Funtauna

632.911

Verordnung über die Präferenz-Zollansätze zugunsten der Entwicklungsländer (Zollpräferenzenverordnung)

vom 29. Januar 1997 (Stand am 23. März 2004)

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf den Zollpräferenzenbeschluss vom9. Oktober 19811, verordnet:

Art. 1 Gegenstand und Geltungsbereich

Für Ursprungserzeugnisse aus Entwicklungsländern nach Anhang 2 gelten die Präferenz-Zollansätze nach Anhang 1.

Den ärmsten Entwicklungsländern nach Anhang 2 Teil 2 (PMA) werden die in Anhang 3 aufgeführten Zollpräferenzen gewährt. Sind die in Anhang 1 aufgeführten Zollpräferenzen für eine bestimmte Tarifnummer höher als die in Anhang 3 aufgeführten, so bleibt für die betreffende Tarifnummer die bisherige Präferenz gemäss Anhang 1 bestehen.2

...3

Art. 24

Art. 3 Zollkontingente

Die Einfuhr der folgenden Ursprungserzeugnisse aus Entwicklungsländern ist im Rahmen der nachstehend aufgeführten Zollkontingente und Bedingungen zollfrei:

AS 1997 466 Zolltarifnummer5 Bezeichnung der Ware Mengen in Tonnen Einschränkung (Eigengewicht) pro Kalenderjahr 1701.1100 Roh-Rohrzucker 70006 nur zu Speisezwecken, nicht zur Raffination 1201,1202, Sojabohnen, 4000 nur aus den ärmsten Entwicklungs- 1203,1206 Erdnüsse, Kopra, ländern (Anhang 2 Teil 2); nur zu Sonnenblumensamen Speisezwecken, roh oder nach Bearbeitung für den Detailverkauf bestimmt; bei Verarbeitung nur zur Herstellung von Öl zu Speisezwecken in Einzelverkaufspackungen bis 5 Liter ex 1507,1508, Sojaöl, Erdnussöl, 1000 nur aus den ärmsten Entwicklungs- 1512,1513 Sonnenblumenöl, ländern (Anhang 2 Teil 2); nur zu Kokosöl Speisezwecken in Einzelverkaufspackungen bis 5 Liter

Wenn die Marktverhältnisse es erfordern, kann das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement nach Anhören des Eidgenössischen Finanzdepartementes die Kontingente für Waren der Zolltarifnummern 1201, 1202, 1203 und 1206 bzw. ex 1507, ex 1508, ex 1512 und ex 1513 ändern; die Kontingente dürfen insgesamt 5000 Tonnen nicht überschreiten.

Art. 4 Zuteilung der Zollkontingentsanteile

Die Importeure müssen innerhalb einer vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement festgesetzten Frist bei der Oberzolldirektion ein Gesuch um Zuteilung eines Zollkontingentsanteils einreichen. Die Zuteilung erfolgt in Form einer Generaleinfuhrbewilligung. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement setzt im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement die Höchstmengen pro Importeur fest.

Übersteigen die von den Importeuren beantragten Mengen die Jahresmenge eines Kontingents, so werden die Gesuche anteilsmässig berücksichtigt.

Ist eine Jahresmenge nicht vollständig beansprucht worden und weist ein Importeur nach, dass er seinen Kontingentsanteil ausgeschöpft hat, so kann er ein weiteres Gesuch einreichen. Die zugeteilten Mengen sind bis Jahresende einzuführen.

Restmengen sind nicht auf das folgende Jahr übertragbar.

Art. 5 Einfuhrabfertigung

Für die Einfuhrabfertigung gelten die Verfahrensbestimmungen der Zollgesetzgebung.

Art. 5a7 Delegation der Anrufung der Schutzklausel

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement kann für die Agrarprodukte der Zolltarifkapitel1, 2, 4–8, 10–12 und 15–17 während höchstens drei Monaten die in

Artikel 2 Absatz 2 des Zollpräferenzenbeschlusses vom9. Oktober 19818 vorgesehenen Massnahmen treffen. Es wägt dabei die Bedürfnisse der schweizerischen

Landwirtschaft und die aussenwirtschaftspolitischen Interessen gegeneinander ab.

