AS 2006 5165
Verordnung des EVD
über die biologische Landwirtschaft
Änderung vom 2. November 2006
Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement
verordnet:
I
Die Anhänge1, 3 (Teile A.1., B.1. und B.3.), 4, 6 und 7 der Verordnung des EVD vom 22. September 19971 über die biologische Landwirtschaft werden gemäss Beilage geändert.
II
Übergangsbestimmungen zu Anhang 3 Teil A und B Biologische Produkte dürfen noch bis zum 31. Dezember 2007 gemäss den bisherigen Bestimmungen von Anhang 3 Teil A und B hergestellt und abgegeben werden. Am 31. Dezember 2007 vorhandene Bestände dürfen noch bis zu ihrer Erschöpfung abgegeben werden.
III
Diese Änderung tritt am1. Januar 2007 in Kraft.
2. November 2006 Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement: Doris Leuthard
Anhang 1
(Art. 1)
Ziff. 2
2. Präparate gegen Pilzkrankheiten (Fungizide) – anorganische Kupferpräparate Kupfer in Form von Kupferhydroxid, Kupferoxichlorid, (dreibasischem) Kupfersulfat, Kupferoxid – Jahreshöchstmenge von 4 kg Kupfer-Metall je ha – Weinbau: Jahreshöchstmenge von 6 kg Kupfer-Metall je ha. Innert 5 aufeinander folgender Jahre maximal 20 kg Kupfer-Metall je ha; die Bilanzierung erfolgt ab dem1. Januar 2002 – Schwefelpräparate – Kaliumpermanganat, nur bei Obstbäumen und Reben – Tonerdepräparate – Lecithin (nicht aus gentechnisch veränderten Organismen) – Pflanzliche Öle wie z.B. Minzöl, Pinienöl, Kümmelöl, Fenchelöl (auch zur Keimhemmung) – Seifenpräparate – Senfmehl
Anhang 3
(Art. 3) Zugelassene Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe Teil A: Zutaten nicht landwirtschaftlichen Ursprungs A.1. Lebensmittelzusatzstoffe, einschliesslich Träger Tabelle Sämtliche Zusatzstoffe unterliegen den Anwendungseinschränkungen gemäss Zusatzstoffverordnung vom 23. November 20052. Zulässige Zusatzstoffe E 153 Pflanzenkohle Nur für geaschten Ziegenkäse und traditionelle Käsespezialitäten zulässig E 160b Annatto, Bixin, Norbixin Nur für traditionelle Käsespezialitäten zulässig E 170 Calciumcarbonat Zulässig, ausser als Farb- oder Calciumzusatz E 220 Schwefeldioxid Zulässig Zulässig Obstweine* ohne Zuckerzusatz (einschl. Apfel- und Birnenwein), sowie Met:
mga Bei Apfel- und Birnenwein unter Zusatz von Zucker oder Fruchtsaftkonzentrat nach der Fermentierung: 100 mga a Höchstwerte beziehen sich auf die in allen Bestandteilen enthaltene Gesamtmenge, ausgedrückt in * Als Obstwein gilt in diesem Zusammenhang Wein aus anderem Obst als Weintrauben
SR 817.022.31 E 224 Kaliummetabisulfit Zulässig Zulässig Obstweine* ohne Zuckerzusatz (einschl. Apfel- und Birnenwein), sowie Met:
mga Bei Apfel- und Birnenwein unter Zusatz von Zucker oder Fruchtsaftkonzentrat nach der Fermentierung: 100 mga a Höchstwerte beziehen sich auf die in allen Bestandteilen enthaltene Gesamtmenge, ausgedrückt in * Als Obstwein gilt in diesem Zusammenhang Wein aus anderem Obst als Weintrauben E 250 Natriumnitrit Nur für Fleischerzeugnisse Richtwert für die Zugabemenge, ausgedrückt in Restmenge bei der Abgabe an den Letztverbraucher, ausgedrückt als NaNO2: E 252 Kaliumnitrat Nur für Fleischerzeugnisse Richtwert für die Zugabemenge, ausgedrückt in Restmenge bei der Abgabe an den Letztverbraucher, ausgedrückt als NaNO3: E 270 Milchsäure Zulässig Zulässig E 290 Kohlendioxid Zulässig Zulässig E 296 Apfelsäure Zulässig E 300 Ascorbinsäure Zulässig Nur für Fleischerzeugnisse E 301 Natriumascorbat Nur in Verbindung mit Nitrit oder Nitrat bei Fleischerzeugnissen E 306 Stark