11.011
Pflichten und Rechte von rechtsberatend oder forensisch tätigen Angestellten. Gleichstellung mit freiberuflichen Anwältinnen und Anwälten. Abschreibung
Verfahrensbeitrag
Antrag der Mehrheit
Sistieren der Behandlung
Antrag der Minderheit
(Vischer Daniel, Ingold, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Schmid-Federer, Stöckli, Wyss Brigit)
Die Behandlung nicht sistieren
Proposition de la majorité
Suspendre le traitement
Proposition de la minorité
(Vischer Daniel, Ingold, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Schmid-Federer, Stöckli, Wyss Brigit)
Ne pas suspendre le traitement
Huber Gabi · Mit-F · Nationalrat · Uri · FDP-Liberale Fraktion
Die Kommission hat den Bericht des Bundesrates zur Abschreibung der Motion 07.3281 an ihren Sitzungen vom 20. Januar und 13. Oktober 2011 geprüft. Diese Motion hat den folgenden Wortlaut: "Das Bundesrecht ist so zu ändern, dass Personen, welche als Angestellte einer Unternehmung für diese rechtsberatend oder forensisch tätig sind, hinsichtlich der Pflichten und Rechte den freiberuflichen Anwältinnen und Anwälten weitgehend gleichgestellt sind."
Warum hat die Kommission für Rechtsfragen eine solche Motion formuliert? Die Ausgangslage ist wie folgt: In mehreren Staaten können sich Juristen, welche in einem Unternehmen rechtsberatend tätig sind, auf ein spezielles Berufsgeheimnis und Zeugnisverweigerungsrecht berufen, mit der Folge, dass sie namentlich in Zivilprozessen die Herausgabe von Unterlagen verweigern können, die im Zusammenhang mit ihrer rechtsberatenden Tätigkeit in der Unternehmung entstanden sind. Es besteht nun die Gefahr, dass in der Schweiz domizilierte Unternehmungen, welche in einen im Ausland geführten Zivilprozess verwickelt werden, Unterlagen ihres Rechtsdienstes herausgeben müssen, weil sich ihre Juristen nicht auf ein entsprechendes Zeugnisverweigerungsrecht berufen können. Diese Situation ist in doppelter Hinsicht unbefriedigend: erstens im Vergleich zu den ausländischen Unternehmungen, deren Juristen ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht, und zweitens im Vergleich zu den freiberuflichen Anwälten. Würde die schweizerische Unternehmung die Aufgaben ihres Rechtsdienstes nämlich einem freiberuflichen Anwalt übertragen, so müsste dieser die Unterlagen betreffend seine rechtsberatende Tätigkeit zugunsten der Unternehmung nicht herausgeben, weil sie vom Anwaltsgeheimnis erfasst und geschützt wären.
Um bei dieser unbefriedigenden Ausgangslage Abhilfe zu schaffen, hat Ihre Kommission für Rechtsfragen also die erwähnte Motion formuliert, und der Bundesrat beantragte die Annahme dieser Motion. Unser Rat hat die Motion am 18. Juno 2007 diskussionslos angenommen, und der Ständerat hat am 2. Juno 2008 ohne Gegenstimme den gleichen Beschluss gefasst.
Der Bundesrat erarbeitete dann einen Vorentwurf für ein Unternehmensjuristengesetz und eröffnete im April 2009 die Vernehmlassung dazu. Die Ergebnisse dieser Vernehmlassung waren kontrovers, insbesondere die Kantone hatten keine Freude an dieser geplanten Gesetzgebung. Aufgrund der Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens beschloss dann der Bundesrat, der Bundesversammlung keine Botschaft zu einem Unternehmensjuristengesetz zu unterbreiten.
Der Bundesrat hat seine Argumentation ausführlich dargelegt. Es ergibt sich daraus folgendes Fazit: Der Ansatz der Motion, welchen der Bundesrat mit dem Vernehmlassungsentwurf für ein Unternehmensjuristengesetz umzusetzen versuchte, vermag allein die angesprochenen Schwierigkeiten nicht zu bewältigen. Eine Ausweitung des "attorney-client privilege" auf Unternehmensjuristinnen und Unternehmensjuristen vermöchte - wenn überhaupt - nur einen kleinen Teil des zugrundeliegenden zwischenstaatlichen Problems zu lösen. Deshalb und vor dem Hintergrund der mit der Schaffung eines Berufsgeheimnisses für Unternehmensjuristen verbundenen Nachteile beantragt der Bundesrat der Bundesversammlung, die Motion 07.3281 abzuschreiben.
