Funtauna

512.271.1

Verordnung des VBS
über die Angehörigen des militärischen Flugdienstes
(VAmFD)1

vom 4. Dezember 2003 (Stand am 1. Januar 2017)

Präambel

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS),
im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement,

gestützt auf Artikel 20 der Militärflugdienstverordnung vom 19. November 20032 (MFV)
und auf Artikel 115 Buchstabe e der Bundespersonalverordnung vom 3. Juli 20013 (BPV),

verordnet:

1. Kapitel Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt Ausbildung

Art. 1 Grundausbildung der Milizangehörigen

Die Milizangehörigen des militärischen Flugdienstes werden in den Schulen der Luftwaffe ausgebildet.

Art. 2 Brevetierung

Brevetiert werden:

  1. Berufsmilitärpiloten4 nach erfolgreichem Abschluss der Pilotenschule der Luftwaffe;

  2. Berufs-Operateure von Forward-Looking Infrared Systemen (Berufs-FLIR-Operateure), Berufsbordfotografen, Milizbordoperateure sowie Miliz- und Berufsdrohnenoperateure nach erfolgreichem Abschluss der technischen Ausbildung;

  3. Milizfallschirmaufklärer-Offiziere während der Offiziersschule mit Praktikum und Milizfallschirmaufklärer-Unteroffiziere nach erfolgreichem Abschluss des praktischen Dienstes.

Die Brevetierten erhalten einen Ausweis (Brevet). Sie sind berechtigt, das entsprechende Spezialistenabzeichen zu tragen.

Anwärter und Anwärterinnen aus anderen Truppengattungen werden mit der Brevetierung zu den Fliegertruppen versetzt.

Art. 3 Pflichtübungen

Die Angehörigen des militärischen Flugdienstes absolvieren regelmässig Flug- oder Fallschirmsprungübungen. Die Luftwaffe bestimmt jährlich die Anzahl der Übungen.

Die Milizangehörigen des militärischen Flugdienstes absolvieren die Übungen in Fortbildungsdiensten der Truppe.

Art. 4 Individuelles Training

Das individuelle Training gilt als Militärdienst, wird aber nicht an die Ausbildungsdienstpflicht angerechnet.5

Die Milizangehörigen des militärischen Flugdienstes leisten das Training tageweise. Beim Einrücken und bei der Entlassung tragen sie Zivilkleider. Im Einzelfall kann das Tragen der Uniform angeordnet werden.

Art. 5 Trainingsunterbruch

Das Training unterbrechen dürfen:

  1. Milizmilitärpiloten auf Jets während höchstens sechs Kalenderwochen;

  2. Milizmilitärpiloten auf Helikoptern während höchstens vier Kalenderwochen;

  3. Milizmilitärpiloten auf Propellerflugzeugen während höchstens acht Kalenderwochen;

  4. Milizbordoperateure während höchstens acht Kalenderwochen;

  5. Milizdrohnenoperateure während höchstens sechs Kalenderwochen.6

Die Luftwaffe legt den Trainingsunterbruch durch Weisung fest.

Sie kann in besonderen Fällen einen längeren Unterbruch bewilligen.

2. Abschnitt Fliegermedizinische Tauglichkeit, Einstellung im militärischen Flugdienst und Wiederzulassung

Art. 6 Fliegermedizinische Tauglichkeitsuntersuchung

Die Gültigkeitsdauer des ärztlichen Tauglichkeitsattests beträgt:

  1. für Militärpiloten und Fallschirmaufklärer bis zum 40. Altersjahr zwölf, ab dem 41. Altersjahr sechs Monate;

  2. für Bordoperateure, Berufs-FLIR-Operateure, Berufsbordfotografen und Drohnenoperateure zwölf Monate.

In besonderen Fällen kann das Fliegerärztliche Institut (FAI) eine kürzere Gültigkeitsdauer festlegen.

Fliegermedizinische Untersuchungen gelten als Einzeldiensttage, die an den Ausbildungsdienst angerechnet werden. Die Luftwaffe erlässt das Aufgebot.

Art. 7 Zuständigkeit für die Einstellung

Das FAI ordnet die vorübergehende Einstellung aus medizinischen Gründen an und stellt den Antrag auf endgültige Einstellung aus medizinischen Gründen an die Luftwaffe.

