19.021

Loi sur les stupéfiants. Modification

Moret Isabelle · P-F · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

BO 2020 N 560La présidente (Moret Isabelle, présidente): Lors de la session d'hiver 2019 notre conseil a décidé d'entrer en matière sur la modification de la loi sur les stupéfiants. Entre-temps, la commission a procédé à la discussion par article. Nous nous prononcerons aujourd'hui sur les différentes propositions.

Loi fédérale sur les stupéfiants et les substances psychotropes

Discussion par article

BO 2020 N 561Titre et préambule, ch. I introduction

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Adopté

Art. 8a

Antrag der Mehrheit

Abs. 1

...

b. ... auswirken und wie sich der gesundheitliche Zustand der Teilnehmer entwickelt;

...

d. ausschliesslich Cannabisprodukte verwenden, die Schweizer Herkunft sind und den Regeln der Schweizer Biolandwirtschaft entsprechen.

Abs. 2, 3

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit I

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Roduit, Rösti, Schläpfer)

Abs. 1 Einleitung

Der Bundesrat kann ...

Antrag der Minderheit II

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Humbel, Roduit, Rösti, Schläpfer, Studer)

Abs. 1 Einleitung

... bewilligen, bei Gemeinden nur mit Zustimmung ihres Kantons, die:

Antrag der Minderheit

(Roduit, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Lohr, Rösti, Schläpfer, Studer)

Abs. 1 Bst. a

a. in anhand von Gesundheits- und Sicherheitskriterien festgelegten Bevölkerungsgruppen örtlich, zeitlich und sachlich begrenzt sind;

Antrag der Minderheit

(Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Rösti, Schläpfer)

Abs. 1 Bst. d

d. ausschliesslich Cannabisprodukte verwenden, die Schweizer Herkunft sind.

Antrag der Minderheit

(Schläpfer, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Lohr, Roduit, Rösti)

Abs. 1 Bst. e

e. so durchgeführt werden, dass aus Sicherheitsgründen der Arbeitgeber über die Teilnahme seines Arbeitnehmers am Pilotprojekt vom Projektverantwortlichen informiert wird;

Abs. 1 Bst. f

f. so durchgeführt werden, dass die Schulen, weiterführende Schulen, Gymnasien usw. über die Teilnahme ihrer Schüler am Pilotprojekt vom Projektverantwortlichen informiert werden, um im Notfall ein rasches Handeln gewährleisten zu können.

Antrag der Minderheit

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Roduit, Rösti, Schläpfer)

Abs. 1 Bst. g

g. so durchgeführt werden, dass die Teilnehmer während der Versuchszeit und für eine vorgegebene Zeit nach der Versuchszeit den Führerschein abgeben müssen;

Antrag der Minderheit

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Rösti, Schläpfer)

Abs. 1 Bst. h

h. so durchgeführt werden, dass Personen für die Teilnahme ausgeschlossen werden, die bereits Begleit- oder Folgeerkrankungen durch nachweislichen Cannabiskonsum erlitten haben oder andere illegale Drogen konsumieren;

Antrag der Minderheit

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Lohr, Roduit, Rösti, Schläpfer, Studer)

Abs. 1 Bst. i

i. so durchgeführt werden, dass die Betäubungsmittel des Wirkungstyps Cannabis, die im Rahmen von Pilotversuchen zugänglich gemacht werden, den Gesamt-THC-Gehalt von höchstens 15 Prozent betragen;

Antrag der Minderheit

(Roduit, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Lohr, Rösti, Schläpfer)

Abs. 1 Bst. j

j. so durchgeführt werden, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Pilotversuchen in einer Datenbank registrieren.

Antrag der Mitte-Fraktion CVP-EVP-BDP

Abs. 1 Bst. k

k. ohne direkte oder indirekte Bundesmittel finanziert werden.

Schriftliche Begründung

Die Vorlage wird von Gemeinden und Kantonen gewünscht. Sie sollen die Pilotversuche auch selber finanzieren. Der Bund darf sich weder direkt mit Bundesmitteln noch indirekt (z. B. über den Nationalfonds) finanziell beteiligen.

Antrag Geissbühler

Abs. 1 Bst. l

l. sicherstellen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weder Sozialhilfegelder noch eine Invalidenrente beziehen und die Betäubungsmittel selbst finanzieren.

Schriftliche Begründung

Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit (Steuerzahlende) die Suchtmittel der Versuchsteilnehmenden übernehmen müssen. Gerade Menschen, welche keinen Job haben und/oder krank sind, sollten sicher nicht noch zusätzlich gesundheitsschädigendes Cannabis mit hohem THC-Gehalt konsumieren, welches ihre Probleme nur noch verstärken würde.

Intervention de procédure

Art. 8a

Proposition de la majorité

Al. 1

...

b. ... non médicales et la façon dont évoluent l'état de santé des participants;

...

d. concernent des produits cannabiques d'origine suisse et correspondant aux normes de l'agriculture biologique suisse.

Al. 2 ,3

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité I

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten Glarner, Roduit, Rösti, Schläpfer)

Al. 1 introduction

Après audition des cantons et des communes concernés, le Conseil fédéral peut autoriser ...

Proposition de la minorité II

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Humbel, Roduit, Rösti, Schläpfer, Studer)

Al. 1 introduction

... peut autoriser, moyennant l'approbation des cantons où se trouvent les communes respectives, des essais pilotes scientifiques ...

BO 2020 N 562Proposition de la minorité

(Roduit, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten Glarner, Herzog Verena, Lohr, Rösti, Schläpfer, Studer)

Al. 1 let. a

a. sont limités dans l'espace, dans le temps, dans des groupes de populations définis selon des critères de santé et de sécurité, et dans leur objet;

Proposition de la minorité

(Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Rösti, Schläpfer)

Al. 1 let. d

d. concernent des produits cannabiques d'origine suisse.

Proposition de la minorité

(Schläpfer, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Lohr, Roduit, Rösti)

Al. 1 let. e

e. sont menés de telle sorte que les employeurs des personnes participant à ces essais sont informés par le responsable du projet, pour des raisons de sécurité, du fait que leur employé participe au projet-pilote;

Al. 1 let. f

f. sont menés de telle sorte que le responsable de projet informe les écoles, les établissements de degré supérieur, les gymnases etc. de la participation de leurs élèves au projet pilote, de manière à permettre une action rapide en cas d'urgence.

Proposition de la minorité

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Roduit, Rösti, Schläpfer)

Al. 1 let. g

g. sont menés de telle sorte que les participants sont tenus de déposer leur permis de conduire pour la durée des essais et pendant une période prédéfinie consécutive à celle-ci;

Proposition de la minorité

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Rösti, Schläpfer)

Al. 1 let. h

h. sont menés de telle sorte que la participation de personnes qui, à la suite d'une consommation avérée de cannabis, ont déjà été atteintes de maladies associées ou secondaires ou qui consomment d'autres drogues illégales est exclue;

Proposition de la minorité

(Herzog Verena, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Lohr, Roduit, Rösti, Schläpfer, Studer)

Al. 1 let. i

i. sont menés de telle sorte que la teneur totale en THC des stupéfiants ayant des effets de type cannabique qui sont accessibles dans le cadre des essais pilotes est limitée à 15 pour cent;

Proposition de la minorité

(Roduit, Aeschi Thomas, Amaudruz, de Courten, Glarner, Herzog Verena, Lohr, Rösti, Schläpfer)

Al. 1 let. j

j. sont menés de telle sorte que les participants aux essais pilotes s'inscrivent dans une base de données.

Proposition du groupe du centre PDC-PEV-PBD

Al. 1 let. k

k. sont financés sans ressource directe ou indirecte de la Confédération.

Proposition Geissbühler

Al. 1 let. l

l. sont menés de telle sorte que les participants ne perçoivent ni prestations d'aide sociale ni rente d'invalidité et qu'ils financent eux-mêmes l'achat des stupéfiants en question.

Herzog Verena · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Eine Mehrheit dieses Rates hat gegen den Willen der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit in der Wintersession entschieden, auf die Vorlage zum Betäubungsmittelgesetz einzutreten. Sie wollen also die von ein paar Städten und von den Medien hochstilisierten Pilotprojekte mit Cannabis ermöglichen und erhoffen sich, mit sogenannt wissenschaftlichen Untersuchungen neue Wege in der Cannabispolitik zu finden.

Ich erinnere Sie daran: Es sind zwar keine Tier-, jedoch Menschenversuche, die wir da planen, mit mehr oder weniger Freiwilligkeit, denn wer in einer Sucht ist, ist leider in seinem Leben kaum mehr frei, sondern hat die wirkliche Freiheit verloren.

Wir haben es heute in der Hand, mit der Beratung des Betäubungsmittelgesetzes bei den Pilotversuchen mit Cannabis den Gesundheitsschutz der Teilnehmenden - soweit überhaupt möglich - zu berücksichtigen. Aber nicht nur das, geschätzte Mitbestimmende: Wir tragen als nationales Parlament die Verantwortung, durch gut überlegte, klare Gesetzesbestimmungen vor allem auch den Schutz und die Sicherheit des Umfelds der Probanden und der Öffentlichkeit zu gewährleisten und nicht zu gefährden.

In meinen ersten zwei Minderheitsanträgen geht es vor allem um Kompetenzen und die Verantwortung des Bundesrates. So beantrage ich mit meiner Minderheit I zu Artikel 8a Absatz 1, dass nicht das Bundesamt für Gesundheit, sondern der Bundesrat nach Anhörung der betroffenen Kantone und Gemeinden die Pilotversuche mit Cannabis bewilligen soll. Denn der Bundesrat steht in der Verantwortung, wurde doch 2008 eine Volksinitiative für eine Cannabislegalisierung, nämlich die Volksinitiative "für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz", nicht nur knapp, sondern mit 63,3 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Respektiert der Bundesrat den Volkswillen, steht er selbst in der Pflicht, nicht das BAG. Die Bewilligung der Pilotversuche mit Cannabis zu Genusszwecken darf nicht an die Verwaltung delegiert werden.

Mit meiner Minderheit II, ebenfalls zu Artikel 8a Absatz 1, beantrage ich, dass die Gemeinden für die Teilnahme an Pilotversuchen mit Cannabis die Zustimmung des Kantons benötigen. Denn die unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen der Pilotversuche, auch auf Aussenstehende, machen kaum an der Gemeindegrenze halt und können auch die Bevölkerung, vor allem natürlich die Jugend, der angrenzenden Gemeinden negativ beeinflussen oder schädigen. Vor allem aber wird auch eine Finanzierung durch die betroffenen Kantone gefragt sein. Aus diesen Gründen ist es doch eine Selbstverständlichkeit, dass ein betroffener Kanton über die Bewilligung eines Pilotversuchs mit Cannabis mitentscheiden kann.

Mit meinen drei weiteren Minderheitsanträgen beantrage ich eigentlich genau das, was auch der Bundesrat in seiner Botschaft zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes betreffend Pilotversuche gefordert hat. So heisst es im Kapitel "Ausgangslage": "Dabei soll dem Gesundheitsschutz und dem Jugendschutz besondere Beachtung geschenkt werden." Wie der Jugendschutz tatsächlich gewährleistet werden soll, steht allerdings in den Sternen. Den Gesundheitsschutz können wir bei diesem Gesetz noch so gut wie möglich beeinflussen. Wie die Jugendlichen geschützt werden können, die ja nicht teilnehmen können, jedoch bei Cannabis hauptsächlich von der Einstiegssucht betroffen sind, kann in diesen Pilotprojekten aber nicht beeinflusst werden. Das ist wirklich verwerflich.

Diese Bedenken konnten trotz des Berichtes, den das BAG im Auftrag der Kommission zum Jugendschutz im Bereich des Suchtmittelkonsums erstellt hat, nicht nur in unserer SVP-Kommissionsdelegation, sondern auch bei der Vertretung der Mitte-Fraktion nicht entkräftet werden. Ich konnte bis jetzt niemanden finden, der mir erklären könnte, wie man verhindern will, dass erwachsene Teilnehmende ihr Cannabis jüngeren Süchtigen weitergeben können.

Klar ist jedoch, dass durch eine offizielle Abgabe des verbotenen Cannabis jegliche Prävention unglaubwürdig wird. Aber wenigstens der Gesundheitsschutz sollte so weit wie möglich gewährleistet werden. Dies wird auch vom Bundesrat in der Botschaft als fünfte Rahmenbedingung gefordert: "Der Jugendschutz, der Schutz der Probandinnen und BO 2020 N 563 Probanden, ihrer Angehörigen und Dritter sowie der öffentlichen Ordnung sollen gewährleistet werden."

