73 III 118
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Rubrum
31, Entscheid vom 9. Oktober 1947 i. S. Gutzwiller und Gerber.
L Pfändung. Der dem Schuldner zu gewährende Fruchtgenuss (Art. 103 Abs. 2 SchKG, Art. 22 VZG) bemisst sich grundsätzlich nach dem Unterhaltsbedarf bis zur nächsten Ernte.
Sachverhalt
2. Wann isb der Preis, den der Schuldner beim Verkauf von Lompotenzetücken erzielt hat, seinerseits unpfändbar ? Art. 92 RG. - 3. Unterhalisbeitrag der Ehefrau. Befindet sich diese im Konkurs, s0 ist bei der Bemessung ihres Beitrags auf die allenfalls eintretende Gütertrennung Rücksicht zu nehmen, Art. 182/186 1. Saisie. Le droit de jouissance du débiteur sur les fruits (art. 103 al, 2 LP, 22 ORTI) se mesure en règle générale sur ce dont il pourra avoir besoin jusqu'’à la rócolte suivante.
2. Quand le prix que le débiteur a retiré de la vente de biens insaisissables est-il lui-même insaisissable ?
3. Contribution de la femme à Pentretien du ménage. Si la femme ‘est en faillite, sa contribution sera fixée en tenant compte de la Séparation de biens qui pourrait résulter de la faillite (art. 182 et 186 CC).
I.
Pignoramento. Tl diritto di godimento dei frutti spettante al debitore (art. 103 cp. 2 LEF, 22 RRF) sí misura in generale su quanto egli potrá abbisognare fino al seguente raccolto.
2. Quando il prezzo ehe il debitore ha ricavato dalla vendita di bem impignorabili è a aua volta impignorabile ?
3. Contributo della moglie alle apese dell'economia domestica. Se la moglie è in fallimento, il suo contributo sarà stabilito tenendo conto della separazione dei beni ‘che potrebbe risultare dal fallimento (art. 182 e 186 CC).
A. — Die Eheleute Gerber-Beutler bewirtschafteten bis zum Frühjahr 1947 ein von der Ehefrau gepachtetes Gut. Am 28. Februar 1947 wurde über Frau GerberBeutler der Konkurs eröffnet und am 13. März 1947 die Vieh- und Fahrhabe versteigert. Das Konkursamt beliess der Konkursitin eine Kuh nebst Futter als Kompetenzstück und richtete ihr einen einmaligen Unterhaltsbeitrag von Fr. 350.— aus. Die Kompetenzkuh samt Futter wurde indessen bald für Fr. 1640 — verkauft, weil kein Raum zu ihrer Unterbringung vorhanden war. Der Ehemann hatte seinerseits Acker- und Wiesland gepachtet und führte diese Pacht vorderhand weiter.
B. — Gegen ihn wurde am 24. April 1947 ein Verlustschein über Fr. 2182.20 ausgestellt. Am 27. Juni 1947 liess der Verlustscheinsgläubiger Gutzwiller die auf dem einen gepachteten Feld liegende Frucht (Gerste) arrestioren. Sie wurde « gemäht und gebunden » auf Fr. 1225.— geschätzt und sofort mit Zustimmung aller Beteiligten für diesen Betrag freihändig verkauft.
C. — Der Schuldner beschwerte sich über die Árrestierung, indem er den ganzen Gerstenertrag bezw. -erlös als für den Unterhalt der Familie (Mann und Frau) unentbehrlich beanspruchte. Die kantonale Aufsichtsbehörde entschied am 2. September 1947, von dem auf dem Betreibungsamte liegenden Depot von Fr. 1225.— verbleibe zugunsten des Arrestgläubigers ein Betrag von Fr. 455.— unter Arrest; der Rest sei dem Arrestschuldner (unter Vorbehalt der Rechte Dritter) herauszugeben.
Dieser Entscheid zieht zwei Zeitabschnitte in Betracht : denjenigen von Mitte März bis Ende Juni 1947, d. h. von der Aufgabe der Pacht der Ehefrau bis zur Gerstenernte, und das von da an bis zur Ernte 1948 laufende Jahr. Er bemisst den monatlichen Notbedarf des Ehepaares auf Fr. 320.— und berücksichtigt als Mittel zu dessen Deckung für den ersten Zeitabschnitt (Notbedarf Fr. 1120.—) den Beitrag der Konkursmasse der Ehefrau von Fr. 350.—, ein Gelegenheitseinkommen des Ehemannes von Fr. 50,— und einen Teilbetrag von Fr. 720.— des Erlöses aus der « Kompetenzkuh », für den zweiten Zeitabschnitt (Notbedarf Fr. 3840.—) den Nettoertrag der Gerste von Fr. 1075.— (nach Abzug eines Pachtzinses - von Fr. 150.—), Fr. 600. — Ertrag des Korns, Fr. 100.— Gelegenheiteverdienst (bis Ende Oktober 1947),