Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

RRB Nr. 892/2026

Kantonsschule Rychenberg, Winterthur, Instandsetzung, gebundene Ausgabe

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 2. September 2026

892. Kantonsschule Rychenberg Winterthur, Instandsetzung

Erwägungen

(gebundene Ausgabe)

Ausgangslage Die Kantonsschule Rychenberg Winterthur ist eine von drei Mittelschulen in Winterthur und zählt rund 1300 Schülerinnen und Schüler. Sie bietet ein Langzeitgymnasium, eine zweisprachige Maturität Deutsch/ Englisch und eine Fachmittelschule an. Das Hauptgebäude und der Spezialzimmertrakt wurden 1960–1963 errichtet. Das gesamte Ensemble ist als kantonales Schutzobjekt eingestuft. 1990 wurde die Schule um einen Ergänzungsbau für die Naturwissenschaften und Mensa erweitert. Im Laufe der Zeit fanden in Teilbereichen der verschiedenen Gebäude Instandsetzungen statt. Durchgeführte Zustandsanalysen ergaben, dass umfassende Instandsetzungen unumgänglich sind. Insbesondere in den Bereichen Erdbebensicherheit, Brandschutz, Wärmedämmung, Gebäudetechnik, Schallschutz und hindernisfreier Zugang sind umfangreichere Massnahmen erforderlich. Gleichzeitig sind die Schulräume auf einen zeitgemässen Standard zu bringen und verschiedene betriebliche Mängel zu beheben. Mit Beschluss Nr. 994/2024 hat der Regierungsrat 4,4 Mio. Franken für die Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung bewilligt.

Projekt Das Hauptgebäude und der Spezialzimmertrakt werden im Innern punktuell bis auf den Rohbau zurückgebaut und instand gesetzt. Zur Sicherstellung des Brandschutzes bestehen umfangreiche feuerpolizeiliche Auflagen, deren Erfüllung umfassende Arbeiten nach sich ziehen. Beim Hauptgebäude erfüllt der Einbau von zwei neuen Kernen die feuerpolizeilichen Vorgaben, die Hindernisfreiheit sowie die Anforderungen an die Erdbebensicherheit. In jedem Kern befindet sich eine neue Fluchttreppe und die Korridorflächen werden durch Brandschutztüren getrennt. Verschiedene Teile der Gebäudetechnik haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. So sind die Elektroanlagen und ein Teil der Sanitäranlagen vollständig zu erneuern. Zur Abdeckung aller Gebäude sind insgesamt drei rollstuhlgängige Toiletten zu erstellen. Durch gewisse Umbauten wie beispielsweise die Auflösung der Hauswartwohnung kann die Nutzung innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens optimiert werden.

Die verglaste Gebäudehülle erfüllt die Energievorschriften des Kantons nicht mehr und muss ersetzt oder instand gesetzt werden, was für das Gesamtprojekt eine grosse Herausforderung darstellt. Es werden neue, thermisch getrennte Alu-Fassadenelemente eingebaut. Brüstungen, Aussenwände, Dach und Bodenplatten werden zusätzlich gedämmt. Den Aspekten der Ökologie, Energieverbrauch und Hitzeminderung wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Der Heizwärmebedarf sinkt um rund 40%. Das Bauvorhaben wird nach Minergie-ECO-Standard geplant. Die Zertifizierung ist für das Hauptgebäude und den Ergänzungsbau vorgesehen, verbunden mit einer signifikanten CO 2 - Einsparung. Erstmals kommt ein neuartiges Freiraumkonzept zur Hitzeminderung zur Anwendung. Es werden punktuelle Eingriffe wie beispielsweise die gezielte Entsiegelung von Flächen verbunden mit Baumpflanzungen vorgenommen. Der Einbau neuer LED-Beleuchtungen mit optimaler Lichtsteuerung verringert den Stromverbrauch um rund 40–50%. Auf allen drei Gebäuden wird eine neue Photovoltaikanlage erstellt. Zudem wird die bestehende Photovoltaikanlage vom Hauptgebäude auf die Sporthalle verschoben und entsprechend weiterverwendet.

Kostenentwicklung Im Rahmen der Projektierung mussten grössere Anpassungen am Vorhaben vorgenommen werden. Diese führten zu einer starken Kostenentwicklung seit der Bewilligung des Projektierungskredits im September 2024. Waren ursprünglich nur drei Gebäude Teil des Projekts, mussten schrittweise alle Gebäude der Schulanlage in das Vorhaben integriert werden. Ursprünglich verteilt auf die nächsten zehn Jahre in einzelnen kleineren Projekten vorgesehene Instandsetzungen wurden zu einem sinnvollen und effizienten Gesamtpaket zusammengefasst, das Synergien nutzt. Um die heutigen Brandschutz- und Erdbebensicherheitsvorgaben in allen Gebäuden einzuhalten, ist der Aufwand deutlich höher als bei den ursprünglichen Planungen vorgesehen. Eine starke Kostenfolge hatten die neuen Vorschriften der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit. Diese führen dazu, dass im Ergänzungsbau aufgrund der Labornutzung die gesamte Lüftung ersetzt werden muss, was wiederum wegen der Eingriffstiefe den unvorhergesehenen Umzug des ganzen Gebäudes in ein Provisorium an der Stadthausstrasse bedingt. Dort entstehen zusätzliche Kosten für den Einbau von Laboreinrichtungen aus einer anderen Schule (Re-Use).