Bei meinem dritten Minderheitsantrag geht es exakt um die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung respektive der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Ich beantrage deshalb in Artikel 8a Absatz 1 einen neuen Buchstaben g, wonach die Teilnehmer während der Versuchszeit und für eine vorgegebene Zeit nach der Versuchszeit den Führerschein abgeben müssen. Denn Cannabis ist unvereinbar mit der Teilnahme am Strassenverkehr. Sogar der Verein "Legalize it" empfiehlt auf seiner Website: "Eigentlich muss man sich entscheiden: entweder kiffen oder Auto fahren. Und wir meinen hier nicht eine Nacht abstinent sein und dann hoffen, es komme schon gut. Nein, entweder Auto fahren und nie kiffen, oder kiffen, aber dann nie Auto fahren. Alles andere ist sehr riskant."

Diese Stellungnahme muss auch für die Cannabiskonsumenten in Pilotversuchen gelten, denn der Versuchsteilnehmer gefährdet durch den Konsum von Cannabis mit hohem THC-Gehalt nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer. Darf der Versuchsteilnehmer seinen Führerausweis behalten, stellt sich bei einem Autounfall zudem auch die Frage der Haftung. Wenn wir das nicht explizit im Gesetz festschreiben, haftet dann der Staat?

Bei Artikel 8a Absatz 1 Buchstabe h beantrage ich erstens, dass Personen, die durch nachweislichen Cannabiskonsum bereits eine Begleit- oder Folgeerkrankung erlitten haben, von der Teilnahme ausgeschlossen werden, dies zum Schutz der Versuchsteilnehmer und auch, um die Krankenkassen- und Sozialhilfekosten nicht noch mehr zu belasten. Vor allem ist es absolut unverantwortlich, Cannabis an psychisch vorbelastete Teilnehmer abzugeben. Psychiatrische Vorerkrankungen oder bereits vorhandene psychiatrische Krankheitsbilder können bei regelmässigem Cannabiskonsum reaktiviert werden und/oder sich sogar verschlechtern. Durch den Ausschluss dieser besonders schutzbedürftigen Personen aus den Pilotversuchen wird dem Rechnung getragen, alles andere ist verantwortungslos.

Ich beantrage zweitens, dass Personen von der Teilnahme an den Pilotprojekten ausgeschlossen werden, welche bereits andere illegale Drogen konsumieren, dies, um die Studienergebnisse nicht zu verfälschen.

Noch eine letzte Bestimmung: Mit Buchstabe i beantrage ich etwas ganz Wichtiges. Hier geht es um den THC-Gehalt und damit wiederum um den Gesundheitsschutz. Wir beantragen, dass in Betäubungsmitteln des Wirkungstyps Cannabis, die im Rahmen von Pilotversuchen zugänglich gemacht werden, der Gesamt-THC-Gehalt höchstens 15 Prozent beträgt, was immer noch reichlich hoch ist. Bei der vorgeschlagenen Höhe des THC-Gehaltes von bis zu 20 Prozent haben wir grösste Bedenken, denn wir müssen uns einfach bewusst sein - ohne nostalgisch zu werden -, dass der Wert in den Siebzigerjahren bei 1 bis 3 Prozent lag, während er heute nach Auskunft in der Kommission bei 15 Prozent zu liegen scheint. Deshalb habe ich das auch so angepasst.

Es sind Menschenversuche, die wir mit den Gesetzesänderungen ermöglichen und die wir müssen verantworten können. Danke, wenn Sie zugunsten der Gesundheit und Sicherheit nicht nur der Probanden, sondern auch der Öffentlichkeit unseren Minderheitsanträgen zustimmen.

Moret Isabelle · P-F · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

La présidente (Moret Isabelle, présidente): Monsieur Roduit présentera aussi la proposition du groupe du centre PDC-PEV-PBD.

Roduit Benjamin · Mit-M · Conseil national · Valais · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Je vais profiter de mon temps de parole pour présenter mes deux propositions de minorité, et la proposition individuelle de mon groupe concernant le financement des projets-pilotes à l'article 8a alinéa 1 lettre k. Au préalable, je vais présenter très brièvement la position du groupe du centre que mon collègue, Lorenz Hess, développera aussi tout à l'heure.

Comme cela est souvent le cas pour les projets qui partent peut-être d'une bonne intention, mais qui sont mal ficelés, notre groupe est partagé. Il se réserve la possibilité de le rejeter lors du vote final, si c'est le concept de la majorité de la commission qui devait partout prévaloir.

Pour rappel, notre groupe avait majoritairement refusé d'entrer en matière. Cinq points sont, pour nous, prioritaires.

1. La consommation de drogues est nocive pour la santé. Dans cette période de coronavirus, nous avons d'autres priorités que d'augmenter le nombre de personnes vulnérables. Le vice-directeur d'Addiction Suisse, M. Zobel, est clair: fumer du cannabis, mais aussi du CBD, reste nocif. Les problèmes psychiatriques, mais aussi respiratoires, des consommateurs sont connus.

2. C'est aussi un problème de sécurité publique pour tout le pays. Faites le calcul: 5000 participants pour chaque ville concernée, cela aura des répercussions sur toute la Suisse, à moins de les mettre en quarantaine, comme pour le Covid-19. Je pense à la sécurité routière ainsi qu'au devoir d'annonce auprès des employeurs, abordés dans les propositions de minorité à l'article 8a alinéa 1 lettres e et g.

3. L'Université de Berne n'a-t-elle pas mieux à faire qu'à étudier les effets de la consommation récréative du cannabis, alors qu'on investit des milliards de francs pour lutter activement contre une épidémie?

Les deux derniers points sont deux remarques générales qui concernent la jeunesse.

4. Il n'y a aucune mesure concrète de protection des jeunes dans ce projet, d'où la minorité visant à soutenir le devoir d'annonce aux écoles, article 8a alinéa 1 lettre f.

5. Soyons honnêtes, ces projet-pilotes entraîneront à terme la libéralisation du cannabis et le monde médical nous met en garde contre l'addiction des jeunes.

Venons-en à mes deux propositions de minorité. Elles relèvent du bon sens.

La première, à l'article 8a alinéa 1 lettre a, avait dans un premier temps été acceptée par la commission, le 4 juillet 2019, par 11 voix contre 6 et 5 abstentions, avant d'être curieusement écartée par la commission dans sa nouvelle composition, le 30 janvier 2020, par 14 voix contre 10 et 1 abstention. Il s'agit pourtant, clairement, de recadrer l'objectif premier de ces projets pilotes, à savoir des études visant à une meilleure protection de la santé de la population et à une meilleure sécurité pour les participants. Certes, l'ordonnance d'exécution prévue déterminera les catégories de personnes pouvant participer à un essai pilote, à savoir celles qui consomment déjà et qui sont domiciliées dans la commune participante, ainsi que les personnes exclues. Mais cela n'est pas suffisant. Le risque est de voir les universités étendre inutilement leur marge de manoeuvre en vue d'expérimentations sociales qui n'ont que peu de lien avec des intérêts prépondérants de santé publique. Cela est trop risqué. Nous ne voulons pas signer un chèque en blanc.

Ma seconde proposition de minorité est tout aussi évidente. Dans une disposition nouvelle à l'article 8a alinéa 1 lettre j, il s'agit de prévoir une base de données pour tous les projets pilotes autorisés. Je ne connais pas de projet scientifique qui ne s'appuie sur aucune base de données. Il est évident qu'un registre, avec une inscription obligatoire des participants, doit être tenu, sans quoi on ne peut rien mesurer. C'est un élément qui doit être inscrit dans la loi, et pas seulement dans l'ordonnance, pour éviter tout malentendu et toute mauvaise interprétation. Il s'agit en effet d'éviter qu'à l'échelle d'une ville ou d'une université l'on puisse orienter l'évaluation du projet pilote de manière peu transparente, par exemple en raison de lacunes dans la récolte des données ou d'une application trop restrictive des dispositions relatives à la protection des données.

Enfin, j'aimerais brièvement commenter la proposition du groupe du centre visant, à l'article 8a alinéa 1, l'introduction de la lettre k. Plusieurs villes et cantons ont exprimé leur intérêt pour des projets pilotes visant une distribution réglementée du cannabis. Soit. Si ces projets pilotes sont approuvés, la Confédération ne doit en aucun cas supporter la charge BO 2020 N 564 financière, ni de manière directe, par exemple lors de l'évaluation de ces projets pilotes, ni de manière indirecte, par exemple au travers d'une subvention extraordinaire du Fonds national suisse de la recherche scientifique. La Confédération a suffisamment consacré de milliards à la lutte contre le Covid-19, elle ne va pas encore soutenir financièrement des projets qui vont à l'encontre de sa mission première de protection de la santé, définie à l'article 118 de la Constitution.

Fridez Pierre-Alain · Mit-M · Conseil national · Jura · Groupe socialiste

Je déclare mes liens d'intérêts: je suis médecin généraliste et compte, parmi mes patients, des personnes qui consomment du cannabis.

On a affaire à des propositions qui vont dans le sens d'étudier, de comprendre, de mieux gérer le phénomène. Cher collègue, à vous entendre, c'est comme si le mode de consommation actuel ne posait pas de problème. Ne considérez-vous pas que la situation n'est pas tout à fait claire et qu'il faudrait aller plus loin et mieux comprendre ce qu'il se passe?

Roduit Benjamin · Mit-M · Conseil national · Valais · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Lorsqu'un médicament entraîne plus de maux que la maladie qu'il est censé combattre, je crois qu'il faut savoir y renoncer. Dans ce cas, on voit très bien que la libéralisation sera un signal d'appel, notamment pour les jeunes, à consommer plus, ce qui constitue un problème encore plus grand.

Schläpfer Therese · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Ich spreche für die Minderheiten bei Artikel 8a Absatz 1 Buchstaben e und f. Die Gesetzesänderung will ein Pilotprojekt, bei dessen Teilnahme vorwiegend junge Erwachsene angesprochen werden. Sie sollen legal Cannabis beziehen und konsumieren können. Dabei sollen sie kontrolliert werden, und der Versuch soll protokolliert werden. In einer Zeit wie heute sollte uns wieder vermehrt bewusst geworden sein, dass die Gesundheit unser höchstes Gut ist. Dazu müssen wir Sorge tragen und deshalb diese Gesetzesänderung als Ganze ablehnen. In Berlin wurde übrigens ein ähnliches Projekt auch abgelehnt.

Die Minderheiten fordern bei diesem Gesetz, dass im Falle einer Teilnahme am Projekt die Ausbildungsverantwortlichen, also Arbeitgeber oder bei weiterführenden Schulen die Klassenlehrpersonen, über eine Teilnahme informiert werden. Wir im Parlament müssen dabei sicherstellen und die Verantwortung übernehmen, dass die Arbeitssicherheit und die Sicherheit im Strassenverkehr gewährleistet werden können, dass der Gesundheitszustand der Probanden intakt ist und dass das direkte Umfeld informiert ist. Mit der Annahme dieser Minderheitsanträge schaffen wir die nötigen Voraussetzungen.

Jeder Cannabiskonsum vermindert Konzentration, Sorgfalt und Zuverlässigkeit der Konsumierenden. Ein Arbeitnehmer, der berauscht arbeitet, gefährdet sich und andere. Je nach Berufstätigkeit kann sich dies gravierend auswirken. Denken wir nur an Chauffeure, Handwerker auf Gerüsten und an Maschinen oder an Gabelstapelfahrer. Um seiner Aufgabe als verantwortungsvoller Arbeitgeber nachkommen zu können und um notwendige Unfallverhütungsmassnahmen treffen zu können, muss deshalb der Arbeitgeber informiert werden, wenn seine Mitarbeitenden an Cannabis-Pilotversuchen teilnehmen.

Stellen Sie sich vor, eine Schülerin liegt bewusstlos am Boden. Die Ambulanz ist vor Ort und könnte mit dem nötigen Wissen sofort die richtigen Massnahmen treffen. Da aber niemand von der Teilnahme am Kifferprojekt weiss, verstreicht viel wertvolle Zeit. Wir alle wissen, dass über den Erfolg bei der Rettung eines Menschenlebens oft Minuten entscheiden. Mit solchen geforderten Informationen könnte in einem Notfall wertvolle Zeit gewonnen werden.