Die Luftwaffe stellt den Antrag auf endgültige Einstellung von Berufsangehörigen an das VBS und ordnet in allen andern Fällen die Einstellung an.

Art. 8 Wiederzulassung

Die Angehörigen des militärischen Flugdienstes, die aus medizinischen Gründen vorübergehend im militärischen Flugdienst eingestellt worden sind, dürfen diesen erst wieder aufnehmen, wenn das FAI nach einer medizinischen Abklärung die Einstellung aufgehoben hat.

Wurde die Einstellung aus anderen als medizinischen Gründen angeordnet und dauert sie länger als sechs Monate, so dürfen die Betroffenen die Tätigkeit erst wieder aufnehmen, wenn sie vom FAI für tauglich erklärt worden sind.

Die Luftwaffe entscheidet über die Wiederzulassung und die Einstufung in die ursprüngliche oder eine andere Kategorie nach den Artikeln 19, 20 oder 36, nachdem das FAI die Tauglichkeit für die betreffende Kategorie erklärt hat.

3. Abschnitt Entschädigung der Milizangehörigen

Art. 9 Auszahlung

Die jährliche Entschädigung nach Artikel 17 MFV wird monatlich in gleichen Raten ausgezahlt.

Bei Trainingsunterbrüchen werden die Monatsraten erst ausbezahlt, wenn die betreffende Person im jeweiligen Kalenderjahr den Flug- oder Fallschirmsprungdienst aufgenommen hat. Die zurückbehaltenen Monatsraten werden in der Folge rückwirkend ausgezahlt.

Art. 10 Kürzung der Entschädigung

Wer die für seine Kategorie vorgeschriebenen Dienstleistungen, Pflichtübungen oder Trainings aus eigenem Verschulden nicht vollständig absolviert, hat die Differenz zwischen der erhaltenen Entschädigung und derjenigen für die nächsttiefere Kategorie nach Anhang der MFV zurückzuerstatten. In die Kategorie C eingestufte Personen haben die Hälfte der erhaltenen Entschädigung zurückzubezahlen.

Wird der zulässige Trainingsunterbruch unentschuldigt oder ohne genügende Begründung überschritten, so wird die Entschädigung nach Anhang der MFV gekürzt. Die Kürzung beträgt:

  1. 7für Milizpiloten mit vierwöchiger Trainingspflicht einen Zwölftel, für solche mit sechswöchiger Trainingspflicht einen Achtel und für solche mit achtwöchiger Trainingspflicht einen Sechstel;

  2. für Milizbordoperateure einen Sechstel;

  3. für Milizfallschirmaufklärer einen Zwölftel.

Art. 11 FortzahlungderEntschädigung bei vorübergehender Einstellung

Die Milizangehörigen des Flug- und Fallschirmsprungdienstes erhalten die Entschädigung während höchstens drei Monaten pro Kalenderjahr, wenn sie vorübergehend im Flug- oder Fallschirmsprungdienst eingestellt werden wegen:

  1. Krankheiten oder Unfällen, die nicht mit Militärflug- oder Fallschirm-sprungeinsätzen zusammenhängen, oder Mutterschaftsurlaub;

  2. Auslandaufenthalt von weniger als sechs Monaten, sofern sie während dieser Zeit den Wohnsitz in der Schweiz beibehalten.

Der Anspruch beginnt nach Ablauf des Monats, in dem die Einstellung angeordnet worden ist.

Art. 12 Entschädigung bei Unfall und Erkrankung infolge von Einsätzen

Die Milizangehörigen des Flug- und Fallschirmsprungdienstes erhalten die Entschädigung während höchstens drei Jahren, wenn sie im Flug- oder Fallschirmsprungdienst eingestellt werden wegen:

  1. eines Unfalls, den sie bei einem Militärflug, bei einem Fallschirmabsprung oder bei Tätigkeiten erlitten haben, die mit einem Militärflug- oder Fallschirmsprungeinsatz unmittelbar zusammenhängen;

  2. Erkrankung als Folge von Militärflügen oder Fallschirmabsprüngen.

Der Anspruch beginnt nach Ablauf des Monats, in dem die Einstellung angeordnet worden ist.

Die Höchstdauer des Anspruchs bezieht sich auf die gesamte Dienstzeit. Werden die Betroffenen mehrmals im Flug- oder Fallschirmsprungdienst eingestellt, so werden die einzelnen Einstellungen zusammengezählt.

