folgt ein summarischer Überblick über die Jahre 2015 bis 2018 zu den Tätigkeiten der Stadtverwaltung in den einzelnen Handlungsfeldern. Ein Kapitel zum Stand der angestrebten nachhaltigen Entwicklung sowie statistische Porträts der sieben Stadtteile schliessen den Anhang ab.
1 «Planungsleitbild Baden 2026», beschlossen durch den Einwohnerrat der Stadt Baden am 25. März 2014. 2 «Planungsbericht Baden 2014», Baden 2014. Stellt die Grundlagen des neues «Planungsleitbilds Baden 2026» zusammen.
Legislaturziele 2015 – 2018
Die Vision von Baden 2026 sowie die Fülle an Handlungsfel- Umwelt und Raum dern bei gleichzeitig beschränkten materiellen und personellen Handlungsfelder Quartierentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit Ressourcen der Stadt erfordern eine Priorisierung der Ziele und 6 Eine BNO-Gesamtrevision ist eingeleitet. Massnahmen. Der Stadtrat definiert diese und legt sie dem Einwohnerrat jeweils am Anfang der Legislaturperiode zur Geneh- 7 Das Entwicklungsgebiet Galgenbuck ist auf Planungsebene migung vor. 2014 formulierte der Stadtrat in Anlehnung an die in die Quartierstruktur Dättwil eingebunden. Herausforderungen und Handlungsfelder des «Planungsleitbilds 8 Die künftige Nutzung des Areals RPB ist geklärt und erste 2026» die Legislaturziele für die Jahre 2015 – 2018 3. Umsetzungsmassnahmen sind bekannt.
9 Baden treibt die Entwicklung des Bäderquartiers aktiv voran. Gesellschaftlicher Zusammenhalt Handlungsfeld Zusammenleben Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 1 Spielregeln und Verhaltensweisen für eine verantwortungsvolle Handlungsfelder Finanzen, Marke Baden, Wirtschaftsstandort Nutzung des öffentlichen Raums wurden gemeinsam verhandelt und sind allen Anspruchsgruppen bekannt. 10 Die Stadt Baden positioniert sich als Wirtschaftsstandort und ist attraktiv für zukunftsträchtige Unternehmen mit Ge- Infrastruktur winnpotenzial auch ausserhalb des Energiesektors.
Handlungsfelder Erschliessung, Verkehr und Mobilität, 11 Die Stadtverwaltung ist ein effektives und innovatives Dienst- Hochbauten leistungsunternehmen sowie eine attraktive Arbeitgeberin.
2 Das Mobilitätssystem ist auf die steigende Nutzungsin - 12 Eine nachhaltige Finanzpolitik sichert den Handlungsspieltensität im Stadtraum abgestimmt. Mehrverkehr wird über raum der Stadt. Das Wachstum des Nettoaufwands Proden öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr dukte ohne Steuern beträgt über die Legislaturperiode bewältigt. maximal 0 %.
3 Der Schul- und Betreuungsraum in den Quartieren Meierhof Aus den Legislaturzielen wurden die Jahresziele des Stadtrats und Rütihof sowie das Sekundarstufenzentrum Burghalde abgeleitet und mit Indikatoren sowie Umsetzungsmassnahmen entsprechen modernen Anforderungen. ergänzt. Die Ziele wurden in Teilziele und Aufgaben auf die Verwaltungsabteilungen heruntergebrochen. Über die Zielerrei- 4 Für das Museum Langmatt sind rechtliche, betriebliche und chung wird jährlich im Geschäftsbericht rapportiert. Ende 2018 bauliche Massnahmen eingeleitet. Die Grundlagen für die werden die Legislaturziele 2015 – 2018 einer umfassenden Prülangfristige Sicherstellung des Museumsbetriebs sind erarfung unterzogen. beitet und die Umsetzung der nötigen Massnahmen terminiert.
Stadtidentität Handlungsfeld Regionale Identität
5 Baden und interessierte Gemeinden sind sich einig bezüglich Konsequenzen, Absichten und Fahrplan von Gemeindezusammenschlüssen.
3 Die Berichterstattung zu den Legislaturzielen erfolgt separat.
Herausforderungen 2019 – 2022
Gesellschaftlicher Zusammenhalt Ausblick Die demografische und ökonomische Wachstumsdynamik der Stadt → Urbane Räume werden in Zukunft demografisch und ökonoliegt seit 2013 leicht unter dem langjährigen Wert. Das Image von misch im Vorteil sein. Die Prognosen bis 2040 gehen für Baden Baden als Wohn- und Wirtschaftsort ist ungebrochen hoch. Das be- von einer Bevölkerungszunahme von 34 % (6300 Personen) grenzte Raumangebot, Anforderungen an die Erschliessung, im regi- und einem Wachstum der Beschäftigten von über 30 % (bis zu onalen Vergleich hohe Preise für Immobilien sowie externe Faktoren 10 000 Beschäftigte) aus. In der Region wird die Bevölkerung limitieren die Stadtentwicklung. Die Einwohnerdichte in Baden ist noch stärker wachsen und gleichzeitig wird dort ein deutlich moderat. Die Siedlungsfläche pro Person nimmt seit 2005 leicht ab. tieferes Wachstum der Beschäftigten erwartet. Die öffentliche Hand koordinierte, begleitete, betreute und för- → Baden zieht ein urbanes Publikum an. Mittelfristig (nach derte primär dort, wo Einwohnerinnen und Einwohner aktiv waren. 2026) ist mit zunehmender Konkurrenz um den knappen Raum Die Angebote und Aktivitäten der letzten Jahre reichten von Sozialfür die Stadtfunktionen Wohnen, Arbeiten und Begegnen mit arbeit über Kultur und Freizeit bis zu Ökologie. Die Zivilgesellschaft – Engpässen bei der Erschliessung sowie mit erhöhtem Mittel Vereine sowie aktive Einwohnerinnen und Einwohner – wirkte bei der bedarf für die städtische Infrastruktur zu rechnen. Vorbereitung, Projektierung und Umsetzung von Massnahmen mit. Aktuelle Themen stiessen auf grosses Interesse, dies zeigte die rege → Eine aktive Rolle der Stadt auf dem Wohnungsmarkt erfor- Beteiligung an Diskussionen, Podien und Vernehmlassungen. dert eine langfristige Strategie sowie entsprechende Mittel Nach 2012 nahm die Bevölkerung in den Stadtteilen mit Aus- und ist mit Risiken verbunden.
Der Anteil der gemeinnützigen nahme der Innenstadt Nord bescheiden zu. In Dättwil nahm die Be- Wohnungen wird mit der Siedlung im Brisgi leicht steigen. Im völkerung leicht ab. Seit 2011 / 2012 wurden markante Geburtenüber- Galgenbuck in Dättwil besteht Handlungsraum für die öffentschüsse registriert. Das Durchschnittsalter der Badenerinnen und liche Hand. Die erste Siedlung der kommunalen Wohnbau Badener hat sich im Berichtszeitraum erhöht. Sie sind etwas vermö- stiftung Baden im Brisgi, mit rund 190 Wohnungen, wird auf gender, leben oft allein oder zu zweit. Neuzuzüger bevorzugen die die soziale Struktur Badens ausgleichend wirken. Innenstadt: Seit 2005 fanden 55 % des Bevölkerungswachstums dort → Die Schule wird zum zentralen Lebensraum für die Kinder. statt. Bildung und Betreuung verschränken sich auf pädagogischer Die sozialräumliche Entwicklung der Region ist Sache der Ge- und organisatorischer Ebene. Dies hat Auswirkungen für die meinden, der Planungsverband Baden Regio wirkt beratend. Insgebeteiligten Akteure und die Schulinfrastruktur. samt ist die soziale Struktur der Region ausgewogen. Die Familien- und Alterspolitik sprengt die Gemeindegrenzen. Die Regionsgemeinden → Die Kinder- und Familienfreundlichkeit von Stadt und Region bewältigen ihre Aufgaben zunehmend bilateral, multilateral oder re- Baden ist weiter zu stärken. Die altersgerechte Partizipation von gional.
Beispiele sind der Krippenpool (4 Gemeinden, 29 Krippen), Kindern und Jugendlichen wird vorangetrieben. das Familienzentrum Karussell, die Jugendarbeit Region Baden → Die regelstrukturbasierte und die spezifische Integrations- (14 Gemeinden), die Integrationsförderung oder die Altersbetreuung förderung und damit das gezielte Zusammenwirken der Anmit dem Beirat «Impuls 60 +» und die regionale Planung des Bedarfs gebote, Abteilungen, Institutionen und Trägerschaften werden an Pflegebetten. Die Regionale Pflegezentrum Baden AG (RPB AG) über die Gemeindegrenzen hinaus intensiviert. erhielt als Aktiengesellschaft unternehmerischen Handlungsspielraum. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiger Stand- → Der Bildungsstandort Baden, insbesondere was die tertiäre ortfaktor. Baden verfügt hier über ein vielfältiges Unterstützungsan- Bildungsstufe betrifft, sollte verstärkt von der Stadt selbst gebot. Das UNICEF-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» bestätigte vermittelt werden. Dazu wird die Zusammenarbeit im Bildungsdie Arbeit der Stadt. netzwerkBaden fortgesetzt, das Standortmarketing stärker Die Badener Kulturszene wird zunehmend regional und überre- eingebunden, und die Kontakte mit der lokalen Wirtschaft gional wahrgenommen. In den vergangenen Jahren war die Vielfalt in werden intensiviert. der Förderpolitik gewährleistet. Dieser Anspruch ist mit den knapper → Die Aktivitäten der Stadtverwaltung sind stark auf Orte werdenden Finanzen zunehmend schwieriger einzulösen. Der Kanton bzw. die bauliche Infrastruktur fokussiert.
Künftig soll die Arbeit Aargau unterstützt die Badener Kultur mit jährlich rund CHF 1 Mio. mobiler und vermehrt auf die soziokulturellen Räume – in der Mehrere Gemeinden beteiligen sich an der Modernisierung des Kur Innenstadt wie in den Quartieren – sowie auf Kooperationen mit theaters Baden. Beiträge der Gemeinden an Badener Kulturinstituexternen Partnern ausgerichtet werden. tionen werden unter dem Spardruck infrage gestellt. Die Nutzung der öffentlichen Räume unterliegt unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Anforderungen (Erholung, Handel, Unterhaltung, Gastronomie, private Anlässe). Weitere Regulierungen sind zurzeit nicht notwendig. Es geht weniger darum, den öffentlichen Raum zu verhandeln – vielmehr soll er gemeinsam gestaltet und genutzt werden.
Infrastruktur Ausblick Jährlich wurden rund CHF 2,2 Mio. für den Werterhalt der → Die demografische Entwicklung und der heutige Bildungskommunalen städtischen Strassen und Kunstbauten aufge auftrag erfordern eine entsprechende Schulinfrastruktur. Bis wendet, was unter dem Soll (Wertverzehr infolge Alterung) von 2027 / 2028 sind in der Volksschule zusätzlich 31 Abteilungen CHF 3,3 Mio. liegt. Mit jedem neuen Gebäude bzw. jeder neuen erforderlich. Die Planung neuer sowie die Sanierung bestehender Anlage nehmen die Folgekosten (Abschreibung, Unterhalt) bzw. Schulanlagen sind eingeleitet. der Mittelbedarf für den Werterhalt zu. Bei den Schulbauten → Bis 2040 werden schätzungsweise bis zu 4000 neue Wohbeträgt der Bedarf für den Unterhalt (Instandhaltung / -setzung) nungen (inkl. Bestandserneuerung bzw. Ersatzwohnungen) jährlich rund CHF 2 Mio. Dieser Wert wurde in den letzten notwendig sein, um der prognostizierten Nachfrage zu entsprezwei Jahren deutlich verfehlt und wird auch 2018 nicht erreicht. chen. Das sind 130 – 140 Wohnungen jährlich. Die zwei Neubauprojekte – das Sekundarstufenzentrum Burghalde und das Primarschulhaus Pfaffechappe für den Schulkreis → Den Bewirtschaftungskosten muss vermehrt Beachtung Innenstadt – binden erhebliche Finanzmittel. geschenkt werden, vier Fünftel der im Lauf eines Gebäudele- Der Wohnungsbau wird in Baden mehrheitlich durch Private bens anfallenden Kosten sind Nutzungskosten (Verwaltung und getragen. Der Bestand an Wohnungen wuchs seit 2012 durch- Unterhalt). Mehrere städtische und in der kommunalen Obhut schnittlich um 60 Einheiten jährlich, was unter dem langjährigen stehende Bauten und Anlagen gelangen in den ordentlichen Wert von 120 Einheiten liegt. Das Portfolio der städtischen Erneuerungszyklus, wenn umfassende Sanierungen unver- Immobilien (Finanzvermögen) umfasst viele ältere Gebäude – meidbar werden (z. B.
Museum Langmatt). 60 Jahre und mehr. Durch den laufenden Unterhalt liessen sich → Der Ausbau der Bahninfrastruktur sieht bis 2030 / 2035 eine Gesamtsanierungen hinauszögern und die Mietzinsen auf einem Systematisierung des Angebots im Mittelland vor. Für Baden moderaten Niveau halten. ist wichtig, dass die Taktverdichtung nicht auf Kosten der Direkt- Räume oder Brachen für temporäre Nutzungen sind in der verbindungen nach Zürich, Bern und Basel erfolgt. Innenstadt kaum vorhanden, zudem bremsen technische und administrative Regulierungen allfällige Zwischennutzungen. Mit → Für die regionale Verkehrsinfrastruktur ist der Kanton Aargau Eigentümern und Nutzungsinteressierten finden regelmässige zuständig, die Gemeinden und Baden Regio wirken bei Planung, Kontakte statt. Ein Beispiel einer erfolgreichen kulturellen Zwi- Ausführung und Unterhalt mit. Die weitere Regionalisierung schennutzung ist das Kino Royal. von Aufgaben und Angeboten wäre ein Gebot der Stunde. Die Der öffentliche Verkehr in der Region wurde systematisch Stadt Baden setzt sich dafür bei Baden Regio ein. durch neue Linien und Taktverdichtungen ausgebaut. Die Anzahl → Die Stadt und Baden Regio setzen sich für eine gute Fahrgäste der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen Anbindung ans Limmattal ein, u. a. durch die Verlängerung der (RVBW) hat sich von 13 275 000 (2013) auf 13 400 000 (2016) erhöht. Limmattalbahn Richtung Baden. Die Neugestaltung der Mellingerstrasse in Dättwil ist u. a. für die Entwicklung der Areale Galgenbuck, Langacker und Täfern / Esp notwendig. Die beschränkte Strassenkapazität verzögert die Einzonung im Galgenbuck.
Die Mellingerstrasse ist gleichzeitig eine städtische Strasse und die Verbindung der Region Rohrdorferberg-Reusstal mit der Autobahn A1 und mit Baden. Die regionale Infrastruktur entsteht durch die unilateralen, bilateralen oder multilateralen Projekte der Gemeinden. Sie sind für Planung, Ausführung und Finanzierung zuständig. Das Kurtheater Baden und das Sportzentrum Tägerhard in Wettingen werden durch mehrere Regionsgemeinden mitfinanziert.
Stadtidentität Ausblick Die Rolle Badens als Regionalzentrum ist ausgeprägt: Da ist → Bei unveränderten politischen Grenzen wird Baden urbaner einerseits Baden mit einer hohen Konzentration an Beschäf mit einer Dominanz der Funktionen Arbeiten und Begegnen sotigten sowie mit einem Kultur-, Freizeit- und Einkaufsangebot, wie einer tendenziell städtisch ausgeprägten Funktion Wohnen. und da sind auf der anderen Seite die (Wohn-)Gemeinden der Die Stadt wird dichter, die Bevölkerung gemischter und mobiler. Region mit stark wachsender Bevölkerung. Die Pendler sind «Träger regionaler Identität», sie verbinden Vier Faktoren zeichnen Baden in den Augen der Weg- bzw. das Zentrum mit den umliegenden Wohnorten. Hier entsteht Zuzüger aus: das Stadtbild, das Angebot (Kultur, Freizeit, Ein- der Anreiz bzw. die Pflicht zur Intensivierung der regionalen kauf) oder «die Stadt der kurzen Wege», die Natur und die Zusammenarbeit. Nähe zu den Nachbarn in der Agglomeration Zürich. Das Neben- → Das Bauerbe der Stadt verpflichtet zu gutem Städtebau und einander der Funktionen Wohnen, Arbeiten und Begegnen prägt guter Architektur sowie einer aktiven soziokulturellen Gestaldas Image der Stadt. tung der öffentlichen Räume. Eine attraktive Innenstadt bleibt Eine besondere Chance bietet die eingeleitete Belebung der ein entscheidender Standortfaktor, dadurch kann die Stadt Bäder. Im Umfeld des Projekts wurden Massnahmen zur Ge- Baden ihre Position in der Konkurrenz der Orte sichern.
Gerade staltung der öffentlichen Räume, zu Ökologie, Vermarktung und bei begrenzten Ressourcen sind die Pflege und eine qualitative Kulturvermittlung konzipiert und teilweise bereits umgesetzt. Veränderung des Stadtbilds wichtig. Der gemeinsame Lebensraum in der Region Baden- Wettingen ist Tatsache. Identität lässt sich nicht verordnen, sie → Wachstum bzw. Verdichtung heisst unter anderem, dass der muss organisch wachsen. Eine regionale Identität ist am Entste- Druck auf Grün- und Freiräume steigt, gleichzeitig nimmt ihre hen, der Bezug zum Lokalen ist stark. städtebauliche und räumliche Bedeutung zu. Die Gemeinden der Region arbeiten vor allem dort zu- → Die Vermittlung von gesellschaftlichen und kulturellen sammen, wo ein direkter Nutzen entsteht. In technischen und Werten wird zu einem wichtigen Faktor der Stadtentwicklung. sicherheitstechnischen Bereichen ist die Zusammenarbeit eng, Von Städtebau und Quartierentwicklung über die Gestaltung Projekte im Kultur-, Sozial- oder Marketingbereich tun sich schwe- und Belebung öffentlicher Räume bis hin zu Tourismus und rer. Touristische Freizeit- und Tagungsangebote werden partner- Vermarktung – überall werden gesellschaftliche und kulturelle schaftlich aufgebaut und vermarktet. Aspekte verstärkt einbezogen.
→ Das neue Thermalbad setzt Baden wieder auf die Karte der touristischen Destinationen und hebt das Gesamtangebot der Stadt auf ein höheres Niveau. Auch für Baden als Wirtschaftsstandort werden Impulse erwartet. Beidseits der Limmat eröffnen sich Chancen für einen urbanen Hotspot.
→ Der Wandel der Stadt erfordert eine offene Kommunikation innerhalb der Stadtgesellschaft. Sämtliche Bevölkerungsgruppen sind alters- und situationsgerecht in die partizipative Diskussion über die Entwicklung der Stadt und ihrer Quartiere miteinzubeziehen.
→ Die Innenentwicklung erfordert das Engagement aller relevanten Akteure, insbesondere sind Hauseigentümer sowie Anbieter von Dienstleistungen und Gütern einzubinden.
Umwelt und Raum Baden wächst nach innen. Das Siedlungsgebiet in Baden ist → Die Vorgaben für die künftige Raumentwicklung werden zurabschliessend festgelegt: Das Areal Galgenbuck wurde im kanto- zeit im Projekt «Raumentwicklungskonzept» (REK) erarbeitet. nalen Richtplan als Siedlungsgebiet ausgeschieden, die Einzo- Die eigentümerverbindliche Umsetzung folgt mit der Revision nung wird vorbereitet. Auf eine lokale Abrundung des Siedlungs- der Bau- und Nutzungsordnung. gebiets auf der Allmend wurde verzichtet. Die Raumreserven → Die Verknappung des Wohnangebots wird sich auf die soziin den Misch- und Wohnzonen sind in Baden zu 96 % ausgeodemografische Bevölkerungsstruktur der Stadt auswirken. schöpft. Weitere Reserven sind in Entwicklungsrichtplan- bzw. Sondernutzungsplanarealen vorhanden. → Zur Entlastung der Innenstadt soll das Wachstum in die Die Stadtteile entwickelten sich im Berichtszeitraum un- zentrumsnahen Stadtteile gelenkt werden – Vorstadt, Meierterschiedlich. Rund 55 % des Bevölkerungswachstums wurden und Kappelerhof. Dies wird eine räumliche und zugleich eine durch die Innenstadt absorbiert; Meierhof und Kappelerhof mentale Aufgabe sein, d. h., neben der Evaluation von Entwuchsen unterdurchschnittlich. wicklungsreserven ist die Akzeptanz für Innenentwicklung zu Verdichtungen und steigende Mobilität setzten der Biodi- fördern. versität im Siedlungsraum zu. Gleichzeitig ist die Stadt ein be- → Mit Klimawandel und steigenden Temperaturen treten neue deutender Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die Aufwertung Faktoren auf, die es bei der Innenentwicklung bzw. Verdichtung von 29 Naturschutzobjekten gemäss dem «Betriebsplan Wald zu berücksichtigen gilt, unter anderem die ökologische Qualität 2011 – 2022» wurde fortgesetzt. 2014 – 2015 wurden die privaten und die Vernetzung der Grün- und Freiräume. Landwirtschaftsfelder im Langholz (Baldegg) zur Förderung des Feldhasen neu strukturiert.
→ Engpässe bei Kantonsstrassen limitieren die Stadtent- Seit 2010 nahm der Anteil der stadtverträglichen Verkehrs- wicklung (Galgenbuck und Täfern / Esp). Eine Entlastung der mittel an der Gesamtmobilität auf 58 % zu. Der Anteil des moto- Kernstadt und eine Optimierung des Ziel- und Quellverkehrs risierten Individualverkehrs sank um 3 % auf 42 %. Insgesamt ist verspricht das Konzept «OASE», das erst mittelfristig zum die stadtverträgliche Mobilität noch ausbaufähig. Tragen kommen wird. Das Energiekonzept mit Leitbild und Energierichtplan ist in → Sollte die Beschäftigung in Baden steigen, ist mit mehr Kraft. Die Absenkungspfade setzen das Ziel fest und zeigen mit Pendlern zu rechnen. Eine stadtverträgliche Mobilität ist eine einer breiten Palette von Massnahmen die mögliche Umsetzung. Prämisse der weiteren Stadtentwicklung. Ihr Anteil an der Die Badenerinnen und Badener wurden regelmässig über Erschliessung des Zentrums wird weiter steigen. Die Anbin- Probleme und aktuelle Entwicklungen in der Stadt, insbesondere dungen ans regionale und nationale Verkehrsnetz bleiben ein über Umweltthemen, informiert und beraten. Dauerthema.
→ Das «Energiekonzept 2026» der Stadt Baden setzt auf er- Ausblick neuerbare Strom- und Wärmeversorgung. Ziel ist die Reduktion der Treibhausgase um 15 % pro Person gegenüber 2013. Einen → Die Raumreserven im Siedlungsgebiet für rund 4750 Perso- weiteren Baustein bildet der gewünschte Anstieg der Elektronen decken drei Viertel des bis 2040 prognostizierten Bedarfs mobilität. Dafür ist der Ausbau der Infrastruktur entscheidend. (6300 Personen). Davon befinden sich fast 50 % im Galgenbuck → Raumentwicklung ist Sache der Gemeinden. Für einen (2200 Personen) und weitere 30 % in der Innenstadt Nord regionalen «Sachplan Siedlung und Verkehr» sind die politi- (1350 Personen). Im Galgenbuck wird nicht vor 2026 gebaut. schen und organisatorischen Voraussetzungen zurzeit nicht Langfristig fehlt räumliche Kapazität für rund 1500 Personen. gegeben. Der Verband Baden Regio bleibt primär eine Aus- → Der Raumbedarf der Wirtschaft ist schwer einschätzbar. tausch- und Koordinationsplattform. Die Diskussion über die Die Konzentration der Funktion Arbeiten in der Innenstadt strategischen und operativen Aufgaben hat begonnen. nimmt zu. Rund 70 % des prognostizierten Beschäftigungswachstums in Baden wird durch die Innenstadt absorbiert, gefolgt von Dättwil mit einem Anteil von 25 %. Die Konkurrenz der Wirtschaftsbranchen unter sich und mit den Funktionen Wohnen und Begegnen um den Raum in der Innenstadt verschärft sich.
Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ausblick Seit 2014 nahm die Beschäftigung in Baden leicht ab. Die Ab → Wachstum und Ressourcen sind aufeinander abzustimmen, nahme ging fast vollständig auf das Konto des Energiesektors ohne die Zielsetzungen von Baden 2026 aufzugeben. Die an- und verwandter Branchen. Andere Wirtschaftszweige, unter an- gespannte Finanzlage der Stadt erzwingt eine Priorisierung der derem Hightech oder Kreativwirtschaft, zeigten eine leicht wach- Aufgaben und eine hohe Kostendisziplin in der Umsetzung. Der sende Tendenz, was auf eine langsame Diversifizierung der Wirt- Aufwand für Infrastruktur und Unterhalt wird zunehmen. Eine schaftsstruktur hindeutet. Die gewerblich-industrielle Produktion Erhöhung des Steuerfusses steht zur Diskussion. schrumpfte als Folge fehlender Raumreserven und der zuneh- → Die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Stadtmenden Urbanisierung. Einkauf, Kultur und Freizeit in Baden sind funktionen nehmen zu. Die Wirtschaft ist in einem erweiterten regional orientiert. urbanen und gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Das Der Steuerertrag von juristischen Personen ist gegenüber Kulturangebot, das Stadtbild, die qualitative Baukultur sowie den Spitzenjahren um 60 % eingebrochen und bleibt volatil, auch attraktive öffentliche und halböffentliche Räume werden als wenn sich eine leichte Erholung abzeichnet. Die Steuereinnahmen Wirtschafts- und Standortfaktoren wahrgenommen. von natürlichen Personen haben zugenommen. Mit dem Projekt «Optima» und der Einführung eines Projekt- → Die langfristige Prognose für die Wirtschaft, insbesondere portfoliomanagements wurden erste Massnahmen zu Kostensen- für den «Werkplatz Baden», ist positiv (+ 30 % Beschäftigte). Die kungen in der Verwaltung und bei Investitionen umgesetzt.
Parallel Elektroindustrie bleibt als Impulsgeberin für Hightech-Branchen dazu wurden die Aufgaben und Produkte der Abteilungen überprüft wichtig. Die Ansätze der Diversifizierung und die Start-ups und die Organisation der Verwaltung angepasst. Die Erarbeitung zeigen erste positive Resultate (Beschäftigung), steuerwirksam eines neuen Lohnkonzepts wurde eingeleitet. werden sie mittel- bis längerfristig. Der Wirtschaftsstandort Baden geriet nach 2014 unter Druck, → Zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung in der Stadt- und zwar sowohl der Energiesektor wie auch der Einzelhandel. verwaltung werden Verfahren und Abläufe wie z. B. Baube Die Stadt setzte sich primär für gute lokale Bedingungen ein. willigungsverfahren digitalisiert. Im Fokus standen Erschliessung, Partnerschaft und Kooperation, eine weitere Diversifizierung der Branchen – mit den Schwerpunk- → Die Stadt setzt sich für ein Flächenmanagement in den ten Hightech-Energie, Informations- und Kommunikationstechnik Arbeitsgebieten (Leerstände aktiv angehen) und für (ICT) und Gesundheit / Wellness – sowie Synergien mit Tourismus PPP-Projekte mit lokalen und regionalen Partnern ein. und Kultur. → Die Chance der Revitalisierung der Bäder wird für den Die Anwendung des integrierten Marketings als Gesamtwir- Wirtschaftsstandort genutzt. Baden wird sich für den Takung in der Wirtschaft, der Bevölkerung und bei den Gästen hat ges- und Kongresstourismus und als Wellness-Destination im sich bewährt. Die Zielpositionierung des Standorts Baden von Grossraum Zürich etablieren. Die Bäder werden zur weiteren 2015 lautet «vielfältig, weltoffen, echt und progressiv». Das Kul- Diversifikation der Branchenstruktur beitragen. turangebot der Stadt wurde als Identitätsfaktor in die Dachmarke einbezogen bzw.
wird aktiv vermarktet. Seit 2016 tagte der «Stammtisch Einkaufsstadt» mit Vertretern der city com Baden und es wurden über 20 Massnahmen umgesetzt. Die Struktur des Einkaufsorts (Ladenmix) wurde periodisch erfasst, um einen Überblick über mögliche Leerstände zu erhalten. Das neu konzipierte BildungsnetzwerkBaden (BnBaden) nahm nach intensiven Abklärungen konkrete Formen an. Sein Zweck ist die Koordination der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Baden, den lokalen Bildungsinstituten und der regionalen Wirtschaft. Die Beschluss des Stadtrats Baden Geschäftsstelle BnBaden ist seit Januar 2018 operativ tätig. Die raumplanerischen Voraussetzungen für die Innenentwick- vom 9. Juli 2018 lung u. a. von Arbeitszonen wurden im Projekt «Raumentwicklungskonzept» (REK) behandelt. Genehmigt durch Zusammen mit dem Kanton, dem Hightech Zentrum Aargau, dem Park Innovaare und lokalen Unternehmen wurden die Rahden Einwohnerrat Baden menbedingungen für die Entwicklung des Hightech-Bereichs unter am 28. August 2018 anderem über die Gründung eines ICT-Netzwerks für Jungunternehmer diskutiert.