Wer diese Informationen an die Vorgesetzten oder Klassenlehrer nicht will, nimmt vorsätzlich eine Unterlassung von Hilfeleistungen in bestimmten Situationen in Kauf, denn es wird unterlassen, dass wichtige Bezugspersonen über die Einnahme von gefährdenden Substanzen in Kenntnis gesetzt werden.

Die Suchtprävention befindet sich hier in einem Dilemma. Um die Jugendlichen zu schützen, wurde der Kauf von Zigaretten mit Bargeld an Automaten verunmöglicht. Mit diesem Pilotprojekt fordern Sie nun Jugendliche auf, Cannabis in hohem Mass und hoher Konzentration zu konsumieren. Sie untergraben somit den Jugendschutz, denn heutiger Cannabis enthält ungleich mehr THC als noch vor zwanzig Jahren. Staatlich bewilligte Abgabeversuche mit mehreren Tausend Teilnehmern über einige Jahre verharmlosen den Cannabiskonsum, ja unterstützen diesen noch.

An die Befürworter: Seien Sie doch wenigstens ehrlich, und sagen Sie der Bevölkerung klipp und klar: "Wir wollen den Cannabiskonsum legalisieren." Öffnen Sie nicht diese Hintertür des Pilotprojekts, um später die Legalisierung voranzutreiben.

Jeder Joint wird mit Tabak gebastelt. Das heisst, dass Tausende junge Erwachsene zusätzlich Tabak konsumieren werden. Da nützt auch der beste biologisch angebaute Schweizer Cannabis nichts. Freuen wird dies Konzerne wie Philip Morris International oder Altria, welche gleich doppelt verdienen: zunächst beim zusätzlichen Tabakverkauf zum Basteln der Joints und dann, wenn Sie nach dem natürlich positiv verlaufenen Test das Cannabis endlich legalisieren können. Altria ist nämlich an Cronos Group beteiligt, einem grossen Cannabishersteller, welcher nach der Legalisierung, welche Sie ja anstreben, sicher gerne seine Produkte an unsere Jugendlichen verschachern wird. Greift dann die Konzernverantwortungs-Initiative auch hier, wenn junge Leute geschädigt werden?

Das sind Fragen, welche sich eigentlich auch Sucht Schweiz stellen sollte. Von dieser Seite hört man aber nichts, obwohl die Versuche zu mehr Tabakkonsum führen werden. Vizedirektor Frank Zobel forderte aber auch mehr Mut in der Drogenpolitik.

Stimmen Sie unseren Minderheitsanträgen zu, wenn Sie nicht wollen, dass zusätzliche Unfälle im Betriebsumfeld passieren, und wenn Ihnen die Gesundheit der jungen Erwachsenen wichtig ist!

Aeschi Thomas · Mit-M · Conseil national · Zoug · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Ich präsentiere Ihnen gerne meinen Minderheitsantrag zu Artikel 8a. Sie sehen, dass Ihnen die Mehrheit unter Litera d beantragt, dass ausschliesslich Cannabisprodukte verwendet werden, die einerseits Schweizer Herkunft sind und andererseits den Regeln der Schweizer Biolandwirtschaft entsprechen. Ich bitte Sie, hier etwas für die Schweizer Landwirte, für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern, zu tun und ins Gesetz zu schreiben, dass ausschliesslich Cannabisprodukte verwendet werden, die Schweizer Herkunft sind. Entsprechend könnte hier die Schweizer Landwirtschaft mehr profitieren. Ich denke nicht, dass der Zusatz "nur Bioprodukte zu verwenden" noch hinzugefügt werden muss, sondern dass wir hier die Schweizer Landwirtschaft stärken sollten.

Herzog Verena · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Schweizermeister-, Europameister- oder gar Weltmeistertitel im Sport oder einer anderen Disziplin erfüllen uns mit Stolz. Wenn jedoch Schweizer Jugendliche Weltmeister im Kiffen sein sollen, wie von verschiedenen Medien immer wieder zitiert wird, stimmt das nachdenklich. Was ist in unserer Wohlstandsgesellschaft, was mit unserem Viersäulenprinzip falsch gelaufen?

Uns wurde in den letzten Monaten deutlich vor Augen geführt, wie wichtig unser Gesundheitszustand ist. Während der Corona-Pandemie zählen auch Drogensüchtige zu den vulnerablen Personen. Besonders Menschen mit Lungenschäden sind von Covid-19 tödlich bedroht. Dieses Virus oder Mutationen davon werden uns leider voraussichtlich künftig immer wieder herausfordern.

Die Droge Cannabis ist nicht einfach zum Spass illegal. Trotz dieses Wissens soll sie nun in Pilotprojekten an Süchtige abgegeben werden, statt dass die zeitlichen und finanziellen Ressourcen endlich in eine glaubwürdige, schweizweite Aufklärungskampagne - wie es vom BAG bei anderen Themen auch gemacht wird - über die schädlichen Auswirkungen von Cannabis investiert würden. Ziel muss doch sein, die Jugend auf sinnvollere Freizeitbeschäftigungen zu fokussieren. Sie sollte, am besten durch ehemalige Süchtige, über die Schädlichkeit und Gefährlichkeit von Cannabis, vor allem auch betreffend psychische Erkrankungen, informiert werden. Ziel BO 2020 N 565 muss doch sein, wieder vermehrt Welt-, Europa- oder auch nur Schweizer- bzw. Vereinsmeister in sportlichen oder anderen Disziplinen zu generieren. Mit einem konsequenten Gesundheits- und Präventionsprojekt hat es zum Beispiel Island geschafft, den Anteil von Cannabis rauchenden Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren innert zwanzig Jahren von 17 auf 7 Prozent zu senken. Stattdessen ist unser Parlament gewillt, Cannabis mit einem THC-Gehalt von bis zu 20 Prozent an bis zu 5000 Erwachsene pro Pilotversuch zu verkaufen - in den frühen Siebzigerjahren waren es nur 3 Prozent THC -; dies, obwohl der Souverän vor einigen Jahren eine Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes mit 63 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt hat.

Das heisst, unser Staat will sich unter dem Vorwand reglementierter, sogenannt wissenschaftlicher Studien über den Cannabiskonsum zu Genusszwecken als Dealer-Konkurrenz betätigen, und dies, obwohl die angestrebten Pilotversuche erstens untauglich, zweitens unnötig und drittens verantwortungslos sind.

1. Untauglich: Die grösste Gruppe der Cannabiskonsumenten ist zwischen 14 und 18 Jahre alt und kann nicht am Versuch teilnehmen; das wäre ethisch nicht vertretbar. Die Versuche sind untauglich, da nicht überwacht werden kann, ob die Teilnehmenden nebst dem abgegebenen Cannabis noch andere Drogen oder Cannabis mit höherem THC-Gehalt konsumieren und ob sie den Cannabis auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen.

2. Unnötig: Seit vielen Jahren werden auf der ganzen Welt verschiedenste Versuche, Untersuchungen und auch wissenschaftliche Studien gemacht. Es braucht also keine neuen Studien.

3. Verantwortungslos gegenüber Probanden und Umfeld der Probanden: Die Zulassung zu den Pilotversuchen ist ab 18 Jahren. Die Hirnentwicklung ist aber erst mit 25 Jahren abgeschlossen. Cannabis wirkt hirnschädigend. Der Jugendschutz kann nicht gewährleistet werden, Dealer werden die Jugendlichen noch stärker vereinnahmen. Cannabis ist gesundheitsschädigend und kann Psychosen und andere psychische Krankheiten auslösen.

Nachdem uns nun also besonders in den letzten Monaten vor Augen geführt wurde, wie wichtig ein guter Gesundheitszustand ist, ist zu hoffen, dass das Parlament heute dieser Erkenntnis Rechnung trägt und zum Schutz der Probanden und für die Sicherheit ihres Umfelds und der Öffentlichkeit die Pilotversuche so gut wie möglich regelt. Deshalb muss das Betäubungsmittelgesetz so ausgestaltet sein, dass erstens der Gesundheitsschutz der ganzen Bevölkerung, insbesondere der Jugendschutz, zweitens der Schutz der öffentlichen Ordnung und drittens die öffentliche Sicherheit gewährleistet sind. Die Experimente mit Kiffern hingegen - das sind etwa 3 Prozent der Bevölkerung - belasten deren Gesundheit. Wissenschaftlich fundierte Studien belegen längst die negative Auswirkung von Cannabis auf den Körper und die Psyche: Lungenschäden, Amotivationssyndrom - gleich Null-Bock-Stimmung -, Beeinträchtigung der Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit sowie des Kurzzeitgedächtnisses, Aggression und Gewalt, Depressionen, Psychosen, Schizophrenie usw.

Ich muss es nochmals betonen: Es ist doch absurd, in der Zeit des Coronavirus von Staates wegen Cannabis konsumieren zu lassen, wenn man weiss, dass Cannabis das Immunsystem schwächt und somit die Gesundheit der Versuchsteilnehmenden gefährdet!

Wenn nun trotz dieser Fakten eine Abänderung des Betäubungsmittelgesetzes beschlossen wird, bittet Sie die SVP-Fraktion einstimmig, Ihre Verantwortung wirklich wahrzunehmen und allen Minderheitsanträgen zuzustimmen. Ganz wesentlich sind der Verzicht auf den Führerausweis während der Versuchsteilnahme, um sich selbst und auch andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, die Information in der Schule und in Betrieben, um nicht nur sich selbst, sondern auch die Arbeitskollegen zu schützen, und - wesentlich - die Senkung des THC-Gehalts des abzugebenden Cannabis von 20 auf 15 Prozent. Zudem sollen Personen von dem Pilotprojekt ausgeschlossen werden, die bereits Begleit- oder Folgeerkrankungen durch nachweislichen Cannabiskonsum haben.

Ich bitte Sie, nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr, und ermöglichen Sie einen einigermassen vertretbaren Gesundheitsschutz der am Cannabis-Pilotversuch teilnehmenden Probanden und ein Betäubungsmittelgesetz, das auch den Schutz der Öffentlichkeit gewährleistet!

Feri Yvonne · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste

Befristete, wissenschaftlich begleitete Pilotstudien bieten eine Chance, in einem streng kontrollierten Rahmen Ansätze zur Lösung von verschiedenen Problemen beim Cannabiskonsum zu finden. Durch angewandte Forschung können zahlreiche Fragen zur Gesundheit - physisch und psychisch -, zum Konsum- und Kaufverhalten der Konsumierenden sowie zu Auswirkungen der regulierten Cannabisabgabe auf die öffentliche Ordnung und Sicherheit untersucht werden. Bei der Zielgruppe für die Pilotversuche handelt es sich um sozial integrierte Menschen, die seit Langem Cannabis illegal konsumieren, ohne deshalb sozial auffällig zu sein.

Ich spreche zu den ersten Minderheiten; meine Kollegin Flavia Wasserfallen wird mich danach ergänzen.

Die ersten beiden Minderheiten I und II (Herzog Verena) streben eine Kompetenzverschiebung für die Bewilligung von Gesuchen an - vom BAG weg - oder möchten den Kreis für die Zustimmung erweitern. Wir sind klar der Meinung, dass die Bewilligungspflicht beim BAG korrekt angesiedelt ist. Dort arbeiten die Fachpersonen, welche die Gesuche bearbeiten, einschätzen und einordnen können. Es ist wichtig, dass es sich dabei um eine zentrale Stelle handelt, damit die Beurteilungen und Bewilligungen nach den gleichen Kriterien vorgenommen bzw. erteilt werden und auch eine gesammelte Dokumentation und Übersicht entsteht, was wo und wie genau durchgeführt wird.

Die Minderheit Roduit möchte den Kreis der Menschen, welche an einer Studie teilnehmen können, noch weiter einschränken, als dies bereits im Entwurf des Bundesrates vorgesehen ist. Wir erachten diese Zusatzeinschränkungen als nicht wirkungsvoll. Die Studien sollen mit Teilnehmenden durchgeführt werden, welche wirklich die Realität der Personen abbilden, welche im Alltag Cannabis konsumieren. Wir müssen den Studienführenden vertrauen, dass sie gut darauf achten, welche Projekte sie mit welchen Personen aufgleisen. Weitere Gesundheits- und Sicherheitskriterien sind nicht notwendig.

