13.3372

Nationaler Massnahmenplan zur Gesundheit der Bienen

Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP

Il presidente (Lombardi Filippo, presidente): Avete ricevuto un rapporto scritto della commissione. La commissione chiede all'unanimità di accogliere la mozione. Anche il Consiglio federale chiede l'accoglimento della mozione.

Berberat Didier · Mit-M · Ständerat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion

Après les expositions de bétail, je vous propose de prendre un peu de hauteur et d'aborder la motion 13.3372, "Plan d'action national pour la santé des abeilles".

La Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie de notre conseil a procédé à l'examen préalable de cette motion, déposée le 6 mai 2013 par son homologue du Conseil national. Cette motion charge le Conseil fédéral de poursuivre la recherche sur la santé des abeilles de manière à déterminer sur une base scientifique les causes de leur mortalité, de définir la procédure en vue de l'élaboration d'un plan d'action national pour la santé des abeilles et de prendre, d'ici à la fin de l'année 2015, les mesures nécessaires à leur protection. Notre commission, comme l'avez lu dans le rapport écrit, vous propose, à l'unanimité, d'adopter cette motion.

Le Conseil national, qui a accepté la motion sans opposition le 19 juin 2013, souhaite que le Conseil fédéral soit chargé de développer et de promouvoir la recherche en vue de protéger la santé des abeilles de manière durable, ceci en tenant compte des efforts et des mesures déjà prises. L'exécutif fédéral devra donc définir la procédure d'un plan d'action national pour la santé des abeilles d'ici fin 2013. L'objectif de ce plan d'action est de définir plus précisément d'ici fin 2015, sur une base scientifique, la cause de la mortalité des abeilles, d'élaborer des stratégies appropriées et de prendre les mesures nécessaires. Il est essentiel, aux yeux du Conseil national, de prendre en compte tous les aspects néfastes à la santé des abeilles. Les effets sublétaux des produits phytosanitaires sont notamment étudiés avec l'aide d'essais scientifiques en plein champ et selon les pratiques agricoles suisses.

Dans son avis du 29 mai 2013, le Conseil fédéral propose d'accepter cette motion. Monsieur le conseiller fédéral Schneider-Ammann nous expliquera les raisons pour lesquelles le Conseil fédéral est favorable à la motion en question.

A l'instar du Conseil national et de sa commission, notre commission reconnaît l'utilité générale des produits phytosanitaires pour l'agriculture et souhaite éviter des interdictions qui pourraient parfois s'avérer arbitraires. Elle est convaincue qu'en apportant un soutien accru aux efforts déployés pour protéger les abeilles par le Service sanitaire apicole national de l'Office fédéral de l'agriculture et de l'Office vétérinaire fédéral, le Centre suisse de recherches apicoles d'Agroscope, la chaire financée par la Fondation Vinetum, laquelle est consacrée à la santé des abeilles et intégrée à la Faculté vétérinaire de l'Université de Berne, et le réseau international de recherches apicoles Coloss, les causes de la mortalité des abeilles, qui nous inquiètent bien entendu toutes et tous, pourront être identifiées.

La commission estime en outre que, pour aboutir à des décisions pertinentes, il est nécessaire d'encourager la recherche sur la santé des abeilles. C'est pourquoi elle adhère à la démarche proposée dans la motion et souhaite que, d'ici à la fin de l'année 2015, des mesures de protection soient élaborées sur la base d'informations scientifiquement fondées.

Pour les raisons précitées, nous vous demandons d'adopter cette motion.

Minder Thomas · Mit-M · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus, soll Einstein einmal gesagt haben. Sie sollten sich unbedingt einmal den Dokumentarfilm "More than Honey" des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof anschauen - ich habe ihn hier. All jene, welche diesen Film gesehen haben, werden diese Motion unterstützen.

In China werden in gewissen Gebieten die Obstbäume von Hand bestäubt, es fliegen keine Bienen mehr. Die rücksichtslose und gewaltige Verwendung von zu viel Insektizid hat die Bienen getötet: Überall auf der nördlichen Halbkugel waren in den letzten zehn Jahren Völkerverluste zu verzeichnen. Leider konnte trotz langjähriger und internationaler Forschung kein alleiniger Faktor für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden. Die Faktoren können sich zudem regional unterscheiden, was die Lösungsfindung erschwert. In Spanien, Schottland und Italien sind die Verluste noch schlimmer als bei uns. In Australien, Neuseeland und Indien kennt man das Bienensterben nicht.