tocopherolhaltige Nur als Antioxidans für Fette Nur als Antioxidans für Extrakte und Öle zulässig Fette und Öle zulässig E 322 Lecithin Zulässig Nur für Milcherzeugnisse E 325 Natriumlactat Nur für Milch- und Fleischerzeugnisse zulässig E 330 Zitronensäure Zulässig E 331 Natriumcitrat Zulässig E 333 Calciumcitrat Zulässig E 334 Weinsäure (L(+)–) Zulässig E 335 Natriumtartrat Zulässig E 336 Kaliumtartrat Zulässig E 341 Monocalciumphosphat Nur als Backtriebmittel für Fertigmehl zulässig E 400 Alginsäure Zulässig Nur für Milcherzeugnisse E 401 Natriumalginat Zulässig Nur für Milcherzeugnisse E 402 Kaliumalginat Zulässig Nur für Milcherzeugnisse E 406 Agar-Agar Zulässig Nur für Fleisch- und Milcherzeugnisse zulässig E 407 Carrageen Zulässig Nur für Milcherzeugnisse E 410 Johannisbrotkernmehl Zulässig Zulässig E 412 Guarkernmehl Zulässig Zulässig E 414 Gummi arabicum Zulässig Zulässig E 415 Xanthan Zulässig Zulässig E 422 Glycerin Nur für Pflanzenextrakte E 440 Pektin (nicht amidiert) Zulässig Nur für Milcherzeugnisse E 464 Hydroxypropylmethyl- Nur zur Herstellung von Nur zur Herstellung von cellulose Kapselhüllen zulässig Kapselhüllen zulässig E 500 Natriumcarbonat Zulässig Nur für Sauerrahmbutter E 501 Kaliumcarbonat Zulässig E 503 Ammoniumcarbonat Zulässig E 504 Magnesiumcarbonat Zulässig E 516 Calciumsulfat Nur als Träger zulässig E 524 Natriumhydroxid Nur zur Oberflächenbehandlung von Laugengebäck zulässig E 551 Siliciumdioxid Nur als Rieselhilfsstoff für Kräuter und
Gewürze Code Name Aufbereitung von Lebensmitteln Aufbereitung von Lebensmitteln E 553b Talkum Zulässig Nur als Überzugmittel für Fleischerzeugnisse zulässig E 938 Argon Zulässig Zulässig E 939 Helium Zulässig Zulässig E 941 Stickstoff Zulässig Zulässig E 948 Sauerstoff Zulässig Zulässig Aromen: Stoffe und Erzeugnisse nach der Definition in Anhang 3 Ziffer 24 Buchstaben a und d der Verordnung des EDI vom 23. November 20053 über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV), die nach Artikel 6 Absatz 8 Buchstabe a LKV als natürlicher Aromastoff oder als Aromaextrakt gekennzeichnet sind.
… Teil B: Verarbeitungshilfsstoffe und sonstige Erzeugnisse, die bei der Verarbeitung biologisch produzierter Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs verwendet werden dürfen B.1. Direkt eingesetzte Verarbeitungshilfsstoffe und sonstige Erzeugnisse, die bei der Verarbeitung biologisch produzierter Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs verwendet werden Tabelle Zulässige Verarbeitungshilfsstoffe Bezeichnung Aufbereitung von Lebensmitteln Aufbereitung von Lebensmitteln Wasser Nur in Trinkwasserqualität Nur in Trinkwasserqualität zulässig zulässig Calciumchlorid Nur als Koagulationsmittel Nur zur Milchgerinnung zulässig zulässig Calciumcarbonat Zulässig Calciumhydroxid Zulässig Calciumsulfat Nur als Koagulationsmittel Magnesiumchlorid (Nigari) Nur als Koagulationsmittel Kaliumcarbonat Nur zum Trocknen von Trauben zulässig Natriumcarbonat Nur zur Zuckerherstellung