Für die Beurteilung einer Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Interessen legen das Bundesamt für Landwirtschaft und das Staatssekretariat für Wirtschaft gemeinsam Kriterien fest.

Werden die Zollpräferenzen nach Absatz 1 ausgesetzt, so gilt für die Dauer der Aussetzung in den betreffenden Tariflinien für alle PMA der Zollansatz, der für die in Anhang 2 Teil 1 aufgeführten Entwicklungsländer gilt.

Der Bundesrat legt der Bundesversammlung im Rahmen des zolltarifarischen Berichtes Rechenschaft über die nach Absatz 1 getroffenen Massnahmen ab.

Art. 6 Ursprungsregeln, Amtshilfe und Verwaltungszusammenarbeit

Für die Ursprungsregeln, die Amtshilfe und die Verwaltungszusammenarbeit gilt die Ursprungsregelnverordnung vom 17. April 19969.

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement kann für ein begünstigtes Land, welches die in der Ursprungsregelnverordnung vom 17. April 1996 vorgesehene Verwaltungszusammenarbeit bei der Kontrolle der Ursprungszeugnisse oder bei der Bekämpfung betrügerischer Praktiken nicht gewährt, sämtliche Zollpräferenzen aussetzen.10

Art. 7 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

1. Die Verordnung vom 26. Mai 198211 über die Präferenz-Zollansätze zugunsten der Entwicklungsländer wird aufgehoben. 2. Die Verordnung vom18. Oktober 199512 über die Ausfuhrbeiträge für Erzeugnisse aus Landwirtschaftsprodukten wird wie folgt geändert:

Art. 1 Abs. 2

...

[AS 1982 1050, 1992 1594, 199318 Art. 5 Ziff. 2 1482 Art. 5 Ziff. 2 2272 Art. 5 Ziff. 2, 1995 2742 4932 Art. 3 Ziff. 11 5457]

Art. 8 Inkrafttreten13

Diese Verordnung tritt am1. März 1997 in Kraft.

...14 Anhang 115

Dieser in der AS publizierte Anhang und seine Änd. werden in der SR nicht mehr wiedergegeben. Die darin enthaltenen Zollansätze kommen auch im Schweizerischen Zolltarif vor, der bei der Eidgenössischen Zollverwaltung, 3003 Bern oder beim BBL, Vertrieb Publikationen, 3003 Bern bezogen werden kann (siehe AS 1997 469, 1998 1592 Art. 4, 1999 314 Art. 7 1514 Art. 4 3582 Art. 1, 2001 2091 Anhang Ziff. 12, 2003 529 Anhang Ziff. 5).

Anhang 216

Teil 1 Liste der Entwicklungsländer und -gebiete,

denen Zollpräferenzen gewährt werden

Europa Albanien Gibraltar Bosnien-Herzegowina Serbien und Montenegro

GUS-Staaten Armenien Moldau Aserbaidschan Tadschikistan Georgien Turkmenistan Kasachstan Usbekistan Kirgisistan

Afrika Ägypten Kongo Äquatorial-Guinea Lesotho Äthiopien Liberia Algerien Libyen Angola Madagaskar Antarktis Malawi Benin Mali Botswana Mauretanien Bouvet-Insel Mauritius Brit. Geb. im Indischen Ozean Mosambik Burkina Faso Namibia Burundi Niger Dschibuti Nigeria Elfenbeinküste Rwanda Eritrea Sambia Franz. Geb. im südl. Eismeer St. Helena Gabun Sao Tomé und Principe Gambia Senegal Ghana Seychellen Guinea Sierra Leone Guinea-Bissau Somalia Kamerun Südafrika Kap Verde Sudan Kenia Swasiland

16 Bereinigt gemäss Ziff. I der V vom 28. Sept. 1998 (AS 1998 2679), der V vom 14. Juni 1999 (AS 1999 1694), der V vom5. Okt. 1999 (AS 1999 3584), Ziff. II der V vom 31. Jan. 2001 (AS 2001 720), Ziff. I der V vom 21. Nov. 2001(AS 2001 3380) Ziff. III2 der V vom 15. Juni 2002 (AS 2002 740) und Ziff. II der V vom5. März 2004, in Kraft für die Streichung von Malta seit1. Mai 2004 (AS 2004 1427).

Komoren Tansania Togo Westsahara Tschad Zaïre Tunesien Zentralafrikanische Republik Uganda Zimbabwe

Asien Afghanistan Malaysia Bahrain Malediven Bangladesch Mongolei Bhutan Myanmar (Birma) Chinaa) 17 Nepal Indien Oman Indonesien Osttimor Irak Pakistan Iran Philippinen Jemen Saudi-Arabien Kambodscha Sri Lanka Korea (Nord)b) Syrien Laos Thailand Libanon Vietnam Macaoc)

Amerika Anguilla Jamaika Antigua und Barbuda Jungfern-Inseln, Amerikanische Antillen, Niederländische Jungfern-Inseln, Britische Argentinien Kolumbien Aruba Kuba Barbados Montserrat Belize Nicaragua Bolivien Panama Brasiliend) Paraguay Chile Peru Costa Rica St. Christopher und Nevis Dominica St. Lucia Dominikanische Republik St. Pierre und Miquelon Ecuador St. Vincent und Grenadinen El Salvador Südgeorgien und Süd-Sandwich-Inseln Grenada Surinam Guatemala Trinidad und Tobago Guyana Turks- und Caicos-Inseln Haiti Uruguay Honduras Venezuela

17 Fussnoten siehe am Schluss dieses Anhangs.

Australien und Ozeanien Cook-Inseln Ozeanien, Amerikanisch Fidschi Papua-Neuguinea Französisch-Polynesien Pitcairn-Inseln Kiribati Salomonen Marianen, Nördliche Samoa Marshall-Inseln Tokelau Mikronesien Tonga Nauru Tuvalu Neukaledonien Vanuatu Niue-Inseln Wallis und Futuna-Inseln

Teil 2 Liste der ärmsten Entwicklungsländer (PMA)

Afrika Äquatorial-Guinea Mali Äthiopien Mauretanien Angola Mosambik Benin Niger Burkina Faso Rwanda Burundi Sambia Dschibuti Sao Tomé und Principe Eritrea Senegal Gambia Sierra Leone Guinea Somalia Guinea-Bissau Sudan Kap Verde Tansania Komoren Togo Lesotho Tschad Liberia Uganda Madagaskar Zaïre Malawi Zentralafrikanische Republik

Asien Afghanistan Laos Bangladesch Malediven Bhutan Myanmar Jemen Nepal Kambodscha

Amerika Haiti

Australien und Ozeanien Kiribati Tuvalu Salomonen Vanuatu Samoa

Fussnoten a) Die Präferenzansätze der Kapitel 50–64 des schweizerischen Zolltarifs18 (Spinnstoffe, Waren daraus und Schuhe) sowie der Nr. 9405.9912 (Lampenschirme) sind auf Waren mit Ursprung in diesem Land nicht anwendbar, ausgenommen: Waren der Nrn. 5001.0000, 5002.0000, ex 5007.2010 (Pongée-, Habutai-, Honan-, Shantung- oder Corahgewebe und ähnliche ostasiatische Gewebe, ganz aus Seide, nicht mit Schappeseide, Bourretteseide oder anderen Spinnstoffen gemischt. 5101.1100/1900, 5201.0090, 5307.2000, 5310.1000/9000, 5607.1010, ex 5608.9000 (Jute und Kokosprodukte), 5701.1000–5703.9000, 5705.0000, 5805.0000, 6305.1000, ex 6305.9000 (Kokosprodukte). b) Die Präferenzansätze der Kapitel 50–63 und der Nrn. 6401–6404 und 6405.9010 des schweizerischen Zolltarifs (Spinnstoffe, Waren daraus und Schuhe) sowie der Nr. 9405.9912 (Lampenschirme) sind auf Waren mit Ursprung in diesem Land nicht anwendbar. c) Die Präferenzansätze der Kapitel 50–64 des schweizerischen Zolltarifs (Spinnstoffe, Waren daraus und Schuhe) sowie der Nr. 9405.9912 (Lampenschirme) sind auf Waren mit Ursprung in diesem Land nicht anwendbar. d) Die Präferenzansätze der Nrn. 0901.1200/2200 (Kaffee) des schweizerischen Zolltarifs sind auf Waren mit Ursprung in diesem Land bis auf weiteres nicht anwendbar. Der Präferenzansatz der Nr. 2101.1100/1210 (Auszüge, Essenzen und Konzentrate aus Kaffee und Zubereitungen auf der Grundlage dieser Auszüge, Essenzen oder Konzentrate) des schweizerischen Zolltarifs beträgt für Waren mit Ursprung in diesem Land FR. 144.50 je 100 kg brutto.

