Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 5 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

RRB Nr. 1375/2014

Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II, Regionalstrategie Knonaueramt/Limmattal/ Zürich-West, Kenntnisnahme

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 17. Dezember 2014

1375. Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II: Regionalstrategie

Erwägungen

1. Ausgangslage Um dem prognostizierten Wachstum der Anzahl Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe II im Kanton Zürich zu begegnen, sind gemäss RRB Nr. 376/2013 – unter Berücksichtigung der beiden übergreifenden Handlungsfelder Rochadeflächen und Sportstättenstrategie – sechs Regionalstrategien auszuarbeiten. Eine dieser Strategien betrifft die Region Knonaueramt/Limmattal/Zürich-West: Um das Wachstum der Regionen Knonaueramt und Limmattal aufnehmen zu können, ist zu prüfen, ob dieses am Standort der bestehenden Kantonsschule Limmattal in Urdorf erfolgen soll oder ob eine zusätzliche Mittelschule vorzusehen ist. Es sollten zudem vor dem genannten Hintergrund auch der künftige Flächenbedarf in der entsprechenden Region ermittelt und mögliche alternative Standorte zum bestehenden Standort in Urdorf geprüft werden.

2. Erarbeitung Regionalstrategie Knonaueramt/Limmattal/ Zürich-West Das Immobilienamt beauftragte die Firma Wüest & Partner AG, Zürich, zusammen mit dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt, dem Hochbauamt und dem Amt für Raumentwicklung eine detaillierte Schülerprognose bis 2040 für die Region Knonaueramt/Limmattal/Zürich-West zu erstellen und verschiedene Szenarien für die Schulraumentwicklung aufzuzeigen. Im Bericht vom Februar 2014 wird dargelegt, wie sich die Schülerzahlen in der Region entwickeln und welchen Einfluss die Erreichbarkeit eines Schulstandortes auf das Einzugsgebiet hat. Ferner enthält er Aussagen zu den baulichen Massnahmen, die für die zusätzlichen Schülerinnen und Schüler nötig sind.

3. Ergebnisse des Berichts zur Schülerprognose

3.1. Prognose der Schülerzahlen bis 2040 Auf der Grundlage des Schülerprognosemodells von Wüest & Partner wurde für den Betrachtungsperimeter eine regionalisierte Prognose für die Anzahl Mittelschülerinnen und -schüler über den Zeithorizont bis 2040 erstellt. Diese Prognose wurde anhand von weiteren Bevölkerungs- und Schülerprognosen des Kantons und Bundes plausibilisiert. Dabei wurde die Umsetzung der Limmattalbahn berücksichtigt. Neben einer Erweiterung der Kantonsschule Limmattal wurde eine neue Mittelschule im Knonaueramt, für die ebenfalls Schülerprognosen erstellt wurden, geprüft.

3.2. Prognosen in Bezug auf die Erweiterung der Kantonsschule Limmattal, Urdorf Die Prognose der zukünftigen Schülerzahl beruht auf einer statistischen Fortschreibung und einer Ausweitung des Einzugsgebietes bedingt durch die Limmattalbahn (ab 2020) mit einer Haltestelle direkt vor dem Schulgebäude. Es wird prognostiziert, dass an der Kantonsschule Limmattal der Anteil Schülerinnen und Schüler insbesondere aus dem Kreis 9 der Stadt Zürich (Quartiere Altstetten, Grünau und Albisrieden) und den an die Limmattalbahn angeschlossenen Gemeinden zunehmen wird. Die Schülerprognose zeigt, dass bei Fortführung der Mittelschule am heutigen Standort in Urdorf bis 2040 ein Zuwachs von rund 390 auf 1120 Schülerinnen und Schüler zu erwarten ist (+53%).

3.3. Potenzielles Einzugsgebiet einer neuen Kantonsschule im Knonaueramt Für eine mögliche Mittelschule im Knonaueramt wurde ein Standort in Affoltern a. A. angenommen und ebenfalls eine Schülerprognose erstellt. Die Anteile wurden anhand von Erfahrungswerten aufgrund der heutigen Verteilung der Schülerinnen und Schüler sowie aufgrund von Reisezeiten festgelegt. Dabei wird die Herkunft der Schülerinnen und Schüler wie folgt prognostiziert:

Tabelle 1: Potenzielles Einzugsgebiet einer neuen Mittelschule im Knonaueramt

Für einen neuen, zusätzlichen Mittelschulstandort im Knonaueramt wird bis 2040 mit insgesamt rund 330 Schülerinnen und Schülern gerechnet. Die Prognose zeigt weiter, dass auch mit einem zusätzlichen Standort Knonaueramt am bestehenden Standort Urdorf mit einem Schülerzuwachs von rund 140 zu rechnen wäre (+20%).

3.4. Fazit aus der Analyse zu den Schülerprognosen Bei der Beibehaltung eines Standorts steigt die Schülerzahl um rund 390 auf 1120 (+53%), was einen effizienten Betrieb erlauben würde und mit anderen Kantonsschulen (z. B. Kantonsschule Rychenberg, Winterthur, oder Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon) vergleichbar ist. Der zukünftige Raumbedarf der Kantonsschule Limmattal in Urdorf übersteigt das heutige Angebot. Neben bereits geplanten Bauten, wie z. B. einer Aula und dem Ersatz von Turnhallen (RRB Nr. 850/2009), ist eine Erweiterung notwendig. Am Standort der Kantonsschule Limmattal in Urdorf verfügt der Kanton über eine an das Schulgelände angrenzende Baulandreserve im Finanzvermögen. Würde eine neue Mittelschule im Knonaueramt gebaut, würde für die Kantonsschule Limmattal bis 2040 trotzdem eine Erweiterung nötig. Gemäss Prognose wird es im Knonaueramt rund 330 zusätzliche Schülerinnen und Schüler geben, was 14 bis 15 Klassen entspricht. Diese Zahl liegt deutlich unter der Grösse, die aus Sicht eines Schulbetriebs (z. B. Organisation, Verwaltung) und der erforderlichen Infrastruktur wie Mensa, Turnhallen, Mediathek als Mindestgrösse betrachtet wird. Spezialräume (z. B. für Naturwissenschaften, Sport, Musik) wären ebenfalls nicht bestmöglich ausgelastet. Vergleichbare Zürcher Mittelschulen ausserhalb der Städte Zürich und Winterthur mit dem für Regionalschulen üblichen vollständigen Angebot an Schwerpunktfächern haben weit höhere Schülerzahlen (Anzahl Schülerinnen und Schüler [Schuljahr 2013/14 gemäss BISTA]: Kantonsschule Limmattal, Urdorf: 728; Kantonsschule Zürcher Unterland, Bülach: 990; Kantonsschule Zürcher Oberland, Wetzikon: 1332).

4. Regionalstrategie

4.1 Weitere Standorte Vor der Einleitung weiterer Schritte für die Erweiterung am Standort Urdorf wurden mögliche alternative Mittelschulstandorte beurteilt. Es wurden zwei mögliche Standorte im kantonalen Besitz geprüft. Es handelt sich dabei um ein Grundstück in Birmensdorf und ein Grundstück in Affoltern am Albis. Die Analyse zeigte, dass zurzeit kein Areal zur Verfügung steht, das den Anforderungen entspricht.

4.2 Flächenbedarf und Bauinvestitionen Auf der Grundlage der Prognose der Schülerzahlen und des Sanierungsbedarfs der Kantonsschule Limmattal in Urdorf wurden sowohl für deren Erweiterung als auch für die Variante mit einer zusätzlichen Mittelschule im Knonaueramt der Flächen- und Investitionsbedarf durch Wüest & Partner grob ermittelt. Bei der Erweiterung der Kantonsschule Limmattal ist mit einem Bedarf von insgesamt rund 6300 m2 Hauptnutzflächen sowie rund 1500 m2 Neben- und Erschliessungsflächen sowie reinen Bauinvestitionen (d. h. ohne Land- und Einrichtungskosten) von rund 50 Mio. Franken zu rechnen. Für eine Mittelschule im Knonaueramt wurde ein Raumbedarf von insgesamt rund 4500 m2 Hauptnutzflächen und 1000 m2 Neben- und Erschliessungsflächen ermittelt. Zudem wären am bestehenden Standort Urdorf zur Deckung des Zusatz- und Ersatzbedarfs rund 4300 m2 Hauptnutzflächen und rund 1000 m2 Neben- und Erschliessungsflächen notwendig. Insgesamt rechnet Wüest & Partner für diese Variante mit zwei Bauprojekten mit reinen Bauinvestitionen von rund 70 Mio. Franken. Der Flächenvergleich zeigt, dass ein Ausbau am Standort Urdorf weniger zusätzliche Fläche benötigt als die Variante mit einem zusätzlichen Standort im Knonaueramt.

4.3 Empfehlung Die Variante «Erweiterung Kantonsschule Limmattal» wird als weiter zu verfolgende Regionalstrategie «Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II: Knonaueramt, Limmattal, Zürich-West» empfohlen. Mit dieser Variante kann der heutige Standort Urdorf erweitert und verbessert werden. Für den Betrachtungsraum steht somit weiterhin eine Schule zur Verfügung, die das künftige Wachstum mit einer Erweiterung aufnehmen kann.

5. Nächste Schritte Im Rahmen eines Detailkonzepts ist die vorgeschlagene Regionalstrategie mit einer Erweiterung der Kantonsschule Limmattal, Urdorf, in folgenden Bereichen zu konkretisieren: – Prüfen des Raumbedarfs und Entwickeln eines Raumprogramms als Grundlage für die Wettbewerbsdurchführung, dies unter Berücksichtigung der Sportstättenstrategie. – Erstellen eines Konzepts für die Erweiterung des Standorts Urdorf, um den Wettbewerbsperimeter festzulegen. – Durchführung des Architekturwettbewerbs und bauliche Umsetzung. Parallel dazu sind die planungsrechtlichen Grundlagen zu schaffen. An der Sitzung vom 18. März 2014 stimmte der Kantonsrat dem geänderten kantonalen Richtplan zu (Vorlage 4882b). Damit ist ein Eintrag für eine Erweiterung der Kantonsschule Limmattal in Urdorf im kantonalen Richtplan vorhanden. Zusätzlich ist im kantonalen Richtplan eine Standortevaluation für eine Mittelschule im Knonaueramt festgelegt. Dieser Eintrag ist im Sinne einer strategischen Standortsicherung aufgrund einer Standortevaluation längerfristig zu konkretisieren. Es wird empfohlen, auf Ebene der Nutzungsplanung eine Umzonung des kantonseigenen Nachbargrundstücks, das sich in der Industriezone befindet, in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen anzustreben. Damit könnte auf die Festsetzung eines kantonalen Gestaltungsplans verzichtet werden. Die Rahmenbedingungen für die Projektierung und die Anpassung der planungsrechtlichen Vorgaben hat in Abstimmung mit der Gesamtentwicklung des Gebietes Urdorf Nord zu erfolgen. Der vorgesehene Grobterminplan für die weitere Entwicklung des Projektes gestaltet sich wie folgt: Tabelle 2: Termine Phase Vorstudie Projektierung Umsetzung Jahre 2015 2016–2018 2019–2022 In der von Wüest & Partner erstellten groben Kostenschätzung wird von einer Gesamtinvestition von rund 50 Mio. Franken (ohne Land und Einrichtungen) ausgegangen. Darin enthalten sind Investitionen von rund 13,5 Mio. Franken für notwendige Verbesserungen und Ersatzbauten (z. B. Aula, Turnhallen). Dieses Projekt wurde mit RRB-Nr. 850/2009 bereits für die nächste Phase «Vorstudie» freigegeben. Um eine effiziente Planung und Umsetzung zu gewährleisten, sollen die für den Ausbau notwendigen Erweiterungsbauten zusammen mit dem bereits angemeldeten Bauprojekt geplant und ausgeführt werden. Tabelle 3: Investitionen 2014 2015 2016 2017 2018–2022 Total Vorstudienkosten

in Franken 150 000 450 000 – – – 600 000 Investitionskosten in Franken – 500 000 1 500 000 3 000 000 45 000 000 50 000 000 Die aufgeführte Investitionssumme (ohne Land und Einrichtungen) bildet eine erste grobe Kostenschätzung. Die genaue Höhe der Investition kann erst nach Vorliegen eines konkreten Projektes und der Abschätzung der Kosten für Land und Einrichtungen beziffert werden. Die für die Vorstudie benötigten Mittel sind, unter Vorbehalt der Freigabe der Phase Vorstudie durch den Regierungsrat, durch die Bildungsdirektion zu bewilligen. Im KEF 2015–2018 sind für das Projekt 2,0 Mio. Franken eingestellt. Im KEF 2016 sind die Mittel für die Planjahre 2016–2019 zu berücksichtigen.

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Der Bericht «Regionalstrategie Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II: Knonaueramt/Limmattal/Zürich-West» vom Februar 2014 von Wüest & Partner AG, Zürich, wird zur Kenntnis genommen.

II. Die Regionalstrategie gemäss Ziff. 4 wird festgesetzt.

III. Das Projekt für die Erweiterung der Kantonsschule Limmattal in Urdorf wird für die Phase Vorstudie freigegeben.

IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

Cità en