Anhang zum Planungsbericht 2018
Fokus Stadtentwicklung 2019 – 2022
Welche Themen werden die Badenerinnen und Badener sowie Politik und Verwaltung in den nächsten vier Jahren beschäftigen? Die fünf Herausforderungen des «Planungsleitbilds 2026» und ihre Handlungsfelder behalten grundsätzlich ihre Gültigkeit, allenfalls werden die Akzente neu gesetzt.
Der «Planungsbericht 2018» geht von unveränderten politischen Grenzen der Stadt aus. In der beginnenden Legislaturperiode stehen die stadteigenen Probleme im Vordergrund. Das heisst nicht, dass Baden seine regionale Rolle vernachlässigt. Im Gegenteil: Die Zentrumsrolle und entsprechende Aufgaben werden zunehmen, bereits heute ist Baden der Arbeits- und Begegnungsort der Region – sinnbildlich der Kreis 1 der Regionalstadt. Dieser Trend wird und soll sich fortsetzen. In vielen Bereichen wird sich die Zusammenarbeit vertiefen.
Trotz der angespannten Finanzsituation ist die Ausgangslage für die nächste Legislaturperiode gut. Die anstehenden Aufgaben der Stadt konzentrieren sich auf den Umgang mit den Ressourcen. Die Ressourcen – von den natürlichen wie dem Boden (Naturkapital) über die materiellen wie die «gebaute Stadt» oder die Finanzen (Realkapital) bis zu den kulturellen (Sozialkapital) und den humanen (Humankapital) – bilden in den nachfolgenden Artikeln zur Stadtentwicklung den roten Faden.
Baden 2026 – Prognosen Die Prognosen bis 2040 4 gehen von einer Bevölkerungszunahme von 34 % und einem Wachstum der Beschäftigten von über 30 % aus. In der Region wird die Bevölkerung stärker wachsen und gleichzeitig wird ein deutlich tieferes Wachstum der Beschäftigten erwartet. Dies wird die Rolle von Baden als regionalem Zentrum bestätigen.
Nehmen Bevölkerung und Beschäftigung in Baden wie prognostiziert zu, ist mittelfristig (nach 2026) mit zunehmender Konkurrenz um den knappen Raum unter den Stadtfunktionen Wohnen, Arbeiten und Begegnen sowie mit Engpässen bei der kommunalen Infrastruktur (Erschliessung, Volksschule) zu rechnen. Das kann sich negativ auf Attraktivität und Positionierung der Stadt auswirken.
Tabelle 1 → Bevölkerungsprognose 2013 für Baden, MS-Region7 Baden, Bezirk und Kanton
Bevölkerung Wachstum

2012 2040 absolut relativ (%)
Kanton Aargau 627 893 816 000 188 107 30,0 %
Bezirk Baden 134 916 180 530 45 614 33,8 %
MS-Region Baden 109 629 150 280 40 651 37,1 %
Baden 18 506 24 840 6 334 34,2 %
Tabelle 2 → Wachstumsraten der Beschäftigten in VZÄ bis 2040 in Szenarien in Baden 9
Szenario Referenz Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3

VZÄ Baden 2011 23 702 Prognose VZÄ Prognose VZÄ Prognose VZÄ Prognose VZÄ
Nebenzentrum + 21,8 % 28 938 + 25,6 % 29 841 + 20,1 % 28 535 + 33,0 % 31 599
Mittelzentrum + 16,6 % 27 703 + 18,2 % 4 324 + 16,5 % 27 679 + 10,1 % 26 159
Fokus Stadtentwicklung 2019 – 2022 25
Wirtschaft Die qualitativen Ziele im Zukunftsbild des «Planungsleitbilds Die ökonomische Entwicklung ist besonders schwer voraus 2026»5 wollen quantifiziert werden. Erste Ansätze dazu liefern sehbar. In der Studie des Bundes wird in Baden bis 2040 je nach die Prognosen für die demografische und wirtschaftliche Ent- Szenario eine Zunahme der Beschäftigten (VZÄ 8) um 20 % (2), wicklung der Schweiz und des Kantons sowie für die daraus re- 25 % (1) bzw. 33 % (3) prognostiziert. Das entspricht einer Zusultierende Mobilität. Derzeit liegen die Prognosen bis 2040 vor, nahme von 4800 bis 7900 VZÄ. Im Endeffekt, bei einem wachd. h. über den Zeithorizont des «Planungsleitbilds Baden 2026» senden Anteil der Teilzeitarbeit, werden bis zu 38 000 Personen hinaus. in Baden beschäftigt sein, also bis zu 10 000 Personen mehr als heute. Ein grosser Teil davon wird als Pendler in die Stadt ge- Demografie langen (Tabelle 2). Die Prognose für Baden bis 2040 6 geht von einem Bevölke- Rund 70 % des prognostizierten Beschäftigungswachstums rungswachstum von 34,2 % aus. Die Gesamtbevölkerung wird werden durch die Innenstadt absorbiert werden, gefolgt von um 6300 auf rund 24 800 Personen anwachsen, bis 2026 um Dättwil mit einem Anteil von 25 %. Damit wird die Konzentration rund 2400 Personen. Mit dem Bevölkerungswachstum wird der Arbeit in der Innenstadt weiter zunehmen. auch die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der Badener Eine im Auftrag des kantonalen Amts für Wirtschaft und Volksschule zunehmen. Für die Region wird eine Zunahme um Arbeit durch die BAK Economics AG, Basel, für Baden Regio 37,1 % erwartet. Demzufolge werden die Gemeinden rund um erstellte Prognose der Beschäftigungsentwicklung 10 sieht bis das Zentrum mit Baden und Wettingen stärker wachsen (44 %).
2021 eine durchzogene Entwicklung voraus: Der zweite Sektor, Die Bevölkerungszunahme im Kanton Aargau wird auf 30 % ge- der in Baden konzentriert ist, verliert Beschäftigte und diese Abschätzt (Tabelle 1). nahme wird quantitativ durch die wachsende Beschäftigung im Es ist anzunehmen, dass die Individualisierung der Gesell- dritten Sektor kompensiert. Insgesamt sollte die Beschäftigung schaft fortschreiten und der Anteil gut ausgebildeter und status- in der Region stabil bleiben. höherer Personen in der Stadt Baden weiter zunehmen wird. Der Anteil der Singlehaushalte dürfte insbesondere auf Kosten der Mobilität Familienhaushalte zunehmen und im Fall von steigenden Woh- Gemäss Prognosen des Bundesamts für Raumentwicklung 11 nungspreisen ist eine Abwanderung von statustieferen Haushalten wird die Gesellschaft in den nächsten Jahren noch mobiler. Die in umliegende Gemeinden zu erwarten. Die Alterung der Gesell- Verkehrsleistung wächst weiter beachtlich, aber weniger dynaschaft dürfte leicht abgebremst werden, dennoch wird der An- misch als in der jüngsten Vergangenheit. Im Personenverkehr teil der Seniorinnen und Senioren auf fast 22 % zunehmen. wird bis ins Jahr 2040 eine Zunahme um 25 % erwartet, beim Güterverkehr sogar eine solche um 37 %. Beim Motorisierungsgrad und bei den öV-Abonnenten werden die Sättigungsgrenzen erreicht. Es wird eine leichte Entkoppelung von allgemeiner Entwicklung und Verkehrswachstum erwartet. Ein Grund dafür ist die demografische Alterung der Gesellschaft.
Die Strassen sind heute – gegenüber von vor zehn Jahren – deutlich stärker belastet und diese Tendenz wird weiter zunehmen, was wiederum zu höheren Reisezeitverlusten führen wird.
4 «Bevölkerungsprognose 2013», Statistik Aargau, und «Räumliche Entwicklung der Arbeitsplätze in der Schweiz, Entwicklung und Szenarien bis 2040», ARE, Bundesamt für Raumentwicklung, Bern 2016. 5 «Planungsleitbild Baden 2026», Zukunftsbild, Stadt Baden 2014. 6 Das sind rund 230 Personen pro Jahr. Der Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt bei 260 Personen. 7 Statistik Aargau. Die Schweiz ist in 106 statistische MS-Regionen (mobilité spatiale) unterteilt. Baden ist MS-Region Nr. 72. 8 Ein Vollzeitäquivalent (VZÄ) entsprach 2014 in Baden 1,25 Beschäftigten. 9 Baden ist als ein «Nebenzentrum des Grosszentrums» klassifiziert. 10 BAK Economics AG, Basel, 2018. Rund zwei Drittel der Beschäftigten im zweiten Sektor in der Region befinden sich in Baden. 11 «Perspektiven des Schweizerischen Personen- und Güterverkehrs bis 2040», ARE, Bern 2017.
Baden heute
Innenstadt Nord
Kappelerhof
243 2978 80
12 703 2388 1075 Allmend
109 1229 195
Innenstadt Süd Meierhof
20 000 3085 2962 402 225 2274 236
7000
Dättwil
6366 2692 460
Bevölkerung 2005
Rütihof Bevölkerungszunahme bis 2017 Beschäftigte 2015 Zu- und Wegpendler 2013 Begegnungsorte 321 2321 275
Baden 2040
Innenstadt Nord
Kappelerhof
243 50 3058 500
Allmend
12 703 3300 3463 1350
109 20 1424 150
Innenstadt Süd Meierhof
26 500
3085 700 3364 900 225 100 2510 900
8500
Dättwil
6366 1650 3152 2200
Bevölkerung 2017
Rütihof Bevölkerung Prognose 2040 Beschäftigte 2015 Beschäftigte Prognose 2040 Zu- und Wegpendler 2040 321 50 2596 250 Begegnungsorte Fokus Wohnen Fokus Arbeiten Fokus Begegnen
Badenerinnen und Badener Die Badener Bevölkerung wächst kontinuierlich. Nach 2012 waren die Wachstumsraten mit Ausnahme der Innenstadt Nord sehr bescheiden. In Dättwil nahm die Bevölkerung leicht ab. Seit 2011 / 2012 wurden markante Geburtenüberschüsse registriert. Die Wanderungsbilanz war stets positiv. Im Vergleich mit dem Kanton und der Region nahm die Badener Bevölkerung leicht unterdurchschnittlich zu.
Seit 2005 nahm die Bevölkerung in der Innenstadt Nord um 45 % zu. Zusammen mit der Innenstadt Süd absorbierte das Quartier rund 55 % des Bevölkerungswachstums in Baden.
Die Badenerinnen und Badener sind individualistisch, gut ausgebildet und in hoher beruflicher Position.
Tabelle 3 → Bevölkerungsbestand in den Badener Stadtteilen 2005, 2012 und 2017 14

2005 2012 2017 Δ 2012 – 2017 Δ 2005 – 2017
% % % % % absolut
Innenstadt Süd 2 962 17,6 3 336 17,6 3 364 17,2 0,8 13,6 402
Innenstadt Nord 2 388 14,2 2 996 15,8 3 463 17,7 15,6 45,0 1 075
Kappelerhof 2 978 17,7 3 051 16,1 3 058 15,6 unverändert 2,7 80
Allmend 1 229 7,3 1 362 7,2 1 424 7,3 4,6 15,9 195
Meierhof 2 274 13,5 2 379 12,6 2 510 12,8 5,5 10,4 236
Dättwil 2 692 16,0 3 250 17,2 3 152 16,1 – 3,0 17,1 460
Rütihof 2 321 13,8 2 551 13,3 2 596 13,3 1,8 11,8 275
Baden 16 844 100,0 18 925 100,0 19 567 100,0 3,4 16,2 2 723
Individualistisch Am 31. Dezember 2017 lebten in Baden 19 168 Einwohnerinnen 38,6 % der Privathaushalte 15 in Baden sind Einpersonenhaus- und Einwohner 12. Seit 2012 nahm die Bevölkerung um 662 Per- halte (3473). Damit liegt Baden deutlich über dem kantonalen sonen (3,6 %) zu. Die langfristige Wachstumsrate (seit 2005) (31,2 %) und dem regionalen Wert (34,2 %). In Wettingen (40,4 %) von 16,9 % bzw. 2784 Personen liegt leicht unter dem Wert der und in Turgi (38,9 %) sind die Einpersonenhaushalte noch stärker MS-Region von 17,1 % und dem des Kantons Aargau von 18 %. vertreten. Die Anteile der anderen Haushaltsgruppen in Baden In den Nachbargemeinden Ennetbaden, Würenlos und Birmen- liegen unter dem kantonalen und dem regionalen Schnitt. storf nahm die Bevölkerung mit 19 %, 24,6 % bzw. 25,3 % stärker zu als in Baden, in Wettingen und Neuenhof mit je 12 % dagegen Einkommen und Vermögen etwas schwächer. 2012 verfügten von den 11 166 Steuerpflichtigen 16 37,6 % über ein jährliches Reineinkommen zwischen CHF 50 000 und CHF Zentrum im Fokus 99 999. Dieser Wert lag knapp unter dem kantonalen (38,3 %) Nach 2012 hat die Wachstumsdynamik in allen Stadtteilen mit und dem regionalen Wert (38,3 %). Seit 2005 nahm diese Ein- Ausnahme der Innenstadt Nord (+ 15,6 %) und des Meierhofs kommensstufe in Baden (18,6 %) stärker zu als im Kanton (+ 5,5 %) nachgelassen. Innenstadt Süd, Kappelerhof und Rü- (13,5 %) bzw. in der Region (12,7 %). Seit 2005 wuchs mit 404 tihof stagnierten (Zunahme unter 2 %). In Dättwil nahm die Be- Steuerpflichtigen (75,2 %) die oberste Einkommensstufe (CHF völkerung leicht ab (– 3 %). Der Trend zur Stadt ist noch aus- 150 000) am stärksten. Damit liegt Baden über dem kantonalen geprägter 13 geworden. Seit 2005 nahm allein in der Innenstadt (60,8 %) und dem regionalen Wert (65,9 %).
Spreitenbach hat mit Nord die Bevölkerung beinahe so stark zu wie in den Stadtteilen 84,9 % einen höheren relativen Zuwachs (62 Steuerpflichtige) in Rütihof, Meierhof, Allmend, Kappelerhof und Dättwil zusammen ! dieser Einkommensstufe. Die beiden Stadtteile Innenstadt Nord und Süd absorbierten Beim Vermögen bilden die Steuerpflichtigen mit einem Reinrund 55 % des Bevölkerungswachstums (Tabelle 3). vermögen bis CHF 49 999 mit einem Anteil von 52,4 % die grösste Gruppe. Dieser Wert ist im Vergleich zu Kanton und Region un- Berufsaktiv terdurchschnittlich. Die Gruppe der Steuerpflichtigen mit einem Die Einwohnerschaft in Baden war 2016 / 2017 geprägt durch Reinvermögen zwischen CHF 200 000 und CHF 499 999 hat die Altersgruppen der 20- bis 34- (24,6 %) und der 35- bis sich von 2005 bis 2012 um 19,9 % vergrössert. Dieser Wert liegt 49-Jährigen (23,4 %). Sie stellten zusammen rund die Hälfte der deutlich über dem kantonalen (5,8 %) und dem regionalen Wert Stadtbevölkerung. Der seit 2005 leicht rückläufige Anteil bei- (10,1 %). der Gruppen liegt über den regionalen Werten von 20,8 % bzw. 22,1 % und den Werten der Nachbargemeinden. In der Region Positiver Geburtensaldo nahm der Anteil der Altersgruppe der über 50-Jährigen zu. Der 2016 gab es in Baden 223 Geburten und 109 Todesfälle, was Anteil der Gruppen bis 49 Jahre nahm ab. Die Gruppe der Kin- einem Geburtenüberschuss von 114 entspricht. Seit 2005 war der und Jugendlichen (bis 19-jährig) ist in Baden (17,8 %) im Ver- stets ein Geburtenüberschuss zu verzeichnen, der jährlich bei gleich zum Kanton (20,3 %) und zur Region (20 %) untervertreten. durchschnittlich 70 Personen lag. Auch der Wanderungssaldo ist seit 2005 mit zwei Ausnahmen positiv. Nach 2012 waren starke Schwankungen zu beobachten.
Im Durchschnitt der letzten zwölf Jahre standen pro Jahr 1900 Zuzüger rund 1700 Wegzügern gegenüber.
Badener sind Aargauer 2016 17 stammten 52 % der Badener Zuzüger aus dem Aargau. Personen, die aus Baden wegzogen, wählten mehrheitlich (59 %) einen neuen Wohnort im Kanton Aargau. Die Europäische Union und der Kanton Zürich folgten mit Anteilen um 16 % sowohl bei Zu- wie auch bei Wegzügern an zweiter und dritter Stelle.
12 Statistik Aargau, nur statistikrelevante Daten (ohne Wochenaufenthalter usw.), 31. Dezember 2004 – 31. Dezember 2017. 13 «Planungsbericht 2010» und «Planungsbericht 2014». 14 Einwohnerkontrolle Baden 2017, mit Wochenaufenthaltern. 15 Statistik der Bevölkerung und der Haushalte, Bundesamt für Statistik, 2015. 16 Angaben der Abteilung Steuer. Nächste Erhebung 2018 geplant. 17 Stadtbüro Baden.
«Pretty nice place» In den Augen der Weg- und Zuzüger 18 schneidet Baden bereits zu zweiten Mal hervorragend ab. Die Stadt ist für viele der Wunschwohnort.
Das facettenreiche städtische Leben mit Einkaufs-, Kultur- und Freizeitangeboten wird sowohl nach dem Wegzug geschätzt wie auch als Zuzugsgrund angegeben.
Die Stadt geniesst ein sehr hohes Image. Die Vorzüge haben ihren Preis, hohe Kosten (Miete / Eigentum) sind die Kehrseite der Attraktivität.
18 Zu- und Wegzugsbefragung 2016, Statistisches Amt des Kantons Zürich. Die Berichte «Benchmarking» und «Bericht Baden» sind auf www.baden.ch publiziert. Baden nahm nach 2013 zum zweiten Mal an der Befragung teil.
Wo ist Baden gut? Die Weg- und Zuzüger sind für eine repräsentative Befragung Beide Gruppen bewerten die Anbindung an den öffentlichen zur Stadt und ihrer Vor- und Nachteile besonders geeignet. Bei Verkehr und an das Strassennetz hoch – insbesondere sehen Ersteren sind die Eindrücke noch frisch, bei Letzteren können sie die Nähe zu Zürich als Vorteil. Auch die lokalen Einkaufs- und Wünsche und Vorstellungen mit vorhandenen Realitäten abge- Dienstleistungsangebote, die Naturnähe und die Naherholungsglichen werden. Diese Informationen wurden 2016 in Baden und gebiete sowie Sauberkeit und Sicherheit werden sehr geschätzt. 13 weiteren Gemeinden in den Kantonen Aargau, St. Gallen, Zug Beide Gruppen wissen die Badener Kulturszene mit ihrer und Zürich erfragt. Vielfalt zu würdigen. Hier erreicht Baden einen Spitzenwert unter allen beteiligten Gemeinden (3,8 von 4 Punkten). Überdurch- Hohe Gesamtzufriedenheit schnittlich hoch wurden das Aus- und Weiterbildungsangebot Baden wurde zusammen mit der Stadt Zug als «attraktives Zen- sowie das Sport- und Freizeitangebot bewertet. Auch die meistrum mit vorzüglichen Rahmenbedingungen» wahrgenommen ten anderen Standortfaktoren erhielten Noten über dem Durch- und hat in den Augen sowohl der Zu- als auch der Wegzüger schnitt, was die Attraktivität der Stadt bestätigt. hervorragend abgeschnitten. Mehr als vier von fünf ehemaligen Die Kehrseite der Attraktivität sind die hohen Immobilien- Badener Haushalten (83 %) waren mit ihrer Wohnsituation zufrie- preise (Miete, Eigentum), ein beschränktes Angebot an Kaufden oder sehr zufrieden, womit Baden unter den 14 Gemeinden und Mietobjekten und eine hohe Konkurrenz bei der Nachfrage. am besten abschneidet und 9 % über dem Gemeindemittel liegt. Auch bei den Haushalten, die im letzten Jahr nach Baden ge- Wo kann Baden besser werden? zogen sind, erreicht die Stadt bei der Gesamtzufriedenheit mit Viele Wegzüger waren willens aufzuzeigen, wie die Stadt noch der Wohnsituation mit einem Anteil von 90 % ein Spitzenresultat. attraktiver werden könnte, und reichten Vorschläge ein.
Dass das dominierende Thema die Verbesserung der Verkehrssituation ist, Die erste Wahl überrascht nicht angesichts der Tatsache, dass eine Mehrheit Im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das der Zuzüger berufstätig ist und es im Befragungsjahr in Baden städtische Leben stimmen folgende Aussagen optimistisch: mehrere Verkehrsbaustellen gab (v. a. Schulhausplatz). Die Verbesserung des Einkaufs- und Freizeitangebots liegt an zweiter → Für 81 % der Zuzüger war Baden der Wunschwohnort, d. h., die Stelle, gefolgt von Postulaten betreffend Verwaltung und Politik. neuen Einwohnerinnen und Einwohner hegten den Wunsch, Die Wünsche der Zuzüger konzentrieren sich auf mehr urbanes sich in Baden niederzulassen. Ambiente in Baden. → Fast jeder zugezogene Haushalt (90 %) beabsichtigt, langfristig in Baden zu bleiben, und 85 % deklarieren, in Baden einen Hervorragendes Image grossen Teil ihrer Freizeit zu verbringen. Das schwer fassbare Phänomen Image – als Zusammenwirken unterschiedlicher Standortfaktoren – hat in Baden eine beson- → Drei von vier Befragten wollen in der Nachbarschaft, im Quardere Bedeutung. Schon 2013 wurde der Stadt ein hohes Niveau tier, Kontakte knüpfen. zugeschrieben, und 2016 hat die Bewertung nochmals leicht Allerdings findet die hohe Integrationsbereitschaft der Zuzüger zugelegt. In beiden Fällen erzielte Baden die besten Resultate in der Befragung der Wegzüger keine Entsprechung: Nur 51 % unter den teilnehmenden Gemeinden. der Haushalte, also rund die Hälfte, bezeichnen ihren Kontakt mit der Nachbarschaft im Rückblick als gut.
Dichte, Reserven, Kapazitäten Der Siedlungsflächenkonsum pro Person nimmt seit 2005 leicht ab. Die Dichteanforderungen des Kantons für die Misch- und Wohnzonen von 70 resp. 75 Einwohnern pro Hektar sind erfüllt und werden in künftigen Misch- und Wohnzonen mit 90 Einwohnern pro Hektar auf einem tiefen Niveau übertroffen.
Der Land- bzw. Raumbedarf der Stadtfunktionen Wohnen, Arbeiten und Begegnen ist gross. Bis 2026 werden neue Wohnungen für bis zu 1600 Einwohnerinnen und Einwohner notwendig. Die Attraktivität des Orts hat Auswirkungen auf das Angebot und dessen Preis. Der Raumbedarf der Wirtschaft ist schwer einschätzbar.
Die Land- bzw. Raumreserven decken rund drei Viertel des bis 2040 prognostizierten Bevölkerungswachstums. Bis 2026 sind mehrheitlich in der Innenstadt grundsätzlich genügend Reserven vorhanden, deren Verfügbarkeit ist aber teils unklar. Das Gebiet Galgenbuck wird nicht vor 2026 zur Verfügung stehen.
Ab 2027 fehlt es an Kapazität für mindestens rund 1500 Personen (ein Drittel der Prognose).
Tabelle 4 → Schätzung der Einwohnerkapazität in Stadtteilen 21
Stadtteil | Stand Erschliessung | SNP-Areale | ERP-Areale | Bauvorhaben | Total |
|---|---|---|---|---|---|
Innenstadt Süd | 20 | – | – | – | 20 |
Innenstadt Nord | 30 | 500 | 830 | – | 1 360 |
Kappelerhof | 60 | 670 | – | – | 730 |
Meierhof | 10 | – | – | – | 10 |
Allmend | 10 | 80 | – | – | 90 |
Dättwil | 100 | – | 2 100 | – | 2 200 |
Rütihof | 50 | – | – | 290 | 340 |
Total Kapazität Baden | 280 | 1 250 | 2 930 | 290 | 4 750 |
Reserven und Einwohnerkapazitäten Die Phase der Siedlungsausdehnung wird in Baden mit der Ein- Die Entwicklung von Baden als Wohnstadt ist von mehreren zonung des Gebiets Galgenbuck definitiv abgeschlossen. Die quantitativen und qualitativen Faktoren abhängig. Eine entheutigen politischen Grenzen zusammen mit Topografie und scheidende Rolle spielen die Raumreserven, seien es vorhan- Wald setzen der Stadtentwicklung einen festen Rahmen. Durch dene oder potenzielle. Letztere können erst durch geeignete Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie hohe Ansprü- Massnahmen aktiviert werden (z. B. Hochhauskonzept, Sonderche steigt der Flächenbedarf für die Funktionen Wohnen und nutzungspläne, Vorschriften zur Belegungsdichte etc.) (Tabelle 4). Arbeiten sowie für die kommunalen Infrastrukturen. Dies führt zu Die ausgewiesenen bzw. konventionellen Reserven von rund Konflikten, verstärkter Konkurrenz bei den Nutzungen, höheren 4750 Personen decken rund drei Viertel des prognostizierten Preisen und zur Verdrängung von schwächeren Akteuren. Es ist Wachstums (6300 Personen). Davon befinden sich 46 % in Dättzu erwarten, dass die Raumknappheit letztlich zur Stärkung der wil bzw. im Galgenbuck (2200 Personen) und weitere 28 % in der Zentrumsbildung in Baden führen wird. Innenstadt Nord (1350 Personen). Der Kappelerhof hat dank dem Areal Brisgi noch Kapazität für zusätzlich rund 500 Personen, Einwohnerdichte der Rütihof für rund 115. Minimale Kapazitäten bestehen im Jeder Badenerin und jedem Badener stehen rund 227 m2 Sied- Quartier Meierhof (13) und in der Innenstadt Süd (19). Für rund lungsfläche zur Verfügung. Die Stadt hat eine Einwohnerdichte 1550 Personen sind zurzeit keine Kapazitäten vorhanden. von 1485 Personen pro km2 oder 15 Einwohner pro Hektar. Betrachtet man ausschliesslich das Siedlungsgebiet bzw. die Wohn- Raumbedarf Wohnen und Mischzonen, steigt die Dichte auf 4406 bzw.
7524 Personen Bis 2040 werden schätzungsweise bis zu 4000 neue Wohnungen pro km oder 44 bzw. 75 Einwohner pro Hektar. 2 (inkl. Bestandserneuerung bzw. Ersatzwohnungen) notwendig In den Wohn- und Mischzonen ist die Bevölkerungsdichte sein, um der Nachfrage zu entsprechen. Der Bestand wird von in der Wohnzone W4 mit 162 Einwohnern pro Hektar (E / ha) am 9792 (2012) auf rund 13 800 Wohnungen (2040) anwachsen, höchsten, gefolgt von den beiden Altstadtzonen a und b mit mit einem primären Anteil im Segment der 3- bis 4-Zimmer- 151 E / ha bzw. 139 E / ha. Über 100 E / ha weisen noch die beiden Wohnungen. Der Wohnungsbedarf bis 2040 setzt eine jährliche Kernzonen K4 und K5, die Wohn- und Gewerbezone WG4 so- Bautätigkeit von mindestens 1,5 % des Bestands voraus, d. h. wie die Bäderzone B auf. Knapp darunter, mit 92 E / ha, liegt die ca. 140 – 150 Wohnungen. Im Jahresdurchschnitt wurden in Baden Wohnzone W3. Erwartungsgemäss weisen die Villen- und Dorf- ab 2005 rund 122 Wohnungen gebaut. 2012 brach die Produktizonen mit 25 bzw. 56 E / ha die niedrigsten Einwohnerdichten on auf 43 Wohnungen und 2013 auf 57 Wohnungen ein. aus. Die Zentrumszonen Z3 – Z5 (50 – 80 E / ha) und die Innen-
stadtzone Nord (35 E / ha) sind primär Arbeitszonen 19. | Raumbedarf Wirtschaft |
|---|---|
Der kantonale Richtplan 20 legt Mindestdichten fest, die bis | Wie viel Geschossfläche der Wirtschaftsstandort für seine Ent- |
zum Jahr 2040 in den Wohn- und Mischzonen erreicht werden | wicklung benötigt, lässt sich schwer ermitteln. Je nach Branche |
sollten (70 E / ha). Mit rund 75 bzw. 79 E / ha in Wohn- und Mi- | schwankt der Bedarf erheblich. Zudem sind die Auswirkungen |
schzone sind die minimalen Dichteanforderungen des Kantons | der Digitalisierung und der dadurch entstehenden neuen Ar- |
in Baden bereits heute leicht übertroffen. Werden in den ver- | beitsorganisationen schwer abschätzbar. Zurzeit liegt der |
bleibenden 12,1 Hektaren Landreserven | 21 |
die heutigen Werte | Durchschnittswert 22 des Flächenbedarfs der in Baden vertrete- |
erreicht, sind die kantonalen Anforderungen für die künftige | nen Branchen bei 80 – 100 m2 pro Beschäftigten (50 m2 bei Büro- |
Mindestdichte von 90 E / ha erfüllt. | dienstleistungen und bis zu über 200 m2 in der produzierenden |
Industrie). Ausgehend von einem Wert von 50 m2 pro Beschäftigten entsteht ein zusätzlicher Gesamtbedarf bis 2040 von bis zu 500 000 m2 Geschossfläche.