Der Honigbiene, einem der wichtigsten Insekten unserer Erde, geht es schlecht, sie schwebt in Lebensgefahr. Ein Leben ohne die Biene ist für uns eigentlich gar nicht vorstellbar, denn sie ist durch ihre Bestäubungsaktivitäten bei Obstbäumen, Beeren, Raps usw. die grösste Ernährerin von uns Menschen. In der Schweiz gehen rund 80 Prozent der Ernte auf die Bestäubung durch die Biene zurück. Bei den Obstblüten sind sogar 90 Prozent auf die Hilfe der fleissigen Bienen angewiesen.

Sie erkennen also, dass es nicht primär um den Gewinn des Honigs geht. Es geht vielmehr um die Bestäubungsaktivitäten der Biene. Ein einziges Volk, 40 000 bis 50 000 Tiere, bestäubt in einem einzigen Tag bis zu 12 Millionen Blüten und deckt dabei eine Fläche von 30 Quadratkilometern ab. Für ein Kilo Honig fliegen die Bienen rund 60 000 Mal. Nicht umsonst spricht Regisseur Imhoof vom Intelligenzschwarm.

Das Thema des Bienensterbens ist mittlerweile auch in der Politik angelangt. Seine Ursachen sind vielfältig: Monokulturen, zu viele Pestizide und Insektizide, die Varroa-Milbe, Faul- und Sauerbrut, aber auch die Imker selbst wurden als Ursache gefunden. Rund ein Viertel der Bienenvölker in der Schweiz haben den letzten Winter nicht überlebt; im Winter zuvor waren es sogar fast die Hälfte.

Diese beängstigende Zahl ist Auslöser diverser politischer Vorstösse. Immer wieder rücken beim Thema Bienensterben die verwendeten Pflanzenschutzmittel und die Varroa-Milbe in die Mitte. Die EU hat kürzlich die Suspendierung einer Gruppe von Insektiziden, man nennt diese Neonicotinoide, für zwei Jahre angesetzt. Da in den Städten die Gesundheit der Bienen markant besser ist als in den landwirtschaftlichen Regionen mit Monokultur, ist der Beweis, dass die Insektizide viel schlimmer sind als die Varroa-Milbe - das ist jedenfalls meine Einschätzung -, bereits erbracht. Die Motion 13.3368, welche im Nationalrat scheiterte, verlangte, dass diese Insektizide gleich wie in der EU verboten oder während ein paar Jahren suspendiert werden. Womöglich hat das starke Schweizer Pharmalobbying die National- und Bundesräte zur Ablehnung dieser Motion verleitet. Warum die vom Nationalrat angenommene Motion 13.3367, "Massnahmenpaket zum Schutz der Bienen", heute nicht gleichzeitig in diesem Rat behandelt wird, ist für mich unverständlich.

An vorderster Front finden Sie bei diesem Thema als Gegner die Firma Syngenta, Hersteller von Insektiziden. Am Flughafen Berlin waren anlässlich von Imhoofs Filmpremiere grosse Syngenta-Plakate sichtbar. Darauf stand "... is the real cause of bee collapse staring you in the face". Gemeint ist die Varroa-Milbe, welche auf der Stirn der Biene sitzt. Unglaublich, wie einseitig eine Firma auftreten kann, um den Verkauf ihrer Pestizide zu verteidigen!

Ich habe der Firma Syngenta geschrieben und habe folgende Antwort erhalten: "Wir bitten Sie, sich im Interesse des Forschungs- und Produktionsstandortes Schweiz für eine Versachlichung der Debatte einzusetzen." Das mache ich. Ich habe, anders als Syngenta, noch keine Schlussfolgerung gezogen. Syngenta hat das Wesentlichste nicht begriffen: Geht es der Biene schlecht, so ist es um die Nahrungsmittel und somit auch um die Bauern und die Menschheit schlecht bestellt. Und wenn es den Bauern und der Menschheit schlechtgeht, geht es auch der Firma Syngenta schlecht. Wir können dann noch wählen, ob wir vergiftet überleben, das wäre die Syngenta-Terminologie, oder gesund verhungern, das wäre die Einstein-Terminologie.