Art. 13 Entschädigung bei Einstellung aus anderen Gründen

Den Milizangehörigen des Flug- und Fallschirmsprungdienstes, die aus anderen Gründen als Krankheit, Unfall, Mutterschaftsurlaub oder Auslandurlaub im Flug- oder Fallschirmsprungdienst eingestellt werden, wird die Entschädigung vorläufig nicht ausbezahlt.

Die Entschädigung wird rückwirkend ausbezahlt, wenn die Betroffenen ohne eigenes Verschulden im Flug- oder Fallschirmsprungdienst eingestellt worden sind und erneut zu diesem zugelassen werden.

Die Entschädigung für die Zeit der Einstellung kann gekürzt oder gestrichen werden, wenn die Betroffenen aus eigenem Verschulden im Flug- oder Fallschirmsprungdienst eingestellt wurden. Bei der Bemessung werden insbesondere der Grad des Verschuldens und die militärische Führung der Fehlbaren berücksichtigt.

Der Anspruch auf Entschädigung endet im Zeitpunkt der endgültigen Einstellung im Flug- oder Fallschirmsprungdienst.

4. Abschnitt Einsatz auf Luftfahrzeugen

Art. 14 Luftfahrzeugtypen

Die Luftwaffe bestimmt, welche Personen auf welchen Luftfahrzeugtypen eingesetzt werden.

Art. 15 Einsatz auf Zivilluftfahrzeugen und ausländischen Luftfahrzeugen

Die Luftwaffe kann die Angehörigen des Flug- und Fallschirmsprungdienstes zu Flügen mit schweizerischen Zivilluftfahrzeugen oder ausländischen Luftfahrzeugen kommandieren. Sie kann Fallschirmabsprünge aus solchen Luftfahrzeugen anordnen.

Solche Flüge und Fallschirmabsprünge, namentlich auch Flüge, die von Berufsmilitärpiloten für das Bundesamt für Landestopographie oder andere Stellen des Bundes durchgeführt werden, gelten dienstrechtlich als militärische Flüge und Fallschirmabsprünge.

Die Luftwaffe kann Drohnenoperateure zu Einsätzen mit ausländischen Drohnensystemen kommandieren. Diese Einsätze gelten dienstrechtlich als militärische Einsätze.

2. Kapitel Militärpiloten

1. Abschnitt Anstellungsvoraussetzungen und Ausbildung

Art. 16 Anstellungsvoraussetzungen

Als Berufsmilitärpilot kann angestellt werden, wer:8

  • a. 9die Zulassungsvoraussetzungen für eine staatlich anerkannte universitäre Hochschule oder eine staatlich anerkannte Fachhochschule erfüllt;

  • b. 10nach abgeschlossenem praktischem Dienst mindestens den Grad des Leutnants bekleidet;

  • c. 11gute Qualifikationen aus den bisherigen Militärdienstleistungen besitzt;

  • d. Kenntnisse in einer zweiten Landessprache und gute Englischkenntnisse hat;

  • e. 12einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • ebis. 13einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • f. das Höchstalter von 26 Jahren nicht überschritten hat;

  • g. 14im Rahmen der fliegerischen Ausbildung nach Artikel 103a des Luftfahrtgesetzes vom 21. Dezember 194815 (LFG) für die Ausbildung zum Berufsmilitärpiloten als geeignet beurteilt worden ist oder bei abgeschlossener privater Flugausbildung eine Eignungsprüfung bestanden hat; wer bereits im Rahmen der fliegerischen Ausbildung nach Artikel 103a LFG für die Ausbildung zum Berufsmilitärpiloten als ungeeignet beurteilt worden ist, wird nicht zur Eignungsprüfung zugelassen; und

  • h. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat;

  • i. 16

  • k. 17

Berufsmilitärpiloten müssen zudem mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  1. die höchstens zehn Tage dauernde Berufseignungsabklärung zur befristeten Anstellung als Berufsmilitärpilotkandidatin oder -kandidat bestanden haben;

  2. die Abklärung der fliegerischen Eignung in der Pilotenschule der Luftwaffe zur unbefristeten Anstellung als Berufsmilitärpilotenanwärterin oder ‑anwärter bestanden haben;

  3. die Grundausbildung für Berufsmilitärpiloten nach Art. 17 Absatz 1 erfolgreich abgeschlossen haben.18

Art. 1719 Ausbildung

Berufsmilitärpiloten werden im Rahmen der Pilotenschule der Luftwaffe ausgebildet. Diese Grundausbildung dauert bis zur Brevetierung höchstens vier Jahre.20

Die Grundausbildung für Berufsmilitärpiloten besteht mindestens aus:21

  1. 22

  2. 23einer zivilen fliegerischen Ausbildung, die zur Erlangung einer zivilen Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung führt;

  3. der militärischen fliegerischen Grundausbildung und der fliegerischen Spartenausbildung zum Helikopter- oder Jetpiloten.