19 In der Innenstadt stehen den rund 4000 Einwohnerinnen und Einwohnern rund 16 000 Beschäftigte gegenüber. 20 «Richtplan des Kantons Aargau», S 1.2 Siedlungsgebiet, März 2015. 21 Gem. «Stand der Erschliessung 2016», Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, Abteilung Raumentwicklung. Auswertung Entwicklungsricht- u. Sondernutzungspläne (ERP u. SNP), Entwicklungsplanung, Stadt Baden, 2017. 22 «Nachhaltige Siedlungsentwicklung in Zürichs Verdichtungsraum», RZU 2010.
Innere Entwicklung Übergeordnete Trends, der Raumbedarf und die Ortsverhältnisse sprechen für die weitere Verdichtung des Badener Siedlungsgebiets. Eine aktive Steuerung der Innenentwicklung wird zur zentralen Aufgabe. Voraussetzung dafür ist eine Strategie der Raumentwicklung, die Ziele, Leitlinien und Schwerpunkte festlegt. Diese müssen im «Raumentwicklungskonzept» (REK) festgehalten werden, das zurzeit erarbeitet wird. Für die Innenentwicklung gilt es, die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen.
Wo und wie die Innenentwicklung erfolgt, wird heute fallweise bestimmt. Entwicklungsrichtpläne und darauf aufbauende Sondernutzungspläne stellen die Vorhaben in einen grösseren Kontext und bieten fundierte und flexible Handlungsspielräume.
Die Vorstadt und Teile des Meierhofs sowie des Kappelerhofs werden in den Innenstadtperimeter eingebunden. Die Struktur der Stadtteile wird damit etwas ausgeglichener und das Zentrum erhält mehr Handlungsraum für die Funktionen Arbeiten und Begegnen.
Die Notwendigkeit der Innenentwicklung und der Verdichtung Rein rechnerisch sind in Baden bis 2026 genügend Einwohnaufgrund der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwick- erkapazitäten vorhanden. Mehr als die Hälfte davon befindet lung beschäftigt Bund, Kantone und Gemeinden bereits seit län- sich im Galgenbuck in Dättwil. Dieser muss noch erschlossen gerer Zeit. Gerade in Baden ist das Spannungsfeld zwischen Er- werden, was mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Schäthalten und Bewahren einerseits sowie Erneuern und Verdichten zungen gehen von bis zu CHF 15 Mio. aus (ohne Ausbau andererseits aufgrund der begrenzten Landreserven besonders Mellingerstrasse). Davon fallen über CHF 6,5 Mio. zulasten gegensätzlich. Mit zunehmender baulicher Dichte werden die der Einwohnergemeinde an. Gebaut wird im Galgenbuck frü- Anforderungen an die Qualität von Städtebau und Architektur im hestens ab 2026. Die ersten Einwohnerinnen und Einwohner Hinblick auf Lebensqualität und Standortattraktivität markant können voraussichtlich ab 2027 einziehen. Angesichts dessen steigen. Eine nachhaltige Verdichtung erfordert deshalb nicht wird das Quartier erst mittelfristig zur Linderung der Drucks in nur quantitative, sondern vor allem qualitative Kriterien. der Innenstadt beitragen.
Grundszenarien Planungsinstrumente Das prognostizierte Wachstum zwingt zusammen mit den Eigentümerverbindlich sind die allgemeine Nutzungsplanung vorhandenen Kapazitäten bzw. einem Raumbedarf für rund (Bau- und Nutzungsordnung) und die Sondernutzungsplanungen. 1500 Personen zu einer raschen Auseinandersetzung mit der Ein weiteres Instrument, der behördenverbindliche kommunale Stadtentwicklung. Hier besteht die Chance für eine aktive Richtplan, wurde ab den 90er-Jahren in Baden dreimal eingesetzt. Einflussnahme und einen Ausgleich des Entwicklungstrends. → Bei der 2008 eingeleiteten Revision der Bau- und Nutzungs- 2016 wurden im Bericht Stadtfunktionen 23 zwei Grundszenariordnung (BNO) lagen die Schwerpunkte bei Verdichtung und en formuliert: Siedlungsqualität, Hochhäusern, Ensembleschutzzonen, Park- → Trend: Dies bedeutet die Fortsetzung der Stadtentwicklung feldern und der Harmonisierung der Baubegriffe. Damit wollte im bisherigen Rahmen mit örtlichen Korrekturen. Dättwil man einerseits einem allfälligen Qualitätsverlust bestehender und die Innenstadt absorbieren 46 % bzw. 28 % des Be Quartiere (Einführung Grünflächenziffer) und andererseits der völkerungswachstums, bei den Beschäftigten sind es ent- massvollen und qualitativen Verdichtung – eine explizite Versprechend 25 % und 75 %. Dies wird zu einer raschen dichtung stand nicht im Vordergrund – sowie der Abstim- Ausschöpfung der ausgewiesenen Reserven – primär in mung der Siedlungsentwicklung mit der Erschliessung (au- Dättwil – und zu einer starken Konzentration in der Innen- toreduziertes bzw. autofreies Wohnen) Rechnung tragen. Die stadt führen. Damit werden die demografischen, sozialen revidierte BNO trat 2014 in Kraft und wurde 2015 durch die und ökonomischen Disparitäten zwischen den Stadtteilen «Bestimmungen für höhere Bauten» vervollständigt.
Parallel mit Ausnahme von Dättwil zunehmen. Die Funktion Wohnen dazu wurde der kommunale Gesamtplan Verkehr erlassen. wird in der Innenstadt zur Konkurrenz für die Funktionen Arbeiten und Begegnen. Es ist mit steigenden Preisen und der Verdrängung von sozial bzw. wertschöpfungsschwächeren Segmenten zu rechnen.
→ Ausgleich: Es wird versucht, den Trend zu beeinflussen, ohne die Wichtigkeit der Innenstadt und von Dättwil infrage zu stellen. Die Innenstadt bleibt in jeder Hinsicht das Zentrum. Der Ausgleich nimmt die zentrumsnahen Quartiere Meierhof und Kappelerhof in den Fokus. Beide weisen Strukturdefizite auf. Ihre demografische Entwicklung liegt seit 2005 deutlich unter dem Durchschnitt der anderen Stadtteile. Durch den Ausgleich werden die Quartiere Meierhof und Kappelerhof gestärkt und im Stadtzentrum entsteht Raum für die Funktionen Arbeiten und Begegnen.
23 «Wachstum in engen Grenzen, Stadtfunktionen Wohnen, Arbeiten, Begegnen», Entwicklungsplanung, Stadt Baden, 2017.
Informelle Instrumente Es ist eine Badener Besonderheit, dass den konventionellen Die behörden- oder eigentümerverbindlichen Bestimmungen Reserven in den unbebauten Misch- und Wohnzonen mit rund und Festsetzungen müssen fundiert und auf Faktengrundlagen 280 – 300 Personen eine untergeordnete Rolle zukommt. Der basierend erfolgen. Der Weg dazu führt über Studien, Gutachten, Grossteil der Kapazitäten liegt in Gebieten mit rechtskräftigen Konzepte und Projekte. Als Grundlage für die Gesamtrevision Sondernutzungsplanungen und in Arealen mit kommunalen Ent- der BNO wurden 2016 die Projekte «Raumentwicklungskonzept» wicklungsrichtplänen. (REK) und «Stadtfunktionen» (SF) gestartet. Das Projekt SF ist abgeschlossen, der Schlussbericht liegt vor. Zum Projekt REK → Die Sondernutzungsplanung (SNP) dient zur gezielten Entliegt ein Zwischenbericht zur ersten Phase vor, die zweite Phase wicklung bestimmter Areale, insbesondere auch hinsichtlich ist in Bearbeitung. der Innenverdichtung. Im Vordergrund stehen derzeit Areale Die anstehenden Fragen zum räumlichen Verdichtungsin der Innenstadt. Die SNP als Instrument der Verdichtung potenzial, zu Nutzungsart, -mischung und -intensität sowie bestätigt sich grundsätzlich, steht jedoch im Spannungsfeld betreffend Mobilität und Erschliessung bedingen eine Gesamtder privaten und öffentlichen Interessen und unterliegt ebenbetrachtung. Es gilt dabei, die Interessen von Mensch, Gesellfalls dem Wandel der Zeit und damit einhergehenden Interesschaft, Umwelt und Wirtschaft umfassend abzuwägen. sensverschiebungen.
→ Entwicklungsrichtpläne (ERP) bewähren sich besonders bei langfristigen Entwicklungen. Als Grundlagen für die eigentümerverbindlichen Regulative wurden für zwei wesentliche Gebiete – Baden Nord und Bäder – behördenverbindliche Entwicklungsrichtpläne mit spezifischen Zielen wie Struktur, Dichte, Aussenraumqualitäten und Erschliessung erlassen. In beiden Fällen konnte die angestrebte Entwicklung erfolgreich angestossen werden. Für den Galgenbuck in Dättwil wurde 2012 ein ERP als Grundlage für eine Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung beschlossen.
Die 2017 im kantonalen Baugesetz 24 eingeführten Bestimmungen zum Ausgleich der Planungsvorteile beinhalten eine Abgabe von mindestens 20 % des Mehrwerts ausschliesslich bei Einzonungen. Bei Umzonungen ist die Abschöpfung des Mehrwerts nicht vorgesehen. Der Ausgleich anderer Planungsvorteile kann vertraglich geregelt werden, was heute bereits bei Entwicklungs- und teilweise bei Sondernutzungsplanungen praktiziert wird.
24 Kanton Aargau, Gesetz über Raumentwicklung und Bauwesen (Baugesetz, BauG) vom 19.1.1993 (Stand 1.5.2017), §28a – j.
Umwelt Der Klimawandel betrifft auch Baden. Die steigende Temperatur wird sich negativ auf die Gesundheit auswirken – besonders bei älteren Menschen – und generell die Wohnqualität in der Innenstadt beeinträchtigen. Durch raumplanerische und energetische Massnahmen lassen sich die Effekte mildern.
Die zunehmende Verdichtung und die erhöhte Mobilität setzen der Biodiversität im Siedlungsraum zu. Gleichzeitig bietet die Stadt ein bedeutendes Potenzial an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.
Der «Richtplan Natur und Landschaft» hat sich als Schutz- und Vollzugsinstrument bewährt. Bis 2020 werden die Ziele des aktuellen Richtplans erreicht. Eine Erfolgskontrolle und eine Überarbeitung des Plans erfolgen 2019 / 2020.
Die Öffentlichkeitsarbeit im Umwelt- und Naturschutz bleibt wichtig. 2025 soll der nächste kommunale Umweltbericht erarbeitet werden.
Klimawandel und Biodiversität sind in den nächsten Jahren die Die hohe Lebensqualität in Baden kann langfristig gesichert zentralen Umweltthemen in Baden. Sie werden die Attraktivität werden, wenn folgende Handlungsfelder in der städtischen und des Wohnorts und der Stadt entscheidend mitbestimmen. Beide regionalen Raumplanung Gewicht erhalten 28. Themen stehen in direktem Zusammenhang mit den Zielen der → Treibhausgasemissionen reduzieren: Reduktionsziele gemäss Stadtentwicklung und des «Richtplans Natur und Landschaft». Energiekonzept / Energieleitbild 29 verfolgen. Klimawandel → Kompakte Siedlungsformen: durch Verdichtung und Nutzungs- Die Auswirkungen des globalen Klimawandels in der Schweiz 25 durchmischung zusammen mit einem attraktiven, dichten sind belegt. Seit 1961 stieg die Jahresdurchschnittstemperatur Fuss- und Velowegnetz die «Stadt der kurzen Wege» fördern. um 0,37 °C pro Jahrzehnt. Trotz der mildernden Wirkung von → Gute Durchlüftung des Siedlungsgebiets durch Luftkorridore: Wald und Limmat wird der weitere Temperaturanstieg in Baden Mit einer Zustandsanalyse wird der Handlungsbedarf evaludie Lebensqualität und die Gesundheit der Bevölkerung beeiniert, Massnahmen werden in kommunale Planungsinstrumente trächtigen 26. integriert (Bau- und Nutzungsordnung, Richtpläne usw.). Im Zusammenhang mit der postulierten Entwicklung nach innen bzw. der zu erwartenden Verdichtung der Baustruktur → Grüne und blaue Infrastruktur im Siedlungsgebiet: Erhalt und nimmt die Bedeutung des Stadtklimas als Qualitätsfaktor zu, Schaffung von Grünräumen, Begrünung von Gebäuden, Er- und davon wird primär die Badener Innenstadt betroffen sein.
halt und Pflanzung von Bäumen (insbesondere Erhalt alter Hier könnte eine Wärmeinsel entstehen, verursacht durch den Bäume). Aufwertung der Limmat und ihrer Ufer als Naherhohohen Anteil an versiegelten und bebauten Flächen, den Man- lungsraum, Anlegen neuer Brunnen, Freilegung von Bächen gel an Beschattung und Grünflächen, die eingeschränkte Wind und Schaffen von anderen Wasserelementen zur Luftbezirkulation und die Abwärme von Gebäuden, Wirtschaft und feuchtung und Abkühlung, sickerfähige Beläge. Verkehr. → Abwägung zwischen Verdichtung, Freiraum und Begrünung. Bis 2050 wird, je nach Klimamodell, eine Zunahme um 1 bis Die zunehmende Wertschätzung der städtischen Grünräume 1,9 °C prognostiziert. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen äussert sich darin, dass diese bei Bauprojekten realistisch von Hitzewellen – vor allem auf ältere Menschen – sind beträchtlich. budgetiert und ausgeführt werden. Dazu braucht es Sensibi- Im Sommer 2003 starben in der Schweiz rund 1000 Menschen lisierung und Anreizsysteme. infolge der Hitze, im Sommer 2015 waren es rund 800. Die höhere Temperatur in den Agglomerationen und Städten wurde in der → Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Einwohnerinnen Schweizer Klimaanpassungsstrategie 27 als eine der grössten He- und Einwohner. rausforderungen identifiziert. Sie betrifft vor allem die Sektoren Raumentwicklung, Gesundheitswesen und Energieversorgung im urbanen Raum.
25 «Brennpunkt Klima Schweiz. Grundlagen, Folgen, Perspektiven», Akademien der Wissenschaften Schweiz, Bern 2016. 26 «Hitze und Trockenheit im Sommer 2015. Auswirkungen auf Mensch und Umwelt», Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern 2016. 27 «Strategie des Bundesrates zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz, Teil 1: Ziele, Herausforderungen und Handlungsfelder», Bern, 2012. 28 «Brennpunkt Klima Schweiz. Grundlagen, Folgen, Perspektiven». Akademien der Wissenschaften Schweiz, Bern 2016. 29 «Energieleitbild 2016», Stadt Baden.
Biodiversität «Richtplan Natur und Landschaft» Sie ist eine zentrale Lebensgrundlage für den Menschen. Eine Die Ziele des «Richtplans Natur und Landschaft» werden auf Abnahme der Biodiversität bedeutet einen Abbau der Orts qualitativ hohem Niveau weiterverfolgt. Im Mittelpunkt stehen qualitäten, was sich negativ auf die nachhaltige Entwicklung die Biodiversität, die nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, die von Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt. Aus dem aktuellen Grünräume im Siedlungsgebiet sowie die Vernetzung der Lebens- Biodiversitätsbericht30 des BAFU leiten sich für Baden folgende räume. Bei den Massnahmen 2012 bis 2017 lag der Schwerpunkt Aufgaben ab: auf der Förderung von Trocken- und Nassstandorten. Dazu kamen unterschiedlichste Aufwertungsprojekte wie die Pflanzung → Wald: Mit Tot- und Altholz gefährdete Artengruppen wie von Hochstammbäumen und Hecken, Pflegemassnahmen und Flechten, Pilze, Moose und Käfer fördern. Seltene Walddie Anlage von Kleinstrukturen. formen wie Pionierwälder sowie Alters- und Zerfallsphasen 2018 bis 2020 werden verschiedene Quellen, Waldränder fördern. Seltene Lebensräume wie Nass- und Trockenstand- und der Steinbruch Hundsbuck aufgewertet sowie letzte Penorte mit ihren geschützten Arten durch regelmässige Pflege denzen aus dem «Richtplan Natur und Landschaft» erledigt.
Mit aufwerten und langfristig sichern. der nächsten Erfolgskontrolle und Überarbeitung 2019 / 2020 → Siedlungsraum: Die zunehmende Verdichtung und die stei- wird das langjährig bewährte Naturschutz- und Vollzugsinstrugende Mobilität setzen der Biodiversität im Siedlungsraum ment aktualisiert. zu. Gleichzeitig bietet die Stadt ein bedeutendes Potenzial an Ersatzlebensräumen für Tiere und Pflanzen des Offenlan- Umweltkommunikation des. Die 2016 vom Stadtrat verabschiedeten Grundsätze zur Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtökologie Baden wird fortgenaturnahen Gestaltung und Pflege öffentlicher Grünräume führt. Das Kommunikationskonzept wird 2018 überarbeitet. Das sind konsequent anzuwenden und zu kommunizieren. Bei vielfältige Instrumentarium wird zur Erhöhung der Reichweite Siedlungsverdichtungen sind gleichzeitig Grünräume aufzu- sinnvoll ergänzt. werten, alte Bäume wenn möglich zu erhalten und Gebäude- Der «Umweltbericht 2010» dokumentiert die Umweltauswirbegrünungen vorzusehen. kungen unserer Aktivitäten und beschreibt den Zustand der einzelnen Umweltressourcen.
Er ist kein Massnahmenplan, jedoch → Landwirtschaft: In den Badener Landwirtschaftsflächen wereine Grundlage für die Planung und die künftige Umweltpolitik. den auch in Zukunft Hecken, Säume, Hochstammobst, Tro- Ein neuer Umweltbericht folgt 2025. ckenwiesen und Begleitflora in Zusammenarbeit mit den «Was man kennt, das schützt man.» Mit dieser Maxime wurde Landwirten und dem Kanton gefördert. 2001 ein Umweltbildungsangebot für die Badener Volksschule lanciert und seither kontinuierlich an aktuelle Themen und die Bedürfnisse der Volksschule angepasst.
30 «Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung», Bundesamt für Umwelt (BAFU), Bern 2017.
Bäderquartier – Thermalbad – Gesellschaft und Kultur Die zu neuem Leben erweckten Thermalbäder setzen Baden wieder auf die Karte als touristische Destination und heben das Gesamtangebot der Stadt auf ein qualitativ höheres Niveau.
Das neue Thermalbad stellt den Abschluss der langjährigen Planung und gleichzeitig den Beginn der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Erneuerung des Quartiers dar. Damit der Bau nicht zu einem Einzelakt verkommt, ist eine breit angelegte Zusammenarbeit der Beteiligten notwendig, und zwar mit dem Ziel, den Impuls des neuen Bads auf die Stadt und die Region zu übertragen.
Für das Bäderquartier in Baden und Ennetbaden öffnet sich mit der Revitalisierung der Therme eine Entwicklungsperspektive. Mittel- bis langfristig beinhaltet der Ort zusammen mit dem benachbarten Oederlin-Areal in Obersiggenthal das Potenzial zu einem vielfältigen urbanen Hotspot an der Limmat.
Gesellschaft und Kultur Vor 2000 Jahren veranlassten die heissen Quellen die Römer in Gelingt die Thermalbad-Renaissance, erhält die Stadt Baden der Klus zwischen Lägern und Martinsberg zur Gründung des neben einem wichtigen wirtschaftlichen Impuls ihren zentralen Heilbadeorts Aquae Helveticae. Sie legten damit den Grundstein Identitätsfaktor zurück. Die Bäder bekommen die Chance, zu zur heutigen Stadt Baden. Die Ressource Wasser stellte über einem Ort zu werden, wo nicht nur Menschen sich treffen, Jahrhunderte die Grundlage des Badener Wohlstands und des sondern wo Vergangenheit und Gegenwart sich begegnen. Die Stadtlebens dar. Mit der Industrialisierung verloren die Quellen Gleichung Baden = Bäder ist aus der Vergessenheit zu holen – ihre wirtschaftliche Bedeutung und der medizinische Fortschritt nicht nur ins Bewusstsein potenzieller Kunden, sondern auch machte die traditionellen Kuren obsolet. Geblieben sind ein Bau- der Badenerinnen und Badener. Dazu soll das privat initiierte ensemble, zwei mit Herzblut geführte Badehotels und die Sehn- Thermalbad in den örtlichen und gesamtstädtischen Kontext sucht der Badenerinnen und Badener nach ihren Bädern. Zur eingebunden werden. Bereits in der Planung wurde über mögli- Jahrtausendwende eröffneten Wellness- und Fitnesstrends so- che Lösungsansätze diskutiert. Wie die in der ersten Phase des wie ein erstarktes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung Projekts «Raumentwicklungskonzept» (REK) 31 sowie im Projekt den Badener Quellen eine Zukunftschance.
«Stadtfunktionen» 32 erarbeiteten Grundlagen und Erkenntnisse zeigen, nehmen dabei die Kulturaspekte in der Stadtfunktion Das Quartier Begegnen mit ihrer Wechselwirkung mit den Funktionen Wohnen In den letzten Jahren wurde das Thema Bäder stark durch die und Arbeiten einen zentralen Stellenwert ein. Optik der Zukunft des Thermalbads bzw. der Verenahof AG betrachtet, was angesichts der Bedeutung der Anlage für das Gemeinsam und vernetzt Limmatknie nicht überrascht. Zwischenzeitlich sind auf beiden Wie Mark Terkessidis in seinem 2015 erschienenen Werk «Kolla- Seiten der Limmat neue Quartiere entstanden. Die Gemeinde boration» 33 darlegt, ist bei der Bewältigung komplexer Aufgaben Ennetbaden errichtete eine urbane Promenade beim Limmat- nicht die Summe der Einzelmassnahmen, sondern die Synthese knie. Der baulich erneuerte Ort hat sich primär als gefragtes und Vernetzung der Ziele und der handelnden Akteure im Sinn Wohnquartier erwiesen und wird zunehmend als Firmenstand- einer Zusammenarbeit der entscheidende Erfolgsfaktor. So beort geschätzt – auf beiden Seiten der Limmat zogen neue Un- ginnen die Aufgaben vor Ort mit entsprechender Gestaltung ternehmen ins Quartier, was zur Nutzungsvielfalt und zur Diffe- der Umgebung und einer guten Erschliessung und führen über renzierung beiträgt. die Vermarktung der Anlage bis in die Förderung kultureller Aktivitäten sowie die Nutzung von Synergien mit weiteren städti- Das Thermalbad schen Funktionen. Grundlage und Garant des Erfolgs ist eine Ab 2021 werden ein neues Thermalbad und eine Reha-Klinik breite und offene Partizipation der Bevölkerung 34.
Neben fixen im Hotel Verenahof das Ortsbild – nach jahrzehntelangem Nie- Anlagen werden temporäre Aktionen und Projekte in den Fokus dergang – vervollständigen und die Badener Quellen wieder auf rücken, der wandelbare öffentliche Raum wird an Bedeutung die nationale, wenn nicht gar internationale Bäderkarte bringen. und Attraktivität gewinnen. In den Bädern kann exemplarisch Damit wird eine neue Phase der sozialen, wirtschaftlichen und aufgezeigt werden, wie das hohe Bewusstsein für immaterielle kulturellen Erneuerung des urbanen Raums an der Limmat ein- und identitätsstiftende Werte – in Verbindung mit der Erlebbargeleitet. Von der Therme werden Impulse für die Stadtfunktion keit des heissen Wassers – der Stadt ihren ursprünglichsten ur- Arbeiten erwartet. Gemeinsam mit der Präventions- und Reha- banen Raum zurückbringen und damit ihre Einmaligkeit festigen bilitationsklinik (Reha-Klinik) wird sie insbesondere den Cluster kann. Gesundheit positiv stimulieren. Für den Tourismus und im Speziellen den Kongresstourismus bringen beide eine Angebotserweiterung. Schliesslich wird das Bäderquartier auch als Standort für Firmen aus anderen Branchen interessant (Kreativwirtschaft).
31 «Raumentwicklungskonzept» (REK), Bericht zur Phase 1, Stadt Baden, Planung und Bau, 2016. 32 «Baden 2026, Wachstum in engen Grenzen. Stadtfunktionen Wohnen, Arbeiten, Begegnen», Stadt Baden, Entwicklungsplanung, 2017. 33 Mark Terkessidis, «Kollaboration». edition suhrkamp, Berlin 2015. 34 «Die neuen Freiwilligen – Die Zukunft zivilgesellschaftlicher Partizipation», GDI Gottlieb Duttweiler Institut, 2018.
Baukultur Das «Planungsleitbild 2026» hält in seinen Leitsätzen zur Stadtidentität fest, dass die Pflege des baulichen Erbes eine Investition in die Zukunft sei. Städtebau und Architektur sind Teil des Stadtverständnisses.
Pflege und Gestaltung des Stadtbilds erfordern, gerade bei begrenzten Ressourcen, eine starke Gewichtung qualitativer Kriterien. Eine attraktive Innenstadt bleibt der entscheidende Standortfaktor. Hier kann Baden mit dem historischen Erbe und einer hochstehenden Baukultur seine Position in der Konkurrenz der Orte sichern.
Gerade in Zeiten knapper Finanzen kann die Baukultur der Stärkung von Stadtidentität und Standortqualität dienen. Kostenzwänge können durchaus auch eine Chance für Optimierung und Innovation sein.
Am 26. November 2017 hat das Badener Stimmvolk trotz an- Baukultur schafft den Raum für die Gesellschaft von morgen gespannter Finanzsituation einen Baukredit von CHF 98,5 Mio. und stärkt die gemeinsamen Werte. Als soziale Praxis leistet sie für das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde bewilligt. Damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. kann das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt, das Sie umfasst daher nicht nur den gestalteten Lebensraum, sonden Bedürfnissen der Schule entspricht, grosse städtebauli- dern auch den Prozess seines Entstehens und seiner Pflege. Die che und architektonische Qualitäten ausweist und ökonomisch Qualität des gestalteten Stadtraums lässt sich somit nur erhöhen, nachhaltig geplant wurde, in den nächsten Jahren realisiert wer- wenn auch die Prozesse verbessert werden, die zu seiner Entden. Die Schulanlage wird wichtige Akzente im Stadtbild setzen stehung beitragen. Projektwettbewerbe, Studienaufträge und und mit ihren Grünflächen den Badenerinnen und Badenern als Testplanungen sind als Konkurrenzverfahren Ausdruck einer öffentliche Parkanlage dienen. demokratischen Gesellschaft und fördern die Baukultur. Die öffentliche Hand soll mit guten Beispielen vorangehen. Öffentliche Bauten wie Schulen, Gemeinde- und Stadthäuser Stadtidentität sowie Bauten und Anlagen der technischen Infrastruktur erfül- 2014 wurde das Thema Stadtidentität im «Planungsleitbild 2026» len nicht nur ihre primären Zwecke, sondern sind auch wichtige als eine von fünf Herausforderungen der Zukunft für Baden Identifikationsorte und tragen so zum Selbstverständnis einer festgelegt. Man erkannte, dass besonders für kleine Städte mit Stadt bei.
Als Behörde setzt die öffentliche Hand einerseits den ausgeprägtem urbanem Charakter, wo neben dem Wohnen die rechtlichen Rahmen durch zwingende Bestimmungen wie die Funktionen Arbeiten und Begegnen eine wichtige Rolle spielen, Bau- und Nutzungsordnung, und andererseits fördert sie durch die lokale Identität der Schlüssel des Erfolgs ist. Dass Baden Anreize und günstige Bedingungen die Zusammenarbeit mit den heute als Region mit über 100 000 Einwohnerinnen und Einwoh- privaten Akteuren. nern auftritt und als anziehender Wirtschaftsstandort wahrge- Eine hochstehende Baukultur ist nicht in erster Linie eine nommen wird, ist unter anderem die Folge dieser unverwech- Frage der finanziellen Möglichkeiten, sondern der Haltung und selbaren Stadtidentität. Sie wird primär durch die Badenerinnen des gesellschaftlichen Konsenses. Gerade in Zeiten knapper und Badener geprägt, d. h. durch Menschen, die in Baden leben Finanzen ist dafür zu sorgen, dass der Spardruck nicht einseitig und wirken. Die Lage der Stadt, die Landschaft und das Stadt- zulasten baukultureller Werte geht. Qualität und Kosten so zu bild sind weitere prägende Faktoren. Besonders das Stadtbild vereinen, dass Baukultur entstehen kann, ist eine tägliche Heist ein Trumpf von Baden. Davon zeugen die Umfragen (2013 / 2016) rausforderung für alle am Bau beteiligten Partner. Kostenzwänge unter den Zu- und Wegzügern. Auch für die Wirtschaft sind die können dabei auch eine Chance für Optimierung und Innovation Identität des Stadtraums und damit die Baukultur ein wichtiger sein. Diese Chance soll genutzt werden. Faktor. In der Kulturbotschaft 2016 – 2020 35 bezeichnete der Bundesrat die Baukultur als Teil der nationalen Kulturpolitik und unterstrich damit, dass die Förderung zeitgenössischer Baukultur qualitätsvollen Lebensraum schafft und dadurch identitätsstiftend wirkt. Die Gestaltung des Lebensraums gilt als kultureller Akt. Architektur und Städtebau sind Ausdruck davon.