Nebst den Insekten, welche die Bienen schwächen, scheint bei dieser Problematik auch die Varroa-Milbe eine entscheidende Rolle zu spielen. Die Forschungsanstalt Agroscope in Liebefeld sucht mit Hochdruck und mit einer neuen Forschungsoffensive nach einer nachhaltigen Lösung, um diesen Parasiten zu bekämpfen. Zurzeit liegt es an den Imkern, dies zu tun, zum Beispiel mit der Verwendung von Ameisensäure. Da diese Arbeit von grösster Wichtigkeit und sehr komplex ist, trifft die Imker eine genauso grosse Verantwortung.

Anzumerken ist, dass es die Imker waren, welche die Idee hatten, die Bienengesundheit zu thematisieren. Genau in diese Richtung zielt die nun in diesem Rat behandelte Motion: Sie verlangt einen nationalen Bienenmassnahmenplan. Wohl der wichtigste Punkt in dieser Motion ist der, dass Agroscope die subletalen Effekte von Pflanzenschutzmitteln erforschen soll. Auf gut Deutsch heisst das: Die Forschung soll herausfinden, warum die Bienen von den Insektiziden lediglich geschwächt, aber nicht getötet werden. Die Motion soll helfen herauszufinden, warum das Immunsystem der Biene geschwächt wird und die Varroa-Milbe dadurch einfacher zum Parasiten werden kann.

Ein grosses Anliegen der Imker ist es, dass es für das Ausüben ihres Hobbys - es ist ja kein eigentlicher Beruf - ein Fähigkeitszeugnis und eine dauernde Weiterbildung braucht. Gerade die Bekämpfung der Varroa-Milbe nützt reichlich wenig, wenn sie nicht flächendeckend erfolgt.

Jedes ungesunde Bienenvolk, welches sich mit einem gesunden vermischt, erschwert den Kampf gegen die Varroa-Milbe. Dasselbe gilt bei einer weiteren bakteriellen Brutkrankheit der Honigbiene, der sogenannten Faul- und Sauerbrut. Auch da muss mit Hochdruck weitergeforscht werden. Ist nämlich ein einziges Volk von dieser Krankheit befallen, so müssen oftmals alle umliegenden Völker ebenfalls vernichtet werden; so ist es bereits in diversen Kantonen geschehen. Aus dieser Überlegung heraus bitte ich den Bundesrat, aber auch Agroscope, sich mit Vollgas des Themas Bienensterben in der Schweiz anzunehmen.

Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern

Der Bundesrat beantragt Ihnen die Annahme der Motion. Das Bienensterben ist ein beunruhigendes Phänomen. Die Varroa-Milbe ist einer der möglichen Gründe. Die Forschungsresultate sind bei Weitem nicht abschliessend vorhanden. Sie verlangen jetzt mit dieser Motion einen Aktionsplan. Der Bundesrat unterstützt diese Stossrichtung.

Ich mache darauf aufmerksam, dass das Phänomen des Bienensterbens nicht ganz jung ist. Es ist also erkannt, wobei Massnahmen dagegen bereits laufen:

1. Agroscope ist - Sie haben es soeben erwähnt, Herr Ständerat Minder - in der Bienenforschung sehr wohl tätig und konzentriert sich vor allem darauf, die Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen langfristig sicherzustellen.

2. Agroscope beteiligt sich auch im Rahmen des internationalen Bienenforschungsprojekts Coloss sehr aktiv an der Erforschung der Ursachen des Bienensterbens.

3. Der Lehrstuhl für Bienenfragen an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern wird finanziell und personell von Agroscope unterstützt.

4. Eine weitere Massnahme ist die Finanz- und Infrastrukturhilfe des Bundes zugunsten des nationalen Bienengesundheitsdienstes.

5. Es läuft zudem fortwährend eine auch aufwendige Überprüfung der Pflanzenschutzmittel durch das BLW; diese Überprüfung gewährleistet auch Anpassungen der Anwendungsbedingungen der Pflanzenschutzmittel an den neuesten wissenschaftlichen Stand.

Es geht also jetzt darum, dass wir die Massnahmen koordinieren und sie in eine nationale Strategie überführen, wobei diese nationale Strategie sich auch in eine Globalstrategie einbetten muss. In diesem Sinne beantrage ich die Annahme der Motion.

Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP

Angenommen - Adopté