Der Bundesrat hat dann aber in seiner Begründung auch entdeckt, dass es prüfenswert wäre, an die Ausarbeitung eines Souveränitätsschutzgesetzes zu gehen. Inhalt eines solchen Erlasses würde die Festlegung von Abwehrmassnahmen und der zu ihrer Ergreifung zuständigen Behörden bilden. Ein solches Souveränitätsschutzgesetz könnte dem mit der Motion eigentlich angepeilten Anliegen besser Rechnung tragen. In der Zwischenzeit beantragte die FDP-Liberale Fraktion mit einer Motion (11.3120) ebenfalls die Erarbeitung eines Gesetzes zum Schutz der Souveränität der Schweiz. Der Bundesrat unterstützte dieses Anliegen und hat auch schon einen Bericht im Zusammenhang mit Rechtsfragen betreffend die Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden ausgearbeitet.
Aufgrund dieser Ausgangslage kam die Kommission mit 11 zu 8 Stimmen zum Schluss, die Behandlung des Berichtes, der heute auf der Tagesordnung traktandiert ist, auszusetzen, bis der Entwurf für ein Souveränitätsschutzgesetz vorliegt. Wenn man die Behandlung dieses Geschäftes aussetzen will, gilt, gestützt auf das Parlamentsgesetz, das gleiche Verfahren wie beim Vorgehen im Zusammenhang mit einer Rückweisung. Die Kommissionsmehrheit ist der Meinung, dass zur endgültigen Abschreibung der Motion 07.3281 erst Stellung genommen werden kann, wenn bekannt ist, was der Entwurf zu einem Souveränitätsschutzgesetz letztlich genau beinhaltet; ein Gesetzentwurf liegt im Moment aber noch nicht vor. Es gibt auch eine Minderheit, die anderer Ansicht ist und sich nachher dazu äussern wird, warum sie die Abschreibung der Motion bereits jetzt vornehmen will.
Es ist auch so, dass uns in der Kommission gesagt wurde, dass der Gesetzentwurf eigentlich bereits in diesem Jahr vorliegen sollte. Dass dieser jetzt noch nicht vorliegt, ist kein Problem. Die Kommissionsmehrheit ist aber einfach der Ansicht, dass wir jetzt zur Sicherheit warten und sehen wollen, was in diesem Souveränitätsschutzgesetz steht. Wenn die neue Vorlage vorliegt, können wir die Motion abschreiben.
Ich beantrage Ihnen deshalb im Namen der Kommissionsmehrheit, die Behandlung des Berichtes auszusetzen, bis der Entwurf für ein Souveränitätsschutzgesetz vorliegt, den der Bundesrat dem Parlament in Aussicht gestellt hat. Dieser Beschluss wurde mit 11 zu 8 Stimmen gefasst.
Nidegger Yves · Mit-M · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
La problématique est la suivante. Les avocats inscrits au barreau ont l'obligation de respecter le secret professionnel. On les met en prison s'ils révèlent ce que leurs clients leur ont confié ou s'ils remettent à des tiers des documents couverts par le secret qui prévaut dans cette sphère protégée des rapports entre l'avocat et son client. Ils ne peuvent pas être amenés à témoigner dans un procès sur des faits qui sont protégés par cette sphère-là, ni à remettre des documents sur injonction d'un tribunal.
Les juristes d'une entreprise, les avocats maison que les entreprises engagent pour leur service juridique, font un travail parfois tout à fait similaire à celui d'un avocat extérieur inscrit au barreau, mais ils ne sont liés en droit suisse avec leur employeur que par un contrat de travail et une obligation de fidélité, qui ne va pas jusqu'à l'interdiction de révéler en justice ce qu'ils apprennent dans l'exercice de leur activité, de sorte qu'ils peuvent être contraints de témoigner sous serment lorsqu'un tribunal les convoque et leurs pose des questions. Ils peuvent également être contraints de remettre des documents en leur possession, acquis dans le cadre de leur activité.