Baden ist hier besonders gefordert: Einerseits besteht die Verpflichtung, das vielfältige baukulturelle Erbe zu bewahren und weiterzuentwickeln, andererseits wird sich Baden in Zukunft innerhalb des heutigen Siedlungsgebiets entwickeln müssen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der vorhandenen Bausubstanz und der Stadtstruktur wird die Folge sein. Die Akzeptanz für Veränderungen und für die notwendige Innenentwicklung lässt sich nur durch einen ausgewiesenen Mehrwert erreichen, also durch qualitativen Städtebau. Der Weg dazu führt über eine gute Baukultur als Summe der Leistungen von Stadt- und Raumplanung, des Hochbaus, der Landschafts- und Innenarchitektur, der Ingenieurbaukunst sowie der Denkmalpflege. Baukultur steht daher ebenfalls für den Anspruch auf interdisziplinäre Zusammenarbeit.
35 «Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2016 – 2020», verabschiedet durch den Bundesrat am 28. November 2014.
Bildung – Volksschule Die Schule wird zunehmend zu einer Ganztagseinrichtung und übernimmt immer mehr soziale und erzieherische Aufgaben. Demografie und der neue Bildungsauftrag (Lehrplan 21) erfordern eine entsprechende Infrastruktur.
Bis 2031 / 2032 werden zusätzlich 29 Abteilungen in der Volksschule notwendig. Der Mittelbedarf ist erheblich: Neben Kosten für laufende Vorhaben (rund CHF 16,7 Mio.) werden rund CHF 107 Mio. ins Sekundarstufenzentrum Burghalde investiert. An verschiedenen Schulstandorten besteht zudem Sanierungsbedarf.
Tabelle 5 → Übersicht über 2017 abgeschlossene und laufende Vorhaben der Volksschule
Anlage | Kosten | Termin |
|---|---|---|
Doppelkindergarten Wiesenstrasse | 2 133 000 | Juni 2017 |
Kindergarten Allmend | 2 075 000 | August 2017 |
Sanierung Turnhalle 3, Burghalde | 1 650 000 | Juli 2018 |
Schulanlage Rütihof, Neubau | 16 700 000 | Oktober 2017 |
Das seit dem 1. August 2016 rechtskräftige Schulgesetz gliedert Um die gesetzlichen Anforderungen und die Folgen des Bevölkedie Volksschule neu in zwei Kindergarten-, sechs Primarschul- rungswachstums zu bewältigen, werden im Schuljahr 2031 / 2032 und drei Oberstufenjahre. Diese neue Struktur hat weitgehen- in allen drei Stufen rund 171 Abteilungen notwendig. Das sind de Konsequenzen für Lehrkräfte, Unterrichtsmittel und die Inf- 47 mehr als heute. In den Kindergärten ist bereits in den nächsten rastruktur der Volksschule. Die bestehenden Schulhäuser und fünf Jahren Handlungsbedarf auszumachen, der sich anschlie- Anlagen müssen angepasst und erweitert werden. ssend in den Primarschulen fortsetzt. Dringender Erweiterungsbedarf besteht im Schulkreis Innenstadt, wo in den nächsten Demografie vier Jahren pro Jahr eine zusätzliche Klasse prognostiziert wird. Die positive Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre, insbesondere die derzeitige Phase mit klaren Geburtenüberschüssen Hoher Investitionsbedarf und positiven Wachstumsprognosen – bis 2040 soll es rund Die Betreuung der Kinder und der Unterricht von Schülerinnen 6300 Badenerinnen und Badener mehr geben –, stellen eine und Schülern in der Volkschule erfordern eine weitsichtige Plagrosse Herausforderung für die gesamte kommunale Infrastruk- nung sowie Unterhalt und Pflege der Infrastruktur. Periodisch tur und insbesondere für die Volksschule dar. Dazu kommen ge- sind grössere bauliche Massnahmen erforderlich (Tabelle 5). sellschaftliche Trends, die der Volkschule immer mehr erziehe- Die Schulanlagen Burghalde und Pfaffechappe sind aus baurische Aufgaben zuweisen. Die Entwicklung der Schülerzahlen licher wie aus schulischer Sicht veraltet. Die vorgesehene Konzenwird laufend beobachtet und jährlich aktualisiert.
Die Grundlage tration der Schülerinnen und Schüler des Sekundarstufen-Schuldazu sind neben den kantonalen Bevölkerungsdaten die Ein- kreises von Baden, Birmenstorf, Ehrendingen und Ennetbaden in wohnerkapazitäten in den Bauzonen und den Entwicklungsge- Baden bietet die Option zu einer umfassenden Modernisierung. bieten. Die aktuelle zehnjährige Prognose 36 von März 2018 zeigt, Das ist aus ökonomischer Sicht die optimale Lösung. Vorgesedass die Anzahl Schülerinnen und Schüler in allen Schulkreisen hen ist, dass die bestehende denkmalgeschützte Schulanlage mit Ausnahme von Rütihof steigen wird: Burghalde 1 saniert und mit zwei neuen Schulhäusern (Burghalde 2 und 3) zum Sekundarstufenzentrum erweitert wird. Zu- → In 22 Abteilungen der Kindergärten werden heute (2017 / 2018) sammen mit dem Bau der neuen Schulanlage wird das Burg- 370 Schülerinnen und Schüler betreut. Die durchschnittliche halde-Areal mit dem Park neu gestaltet. Insgesamt sind für die Klassengrösse liegt bei 17 Kindern. In den nächsten zehn Jah- Sanierungen (Burghalde 1) CHF 8,1 Mio. und für die Neubauren bis zum Schuljahr 2027 / 2028 wird eine Zunahme um ten CHF 98,5 Mio. vorgesehen. An der Volksabstimmung vom 47 % auf 544 Schülerinnen und Schüler prognostiziert, wofür 26. November 2017 wurden die entsprechenden Kredite gutgemindestens vier weitere Abteilungen benötigt werden. heissen. Der Zeitplan ist äusserst knapp bemessen, der Baube- → In der Primarschule, wo heute 1008 Schülerinnen und Schüler ginn ist für August 2018 vorgesehen. Die für rund 1100 Schülein 55 Abteilungen unterrichtet werden, wird eine Zunahme rinnen und Schüler geplante Anlage soll bereits im August 2021 um 48 % prognostiziert. Dafür werden mindestens 20 weitere bezogen werden. Abteilungen benötigt.
Nach 2020 soll die Pfaffechappe zum Primarschulhaus umgebaut werden. Die Planung wurde bereits eingeleitet. Der Bau- → Die Sekundarstufe wird gemäss der Prognose bis 2027 / 2028 kredit wird dem Einwohnerrat Ende 2020 vorgelegt. von heute 860 Schülerinnen und Schülern in 47 Abteilungen um rund 28 % auf 54 Abteilungen mit über 1000 Schülerinnen und Schülern anwachsen.
36 «Schulprognose Baden 2018», Metron Raumentwicklung AG, Brugg, März 2018.
Mobilität Eine stadtverträgliche Mobilität und ein nachhaltiger Umgang mit Energie sind Prämissen der weiteren Stadtentwicklung.
Seit 2010 hat der Anteil des öffentlichen Verkehrs um 6 % auf 29 % zugenommen. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist um 3 % gesunken. Insgesamt ist der Anteil der stadt- und umweltverträglichen Mobilität in Baden mit 58 % noch ausbaufähig.
Die Erschliessung Badens bleibt ein Dauerthema. Wichtig sind eine gute Verkehrsanbindung der Stadt (öffentlicher und motorisierter Individualverkehr) innerhalb des Wirtschaftsraums Zürich inklusive Flughafen sowie die Direktverbindungen nach Zürich, Bern und Basel. Ohne Anschluss an die Limmattalbahn ist Baden benachteiligt. Bedeutende Ergänzungen in der Infrastruktur (u. a. Konzept «OASE») werden erst mittel- bis langfristig realisiert und wirksam.
Tabelle 6 → Mikrozensus 2015, Modalsplit Baden, Ernst Basler + Partner, 2017

Pendler Einkauf Nutzfahrten Freizeit Gesamt
% % % % %
Fussverkehr 13 23 4 28 20
Veloverkehr 11 5 0 7 8
Öffentlicher Verkehr (öV) 38 26 12 24 29
Motorisierter Verkehr (MIV) 38 46 85 42 42
Tabelle 7 → Der Motorisierungsgrad 2012 – 2016, PKW / 1000 Einwohner

2012 2013 2014 2015 2016
Motorisierungsgrad 525 528 526 520 519
Tabelle 8 → Passagierzahlen der RVBW

2012 2013 2014 2015 2016 2017
Passagierzahlen 13 274 000 13 275 000 13 284 000 13 245 000 13 400 000 14 100 000
«OASE» Der Badener Schulhausplatz gilt mit rund 47 000 Fahrzeugen Die «OASE» 38 ist ein verkehrsmittelübergreifendes Gesamtkonzept pro Tag als eine der meistbefahrenen Kreuzungen der Schweiz für den Raum Ostaargau bzw. die Regionen Baden, Brugg und und ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten im Kanton Aargau. Zurzach. Generell wird bis 2040 im Ostaargau eine erhebliche Im Herbst 2018 wird die Kreuzung nach dreijähriger Bauzeit Verkehrszunahme auf dem nationalen und kantonalen Strassender Öffentlichkeit übergeben. Damit wird sich die Situation am netz sowie auf der Schiene erwartet. Das heutige System wird Schulhausplatz für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer an seine Kapazitätsgrenzen stossen und es wird vermehrt zu markant verbessern. Für den regionalen Busverkehr dürfen kür- Staus kommen. Für den Raum Baden-Wettingen wird einerseits zere und stabilere Fahrzeiten sowie Anschlusssicherheit erwartet eine Entlastungswirkung der Kernstadt gesucht, anderseits soll werden. Zusammen mit den in Umsetzung befindlichen Mass- der Ziel- und Quellverkehr optimal abgewickelt werden können. nahmen des Verkehrsmanagements (VM) und den Angebotsver- Baden wirkt zudem im Projekt darauf hin, dass im Stadtzentbesserungen im öV ist die Erschliessung des Regionalzentrums rum Kapazitäten für den Fuss- und Radverkehr und für die Vermittelfristig gewährleistet. Für den Fuss- und Veloverkehr wird längerung der Limmattalbahn geschaffen werden können. 2017 die Über- und Unterquerung des Platzes sicherer und wesent- erfolgte der Richtplaneintrag als Zwischenergebnis. In einem lich attraktiver. Die Vorstadt wird damit besser an die Innenstadt nächsten Schritt soll eine Bestvariante bestimmt werden und angebunden. nach weiteren Konsultationen der Gemeinden sowie öffentlichen Anhörungen und Mitwirkungen etwa um 2020 die Festsetzung Mobilitätsverhalten im Richtplan erfolgen. Der Modalsplit bildet das Mobilitätsverhalten der Individuen, d.
h. die täglich zurückgelegten Distanzen und deren Aufteilung auf Bahn und Bus die verschiedenen Verkehrsmittel, in einem konkreten Perimeter Gemäss dem Bund soll das Bahn- und Busangebot das Rückab. Die Auswertung der Daten des Mikrozensus 2015 für Baden grat der Siedlungsentwicklung in der Schweiz werden. Bessere zeigt generell eine Entwicklung in Richtung der stadt- und um- Erschliessungen werden dort angestrebt, wo Bevölkerungsentweltverträglichen Mobilität, deren Anteil in Baden mit 58 % im wicklung und substanzielles Wirtschaftswachstum erwartet wer- Vergleich zum Modalsplit 2010 (55 %) leicht zugenommen hat den. Bereits beschlossen ist die Infrastruktur- und Angebotsent- (Tabelle 6). wicklung der Bahn bis 2025. 2018 werden im Bundesparlament Im Vergleich zu 2010 ist der Anteil des öV von 23 % auf 29 % wichtige Weichen für den weiteren Bahnausbau ab 2026 gegestiegen. Der Anteil des MIV ist von 45 % auf 42 % zurück stellt. Für die Stadt Baden haben die umsteigefreie Verbindung gegangen. Derjenige des Veloverkehrs ist um 2 % auf 8 % ge- zum Flughafen Zürich, gute Verbindungen in Richtung Basel stiegen, jener des Fussverkehrs hingegen um 6 % auf 20 % ge- und Bern sowie gute Anschlüsse am HB Zürich Priorität. Der sunken. Der Anteil der stadt- und umweltverträglichen Mobilität «Flughafenzug» ist für Baden essenziell und aufgrund der hohen von 58 % ist für einen urbanen Raum eher tief. Weiter ist zu Nachfrage bislang unbestritten. beachten, dass der grösste Teil des Verkehrs in Baden im regio- Beim Busverkehr ist der Einsatz von grösseren Fahrzeugen nalen Kontext entsteht (Tabelle 7). geplant. In der wachsenden Region gewinnen die Tangentialli- Die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) nien – also Linien, die nicht durch das Zentrum verlaufen – an haben im Jahr 2016 13 400 000 Passagiere befördert.
2017, im Bedeutung. aussergewöhnlichen Jahr der «Badenfahrt», stieg die Anzahl der Mit der Eröffnung des neuen Thermalbads wird eine Busbeförderten Passagiere auf über 14 Mio.37 (Tabelle 8). linie mit guten Anschlüssen am Bahnhof Baden die Bäder im Die Gesamtbevölkerung von Baden wird bis 2040 auf ge- 15-Minuten-Takt bedienen. gen 25 000 Personen anwachsen. Für den Ostaargau sieht die Mit der geplanten Limmattalbahn hält ein neues Verkehrs- Prognose eine Bevölkerungszunahme um rund 55 000 Personen mittel im Raum zwischen Baden und Zürich Einzug. Das Angebot voraus. In der Wirtschaft wird mit einer entsprechenden Zunah- füllt die Lücke zwischen Bahn / S-Bahn und lokalen Busverme der Beschäftigten (VZÄ) gerechnet. Bei einem wachsenden bindungen, was die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs ins- Anteil der Teilzeitarbeit bedeutet dies bis zu 38 000 Beschäftigte gesamt steigert. Es wird erwartet, dass die Personenströme in Baden. Ein grosser Teil davon wird als Pendler in die Stadt ge- (Pendler, Kunden, Besucher) im Limmattal zum Nachteil von langen. Hier ist kurz- und mittelfristig im Fuss- und Radverkehr Baden beeinflusst werden (die Bahnstrecke endet vorerst in (FRV) Potenzial auszumachen. Killwangen-Spreitenbach).
Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW), Geschäftsbericht 2017. 37
Ohne Besucherinnen und Besucher der «Badenfahrt» liegt die Anzahl der Passagiere bei 13 730 000. «Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau-OASE», Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau.
Künftige Mobilität Gespannt darf man sein auf neue Ansätze der Mobilität zum Glätten der Verkehrsspitzen und zum Umgang mit dem stetig wachsenden Freizeitverkehr. Sharing-Angebote und elektrisch betriebene Fahrzeuge unterschiedlichster Art sollen zur Verfügung stehen. Bei jüngeren Käuferschichten findet eine Wertverschiebung statt: Mobilität wird vermehrt organisiert, ohne den Besitz eines Verkehrsmittels vorauszusetzen. Durch die Digitalisierung werden neue Möglichkeiten entstehen (z. B. neue Fahrdienste, die die Nachfrage nach individualisierten Fahrten zusammenführen), und Sharing-Lösungen, die eine effizientere Nutzung der vorhandenen Ressourcen erlauben. Mit der rasanten Verbreitung leistungsstarker Smartphones gewinnen digitale Werkzeuge für die persönliche Mobilitätsplanung an Bedeutung. Mobiles Internet ermöglicht den Zugang zu Informations- und Mobilitätsdiensten. Beim multimodalen Verkehr wird nach individuellen Kriterien für jeden Weg das jeweils geeignete Verkehrsmittel genutzt. Die Grenze zwischen öV und MIV verschwindet damit mehr und mehr, die Mobilität wird als vernetztes Angebot betrachtet. Selbstfahrende Autos werden den Verkehr in Zukunft sicherer und komfortabler machen. Die Kapazitätsprobleme der Infrastruktur können mit den neuen Technologien nur teilweise gelöst werden. Baulich verdichtete Gebiete werden auch in Zukunft Massentransportmittel erfordern. Der öffentliche Verkehr ist und bleibt auch das Rückgrat einer multimodalen Mobilität. Daher ist die Verknüpfung der öffentlichen Verkehrsmittel mit anderen Mobilitätsangeboten voranzutreiben und als Gesamtsystem zu optimieren.
«Werkplatz Baden» Die Konzentration der Wirtschaft in Baden nimmt seit 2005 zu. Die Beschäftigung ist seit 2013 rückläufig. Ursache dieser Abnahme ist die Entwicklung des Energiesektors. Die anderen Branchen verzeichnen einen leichten Zuwachs an Beschäftigten. Jährlich werden in Baden rund 40 neue Unternehmen registriert (im dritten Sektor).
Der «Werkplatz Baden» mit Gewerbe, Hightech und Kreativwirtschaft ist der wichtigste Teil des Wirtschaftsstandorts (43 % der Beschäftigten). In der Kreativwirtschaft nimmt die Beschäftigung leicht zu, ist im Vergleich zu anderen Schweizer Städten aber unterdurchschnittlich.
Branchen mit hoher Wertschöpfung wie Hightech-Energie, Informations- und Kommunikationstechnik (ICT), Medizinaltechnik oder Gesundheit / Wellness, die ein urbanes Umfeld bevorzugen, sind Zukunftsoptionen für Baden. Vom neuen Thermalbad und von der Präventions- und Rehabilitationsklinik (Reha-Klinik) werden starke Impulse erwartet.
Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft müssen in einem gesamtstädtischen Kontext betrachtet werden. Dies gilt besonders für Baden mit einer hohen Konzentration der Stadtfunktionen in der Innenstadt. Die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Stadtfunktionen nehmen zu.
Beschäftigung Wirtschaftsstandort Die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts war von 2005 bis Die zunehmende Verflechtung von Wirtschaftszweigen mit dem 2013 gekennzeichnet durch ein überdurchschnittliches Wachs- Trend zur Tertiarisierung erfordert eine Überwindung der tratum der Beschäftigten, einen steigenden Anteil von Branchen ditionellen Betrachtungsweise in Kategorien wie Sektoren und mit hoher Wertschöpfung und eine Konzentration in der Innen- Branchen. Zudem nahm und nimmt der Einfluss der weichen stadt sowie teilweise in Dättwil. Insgesamt nahm die Beschäf- Faktoren zu: Wohnqualität, Kultur- und Freizeitangebote sowie tigung in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) 39 in der Stadt um 20 % zu attraktive Einkaufsmöglichkeiten sind wichtige Standortfaktoren (Schweiz: 7 %). für Firmenansiedlungen geworden. Städte und urbane Räume Seit 2014 ist eine abnehmende Tendenz zu beobachten. Die sind die Gewinner der vergangenen Dekade. Hightech und Kre- Verortung der Daten von 2015 40 zeigt, dass diese Abnahme fast ativwirtschaft, generell Branchen mit hoher Wertschöpfung, bevollständig auf die Entwicklung in den Energiebranchen 41 bzw. vorzugen eine urbane und städtische Umgebung. Daher müssen im zweiten Sektor (Industrie) zurückzuführen ist. die Ansprüche der Wirtschaft in einem breiten städtischen Kon- 2015 waren die rund 23 367 Beschäftigten (VZÄ) in über text betrachtet werden. Dies gilt besonders für Baden mit einer 2300 Unternehmen tätig. Seit 2008 nahm die Anzahl der Betrie- hohen Konzentration der Stadtfunktionen in der Innenstadt. be um 696 (43 %) zu. Damit liegt Baden über dem kantonalen (40 %) und leicht über dem regionalen (42 %) Wert. In Wettingen und Spreitenbach betrug die Zunahme 40 % bzw. 35 % und betraf ausschliesslich den dritten Sektor. Der Anteil der Industrie an der Anzahl Betriebe beträgt nur 7,6 % (MS-Region 14 %, Kanton Aargau 16 %), der Anteil an Beschäftigten liegt bei rund 32 % (MS-Region 31 %, Kanton Aargau 30 %).
Arbeit, Raum und Demografie 2014 gab es in Baden 1,4 Beschäftigte pro Einwohner (2000: 1,2). Zusammen mit dem Verhältnis Erwerbstätige / Beschäftigte (Baden: 1 zu 2,40) deutet dies auf eine wachsende Rolle von Baden als regionalem Arbeitsort hin. 65 % der Badener Erwerbstätigen sind Wegpendler, 86 % der Beschäftigten in Baden sind Zupendler 42. Täglich sind in Baden rund 7000 Weg- und 22 000 Zupendler unterwegs. Rund ein Drittel 43 der Zupendler kommen aus einer Nachbar- oder Regionsgemeinde. Sie können im Perimeter Regionalstadt als Binnenpendler betrachtet werden bzw. als Personen, die vom Wohnquartier ins Stadtzentrum reisen. Die Beschäftigten sind zu 71 % in der Innenstadt konzentriert. Dättwil hat einen Anteil von 25 %. Die restlichen 4 % entfallen auf die Quartiere Rütihof, Allmend sowie Meierhof und Kappelerhof.
39 VZÄ, Vollzeitäquivalent. 1 VZÄ = 1,25 Beschäftigte, d. h., 100 VZÄ entsprechen rund 125 beschäftigten Personen. 40 Entwicklungsplanung Baden, Grundlagen: STATENT 2015, provisorisch. Statistik Aargau 2018. 41 2017 hat die General Electric AG einen weiteren Abbau von 1200 Beschäftigten angekündigt. 42 «Erwerbstätige und Pendler 2016», Wüest & Partner, Zürich. 43 Schätzung Entwicklungsplanung.
Unter dem Begriff «Werkplatz» 44 werden in drei Bereichen sämt- 2014 lag der Anteil des Werkplatzes bei den Beschäftigten in liche produzierenden Aktivitäten (Branchen) zusammengefasst, den Schweizer Städten bei 27,5 % und in der Stadt Zürich bei unabhängig, ob es sich um materielle oder immaterielle Güter 21 %. Baden mit rund 10 300 Vollzeitbeschäftigten bzw. 43 % handelt. Anteil an der Gesamtbeschäftigung gehört zu den Orten mit einem stark ausgeprägten Werkplatz. Auch die interne Struktur → Die gewerblich-industrielle Produktion 45 ist in Baden seit 1995 des Werkplatzes mit einem hohen Anteil des Hightech-Bereichs rückläufig (– 35 % bzw. – 800 VZÄ). Ihr Anteil an Beschäftigten (63 %) und einem niedrigen Anteil der gewerblich-industriellen des Werkplatzes liegt bei 19 % (Schweiz: 54 %). Produktion (19 %) weicht stark von den Landeswerten und dem → In Badener Hightech-Unternehmen 46 nahm die Beschäftigung Durchschnitt der Schweizer Städte ab. Der Anteil der Kreativseit 1995 um 40 % zu, was weit über dem Landeswert und wirtschaft-Plus mit 17 % liegt in Baden etwas unter dem Landesdem Wert der Schweizer Städte von 6 % liegt. 2014 wurden wert von 22 %. rund 6500 VZÄ im Hightech-Bereich erfasst. Besonders positiv Die Bedeutung des Werkplatzes in Baden geht auf die früist die Zunahme der Beschäftigten in den Branchen ausser- here, dominante Stellung von Brown, Boveri & Cie. (BBC) zurück. halb der Elektroindustrie 47. 2014 waren 2300 VZÄ in diesen Fast 30 Jahre nach der Fusion von BBC mit ASEA liegt der Anteil Branchen registriert. der BBC-Nachfolgefirmen bei rund 4200 VZÄ bzw.
17 % der Beschäftigten der Stadt, 38 % der Beschäftigten des Werkplatzes → Kreativwirtschaft-Plus umfasst Kreativwirtschaft 48 in einem und fast 61 % der Beschäftigten der Hightech-Branchen. erweiterten Sinn, neben Sachgüter herstellenden Unternehmen sind ausgewählte Teile aus dem Dienstleistungssektor dabei. Der Bereich des Werkplatzes wächst seit 2005 kontinuierlich. Die Wachstumsdynamik ist in Baden im Vergleich mit der Schweiz bzw. den Schweizer Städten jedoch leicht unterdurchschnittlich.
Tabelle 9 → Standortfaktoren der Stadt Baden und ihre Bedeutung für den Werkplatz ••• = hohe Relevanz •• = mittlere Relevanz • = geringe Relevanz
Bewertung Relevanz für Relevanz für Relevanz für von Baden gewerbl.-industr. Hightech Kreativwirtschaft- Produktion Plus Relative Standortvorteile (Stärken) Nähe zu Bildung und Forschung (ETH, UNI, PSI, FH etc.) ++ • ••• •• – ••• Zugang zu (sehr) gut ausgebildeten Arbeitskräften +++ • ••• ••• Gute Erschliessung öV (Nahverkehr) +++ • – •• •• •• Gute internationale Erreichbarkeit ++ • ••• •• Nähe zum Absatzmarkt / Kunden + ••• • •• Lebensqualität, Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort ++ – +++ •• ••• ••• Image, kreatives Milieu, Kulturszene ++ – +++ • •• ••• Verfügbarkeit von Risikokapital ++ •• ••• ••• Clusterbildung +++ •• ••• •••
Relative Standortnachteile (Schwächen) Konkurrenz um Flächen / Flächenverfügbarkeit –– •• – ••• •• • Hohe Abhängigkeit von externen Faktoren ––– • ••• •• Hohe Mieten –– ••• ••• •• – ••• Erreichbarkeit für den motorisierten Individualverkehr ––– ••• ••• • Raumknappheit, Konflikt von Wohnen und Werkplatz –– •• – ••• ••• • Verwaltung / Regulierungen – •• – ••• •• •
Zukunft des Werkplatzes Der «Werkplatz Baden» ist den globalen Trends ausgesetzt. Die → Der Hightech-Cluster behält seine Schlüsselrolle auch in Zu- Digitalisierung als Ausprägung des technischen Fortschritts, die kunft. Besonders die Branchen ausserhalb der Elektroindusinternationale Arbeitsteilung mit Verflechtung der Wertschöp- trie können zur angestrebten Diversifikation der Wirtschaft fungsketten oder die Tertiarisierung sowie die Entwicklung der beitragen. Diesen Befund bestätigt die Stossrichtung der kom- Finanzmärkte bergen sowohl Chancen wie Risiken (Tabelle 9). munalen Branchenstrategie 49, in der Hightech-Energie sowie Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) im Mittel- → Chancen bestehen dort, wo der «Werkplatz Baden» seine punkt stehen. Weitere Schwerpunkte sind Medizinaltechnik Stärken wie bestehende Hightech-Cluster oder den Zugang und Gesundheit / Wellness, wo sich neben der klassischen zu hoch qualifizierten Fachkräften für die Forschung zusam- Medizin (Kantonsspital Baden, Institut für Arbeitsmedizin, men mit einer hohen Lebensqualität und dem Image der private Praxen, Labors usw.) ein differenzierter Wellness- Stadt ausspielen kann. Bereich (Bäder, Präventions- und Reha-Zentren) sowie ein → Risiken liegen primär in der globalen Wirtschafts- und Tech- Bereich Medizinaltechnik (Varian GmbH, Orchid, Dectris AG nologieentwicklung. Die wichtigsten lokalen Faktoren sind usw.) etabliert. Diese wertschöpfungsstarken Branchen sind der enge Perimeter des Wirtschaftsstandorts und die knap- zukunftsorientiert, passen zum lokalen Arbeitsmarkt und pen Raumreserven in Baden.
verfügen trotz starken Abhängigkeiten über ein grosses Synergiepotenzial. Sie differenzieren Baden deutlich von anderen → Der Rückgang der gewerblich-industriellen Produktion ist Wirtschaftsstandorten ähnlicher Grösse und sind Teile wichein weiterer Beweis für die Urbanisierung von Baden. Diese tiger übergeordneter Cluster im Grossraum Zürich (Clean- Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Im Zentrum gibt es zu we- und Nano-Tech, Life Science). nig Platz für Branchen mit tiefer Wertschöpfung und hohem Raumbedarf.
→ Die Kreativwirtschaft-Plus profitiert als Begleiterin von der Entwicklung der Hightech-Branche. In der Digitalisierung und der Tertiarisierung stecken, in Anlehnung an die angestammten Badener Branchen, grosse Potenziale für den Teil des Werkplatzes.
4 4 Studie «Quo vadis, Werkplatz Stadt? Entwicklungen und Perspektiven von Industrie und Gewerbe in der Stadt», Infras, 2017. Auswertung für den Werkplatz Baden, Infras 2017. 4 5 Produzierende oder auf Installations- und Instandhaltungsarbeiten spezialisierte Betriebe ohne publikumsorientierte Gewerbe, der Detail- und Grosshandel, die Gastronomie und quartierbezogene Dienstleistungen. 46 Hightech-Branchen mit hoher Wertschöpfung und hohem Anteil von Forschung und Entwicklung an Beschäftigung und Investitionen. 47 Branche NOGA 27, «Herstellung von elektrischer Ausrüstung»; hier sind GE (Alstom) und Teile von ABB erfasst. 48 Gemäss Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich umfasst der Cluster Kreativwirtschaft folgende Branchen: Musik, Buch, Kunst, Film, Rundfunk, Darstellende Kunst, Design, Architektur, Werbung, Software / Game-Industrie, Kunsthandwerk, Presse / Medien, Phono. 49 «Entwicklungsstrategie für zusätzliche Branchenschwerpunkte», Standortmarketing Baden, März 2018.