Beim Antrag der Minderheit Aeschi Thomas geht es um die Produkte, welche für die Studien verwendet werden. Hier haben wir die Chance, Schweizer Bioprodukte zu fördern. Daher werden wir auch hier die Mehrheit unterstützen.

Mit dem Ziel, die Möglichkeit von Pilotversuchen mit Cannabis möglichst ohne Verzögerung zu eröffnen, haben wir von der SP-Fraktion darauf hingearbeitet, der Bundesratsvariante zum Durchbruch zu verhelfen.

Jetzt übergebe ich das Wort gerne meiner Kollegin Flavia Wasserfallen.

Wasserfallen Flavia · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste

Die Schweiz hatte einst eine vorbildliche, ja pionierhafte Drogenpolitik. Dank dem wirksamen Viersäulenmodell konnten wir viele Drogentote vermeiden, die Gesundheit der Abhängigen verbessern, die Beschaffungskriminalität senken. Offene Drogenszenen, wie es sie zu meiner Jugendzeit gab, sind verschwunden. Aber die weltweit studierte und kopierte Drogenpolitik der Schweiz liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Auch wenn in vielen Städten sowohl der Handlungsbedarf akut ist als auch progressive Massnahmen vorhanden wären, hat das Parlament bisher jeden Fortschritt gebremst. Endlich und dank veränderten Mehrheiten seit den letzten Wahlen können wir hier ein leichtes "Frühlingserwachen" feststellen, was sich darin zeigt, dass wir die Möglichkeit für wissenschaftlich begleitete Cannabis-Pilotprojekte schaffen wollen. Das wird in vielen Gemeinden gefordert, damit Erkenntnisse gewonnen werden können, wie sich bei einer kontrollierten Abgabe der Konsum, die Gesundheit und auch das Suchtverhalten verändern.

Die SP-Fraktion lehnt alle Minderheitsanträge ab, inklusive die Einzelanträge. Faktisch würden sie diese Pilotprojekte BO 2020 N 566 nämlich verunmöglichen; es sind Pilotprojekt-Killer. Damit es funktioniert, brauchen wir nämlich eine möglichst realistische Auswahl an Probanden. Wenn man die Teilnahme an einem Pilotprojekt dem Arbeitgeber oder der Schule melden muss, werden wahrscheinlich wenige bis gar keine Teilnehmer beim Pilotprojekt mitmachen. Es geht dann ja nicht um solche, die neu konsumieren, sondern um solche, die es schon tun. Bei einem Vergehen wegen illegalen Cannabiskonsums wird der Arbeitgeber ja auch nicht informiert. Eine solche Auflage wäre also unverhältnismässig und würde die Studienteilnehmenden schlechterstellen als illegal Konsumierende.

Schlechtergestellt würden sie auch, wenn sie ihren Führerschein während dieser Zeit abgeben müssten. Die Vorschriften des Strassenverkehrsgesetzes gelten nämlich für alle. Gemäss dieser Logik müsste jede Person, die eine verkehrsunverträgliche Substanz konsumiert - Medikamente, Alkohol oder auch Cannabis -, immer den Führerschein abgeben, egal, ob sie an einem Versuch teilnimmt oder nicht.

Wer als Probandin oder als Proband zugelassen wird, soll grundsätzlich ein Arzt und nicht wir als Gesetzgeber entscheiden. Deshalb lehnen wir auch die Minderheit bei Artikel 8a Absatz 1 Buchstabe h ab.

Es ist unbestritten, dass ein höherer THC-Gehalt mit grösseren Gesundheitsrisiken einhergeht. Trotzdem lehnen wir es ab, hier eine 15-Prozent-Obergrenze festzulegen, wie das die Minderheit Herzog Verena bei Artikel 8a Absatz 1 Buchstabe i möchte. Wenn wir nämlich die Auswirkungen verschiedener THC-Grenzwerte kennen wollen, müssen diese auch untersucht werden können. Solche Daten liegen bisher eben nicht vor. Wenn man den Grenzwert nun zu tief ansetzt, ist das Risiko gross, dass stark Konsumierende sich noch zusätzlich auf dem Schwarzmarkt bedienen oder erst gar nicht am Projekt teilnehmen. Diese Blackbox möchten wir wiederum vermeiden. Wir lehnen auch die Einzelanträge ab.

Zum Schluss sage ich noch etwas zum Antrag der Mitte-Fraktion. Die Finanzierung ist immer Sache der Projektträger. Die Gemeinden, allenfalls der Kanton oder auch ein universitäres Institut stehen da im Vordergrund. Der Bund finanziert diese Projekte nicht direkt. Er hat aber als Bewilligungsbehörde und als Begleitbehörde natürlich indirekte Kosten. Deshalb lehnen wir auch diesen Antrag ab.

Herzog Verena · Mit-F · Conseil national · Thurgovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Frau Kollegin Wasserfallen, ich habe Sie also richtig verstanden: Sie gewichten die unbedingte Durchführung dieses Pilotversuchs höher als die Gesundheit der Probanden und die öffentliche Gesundheit und Sicherheit?

Wasserfallen Flavia · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste

Vielen Dank für diese Frage, Frau Kollegin Herzog. Nein, im Gegenteil: Ich möchte, dass wir solche Pilotprojekte durchführen können, damit wir eben genau die Auswirkungen auf die Gesundheit untersuchen können. Sie verschliessen halt einfach die Augen vor der Tatsache, dass über 220 000 Menschen in der Schweiz regelmässig Cannabis konsumieren. Man kann davor die Augen verschliessen, aber man kann auch den pragmatischen Weg gehen, mit wissenschaftlich begleiteten Projekten herauszufinden, wie eine kontrollierte Abgabe die Gesundheit hier stärken und das Suchtverhalten verbessern oder vermindern könnte.

Hess Lorenz · Mit-M · Conseil national · Berne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Ich spreche hier für die Mitte-Fraktion, und zwar für den Teil der Mitte-Fraktion, der dieser Vorlage positiv gegenübersteht und deshalb auch die Minderheitsanträge ablehnt. Kollege Roduit hat vorhin, bei der Gelegenheit, als er seine Minderheitsanträge vertreten hat, für jenen Teil der Mitte-Fraktion gesprochen, der dieser Vorlage gegenüber kritisch oder negativ eingestellt ist und mehrheitlich die Minderheiten unterstützt.

Eigentlich ist es ja einfach: Wer findet, dass im Bereich des Drogenkonsums und des Drogenhandels in der Schweiz alles in Ordnung ist, wer also zufrieden ist mit dem Status quo, der sagt: "Jawohl, wir machen nichts, wir machen auch diese Pilotversuche nicht, wir sind zufrieden." Wer die heutigen Zustände also gut findet und "nichts machen, nichts machen" sagt, der soll diese Vorlage am Schluss ablehnen oder eben alle Minderheitsanträge gutheissen - das tötet die Vorlage dann auch.

Diejenigen aber, die wie ich der Meinung sind, dass die Zustände nicht gut sind, dass es nämlich nicht gut ist, dass wir ein Hochproduktionsland und ein Hochkonsumland sind, und diejenigen, die es nicht gut finden, dass auf dem Schwarzmarkt fast alles erhältlich ist, dass auch der Jugendschutz nicht gewährleistet ist, die sind der Meinung - ich sage es etwas salopp -, man sollte jetzt vielleicht doch schon mal etwas probieren. Hier geht es aber nicht nur darum, etwas zu probieren, denn das sind extrem stark geregelte, abgesicherte und abgefederte Pilotversuche, um dann vielleicht dereinst bessere Regeln zu finden, wie man überhaupt mit dieser Substanz umgehen kann. Dabei geht es beispielsweise gerade auch um Erkenntnisse zur Gesundheit, die aus diesen Versuchen herauskommen sollten.

Deshalb habe ich nach dem Votum meiner Kollegin und auch Kommissionskollegin Herzog ein bisschen gestaunt. Sie hat gesagt, es sei schön, wenn man Europameister oder Weltmeister ist, und sie hat zu Recht gesagt, dass wir offenbar auch im Bereich des Drogenkonsums Europameister sind, und das findet sie nicht gut. Deshalb müsste ich fragen: Warum lassen wir es dann einfach so, wie es ist, wenn es nicht gut ist? Beim Befund sind wir uns also einig, die Frage ist einfach, ob wir etwas tun oder nichts tun.

Die Minderheitsanträge sind alle so angelegt, dass es sie inhaltlich nicht braucht. Ich nehme als Beispiel die Frage, ob die Kompetenz beim BAG oder beim Bundesrat sein soll. Das ist ein Beispiel dafür, wie man versucht, noch höhere Hürden und einen höheren Administrationsaufwand einzubauen; das ist legitim. Das ist dasselbe wie dort, wo es darum geht, dass man sagt, wenn Gemeinden betroffen seien - da sind natürlich die Städte gemeint, das ist klar -, müsse noch der Kanton seine Einwilligung geben. Auch da ist die Idee, dass man noch eine Chance sieht, dass über die kantonale Politik doch noch der Riegel vorgeschoben wird. Das ist alles legitim und soll letztlich dazu dienen, dass die Vorlage nichts mehr wert ist oder nicht funktionieren kann. So sind die Minderheitsanträge angelegt. Ich gehe auf einige noch kurz ein.

In der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit stelle ich immer wieder fest, dass wir zu Recht kaum einen Unterschied zwischen Bundesrat und BAG machen. Wir wissen, wo die Gesundheitspolitik gemacht wird, in welchem Amt das passiert, und dass das nicht im Siebnerstübchen des Bundesrates ist. Das ist also die falsche Flughöhe, denke ich, oder eben, wie gesagt, nicht zielführend. Über die Zustimmung der Kantone habe ich schon gesprochen.

An sich noch herzig ist der Minderheitsantrag, dass das Produkt zwar Schweizer Herkunft sein soll, aber nicht Bio. Die Mehrheit der Kommission verlangt Bio. Da sagt man: Schweizer Herkunft schon, aber dann nicht auch noch Bio, weil das dann ein bisschen zu weit ginge. Ich weiss nicht, was das Problem ist, wenn man Bio nimmt - vor allem, nachdem ich die Bedenken bezüglich der Gesundheit gehört habe. Man kann aber darüber diskutieren, ob mit oder ohne Bio. Schweizer Herkunft scheint gesetzt zu sein, und das ist auch richtig so.

Wenn wir dann noch den Antrag der Minderheit Schläpfer anschauen, dass die Schulen, Gymnasien usw. informiert werden sollen, kann man sich einfach kurz vorstellen, wie viele - und es geht ja nur um solche, die bereits jetzt schon konsumieren - sich für einen solchen Versuch noch zur Verfügung stellen würden. Dasselbe gilt bei den Lehrstellen. Stellen Sie sich das einmal heutzutage vor! Es ist ein clever gemachter Minderheitsantrag, weil es ein Killerargument ist. Wenn diese Minderheit durchkommt, kommen die Leute nicht zum Versuch. Das ist relativ einfach und von daher gut gemacht.

Mit der Abgabe des Führerscheins würden wir ein ganz interessantes neues Rechtsgebiet betreten; Kollegin Wasserfallen hat es auch gesagt. Wenn man jetzt schon - jetzt schon! - denjenigen, die ab und zu Cannabis konsumieren, sagt, sie dürften nicht Auto fahren, würde das eine Gesetzesanpassung bedeuten. Das müsste man konsequenterweise machen. Denn was ist der Unterschied zwischen ihnen und jemandem, der in einem Versuch ist, aber auch schon immer konsumiert hat? Nur, weil er jetzt im Versuch ist, darf er nicht BO 2020 N 567 mehr Auto fahren. Das ist abstrus. Wenn schon, dürfen alle, die Cannabis konsumieren, nicht mehr fahren - oder es dürfen alle fahren. Dass dann beim Alkoholkonsum ungefähr die gleich langen Ellen angelegt werden müssten, ist auch klar, und dass das nicht mehrheitsfähig wäre, ist auch klar. Es zeigt einfach die Diskrepanz dieser Idee. Deshalb auch hier: Sie dient allenfalls dazu - und das ist legitim -, dafür zu sorgen, dass das Setting der Versuche so angelegt wird, dass die Vorlage schliesslich, wenn sie dann durchkommen sollte, nicht zum Tragen kommt, weil die Leute unter diesen Bedingungen gar nicht teilnehmen werden.