Il se trouve que dans des pays étrangers, notamment aux Etats-Unis, mais pas uniquement, les juristes d'entreprise sont assimilés aux avocats et peuvent donc refuser de témoigner en justice lorsqu'ils sont convoqués pour le faire ou se prévaloir du secret professionnel pour ne pas fournir des documents sur lesquels ils travaillent dans le cadre de leur activité de juristes salariés sans être inscrits au barreau. Il s'ensuit une distorsion possible lorsqu'une entreprise suisse est attraite dans un procès conduit, par exemple aux Etats-Unis, contre une autre entreprise qui serait, par hypothèse, américaine. Le juge américain pourra exiger du juriste d'entreprise suisse qu'il parle sous serment, alors que le juriste d'entreprise américain pourra opposer le secret et refuser de déposer. Telle est la problématique.
Le 11 mai 2007, la Commission des affaires juridiques du Conseil national, qui examinait alors le Code de procédure pénale, a adopté une motion qui invitait le Conseil fédéral à modifier la législation fédérale pour assimiler les juristes d'entreprise aux avocats et les mettre sur un pied d'égalité en termes de droits et de devoirs (07.3281). C'est-à-dire que, d'un côté, ils seraient tenus au secret et que, de l'autre, corollaire de ce secret, ils seraient soumis aux règles déontologiques qui s'appliqueraient à eux comme aux avocats du point de vue disciplinaire.
Le Conseil fédéral, le 30 mai 2007, a proposé d'accepter la motion 07.3281 et a élaboré un projet qu'il a envoyé en consultation le 22 avril 2009. La consultation a permis de recueillir un très grand nombre de critiques contre le projet. La majorité des cantons l'a rejeté. Ce projet prévoit l'inscription à titre facultatif des juristes d'entreprises dans un registre cantonal avec comme conséquence le secret, mais aussi les règles déontologiques particulières qui en découlent.
La majorité des cantons a rejeté ce projet, de même que la FINMA, la COMCO, l'UDC, l'Ordre des avocats de Genève et même l'Union syndicale suisse. Les critiques formulées parlaient de surlégifération, de la certitude que cela n'améliorerait pas forcément de façon efficace la position des juristes d'entreprises suisses lorsqu'ils seraient aux Etats-Unis, de surcoût, et surtout d'un allongement et d'une complication des procédures en Suisse puisqu'il faudrait appliquer en Suisse ces dispositions-là pour pouvoir les faire appliquer à l'étranger ou dans l'espoir de les faire appliquer à l'étranger. On ajoutait aussi que cela ralentirait et rendrait plus compliqués les procès civils, pénaux et administratifs. En d'autres termes, on doute de l'utilité de cette loi à l'étranger et on est certain des complications qu'elle causerait en Suisse.
Le Conseil fédéral, vu les résultats de la consultation, a décidé de proposer de classer la motion CAJ-CN 07.3281, "Devoirs et droits des employés exerçant une activité de conseil juridique ou de représentation en justice. Assimilation aux avocats indépendants". Il a prolongé sa réflexion en considérant qu'au fond la préoccupation des auteurs de la motion était à inscrire dans un contexte beaucoup plus large que celui du secret professionnel des juristes ou des avocats, à savoir dans le contexte du droit international public. L'application unilatérale de mesures juridiques par certains Etats porte atteinte à la souveraineté de la Suisse.
Nous avons tous en mémoire la plainte civile déposée en 2009 devant un tribunal de Miami en Floride contre UBS SA, avec un juge qui exige de la banque la divulgation d'un certain nombre de données sur les clients de cette banque, divulgation qui se heurtait à la convention de double imposition de l'époque qui réglait la question et les conditions de l'échange d'informations. Un juge étranger, en menaçant de faire perdre des droits procéduraux importants à une partie, est en mesure de vider de sa substance un accord international - entre les Etats-Unis et la Suisse dans le cas précité -, donc de remettre en cause le droit suisse - puisque cet accord fait partie du droit suisse, même si c'est du droit international - ou un traité que seuls les Suisses semblent être vraiment déterminés à vouloir respecter.
Le Conseil fédéral a donc considéré qu'il faudrait faire une réflexion globale sur la manière de sauvegarder la souveraineté suisse dans les rapports internationaux en général. Nous allons débattre de cela par exemple dans le cadre du "Foreign Account Tax Compliance Act" (FATCA) qui sera sans doute au "menu" de cette année. Le Conseil fédéral a pensé à élaborer une loi sur la protection de la souveraineté qui traiterait ces questions de manière fondamentale. C'est pourquoi il propose le classement de la motion, et cela non seulement à cause des critiques qu'elle a reçues, mais aussi parce que son champ d'action est trop étroit.