Berufsmilitärpiloten absolvieren im Rahmen der Laufbahnplanung eine akademische Weiterausbildung.24

Die Chefin oder der Chef der Armee kann in begründeten Fällen im Rahmen der Grundausbildung wie auch im Rahmen der akademischen Weiterausbildung Ausnahmen bewilligen, wenn Berufsmilitärpiloten beispielsweise einen Teil der Grundausbildung oder ein entsprechendes Studium bereits abgeschlossen haben.25

Die Luftwaffe erarbeitet die Ausbildungsprogramme.

Gestützt auf Artikel 4 Absatz 5 der Bundespersonalverordnung vom 3. Juli 200126 wird mit den Berufsmilitärpiloten eine Rückzahlungsvereinbarung über die Ausbildungskosten abgeschlossen. Die Rückzahlungsvereinbarung bedarf der Zustimmung des VBS.

Art. 18 Ernennung zum Berufsmilitärpiloten

Das VBS ernennt die Berufsmilitärpiloten auf Antrag der Luftwaffe.

2. Abschnitt Trainingsordnung für Milizpiloten

Art. 1927 Einstufung und Dienstleistungen in der Kategorie A

Für die Einstufung und die jährlichen Dienstleistungen in der Kategorie A gilt folgende Regelung:

Unterkategorie

Funktion

Anzahl Tage
individuelles Training

Minimale
Flugstunden

A/1

Piloten der Kampfstaffeln

8

50

A/2

Helikopterpiloten der
Lufttransportstaffeln

nach Bedarf,
jedoch höchstens 12 Tage

50*

A/3

Flächenflugzeugpiloten der Lufttransportstaffeln bis zur Vollendung des 45. Altersjahres

nach Bedarf,
jedoch höchstens 12 Tage

30

A/4

Piloten, die in ihrer beruflichen Funktion Staatsluftfahrzeuge fliegen und nicht in einer
Fliegerstaffel eingeteilt sind

nach Bedarf,
jedoch höchstens 45 Tage

50

* Für Super-Puma-Piloten werden die Simulatorstunden angerechnet. Die Luftwaffe bestimmt die jährlich anrechenbare Anzahl Simulatorstunden.

Art. 2028 Einstufung und Dienstleistungen in der Kategorie B

Für die Einstufung und die jährlichen Dienstleistungen in der Kategorie B gilt folgende Regelung:

Unterkategorie

Funktion

Anzahl Tage
individuelles Training

Minimale
Flugstunden

B/129

Flächenflugzeugpiloten der Lufttransportstaffeln ab dem
46. Altersjahr

nach Bedarf,
jedoch höchstens 12 Tage

20

B/2

Piloten der Zielflug- und
der Instrumentenflugstaffel

nach Bedarf,
jedoch höchstens 12 Tage

20

B/3

Piloten der
Ausbildungsstaffel

nach Bedarf,
jedoch höchstens 12 Tage

20

B/4

DO-27-Piloten

nach Bedarf,
jedoch höchstens 12 Tage

20

Art. 21 Zuständigkeit

Die Luftwaffe nimmt Änderungen der Einstufung auf Jahresbeginn vor.

Art. 22 Flugstunden

Die Luftwaffe kann durch Weisung die Anzahl der Flugstunden nach den Artikeln 19 und 20 um höchstens 25 Prozent herabsetzen oder erhöhen, sofern es die militärischen Bedürfnisse und der Ausbildungsstand zulassen oder erfordern.

3. Abschnitt Ausscheiden der Milizmilitärpiloten

Art. 2330

Milizmilitärpiloten der Kategorien A/1, A/3 und B/3 scheiden spätestens auf Ende des Kalenderjahres, in dem sie das 45. Altersjahr vollenden, aus dem Flugdienst aus.