So viel zu den relevantesten Minderheitsanträgen. Der Teil der Mitte-Fraktion - und das hält sich ungefähr die Waage -, der hier für die Vorlage ist, unterstützt die Mehrheit und nicht die Minderheiten. Zum Teil sehen Sie auch, dass einige Exponenten in einer Minderheit selber dabei sind.

Ein letztes Wort vielleicht hier noch dazu: Wenn man die Botschaft und die Vorlage liest und sieht, was hier an Sicherheitsvorkehrungen zeitlich, örtlich und bewilligungsmässig drin ist, dann ist es schon, wie wenn man irgendwo bei einer Aktion sagt, man habe bereits den Fallschirm und das Rettungsboot, aber jetzt müssten auch noch handgestickte Hosenträger dazukommen, weil es sonst zu wenig sicher sei. Ich denke, hier ist alles dafür vorgesehen, dass man bei altersmässig begrenzten Zielgruppen, die bisher schon konsumiert haben, einen Versuch wagen sollte. Vielleicht bringt er uns weiter weg von dieser Situation, die im Moment nicht tragbar ist.

Schläpfer Therese · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Geschätzter Kollege Hess, wenn Sie jetzt die Minderheiten so lächerlich machen, muss ich annehmen, dass Sie die wertvolle Zeit, welche in einem Notfall verstreicht, weil eben der Klassenlehrer oder der Arbeitgeber nichts vom Projekt weiss, in Kauf nehmen. Dann nehmen Sie also in Kauf, dass wertvolle Zeit verstreicht und dem Patienten nicht oder vielleicht zu spät geholfen werden kann?

Hess Lorenz · Mit-M · Conseil national · Berne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Zu beidem sage ich Nein. Zuerst mal zur Unterstellung, ich würde hier die Minderheiten lächerlich machen - ich habe gesagt: Hochachtung davor! So ist das politisch gut gemacht; das würde ich auch so machen. Man muss Minderheitsanträge einbauen, die dann dafür sorgen, dass eigentlich das Ganze so nicht mehr funktioniert. Ich habe es schon zweimal gesagt: Das ist doch legitim!

Ich kann mir schlecht vorstellen, welchen Notfall genau es jetzt in der Schule zu behandeln gäbe, weil jemand, der oder die bisher schon konsumiert hat - sonst wäre er oder sie ja nicht im Versuch! -, jetzt im Versuch ist und nicht mehr einfach frei kifft. Welche Notfälle würde er oder sie dann plötzlich verursachen? Da müssten wir ja, bei dieser riesigen Zahl von Konsumierenden, schon jetzt dafür sorgen, dass die Schulen, die Lehrer für Cannabis-Notfälle ausgebildet sind.

Weichelt-Picard Manuela · Mit-F · Conseil national · Zoug · Groupe des VERT-E-S

Mit fast drei Monaten Verspätung debattieren wir ein Geschäft, bei welchem es der Schweiz gut angestanden wäre, es bereits vor dreissig Jahren zu diskutieren. Manch chronische Schmerzzustände, Spastik bei MS usw. hätten gelindert werden können. Aber blicken wir nach vorne: besser spät als nie!

Die Zahlen zum Cannabiskonsum bleiben in der Schweiz trotz Verbotsregelung seit Jahren relativ stabil, und der Schwarzmarkt floriert munter. Auf dem Schwarzmarkt spielen der Schutz der Gesundheit sowie die Sicherheit keine Rolle. Die überteuerten Produkte führen zu entsprechenden Folgeproblemen. Die Illegalität von Cannabis erschwert es, problematisch Konsumierende mit Präventionsbotschaften, mit Angeboten der Suchthilfe und der Schadensminimierung zu erreichen.

Ein Teil meiner Kolleginnen und Kollegen, meiner Vorrednerinnen und Vorredner betonte die Wichtigkeit der Gesundheit. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wer setzt sich jetzt mehr für die Gesundheit ein: diejenigen, die für den Schwarzmarkt plädieren, oder diejenigen, die versuchen, den Schwarzmarkt zu bekämpfen, und sich für diese Vorlage einsetzen?

Die Erforschung der Wirksamkeit der medizinischen Anwendung von Cannabis-Arzneimitteln steckt noch in den Anfängen. Die Wirkung ist wissenschaftlich noch ungenügend belegt. Es gibt viele Erfahrungsberichte, aber keine klinischen Studien. Dieser Nachweis ist aber eine Voraussetzung dafür, dass ein Cannabis-Arzneimittel von Swissmedic zugelassen werden kann.

Die Schweiz ist an den Resultaten sehr interessiert. Die Schweiz sagt auch, ob ein Versuch bewilligt wird oder nicht. Es ist deshalb einfach nur logisch, dass sich die Schweiz, der Bund auch finanziell daran beteiligt. Deshalb lehnt die grüne Fraktion den Antrag der Mitte-Fraktion, die keine Bundesbeteiligung möchte, ab.

Mit den Ausnahmebewilligungen stossen wir in der Praxis sowohl praktisch als auch rechtlich an Grenzen. Von 2012 bis 2018 sind über 12 000 Ausnahmebewilligungen erteilt worden. Es ist unsere Pflicht, diese Aufblähung der Administration zu reduzieren. Die Vorlage orientiert sich eben gerade an unserem bewährten Viersäulenprinzip, das Frau Kollegin Herzog zwar nicht mehr sieht, das für mich aber weiterhin deutlich zu sehen ist.

Gewonnen hat die Vorlage des Bundesrates durch den Antrag einer klaren Mehrheit der Kommission, wonach gesetzlich festgehalten werden soll, dass ausschliesslich Cannabisprodukte aus schweizerischer Biolandwirtschaft verwendet werden - eine weitere Unterstützung für unsere Landwirtschaft, die auch unserer Umwelt zugutekommt, indem sie keinen Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen erlaubt und für einen leistungsfähigen Boden sorgt, der auch für unsere Nachkommen erhalten bleibt.

Von einzelnen Kommissionsmitgliedern wurden mehrere Minderheitsanträge eingereicht, dies mit dem einzigen Ziel, die Hürden für die Durchführung der Studien zu erhöhen. Demnach sollen insbesondere die Arbeitgeber und die Schulen über die Teilnahme der Erwachsenen an einem Pilotprojekt informiert werden. Das ist absolut willkürlich: Warum soll eine Person, die an einer Heroinverschreibung teilnimmt, dem Arbeitgeber keine Meldung machen müssen, eine Person mit Cannabisverschreibung aber schon? Das ist doch einfach absurd und willkürlich.

Die grüne Fraktion beantragt Ihnen die Ablehnung sämtlicher Minderheitsanträge und die Zustimmung zu den Anträgen der Kommissionsmehrheit.

Geissbühler Andrea Martina · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Sehr geehrte Kollegin, Sie tun jetzt alle hier so, als wäre dieser Pilotversuch etwas Einzigartiges, etwas Neues. Ist Ihnen eigentlich bekannt, dass es bereits fast Hunderte wissenschaftliche Studien zu Cannabis und zum Verhalten bei dessen Konsum gibt? Was will dieser Pilotversuch eigentlich Neues, ausser Steuergelder zu verschwenden?

Weichelt-Picard Manuela · Mit-F · Conseil national · Zoug · Groupe des VERT-E-S

Ich empfehle Ihnen, die Seiten des Bundesamtes für Gesundheit zu lesen. Da sehen Sie, was uns bei den wissenschaftlichen Studien an Resultaten noch fehlt.

Porchet Léonore · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S

Certains qualifient ce projet de courageux. Je présenterais plutôt ce dispositif comme relevant d'un bon sens de base pour affronter la question des drogues avec pragmatisme et efficacité.

Nous entourons les tests d'une batterie de moyens de contrôle: limitation dans le temps, protection de la jeunesse et concentration des objectifs sur la santé avant tout. Ce cadre est à la fois indispensable et largement suffisant. En effet, nous souhaitons obtenir des données réelles sur la consommation de cannabis, de sorte à adapter notre législation à la réalité du terrain et aux besoins réels de la police et de la prévention en matière de santé. Nous ne devons dès lors en aucun cas brader la qualité du texte adopté en commission, d'autant plus que les minorités et propositions individuelles dévoilent une opposition idéologique à des études scientifiques qui pourraient montrer une autre voie, moins coûteuse et plus efficace, dans notre gestion de la drogue et des addictions.

BO 2020 N 568Pour que ces études soient efficaces, elles doivent être réalisées au plus proche des habitudes de consommation, contrairement à ce qu'induiraient les minorités Schläpfer, Herzog Verena et Roduit. Les prises de parole des défenseurs de ces propositions m'ont d'ailleurs fait plaisir, puisqu'ils ont tour à tour fortement critiqué l'industrie du tabac - je me réjouis qu'il en soit de même lorsque nous parlerons de la loi sur le tabac -, soutenu la prévention - je me réjouis aussi qu'il en soit de même lorsque nous parlerons de la LAMal -, et cité Addiction Suisse, qui soutient le projet.

Ces minorités introduiraient de telles limites qu'elles rendraient inutiles ces essaies pilotes. Mais en plus, ces dispositions sont contraires à la protection des données et représentent une intrusion inacceptable dans la sphère privée.

La commission, sous l'impulsion du groupe des Verts, a fait preuve de bon sens, en imposant les normes de l'agriculture biologique suisse aux produits consommés lors des tests. C'est un engagement fort en faveur de la sécurité des consommatrices et des consommateurs et un soutien bienvenu pour notre agriculture. Il serait irresponsable, en effet, de déléguer la qualité à des producteurs et productrices ne répondant ni à nos normes de qualité, ni à nos exigences environnementales. De plus, lorsque la préservation de la santé reste la plus grande préoccupation partagée par toutes et tous, il est bien normal de faire le maximum pour que les consommateurs et consommatrices ne se prennent pas, sans le savoir et sans le vouloir, un shoot de pesticides dans la bouche et les poumons. Il faut donc que le cannabis soit bio.

Je vous encourage à suivre la majorité de la commission à ce sujet.

Je conclus en vous rappelant que la dernière modification de la loi remonte à 2010. Il est grand temps de la relire sans idéologie et d'aborder la question des drogues pragmatiquement, avec la science comme guide. Affaiblir aujourd'hui le projet, c'est hypothéquer nos chances de faire, à l'avenir, mieux en matière de lutte contre la drogue et les addictions.

Nantermod Philippe · Mit-M · Conseil national · Valais · Groupe libéral-radical

Le groupe libéral-radical a analysé cette loi. Il a soutenu l'entrée en matière lors de la session de décembre 2019. Nous soutiendrons les positions de majorité dans ce projet de modification de loi.

Les propositions de minorité qui nous sont soumises aujourd'hui visent généralement à réduire les possibilités de financer les tests, les possibilités en général de faire les essais pilotes dont il est question, de limiter en général la portée de cette loi.

La guerre contre la drogue a échoué. A l'état où nous en sommes aujourd'hui, nous pouvons faire le constat que nous n'avons pas réussi à limiter l'étendue de la prise de cannabis par la population, en particulier par la population jeune.

Je faisais déjà de la politique en 2008, il y a 12 ans, lorsque, en novembre de cette même année, le peuple se prononçait sur l'initiative relative à la dépénalisation de la consommation de cannabis - initiative populaire "pour une politique raisonnable en matière de chanvre protégeant efficacement la jeunesse". J'étais dans le camp de celles et ceux qui voulaient interdire le cannabis et qui se battaient contre cette initiative populaire, persuadé qu'il était possible par la loi, par la sanction, par la police, d'empêcher la consommation et de la réduire. Eh bien, force est de constater, 12 ans plus tard que, une fois de plus, l'Etat a échoué à manier le bâton. Cela ne signifie pas qu'il faille forcément tout autoriser, tout légaliser et agir par la permissivité totale. Mais cela signifie peut-être que, de temps en temps, des mesures plus libérales fondées sur la responsabilité individuelle sont parfois les plus à même de porter de meilleurs fruits. Et c'est ce que l'on a pu constater dans d'autres pays qui, ces dernières années, ont choisi des voies de libéralisation plus ou moins poussées, mais qui, a priori en tout cas, ont des effets qui ne sont pas aussi désastreux que ceux décrits par celles et ceux qui brandissent aujourd'hui la menace d'un référendum ou qui nous disent que, forcément, nous jetons aux orties la jeunesse avec cette modification de loi.