«Treffpunkt Baden» Urbanes Flair in attraktiven Stadträumen und ein reiches Angebot an Kultur, Freizeit und Einkauf bilden den «Treffpunkt Baden». Diese Funktion trägt massgeblich zur Attraktivität Badens als Wohn- und Wirtschaftsort sowie als Destination bei.
Im Einkauf sind Angebot und Branchenmix 50 auf ein regionales Einzugsgebiet ausgelegt. Die Kulturofferte ist regional, überregional bis sporadisch international. Einkauf und Kultur übersteigen quantitativ und qualitativ den lokalen Rahmen. Hier nimmt die Stadt Baden ihre Rolle als Zentrum der Region wahr.
Der «Treffpunkt Baden» steht für eine Vielzahl von Aktivitäten, vermeiden. welche die Stadt Baden zu einem attraktiven Regionalzentrum Durch gute Gestaltung des öffentlichen Raums und kommunaler machen. Kultur, Freizeit, Tourismus, Gastronomie und Einkauf Bauten – Architektur und Städtebau – ist die Unverwechselbarerfüllen soziale Aufgaben, festigen die Identität der Stadt und keit des Orts zu stärken und dadurch die Aufenthaltsqualität für tragen zu ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bei. Die Pro- Kundinnen und Kunden zu steigern. Die jährlichen Events wie gnosen für Baden und die Region mit 25 000 bzw. über 120 000 «Liechterwecke», «Marktplatz» oder «Baden Magisch» werden Einwohnerinnen und Einwohnern sowie über 30 000 meist hoch von der Kundschaft geschätzt. qualifizierten Beschäftigten bilden das Potenzial, das ökono- Baden hat die Voraussetzungen für den Bestand und Erfolg misch, sozial und kulturell zu nutzen ist. Wachstum allein führt als Einkaufsort. Gerade der Wandel bietet die Chance für Neues. nicht zwangsläufig zu mehr Kundinnen und Kunden bzw. Besu- Bereits heute findet man in Baden zahlreiche positive Beispiele cherinnen und Besuchern. Hier sind koordinierte Massnahmen davon, und diverse Läden verzeichnen positive Umsatzentnotwendig. Zudem wird Baden zunehmend der Konkurrenz aus wicklungen 53. Primär soll auf einen zukunftsfähigen Branchendem Limmattal (Spreitenbach, Dietikon, Schlieren) ausgesetzt mix hingewirkt werden. Es gilt, länger dauernde Leerstände in sein. Erdgeschossen zu vermeiden und bei neuen Nutzungen auf gute Ergänzungen zu den bestehenden zu achten. Bahnhof- Einkaufsort platz, Metroshop, Badstrasse, Schlossbergplatz, Gstühl-Areal, Im Detailhandel ist ein tiefgreifender Umbruch im Gang.
Es findet obere und untere Altstadt, Cordulapassage mit Weiter Gasse eine Verschiebung vom stationären Verkauf zum Onlinegeschäft und Lindenplatz sind als zusammenhängende Hauptachse für statt. Prognosen sprechen von einer Verdopplung des Online- 51 den Einkaufsort wichtig. Bedeutend und an guter Lage sind handels in der Schweiz in den nächsten fünf Jahren. Betroffen in Baden auch die grossen Frequenzbringer Manor, Migros ist die gesamte Branche von den Einzelläden über Ladenketten und Coop. Die untere Altstadt und die Nebengassen der obebis hin zu Warenhäusern und Shoppingcentern. Allein in der Be- ren Altstadt profitieren vom malerischen Ambiente und bieten kleidungsbranche wird bis 2020 eine massive Schrumpfung der Nischenangebote. Der Einkauf muss mit einer hohen Erlebnis- Ladenflächen um bis zu 20 % des Bestands erwartet; in Baden dichte, Kultur- und Freizeitangeboten und vielfältiger Gastronowären das bis zu 8000 m2 Verkaufsfläche, die für andere Nutzun- mie verbunden sein. Die bessere Anbindung der Vorstadt an die gen frei würden. Innenstadt und die Entwicklungen auf der Westseite des Bahn- Auch wenn das Internet zum wichtigen Faktor des Einzel- hofs werden sich zusammen mit der Belebung der Bäder positiv handels wird, behält der Laden als ein Element der Interaktion Einkauf seine Rolle. Eine im November 2017 veröffentlichte Studie der Stadt Zürich52 listet mehrere Faktoren und Trends auf, die den Wandel des Einzelhandels beeinflussen. Einige davon wurden als lokale Kontextfaktoren bezeichnet; hier kann kommunale Politik das Umfeld des Einzelhandels unter anderem durch den Abbau von Regulierungen mitgestalten, zum Beispiel für Ad-hoc- oder kurzfristige Nutzungen. Der Austausch von aktuellen Informationen über Nutzungsmöglichkeiten, Verfügbarkeit, Mietkosten und lokale Standortqualitäten soll beschleunigt werden. So lassen sich Leerstände
50 «Treffpunkt Innenstadt – Nutzungen in der Badener Innenstadt», Kreaprozess Berchtold Standortentwicklung und Entwicklungsplanung, Stadt Baden, 2014. Eine Umfrage in Geschäften am Schlossbergplatz ergab eine Faustregel von 40 % Badener Kundschaft und 60 % Auswärtigen. 51 «Retail Outlook 2017: Schweizer Detailhandel im Umbruch», Credit Suisse. 52 «Handel im Wandel, Szenerien für den Detailhandel», Stadt Zürich, Stadtentwicklung, 2017. 53 «Standort abseits der Innenstadt lohnt sich», AZ, 19. Januar 2017; «Ein weiteres Stück Badstrasse wird neu», AZ, 25. Januar 2017.
auf Baden als Einkaufsort auswirken. viel Wirkung erzielt wird, ist der lokal-integrative Charakter von
Kultur | Kultur wichtig56. |
|---|---|
Kulturinstitutionen und Aktivitäten machen aus einem Wohn- | Die Besucherdaten zeigen die geografischen Wirkungskreise |
und Arbeitsort eine «Regionalstadt», und zusammen mit einer | der einzelnen Kulturinstitutionen. Trotz einigen markanten |
lebendigen Innenstadt wird diese zu einem Ort der Begegnung. | Differenzen, die aus den Profilen der Institute resultieren, ist |
Die Besucherzahlen sind eindrücklich: 2017 wurden in den | ihnen allen die regionale und kantonale Bedeutung gemein. |
Badener Kulturanlässen über 200 000 | 54 |
Eintritte registriert, d. h., | Die Besucheranteile aus Region und Kanton Aargau liegen zwi- |
die Badener Kultur zog weit über 100 000 Besucherinnen und | schen 40 % und 70 % (Tabelle 10). |
Besucher in die Stadt. Im Gegensatz zum exakt messbaren Aufwand der Stadt Tourismus ist die Ermittlung des Return on Investment im Kulturbereich Das aktuelle Wachstum der Badener Logiernächte von 53 000 schwierig. Neben dem direkten Nutzen entfalten die Kulturinves- im Jahr 2003 auf heute rund 100 000 entspricht ungefähr dem titionen eine indirekte Wirkung. Eine durch die Gruppe «kulturak- Ausbau der Hotelangebote in diesem Zeitraum. Geschäftskuntiv» durchgeführte Befragung55 ergab für die Saison 2017–2018 den buchen mit rund 80 % den überwiegenden Teil der Übereindrückliche Zahlen: Die Kulturinstitutionen generierten in die- nachtungen. Der Bereich Freizeit wächst auf tiefem Niveau. Mit sem Zeitraum rund CHF 3,2 Mio. an Eigenleistungen (Eintritte, wenigen Ausnahmen ist die Wochenendauslastung der Hotels Führungen etc.), gaben für CHF 1,35 Mio. Aufträge an das Ba- jedoch noch bescheiden. Das Potenzial der bestehenden Infradener Gewerbe, und weitere CHF 0,45 Mio. flossen an das regi- struktur ist somit nicht ausgeschöpft. Mit der für Herbst 2020 geonale Gewerbe. Die indirekte Wirkung – also die Ausgaben der planten Eröffnung der neuen Therme und der Präventions- und Besucherinnen und Besucher vor Ort (Gastronomie, Shopping) Rehabilitationsklinik sowie mit der Stärkung des Tagungsstand- – wird auf rund CHF 12 Mio. geschätzt. orts Baden dürfte eine Steigerung der Logiernächte auf 120 000 Die wohl wesentlichste liegt im immateriellen Bereich: Ein mittelfristig realistisch sein, wobei der Anteil an Wochenenden kontinuierliches und qualitativ anerkanntes Kunst- und Kulturle- höher ausfallen dürfte. ben wirkt stark identitätsstiftend und vermittelt der Bevölkerung Breit akzeptiert ist die Auffassung, dass der Städtetoueine Verbundenheit mit dem Wohn- oder Arbeitsort. Ein Beispiel rismus weiter wachsen wird (ungebrochene Urbanisierung für diesen Effekt zeigen Befragungen der Zu- und Wegzüger, die der Gesellschaft).
Hier hat die Stadt Baden als eigenständige das kulturelle Angebot der Stadt Baden allesamt als zentral für Subdestination von Zürich mit ihrem Stadtambiente und den das Image Badens und für ihre Identifikation mit der Stadt be- differenzierten Kulturangeboten sehr gute Karten. Lokal wird schreiben. Die Kultur ist ein wesentliches Merkmal und ein Stand- das neue Bäderangebot bedeutend mehr Tagesausflüge und ortfaktor von Baden. Das Stadtzentrum wird als Bühne und Aus- zusätzliche Logiernächte generieren. Die Nähe zu Zürich stellt tauschort weiter an Bedeutung gewinnen. Dazu beitragen werden eine Chance dar, sich als neu positioniertes Bäderquartier mit Institutionen wie das Museum Langmatt oder das Animationsfilm- allen Facetten der Unterhaltung und als die einzige urbane der Festival Fantoche. In den Quartieren, wo mit wenig Aufwand total zehn Schweizer Wellness-Destinationen zu differenzieren.
Tabelle 10 → Herkunft der Besucherinnen und Besucher (Anteile) der Kulturinstitutionen in Baden 57

Einheit Total Baden Bezirk Kanton AG CH International
% % % % % %
Kindermuseum Gruppenführungen 100 6 20 37 28 9
Festival Fantoche 2015 Besucher 100 6 – 48 44 2
Kunstraum 2015 Besucher 100 29 25 13 34 –
Kurtheater 2009 Besucher 100 12 40 29 11 –
54 Eintritte 2017 (gerundet): Museen 55 000 (Historisches Museum Baden, Schweizer Kindermuseum, Museum Langmatt). Festivals 56 000 (Internationales Festival für Animationsfilm Fantoche, Figura Theaterfestival, Bluesfestival Baden), Theater und Konzerte 90 000. Angaben der Kulturinstitutionen und Veranstalter, 2017. 55 «kulturaktiv», Befragung von der Stadt Baden unterstützter Kulturinstitutionen, Juni 2017 – Juni 2018. www.kulturaktivbaden.ch. 56 Beispiele sind das Theater Kappelerhof, das Theater in Rütihof oder jenes in Ennetbaden. 57 Gemäss Angaben städtische Abteilung Kultur.
Nachhaltiger Energiekonsum Die Ziele des Energiekonzepts 2017 – 2026 setzen konsequent auf erneuerbare Strom- und Wärmeproduktion in Baden.
Die Stadt nutzt ihren Handlungsspielraum. Mit Eigenverbrauchslösungen, den Angeboten der Regionalwerke AG Baden oder der Vermietung von geeigneten Flächen an Dritte bieten sich diverse Handlungsmöglichkeiten an.
Die Umgestaltung der Wärmeversorgung in erneuerbare Energieträger und der rasante Anstieg der Elektromobilität bilden weitere Bausteine. Für den Ausbau der Elektromobilität sind weitere Ladestationen erforderlich.
Mit den verpflichtenden Zielen des Energiekonzepts 2017 – 2026 Regionalwerke bieten dazu Musterverträge an. Der Betreiber rücken Energiethemen stärker in den Fokus der städtischen Ak- oder die Betreiberin der Fotovoltaikanlage wird zu einem Energietivitäten. Tägliche Meldungen über das sich verändernde Klima produzenten und kann den Strom Mieterinnen oder Mitbesitzern und die Auswirkungen auf die Umwelt zeugen von der Dringlich- im eigenen Gebäude oder in der Nachbarschaft verkaufen. Eine keit des Themas. Wir sind aufgefordert, bestehende Gewohn- weitere Möglichkeit ist die vertraglich geregelte Vermietung von heiten und Handlungsweisen zu hinterfragen. Dachflächen an andere Energieproduzenten. Wer keine «Produktionsflächen» besitzt, hat die Möglich- Energiekonzept keit, sich an gemeinschaftlichen Anlagen zu beteiligen. Die erste Im Badener Energiegeschehen lassen sich drei Aktivitätsbereiche miinSTROM-Anlage 58 wurde 2017 auf dem Dach des neuen Schulerkennen, die auf das Energiekonzept einwirken: die zunehmen- hauses in Rütihof in Betrieb genommen und ist bereits komplett de Bedeutung der Erzeugung erneuerbarer Energien, die Trans- vergeben. Die Regionalwerke AG Baden plant weitere Anlagen formation der Wärmeversorgung und die Elektromobilität. auf öffentlichen Gebäuden. Diese Bereiche beeinflussen den Grad der Erreichung der Zwischenziele 2021 massgeblich. Das prioritäre Ziel ist die Treib- Erfolgsfaktor Wärmeversorgung hausgasreduktion um 15 % pro Person gegenüber 2013. Je dyna- Der Wärmebedarf verursacht den grössten Anteil an Treibhausmischer sich die drei Bereiche entwickeln, desto eher erreicht die gasemissionen. Ein rascher Wechsel zu ökologischen Alternativen Stadt ihre Klimaziele. Die Rolle Badens ist die eines Katalysators. wirkt sich unmittelbar auf die Emissionen aus. Mit der Inbetrieb- Die Stadt wirkt als unterstützende und treibende Kraft im Hinter- nahme der Wärmezentrale Dättwil wurde 2017 ein grosses Projekt grund. Sie erreicht die Ziele nicht durch eigene Infrastrukturpro- umgesetzt.
Jede Liegenschaft weist bezüglich der Wärmeversorjekte oder durch Handlungsgebote bzw. -verbote, sondern nutzt gung spezifische Rahmenbedingungen auf, die einer individuelihren Handlungsspielraum auf allen Ebenen, um in Kooperation len Lösung bedürfen. Deshalb setzt die vom Stadtrat erlassene mit einer Vielzahl von Partnern konstruktiv auf die Ziele hinzuar- Energieverordnung gezielt Akzente durch Unterstützungsbeiträge beiten. Die wichtigste Partnerin ist die Regionalwerke AG Baden. bei der Energieberatung und der fachlichen Begleitung von Sa- Die Ziele des Energiekonzepts sind in der Eigentümerstrategie der nierungsprojekten. Noch immer werden viele Liegenschaften Regionalwerke Holding AG verankert. mit Öl beheizt. Heizöl ist ein wertvoller und wichtiger Energieträger und für Niedertemperaturanwendungen wie die Gebäude Ökologischen Strom beziehen oder produzieren heizung zu hochwertig. Mithilfe der öffentlich zugänglichen Elektrizität ist fundamental wichtig. Fehlanreize im Strommarkt Energierichtplankarte auf der Webplattform geoProRegio könsorgen zurzeit dafür, dass die importierte Energie das Klima nen örtlich verfügbare Alternativen abgefragt werden. nach wie vor stark belastet. Lokale, ökologischere Energiebezugsquellen sind für jede Person und jedes Unternehmen in Mobilität wird elektrisch Baden gegen einen geringen Aufpreis verfügbar. Die Einführung neuer Technologien ist von der Akzeptanz der Die Limmatkraftwerke produzieren in Baden in den Wer- Kunden abhängig. Dies zeigt sich zurzeit bei der Elektromobilität ken Aue und Kappelerhof Strom aus Wasserkraft, den die Re- (Autos und Fahrräder). Bei den Elektroautos wird der Wandel gionalwerke AG Baden als AQUAE-Strom anbietet. Damit wird gebremst durch das limitierte Angebot sowohl an Fahrzeuggleichzeitig die Nutzung weiterer erneuerbarer Energieträger un- modellen wie auch an Lademöglichkeiten. Die Infrastruktur für terstützt. Eine konsequente Nutzung solcher Quellen wirkt sich elektrische Ladestationen ist in Baden noch kaum ausgebaut. sehr positiv auf die Treibhausgasbilanz der Stadt aus.
In den nächsten Jahren wird sich diese Situation verbessern, da Es bestehen weitere Möglichkeiten, Strom vor der eigenen mehrere Ladestationen geplant sind. Ökologisch sind die Fahr- Haustür umweltverträglich zu produzieren. Nach wie vor gibt zeuge aber erst dann, wenn sie auch mit ökologisch erzeugtem es eine Vielzahl geeigneter Dächer für die Erzeugung von So- Strom geladen werden. Deshalb ist es wichtig, parallel zur Ladelarstrom. Die Dachnutzung kann in unterschiedlicher Weise er- infrastruktur in die Erzeugung und Speicherung von Strom zu infolgen. Eine Möglichkeit ist die Nutzung der Energie durch den vestieren. Für die Regionalwerke als lokale Netzbetreiber bedeutet Gebäudeeigentümer. Der Eigenverbrauch von Fotovoltaikstrom das Sicherstellen der Netzstabilität eine weitere Herausforderung. ist finanziell attraktiv. Lässt sich die Energie nicht selbst nutzen, können Eigenverbrauchsgemeinschaften gebildet werden. Die
58 Weitere Informationen unter www.miinstrom.ch.
Finanzen Bereits 2012 brachen die Einnahmen der Elektro- und Energieindustrie in Baden um 30 % ein. Der zweite Einbruch folgte 2016. Zurzeit liegen die Badener Steuererträge der juristischen Personen gegenüber den Spitzenjahren um beinahe 60 % tiefer.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt ist wichtiger denn je. Die angespannte Finanzlage zwingt zu einer Priorisierung der Aufgaben, ohne die Zielsetzungen des «Planungsleitbilds 2026» zu gefährden.
Die Ansätze zur Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur in Richtung Hightech-Energie, Informations- und Kommunikationstechnik (ICT), Medizinaltechnik und Gesundheit / Wellness zeigen erste positive Resultate. Die neuen Start-ups werden erst auf lange Sicht Früchte tragen.
Das beständige Wachstum der Stadtbevölkerung spiegelt sich einerseits in der Zunahme der Steuereinnahmen und andererseits im wachsenden Aufwand für Infrastruktur wider.
Natürliche Personen Bereits im Lauf des Jahres 2013 hat sich die finanzpolitische Die sinkenden Steuererträge der juristischen Personen wurden Lage Badens stark verändert. Im Februar 2014, am Planungs- teilweise durch die kontinuierlich positive demografische Entworkshop zu Beginn der Legislaturperiode, zeichnete sich eine wicklung der Stadt kompensiert. Die hohen Wohnungsmieten Diskrepanz zwischen den finanzpolitischen Zielen einerseits und Eigenheimpreise bewirken, dass eher einkommensstarke und der Finanzierung der formulierten Legislaturziele für die Personen nach Baden zuziehen, was sich – vor allem in der Jahre 2015 – 2018 ab. Eine siebenjährige Phase hoher Unter Innenstadt – im steigenden Anteil von Steuerpflichtigen mit hönehmenssteuererträge mit jährlichen Einnahmen von bis zu herem Steueraufkommen manifestiert. Die gegenwärtige Phase CHF 30 Mio. war zu Ende gegangen. Für die folgenden Jahre der hohen Wohnbauinvestitionen wirkt sich stabilisierend auf wurde ein starker Einbruch der Einnahmen bei juristischen Per- die Leistungsfähigkeit der Stadt aus. Hier muss berücksichtigt sonen bis auf rund CHF 12 Mio. und tiefer (nach Einführung der werden, dass damit auch die Infrastrukturkosten und der Ver- Steuerreform 2017) erwartet. Ein Ende der Transformationspha- waltungsaufwand (Schulraum, Kinderbetreuung, Strassen) gese im Energiesektor ist noch nicht in Sicht. stiegen sind. Der Stadtrat hat bereits in der Budgetierungsrunde 2013 die Energiewende Abteilungen aufgefordert, den Nettoaufwand ihrer Produkte zu Baden profitierte in der Vergangenheit von einem hohen Steu- reduzieren. 2014 wurden zwei Massnahmenpakete zum Bremsen eraufkommen der Elektro- und Energieindustrie. 2012 und 2016 des Ausgabenwachstums eingeleitet: brachen die Einnahmen ein.
Unmittelbarer Auslöser dafür war → Das Projektportfolio hilft, durch faktenbasierende Projektdie nach 2011 in der Europäischen Union und in der Schweiz steckbriefe und Projektaufträge die Investitionen zu priorisieeingeleitete tiefgreifende Transformation des Energiesektors. ren. Bei jedem einzelnen Projekt werden Zielsetzung, Umfang, Die subventionierten neuen Energiequellen führten zusammen Aufwand und Nutzen geprüft. So wird die Investitionssumme mit einer Teilliberalisierung des Strommarkts zu einer akuten besser auf die finanziellen Möglichkeiten der Stadt abge- Stromüberproduktion bzw. zu einem Preiszerfall. Die fehlende stimmt. Rentabilität von Energieträgern wie Gas und Wasser und ein hoher Abschreibungsbedarf bei Atomstromanlagen treffen die → Im Projekt «Optima» wurden alle Aufgaben der Verwaltung un- Badener Energiewirtschaft direkt. Die Firmen kämpfen gegen tersucht und Schnittstellen zusammen mit dem Projekt «Neue ein schrumpfendes Auftragsvolumen sowie die hohen Kosten des Verwaltungsorganisation» vereinfacht. In zwei Runden wur- Strukturwandels und weisen entsprechend niedrige Gewinne aus. den die Produkte der Abteilungen detailliert beschrieben und bewertet. Neue Aufgaben wurden nach denselben Kriterien Diversifizierung überprüft und nur im positiven Fall aufgenommen. Die nicht Die Ansätze zur Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur zeigen qualifizierten Aufgaben wurden abgebaut, sofern der Einwoherste positive Resultate mit mehreren Start-ups im Hightech- nerrat dem zustimmte. Dies führte zu einer sozialverträglichen und im Gesundheitsbereich. Sie sind ein wichtiger Faktor für die Reduktion der Beschäftigung um rund 20 Stellen und einer Zukunft des Wirtschaftsstandorts.
Zurzeit werden neue Unter- jährlich wiederkehrenden Entlastung des Nettoaufwands von nehmen kaum oder nur bescheiden zum Steuerertrag der Stadt rund CHF 3,7 Mio. Damit konnten Aufwandsteigerungen bei beitragen, weil sie auf ihren aktivierten Investitionen über Jahre den Abschreibungen (Investitionsfolgekosten) und bei weite- Abschreibungen vornehmen können. Das heisst, die Diversifi- ren Aufgaben wie der familienexternen Kinderbetreuung auszierung der Wirtschaft und die Start-ups werden erst mittel- bis geglichen werden. Insgesamt blieb der Nettoaufwand der Prolangfristig Früchte tragen. dukte ohne Steuern im Betrachtungszeitraum in etwa stabil. Die Überprüfung ist zurzeit noch nicht abgeschlossen. Auch die von übergeordneten Instanzen (Kanton, Bund) gestellten Aufgaben werden hinterfragt und optimiert.
Im Sommer 2017 schlug der Stadtrat eine Erhöhung des Steuerfusses auf 100 % vor, da die überarbeitete Aufgaben- und Finanzplanung 2018–2027 einen klaren Bedarf dafür aufzeigte. Der Stadtrat beantragte deshalb dem Einwohnerrat eine Steuerfusserhöhung um 8 %. Als Zielwert für die Steuerung des Finanzhaushalts orientiert sich der Stadtrat neu am operativen Ergebnis. Dies scheint aufgrund der Rückmeldung im Einwohnerrat weitgehend unbestritten. Im Oktober 2017 wurde an zwei Einwohnerratssitzungen der Steuerhöhungsantrag des Stadtrats verworfen und der Steuerfuss unverändert belassen (nach Steuerfussabtausch 92 %). Für das Budget 2019 wurden weitere Einsparungen in Umfang von CHF 1,5 Mio. gefordert. Weiter wurde die Bildung einer parlamentarischen Begleitkommission beschlossen, die dem Stadtrat für die Budgetvorgaben 2019 zur Seite steht.
Investitionsmöglichkeiten und Projektportfolio Die Aufgaben- und Finanzplanung 2018 – 2027 geht klar von rückläufigen Investitionssummen und einer Planungsposition von CHF 15 Mio. für die Jahre 2024 – 2028 aus. Trotz dieses Abbremsens der Investitionsausgaben wird unter Anwendung des Indikators «Operatives Ergebnis ausgeglichen» eine Steuerfusserhöhung unumgänglich sein. Als Zentrumsstadt braucht Baden eine aktive Investitionstätigkeit. Die Priorisierung und Begrenzung der Investitionen in den nächsten Jahren stellt sowohl für die Verwaltung als auch für die Exekutive eine herausfordernde Aufgabe dar.
Herausforderungen und Handlungsfelder
Gesellschaftlicher Handlungsfeld Zusammenleben Die öffentliche Hand koordinierte, begleitete, betreute und Zusammenhalt förderte primär dort, wo Einwohnerinnen und Einwohner aktiv waren. Die Angebote und Aktivitäten reichten von Kultur und
Gesellschaftlicher Zusammen- Freizeit über Bildung, Betreuung und Unterstützung bis zu Ökologie. Vereine und aktive Einwohnerinnen und Einwohner wirkten halt schafft eine sozial und bei der Vorbereitung, Projektierung und Umsetzung von Massnahmen mit. Die aktuellen Themen stiessen auf grosses Interkulturell offene Stadt, sichert esse. Dies zeigte die rege Beteiligung an Diskussionen, Podien und Vernehmlassungen, etwa in der ersten Phase des Projekts breite Zugänge zu städtischen «Raumentwicklungskonzept» (REK) oder bei der Entwicklung der Areale Brisgi im Kappelerhof und Galgenbuck in Dättwil. Dienstleistungen und fordert Seit 2015 regelt eine Vereinbarung die Zusammenarbeit mit den Dorf- und Quartiervereinen. Sie sind damit wichtige Partner die Mitbeteiligung und Mitver- der Stadt und wurden wo möglich in die kommunalen Projekte
antwortung der Einwohnerinnen einbezogen. Auch die Arbeit der Kulturinstitutionen (Museum, Kunstraum etc.) wurde durch Interessenvereine aktiv unterstützt.
und Einwohner. Die Stadt pflegte die örtliche Infrastruktur wie Quartierräume, Treffpunkte, Vereins- und Versammlungsorte und leistete unter anderem im Kultur- oder Bildungsbereich Beiträge an Erneuerungen zum Werterhalt. Anlässlich der Sanierung des Quartierraums im Kappelerhof wurde das Angebot angepasst. Es fanden Veranstaltungen verschiedenster Art, Freizeitevents, Weiterbildungen (Sprachkurse) oder Privatanlässe (Familienfeste) statt. Das Jugendkulturlokal Werkk bot Jugendlichen die Möglichkeit, sich aktiv ins kulturelle und gesellschaftliche Leben einzubringen. Neben programmierten Angeboten wurden die Räume durch junge Kulturschaffende benutzt. Kinder und Jugendliche wirkten bei der Planung und Umsetzung von städtischen Angeboten mit. Ein gutes Beispiel dafür ist der «Jugendlade Kings», wo Jugendliche ihre Ideen bei der Ausgestaltung des Angebots umsetzten. Abteilungsübergreifend konnten Projekte und Massnahmen im öffentlichen Raum realisiert werden, die das Zusammenleben fördern, wie der Spielplatz im Brisgi. Integration ist eine Verbundaufgabe in der Regelstruktur und als Querschnittsaufgabe zu verstehen. Seit 2015 verfügt die Stadt Baden über ein «Konzept der Integrationspolitik». Die interne Arbeitsgruppe «Integration» koordinierte die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung mit der Schule und mit externen Partnern. Der Aspekt der Integration wurde fester Bestandteil in der Stadtentwicklung und der Kulturförderung.
Herausforderungen und Handlungsfelder 2015 – 2018 67
Handlungsfeld Familien- und Alterspolitik Die fremdsprachigen Zuzügerinnen und Zuzüger wurden bei Im Krippenpool der Gemeinden Baden, Ennetbaden, Oberihrem Einstieg in die Stadtgesellschaft durch Willkommens siggenthal und Wettingen wird die familienexterne Kinderbegespräche, Dolmetschdienste sowie Sprach- und Integrations treuung im Vorschulalter koordiniert. Mit der Aufnahme der kurse unterstützt. 2017 wurde der WeltCHOR Baden mit Sän- Firmenkrippen wuchs der Pool auf 29 Krippen. Er ist ein gutes gerinnen und Sängern aus aller Welt gegründet. Er bringt Beispiel für eine erfolgreiche regionale Kooperation. Die Ge- Menschen zusammen und unterstützt Engagement und Initiati- meinden nutzen die Synergien in der Administration und der ven im Bereich der Integrationsförderung. Qualitätsentwicklung sowie bei Bewilligungen und Aufsicht. Das Angebot hat sich bedarfsorientiert entwickelt. In Baden erhal- Ausblick ten alle Eltern, die Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben, eine entsprechende Subvention. → Die Aktivitäten der Stadtverwaltung sind stark auf physische Die familienergänzende Betreuung von Kindergarten- und Räume bzw. auf die bauliche Infrastruktur fokussiert. Künftig Primarschulkindern (Tagesstruktur) ist seit August 2015 in allen soll die Arbeit mobiler und stärker auf die sozialen Räume in Quartieren Tatsache. Mit zwei privaten Trägerschaften wurden den Quartieren ausgerichtet werden. Leistungsvereinbarungen abgeschlossen, die das Angebot nach- → Bestehende Kooperationen mit externen Partnern werden haltig sichern. fortgesetzt und neue initiiert. Das Familienzentrum Karussell wurde zu einem rege besuchten Ort.
