Funtauna

414.712

Verordnung des EVD über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen

vom 2. September 2005 (Stand am 4. Oktober 2005)

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement, gestützt auf die Artikel 7 Absatz 3, 8 Absatz 2 Buchstaben a und c und 16 Absatz 3 des Fachhochschulgesetzes vom 11. September 19961, verordnet:

1. Abschnitt Gegenstand

Art. 1

Diese Verordnung bestimmt die Studiengänge an Fachhochschulen, regelt die Mindestanforderungen an Nachdiplomstudien, die zu einem Weiterbildungsmasterdiplom führen, und legt die entsprechenden Titel fest.

2. Abschnitt Studiengänge

Art. 2

Die Studiengänge und ihre Zuordnung zu den Fachbereichen sind im Anhang festgelegt.

3. Abschnitt Nachdiplomstudien

Art. 3 Zulassungsvoraussetzungen

Die Zulassung zu einem Nachdiplomstudiengang setzt einen Hochschulabschluss voraus.

Studierende, die über keinen Hochschulabschluss verfügen, können zugelassen werden, wenn sich die Befähigung zur Teilnahme aus einem anderen Nachweis ergibt.

AS 2005 4659

Art. 4 Umfang

Für den Abschluss eines Nachdiplomstudiengangs müssen mindestens 60 Kreditpunkte nach dem Europäischen Kredittransfersystem (European Credit Transfer System, ECTS) erreicht werden. Ein Kreditpunkt entspricht einem Arbeitsaufwand von 25–30 Stunden gemäss Artikel 2 Absatz 2 der Richtlinien des Fachhochschulrats vom 5. Dezember 20022 für die Umsetzung der Erklärung von Bologna an den Fachhochschulen und den Pädagogischen Hochschulen in der Fassung vom1. April 2004.

Der Nachdiplomstudiengang wird mit einer Masterarbeit abgeschlossen.

Art. 5 Anerkennung der Weiterbildungsmasterdiplome

Weiterbildungsmasterdiplome, die die bundesrechtlichen Anforderungen erfüllen, sind eidgenössisch anerkannt.

Die Fachhochschulen führen ein Verzeichnis der anerkannten Nachdiplomstudien.

4. Abschnitt Titel

Art. 6 Geschützte Titel für Bachelor- und Masterdiplome

Die Fachhochschulen können für ein eidgenössisch anerkanntes Bachelordiplom folgende geschützte Titel vergeben:

  1. «Bachelor of Science [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: BSc [Name der FH]); oder

  2. «Bachelor of Arts [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: BA [Name der FH]).

Die Fachhochschulen können für ein eidgenössisch anerkanntes Masterdiplom folgende geschützte Titel vergeben:

  1. «Master of Science [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: MSc [Name der FH]); oder

  2. «Master of Arts [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: MA [Name der FH]).

Nicht in der AS veröffentlicht. Die Richtlinien können beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 3003 Bern, bezogen und auf der Website der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (www.edk.ch) eingesehen werden.

Art. 7 Geschützte Titel für Weiterbildungsmasterdiplome

Die Fachhochschulen können für ein eidgenössisch anerkanntes Weiterbildungsmasterdiplom folgende geschützte Titel abgeben:

  1. «Master of Advanced Studies [Name der Fachhochschule] in [Bezeichnung der Richtung]» (Abkürzung: MAS [Name der FH]); oder

  2. «Executive Master of Business Administration [Name der Fachhochschule]» (Abkürzung: EMBA [Name der FH]).

Die Fachhochschulen dürfen den Begriff «Master» nicht für Weiterbildungsveranstaltungen verwenden, die nicht zu einem eidgenössisch anerkannten Weiterbildungsmasterdiplom führen.

5. Abschnitt Schlussbestimmungen

Art. 8 Übergangsbestimmungen

Die Fachhochschulen sind berechtigt, Nachdiplomstudien bis längstens zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung nach bisherigem Recht zu starten.

Wer ein eidgenössisch anerkanntes Nachdiplom nach bisherigem Recht erworben hat, ist berechtigt, den Titel «Nachdiplom [Name der FH] in Richtung [Bezeichnung der Richtung]» zu führen.

Art. 9 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 5. Oktober 2005 in Kraft.

Fachbereiche und Bachelorstudiengänge

Fachbereiche (Field of Study) Bachelorstudiengänge (Bachelor Degree Courses)

Technik und Informations- Elektrotechnik (Electrical Engineering) technologie (Engineering and IT) Automobiltechnik (Automobile Engineering) Gebäudetechnik (Energy and Building Technology) Maschinentechnik (Mechanical Engineering) Mikrotechnik (Microengineering) Medieningenieurwesen (Media Engineering) Informatik (Computer Science) Telekommunikation (Telecommunications) Systemtechnik (Systems Engineering) Wirtschaftsingenieurwesen (Engineering and Management)

Architektur, Bau- und Planungs- Architektur (Architecture) wesen (Architecture, Building Raumplanung (Spatial Planning) Engineering and Planning) Landschaftsarchitektur (Landscape Architecture) Bauingenieurwesen (Civil Engineering) Holztechnik (Wood Engineering) Geomatik (Geomatics)

Chemie und Life Sciences Chemie (Chemistry) (Chemistry and Life Sciences) Biotechnologie (Biotechnology) Lebensmitteltechnologie (Food Technology) Life Technologies Umweltingenieurwesen (Environmental Engineering) Oenologie (Oenology)

Land- und Forstwirtschaft Landwirtschaft (Agriculture) (Agriculture and Forestry) Forstwirtschaft (Forestry)

Wirtschaft und Dienstleistungen Betriebsökonomie (Business Administration) (Business, Management and Facility Management Services) Hotellerie (Hospitality Management) Tourismus (Tourism) Wirtschaftsinformatik (Business Information Technology) Information und Dokumentation (Information Science) Kommunikation (Communication)

Bachelorstudiengänge (Bachelor Degree Courses)

Visuelle Kommunikation (Visual Communication) Produkt- und Industriedesign (Product and Industrial Design) Innenarchitektur (Interior Design) Konservierung-Restaurierung (Conservation and Restoration)

Pflege (Nursing) Physiotherapie (Physiotherapy) Ergotherapie (Occupational Therapy) Hebamme (Midwifery) Ernährungsberatung (Nutrition counselling)

Sozialarbeit (Social Work) Sozialpädagogik (Social Pedagogy) Soziokulturelle Animation (Socio-cultural Animation) Allgemeine soziale Arbeit (General Social Work)

Instrumentale und vokale Musikpädagogik (Instrumental and Vocal Music Pedagogy) Interpretation und Performance (Interpretation and Performance) Schulmusik und Kirchenmusik (School and Church Music) Dirigieren (Conducting) Spezialbereiche Musik (Music Specialities) Theaterschaffende als darstellende Künstler/innen (Acting) Theaterschaffende als leitende Künstler/innen (Theatre Direction) Bildende Kunst (Fine Arts) Lehrberufe für Gestaltung und Kunst (Teaching in Design and Art)

Angewandte Psychologie (Applied Psychology)

Übersetzen (Translating) Dolmetschen (Interpreting)