C'est pour cette raison que la majorité du groupe libéral-radical soutiendra ces projets pilotes; elle estime que, quand une politique a échoué, il faut peut-être en essayer une autre, et, cette autre politique que nous allons essayer, espérons-le, permettra d'avoir des effets concrets en faveur de la jeunesse et en faveur de la santé de la population.

Pour cette raison, je vous invite à soutenir la majorité dans ce projet.

Mäder Jörg · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral

Gleich vorweg: Ich konsumiere keinen Alkohol - nicht etwa aus gesundheitlichen oder anderen noblen Gründen, ich finde dieses Zeugs schlicht und einfach "gruusig". Mir ist bewusst, dass viele das nicht nachvollziehen und somit auch nicht verstehen können. Aber offen gestanden sind mir das Tamtam, das um diese Substanz gemacht wird, und die Unmengen an Geld, die dafür ausgegeben werden, auch nicht wirklich verständlich.

Die Frage ist: Muss ich diese Liebe zum Alkohol, die viele haben, verstehen, oder reicht es, wenn ich sie akzeptiere? Meine Beobachtung ist, dass die allermeisten, die Alkohol konsumieren, dies primär für den Genuss tun, was für mich kein Problem ist. Mir ist ebenfalls bewusst, dass manche ab und zu auch die berauschende Wirkung von Alkohol erleben wollen. Auch das kann ich akzeptieren, da ich weiss, dass allen klar ist, dass man das nicht während der Arbeit tut und dann auch das Auto zuhause lässt.

Probleme habe ich dann, wenn Alkohol zum Suchtmittel wird und so Körper und Geist zerstört und oft auch noch die ganze Familie mit nach unten zieht. Darum ist es mir wichtig, dass man über diese Substanz aufgeklärt wird, dass es Prävention und Hilfestellungen für Abhängige gibt. Da Minderjährige sehr schnell auf diese Substanz ansprechen, ist der Zugang klar zu regeln. Dass man Qualitätsanforderungen stellt und mit Steuern den Konsum senkt, das passt für mich auch. Zu guter Letzt: Jeder reagiert ein bisschen anders auf Alkohol, aber diese Unterschiede gehören in den Bereich der Eigenverantwortung.

Ich könnte diese Rede bis hierher nochmals halten und einfach "Alkohol" durch "Cannabis" ersetzen - und ich hätte kein Problem damit. Aber viele haben damit ein Problem. Der Hauptgrund ist aber nicht die Substanz an sich, sondern ihre Geschichte in unserer Gesellschaft und das persönliche Wissen oder, besser gesagt, Halbwissen über diese Substanz. Lassen Sie uns das ändern, lassen Sie uns endlich Wissen erarbeiten, statt mit Vorurteilen zu hantieren. Klar, wir gehen mit diesem Gesetz etwas in die Grauzone, aber es ist die Idee von Forschung, Licht ins Dunkel zu bringen. Aber bevor hier die grossen Töne angeschlagen werden - das wurden sie ja bereits -: Zu den Testgruppen zugelassen sind nur Erwachsene, keine Kinder oder minderjährige Jugendliche; zu den Testgruppen zugelassen sind nur bestehende Konsumenten, niemand wird angefixt, und niemand wird zu einem Mehrkonsum aufgefordert. Damit sind die allermeisten Fragen aus dieser Ecke bereits beantwortet.

Wenn Sie sich nochmals meine Einleitung durch den Kopf gehen lassen, erkennen Sie schnell, dass die Minderheitsanträge unsinnig sind. Die ganz grosse Mehrheit der Cannabiskonsumenten weiss, dass man nicht bekifft zur Arbeit geht, und der Rest wird sich sicherlich nicht bei einem staatlichen Versuch anmelden. Übrigens, als mein Vater auf dem Bau in die Lehre ging, war es üblich, dass der Lehrling morgens als Erstes einen Kasten Bier holen ging. Einige von Ihnen können sich an diese Zeiten erinnern. Wir sind alle froh, dass sie vorbei sind. Sie sehen, die Gesellschaft kann ihre Einstellung zu Suchtmitteln ändern, um vernünftig mit ihnen umzugehen. Das Bier am Abend gönne ich Ihnen trotzdem, aber es ist ein Unterschied, ob Sie mit Ihrem Chef über Rotwein schwadronieren dürfen oder ob Sie Ihren Alkoholkonsum offenlegen müssen. Übrigens, wenn ich wählen kann, ob ich neben einem Sturzbetrunkenen oder einem Vollbekifften sitzen muss, ist mir der Kiffer lieber. Kiffer sind in der Regel wesentlich friedlicher und können ihr Essen bei sich behalten. Angenehm sind beide nicht.

Lehnen Sie alle Minderheitsanträge ab. Sie führen zu unnötigen und fraglichen Einschränkungen und würden den Erkenntnisgewinn gefährden. Stimmen Sie dem Gesetz zu, und machen Sie einen Schritt in die richtige Richtung. Ein BO 2020 N 569 abgeklärter Umgang mit Hasch ist wesentlich ungefährlicher und wesentlich gesünder als das, was wir jetzt haben.

Matter Michel · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe vert'libéral

En Suisse, la population, surtout jeune, consomme beaucoup de cannabis. C'est un fait. Le marché existe.

Ce qui est demandé dans ce projet de loi, c'est de créer simplement une base légale permettant de mener des essais pilotes scientifiques comme le prescrit l'article 8a. C'est essentiel pour mieux protéger la santé des citoyennes et des citoyens, en particulier la santé de la jeunesse. Le marché noir prolifère en Suisse, et ceux qui l'alimentent ne se préoccupent aucunement de santé publique, de sécurité et de protéger la jeunesse.

Le projet du Conseil fédéral va dans le bon sens. Pour le groupe vert'libéral, c'est un oui clair à cet article qui autorise les essais pilotes. Comme vient de le dire M. Mäder, nous devons enfin acquérir des connaissances au lieu de n'avoir que des préjugés. Nous devons avoir une politique des addictions basée sur des preuves.

Nous parlons souvent des avoirs de la Banque nationale suisse. Peu savent que la Banque nationale vient de doubler - oui, doubler - au cours du dernier trimestre 2020 ses investissements dans le marché du cannabis en Amérique du Nord. Aux Etats-Unis, on ne compte plus le nombre d'Etats qui autorisent la consommation de cannabis récréatif ou médical. Des centaines de start-up ont vu le jour et le développement est constant. L'impact économique direct et indirect total sera cette année de 50 milliards de dollars. C'est vertigineux. Il y a actuellement, dans la ville de Denver au Colorado, plus de dispensaires distribuant du cannabis que de pharmacies. Ce marché profite massivement aux collectivités publiques à travers la perception de taxes et le prix des licences. Mais ce qui est essentiel, et cela a été dit, c'est que cette consommation de drogue douce soit encadrée.

Comme on le voit, nous en sommes encore très loin en Suisse. L'adoption de ce projet du Conseil fédéral serait une étape importante dans la connaissance scientifique de ce marché, des motivations des consommateurs et surtout leur suivi sur le plan sanitaire. Ces essais pilotes seraient de durée limitée, encadrés et attendus dans le cadre d'une politique des addictions cohérente et moderne. En tant que médecin, cette proposition est indispensable en termes de santé, de sécurité et de protection de la population.

Le groupe vert'libéral vous recommande de soutenir l'ensemble des propositions de la majorité de la commission, soit de soutenir le projet du Conseil fédéral.

Berset Alain · BR-M · Conseil fédéral · Fribourg

En réalité, ce débat, du moins pour ce qui concerne l'entrée en matière, a déjà eu lieu dans votre conseil. C'est pourquoi je ne vais pas trop insister sur les raisons qui ont poussé le Conseil fédéral à vous transmettre ce projet.

Je rappellerai simplement ceci: ce projet a été initié suite à la demande de villes et d'universités de pouvoir mener des études scientifiques sur la consommation de cannabis dans notre pays, de manière à apprendre plus de choses sur un phénomène très répandu, mais relativement peu connu, voire méconnu. Nous nous sommes alors rendu compte que la loi sur les stupéfiants, dont les prescriptions sont strictes, ne permettait pas de réaliser d'études scientifiques sur de nouvelles formes de gestion de la problématique, alors que - comme cela a été rappelé par plusieurs intervenants et intervenantes dans ce débat - la consommation de cannabis est très courante dans notre pays.

C'est pour cette raison que le Conseil fédéral a élaboré un projet de loi, avec un cadre protégé, strictement réglementé, dont les conditions sont fixées dans la loi, ainsi que toute une série d'informations sur ce que contiendra ensuite l'ordonnance. Je vous rappelle d'ailleurs que l'ordonnance faisait partie intégrante du projet envoyé en consultation de manière à tout mettre sur la table afin d'être très transparent sur la manière dont nous souhaitons régler cette question.

Suite au débat de la commission, je me suis engagé à rappeler ici que nous intégrerons deux points dans la révision de l'ordonnance. Tout d'abord, le Conseil fédéral inscrira dans l'ordonnance que les études portent non seulement sur l'état de santé des participants, mais aussi sur leurs capacités. Ensuite, l'ordonnance précisera que les études portent aussi sur les systèmes de distribution.

Le Conseil fédéral vous invite à rejeter l'ensemble des propositions défendues par les minorités, à une exception près, à savoir celle de la minorité Aeschi Thomas à l'article 8a alinéa 1 lettre d. Je reviendrai tout à l'heure sur ce point. Pour le reste, nous vous invitons à rejeter l'ensemble des minorités, parce que pour partie, ces propositions rendraient plus difficile la réalisation des études, par exemple en inscrivant l'obligation de signaler les participants à l'école ou à l'employeur. Cela reviendrait de fait à empêcher tout recrutement. Ce serait même d'ailleurs contraire au droit du travail pour ce qui concerne la communication à l'employeur.

Nous avons fait le même type de réflexion pour ce qui concerne le dépôt du permis de conduire. C'est bien le problème aujourd'hui. Il y a évidemment une interdiction de conduire une voiture ou tout autre véhicule sous l'influence de substances telles que le cannabis ou sous l'influence de drogues, mais aujourd'hui, ce n'est pas facile à contrôler. De ce point de vue, rien ne changerait, mais nous ne souhaitons pas, par cette exigence, rendre plus difficile la réalisation des études. De même, nous avons besoin de conditions de réalisation qui sont conformes à la réalité dans le pays. Il n'y a que comme cela que l'on peut conduire une étude qui apporte quelque chose. Si on changeait les conditions de réalisation de l'étude par rapport à la réalité du pays, les conclusions tirées des essais pilotes ne seraient pas très éclairantes.

C'est notamment la raison pour laquelle une limitation à 15 pour cent de la teneur en THC, de même que l'exclusion de personnes qui consomment déjà de la drogue, ne correspond pas à la réalité. C'est pourquoi nous vous prions de rejeter cette proposition de minorité.

Le seul point sur lequel je voudrais vous inviter à suivre une minorité est celui que met en évidence la minorité Aeschi Thomas, à l'article 8a alinéa 1 lettre d, qui demande que le cannabis employé dans les essais pilotes ne soit pas automatiquement issu de chanvre produit selon les directives de l'agriculture biologique suisse. Je peux vous dire pourquoi. A la suite des séances de commission, nous avons pris des contacts et procédé à différentes clarifications. Nous estimons que cette demande est problématique à plusieurs égards, en particulier pour ce qui est de l'utilisation de chanvre biologique. Non seulement cette exigence, du point de vue du Conseil fédéral, compliquerait les essais pilotes, mais elle les différerait. En effet, l'approvisionnement en chanvre bio ne pourrait pas être garanti d'emblée. A l'heure actuelle, il y a très peu de producteurs de chanvre qui ont de l'expérience dans ce domaine. Nous savons aussi qu'il faut compter environ deux ans pour qu'une exploitation puisse se reconvertir à l'agriculture biologique.

Par ailleurs, je voudrais mentionner que la culture de chanvre en intérieur - c'est une technique qui est très répandue aujourd'hui - ne suit pas les règles de l'agriculture biologique. Cette production s'engagera sans doute dans la voie de l'agriculture biologique. Mais nous partons de l'idée que si l'article sur les essais pilotes contenait cette exigence, le délai pourrait être assez long avant d'avoir le cannabis à disposition pour réaliser les études.

Je vous invite à rejeter les propositions des autres minorités, soit parce que leur teneur fait déjà l'objet de dispositions dans l'ordonnance relative à la réalisation des projets, soit pour des raisons d'ordre institutionnel. Mais je crois que ces questions sont secondaires par rapport à ce que j'ai exposé jusqu'ici.