Die Grundidee, möglichst viele zielgruppenspezifi- → In der zweiten Phase des «Raumentwicklungskonzepts» sche Angebote unter einem Dach anzubieten, hat sich bewährt. (REK) können Einwohnerinnen und Einwohner mitwirken. Familien steht damit an zentraler Lage eine attraktive Anlauf → Die altersgerechte Partizipation von Kindern und Jugend stelle zur Verfügung, die aus der Angebotslandschaft der Region lichen bei Angelegenheiten, die sie betreffen, sollten die Baden nicht mehr wegzudenken ist. Die Willkommenskultur, die zuständigen Abteilungen und Behörden noch stärker unter fachliche Unterstützung der Familien sowie kinder- und familienstützen. gerechte Räume tragen wesentlich dazu bei, dass sich die Familien angesprochen fühlen und die Angebote in Anspruch nehmen. → In der nächsten Phase der Planung Galgenbuck wird die Die Stadt leistete in der Pilotphase von 2015 bis 2018 einen jähr- Rolle der Vereine als Vermittler zur Quartierbevölkerung an lichen Betriebsbeitrag. Zudem wurde ein Investitionskredit für Bedeutung zunehmen. den Umbau der neu bezogenen Liegenschaft gesprochen. → Der Kanton plant zusammen mit den Gemeinden des In der Region koordiniert die Fachstelle Jugendarbeit Regi- Bezirks Baden dezentrale Integrationsangebote. Das Konzept on Baden die Jugendarbeit bzw. die Kinder- und Jugendanimader Stadt Baden bildet dabei eine wesentliche Grundlage. tion. Ihr sind die Gemeinden Baden, Bergdietikon, Birmenstorf, Ehrendingen, Ennetbaden, Fislisbach, Gebenstorf, Neuenhof, → Die regelstrukturbasierte und die spezifische Integrations- Obersiggenthal, Turgi, Spreitenbach, Untersiggenthal, Wettingen förderung und damit das gezielte Zusammenwirken der An- und Würenlos angeschlossen.
Die Fachstelle begleitete Projekte gebote, Abteilungen, Institutionen und Trägerschaften werden wie Garten jEden oder job4teens und koordinierte Sportnächte über die Gemeindegrenzen hinaus intensiviert. oder die Weiterbildungen für Behörden. Aktuell liegen das «Grundlagenpapier Kooperation Polizei – Offene Kinder- und Jugendarbeit» und das «Tool: Politische Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Gemeinwesen» bereit. Seit Dezember 2016 wirkt der Beirat «Impuls 60 +» mit Altersdelegierten der Quartier- und Dorfvereine sowie Vertretern des Seniorenrats der Region Baden bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für ein gutes Altern aktiv mit. Die «Dritte Generation» ist eine wichtige Kundengruppe des städtischen Kulturangebots, sowohl als grosse Gruppe wie auch als Trägerin oder Initiantin. Interessierte Senioren und Seniorinnen werden bei Besuchen der städtischen Kulturinstitutionen oder Veranstaltungen bei Bedarf unterstützt. Themen wie das Alter und die Vergangenheit werden in Ausstellungen und Veranstaltungen behandelt (125 Jahre BBC, Dritte-Generation-
Thema). Soziokulturelle Aktivitäten in den Quartieren – Kleider → Die Kosten der familienexternen Kinderbetreuung werden tauschbörsen, Besichtigungen und Führungen – sind an ein aufgrund der Nachfrage und der erforderlichen Qualität altersgemischtes Publikum gerichtet. (Professionalisierung) weiter steigen. Die Bereitstellung der Die Stadt Baden kooperiert mit Pro Senectute Aargau als Ressourcen wird unter den gegebenen Rahmenbedingungen Fachorganisation für Altersfragen. eine Herausforderung sein. Der Bedarf an stationären Pflegebetten wird regional ge- → Die Zusammenarbeit mit der Informationsplattform «Impuls plant. Die Praxis zeigt, dass dank Spitex- und ambulanten 60 +» gilt es zu konsolidieren. Aufgaben und Zuständigkeiten Diensten der Bedarf an Heimbetten sinkt. Baden Regio hat dasind besser zu koordinieren. Projekte wie Mentoring IBK her beim Kanton einen tieferen regionalen Richtwert beantragt. (Integrations- und Berufsfindungsklasse) des Seniorenrats Die Regionale Pflegezentrum Baden AG (RPB AG) ist seit Baden sollen gestärkt werden. Für 2019 ist das Projekt Januar 2016 eine Aktiengesellschaft im Eigentum der Stadt «Generationen im Museum» in Vorbereitung. Baden. Mit der Verselbständigung erhielt sie unternehmerischen Handlungsspielraum. Die RPB AG beabsichtigt, die Pflege und → Die Einrichtung der «Regionalen Anlauf- und Beratungsstelle Betreuung für mittel- bis schwerstpflegebedürftige Personen in Baden Regio» (PABS) für Betagte und ihre Angehörigen Baden auf dem Areal des Pflegezentrums zu konzentrieren so- wird geprüft. Ein Konzept dafür wurde bereits 2015 erarbeitet. wie 80 Alterswohnungen zu erstellen. Dazu wurde ein Studienauftragsverfahren initiiert. Im Kehl konnte 2017 die neue Alterssiedlung bezogen werden, weitere 20 Wohnungen im Langhaus Handlungsfeld Soziale Durchmischung werden 2018 saniert.
Die Stadt kann mit ihrem Anteil am Wohnungsbestand von 2,6 % nur beschränkt auf den Wohnungsmarkt einwirken. Die Ausblick 2012 gegründete kommunale Wohnbaustiftung Baden setzt sich für preisgünstigen Wohnungsbau ein. Im ersten Schritt → Die Kinder- und Familienfreundlichkeit von Stadt und Region werden rund 190 Wohnungen im Brisgi, Kappelerhof, entstehen. Baden ist auch unter den Aspekten des Standortvorteils und Die sozialräumliche Entwicklung ist Sache der Gemeinden, des Fachkräftemangels weiter zu stärken. der Planungsverband Baden Regio wirkt beratend. Insgesamt ist → Die Umsetzung der kantonalen Vorgaben des neuen die soziale Struktur der Region ausgewogen und differenziert. Kinderbetreuungsgesetzes (KIBeG) wird den Krippenpool in den nächsten zwei Jahren herausfordern. Ausblick → Die Schule wird zunehmend zum zentralen Lebensraum → Für eine aktivere Rolle der Stadt auf dem Wohnungsmarkt für Kinder. Bildung und Betreuung wachsen zusammen und müsste der Anteil an stadteigenen Wohnungen erhöht werden, verschränken sich auf pädagogischer und organisatorischer was eine langfristige Strategie und entsprechende Mittel erfor- Ebene. Dies hat bedeutsame Auswirkungen für alle Beteiligten. dert und mit Risiken verbunden ist.
→ Die Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien werden → Im Galgenbuck wird der Handlungsraum der öffentlichen zur Bildungslandschaft. Damit kann die Effizienz der einge Hand genutzt. Es ist vorgesehen, dass Einwohner- und Ortssetzten Mittel gesteigert werden. bürgergemeinde ihre Baufelder gemeinsam entwickeln.
→ Während der Schulferien ist das Freizeitangebot für Kinder → Für eine aktivere Rolle von Baden Regio hinsichtlich der und Jugendliche in Baden im Vergleich zu anderen Gemeinden sozioräumlichen Entwicklung wären weiterreichende Komperelativ bescheiden. Der geplante Ausbau wurde verschoben. tenzen, d. h. eine Statutenänderung, erforderlich. Der ausgewiesene Bedarf soll in einen Aktionsplan aufgenommen werden.
→ Die Unterstützung von Familien muss sich auf die frühzeitige Erkennung und Förderung von Kindern und Familien in schwierigen Lebenssituationen und Risikolagen ausrichten.
Handlungsfeld Kultur Handlungsfeld Öffentliche Sicherheit Die städtische Kulturförderung basiert auf dem «Kulturkonzept Die öffentliche Sicherheit ist eine ressortübergreifende Aufgabe. 2011». Der «Zwischenbericht zum Kulturkonzept 2017» zeigt, dass Neben der Polizei wirken Kulturförderung, soziale Integration in den vergangenen sechs Jahren die Vielfalt in der Förderpolitik und soziokulturelle Animation direkt oder indirekt auf sie ein. gewährleistet war. Dieser Anspruch ist mit dem seit 2013 en- Die Förderung und Initiierung von Veranstaltungen und Anger werdenden finanziellen Spielraum zunehmend schwieriger lässen im öffentlichen Raum hat zur Belebung der städtischen einzulösen. Bei der Organisations- und Förderstruktur, in der Plätze und Strassen beigetragen. Gleichzeitig wurde die Prä- Vernetzung, der Wirkung, bei der Infrastruktur und bei der Pfle- ventionsarbeit an den Schulen durch die Schulsozialarbeit mit ge des kulturellen Erbes sind substanzielle Verbesserungen ge- dem Fokus auf Früherkennung von kritischen Erscheinungen lungen. Private Institutionen wie die Festivals Fantoche, Figura und durch Konflikt- und Krisenmanagement verstärkt. oder One Of A Million haben mit der städtischen Unterstützung Die Nutzung der öffentlichen Räume unterliegt unterschiedmessbare Entwicklungsschritte vollzogen. Kulturinstitutionen lichen Regelungen (Markt, Musik, private Anlässe). Sie sind zum mit einem saisonalen Programm wie das Kurtheater oder die Teil widersprüchlich und entsprechen nicht immer den Bedürfdrei Museen – Schweizer Kindermuseum, Museum Langmatt, nissen der Nutzenden. Ende 2016 wurden zwei Workshops u. a. und Historisches Museum – erlangten über die Region hinaus mit den Quartiervereinen durchgeführt, die zeigten, dass zurzeit Anerkennung und leisteten damit einen wesentlichen Beitrag kein dringlicher Handlungsbedarf besteht. zur Positionierung Badens als Kulturstadt.
Weitere Kulturorte wie das Programmkino Orient, die Stanzerei mit ihrer Veranstal- Ausblick tungsreihe «Endlich Mittwoch» oder der Kunstraum werden zu- → Es gilt weniger zu verordnen als vielmehr gemeinsam den nehmend regional und überregional wahrgenommen. öffentlichen Raum zu gestalten und zu nutzen. Die Moderati- Gleiches gilt für die projektbezogene Förderung. Die jähronsaufgaben der Stadt nehmen bei Interessenskonflikten der liche Fördersumme erlaubte es der Kulturkommission, Einzel- Anspruchsgruppen (z. B. Jugendliche, Anwohner) zu. projekte mit substanziellen Beiträgen zu unterstützen, sodass diese nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern auch – mit Unter- → Die Aufgaben und Kompetenzen für die öffentlichen Räume stützung des Standortmarketings – eine überregionale Wirkung sind zu klären. entfalten konnten. Der Kanton Aargau unterstützt die Badener Kultur in allen Erscheinungsformen mit rund CHF 1 Mio. jährlich. Die meisten Handlungsfeld Bildung und Beruf Gemeinden der Region beteiligen sich an der Modernisierung Seit 2009 koordiniert der Verein BildungsnetzwerkBaden die des Kurtheaters Baden. Der Spardruck gefährdet gegenwärtig Berufsbildung in der Region Baden-Wettingen. Mit dabei sind die Beiträge der Gemeinden an Badener Kulturinstitutionen. alle Bildungsinstitute. Der Verein leistet einen wesentlichen Beitrag zur Profilierung der Stadt Baden als Bildungsstadt. Ausblick Ausblick → Das Netzwerk aus Kulturinstitutionen und Förderstellen – dazu gehören die Ortsbürgergemeinde Baden sowie private → Der Bildungsstandort Baden, insbesondere was die tertiäre Geld- und Ideengeber – wird aktiv gepflegt. Geprüft wird die Bildungsstufe betrifft, sollte noch vermehrt von der Stadt Baden Einbindung der Bildungsinstitutionen. Gemeindeübergreifende selbst beworben werden. Die Mitarbeit des Ressorts Bildung Förderkooperationen werden aktiv angegangen.
im Bildungsnetzwerk BildungsnetzwerkBaden wird fortgesetzt und das Standortmarketing stärker eingebunden. Die Kontakte → Die verwaltungsinterne Zusammenarbeit mit den Beteiligmit der lokalen Wirtschaft werden intensiviert. ten rund um Fragen der Stadtentwicklung, insbesondere des öffentlichen Raums, wird verstärkt.
→ Die Entwicklung der Bäder wird im Sinn von «kollaborativen Inputs» primär im öffentlichen Raum aktiv unterstützt. Das Projekt «Zukunft Langmatt» wird abgeschlossen und das weitere Vorgehen bestimmt. Die Positionierung des umgebauten Kurtheaters wird aktiv begleitet.
Infrastruktur Handlungsfeld Werterhalt Periodische Zustandsaufnahmen bilden die Grundlage für das
Als Trägerin der zahlreichen Unterhaltsmanagement von Strassen, Plätzen, Grünanlagen und Kunstbauten. Die Massnahmen sind mit den Werken (Strom,
Stadtfunktionen steht sie unter Wasser, Gas, Telekommunikation usw.) koordiniert. Jährlich werden rund CHF 2,2 Mio. für den Werterhalt aufgewendet, was Nutzungs- und Optimierungs- unter dem Soll (Wertverzehr infolge Alterung) von CHF 3,3 Mio. liegt. Rund vier Fünftel der im Lauf eines Gebäudelebens anfallendruck. Ihre Finanzierung ist den Kosten sind Nutzungskosten. Mit jedem neuen Gebäude bzw. jeder Anlage nehmen die Folgekosten (Abschreibung, Unterhalt nicht selbstverständlich und und Verwaltung) und somit die künftig bereitzustellenden Mittel für den Werterhalt zu. erfordert eine langfristige, auf Das Portfolio der städtischen Immobilien (Finanzvermögen) umfasst viele ältere Gebäude – 60 Jahre und mehr. Durch den Prioritäten basierende Planung. laufenden Unterhalt lassen sich Gesamtsanierungen hinauszögern und die Mietzinsen auf einem moderaten Niveau halten. Bei den Schulbauten beträgt der Bedarf für den Unterhalt (Instandhaltung / Instandsetzung) jährlich rund CHF 2 Mio. Dieser Wert wurde in den letzten zwei Jahren deutlich verfehlt und wird auch 2018 nicht erreicht. Ausbau und Unterhalt von Grün- und Freiräumen im Siedlungsgebiet werden mit Umweltstandards («Richtplan Natur und Landschaft») fachübergreifend abgestimmt.
Ausblick → Der Werterhalt der Anlagen erfordert genügend Mittel, da ein Investitionsstau künftige Generationen mit grossen Aufwendungen belastet.
→ Der kommunale Wohnungsbestand wird sich weiterhin zweckmässig und gebrauchstauglich präsentieren. Werterhalt und eine gute soziale Durchmischung stehen im Vordergrund. Unumgängliche Mietzinsanpassungen werden mit Augenmass vorgenommen.
→ Mehrere städtische Wohnbauten sowie unter städtischer Obhut stehende Bauten und Gebäude (z. B. Villa Langmatt) gelangen in den ordentlichen Erneuerungszyklus, wenn umfassende Sanierungen unvermeidbar werden.
→ In der Planungsphase der kommunalen Bauten und Anlagen muss den Bewirtschaftungskosten bzw. den Folgekosten vermehrt Beachtung geschenkt werden.
Handlungsfeld Hochbauten Der Wohnungsbau wird in Baden mehrheitlich durch Private → Leerstände sind aktiv anzugehen und für Zwischennutzungen getragen. Der Bestand an Wohnbauten wuchs ab 2012 jährlich soll Hand geboten werden. um rund 60 Einheiten. Die kommunale Wohnbaustiftung Baden → Die Schülerzahlen steigen – in allen Kindergartenschulkreisen ist im Brisgi mit dem ersten Bauvorhaben engagiert (190 Wohwird in den nächsten fünf Jahren eine Zunahme erwartet. nungen). Im Kehl, im Meierhof-Quartier und in der Winkelmatt, Auch mittelfristig (10 – 15 Jahre) ist aufgrund der Stadtentwick- Rütihof, wurden Alterswohnungen realisiert. lung mit einer kontinuierlichen Zunahme von Schülerinnen Bei der Schulraumplanung sind demografische Prognosen, und Schülern zu rechnen. pädagogische Konzepte, Gesetze und Normen (Energie, Sicherheit) mit der mittel- und langfristigen Finanzplanung der Stadt in → Die Schule wird als integraler Lern- und Lebensraum begrif- Einklang zu bringen. Die Infrastruktur der Volksschule ist derzeit fen, und dementsprechend wird der Schul- und Betreuungsdie grösste finanzielle Herausforderung Badens. raum gestaltet. Die Stadt Baden ist gesetzlich verpflichtet, eine Die zwei Kernprojekte sind das Sekundarstufenzentrum bedarfsgerechte, familienexterne Kinderbetreuung anzubieten Burghalde und das Primarschulhaus Pfaffechappe für den Schul- (PAVO). Dies bedingt eine enge Abstimmung zwischen Bildung, kreis Innenstadt. Der Kindergarten St. Ursus zog im Sommer Betreuung und Schulraumplanung. 2017 in den neuen Kindergarten Wiesenstrasse um, und der Kindergarten Allmend wurde um eine Einheit erweitert. Die hohe Konzentration der Funktionen und die konstante Nachfrage lassen kaum Raum für temporäre oder spontane Nutzungen in der Innenstadt. Brachen sind zurzeit in Baden keine vorhanden. Leerstände (Läden) sind selten und nur von kurzer Dauer. Einzig in den Randlagen (Vorstadt) sind einzelne Parzellen unternutzt. Der regionale Ansatz funktioniert bei Zwischennutzungen nicht.
Auch rechtliche, technische und administrative Regulierungen bremsen allfällige Zwischennutzungen aus. Die Stadt pflegt aktiv Kontakte mit Eigentümern und Nutzungsinteressierten wie Unternehmen oder Kulturschaffenden. Ein Beispiel einer erfolgreichen Zwischennutzung ist das Kino Royal. In Baden Nord wurde die Chance genutzt, ehemalige Produktionsstätten über Zwischennutzungen neuen Funktionen zuzuführen (Merker, Trafo, Nordportal, Alte Schmiede).
Ausblick → Die Rollen und Aufgaben der Akteure in der kommunalen Wohnbaupolitik müssen präzisiert werden, unter anderem müssen die Ziele und Ressourcen der Wohnbaustiftung nach der Realisierung der Überbauung Brisgi überprüft werden.
→ Auf dem Areal der Regionalen Pflegezentrum Baden AG (RPB AG) werden im Rahmen der Umsetzung der betrieblichen Strategie 2015 + neben der Erneuerung des Pflegebetriebs rund 80 Alterswohnungen entstehen. Die Federführung der Planung liegt bei der RPB AG.
→ Im Galgenbuck in Dättwil ist die künftige Zusammenarbeit bei der Projektentwicklung mit Privaten (Eigentümer, Bauträger) auf eine geregelte Grundlage zu stellen. Einwohner- und Ortsbürgergemeinde könnten eine Vorreiterrolle bei der Planung, Umsetzung und Vermarktung des Quartiers übernehmen.
Handlungsfeld Erschliessung In den vergangenen Jahren standen der öffentliche Verkehr, der → Baden und die Region sind auf Schnellzugsverbindungen Fuss- und Radverkehr sowie verkehrslenkende Massnahmen in attraktivem Takt zum HB Zürich, zum Flughafen sowie im Fokus. Die Anzahl Fahrgäste der Regionalen Verkehrsbe in Richtung Basel und Bern angewiesen und werden diese triebe Baden-Wettingen (RVBW) hat sich von 13 275 000 (2013) Angebote einfordern. Bis 2025 sind gegenüber 2016 keine auf 13 400 000 (2016) erhöht. Die RVBW-Tangentialbuslinie 12 wesentlichen Änderungen im Fernverkehr geplant. zwischen Kantonsspital Baden und Wettingen Bahnhof wurde → Der Ausbau der Bahninfrastruktur sieht bis 2030 / 2035 eine ins ordentliche Fahrplanangebot des Kantons übernommen. Systematisierung des Angebots im Mittelland vor. Das bringt Das Velowegnetz wurde unter anderem entlang der Bruggerfür Baden Vor- und Nachteile. Zusätzliche Taktverdichtungen strasse und um die Verbindung auf der Eisenbahnbrücke zwidürfen dabei nicht auf Kosten bestehender Direktverbindungen schen Baden und Wettingen erweitert. Das Konzept «Veloparnach Zürich, Bern und Basel gehen. kierung Altstadt / Innenstadt» und eine Studie zur Veloparkierung rund um den Bahnhof liegen vor. Die Abklärungen für die Über- → Die Limmattalbahn ist in der ersten Etappe bis nach arbeitung des kommunalen Velokonzepts wurden eingeleitet. Killwangen geplant. Damit werden die Limmattalgemeinden 2015 nahm am Bahnhof Baden die Velostation ihren Betrieb auf. tendenziell Richtung Zürich gelenkt und weg von Baden Im regionalen Velokonzept 2013 ist ein Netz von regionalen Rad- als Treffpunkt (für Kultur, Freizeit, Einkauf). Die Verlängerung routen enthalten. der Limmattalbahn bis nach Baden soll im kantonalen Für den Galgenbuck wurden die Grundlagen für die Er- Richtplan eingetragen werden. schliessung präzisiert (Parkplatzbedarf und öV-Konzept). Zusammen mit dem Kanton wurde ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Mellingerstrasse (K 268) zwischen der A1 und dem Knoten Esp erarbeitet.
Der Ausbau der Strasse ist sowohl für die Entwicklung von Dättwil (Galgenbuck, Gewerbe Langacker und Täfern / Esp) wie auch als Verbindung des Raums Rohrdorferberg-Reusstal mit der Autobahn A1 und mit Baden notwendig. Das Konzept überzeugt aus Sicht der Stadt Baden noch nicht. Der Einwohnerrat hat der Städte-Initiative am 28. März 2017 zugestimmt. Ein entsprechendes Reglement muss noch ausgearbeitet werden. Die Strassenbaustellen im Stadtzentrum – Mellingerstrasse, Schlossbergtunnel und Schulhausplatz – haben trotz guter Organisation die Leistungsfähigkeit der Strassen beeinträchtigt. Unter dem Schulhausplatz ist die fussgänger- und velofreundliche Cordulapassage samt Ladeneinbauten entstanden.
Ausblick → Die Post- und die RVBW-Busse werden den neuen Bustunnel zur Hochbrücke resp. die Busrampe in Richtung Mellingen ab Herbst 2018 bzw. Frühling 2019 befahren, was die Pünktlichkeit der Buslinien erhöht.
→ Das Betriebs- und Gestaltungskonzept Mellingerstrasse (K 268) für den Abschnitt Esp – A1 muss substanziell überarbeitet werden.
→ Um die innerstädtische Feinerschliessung für den Fuss- und Veloverkehr sicherer zu gestalten, sind Lücken an neuralgischen Stellen zu schliessen.
Handlungsfeld Verkehr und Mobilität Mit der Inbetriebnahme des regionalen Verkehrsrechners im November 2016 wurde ein erster Meilenstein des Verkehrsmanage- Handlungsfeld Regionale Infrastruktur ments erreicht. Weitere Anlagen werden laufend eingebunden Die Gemeinden der Region wachsen zusammen und immer mehr und die Projektierung von Textanzeigen zur Verkehrsinformation Aufgaben werden regionalisiert, d. h. durch mehrere Gemeinden abgeschlossen. Der Umbau des Brückenkopfs Ost ist in Baden gemeinsam erbracht. Die Zusammenarbeit reicht von Ver- und durch Einwendungen blockiert. Entsorgung über Sicherheit, Sozial- und Verkehrspolitik bis zu Die Ergebnisse des Konzepts «Regionales Gesamtver- Vorhaben im Kulturbereich. Der Planungsverband Baden Regio kehrskonzept Ostaargau» - «OASE» – zum motorisierten Indivi- nimmt hier eine Koordinationsrolle wahr. Durch diese gemeinsadualverkehr (MIV), zum öffentlichen Verkehr (öV), zum Fuss- und men, bilateralen oder multilateralen Projekte entsteht die regi- Radverkehr (FRV) sowie zum Mobilitätsmanagement (MM) – onale Infrastruktur – mit der Einschränkung, dass die Finanziewurden als Zwischenergebnis im kantonalen Richtplan aufge- rung in der Zuständigkeit der Gemeinden bleibt. Das Kurtheater nommen. Baden und das Sportzentrum Tägerhard in Wettingen sind Bei- Das Projekt «badenmobil, Mobilitätsberatung von Firmen» spiele dafür: Mehrere Regionsgemeinden beteiligen sich an beiwurde 2017 abgeschlossen. Bis 2016 wurden bei rund 20 Un- den Projekten. ternehmen und Institutionen entsprechende Massnahmen ein- Für die regionale Verkehrsinfrastruktur ist der Kanton Aargau geführt. Inzwischen wurde das Mobilitätsmanagement in der zuständig, die Gemeinden und Baden Regio wirken mit. Bau- und Nutzungsordnung verankert und ist Bestandteil von Entwicklungsricht- und Gestaltungsplänen. Ausblick → Die weitere Regionalisierung von Aufgaben und Angeboten Ausblick ist ein Gebot der Stunde.
Die Stadt Baden setzt sich dafür → Das Mobilitätsmanagement für Unternehmen erfolgt über bei Baden Regio ein. die kantonale Plattform aargaumobil. Die Mobilitätszentrale ba- → Gegenüber dem Kanton tritt die Region mit einer gemeindenmobil wird weiterhin von den Regionalen Verkehrsbetrieben samen Haltung betreffend die Entwicklung der Verkehrsinfra- Baden-Wettingen (RVBW) geführt. struktur auf. → Das Projekt «Verkehrsmanagement Grossraum Baden / → Die Stadt Baden setzt sich mit der Region für eine gute Wettingen» wird Ende 2018 abgeschlossen. Die Umsetzung Anbindung ans Limmattal ein, unter anderem durch die Verländer einzelnen Bauprojekte wird weiterverfolgt. gerung der Limmattalbahn Richtung Baden / Obersiggenthal. → Im Raum Baden-Brugg stehen beim Konzept «OASE» noch je zwei Strasseninfrastruktur-Varianten im Vordergrund. Eine maximale Wirkung wird nur mit der Ergänzungsstrategie Fuss- und Radverkehr erreicht. Diese setzt einen Schwerpunkt auf die Bewältigung kurzer Strecken zwischen Wohn- und Arbeitsort oder zum Bahnhof und weiteren wichtigen Orten des Alltags.
→ Die umwelt- und stadtgerechte Mobilität wird anteilsmässig zunehmen.
Stadtidentität Handlungsfelder Urbanität, Vielfalt und Offenheit
Baden soll als überschaubare, Fragt man Weg- bzw. Zuzüger, was Baden besonders auszeichnet, werden stets vier Faktoren genannt: Stadtbild, Stadtange-
innovative und facettenreiche bot (Kultur, Freizeit, Einkauf), Natur sowie die Nähe innerhalb der Stadt und zu den Nachbarn (Zürich). Sie geben Baden seine Stadt erkennbar bleiben. Identität und prägen das Stadtimage. Das Nebeneinander der drei Funktionen Wohnen, Arbeiten und Begegnen macht Baden aus. Im kommunalen Marketingkonzept sieht sich die Stadt als «vielfältig, weltoffen, echt und progressiv». Eine besondere Chance ist die eingeleitete Belebung der Bäder. 2016 wurde – nach einer langen Planungszeit – die Baubewilligung für das Bad mit Rehabilitationsklinik und Wohnhaus erteilt. Der Bau hat begonnen. Im Umfeld des Projekts wurden Massnahmen zur Gestaltung der öffentlichen Räume, zu Ökologie, Vermarktung und Kulturvermittlung konzipiert und teilweise bereits umgesetzt.
Ausblick → Der Wandel der Stadt erfordert eine offene Kommunikation. Sämtliche Bevölkerungsgruppen sind in die Diskussion über die Entwicklung der Stadt einzubeziehen. Innenentwicklung erfordert das Engagement aller relevanten Akteure, insbesondere auch von Hauseigentümern und Anbietern von Dienstleistungen und Gütern.
→ Die Stadtentwicklung erfordert eine enge Koordination und ein aktives Mitwirken von Bau- und Planungsabteilungen mit den Fachabteilungen Kultur, Standortmarketing, Stadtökologie und Gesellschaft.
→ Die neuen Bäder werden ins Angebot eingebunden. Vermarktung, Kulturvermittlung und die Nutzung von Synergien mit anderen kommunalen Themen werden in den nächsten Jahren im Fokus stehen.
