RRB Nr. 199/2017
Pflegefinanzierung, Vergütungsanteil 2018-2020 im Bereich Akut- und Übergangspflege, Festsetzung
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 8. März 2017
199. Pflegefinanzierung (Festlegung des Vergütungsanteils 2018–2020
Erwägungen
im Bereich Akut- und Übergangspflege) Das Bundesgesetz vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) regelt die Finanzierung der sogenannten «Akut- und Übergangspflege». Dabei handelt es sich um Pflegeleistungen, die im Anschluss an einen Spitalaufenthalt auf spitalärztliche Verordnung während längstens zwei Wochen stationär in Pflegeheimen oder ambulant durch Spitex-Dienste erbracht werden. Die Vergütung hat nach den Regeln der Spitalfinanzierung zu erfolgen (Art. 25a Abs. 2 KVG). Art. 7b Abs. 1 der Verordnung des EDI vom 29. September 1995 über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV, SR 832.112.31) bestimmt, dass der Wohnkanton und die Versicherer die Vergütung der Leistungen der Akut- und Übergangspflege anteilsmässig übernehmen, wobei der kantonale Anteil mindestens 55% zu betragen hat. Der Anteil muss für das Kalenderjahr spätestens neun Monate vor dessen Beginn festgesetzt werden. Gemäss § 3 des Pflegegesetzes (LS 855.1) fällt dieser Entscheid in die Zuständigkeit des Regierungsrates. Der kantonale Anteil wird seit dem 1. Januar 2012 gestützt auf § 10 Abs. 1 des Pflegegesetzes vollumfänglich von den Gemeinden finanziert. Er wurde vom Regierungsrat für 2015–2017 auf das gesetzlich zulässige Minimum von 55% festgesetzt (RRB Nr. 338/2014). Eine Erhöhung des kantonalen Anteils über das gesetzliche Mindestmass von 55% hinaus würde zu einer finanziellen Mehrbelastung der Gemeinden führen und ist bis auf Weiteres nicht angezeigt. Der bisherige kantonale Anteil von 55% hat sich bewährt. Entsprechend ist der für alle Kantonseinwohnerinnen und -einwohner geltende kantonale Anteil an der Vergütung von Leistungen der Akut- und Übergangspflege im Sinne von Art. 7b Abs. 1 KLV auch für die nächsten drei Kalenderjahre (2018– 2020) auf 55% festzusetzen. Die Festsetzung des kantonalen Vergütungsanteils durch den Regierungsrat zählt nicht zu den Beschlüssen der Kantonsregierungen, gegen die gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht geführt werden kann. Als Rechtsmittel gegen diesen Entscheid ist gemäss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes daher die Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich gegeben.
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Der für alle Kantonseinwohnerinnen und -einwohner geltende kantonale Anteil an den Vergütungen für Leistungen der Akut- und Übergangspflege im Sinne von Art. 7b Abs. 1 der Krankenpflege-Leistungsverordnung wird für die Kalenderjahre 2018 bis 2020 auf 55% festgesetzt.
II. Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Beschluss ist beizulegen oder genau zu bezeichnen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. III. Veröffentlichung im Amtsblatt.
IV. Mitteilung für sich sowie zuhanden der Rechtsträger bzw. bei Verbänden zuhanden ihrer Mitglieder (E): Leistungserbringer und Verbände (ohne Versicherer): – Association Spitex privée Suisse ASPS, Uferweg 15, 3000 Bern 13 – CURAVIVA Kanton Zürich, Schärenmoosstrasse 77, 8052 Zürich – Gemeindepräsidenten-Verband Kanton Zürich, Postfach 2336, 8022 Zürich – senesuisse, Verband wirtschaftlich unabhängiger Alters- und Pflegeeinrichtungen Schweiz, Kapellenstrasse 14, Postfach 5236, 3001 Bern – Stadt Winterthur, Departement Soziales, Pionierstrasse 7, 8403 Winterthur – Stadt Zürich, Gesundheits- und Umweltdepartement, Walchestrasse 31, Postfach 3251, 8021 Zürich – SBK Sektion ZH/GL/SH, Sonnenbergstrasse 72, Postfach, 8603 Schwerzenbach – Spitex Verband Kanton Zürich, Schärenmoosstrasse 77, 8052 Zürich – Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK), Nordstrasse 15, 8006 Zürich Versicherer: – curafutura, Gutenbergstrasse 14, 3011 Bern – santésuisse, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4502 Solothurn – Einkaufsgemeinschaft HSK, Postfach, 8081 Zürich – tarifsuisse ag, Lagerstrasse 107, Postfach 2367, 8021 Zürich – Agrisano Kankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg – Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden – Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern – Assura-Basis SA, Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully – Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65
– Compact Grundversicherungen AG, Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich – Concordia Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern – CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern – Easy Sana Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny – EGK Grundversicherungen, Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen – Helsana Versicherungen AG, Postfach, 8081 Zürich – KPT Krankenkasse AG, Wankdorfallee 3, Postfach , 3001 Bern – Mutuel Assurance Maladie SA, Rue de Cédres 5, 1920 Martigny – ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 9, 7302 Landquart – Philos Assurance Maladie SA, Rue de Cédres 5, 1920 Martigny – Progrès Versicherungen AG, Postfach, 8081 Zürich – PROVITA Gesundheitsversicherung AG, c/o SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur – Sana24 AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15 – Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern – Sanitas Grundversicherungen AG, Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich – Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Schönenbergstrasse 28, 8820 Wädenswil – SWICA Krankenversicherung, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur – Visana AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15 – Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel – die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, Haus der Kantone, Speichergasse 6, Postfach 684, 3000 Bern 7 – die Gesundheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi