Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

Vollstreckbarkeitsbescheinigung

Rubrum

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: PG110008-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsident Dr. H.A. Müller, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Burger sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu-Zweifel

Beschluss vom 23. Februar 2012

in Sachen

Gesuchstellerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

Gesuchsgegnerin

betreffend Vollstreckbarkeitsbescheinigung

Erwägungen

1.

In dem mit Eingabe vom 27. Juli 2010 bei der Zürcher Handelskammer eingeleiteten Schiedsverfahren erging am 22. Februar 2011 der "Final Award" des "Arbitral Tribunal of the Swiss Chambers of Commerce" (act. 2/3 = act. 3). Darin wurde die C._____ s.r.l, die Beklagte, verpflichtet, der B._____ & Cie. AG, der Klägerin, Fr. 217'921.90 nebst Zins von 8 % zu bezahlen, zahlbar wie folgt: Fr. 75'682.- zzgl. Zins von 8 % seit 15. Februar 2009, Fr. 112'402.75 zzgl. Zins von 8 % seit 25. Februar 2009, Fr. 660.70 zzgl. Zins von 8 % seit 29. Juni 2009 sowie Fr. 29'176.45 zzgl. Zins von 8 % seit 30. Dezember 2009. Die weiteren Ansprüche wurden abgewiesen (act. 2/3 S. 14).

2.

Am 20. Juni 2011 liess die zwischenzeitlich von der B._____ & Cie. AG zur A._____ AG umfirmierte Schiedsklägerin und Gesuchstellerin (act. 2/2) um Ausstellung einer Vollstreckbarkeitsbescheinigung gemäss Art. 193 Abs. 2 IPRG für den der Gesuchsgegnerin am 23. Februar 2011 (act. 2/5) zugestellten Schiedsspruch vom 22. Februar 2011 ersuchen (act. 1). Der ihr mit Verfügung vom 27. Juni 2011 auferlegte Kostenvorschuss von Fr. 4'000.- (act. 4) wurde innert Frist geleistet (act. 5).

3.

Mit derselben Verfügung vom 27. Juni 2011 wurde der Gesuchsgegnerin sodann die Möglichkeit eingeräumt, sich innert einer Frist von zwanzig Tagen zum Gesuch der Gegenpartei zu äussern. Gleichzeitig wurde ihr eine Frist von zwanzig Tagen angesetzt, um in der Schweiz ein Zustellungsdomizil zu bezeichnen (act. 4). Die Zustellung der Verfügung an die Gesuchsgegnerin erfolgte am 13. September 2011 (act. 6 und 7). Von der Möglichkeit zur Einreichung einer Stellungnahme (vgl. dazu Berti in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, Honsell/Vogt/Schnyder/Berti [Hrsg.], 2. Auflage, Basel 2007, N 13 zu Art. 193 IPRG) hat die Gesuchsgegnerin keinen Gebrauch gemacht, auch hat sie kein Zustellungsdomizil in der Schweiz bezeichnet. Damit ist androhungsgemäss (act. 4) von einem Verzicht auf Stellungnahme auszugehen und werden weitere Zustellungen durch Publikation erfolgen.

4.

Hinsichtlich des anwendbaren Rechts für das Schiedsverfahren gelangen vereinbarungsgemäss die Internationale Schiedsordnung der Schweizerischen Handelskammern zur Anwendung (act. 3 und act. 1 Rz 4) sowie subsidiär, soweit nicht ausgeschlossen, die Bestimmungen des 12. Kapitels des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht vom 18. Dezember 1987 (IPRG; vgl. Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).

5.

Da das Schiedsgericht seinen Sitz in Zürich hatte (vgl. act. 2/3 Rz 3 f. und 21), ist die Zuständigkeit des Obergerichtes des Kantons Zürich gegeben (analog § 46 GOG, vgl. auch § 239 Abs. 2 ZPO/ZH).

6.

Das Schiedsgericht hat bestätigt, dass es bis am 26. April 2011 keine Mitteilung über die Eröffnung eines Rechtsmittelverfahrens gegen den Schiedsspruch vom 22. Februar 2011 beim Bundesgericht erhalten habe (vgl. act. 2/6).

Dispositiv

1.

In Anwendung von Art. 193 Abs. 2 IPRG wird bescheinigt, dass der "Final Award" des "Arbitral Tribunal of the Swiss Chambers of Commerce" vom 22. Februar 2011 in Sachen B._____ & Cie. AG, … [Adresse], Switzerland, gegen C._____ s.r.l.,… [Adresse], betreffend Forderung (SCC 600224- 2010) vollstreckbar ist.

2.

Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.- wird der Gesuchstellerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.

Schriftliche Mitteilung an: − den Vertreter der Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein), − die Gesuchsgegnerin (durch Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt).

4.

Rechtsmittel:

Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt rund Fr. 217'921.90. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Zürich, 23. Februar 2012

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu-Zweifel

versandt am:

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Lescha federala davart il Tribunal federal*, Art. 42 und Art. 90 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2012; der Erlass wurde am 1. April 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 1. Februar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. August 2014, 1. November 2015, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 1. April 2017, 1. Juni 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2024, 1. Februar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2026 und 13. Mai 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht, Art. 176 und Art. 193 — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2011; der Erlass wurde am 1. Januar 2013, 1. Mai 2013, 1. Juli 2013, 1. Juli 2014, 1. Januar 2017, 1. April 2017, 1. Januar 2019, 1. April 2020, 1. Januar 2021, 1. Februar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. September 2023, 1. Januar 2025 und 1. Januar 2026 erneut konsolidiert.