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Wissen zu Kindeswohlgefährdungen bündeln, damit die Unterstützungsleistung passt

Feri Yvonne · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion

Jedes Jahr kümmern sich Kinderschutzorganisationen um bis zu 50 000 Kinder, die Opfer von Gewalt sind. Diese hohe Zahl kennen wir nur dank einer Studie zur Kindeswohlgefährdung in der Schweiz, der Studie Optimus 3 von 2018. Zwar werden von Kantonen und Institutionen Zahlen zu Kindeswohlgefährdungen erhoben, aber der Bund verpasst es, die vorhandenen Statistiken zu vereinheitlichen und zu aggregieren. Der Bundesrat selbst hob 2018 in seinem Bericht "Massnahmen zum Schliessen von Lücken bei der Umsetzung der Kinderrechtskonvention" hervor, dass fehlende Daten über die Formen von Gewalt und deren Verbreitung einen wirksamen Kinderschutz erschweren.

Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, Daten zur Kindeswohlgefährdung zu sammeln und zu analysieren. Die Schweiz erfüllt diese staatliche Pflicht momentan nur unzureichend. Die Statistiken der Kantone und Institutionen sind leider wenig kompatibel und schlecht vergleichbar. Belässt man es dabei, ergibt sich nie eine Gesamtsicht auf das Kinderschutzsystem. Genaue statistische Informationen über Kindeswohlgefährdungen und die regelmässige Auswertung dieser Daten sind aber zwingend notwendig, um überhaupt zu wissen, ob das Kinderschutzsystem in der heutigen Form genügt, wo es Lücken aufweist und wo es Verbesserungspotenzial gibt.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates, weil der erwartete Erkenntnisgewinn die hohen Kosten und die Unsicherheit bei der Erhebung des Dunkelfeldes, also der nicht gemeldeten Fälle, nicht aufwiege. Weil der Bundesrat das Postulat offenbar nicht richtig gelesen hat, betone ich hier noch einmal: Es geht nicht um die Erhebung weiterer Daten, sondern um die Zusammenführung von in Kantonen und Institutionen vorliegenden Zahlen. Es geht um die Bündelung von einzelnen vorhandenen Daten zu einer Gesamtübersicht. Die Aggregation dieser Daten auf der nationalen Ebene ist entscheidend. Die eingangs erwähnte Studie zeigt auf, dass es mit einem vertretbaren Aufwand möglich ist, Daten in einer national vergleichbaren Form zusammenzuführen. Der Bundesrat soll prüfen, wie existierende Daten auf Bundes- und Kantonsebene sowie bei Kinderschutzorganisationen aggregiert und systematisch ausgewertet werden können.

Ich bitte Sie, das Postulat anzunehmen.

Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg

Je vais essayer, Madame Feri, de relire encore une fois le postulat, puisque nous ne l'avons peut-être pas très bien lu. C'est vrai que vous demandez en fait, on peut l'interpréter en tout cas comme cela, que l'on récupère des données existantes pour les voir au niveau fédéral, mais qu'il n'y a pas de nouvelles données qui doivent être agrégées.

Tout d'abord, j'aimerais dire qu'il est clair que nous sommes d'accord avec l'objectif que vous poursuivez de mieux connaître les violences à l'égard des enfants et d'agir contre ces dernières. La protection de l'enfant est une tâche essentielle de l'Etat, même si c'est vrai que dans notre ordre fédéraliste, c'est une tâche essentielle des cantons avec un rôle subsidiaire de la Confédération.

Il nous semble, dans ces conditions justement, que l'essentiel des données se trouve ailleurs, pas au niveau fédéral. Nous avons des difficultés à voir comment concrétiser la demande qui est faite sans concentrer les pouvoirs au niveau fédéral.

Le train de mesures du Conseil fédéral pour combler les lacunes dans la mise en oeuvre de la Convention relative aux droits de l'enfant contient deux mesures qu'il est important de mentionner: il faut renforcer la coordination dans les interventions concernant les cas de violence contre les enfants et, en plus, comme le montre l'analyse d'études récentes, nous devons réussir à améliorer le droit de l'enfant d'être entendu par les autorités dans les procédures de protection de l'enfant. C'est selon nous aujourd'hui l'essentiel du rôle de la Confédération dans ce domaine. C'est sur ces éléments que nous nous concentrons.

C'est avec cette argumentation, la priorité mise sur les travaux de la Confédération, que je vous invite à rejeter le postulat.

Abstimmung

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 95 Stimmen

Dagegen ... 89 Stimmen

(1 Enthaltung)