Handlungsfeld Partizipation Handlungsfeld Kulturvermittlung Die Formulierung politischer Leitlinien zur Kinder- und Jugend Ausgehend vom «Kulturkonzept 2011» wurde die Kulturverförderung hat dazu geführt, dass die Stadt Baden das UNICEF- mittlung zu einem wichtigen Faktor der Stadtentwicklung. Von Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten hat. Zudem wur- Städtebau und Quartierentwicklung über die Gestaltung und de die Koordinationsgruppe «Partizipation» gebildet. Das abtei- Belebung der öffentlichen Räume bis hin zu Tourismus und Verlungsübergreifende Gremium erhielt den Auftrag, neben dem marktung – überall wurden Kulturaspekte einbezogen. Im Pro- Informations- und Erfahrungsaustausch zu Fragen der Kinder- jekt «Bäder» ist die Kultur ein wichtiger Bestandteil, sowohl der und Jugendpartizipation die verschiedenen internen und exter- Identitätsförderung als auch der Marktpositionierung. nen Akteure zu sensibilisieren, relevante Projekte und Aktivitäten hinsichtlich der Mitsprache von Kindern und Jugendlichen zu Ausblick koordinieren sowie die erforderlichen Ressourcen sicherzustel- → Die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit mit der len. Damit kann eine effiziente Umsetzung der politischen Leit- Abteilung Gesellschaft und Kultur im Projektmanagement linien zur Kinder- und Jugendförderung gewährleistet werden. wird verstärkt. In der Stadt- und Quartierplanung (z. B. beim «Raumentwicklungskonzept» [REK] oder im Projekt Brisgi) wurde eine breite Partizipation praktiziert.
Ausblick → Kinder und Jugendliche sollen bei der Entwicklung der Stadt und insbesondere der Quartiere alters- und situationsgerecht einbezogen werden. Dasselbe gilt für die Bevölkerungsgruppe 60 +.
Handlungsfeld Landschaft und Stadtbild Handlungsfeld Regionale Identität Bauten, Natur, Kultur, Menschen und ihre Aktivitäten sind in dem, Der gemeinsame Lebensraum in der Region Baden-Wettingen was man Stadtbild nennt, vereint. Es ist ein dynamisches Ge- ist Tatsache. Eine regionale Identität ist – wenn auch erst zubilde, das permanenter Veränderung unterliegt. In Baden sind rückhaltend – am Entstehen. Der Bezug zum Lokalen ist stark. die Übergänge zwischen Landschaft und Siedlung mit weni- Identität lässt sich allerdings nicht verordnen, sie muss orgagen Ausnahmen sehr deutlich. Anlässlich der Teilrevision der nisch wachsen. Bau- und Nutzungsordnung wurden sämtliche Inventare (Na- Die Gemeinden der Region arbeiten vor allem dort zusamtur, Baukultur) aktualisiert sowie um neue Objekte erweitert, und men, wo ein direkter Nutzen entsteht. In technischen und sicherdie Umsetzung des «Richtplans Natur und Landschaft» wurde heitstechnischen Bereichen ist die Zusammenarbeit eng, Profortgesetzt. Die naturnahe Gestaltung und Pflege der rund 50 jekte im Kultur-, Sozial- oder Marketingbereich tun sich schwerer. öffentlichen Grünräume erfolgt nach einheitlichen Regeln. In der Touristische Freizeit- und Tagungsangebote werden partner- Mitmachaktion «Natur findet Stadt» haben 36 Private ihre Gär- schaftlich aufgebaut und vermarktet. ten ökologisch aufgewertet. Die regionalen Beteiligungen an der Finanzierung des Um- Die Beziehungen Landschaft – Stadt wurden in Entwicklungs- baus des Kurtheaters Baden und des Sportzentrums Tägerhard richtplänen (Baden Nord, Bäder, Galgenbuck) oder Sonder oder die Finanzierung des Jugendkulturlokals Werkk durch nutzungsplänen (Belvédère, Brisgi) thematisiert. Sie enthalten vier Gemeinden bleiben löbliche Ausnahmen. konkrete Pflege- und Gestaltungsanforderungen. Die «Regionale Entwicklungsstrategie» wirkt längerfristig und Der Druck auf das Siedlungsgebiet und die Veränderungen indirekt identitätsbildend. Sie dient primär der Positionierung im Stadtbild sind wichtige Themen des kommunalen «Raument- der Region im kantonalen und gesamtschweizerischen Kontext. wicklungskonzepts» (REK).
Die Strategie zielt auf eine Erhöhung der Standortattraktivität, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region als Wirtschaftsstand- Ausblick ort zu sichern. Der Planungsverband Baden Regio ist sehr heterogen zu- → In der zweiten Phase des Projekts «Raumentwicklungssammengesetzt. 2015 wurden die eher ländlichen Gemeinden konzept» (REK) werden unter anderem die materiellen Grund- Mägenwil, Mellingen, Remetschwil, Stetten, Tägerig und Wohlenlagen der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung schwil aufgenommen, was die Konsenssuche und die Entscheierarbeitet. Eine breit angelegte Partizipation wird fortgesetzt. dungsfindung beeinflusst. → Wachstum bzw. Verdichtung heisst unter anderem: Der Druck auf Grün- und Freiräume steigt, das Stadtklima ver- Ausblick ändert sich und vernetzte Grünräume mit hoher ökologischer → Es braucht eine engere Zusammenarbeit unter den Ge- Qualität gewinnen an Bedeutung. meinden, damit regionale Projekte erfolgreich sein können. Der → Die Umsetzung des «Richtplans Natur und Landschaft» wird Planungsverband Baden Regio wird sich Gedanken machen fortgesetzt. Eine Erfolgskontrolle und eine Überarbeitung sind müssen, wie die Ziele für die Region am besten zu verfolgen für 2019 / 2020 geplant. An der Schnittstelle Natur – Bau werden sind und welche Aufgaben er übernehmen kann. die Chancen der Vertikalbegrünung in Baden evaluiert.
Umwelt und Raum Handlungsfeld Quartierentwicklung Die Topografie zusammen mit dem Wald setzt der Stadtentwick-
Die Verletzlichkeit der Natur und lung einen klaren Rahmen und führte bereits in den vergangenen 20 Jahren (seit «Planungsleitbild 1998») zu einer Entwicklung
die Raumk nappheit erfordern nach innen. Die Stadtteile entwickelten sich unterschiedlich. Rund 55 % des Bevölkerungswachstums absorbierte die Inneneinen nachhaltigen Umgang mit stadt, Meierhof und Kappelerhof wuchsen unterdurchschnittlich. In der letzten Revision des kantonalen Richtplans (2013) den natürlichen Ressourcen. wurde das Areal Galgenbuck ins Siedlungsgebiet aufgenommen, gleichzeitig verzichtete man auf eine Erweiterung des Siedlungsgebiets im Stadtteil Allmend. Damit wurde das Siedlungsgebiet in Baden abschliessend definiert. Die 2015 / 2016 gestarteten Projekte «Raumentwicklungskonzept» (REK) und «Stadtfunktionen» leiteten die Erarbeitung der Grundlagen für eine Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung ein. Die erste Projektphase des REK setzte sich mit einer groben Analyse der Gesamtstadt auseinander und initiierte den Partizipationsprozess. In der laufenden, zweiten Phase werden die Identitäts- und Qualitätsmerkmale sowie das Entwicklungspotenzial der einzelnen Quartiere aufgezeigt. Die Annahme des revidierten Raumplanungsgesetzes (RPG- Revision 2013) unterbrach die BNO-Teilrevision Galgenbuck. Zwischenzeitlich wurde der Entwicklungsrichtplan Galgenbuck an die neuen rechtlichen Bedingungen angepasst und die Erschliessung des Areals vertieft bearbeitet.
Ausblick → Die Entwicklung der Stadt nach innen und die damit einhergehende Verdichtung werden im «Raumentwicklungskonzept» (REK) behandelt. Daraus werden Vorgaben für den Prozess der Innenentwicklung und für die folgende Revision der Bau- und Nutzungsordnung abgeleitet.
→ Der Ausbau der Regionalen Pflegezentrum Baden AG (RPB AG) ist Teil der Quartierentwicklung, d. h., den Bedürfnissen des Umfelds, insbesondere nach Quartiernutzungen (Standort Kinderkrippe), Freiraum und Quartierverbindungen, ist Beachtung zu schenken. Die Fertigstellung der Neubauten ist für 2022 vorgesehen.
→ Im Galgenbuck wird parallel zum Einzonungsverfahren die Umsetzung der Ziele des Entwicklungsrichtplans mittels Sondernutzungsplanung vorbereitet.
→ Das Wachstum der Stadt soll in die zentrumsnahen Stadtteile Kappelerhof und Meierhof sowie Baden Nord gelenkt werden. Für die Oberstadt werden durch die Eröffnung der Cordulapassage Entwicklungsimpulse erwartet.
Handlungsfelder Wald, Landschaft Handlungsfelder Energiepolitik und Kulturland und Ressourcenverbrauch Die Aufwertung von 29 Naturschutzobjekten gemäss Steck Das Energiekonzept und der Energierichtplan wurden in Kraft briefen im «Betriebsplan Wald 2011 – 2022» wurde fortgesetzt: gesetzt und stellen die Grundlage der kommunalen Energie Trockenstandorte (2012 – 2014), Vernetzungskorridor Sonnen- politik dar. Ende 2017 wurde die neue Energieverordnung eingeberg Geisswiesli (2014), Nassstandorte (2015 / 2016) und Anlage führt. Sie ersetzt bisherige Förderbeschlüsse. Die Absenkungs- Streuobstwiese Martinsberg (2015). Hecken und Waldränder pfade setzen das Ziel fest und zeigen mit einer breiten Palette werden gepflegt. 2014 – 2015 wurden die privaten Landwirt- von Massnahmen die mögliche Umsetzung auf. Wichtiger Beschaftsfelder im Langholz (Baldegg) zur Förderung des Feld standteil des Konzepts ist die Kommunikation mit der Bevölkehasen neu strukturiert. rung und ihre Sensibilisierung. Liegenschaftsbesitzer wurden Die lokalen land- und forstwirtschaftlichen Produkte fristen angeschrieben, um sie zum Beispiel für Fotovoltaikanlagen zu mit Ausnahme von Holz ein Nischendasein. Seit Kurzem (2017) gewinnen. Das Konzept diente als Grundlage für die Eigentüist das Badener Holz der Energieträger in der neuen Energie merstrategie der Regionalwerke Holding AG Baden (RWB). zentrale Dättwil. Der Trend zu lokalen Landwirtschaftsprodukten Seit 2017 betreiben die RWB die Heizzentrale Dättwil mit zeigt sich im Angebot der Badener Händler von der Manor AG lokalem Holz. Mit dem Produkt miinSTROM können RWB-Kunbis zu den neuen Spezialitätenläden in der Altstadt. Die Märkte den in Baden Solarstrom kaufen. Das neue Schulhaus Rütihof ist in der Weiten Gasse und am Schlossbergplatz werden gut fre- eines der ersten Minergie-P-Gebäude auf Stadtgebiet. quentiert. Die Aktivitäten zur Stimulierung des Detailhandels Die Siedlungsfläche pro Einwohner oder Einwohnerin nahm setzen vermehrt auf lokale Produkte und Produzenten. in Baden ab.
2015 wurde in der Bau- und Nutzungsordnung die Der nachhaltige Konsum war Thema der Umweltbildung in Grünflächenziffer in den Wohnzonen W2 und W3 eingeführt. Zuden Oberstufenklassen. sammen mit Richtlinien zur naturnahen Gestaltung öffentlicher Grünräume führte dies zu einer Verminderung der Bodenversie- Ausblick gelung.
→ Der «Betriebsplan Wald 2011 – 2022» wird weiterverfolgt. Ausblick Umgesetzt werden Pflegemassnahmen in 23 Waldnaturschutzobjekten und die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes → Die neue Energiepolitik der Stadt steht erst am Anfang. im Sinn der drei Sparten Holzproduktion, Naturschutz Energieeffizienz und graue Energie, Mobilität generell und ins- und Erholung. besondere E-Mobilität, kommunales Beschaffungswesen und Ressourcenverbrauch sind Themen, die angegangen werden. → Die Umsetzung des «Richtplans Natur und Landschaft» wird gemäss Steckbriefen weitergeführt. Eine Erfolgskontrolle und → Die Rezertifizierung Energiestadt erfolgt 2018. Die Kommueine Überarbeitung erfolgen 2019 / 2020. nikation von Energiethemen an die Bevölkerung soll professionalisiert werden. → Zur Stimulierung des Detailhandels sollen vermehrt lokale und regionale Produkte angeboten werden. → Der Land- und Wohnflächenkonsum wird im Vorfeld der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung analysiert. Die Einflussnahme der öffentlichen Hand ist begrenzt.
Handlungsfeld Öffentlichkeitsarbeit Handlungsfeld Regionale Raumentwicklung Die Badenerinnen und Badener wurden regelmässig über Pro- Raumentwicklung ist Sache der Gemeinden. Für einen regionableme und aktuelle Entwicklungen in der Stadt, insbesondere len «Sachplan Siedlung und Verkehr» sind die politischen und über Umweltthemen, informiert und beraten. Die Palette reich- organisatorischen Voraussetzungen zurzeit nicht gegeben. Unte von Einzelaktionen (Events, Exkursionen, Infoständer) über ter anderem lassen die Statuten von Baden Regio solche Aufregelmässige Anlässe (Umweltwochen wie «Natur findet Stadt» gaben nicht zu. Baden Regio hat einen koordinativen Charakter oder Umweltevents wie «Rundlauf Natur und Umwelt») bis zur und dient als Diskussionsplattform sowie zum Erfahrungsaus- Beratung der Bevölkerung in konkreten Fällen (Aufwertungen tausch. Der Verband hat in den letzten Jahren die «Regionale von Privatgärten, Fassadenbegrünung). Für die Umweltwoche Entwicklungsstrategie» (RES) und das «Raumentwicklungskon- 2016 «Natur trifft Kultur» setzten die Kulturschaffenden Badener zept» (REK) erarbeitet. In mehreren Sachbereichen stellte Baden Naturräume in Szene. Regio Konzepte und Richtlinien sowie Massnahmenkataloge 59 als Grundlagen und Umsetzungshilfen für die Gemeinden auf. Ausblick Über die Kantonsgrenzen hinaus wirkte Baden bei der Metropolitankonferenz Zürich und bei der Projektschau Limmat- → Die jährliche Umweltwoche wird fortgesetzt. Das Thema tal 2025 mit. für 2018 lautet «Stadtklima: Hohe Lebensqualität trotz Klimawandel und Verdichtung». Das Konzept der Öffentlichkeits Ausblick arbeit wird überarbeitet.
Für eine breite Wirkung ist ein städtisches Social-Media-Konzept auf Corporate-Level in Anbindung → Die Rolle Badens im Planungsverband Baden Regio an www.baden.ch unumgänglich. ist zu stärken. Die Stadt muss dazu Themenführerschaften übernehmen und ihre Vorreiterrolle wiederfinden.
→ Das Reglement von Baden Regio ist den anstehenden Aufgaben entsprechend zu reformieren.
→ Das Limmattal stellt ein grosses Zukunftspotenzial, aber auch eine Konkurrenz für Baden dar. Umwelt und Verkehr oder die regionale Identität können gemeinsam mit den Nachbarn angegangen werden. Längerfristig steht die Fortsetzung der Limmattalbahn bis nach Baden auf der Aufgabenliste.
59 «Regionales Velokonzept», «Masterplan Bikesharing», «Regionales Parkraumkonzept», «Erneuerung Wohngebiete – Lernen für die Zukunft».
Wirtschaftliche Handlungsfeld Finanzen Welche Faktoren in welcher Zusammensetzung die wirtschaft- Leistungsfähigkeit liche Handlungsfähigkeit einer Stadt beeinflussen, ist eine der meistdiskutierten Fragen kommunaler Politik und Entwicklung.
Wirtschaftliche Leistungs Entscheidend ist letztlich die Ertragssituation der Stadt. Diese hat sich für Baden in den vergangenen vier Jahren, verursacht fähigkeit und Prosperität durch den Einbruch des Steuerertrags der juristischen Personen, massiv verschlechtert. bilden die materiellen Voraus- Wichtige Massnahmen zur Kosteneinsparung in der Verwaltung und bei den Investitionen waren das Projekt «Optima» und setzungen des kommunalen die Einführung eines Projektportfoliomanagements. Damit wurde der Übergang in einen kontinuierlichen Verbesserungspro- Handelns und sind Grundlage zess in der laufenden Rechnung und in der Investitionsplanung eingeleitet. Die städtischen Projekte werden systematisch anader sozialen Wohlfahrt. lysiert, selektioniert und priorisiert. Weitere Massnahmen wie Steuerfuss-, Leistungs- und Angebotsanpassungen standen zur Diskussion und erfordern einen politischen Konsens. Parallel zum Projekt «Optima» wurden die Aufgaben und Produkte der Abteilungen überprüft und die Organisation der Verwaltung angepasst. Die Erarbeitung eines neuen Lohnkonzepts wurde eingeleitet.
Ausblick → Es werden neue Indikatoren zur Beurteilung des Finanzhaushalts eingeführt (z. B. «Operatives Ergebnis ausgeglichen»).
→ Wachstum und Ressourcen sind aufeinander abzustimmen. Die Ziele sind mithilfe des Projektportfoliomanagements zu priorisieren und es ist auf eine hohe Kostendisziplin in der Umsetzung einzuwirken.
→ Zusammen mit einer parlamentarischen Kommission werden im Hinblick auf das Budget 2019 die Aufgaben und Produkte der Stadtverwaltung wiederholt nach Einsparmöglichkeiten überprüft.
→ Das neue Lohnkonzept für die Verwaltung wird am 1. Dezember 2018 eingeführt.
Marke Baden / Stadtmanagement Wirtschaftsstandort Die Anwendung des integrierten Marketings als Gesamtwir- Nach 2014 gerieten in Baden der Energiesektor und der Detailkung in der Wirtschaft, der Bevölkerung und bei den Gästen hat handel unter Druck. Die Stadt setzte sich im Dialog mit den sich bewährt. Die Zielpositionierung von Baden lautet «vielfältig, betroffenen Firmen und Branchenverbänden primär für gute loweltoffen, echt und progressiv». Das Kulturangebot der Stadt kale Rahmenbedingungen ein. Im Fokus standen Erschliessung, wurde als wichtiges Standortmerkmal in der Vermarktung in allen Partnerschaft und Kooperation sowie eine gezielte Diversifidrei Bereichen eingesetzt. zierung der Branchen auf lokaler und regionaler Ebene. Die Für die Differenzierung zu grossen Wirtschaftszentren sind Schwerpunkte lagen bei Hightech-Energie, Informations- und die Nähe zur Wirtschaft und ein unbürokratischer Umgang mit Kommunikationstechnik (ICT), Medizinaltechnik und Gesundderen Vertretern wichtig. Der Stadtrat pflegte regelmässig per- heit / Wellness. Hierzu wurden in einer Entwicklungsstrategie sönlichen Kontakt mit den Geschäftsleitungen der Badener Fördermassnahmen für die kommenden Jahre beschlossen. Grossfirmen. Auch mit lokalen KMU bestand ein regelmässiger Die raumplanerischen Voraussetzungen für die Innenent- Austausch, unter anderem wurden die Geschäftsleitungen von wicklung unter anderem von Arbeitszonen werden im seit 2015 über 2000 lokalen Unternehmen dreimal jährlich angeschrieben. laufenden Projekt «Raumentwicklungskonzept» (REK) themati- Jeweils im Frühling und im Herbst fanden die Netzwerkanlässe siert. Das regionale öV-Angebot wurde kontinuierlich optimiert. «Marktplatz Baden» und «Über den Tellerrand» statt.
Baden ist aktiv involviert ins kantonale Konzept «OASE» (siehe Die Kinder- und Jugendförderung sowie vielfältige Unter- Handlungsfeld Erschliessung). stützungs-, Freizeit-, Integrations- und Kulturangebote für Fami- Die Aufwertung des Stadtbilds und des öffentlichen Raums lien bilden einen wichtigen Standortfaktor. Sie trugen dazu bei, wurde fortgesetzt (z. B. Cordulapassage). Für anstehende Vordass Baden als 16. Schweizer Gemeinde und erste Stadt im haben wurden Projekte erarbeitet, zum Beispiel im Bäderquar- Kanton Aargau 2014 das UNICEF-Label «Kinderfreundliche Ge- tier. Synergien von Tourismus und Kultur zeigen Wirkung. meinde» erhielt. Die Betreuung und Begleitung des ansässigen Gewerbes Mit den Regionsgemeinden und mit Privaten wurde auf ver- und der lokalen Unternehmen erfolgte auf verschiedenen Ebeschiedenen Ebenen zusammengearbeitet, unter anderem sind nen regelmässig und intensiv. Seit 2016 tagt alle sechs bis acht die Nachbargemeinden in die Vermarktung der Tagungen integ- Wochen der «Stammtisch Einkaufsstadt» mit Vertretern der city riert. Baden wirkte bei der Metropolitankonferenz Zürich mit und com Baden. Gemeinsam wurden über 20 Massnahmen umgesetzt. ist Partnerin der Tourismusregion Zürich. Die Stadt wirkt ferner Der Leerstand in der Innenstadt ist mit weniger als 5 % aktiv in der IG Aargauer Altstädte mit, einer Austauschplattform (inkl. Bauprojekte) vergleichsweise moderat. Die frei werdenden der Altstädte des Kantons Aargau. Läden finden relativ rasch Nachmieter. Verwaltungsintern wurde das Vorgehen bei Leerständen, Neuansiedlungen und Baupro- Ausblick jekten systematisiert.
In direktem Austausch mit Hauseigentümerschaften wurden unbürokratisch neue Nutzungen erschlossen. → Der Dialog mit der Wirtschaft auf Stufe Politik und Verwaltung und eine regelmässige Koordination der Aktivitäten Ausblick werden fortgesetzt. → Der Wirtschaftsstandort soll durch gute Rahmenbedingungen → Die Digitalisierung der Verwaltung (E-Government, städtische gefördert werden. Ein reger Austausch mit der Wirtschaft und Onlinestrategie) wird intensiviert. Mit der Regionalwerke AG eine regelmässige Koordination der Aktivitäten werden fortge- Baden und privaten Partnern wird das Konzept der Smart City setzt. weiterverfolgt. → Zur Diversifikation der Wirtschaftsstruktur setzt die Stadt → Die Ressourcenknappheit birgt die Gefahr einer Vernachläsauf die Branchen Hightech-Energie, Informations- und sigung der Dachmarke und damit des Verlusts ihrer Wirkung. Kommunikationstechnik (ICT), Medizinaltechnik und Gesund- Die Marke Baden wird als übergeordnete Dachmarke aktualisiert. heit / Wellness. Aktives Flächenmanagement und Projekte → Die Marke Baden soll stärker in Richtung kinder- und famili- mit lokalen und regionalen Partnern stärken die Entwicklung enfreundlich positioniert werden. des Standorts.
Bildung und Forschung → Die Chance der Revitalisierung der Bäder gilt es für Mit dem neuen BildungsnetzwerkBaden (BnBaden) wurden Res- Wirtschaft, Bevölkerung und Gäste zu nutzen. Baden sourcen für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit zwischen hat damit beste Voraussetzungen, sich im Grossraum Zürich der Stadt Baden, den lokalen Bildungsdienstleistern und der als Ausflugs- und Tagungsort sowie im Kreis der zehn Wirtschaft geschaffen. Das Netzwerk verbindet die Bildungsan- Schweizer Wellness-Destinationen als einziger urbaner Ort gebote mit Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft und promozu etablieren. tet die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten in der Region. Die Geschäftsstelle BnBaden ist seit Januar 2018 operativ tätig. → Der Strukturwandel im Detailhandel ist im Dialog zwischen Zusammen mit dem Kanton, dem Hightech Zentrum Aargau, Wirtschaft und Stadt voranzutreiben, um im Wettbewerb dem Park Innovaare und lokalen Unternehmen wurden die Rahder Regionalzentren bestehen zu können. Im Zentrum steht menbedingungen für die Entwicklung des Hightech-Bereichs unter ein lebendiger Begegnungsraum Innenstadt mit Erdgeschossanderem über die Gründung eines ICT-Netzwerks für Jungunternutzungen. nehmer diskutiert. → Kultur als Wirtschafts- und Standortfaktor sowie Kunst und Baukultur im öffentlichen und halböffentlichen Raum Ausblick wirken unterstützend. → Das BildungsnetzwerkBaden soll aktiv einen Beitrag zur → Im «Raumentwicklungskonzept» (REK) werden die Be Bildungs- und Arbeitsmarkttauglichkeit der Menschen und zur dingungen für die Stadtfunktion Arbeiten formuliert.
Die Rolle längerfristigen Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte in von Dättwil (Langacker, Esp, Segelhof, Galgenbuck) als der Region leisten. wichtigem Bestandteil des Wirtschaftsstandorts wird geklärt. → Die Zusammenarbeit mit dem Kanton (Aargau Services), → Die Lagegunst der Region Baden im grössten Wirtschafts- dem Hightech Zentrum Aargau in Brugg und dem Park raum der Schweiz muss mit guter öV-Erschliessung unterstützt Innovaare in Würenlingen wird mit Fokus auf Hightech-Energie, werden. Dies bedingt weitere kapazitätssteigernde Massnah- Informations- und Kommunikationstechnik (ICT), Medizinalmen, was mit erheblichen Kosten verbunden ist. Die langfristi- technik und Gesundheit / Wellness fortgesetzt. gen Auswirkungen des kantonalen Konzepts «OASE» werden geprüft, und es wird eine regionale Abstimmung angestrebt.
Nachhaltigkeit als Handlungsgrundsatz
Seit rund vier Jahrzehnten sind Planungsberichte und Planungsleitbilder Wegweiser und Begleiter der Entwicklung der Stadt Baden. Die inzwischen vier Leitbilder spiegeln in ihrem Aufbau und Inhalt jeweils den Geist ihrer Zeit.
Das «Planungsleitbild 1998» war als Erstes dem Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Dabei wird unser Handeln den heutigen Bedürfnissen gerecht, ohne die Ansprüche und natürlichen Lebensgrundlagen künftiger Generationen einzuschränken. Diesem Denk- und Handlungsgrundsatz folgend, befindet sich die Stadt Baden – wie andere Gemeinden der Schweiz – seit 2006 auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung. In einem fortlaufenden Lern- und Optimierungsvorgang werden die Grundsätze der Nachhaltigkeit in der Stadtverwaltung Baden bei Planungen, bei wiederkehrenden Aufgaben und Prozessen sowie bei einmaligen Vorhaben angewendet. Das Planungsleitbild mit dem gesamten Erarbeitungsprozess und der periodischen Berichterstattung steht im Mittelpunkt des Systems «Nachhaltige Stadtverwaltung Baden».
Wiederkehrende Aufgaben und Prozesse Nachhaltigkeit messen Das öffentliche Beschaffungswesen nimmt bei wiederkehrenden In Zusammenarbeit mit mehreren Schweizer Städten wirkt die Aufgaben und Prozessen eine wichtige Rolle ein. Dieser Begriff Stadt Baden seit 2001 beim Projekt Cercle Indicateurs 61 mit. bezeichnet den gesamten Einkauf von beweglichen Gütern – Dieses Kernindikatorensystem dient primär dem städtischen von Möbeln über elektrische Geräte bis zu Fahrzeugen –, aber Monitoring, um die eigene Entwicklung über die Jahre hinweg auch den Unterhalt der Gebäude sowie die Vergabe von Bau- beobachten und Verbesserungspotenziale analysieren zu könleistungen bzw. den Einkauf von Dienstleistungen in diversen nen. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit des Vergleichs mit Bereichen. den anderen teilnehmenden Schweizer Städten und erlaubt da- Seit 2013 gilt für sämtliche Verwaltungseinheiten bei Be- mit in mehrfacher Hinsicht eine Standortbestimmung. schaffungen eine vom Stadtrat gesetzte Richtlinie 60, die aner- Die letzte Auswertung des Monitoring-Trends 2017 zeigt, kannte Standards berücksichtigt, unter anderem jene der Inter- dass sich die Stadt Baden gegenüber den Trends von 2013 und essengemeinschaft ökologischer Beschaffung (IGÖB) oder von 2015 leicht verbessert hat und sich bei knapp der Hälfte der EcoBau. Indikatoren auf gutem Weg befindet. Bei den anderen Indikatoren wird das Niveau gehalten oder die Entwicklung läuft ent- Nachhaltigkeit von einmaligen Vorhaben gegen der Zielsetzung.
Im Quervergleich mit anderen Städten 62 Um die Vielzahl unterschiedlicher Projekte und Vorhaben nach- schneidet Baden insbesondere in den Bereichen Wirtschaft haltig zu gestalten, wurde der Leitfaden «Projektmanagement» und Gesellschaft über dem Mittelwert der Schweizer Städte ab, überarbeitet und um die zweistufige «Wirkungsanalyse Nachhal- während im Bereich Umwelt ein hoher Ressourcenverbrauch zu tigkeit» ergänzt. Diese wird vor allem bei grossen Projekten mit schlechteren Werten gegenüber anderen Städten führt, auch langer Wirkungsdauer angewendet und wenn mindestens zwei wenn die Entwicklung tendenziell in die richtige Richtung weist. Nachhaltigkeitsdimensionen betroffen sind. Das Resultat dient primär zur Optimierung des Vorhabens oder zeigt Zielkonflikte auf. Ferner kann es für einen Variantenvergleich, als Entscheidungshilfe, zur Bilanzierung oder in der Kommunikation eingesetzt werden. Bei Vorhaben, deren Standards bereits die Richtlinien von EcoBau und der nachhaltigen Beschaffung erfüllen, muss die Analyse nicht angewendet werden. Dies ist heute bei der Mehrzahl der städtischen Vorhaben sowie bei Vorhaben des routinemässigen Werterhalts bzw. beim Unterhalt der kommunalen Infrastruktur der Fall.