Le 14 mars 2011, l'Office fédéral de la justice a fait un rapport sur la collaboration avec les autorités étrangères et il se propose de poursuivre les travaux législatifs par l'élaboration future d'une loi sur la protection de la souveraineté.
La majorité de la commission est d'avis qu'il est essentiel de connaître le contenu définitif du projet de loi du Conseil fédéral avant de se prononcer sur un éventuel classement de la motion 07.3281. Elle propose donc de suspendre le traitement du rapport et de demander l'accord du Conseil des Etats, sachant que le délai d'une année fixé par l'article 87 alinéa 3 de la loi sur le Parlement sera peut-être dépassé puisqu'il faudra du temps au Conseil fédéral pour élaborer complètement son projet.
Une minorité de la commission pense, en revanche, que le classement peut d'ores et déjà être accepté, comme le Conseil fédéral le propose.
Lors de sa séance du 13 octobre 2011, la commission a décidé, par 11 voix contre 8, de suspendre le traitement du rapport.
Vischer Daniel · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Die Motion 07.3281 hat eine Vorgeschichte. Das Anliegen war bereits Thema der Revision der Strafprozessordnung, d. h. der Schaffung einer Bundesstrafprozessordnung. Schon damals wurde versucht, eine solche Bestimmung in die StPO einzubauen. Da man in zeitlicher Bedrängnis war, verschob man diese Frage, und es wurde eine Motion eingereicht. Indessen wurden schon in dieser Debatte die Bedenken deutlich gemacht. Es hat sich inzwischen nichts geändert; auch in der Vernehmlassung stiess der aufgrund dieser Motion ausgearbeitete Entwurf auf Ablehnung. Auch der Bundesrat beantragt nun die Abschreibung der Motion. Ich ersuche Sie im Namen der Minderheit, diesem Antrag zu folgen.
Worum geht es? Es geht letztlich um das Anwaltsgeheimnis. Das Anwaltsgeheimnis ist ein Privileg der Anwaltschaft. Der ehemalige Präsident der Bankenkommission, Hermann Bodenmann, der Vater des auch bekannten Peter Bodenmann, hat anlässlich des Falls Kopp in den Achtzigerjahren gesagt, im Grunde genommen sei es stossend, dass sich jemand auf das Anwaltsgeheimnis berufen könne, der nicht mindestens einmal im Monat ein Gericht infolge beruflicher Tätigkeit von innen sehe. Mit anderen Worten: Das Anwaltsgeheimnis hat letztlich zum Ziel, die Anwaltschaft, die forensisch tätig ist, zu schützen. Dies wurde inzwischen ausgeweitet. Nun soll eine zusätzliche Ausweitung erfolgen. Alles steht natürlich im Zusammenhang mit gewissen Nöten, in die Banken - meistens selbstverschulde - in Verfahren in den USA geraten sind. Nun soll ihnen gewissermassen ein zusätzliches Privileg eingeräumt werden, indem die bei ihnen angestellten Unternehmensjuristen und -juristinnen dem Anwaltsgeheimnis zu unterstellen seien, obgleich sie nicht anwaltlich tätig sind.
Ein Problem unter anderen ist: Wer anwaltlich tätig ist, handelt zwar auf Instruktion der Klientschaft, ist aber unabhängig und muss seine Unabhängigkeit wahren können. Ein Unternehmensjurist steht in einem Anstellungsverhältnis zu seinem Arbeitgeber, seiner Arbeitgeberin. Er untersteht der Treuepflicht der Unternehmung und muss zwangsläufig nicht nur auf Instruktion handeln, sondern hat auch keinen Eigenspielraum, in einem fraglichen Fall eine eigene Meinung zu vertreten, wenn sein anwaltliches Gewissen ihm dies aufdrängt.
Eine Ausweitung würde auch dazu führen - das ein weiterer Punkt -, dass bei einem Unternehmen, namentlich bei Grossbanken und Versicherungen, angestellte Juristinnen und Juristen dann einfach nach völlig unklaren Kriterien zum Privileg des Anwaltsgeheimnisses kämen.