Milizmilitärpiloten der Kategorien A/2, B/1, B/2 und B/4 scheiden spätestens auf Ende des Kalenderjahres, in dem sie das 50. Altersjahr vollenden, aus dem Flugdienst aus.

4. Abschnitt Einsatz von Piloten und Pilotinnen ohne Militärpilotenbrevet

Art. 24

Die Luftwaffe kann für Flüge des Lufttransportdienstes des Bundes (LTDB) sowie ausnahmsweise zur Ausbildung von Militärpiloten und zu Einsätzen auf Militärluft-fahrzeugen Piloten und Pilotinnen ohne Militärbrevet beiziehen. Ausgenommen sind Einsätze auf Kampfflugzeugen.31

Das VBS entscheidet auf Antrag der Luftwaffe über die dienstrechtlichen Belange dieser Piloten und Pilotinnen.

3. Kapitel Bordoperateure, Berufs-FLIR-Operateure und Berufsbordfotografen

1. Abschnitt Milizbordoperateure

Art. 25 Zulassung

Zur Ausbildung zum Milizbordoperateur kann zugelassen werden, wer:

  • a. eine Sekundarschule oder gleichwertige Schule und eine Berufslehre oder eine Mittelschule abgeschlossen hat;

  • b. den praktischen Dienst als Leutnant bestanden hat;

  • c. eine gute Qualifikation aus den bisherigen Militärdienstleistungen besitzt;

  • d. Kenntnisse in einer zweiten Landessprache und gute Englischkenntnisse hat;

  • e. eine fachtechnische Eignungsprüfung bestanden hat;

  • f. 32einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • fbis. 33einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • g. das Höchstalter von 26 Jahren nicht überschritten hat; und

  • h. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat.

Die Luftwaffe entscheidet über die Zulassung.

Art. 26 Dienstleistungen

Die Milizbordoperateure müssen pro Kalenderjahr folgende Dienste leisten:

  1. individuelles Training nach Bedarf, jedoch höchstens acht Tage;

  2. 20 Flugstunden.

Art. 27 Flugstunden

Die Luftwaffe kann durch Weisung die Anzahl der Flugstunden nach Artikel 26 bis auf 15 Stunden herabsetzen oder bis auf 25 Stunden erhöhen, sofern es die militärischen Bedürfnisse und der Ausbildungsstand zulassen oder erfordern.

Art. 28 Aufnahme des Flugdienstes

Die Milizbordoperateure nehmen ihren Flugdienst (Trainingskurs, individuelles Training) nach der Brevetierung auf.

2. Abschnitt Berufsbordoperateure

Art. 29 Anstellungsvoraussetzungen

Als Berufsbordoperateur kann ab Beginn der Grundausbildung angestellt werden, wer:

  • a. als Milizbordoperateur den praktischen Dienst als Hauptmann bestanden hat;

  • b. eine sehr gute Qualifikation aus den bisherigen Militärdienstleistungen besitzt;

  • c. 34einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • cbis. 35einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • d. das Höchstalter von 30 Jahren nicht überschritten hat; und

  • e. in einer höchstens drei Tage dauernden Berufseignungsabklärung als geeignet befunden worden ist.

Der Chef der Armee kann in begründeten Ausnahmefällen und bei ausgewiesenem Bedarf des Arbeitgebers andere Voraussetzungen im Sinne von Absatz 1 Buchstabe a oder b anerkennen.

Art. 30 Ausbildung

Berufsbordoperateure werden in der Berufsbordoperateurschule der Luftwaffe ausgebildet. Diese dauert höchstens zwölf Monate.

Die Ausbildung für Berufsbordoperateure besteht aus einer technischen Grundausbildung und einer Weiterausbildung.

Die Luftwaffe legt die Ausbildungsprogramme fest.

3. Abschnitt Berufs-FLIR-Operateure

Art. 31 Anstellungsvoraussetzungen

Als Berufs-FLIR-Operateur kann ab Beginn der Grundausbildung angestellt werden, wer:

  • a. nach einer Sekundarschule oder gleichwertigen Schule eine Berufslehre erfolgreich absolviert oder eine Mittelschule abgeschlossen hat;

  • b. den praktischen Dienst als Leutnant bestanden hat;

  • c. eine gute Qualifikation aus den bisherigen Militärdienstleistungen besitzt;

  • d. Kenntnisse in einer zweiten Landessprache hat;

  • e. 36einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • ebis. 37einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • f. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat; und

  • g. in einer höchstens drei Tage dauernden Berufseignungsabklärung als geeignet befunden worden ist.