60 «Nachhaltige Beschaffung in der Stadtverwaltung», Stadt Baden, Stadtökologie, 2013. 61 Cercle Indicateurs, Plattform für die Entwicklung und Anwendung von Nachhaltigkeitsindikatoren für Kantone und Städte, Bundesamt für Statistik. 62 Resultate und Erhebungen der Städte und Kantone des Cercle Indicateurs können beim Bundesamt für Statistik eingesehen werden (www.bfs.admin.ch → Statistiken finden → Nachhaltige Entwicklung → Cercle Indicateurs).
Nachhaltigkeit als Handlungsgrundsatz 87 Dimension Umwelt Trend

Zielbereich / Kernindikator Einheit Ziel 2005 2009 2013 2017 2017
U1: Biodiversität, Brutvogel-Index Stadt Index – – 75 65 –
→ → →
U2: Natur und Landschaft, Fläche wertvoller Naturräume | % | – | – | 18,9 | 19,2 | + |
U3: Energiequalität, erneuerbarer Strom | % | – | 39,21 | 27,89 | 63,5 | + |
U4: Energieverbrauch, Strom | kWh / E | 10 302 | 10 220 | 10 052 | 9 167 | + |
→ → →
U5: Klima, Treibhausgasemissionen | t CO2-e / E / J | – | – | – | 8,5 | + |
|---|---|---|---|---|---|---|
U6: Rohstoffverbrauch, Siedlungsabfälle | kg / E | 419 | 412 | 425 | 352,1 | + |
U6: Rohstoffverbrauch, Separatsammelquote | % | 33,4 | 35,1 | 30,8 | 31,5 | – |
→ U7: Wasserhaushalt, Wasserabfluss via ARA m3 / E – – 145,9 157,7 –
→ → → →

U8: Wasserqualität, Ablauffracht nach ARA mg / l 49,4 47,7 70,5 31,2 +
U9: Bodenverbrauch, überbaute Fläche m2 / E 240 – 234,5 – –
U11: Luftqualität, Langzeit-Belastungs-Index Index 4 3 4 3 =
Dimension Gesellschaft Trend
Zielbereich / Kernindikator Einheit Ziel 2005 2009 2013 2017 2017
G1: Lärm / Wohnqualität, verkehrsberuhigte Zonen % – – 66,2 66,6 =
→
G2: Mobilität, Zugang zum öV-System Weg in m – – 142,0 140,2 + → → → → →
G3: Gesundheit, potenziell verlorene Lebensjahre | J / 100 TE | 3 006 | – | – | – | – |
|---|---|---|---|---|---|---|
G4: Sicherheit, Strassenunfälle mit Personenschäden | % | 6,6 | 3,7 | 3,8 | 2,6 | + |
G4: Sicherheit, Einbruchdiebstähle | Anzahl / 1000 E | – | – | 3,1 | 2,9 | + |
G5: Einkommen und Vermögen, Steuerpflichtige mit tiefen Einkommen | % | 10,8 | 11,2 | 9,2 | 8,5 | + |
G6: Partizipation, Stimm- und Wahlbeteiligung | % | 45,2 | 48,1 | 47,9 | 50,3 | + |
→ →
G7: Kultur und Freizeit, Ausgaben | CHF / E | 741,1 | 692,2 | 585,4 | 698,1 | + |
G9: Soziale Unterstützung, Bezüger Sozialhilfeleistungen | % | – | 1,1 | 1,9 | 2,1 | – |
→
G10: Integration, Einbürgerungen % 19,2 15,4 13,0 29,9 + → → →

G11: Chancengleichheit, Kinderbetreuungsplätze pro 1000 Kinder 0- bis 3-jährig – – – 227,1 –
G12: Überregionale Solidarität, Hilfsaktionen % 0,9 0,3 0,3 0,4 =
Dimension Wirtschaft Trend
Zielbereich / Kernindikator Einheit Ziel 2005 2009 2013 2017 2017
W1: Einkommen, Steuern, Einkommen natürliche Personen CHF / Steuerpflichtige 72 570 72 766 77 350 80 565 +
→
W2: Lebenskosten, Mietpreise CHF / m / Monat 17,7 17,7 18,5 19,9 – → →
2
W3: Arbeitsmarkt, Arbeitslosenquote | % | 3,8 | 2,5 | 2,8 | 3,0 | = |
W4: Investitionen, Umbau- / Unterhaltsinvestitionen | % | 44,1 | 32,7 | 38,8 | 36,4 | – |
→ → → → →
W5: Verursacherprinzip, Anwendung | % | – | 100 | 100 | 100 | = |
W7: Innovationen, innovative Branchen | Beschäftigte % | 44,0 | – | – | 52,6 | + |
W8: Wirtschaftsstruktur, Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität | Beschäftigte % | 45,7 | 45,7 | 48,8 | 52,7 | + |
W9: Know-how, Qualifikationsniveau | % | – | – | 52,9 | 53,4 | = |
W10: Öffentlicher Haushalt, Nettoverschuldungsquotient | % | 52,6 | 3,3 | – 18,1 | – 52,4 | + |
→ →
W11: Steuern, Steuerbelastung natürliche Personen CHF 2 401 2 424 2 298 2 133 +
Badener Stadtteile im Spiegel der Statistik
Baden hat eine historisch gewachsene, feinteilige Stadtstruktur. Zurzeit sind sieben Stadtteile mit jeweils ca. 3000 Einwohnern vergleichbar.
Unterschiede treten auf, wenn man die Beschäftigten berücksichtigt – hier sind die Innenstadt und Dättwil von übergeordneter Bedeutung.
Nachfolgend werden die Stadtteile durch ausgewählte Kennwerte porträtiert und kurz charakterisiert. Dies ergibt ein differenziertes Bild der Quartiere, das neben vielen Gemeinsamkeiten auch deutliche Unterschiede zutage bringt.
Ausgewertet wurden primär die zurzeit verfügbaren Daten der kantonalen Statistik und Raumbeobachtung sowie jene der Stadt Baden (Einwohner, Steuern).
Innenstadt Süd
Beschreibung Die Innenstadt Süd besteht aus den vier Quartieren Altstadt, Vorstadt, Limmat Rechts und Brunnmatt. Die Altstadt mit Stadthaus, Kirche, Stadtmuseum und mehreren historischen Bauten ist nach den Bädern der zweitälteste Teil Badens. Sie ist stark geprägt durch Einkaufs- und Gastronomiebetriebe. Wichtige Schulhäuser – Tannegg, Pfaffechappe und Burghalde – sowie das Bezirksgebäude, die Kantonspolizei und die Stadtbibliothek befinden sich in der Vorstadt. Weitere öffentliche Einrichtungen wie die Kantonsschule, die Sportanlage Aue sowie das Hallen- und Freibad befinden sich im Quartier Limmat Rechts. Brunnmatt, wo sich der Friedhof Liebenfels befindet, ist ein reines Wohnquartier.
Fläche 2,31 km2, 17,5 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 0,68 km2 Siedlungsfläche, 15,3 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 3364 Einwohnerinnen und Einwohner, 17,2 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 13,6 % seit 2012: + 0,8 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Innenstadt Süd 12,4 % 39,8 % 24,7 % 15,8 % 7,4 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 3085 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 14,7 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Innenstadt Süd 2227
Anteil in % 43,2 % 40,7 % 16,1 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand →
Gebäudetypen: Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Wohngebäude mit Nebennutzungen sind anteilsmässig gleich häufig vorhanden, aber räumlich unterschiedlich konzentriert. → Gebäude von vor 1919 sind in der Altstadt häufig, zudem gibt es viele Gebäude aus der Periode von 1919 bis 1945, zwischen 1961 und 1980 waren die Bautätigkeiten sporadisch. → Wohnungsbestand: 2003 Wohnungen, 19,4 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. 22 → Vorstadt, Villenzone Ländliweg in E / ha → Max. 166 → Vorstadt, Zentrumszone Mellingerstrasse → Häufigste Einwohnerdichte 80 – 90 Einwohner pro Hektar
Belegungsdichte → Min. 1,1 → Vorstadt, Zentrumszone Mellingerstrasse in Pers. pro Wohnung → Max. 2,8 → Vorstadt, Villenzone Burghaldenstrasse → Häufigste Belegungsdichte 1,8 – 2 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 30 m2 → Vorstadt, Zentrumszone Mellingerstrasse in m2 pro Person → Max. 65 m2 → Vorstadt, Villenzone Burghaldenstrasse → Häufigste Wohnfläche 39 – 60 m2 pro Person
Mobilität Den Knotenpunkt bildet der Schulhausplatz, an dem sich die zwei Hauptstrassenachsen Badens kreuzen: von Norden die Bruggerstrasse, von Osten die Wettingerstrasse, von Süden die Neuenhoferstrasse und von Westen die Mellingerstrasse. Die Altstadt ist vom Durchgangsverkehr befreit.
Besonderheiten Die Limmat trennt den Stadtteil in zwei unterschiedliche Gebiete. Das Quartier Limmat Rechts grenzt unmittelbar an die Gemeinde Wettingen. Der Schulhausplatz ist einer der meistbefahrenen Verkehrsknoten der Schweiz und wurde aktuell neu gestaltet.
Ausblick In der Vorstadt liegt ein beachtliches Entwicklungspotenzial. Von der Neugestaltung des Schulhausplatzes werden positive Impulse fürs Quartier erwartet.
Badener Stadtteile im Spiegel der Statistik 91
Innenstadt Nord
Beschreibung Die Innenstadt Nord besteht aus den vier Quartieren Bahnhof, Martinsberg, Bäder und Baden Nord und bildet das Zentrum von Baden. Der Stadtteil beherbergt zahlreiche öffentliche und private Institutionen. Das Bahnhofgebiet ist das Geschäftsviertel und verfügt über ein vielfältiges Ladenangebot. Baden Nord ist durch die Industrie mit einer hohen Konzentration an Beschäftigten geprägt. Das Bäderquartier mit den Hotels, dem Grand Casino und dem Kurtheater hat sich etwas Kurortcharakter bewahrt. Grössere Wohngebiete befinden sich am Martinsberg und im Bereich der Römerstrasse.
Fläche 1,11 km2, 8,4 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 0,79 km2 Siedlungsfläche, 17,8 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 3463 Einwohnerinnen und Einwohner, 17,7 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 45,0 % seit 2012: + 15,6 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Innenstadt Nord 12,4 % 43,7 % 26,2 % 14,3 % 3,3 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 12 703 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 52,6 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Innenstadt Nord 2014
Anteil in % 29,9 % 46,3 % 23,7 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand → Gebäudetypen: Mehrfamilienhäuser und Wohngebäude mit Nebennutzungen sind anteilmässig
gleich häufig vorhanden und räumlich unterschiedlich konzentriert. Im Bahnhofgebiet Konzentration von Geschäftsbauten. In den Bädern finden sich viele Wohngebäude zum Teil mit Nebennutzungen. In Baden Nord dominieren Industrie- und Dienstleistungsgebäude. Ein- und Mehrfamilienhäuser sind in Randlagen (Martinsberg) vertreten. → Am häufigsten vorhanden sind Gebäude aus der Zeit von vor 1919 und bis 1945, solche der Periode von 1946 bis 2000 gibt es weniger häufig, solche ab 2001 wieder häufiger. → Wohnungsbestand: 1962 Wohnungen, 19,0 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. < 15 → Baden Nord, Wohn- und Gewerbezone Römerstrasse / Im Roggebode in E / ha → Max. 108 → Martinsberg, Kernzone Gartenstrasse → Häufigste Einwohnerdichte 50 – 70 Einwohner pro Hektar
Belegungsdichte → Min. 1,3 → Martinsberg, Wohn- und Gewerbezone Hahnrainweg in Pers. pro Wohnung → Max. 3,8 → Baden Nord, Wohn- und Gewerbezone Römerstrasse / Im Roggebode → Häufigste Belegungsdichte 1,6 – 1,9 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 43 m2 → Bäder, Kernzone Dammstrasse in m2 pro Person → Max. 74 m2 → Baden Nord, Wohn- und Gewerbezone Römerstrasse / Im Roggebode → Häufigste Wohnfläche 53 – 64 m2 pro Person
Mobilität Im Stadtteil Innenstadt Nord liegt der Bahnhof Baden. Er ist der Umsteigepunkt in der Region zwischen Bahn und Bus (Postauto / RVBW). Über ihn verkehren Schnellzüge nach Zürich, Basel, Bern, Aarau und Zürich Flughafen sowie fünf regionale S-Bahn-Linien.
Besonderheiten keine
Ausblick Mit dem neuen Thermalbad steigt die Bedeutung der Bäder.
Kappelerhof
Beschreibung Der Kappelerhof ist ein Wohnquartier und setzt sich zusammen aus dem Oberen und dem Unteren Kappelerhof. Im Oberen Kappelerhof gibt es gemischte Wohn- und Gewerbezonen. Der Untere Kappelerhof ist fast ausschliesslich Wohngebiet mit Ausnahme von drei kleineren Gewerbezonen. Im Kappelerhof befindet sich der Werkhof der Regionalwerke AG Baden. Das Quartier verfügt über eine Schule und einen Kindergarten.
Fläche 1,49 km2, 15,7 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 0,45 km2 Siedlungsfläche, 10,1 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 3058 Einwohnerinnen und Einwohner, 15,6 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 2,7 % seit 2012: + 0,2 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Kappelerhof 17,6 % 33,9 % 28,5 % 16,7 % 3,3 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 243 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 1,1 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Kappelerhof 933 818 222 1973
Anteil in % 47,3 % 41,5 % 11,3 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand →
Es gibt wenige Wohngebäude mit Nebennutzungen. Mehr- und Einfamilienhäuser sind die dominierenden Gebäudetypen. → Am häufigsten vorhanden sind Gebäude aus den Jahren 1919 bis 1945, am zweithäufigsten solche aus der Zeit von 1981 bis 2000. Gebäude aus der Periode von 1961 bis 1980 sind im Verhältnis weniger vorhanden. → Wohnungsbestand: 1540, 14,9 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. < 15 → Oberer Kappelerhof, Wohn- und Gewerbezone 4, Bruggerstrasse in E / ha → Max. 172 → Unterer Kappelerhof, Wohnzone 4, Brisgistrasse → Häufigste Einwohnerdichte um 130 Einwohner pro Hektar
Belegungsdichte → Min. 1,7 → Unterer Kappelerhof, Wohnzone 4, Bruggerstrasse in Pers. pro Wohnung → Max. 9 → Oberer Kappelerhof, Wohn- und Gewerbezone 4, Bruggerstrasse → Häufigste Belegungsdichte um 2 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 33 m2 → Unterer Kappelerhof, Wohn- und Gewerbezone 4, Bruggerstrasse in m pro Person 2 → Max. 63 m2 → Unterer Kappelerhof, Wohn- und Gewerbezone 4, Bruggerstrasse → Häufigste Wohnfläche 35 – 45 m2 pro Person
Mobilität Durch das Quartier verläuft die Bruggerstrasse als nördliche Zufahrtsachse in Richtung Stadtzentrum. Das Quartier ist mit den Buslinien 1, 4 und 9 der RVBW sehr gut erschlossen. Grosse Teile des Quartiers sind als Tempo-30-Zonen signalisiert und verkehrsberuhigt.
Besonderheiten Rund die Hälfte der Quartierfläche ist bewaldet.
Ausblick Im Areal Brisgi entsteht die erste Siedlung der städtischen Wohnbaustiftung.
Allmend
Beschreibung Der Stadtteil besteht aus der Vorderen Allmend und Münzlishausen und ist ausschliesslich ein Wohnquartier. In Münzlishausen finden sich noch grössere zusammenhängende Landwirtschaftsflächen. Das Siedlungsgebiet gleicht einer Waldlichtung.
Fläche 1,95 km2, 14,8 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 0,50 km2 Siedlungsfläche, 11,3 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 1424 Einwohnerinnen und Einwohner, 7,3 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 15,9 % seit 2012: + 4,6 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Allmend 24,6 % 19,6 % 31,8 % 19,0 % 5,0 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 109 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 0,6 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Allmend 259 249 262 770
Anteil in % 33,6 % 32,3 % 34,0 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand →
Mehrheitlich Ein- und Mehrfamilienhäuser. Gebäude mit Nebennutzungen sind sehr selten. → Am häufigsten vorhanden sind Gebäude aus den Jahren 1946 bis 1960. Im Westen des Quartiers stammen viele aus der Zeit von 1961 bis Anfang der 2000er-Jahre. → Wohnungsbestand: 629, 6,1 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. 18 → Münzlishausen, Dorfzone, Baldeggstrasse in E / ha → Max. 68 → Münzlishausen, Wohnzone 3, Im Eichtal → Häufigste Einwohnerdichte 38 – 68 Einwohner pro Hektar
Belegungsdichte → Min. 1,5 → Münzlishausen, Wohnzone 3, Im Eichtal in Pers. pro Wohnung → Max. 2,6 → Münzlishausen, Wohnzone 2, Müntzbergstrasse → Häufigste Belegungsdichte um 2,5 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 54 m2 → Vordere Allmend, Wohnzone 2, Allmendstrasse in m pro Person 2 → Max. 71 m2 → Münzlishausen, Wohnzone 2, Müntzbergstrasse → Häufigste Wohnfläche 54 – 65 m2 pro Person
Mobilität Die Allmend ist durch eine Quartier-Sammelstrasse (Allmendstrasse) via Rütistrasse an die Bruggerstrasse angeschlossen. Ausserdem ist das Quartier durch verschiedene Erschliessungsstrassen gut vernetzt. Das Ausflugsziel Baldegg ist über die Baldeggstrasse zugänglich. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Quartier durch die Buslinie 5 der RVBW erschlossen. Grosse Teile des Wohngebiets sind mit Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt.
Besonderheiten Erhöhte Lage über Baden, Erholungsgebiet Baldegg und alter Dorfkern Münzlishausen
Ausblick Die Allmend bleibt ein Wohnquartier. Verdichtung ist nur beschränkt möglich.
Meierhof
Beschreibung Der Meierhof besteht aus den Teilen Schadenmühle und Kehl und ist mehrheitlich ein Wohnquartier. In der Mitte des Quartiers erstreckt sich entlang der Mellingerstrasse ein Wohn- und Gewerbegebiet. Im Meierhof befinden sich öffentliche Bauten und Anlagen, u. a. Alterszentrum Kehl, Werkhof, Schule und Kindergarten sowie die Wirtschaftsschule KV Baden.
Fläche 1,27 km2, 9,6 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 0,41 km2 Siedlungsfläche, 9,2 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 2510 Einwohnerinnen und Einwohner, 12,8 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 10,4 % seit 2012: + 5,5 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Meierhof 17,2 % 34,3 % 25,2 % 15,1 % 8,2 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 117 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 1,2 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Meierhof 765 653 152 1570
Anteil in % 48,7 % 41,6 % 9,7 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand →
Die Mehrfamilienhäuser liegen entlang der Mellingerstrasse. Die Randlagen sind mit Reihen- und Einfamilienhäusern bebaut. Wohngebäude mit Nebennutzungen gibt es nur wenige. → Die meisten Gebäude stammen aus den Jahren 1919 bis 1960. Gebäude aus der Zeit ab 1961 sind nur sporadisch vorhanden. → Wohnungsbestand: 1286, 12,5 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. 33 → Kehl, Wohnzone 2, Kehlstrasse in E / ha → Max. 150 → Kehl, Wohnzonen 3 und 4, Kehlstrasse → In Randlagen und dem Wald entlang liegt der Wert bei 50 E / ha oder tiefer. Das Zentrum hat eine Dichte um 130 E / ha.
Belegungsdichte → Min. 1,7 → Schadenmühle und Kehl, Wohn- und Gewerbezone 4, Mellingerstrasse in Pers. pro Wohnung → Max. 5 → Schadenmühle, Wohnzone 2, Kehlstrasse → Häufigste Belegungsdichte um 2 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 21 m2 → Schadenmühle, Wohnzone 2, Kehlstrasse in m pro Person 2 → Max. 64 m2 → Schadenmühle, Wohnzone 2, Kehlstrasse → Häufigste Wohnfläche 39 – 52 m2 pro Person
Mobilität Das Quartier Meierhof ist über die Mellingerstrasse mit dem Stadtzentrum und mit Dättwil verbunden und wird durch die Buslinien 6, 7 und 9 der RVBW sowie verschiedene Postautolinien bedient. Wesentliche Teile des Quartiers sind als Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt.
Besonderheiten Im Kehl befinden sich das städtische Alterszentrum und der Werkhof mit dem Schadenmühleplatz. Die Talsohle wird durch die Mellingerstrasse aufgeteilt. Siedlungsgebiet mit nahem Bezug zum Wald.
Ausblick Der zentrumsnahe Teil und die an die Mellingerstrasse angrenzenden Bereiche haben Entwicklungspotenzial.
Dättwil
Beschreibung Dättwil besteht aus den Teilen Dättwil-Dorf, Segelhof, Langacker und Täfern / Esp. Dättwil-Dorf ist das Zentrum des Quartiers, dort befinden sich das Kantonsspital und die öffentlichen Einrichtungen (Schule / Kindergarten) sowie mehrere kleinere Geschäfte und Läden. Der Segelhof ist mit Ausnahme des ABB-Forschungszentrums ein Wohnquartier. Die Gebiete Langacker und Täfern / Esp sind fast ausschliesslich Gewerbegebiete. Sie sind durch die Bahnlinie und die Mellingerstrasse vom Quartier getrennt.
Fläche 1,94 km2, 14,7 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 1,11 km2 Siedlungsfläche, 25,0 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 3152 Einwohnerinnen und Einwohner, 16,1 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 17,1 % seit 2012: – 3,0 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Dättwil 21,0 % 30,3 % 30,3 % 16,3 % 2,1 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 6366 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 26,9 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Dättwil 649 896 369 1914
Anteil in % 33,9 % 46,8 % 19,3 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand → In Dättwil-Dorf dominieren die Mehrfamilienhäuser. Das Gebiet Langacker / Esp ist durch volumi-
nöse Geschäfts- und Gewerbebauten geprägt. Der Segelhof besteht mit Ausnahme des ABB- Forschungszentrums aus Einfamilienhäusern. → In Dättwil-Dorf gibt es vereinzelte ältere Bauten von vor 1919. Die grosse Mehrheit der Gebäude stammt aus der Periode von 1981 bis heute. → Wohnungsbestand: 1728, 16,8 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. < 15 → Dättwil-Dorf, Wohn- und Gewerbezone 4, Dättwilerstrasse in E / ha → Max. 130 → Dättwil-Dorf, Wohnzone 3, Dättwilerstrasse → In Dättwil-Dorf variiert die Dichte zwischen 15 und 130 E / ha, wobei der häufigste Wert um 70 – 100 E / ha liegt. Im Segelhof liegt die Dichte bei 54 E / ha.
Belegungsdichte → Min. 1,5 → Dättwil-Dorf, Wohn- und Gewerbezone 3, Husmatt in Pers. pro Wohnung → Max. 2,9 → Dättwil-Dorf, Wohnzone 2, Sommerhaldenstrasse → Häufigste Belegungsdichte 2,2 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 45 m2 → Dättwil-Dorf, Wohnzone 2, Dättwilerstrasse in m2 pro Person → Max. 64 m2 → Segelhof, Wohnzone 2, Segelhofstrasse → Häufigste Wohnfläche 50 m2 pro Person
Mobilität Im Verkehrsnetz rund um Dättwil nimmt die Nationalstrasse A1 eine dominierende Stellung ein. Die Mellingerstrasse verbindet Dättwil mit dem Stadtzentrum und dient als Zubringer zur A1. Mit den Buslinien 3, 7 und der Tangentiallinie 12 (nach Wettingen) der RVBW sowie mehreren Postautolinien ist Dättwil gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen und über die nahe Haltestelle Mellingen- Heitersberg auch an das Zürcher S-Bahn-Netz angebunden.
Besonderheiten Im Gebiet Galgenbuck befindet sich die letzte grosse Entwicklungsreserve von Baden.
Ausblick Nach der Einzonung des Areals Galgenbuck wird in Dättwil eine starke Zunahme der Bevölkerung um bis zu 60 % des heutigen Bestands erwartet.
Rütihof
Beschreibung Rütihof ist eine Exklave der Stadt Baden und grenzt an Mellingen, Fislisbach und Birmenstorf. Der Stadtteil besteht grösstenteils aus Wohngebieten. Im Süden befindet sich eine grosse Landwirtschaftszone. Im Norden und Nordosten grenzen die Wohngebiete unmittelbar ans Waldgebiet.
Fläche 0,73 km2, 5,5 % der Gesamtfläche der Stadt Baden 0,50 km2 Siedlungsfläche, 11,3 % der Siedlungsfläche der Stadt Baden
Bevölkerung 2017 2596 Einwohnerinnen und Einwohner, 13,3 % der Gesamtbevölkerung Veränderung seit 2005: + 11,8 % seit 2012: + 1,8 %

Bevölkerungsstruktur Altersklassen 00 – 19 20 – 39 40 – 59 60 – 79 80 +
Rütihof 23,4 % 19,4 % 32,2 % 21,2 % 3,9 %
Baden 17,5 % 33,2 % 28,0 % 16,6 % 4,7 %
Beschäftigung 2015 prov. 312 Vollzeitäquivalente (VZÄ), 1,4 % Anteil an VZÄ Baden
Einkommen 2012 Einkommensklassen (CHF) 0 – 45 000 45 001 – 100 000 100 001 + Total
Steuerpflichtige Rütihof 425 584 256 1265
Anteil in % 33,6 % 46,2 % 20,2 % 100 %
Baden 40,7 % 37,6 % 21,7 % 100 %
Gebäudebestand →
Häufigster Gebäudetyp sind Einfamilienhäuser. Es gibt räumlich eine starke Differenzierung. In Rütihof-Dorf sind vor allem Mehrfamilienhäuser vorhanden, im Neuquartier fast ausschliesslich Einfamilienhäuser. → Im Zentrum gibt es noch vereinzelt Gebäude von vor 1919. Bis 1960 war die Bautätigkeit zurückhaltend. Am meisten gebaut wurde von 1961 bis 1980. Bis heute ist die Bautätigkeit konstant hoch geblieben. → Wohnungsbestand: 1163, 11,3 % Anteil an Gesamtbestand
Einwohnerdichte → Min. 23 → Neuquartier, Wohnzone 2, Moosstrasse in E / ha → Max. 116 → Neuquartier, Wohnzone 2, Hof- / Fislisbacherstrasse → Es gibt zwei räumliche Differenzierungen. Im Neuquartier liegt die Dichte bei 53 E / ha. In Rütihof-Dorf gibt es eine grosse Spannweite von 23 bis 116 E / ha.
Belegungsdichte → Min. 2 → Rütihof-Dorf, Wohnzone 2, Kirchgasse in Pers. pro Wohnung → Max. 3,1 → Rütihof-Dorf, Wohnzone 2, Hof- / Fislisbacherstrasse → Häufigste Belegungsdichte um 2,5 Personen pro Wohnung
Wohnfläche → Min. 49 m2 → Rütihof-Dorf, Wohnzone 2, Hof- / Fislisbacherstrasse in m pro Person 2 → Max. 82 m2 → Rütihof-Dorf, Wohnzone 2, Moosstrasse → Häufigste Wohnfläche bei 53 m2 pro Person
Mobilität Rütihof ist durch die Linie 6 der RVBW und die Postautolinie 362 erschlossen. Die Wohngebiete sind mehrheitlich als Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt. Rütihof ist durch eine Veloroute u. a. mit Dättwil verbunden.
Besonderheiten Dorfkern mit Kapelle und Weinberg sowie der Busterminal der Twerenbold Reisen AG
Ausblick Die Entwicklungsmöglichkeiten von Rütihof sind aufgrund bereits ausgeschöpfter Landreserven limitiert. Die älteren Bauten erreichen den Zeitpunkt, in dem sich grössere Unterhaltsarbeiten abzeichnen. Eine Verdichtung ist nur punktuell möglich.
Projektsteuerung Markus Schneider (Geri Müller bis 31.12.2017), Thomas Lütolf, Stefan Eggmann, Patrick Nötiger, Rolf Wegmann, Wladimir Gorko
Arbeitsgruppe Maria Benito, Michael Heiserholt, Monika Greber, Rolf Wegmann
Projektleitung Wladimir Gorko, Entwicklungsplanung
Textbeiträge Entwicklungsplanung, Gesellschaft, Stadtökologie, Steuern / Finanzen, Planung und Bau, Standortmarketing
Redaktion Entwicklungsplanung
Lektorat sprach-art, Inés Flück, Wettingen
Gestaltung GIROD GRÜNDISCH Visuelle Kommunikation SGD
Fotos GIROD GRÜNDISCH, Dana Senn
Druck Meier Druck AG, Baden Dättwil
Kontakt STADT BADEN Entwicklungsplanung Rathausgasse 5 5401 Baden
www.baden.ch/planungsleitbild
Herausgeberin Stadt Baden, Auflage 500 Exemplare
© STADT BADEN Oktober 2018
STADT BADEN Entwicklungsplanung Rathausgasse 5 5401 Baden