SR 817.022.21 Bezeichnung Aufbereitung von Lebensmitteln Aufbereitung von Lebensmitteln Zitronensäure Nur zur Ölherstellung und Stärkehydrolyse zulässig Natriumhydroxid Nur zur Zuckerherstellung und zur Herstellung von Öl aus Rapssaat (Brassica spp.) Schwefelsäure Nur zur Zuckerherstellung Isopropanol (Propanol-2-ol) Nur im Kristallisationsprozess bei der Zuckerherstellung zulässig bis 31. Dezember 2006 Kohlendioxid Zulässig Zulässig Stickstoff Zulässig Zulässig Ethanol Nur als Lösemittel zulässig Nur als Lösemittel zulässig Gerbsäure Nur als Filtrierhilfe zulässig Eiweissalbumin Zulässig Kasein Zulässig Gelatine Zulässig Hausenblase Zulässig Pflanzliche Öle Nur als Schmier- bzw. Trenn- Nur als Schmier- bzw. mittel oder Schaumverhüter Trennmittel oder Schaumzulässig verhüter zulässig Siliziumdioxid als Gel oder Zulässig kolloidale Lösung Aktivkohle Zulässig Talkum Zulässig Bentonit Zulässig Nur als Verdickungsmittel für Met zulässig Kaolin Zulässig Nur für Propolis zulässig Kieselgur Zulässig Perlit Zulässig Haselnussschalen Zulässig Reismehl Zulässig Bienenwachs Nur als Trennmittel zulässig Carnaubawachs Nur als Trennmittel zulässig Asbestfreie Filtermaterialien Zulässig Zulässig Ethylen Nur zur Nachreifung von Bananen, Kiwis und Kakis und Blüteninduktion von Ananas; bei nachgewiesenem Bedarf Kalialaun (Kalinit) Nur zur Verzögerung der Reifung von Bananen zulässig B.3. Nicht direkt eingesetzte Hilfsstoffe und sonstige Erzeugnisse, die bei der Verarbeitung biologisch produzierter Zutaten verwendet werden dürfen Holz, Späne und Mehle von Raucherzeugung zum Räuchern unbehandelten Hölzern Klebstoffe, natürlicher Herkunft Anbringen von Etiketten auf Käselaiben Natürliche Farbstoffe nach Art. 75 Färben von Eierschalen der Verordnung des EDI vom 23. November 20054 über Lebensmittel tierischer Herkunft Shellack Überzugsmittel für Eier Ca- und Mg-Silicat Überzugsmittel für Eier Asche Behandlung von Käserinde natürliche tierische Fette Überzugsmittel für Eier Zur Kennzeichnung von Eiern, Fleisch und Käse dürfen die allgemein lebensmittelrechtlich zulässigen Farbstoffe verwendet werden.
Anhang 4
(Art. 4) Länderliste Nach dem Text bezüglich der EU-Mitgliedstaaten und vor dem Text bezüglich Israel ist einzufügen:
Indien 1. Produkte: Pflanzliche Erzeugnisse sowie Lebensmittel, die im wesentlichen solche Erzeugnisse enthalten, nach Artikel 1 der Bio-Verordnung. 2. Herkunft: Die pflanzlichen Erzeugnisse und die aus der biologischen Landwirtschaft stammenden Bestandteile der Lebensmittel, die im wesentlichen solche Erzeugnisse enthalten, müssen in Indien angebaut worden sein. 3. Zertifizierungsstellen: – BVQI (India) Pvt. Ltd. – Ecocert S.A. (India Branch Office) – IMO Control Private Ltd. – Indian Organic Certification Agency (Indocert) – International Resources for Fairer Trade – Lacon Quality Certification Pvt. Ltd. – Natural Organic Certification Association – OneCert Asia Agri Certification Private Ltd. – SGS India Pvt. Ltd. – Skal International (India) – Uttaranchal State Organic Certification Agency (USOCA) 4. Kontrollbescheinigungserteilende Stelle: wie unter Punkt 3. 5. Befristung der Aufnahme: Bis zum 30. Juni 2009.
Anhang 6
Ziff. 1 und 2
1. Laufhof für Tiere der Rindergattung, Schafe und Ziegen (Milch- und Fleischproduktion) Die Anforderungen nach Anhang 2 Ziffern1 und 2 der RAUS-Verordnung vom 7. Dezember 19985 sind einzuhalten.
2. Laufhof für Tiere der Pferdegattung Tiere Gesamtfläche Davon müssen Von der ungedeckten Fläche (siehe Anmerkung) mindestens … m2/Tier dürfen maximal aus Spaltenboden mindestens … m2/Tier ungedeckt sein oder aus Gittern bestehen Tiere der 9+0,7 pro 100 kg 0,7 pro 100 kg 0 Prozent Pferdegattung Die Gesamtfläche umfasst den Liege-, den Fress- und den Laufbereich (inkl. den den Tieren dauernd zugänglichen Laufhof).
Anhang 7
Ziff. 111
111 Keine GVO-Erzeugnisse Definition nach der Verordnung des EDI vom 23. November 20056 über gentechnisch veränderte Lebensmittel