Der Chef der Armee kann in begründeten Ausnahmefällen und bei ausgewiesenem Bedarf des Arbeitgebers andere berufliche Qualifikationen im Sinne von Absatz 1 Buchstabe a sowie andere militärische Voraussetzungen anerkennen.

Art. 32 Ausbildung

Die Ausbildung zum Berufs-FLIR-Operateur besteht aus:

  • a. einem Kurs von höchstens 13 Tagen, welcher der Auswahl und der fach-technischen Grundschulung dient;

  • b. einer technischen Ausbildung von höchstens 103 Tagen.

  • 2 Die Luftwaffe legt die Ausbildungsprogramme fest.

4. Abschnitt Berufsbordfotografen

Art. 33 Anstellungsvoraussetzungen

Als Berufsbordfotograf kann ab Beginn der Grundausbildung angestellt werden, wer:

  • a. nach einer Sekundarschule oder gleichwertigen Schule eine Berufslehre erfolgreich absolviert oder eine Mittelschule abgeschlossen hat;

  • b. den praktischen Dienst als Leutnant bestanden hat;

  • c. eine gute Qualifikation aus den bisherigen Militärdienstleistungen besitzt;

  • d. Kenntnisse in einer zweiten Landessprache hat;

  • e. 38einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • ebis. 39einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • f. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat; und

  • g. in einer höchstens drei Tage dauernden Berufseignungsabklärung als geeignet befunden worden ist.

Der Chef der Armee kann in begründeten Ausnahmefällen und bei ausgewiesenem Bedarf des Arbeitgebers andere berufliche Qualifikationen im Sinne von Absatz 1 Buchstabe a sowie andere militärische Voraussetzungen anerkennen.

Art. 34 Ausbildung

Die Ausbildung zum Berufsbordfotografen besteht aus:

  1. einem Kurs von höchstens 13 Tagen, welcher der Auswahl und der fach-technischen Grundschulung dient;

  2. einer technischen Ausbildung von höchstens 103 Tagen.

Die Luftwaffe legt die Ausbildungsprogramme fest.

4. Kapitel Fallschirmaufklärer

1. Abschnitt Zulassung

Art. 35

Zur Ausbildung zum Milizfallschirmaufklärer kann zugelassen werden, wer:

  • a. eine Berufslehre erfolgreich absolviert oder eine Mittelschule abgeschlossen hat;

  • b. 40einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • bbis. 41einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • c. das Höchstalter von 25 Jahren nicht überschritten hat;

  • d. die fliegerische Ausbildung nach Artikel 103a des LFG42 bestanden oder eine private Fallschirmsprungausbildung abgeschlossen hat und einen gültigen Ausweis des Aero-Clubs der Schweiz besitzt; und

  • e. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat.

Wer eine andere Rekrutenschule als jene für Fallschirmaufklärer bestanden hat und den Vorschlag für die Ausbildung zum Unteroffizier besitzt oder bereits Unteroffizier ist, kann sich ebenfalls um die Zulassung bewerben. Er verpflichtet sich, den Grundausbildungsdienst zu leisten.

Die Luftwaffe entscheidet über die Auswahl der Fallschirmaufklärer.

2. Abschnitt Trainingsordnung für Milizfallschirmaufklärer

Art. 36 Einstufung und Dienstleistungen

Für die Einstufung und die jährlichen Dienstleistungen in der Kategorie C nach Anhang der MFV gilt folgende Regelung:

Unterkategorie

Funktion

Anzahl Tage
individuelles
Training

Minimale
Anzahl
Absprünge

C/1

In der Fallschirmaufklärerkompanie
eingeteilte Offiziere und Unteroffiziere

12

40

C/2

In Stäben eingeteilte Offiziere

8

24

Art. 37 Zuständigkeit

Die Luftwaffe nimmt Änderungen der Einstufung auf Jahresbeginn vor.