Nous souhaitons qu'il soit possible dans notre pays de mener des études scientifiques sur tous les domaines sur lesquels souhaitent se pencher les scientifiques. C'est encore plus vrai lorsqu'il s'agit d'acquérir des connaissances dans un domaine qui nous préoccupe toutes et tous, mais dans lequel nous n'avons pas la possibilité aujourd'hui de réaliser de telles études, parce que la base légale ne le permet pas.

J'aimerais vous inviter à soutenir l'ensemble des propositions de la majorité, à une exception près. Je vous demande d'accepter la proposition de la minorité Aeschi Thomas à l'article BO 2020 N 570 8a alinéa 1 lettre d concernant le chanvre produit selon les normes de l'agriculture biologique suisse.

Roduit Benjamin · Mit-M · Conseil national · Valais · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Monsieur le conseiller fédéral, pendant deux mois toute la Suisse a vu en vous quelqu'un de très soucieux de la santé des citoyennes et des citoyens de notre pays, comme un vrai père.

Ma question est la suivante: cela ne vous gêne-t-il pas de cautionner des projets pilotes qui vont rendre encore plus vulnérable une partie de la population?

Berset Alain · BR-M · Conseil fédéral · Fribourg

Je vous remercie pour votre question, Monsieur le conseiller national Roduit. C'est précisément parce que le Conseil fédéral se soucie de la santé de la population, et notamment des plus jeunes, qu'il souhaite que nous puissions répondre à ces questions. L'argument que vous portez est précisément l'argument qui doit nous conduire à entrer en matière et à voter ce projet, de manière à en apprendre plus sur la réalité quotidienne de ces quelque 250 000 personnes qui consomment tous les jours du cannabis dans notre pays, ce de manière illégale, sans qu'on puisse garantir un suivi, sans qu'on puisse apprendre quelles sont les raisons ou les éléments qui les conduisent à consommer, sans qu'on puisse observer si cette consommation conduit à une consommation de drogues plus dures et sans pouvoir apprendre comment il serait possible, parce qu'on connaîtrait ces fonctionnements, de pouvoir freiner cette évolution. C'est exactement cette raison - et cette raison seule - qui a conduit le Conseil fédéral, à ne pas dire: "On va faire des essais pilotes, car personne ne consomme du cannabis dans notre pays et ce serait bien de voir quels sont les effets de cette consommation." C'est précisément cette raison qui nous a conduits à élaborer ce projet, pour accompagner, comprendre mieux cette réalité que personne ne trouve bonne pour le pays, cette réalité qui existe néanmoins et qui fait que des centaines de milliers de personnes, dont beaucoup de jeunes, consomment tous les jours du cannabis.

Sauter Regine · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe libéral-radical

Wir führen hier heute die Detailberatung der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes durch. Die Eintretensdiskussion dazu haben wir bereits in der Wintersession 2019 geführt, Sie erinnern sich: Der Nationalrat ist am 10. Dezember 2019 mit 100 zu 85 Stimmen bei 2 Enthaltungen auf den Entwurf eingetreten.

Nochmals kurz zur Rekapitulation, worum es geht: Der Bundesrat präsentiert mit diesem Geschäft einen Entwurf für eine gesetzliche Grundlage im Betäubungsmittelgesetz für die Durchführung von örtlich, zeitlich und sachlich begrenzten wissenschaftlichen Pilotversuchen, um Erkenntnisse über die Auswirkungen eines geregelten Umganges mit Cannabis zu nichtmedizinischen Zwecken zu gewinnen. Anlass dazu ist die heute unbefriedigende Situation. Es gilt zwar ein Verbot von Anbau, Herstellung, Handel und Konsum von Cannabis. Dennoch wird aber in der Schweiz in grossem Ausmass Cannabis konsumiert, und es besteht ein florierender Schwarzmarkt. Hauptsächliche Schauplätze sind die grossen Schweizer Städte. Die Konsumenten sind zudem meist sehr jung respektive noch minderjährig.

Man geht davon aus, dass mehr als ein Drittel der Über-15-Jährigen Erfahrungen mit Cannabis haben. In der Schweiz sind dies insgesamt rund 220 000 Personen. Die Polizei verfolgt den Anbau von und den Handel mit Cannabis. Letztlich fehlen ihr aber die Ressourcen, um mit vertretbarem Aufwand auch gegen Konsumenten vorzugehen.

Der Bundesrat und die Mehrheit der nationalrätlichen Kommission sind deshalb der Ansicht, dass es neue Wege braucht. Solche sollen im Rahmen von wissenschaftlichen Pilotversuchen erprobt und evaluiert werden, und dabei sollen die individuellen und gesellschaftlichen Folgen eines kontrollierten Zuganges zu Cannabis untersucht werden. Die vorliegende Gesetzesänderung definiert nun eben die Eckpunkte solcher Pilotversuche. Die Mehrheit möchte dabei die Bestimmungen möglichst schlank halten.

Eine Minderheit, die bereits bei der Eintretensdebatte zum Ausdruck gebracht hatte, dass sie grundsätzlich gegen die vorliegende Gesetzesänderung respektive die vorgesehenen Pilotversuche ist, möchte aus Gründen der öffentlichen und der individuellen Sicherheit verschiedene Restriktionen vorsehen. Sie setzt ihre Priorität bei der Sicherheit von Jugendlichen und der Prävention, wo ihrer Ansicht nach in den letzten Jahren zu wenig getan wurde.

Einigkeit bestand in der Kommission darin, dass keine über die Notwendigkeit der Regelung der Pilotversuche hinausgehenden Änderungen materieller Art am Gesetz vorgenommen werden sollen.

Kurz zu den einzelnen Minderheitsanträgen: Verschiedene Minderheitsanträge zielen darauf ab, die Rahmenbedingungen der Pilotversuche restriktiver auszugestalten; Sie haben es eben bei den Begründungen gehört. Aus Sicht der Mehrheit ist dies nicht zielführend. Wenn die Versuche bezüglich der Gruppe potenzieller Teilnehmer zu stark eingeschränkt werden, werden keine aussagekräftigen Resultate möglich sein. Es stellt sich sogar die Frage, ob überhaupt genügend Teilnehmer gefunden werden könnten.

Kurz zu den einzelnen Anträgen: Bei Artikel 8a Absatz 1 will die Minderheit Herzog Verena, dass die Versuche vom Bundesrat bewilligt werden müssen. Dies ist nicht sachgerecht. Wichtig sind die Bedingungen, die für die Versuche erfüllt sein müssen. Dafür ist der Bundesrat zuständig. Zu prüfen, ob sie erfüllt sind oder nicht, liegt in der Kompetenz des Bundesamtes für Gesundheit, ebenso wie die laufende Überprüfung. Dies ist stufengerecht. Es handelt sich nicht um eine Frage von staatspolitischer Tragweite. Das BAG ist hier die richtige Instanz. Die Kommission lehnt den Minderheitsantrag mit 17 zu 8 Stimmen ab.

Die Minderheit II (Herzog Verena) will, dass die Kantone explizit ihre Zustimmung geben müssen und nicht nur konsultiert werden, wenn in einer Gemeinde Pilotversuche stattfinden. Dass die Kantone in jedem Fall angehört werden, ist klar. Ihre Meinung ist auch wichtig. Nicht einmal die Kantone selber haben aber gewünscht, mitentscheiden zu können. Es sollte prinzipiell nur eine Behörde geben, die entscheidet, weil es sonst Probleme mit der Durchführung gibt. Die Alternative wäre, dass der Bund die Entscheidkompetenz an die Kantone delegiert. Wir hätten dann einfach keine einheitliche Praxis in der Schweiz. Entsprechend lehnt die Kommission diesen Minderheitsantrag mit 15 zu 10 Stimmen ab.

Bei Artikel 8a Absatz 1 Litera a will die Minderheit Roduit den potenziellen Teilnehmerkreis der Pilotversuche anhand zusätzlicher Kriterien einschränken, indem auch Gesundheits- und Sicherheitskriterien berücksichtigt werden müssen. Der Bundesrat hat dargelegt, dass dies in der Verordnung ohnehin so vorgesehen wird. Deshalb lehnt Ihre Kommission diesen Minderheitsantrag mit 14 zu 10 Stimmen bei 1 Enthaltung ab. Hingegen ist zusätzlich vorgesehen, dass auch der gesundheitliche Zustand der Teilnehmer beachtet werden muss.

Bei Litera d haben sowohl die Mehrheit als auch die Minderheit eine Bestimmung bezüglich der Qualität des Cannabis ins Gesetz aufgenommen. Der Bundesrat sah keine solchen Vorgaben vor. Die Minderheit Aeschi Thomas verlangt, dass nur Cannabis aus Schweizer Herkunft verwendet werden darf. Die Mehrheit will neben der Schweizer Herkunft auch das Kriterium des biologischen Anbaus berücksichtigt wissen. Die Kommission hat sich hier mit 12 zu 9 Stimmen bei 3 Enthaltungen für die Version der Mehrheit und anschliessend mit 13 zu 7 Stimmen bei 4 Enthaltungen gegen die Version des Bundesrates entschieden.

Bei den Literae e und f verlangt die Minderheit Schläpfer die Information des Arbeitgebers respektive der Schulen und Gymnasien über die Teilnahme an einem Pilotversuch. Beides lehnt die Mehrheit ab. Es ist klar, dass niemand mehr an einem solchen Versuch teilnehmen würde, wenn er seinen Arbeitgeber informieren müsste.

In diesem Zusammenhang gilt es jedoch, einmal mehr darauf hinzuweisen, dass nur Personen an den Versuchen teilnehmen dürfen, die bereits Cannabis konsumieren. Mit anderen Worten: Ein Arbeitnehmer könnte schon heute kiffen, ohne dass es sein Arbeitgeber weiss. Gemäss Artikel 321a OR gilt aber bereits heute, dass ein Arbeitnehmer den Arbeitgeber über alles informieren muss, was seine BO 2020 N 571 Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Daran ändert sich nichts. Wenn der Arbeitgeber eine Beeinträchtigung feststellt, so kann er dies gegenüber dem Arbeitnehmer ansprechen und auch verlangen, dass eine Änderung eintritt. Das ist zum Beispiel auch der Fall bei Personen, die alkoholsüchtig sind.

In Bezug auf die Schulen muss nochmals verdeutlicht werden, dass ohnehin nur volljährige Personen an den Versuchen teilnehmen dürfen. Von Schülerinnen und Schülern, die minderjährig sind, ist hier also ohnehin nicht die Rede.

Die Mehrheit lehnt beide Minderheitsanträge ab. Beim Minderheitsantrag zu Litera e betrug das Abstimmungsresultat 15 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung, und bei Litera f gab es ebenfalls 15 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung.

Bei Litera g verlangt die Minderheit Herzog Verena, dass Teilnehmer von Pilotversuchen ihren Fahrausweis abgeben müssen. Hier ist die Mehrheit der Kommission der Meinung, dass die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen genügen. Wer unter Einfluss von Drogen fährt, macht sich strafbar. Das gilt bereits für sämtliche bestehenden Cannabiskonsumenten in der Schweiz und demnach selbstverständlich auch für die Teilnehmer an den Pilotversuchen. Die Mehrheit Ihrer Kommission lehnt diesen Minderheitsantrag entsprechend ab; das Abstimmungsresultat betrug 15 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Ebenso lehnt sie den Minderheitsantrag Herzog Verena bei Litera h ab. Das Abstimmungsresultat betrug 15 zu 7 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Hier gilt die Begründung, die vorhin ausgeführt wurde.

Bei Litera i geht es um den THC-Gehalt des Cannabis. Die Minderheit Herzog Verena verlangt einen maximalen THC-Gehalt von 15 Prozent. Der Bundesrat will in der Verordnung eine Grenze von 20 Prozent vorsehen. Hier zu tiefe Grenzwerte vorzusehen, macht keinen Sinn. Die Leute würden einfach mehr konsumieren wollen oder wieder auf den Schwarzmarkt gehen. Entsprechend lehnt die Mehrheit diesen Minderheitsantrag ab. Das Abstimmungsresultat betrug 14 zu 10 Stimmen bei 0 Enthaltungen.