Mit dem Bundesrat und der Mehrheit der Kantone sind wir der Meinung, dass dies eine untaugliche Lösung des Problems ist. Es ist nicht bestritten - und das sei unterstrichen -, dass es durchaus legitim ist, die Souveränitätsansprüche zu verbessern, den Souveränitätsschutz auszubauen. Der Bundesrat ist ja mit einer Vorlage daran, dies zu tun. Im Ständerat ist eine Beratung im Gange. Es gibt aber keinen Anlass, diese Motion gewissermassen als Pfand aufrechtzuerhalten, weil diese Motion so oder anders der falsche Weg ist und es sinnvoll und nötig ist, diese Motion abzuschreiben. Denn sie peilt etwas an, was gefährlich ist und nicht in unser Rechtsverständnis des Anwaltsberufes passt.
In diesem Sinne ersuche ich Sie, der Minderheit zu folgen. Meine Interessenoffenlegung ist insofern nicht besonders wichtig: Ich bin Anwalt, aber ich bin nicht in diesem Grenzbereich zwischen Mandaten von Grossunternehmen und Jurist in einem Hause tätig. Stimmen Sie der Minderheit zu, machen Sie nicht weitere Lex UBS usw.!
Sommaruga Simonetta · BR-F · Bundesrat · Bern
Im Rahmen der Erfüllung der Motion 07.3281 mit dem Titel "Pflichten und Rechte von rechtsberatend oder forensisch tätigen Angestellten. Gleichstellung mit freiberuflichen Anwältinnen und Anwälten" hat der Bundesrat - Sie haben es gehört - einen Vorentwurf zu einem Bundesgesetz über die Unternehmensjuristinnen und Unternehmensjuristen ausgearbeitet und in die Vernehmlassung geschickt. Nach der Auswertung der Vernehmlassungsergebnisse hat der Bundesrat der Bundesversammlung beantragt, die Arbeiten an einem Unternehmensjuristengesetz einzustellen, und zwar aus drei Gründen: Erstens, weil die Vorlage in der Vernehmlassung kontrovers aufgenommen und insbesondere von einer Mehrheit der Kantone abgelehnt worden ist; zweitens aber auch aus innerstaatlicher Sicht, weil die Nachteile der Vorlage, insbesondere die Erschwerung und Verlängerung von Straf-, Zivil- und Verwaltungsverfahren, ganz klar zutage getreten sind, währenddem die Vorteile ziemlich unklar geblieben sind; drittens schliesslich, weil die mit der Motion angesprochenen Rechtskonflikte zwischen Staaten nicht nur punktuell für Unternehmensjuristinnen und Unternehmensjuristen, sondern in einem umfassenden Ansatz gelöst werden sollen.
Ein solcher breiter Ansatz liegt dem geplanten Bundesgesetz über die internationale Zusammenarbeit und über den Schutz der schweizerischen Souveränität, dem sogenannten Souveränitätsschutzgesetz, zugrunde. In diesem Gesetz soll geregelt werden, ob, unter welchen Voraussetzungen und in welchen Formen schweizerische mit ausländischen Behörden zusammenarbeiten dürfen. Ich darf Sie darüber informieren, dass die entsprechenden Arbeiten in der Zwischenzeit weit fortgeschritten sind. Am 1. Dezember dieses Jahres ist das verwaltungsinterne Konsultationsverfahren bereits abgeschlossen worden, und es ist geplant, in der ersten Hälfte 2012 die Vernehmlassung zu eröffnen.
Ob Sie die vorliegende Motion heute annehmen wollen oder nicht, müssen Sie entscheiden. Sie kennen jetzt immerhin den Fahrplan des Bundesrates, und Sie kennen den geplanten Inhalt der entsprechenden Vorlage. Unter diesen Voraussetzungen könnten Sie es sich wahrscheinlich schon leisten, die Motion abzuschreiben.
Abstimmung
Präsident (Walter Hansjörg, Präsident): Die Kommissionssprecher verzichten auf das Wort.
Die Kommission beantragt, die Behandlung dieses Berichtes auszusetzen, bis der Entwurf für ein Souveränitätsschutzgesetz vorliegt. Die Minderheit Vischer Daniel beantragt, die Beratung nicht auszusetzen und den im Bericht des Bundesrates enthaltenen Antrag auf Abschreibung der Motion 07.3281 anzunehmen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 97 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 53 Stimmen