Art. 38 Herabsetzung und Erhöhung der Dienstleistungen

Die Luftwaffe kann durch Weisung die Anzahl der Absprünge nach Artikel 36 um höchstens 50 Prozent herabsetzen oder die Anzahl Absprünge und die Anzahl Tage des individuellen Trainings nach Artikel 6 MFV um höchstens 25 Prozent erhöhen, sofern es die militärischen Bedürfnisse und der Ausbildungsstand zulassen oder erfordern.

Art. 39 Training

Die Fallschirmaufklärer müssen pro Quartal mindestens vier Absprünge ausführen und ihr sportliches Leistungsvermögen auf hohem Niveau aufrechterhalten.

Die Luftwaffe kann in besonderen Fällen Abweichungen oder längere Unterbrechungen bewilligen.

Art. 40 Individuelles Training

Das individuelle Training ist in ein militärisches und ein ziviles Training aufgeteilt.

Im militärischen Training finden die Absprünge unter Aufsicht eines Fallschirmaufklärer-Offiziers und aus militärischen Luftfahrzeugen statt; sie werden mit der militärischen Sprungausrüstung durchgeführt.

Im zivilen Training finden die Absprünge unter Aufsicht eines zivilen Instruktors des Aero-Clubs der Schweiz und aus zivilen Luftfahrzeugen statt; sie können in ziviler Sprungausrüstung durchgeführt werden.

Art. 41 Aufnahme des Fallschirmsprungtrainings

Die Fallschirmaufklärer nehmen ihr Fallschirmsprungtraining (Trainingskurs, individuelles Training) nach der Brevetierung auf.

3. Abschnitt Berufsoffizier-Fallschirmaufklärer und
Berufsunteroffizier-Fallschirmaufklärer

Art. 42

Berufsoffiziere und -unteroffiziere, welche die höchstens drei Tage dauernde Eignungsabklärung bestanden haben, können zur Fachausbildung für Fallschirmaufklärer zugelassen werden. Diese dauert höchstens sechs Monate.

Die Luftwaffe legt die Ausbildungsprogramme fest.

5. Kapitel Drohnenoperateure

1. Abschnitt Begriff und Zulassung

Art. 43 Begriff

Als Drohnenoperateure gelten Drohnenpiloten sowie Drohnen-Nutzlastoperateure.

Art. 44 Zulassung

Zur Ausbildung zum Milizdrohnenoperateur kann zugelassen werden, wer:

  • a. nach einer Sekundarschule oder gleichwertigen Schule eine Berufslehre erfolgreich absolviert oder eine Mittelschule abgeschlossen hat;

  • b. die Offiziersschule bestanden hat;

  • c. eine gute Qualifikation aus den bisherigen Militärdienstleistungen besitzt;

  • d. 43einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • dbis. 44einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • e. das Höchstalter von 25 Jahren nicht überschritten hat;

  • f. eine gültige zivile Pilotenlizenz (JAR-PPL [A]: Joint Aviation Requirements-Private Pilot Licence [Aeroplane]) besitzt;

  • g. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat; und

  • h. in der Eignungsabklärung als geeignet befunden worden ist.

Die Luftwaffe entscheidet über die Zulassung zur jeweiligen Fachausbildung.

2. Abschnitt Trainingsordnung für Milizdrohnenoperateure

Art. 45 Einstufungen und Dienstleistungspflicht

Für die Einstufung und die jährliche Dienstleistungspflicht gilt folgende Regelung:

Funktion

Anzahl Tage
individuelles
Training

Minimale
Anzahl Starts
und Landungen

Minimale
Flugstunden*

Kommandanten des Drohnengeschwaders
oder der Drohnenstaffeln, falls Drohnenoperateure, sowie Drohnenoperateure
der Drohnenstaffeln

8

je 10

30

Drohnenoperateure in Stäben

12

je 10

30

* Maximal die Hälfte der Flugstunden kann auf dem Simulator absolviert werden.

Art. 46 Flugstunden

Die Luftwaffe kann durch Weisung die Flugstunden nach Artikel 45 um höchstens 30 Prozent herabsetzen oder um höchstens 25 Prozent erhöhen, sofern es die militärischen Bedürfnisse und der Ausbildungsstand zulassen oder erfordern.

Art. 47 Aufnahme des Drohnenflugdienstes

Drohnenoperateure nehmen ihren Drohnenflugdienst nach der Brevetierung auf.