Das Bauen unter Betrieb löst aufgrund der Grösse und Komplexität der Schule zusätzliche Kosten aus. Im Gegensatz zu Gesamtinstandsetzungen wird in Etappen gebaut und somit nicht die ganze Schule in ein Provisorium ausgelagert (wie beispielsweise im Falle der Kantonsschule Zürich Nord). Zur Kostenoptimierung wurde eine umfassende Überprüfung der ursprünglichen Planung durchgeführt. Dabei konnten Einsparungen von insgesamt rund 7,5 Mio. Franken erzielt werden, bei weiterhin gesetzeskonformer und nachhaltiger Umsetzung. Verzichtet wird insbesondere auf reine Komfort- oder Ästhetikelemente.

Finanzielles Die Kosten für das Vorhaben betragen Fr. 87 000 000 (Stand Kostenvoranschlag 11. Juni 2026, Preisstand 1. April 2025, Basis 1939, Zürcher Index der Wohnbaupreise). Der Kostenvoranschlag weist eine Genauigkeit von ±10% auf. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen: Tabelle 1: Baukostenplan (BKP) BKP-Nr. Arbeitsgattung Kosten in Franken 0 Grundstück 1 Vorbereitungsarbeiten 5 875 000 2 Gebäude 60 220 000 3 Betriebseinrichtungen 1 765 000 4 Umgebung 5 215 000 5 Baunebenkosten 1 430 000 6 Reserve 7 910 000 9 Ausstattung, Kunst am Bau 335 200 Total Baukosten 82 750 200 9 Ausstattung, Mobilien einschliesslich Reserve 4 249 800 Total Ausstattung 4 249 800 Total (einschliesslich MWSt) 87 000 000 Die Kosten für das Bauvorhaben von Fr. 82 750 200 gehen zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen. Die Kosten für die Ausstattung von Fr. 4 249 800 gehen zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppen Nr. 7301, Mittelschulen. Die Ausgaben sind zur Erhaltung und zeitgemässen Ausstattung der vorhandenen Bausubstanz nötig. Sie gelten deshalb als gebundene Ausgabe im Sinne von § 37 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (CRG, LS 611). Somit ist für das Projekt gemäss § 36 lit. b CRG eine gebundene Ausgabe von Fr. 87 000 000 zu bewilligen.

Im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2027–2030 sind Fr. 50 500 000 eingestellt. 16 Mio. Franken fallen erst ab 2031 an und sind somit in den nächsten KEF einzustellen. Bis und mit 2026 sind bereits 3,8 Mio. Franken ausgegeben worden (Projektierung). Die bis 2030 fehlenden Mittel von rund 3 Mio. Franken können innerhalb der Leistungsgruppen Nrn. 8750 und 7301 kompensiert werden. Tabelle 2: Verteilung pro Jahr (in Franken) bisher 2026 2027 2028 2029 2030 Folgejahre Investitionen 2 800 000 1 000 000 7 500 000 15 000 000 15 000 000 16 000 000 17 500 000

Kapitalfolgekosten Die Kapitalfolgekosten für die Investitionsausgabe von Fr. 87 000 000 betragen im ersten Jahr Fr. 3 485 635 und ab dem zweiten Jahr Fr. 3 120 635 (Kunst am Bau wird direkt abgeschrieben). Sie bestehen aus den Abschreibungen und der Hälfte der jährlichen kalkulatorischen Zinsen von 0,75% der Kosten. Tabelle 3: Kapitalfolgekosten Investitionskategorie Kostenanteil Nutzungsdauer Kapitalfolgekosten/Jahr (in Franken) (Bauteilgruppe) in Franken in % Jahre Abschreibung kalk. Zinsen Total Hochbauten Rohbau 1 13 863 418 15,9 80 173 293 51 988 225 281 Hochbauten Rohbau 2 13 534 984 15,6 40 338 375 50 756 389 131 Hochbauten Ausbau 24 793 568 28,5 30 826 452 92 976 919 428 Hochbauten 29 800 030 34,3 30 993 334 111 750 1 105 084 Installationen Hochbauten 4 643 000 5,3 10 464 300 17 411 481 711 Ausstattung, Mobilien Hochbauten 365 000 0,4 365 000 365 000 Kunst am Bau Total 87 000 000 100 3 160 754 324 881 3 485 635 Durch das Vorhaben fallen keine weiteren betrieblichen und personellen Folgekosten an.

Dispositiv

Auf Antrag der Baudirektion und der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Für die Instandsetzung der Kantonsschule Rychenberg Winterthur wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 87 000 000 bewilligt. Davon gehen Fr. 82 750 200 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, und Fr. 4 249 800 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 7301, Mittelschulen.

II. Der Betrag wird nach Massgabe des Zürcher Indexes der Wohnbaupreise gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Indexstand April 2025)

III. Die mit RRB Nr. 994/2024 erfolgte Ausgabenbewilligung über Fr. 4 400 000 für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung wird aufgehoben.

IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Bildungsdirektion und die Baudirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli