25.3019
Crèches de bonne qualité
Riniker Maja · P-F · Conseil national · Argovie · Groupe libéral-radical
BO 2025 N 618Proposition de la majorité
Adopter le postulat
Proposition de la minorité
(Heimgartner, Balmer, Freymond, Gafner, Hug, Riem, Rüegsegger, Sauter, Tuena, Wandfluh)
Rejeter le postulat
Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe des VERT-E-S
Die WBK beantragt Ihnen die Annahme eines Postulates mit der Bitte an den Bundesrat, einen Bericht zur Frage zu verfassen, welches die Anforderungen an eine qualitativ gut geführte Kita sind. Was ist ein kindergerechter Betreuungsschlüssel? Wie hoch muss der Anteil an qualifiziertem Betreuungspersonal sein, oder wie hoch darf der Anteil an Praktikanten und Praktikantinnen sein? Welches sind die aktuellen Arbeitsbedingungen und Löhne, und wo braucht es gegebenenfalls Optimierungen?
Die Begründung der Mehrheit der Kommission lautet wie folgt: Die Kinderbetreuung ist von zentraler Bedeutung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für die Gleichstellung. Es ist für Eltern wichtig, ein gutes Gefühl bei der Arbeit zu haben, dies deshalb, weil sie wissen, dass sich ihre Kinder an diesem Ort wohlfühlen und sich gut entwickeln, da dort das Kindswohl im Zentrum steht. Die Kitas übernehmen eine zentrale Rolle in der frühkindlichen Betreuung und Bildung. Sie schaffen Strukturen für Kinder, in welchen sich diese sozial, emotional entwickeln und kognitive Kompetenzen ausbilden können. Das Potenzial gerade bei den Kleinkindern ist gross, wenn die natürliche Neugier kindergerecht und spielerisch geweckt wird, um die Welt besser verstehen zu können, um die Sprache zu erlernen - bei kindergerechter Förderung können Kleinkinder locker zwei Sprachen parallel lernen. Die Kinder können auf den Schuleintritt vorbereitet werden, zumal - und dies ist gerade auch wichtig für Kinder aus nicht privilegierten Verhältnissen - die Chancengerechtigkeit erhöht werden kann. Die Förderung des Potenzials und des Wohlergehens der Kinder ist aber nur möglich, wenn eine hohe Qualität der Betreuung angeboten wird.
Aktuell gibt es grosse Unterschiede bezüglich Qualität, Betreuungsschlüssel und Qualifikation des Personals. Es gibt Top-Angebote, aber es gibt auch Schwierigkeiten. So liegt der Anteil Angestellter ohne Fachausbildung bei insgesamt rund 43 Prozent. Viele Praktikanten und Praktikantinnen erhalten Löhne unter 1000 Franken und werden als billige Arbeitskräfte gebraucht, obschon sie nachher keine Chance erhalten, eine Lehrstelle anzutreten.
Auch das Fachpersonal hat oft tiefe, teilweise nicht einmal existenzsichernde Löhne. Der Lohn eines Fachmannes oder einer Fachfrau Betreuung ist deutlich tiefer als in vergleichbaren Berufen. Oft ist das Personal überlastet, und der Betreuungsschlüssel ist zu knapp. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 zeigt: 80 Prozent des Personals fühlen sich gestresst, und 40 Prozent wechseln den Beruf aus gesundheitlichen BO 2025 N 619 Gründen. Das ist schlecht, mit Blick auf den Fachkräftemangel, aber auch für die Kinder, denn ihre Förderung kommt zu kurz.
Obwohl die Tarife für die Eltern oft sehr hoch sind, haben die Kitas Finanzsorgen. Deshalb ist ein umfassender Bericht des Bundesrates von grosser Bedeutung, um die zentrale Frage zu klären, was die Anforderungen an eine qualitativ gut geführte Kita sind, und um aufzuzeigen, wo Handlungsbedarf besteht.
Es ist erfreulich, dass der Bundesrat das Postulat entgegennehmen will und dass er den Bericht zusammen mit den Kantonen, den Gemeinden, den Akteuren und Akteurinnen ausarbeiten will. Das ist sinnvoll, damit stärkt man die Aussagekraft der Ergebnisse.
Im Namen der Mehrheit der WBK-N bitte ich Sie deshalb, diesem Postulat zuzustimmen. Die Minderheit Heimgartner, sie wird es noch ausführen, lehnt das Postulat ab, weil die Regelung der familienergänzenden Kinderbetreuung keine nationale Aufgabe sei.
Ich bitte Sie, dem Mehrheitsantrag zu folgen.
Revaz Estelle · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe socialiste
Comme vous le savez maintenant, dans le cadre des divergences sur l'initiative parlementaire 21.403, "Remplacer le financement de départ par une solution adaptée aux réalités actuelles", la commission de notre conseil a dû refaire un travail de fond. Nous avons alors sollicité l'administration à propos de plusieurs éléments, notamment en lien avec la qualité de la garde d'enfants. Plusieurs questions ont été soulevées, parmi lesquelles celle-ci: quelles sont les exigences posées à une crèche de bonne qualité? Quel taux d'encadrement serait le plus adapté aux enfants - combien d'enfants par personne formée -, et quelle est la réalité ? Quelle est la proportion de personnel d'encadrement non qualifié et de stagiaires dans les crèches? Quels sont les conditions de travail et les salaires actuels dans les crèches, et quelles sont les optimisations envisagées?
L'administration a reconnu la pertinence de ces questions. Elle nous a indiqué qu'elles revenaient régulièrement et qu'elles méritaient en effet des réponses. L'administration nous a toutefois précisé qu'elle ne disposait pas de données chiffrées sur ces questions et que cela compliquait sa capacité à y répondre de manière rapide et précise. Pour la majorité de la commission, il est évident que, dans le domaine de la garde d'enfants, le bien-être et la sécurité des enfants doivent être au centre des priorités. Cela passe par une bonne gestion des crèches et par un personnel qualifié en nombre suffisant, ce qui soulève naturellement la question des conditions de travail. Par 11 voix contre 10, la commission de notre conseil a donc décidé de poser ces questions relatives à la qualité par le biais d'un postulat de commission. Les réponses pourront servir dans le cas où les conventions-programmes seraient définitivement intégrées au projet lié à l'initiative parlementaire 21.403. Dans le cas contraire, elles pourraient aussi servir à la poursuite du débat. Pour des raisons financières, une minorité ne souhaite pas adopter ce postulat. Elle rappelle qu'une meilleure qualité engendrera des coûts supplémentaires.
Au nom de la majorité de la commission, je vous remercie d'adopter ce postulat.
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Das Postulat möchte den Bundesrat beauftragen, Massnahmen zur Förderung qualitativ gut geführter Kindertagesstätten zu prüfen. Die Intention, die Qualität der frühkindlichen Betreuung zu sichern und zu verbessern, ist zweifellos richtig und wichtig. Jedoch müssen wir sorgfältig abwägen, ob der Bund der richtige Akteur für diese Aufgabe ist und ob die vorgeschlagenen Massnahmen zielführend sind. Meine Argumentation gegen dieses Postulat geht in die gleiche Richtung wie beim vorherigen Geschäft:
Erstens müssen wir den Föderalismus und die Subsidiarität wahren. Die Betreuung und Bildung im frühkindlichen Bereich sind klassische Aufgaben der Kantone und Gemeinden. Diese kennen die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse ihrer Bevölkerung am besten. Eine bundesweite Regelung droht die bewährten föderalen Strukturen zu untergraben und die Eigenverantwortung der unteren Staatsebenen zu schwächen.
Zweitens geht es auch hier um die finanzielle Verantwortung. Die Umsetzung der im Postulat angedachten Massnahmen würde den Bundeshaushalt erheblich belasten. In Anbetracht der bereits angespannten finanziellen Lage ist es unverantwortlich, neue dauerhafte Ausgaben zu beschliessen, ohne eine klare Gegenfinanzierung oder Effizienzgewinne aufzuzeigen.
Drittens müssen wir für eine Zielgenauigkeit der Unterstützung sorgen. Die Förderung qualitativ guter Kitas ist wichtig, jedoch sollte sie gezielt dort ansetzen, wo tatsächlich Bedarf besteht. Eine Giesskannenpolitik, die alle Kitas unabhängig von ihrer aktuellen Qualität oder Bedürftigkeit unterstützt, ist ineffizient und verfehlt das Ziel.
Viertens geht es um die Rolle der Familie und um die Eigenverantwortung. Die Familie spielt eine zentrale Rolle in der Betreuung und Erziehung von Kindern. Staatliche Leistungen sollten die familiäre Unterstützung ergänzen, nicht ersetzen. Eine übermässige staatliche Intervention könnte die Eigenverantwortung untergraben und falsche Anreize setzen.
Fünftens gibt es alternative Lösungen auf kantonaler Ebene. Einige Kantone haben bereits innovative Modelle zur Qualitätsförderung in Kitas entwickelt, die auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Bevölkerung zugeschnitten sind. Diese Vielfalt sollte gefördert und nicht durch eine bundesweite Einheitslösung ersetzt werden. Der Bundesrat selbst schreibt in seiner Stellungnahme vom 7. März 2025, dass die Kompetenz zur Regelung der familienergänzenden Kinderbetreuung in erster Linie bei den Kantonen liegt und von diesen entsprechend unterschiedlich beurteilt werden dürfe. Dennoch will der Bundesrat das Postulat entgegennehmen. Für uns ist aber genau dies auch ein Hauptgrund, weshalb unsere Minderheit dieses Postulat ablehnt. Wir plädieren für eine Stärkung der kantonalen Verwaltung, eine sorgfältige finanzielle Planung und eine zielgerichtete Unterstützung der wirklich bedürftigen Kitas.
Wir bitten Sie entsprechend, dieses Postulat abzulehnen.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura
C'est exact: en Suisse, la qualité de l'accueil extrafamilial pour enfants relève en premier lieu de la responsabilité des cantons. Il leur revient donc de réglementer l'accueil extrafamilial des enfants. Par ce postulat, votre commission demande une vue d'ensemble sur les différentes exigences de qualité imposées aux institutions d'accueil ainsi que sur les conditions-cadres actuelles dans les cantons. Le postulat a été déposé dans le cadre du débat sur l'initiative parlementaire 21.403, sur laquelle vous venez de vous prononcer. Il vise à trouver une solution durable concernant l'accueil extrafamilial pour enfants et à mieux accompagner les mesures prises en considération dans les conventions-programmes.
La minorité Heimgartner, quasi similaire à celle opposée tout à l'heure aux conventions-programmes et à la prise en considération de l'aspect qualitatif, propose le rejet du postulat.
Le Conseil fédéral reconnaît l'importance de la qualité de l'accueil extrafamilial pour les enfants. Cette qualité n'est, en effet, pas seulement essentielle pour le bien-être et pour le développement des enfants; elle constitue également une condition décisive pour que les parents fassent appel à des prestations d'accueil, ce qui participe à lutter contre la pénurie de main-d'oeuvre qualifiée. Par rapport au sentiment de confiance, la question de la qualité est centrale.
La vue d'ensemble de la situation à l'échelle nationale que permettra le rapport en réponse au postulat pourra donc contribuer non seulement à renforcer la collaboration et l'échange d'informations entre les services compétents, mais aussi à réduire les écarts qualitatifs entre les cantons.
En raison de ces considérations, au nom du Conseil fédéral, je vous propose d'adopter le postulat.
Vote
BO 2025 N 620Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Die Mehrheit der Kommission und der Bundesrat beantragen die Annahme des Postulates. Eine Minderheit Heimgartner beantragt die Ablehnung des Postulates.
| Fraktion | Gea | Na | Enth. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 1 (2 %) | 63 (97 %) | 1 (2 %) |
| Groupe socialiste | 39 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV. | 28 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 0 (0 %) | 25 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 22 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe vert'libéral | 11 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Total | 101 (53 %) | 88 (46 %) | 1 (1 %) |
Gea: Antrag der Mehrheit und des Bundesrates (Annahme des Postulats)
Na: Antrag der Minderheit Heimgartner (Ablehnung des Postulats)