Schliesslich noch zum Minderheitsantrag Roduit zu Litera j bezüglich einer Registrierung der Versuchsteilnehmer in einer Datenbank: Der Bundesrat hat das ebenfalls in einer Verordnung so vorgesehen. Es ist deshalb nicht nötig, das auch im Gesetz festzuhalten. Die Mehrheit lehnt den Minderheitsantrag ab. Das Abstimmungsresultat betrug 14 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung.

In der Gesamtabstimmung wurde die Vorlage schliesslich mit 17 zu 8 Stimmen angenommen.

Glarner Andreas · Mit-M · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Kollegin Sauter, Sie erwähnten in Ihrem Bericht, dass nur Leute in den Genuss dieser Gratisabgabe kommen, die schon kiffen. Wie wird denn festgestellt, ob schon gekifft worden ist, das heisst, ob man tatsächlich einen Kiffer vor sich hat oder einen Neueinsteiger? Gibt es Haarproben, oder wie müssen wir uns das vorstellen?

Sauter Regine · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe libéral-radical

Es ist natürlich so, dass nicht jedermann einfach hier auftauchen und sagen kann, er möchte jetzt mitmachen. Es ist eine wissenschaftliche Studie. Ich gehe davon aus, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vorfeld umfassend befragt werden, dass sie ihre Eignung für einen Versuch darlegen müssen und dass das auch abgeklärt wird.

Maillard Pierre-Yves · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe socialiste

Je ne répéterai pas tout ce qu'a déjà très bien expliqué Mme Sauter. Ce projet de loi, sur lequel nous sommes déjà entrés en matière lors de la session d'hiver 2019, entend permettre des expériences pilotes s'agissant de la distribution du cannabis. Cette demande existe dans les cantons, dans les communes, dans les milieux scientifiques. Vous savez que le débat sur la distribution légalisée du cannabis est un vieux débat qui a évolué dans beaucoup de pays, et ce plutôt dans le sens d'une libéralisation de la vente ou de la distribution du produit, ceci moyennant évidemment un contrôle renforcé quant à la nature du produit et aux conditions de distribution, de façon à éliminer, ou en tout cas à réduire, le marché noir et toute la criminalité qui va avec.

Pour pouvoir bien mener ce débat, il faut avoir des connaissances, il faut essayer de faire des expériences. Or ces expériences sont aujourd'hui impossibles en raison de la base légale qui existe; il faut donc la modifier pour rendre ces expériences possibles. Le chemin, qui consiste à d'abord tester et essayer de voir ce que donnent de nouvelles formules dans notre pays, s'agissant du thème de la drogue, a déjà été suivi. Il l'a été avec succès puisque, grâce à cette démarche pragmatique qui consiste à tester des innovations avant de légiférer, nous avons pu réduire considérablement les incidences négatives de la consommation de drogue sur la santé de la population, mais aussi sur la criminalité et la qualité de vie dans nos villes. Je n'ai pas besoin de vous rappeler les scènes ouvertes de la drogue que nous avons malheureusement connues et qui heureusement ont en grande partie - pas complètement mais en grande partie - disparu grâce à cette stratégie pragmatique.

C'est dans ce sens-là que le Conseil fédéral a transmis son projet. Une minorité ne souhaite pas agir dans ce sens et désire exclure les expériences pilotes ou, à tout le moins, les encadrer strictement.

Toute une série de propositions faisant désormais l'objet de minorités ont été soumises au vote de la commission.

La première demande l'approbation obligatoire des cantons. La majorité de la commission souhaite éviter cette double autorisation qui compliquerait le suivi et la responsabilité des expériences pilotes, de même que la cohérence de ce qui sera testé sur l'ensemble du territoire.

La deuxième minorité concerne la définition des groupes cibles. Nous souhaitons évidemment que ces groupes soient les plus représentatifs possible; c'est la raison pour laquelle il n'est pas nécessaire de prévoir des restrictions trop grandes.

Le troisième élément, c'est la nature des produits qui sont distribués. Nous aurons un débat sur le caractère bio et/ou suisse du produit. Vous avez vu qu'une majorité s'est dégagée pour des produits bios et suisses.

A l'alinéa 1 lettre e, la minorité Schläpfer porte sur les informations qui doivent ou ne doivent pas être données. La minorité propose que l'employeur soit averti. Evidemment, c'est quasiment impossible d'imaginer que quelqu'un qui travaille accepte d'entrer dans une telle expérience pilote si son employeur est informé, de même pour les directions d'école, à la lettre f.

La minorité Herzog Verena à la lettre g vise à supprimer le droit de conduire pour celles et ceux qui seront dans ces expériences pilotes. Sur ce point aussi, la majorité a estimé qu'une telle mesure était disproportionnée et qu'elle ne s'appliquait pas à d'autres suivis thérapeutiques de consommation problématique, par exemple.

La minorité Herzog Verena à la lettre h vise à exclure des porteurs de certaines maladies de ces expériences pilotes.

La minorité Herzog Verena à la lettre i vise à limiter l'expérience pilote à une teneur particulière en THC.

Enfin, la minorité Roduit à la lettre j prévoit que les participants soient recensés dans une base de données.

Voilà l'ensemble des sujets sur lesquels vous aurez à vous prononcer. Les porte-parole des minorités ont justifié leurs demandes en expliquant vouloir restreindre au maximum l'expérience, le but étant d'avoir le cadre le plus strict possible afin d'éviter les risques pour la santé.

La majorité qui s'est dégagée, toujours avec plusieurs voix d'écart, a estimé que, justement, l'expérience pilote sera jugée sur les effets bénéfiques pour la santé de la population. Nous avons même corrigé l'article 8a alinéa 1 lettre b, en précisant que la qualité et le succès des expériences devaient être jugés notamment à l'aulne de l'évolution de la santé des participants. Ces expériences donneront des résultats positifs si des participants vont mieux à l'issue de l'expérience, si leur santé s'est améliorée, si leur dépendance s'est réduite et si les constats que nous faisons dans l'environnement urbain démontrent une baisse de la criminalité et de la délinquance. Ce sont les critères d'évaluation des expériences pilotes. C'est donc bien dans ce sens que nous voulons que ces expériences pilotes aient lieu, et c'est ainsi qu'il n'y a pas lieu de rajouter des critères supplémentaires pour les rendre plus difficiles.

BO 2020 N 572Voici l'avis de la majorité, mais évidemment une minorité importante de la commission s'est exprimée dans un sens différent, et vous aurez à trancher.

Grin Jean-Pierre · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Monsieur Maillard, est-ce que le but de cette modification de loi et de ces essais pilotes n'est pas, en définitive, la légalisation du cannabis?

Maillard Pierre-Yves · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe socialiste

Ce n'est pas le but de cette modification de la loi, puisqu'elle ne permet pas une légalisation du cannabis. C'est probablement le but d'un certain nombre de milieux. Mais, justement, si vous pensez que la libéralisation du cannabis est une mauvaise chose, il est préférable de tester à petite échelle une distribution autorisée de cannabis pour être en situation d'en évaluer les conséquences et pour pouvoir mener un débat de fond sur le principe de la libéralisation. Je crois qu'on peut tous admettre qu'il est toujours préférable de tester des modèles avant d'avoir un grand débat sur le principe. Ce n'est que ce qui est proposé ici, ni plus ni moins. En effet, il s'agit de faire des expériences pour que chacun, ceux qui sont pour et ceux qui sont contre, puissent ensuite en retirer des arguments mieux fondés.

Moret Isabelle · P-F · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

Al. 1 introduction

La présidente (Moret Isabelle, présidente): Les propositions des minorité I (Herzog Verena) et II (Herzog Verena) ne s'excluent pas réciproquement. Elles seront donc opposées l'une après l'autre à la proposition de la majorité.

Vote

Premier vote

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre1 (2 %)51 (94 %)2 (4 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.15 (50 %)15 (50 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical18 (69 %)8 (31 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total118 (61 %)74 (38 %)2 (1 %)

Gea: Antrag der Mehrheit und des Bundesrates
Na: Antrag der Minderheit I Herzog

Namensliste

Vote

Deuxième vote

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre1 (2 %)52 (96 %)1 (2 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.11 (37 %)19 (63 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical19 (73 %)6 (23 %)1 (4 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total115 (59 %)77 (40 %)2 (1 %)

Gea: Antrag der Mehrheit und des Bundesrates
Na: Antrag der Minderheit II Herzog

Namensliste

Vote

Al. 1 let. a

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre1 (2 %)53 (98 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.15 (50 %)15 (50 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical16 (62 %)10 (38 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total116 (60 %)78 (40 %)0 (0 %)

Gea: Antrag der Mehrheit (gemäss Cussegl federal)
Na: Antrag der Minderheit Roduit

Namensliste

Moret Isabelle · P-F · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

Al. 1 let. b, c

La présidente (Moret Isabelle, présidente): Le Conseil fédéral se rallie à la proposition de la majorité.

Adopté selon la proposition de la majorité

Vote

Al. 1 let. d

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre0 (0 %)54 (100 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.12 (40 %)14 (47 %)4 (13 %)
Groupe libéral-radical16 (62 %)8 (31 %)2 (8 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total112 (58 %)76 (39 %)6 (3 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Aeschi Thomas

Namensliste

Vote

Al. 1 let. e

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre1 (2 %)53 (98 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.14 (47 %)16 (53 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical19 (73 %)6 (23 %)1 (4 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total118 (61 %)75 (39 %)1 (1 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Schläpfer

Namensliste

Vote

Al. 1 let. f

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre2 (4 %)52 (96 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.14 (47 %)16 (53 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical19 (73 %)6 (23 %)1 (4 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total119 (61 %)74 (38 %)1 (1 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Schläpfer

Namensliste

Vote

Al. 1 let. g

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre0 (0 %)52 (96 %)2 (4 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.15 (50 %)13 (43 %)2 (7 %)
Groupe libéral-radical19 (73 %)5 (19 %)2 (8 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral15 (94 %)0 (0 %)1 (6 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total117 (60 %)70 (36 %)7 (4 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Herzog

Namensliste

Vote

Al. 1 let. h

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre1 (2 %)53 (98 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.10 (33 %)20 (67 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical18 (69 %)7 (27 %)1 (4 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total113 (58 %)80 (41 %)1 (1 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Herzog

Namensliste

Vote

Al. 1 let. i

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre0 (0 %)54 (100 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.13 (43 %)17 (57 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical17 (65 %)8 (31 %)1 (4 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total114 (59 %)79 (41 %)1 (1 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Herzog

Namensliste

Vote

Al. 1 let. j

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre0 (0 %)54 (100 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.12 (40 %)18 (60 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical19 (73 %)7 (27 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total115 (59 %)79 (41 %)0 (0 %)

Gea: Antrag der Mehrheit
Na: Antrag der Minderheit Roduit

Namensliste

Vote

Al. 1 let. k

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre54 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe socialiste0 (0 %)39 (100 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.24 (80 %)6 (20 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S0 (0 %)28 (100 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical8 (31 %)17 (65 %)1 (4 %)
Groupe vert'libéral0 (0 %)16 (100 %)0 (0 %)
Non inscrit0 (0 %)1 (100 %)0 (0 %)
Total86 (44 %)107 (55 %)1 (1 %)

Gea: Adopter la proposition individuelle Roduit
Na: Ablehnung des Antrags

Namensliste

Vote

Al. 1 let. l

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre54 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe socialiste0 (0 %)39 (100 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.12 (40 %)18 (60 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical4 (15 %)20 (77 %)2 (8 %)
Groupe des VERT-E-S0 (0 %)28 (100 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral0 (0 %)16 (100 %)0 (0 %)
Non inscrit0 (0 %)1 (100 %)0 (0 %)
Total70 (36 %)122 (63 %)2 (1 %)

Gea: Adopter la proposition individuelle Geissbühler
Na: Ablehnung des Antrags

Namensliste

Moret Isabelle · P-F · Conseil national · Vaud · Groupe libéral-radical

Al. 2, 3

Adopté

Ch. II

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Adopté

Vote

Vote sur l'ensemble

FraktionGeaNaEnth.
Groupe de l'Union démocratique du Centre1 (2 %)53 (98 %)0 (0 %)
Groupe socialiste39 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.12 (40 %)18 (60 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical16 (62 %)10 (38 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral16 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Non inscrit1 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total113 (58 %)81 (42 %)0 (0 %)

Gea: Annahme des Entwurfs
Na: Ablehnung des Entwurfs

Namensliste