3. Abschnitt Einsatz von Drohnenoperateuren ohne Drohnenoperateurbrevet

Art. 48

Die Luftwaffe kann zur Ausbildung von Drohnenoperateuren und zu Einsätzen mit dem Drohnensystem ausnahmsweise Operateure und Operateurinnen ohne militärisches Drohnenoperateurbrevet beiziehen.

Das VBS entscheidet auf Antrag der Luftwaffe über die dienstrechtlichen Belange dieser Drohnenoperateure.

4. Abschnitt Berufsdrohnenoperateure

Art. 49 Anstellungsvoraussetzungen

Als Berufsdrohnenoperateur kann ab Beginn der Grundausbildung angestellt werden, wer:

  • a. nach einer Sekundarschule oder gleichwertigen Schule eine Berufslehre erfolgreich absolviert oder eine Mittelschule abgeschlossen hat;

  • b. 45einen Strafregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • bbis. 46einen Betreibungsregisterauszug ohne Eintrag vorweisen kann;

  • c. eine gültige zivile Pilotenlizenz (JAR-PPL [A]) besitzt;

  • d. die Abklärung der körperlichen Tauglichkeit sowie der geistigen und charakterlichen Eignung durch das FAI bestanden hat; und

  • e. in einer höchstens drei Tage dauernden Berufseignungsabklärung als geeignet befunden worden ist.

Die Luftwaffe entscheidet über die Zulassung zur jeweiligen Fachausbildung.

Art. 50 Ausbildung

Die Ausbildung zum Berufsdrohnenoperateur besteht aus:

  1. einem Kurs von höchstens 30 Tagen, welcher der Auswahl und der fach-technischen Grundschulung dient;

  2. einer technischen Ausbildung von höchstens 150 Tagen.

Die Luftwaffe legt die Ausbildungsprogramme fest.

6. Kapitel Fehlende Anstellungsvoraussetzungen

Art. 50a Straf- und Betreibungsregistereinträge bei der Anstellung

Weist eine Person Registereinträge von untergeordneter Bedeutung aus, kann die Chefin oder der Chef der Armee auf begründeten Antrag der Anstellungsbehörde eine Ausnahme bewilligen.

Art. 50b Rückforderung der Ausbildungskosten

Der Arbeitgeber kann die Ausbildungskosten für die Grundausbildung nach Artikel 17 zurückfordern:

  1. bei Nichterfüllung oder Wegfall einer Anstellungsvoraussetzung;

  2. bei vorzeitigem Abbruch oder nicht erfolgreicher Beendigung der Grundausbildung;

  3. bei Kündigung durch die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer.

Die Rückforderung richtet sich nach den Bestimmungen der Ausbildungsvereinbarung.

7. Kapitel Schlussbestimmungen

Art. 51 Aufhebung bisherigen Rechts

Folgende Verordnungen werden aufgehoben:

  1. Verordnung des VBS vom 19. Mai 200349 über die Militärpiloten und Militärpilotinnen (VMP);

  2. Verordnung des VBS vom 19. Mai 200350 über die Bordoperateure, die Berufs-FLIR-Operateure sowie die Berufsbordfotografen und Berufsbordfotografinnen (VBF);

  3. Verordnung des VBS vom 19. Mai 200351 über die Fallschirmaufklärer (VFA);

  4. Verordnung des VBS vom 29. Juni 200052 über die Drohnenoperateure und Drohnenoperateurinnen.

Art. 52 Übergangsbestimmungen

Kandidaten und Kandidatinnen, die im Jahr 2003 Kurse der Fliegerischen Vorschulung absolviert haben, werden nach der Militärpilotenverordnung vom 8. Dezember 1994 in der Fassung vom 25. Februar 199853 zugelassen.

Als Höchstalter der Kategorie B/2 (Art. 20) gilt bis Ende 2004 das 50. Altersjahr.

Für in die Fallschirmaufklärerkompanie eingeteilte Gefreite und Soldaten gilt bis zur Erfüllung der Militärdienstpflicht die Trainingsordnung der Verordnung vom 19. Mai 200354 über die Fallschirmaufklärer (Art. 4–11).

Für Berufsmilitärpiloten, welche die Grundausbildung vor dem 1. Januar 2017 begonnen haben, gelten in Bezug auf Artikel 16 und 17 die bisherigen Bestimmungen.55

Art. 53 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2004 in Kraft.