Anhang 319 (Art. 1 Abs. 2)

Präferenzen für PMA im Agrarbereich ab1. April 2004

Produkt Kapitel oder Konzession für PMA ab1.4.2004 Nummer des Tarifs20 (im Verhältnis zum Normaltarif)**

Fleisch und geniessbare Schlacht- 02 55 % Zollreduktion gegenüber nebenprodukte Normaltarif (Fische, Krebstiere, Weichtiere und 03 Zollfrei andere wirbellose Wassertiere) Milch und Milchprodukte 0401 bis 0406 65 % Zollreduktion gegenüber Vogeleier 0407 und 0408 55 % Zollreduktion gegenüber (natürlicher Honig und andere 0409 und 0410 Zollfrei geniessbare Waren tierischen Ursprungs) andere Waren tierischen Ursprungs, 05 55 % Zollreduktion gegenüber anderweit weder genannt noch Normaltarif inbegriffen lebende Pflanzen und Schnittblumen 06 75 % Zollreduktion gegenüber Gemüse, Pflanzen, Wurzeln und 07 75 % Zollreduktion gegenüber Knollen zu Ernährungszwecken Normaltarif*; ausser für Futtermittel gemäss Agrareinfuhrverordnung (AEV; SR 916.01), Anhang I, Ziff. 13: 55 % Reduktion geniessbare Früchte, Schalen von 08 75 % Zollreduktion gegenüber Zitrusfrüchten oder Melonen Normaltarif*; ausser für Futtermittel gemäss Agrareinfuhrverordnung (AEV; SR 916.01), Anhang I, Ziff. 13: 55 % Reduktion (Kaffee, Tee, Mate, Gewürze) 09 Zollfrei Getreide 10 55 % Zollreduktion gegenüber Müllereierzeugnisse, Malz, Stärke, 11 55 % Zollreduktion gegenüber Inulin, Kleber von Weizen Normaltarif Ölsaaten und ölhaltige Früchte, 12 55 % Zollreduktion gegenüber verschiedene Samen und Früchte, Normaltarif Pflanzen zum Gewerbe- und Heilgebrauch lebende Tiere und Waren tierischen 01 55 % Zollreduktion gegenüber Ursprungs Normaltarif (Gummis, Harze und andere 13 Zollfrei Pflanzensäfte und -auszüge)

Produkt Kapitel oder Konzession für PMA ab1.4.2004 Nummer des Tarifs (im Verhältnis zum Normaltarif)**

Flechtstoffe und andere Waren 14 75 % Zollreduktion gegenüber pflanzlichen Ursprungs Normaltarif¸ ausser für Futtermittel tierische Öle und Fette 1501 bis 1506, 75 % Zollreduktion gegenüber 1516.1010/1099 Normaltarif; ausser für Futtermittel pflanzliche Öle und Fette 1507 bis 1515, 55 % Zollreduktion gegenüber 1516.2010/2099 Normaltarif Zubereitungen von Fleisch 1601 und 1602 55 % Zollreduktion gegenüber (Zubereitungen von Fischen, Krebs- 1603 bis 1605 Zollfrei tieren, Weichtieren oder anderen wirbellosen Tieren) Zucker und Zuckerwaren 17 75 % Zollreduktion gegenüber Normaltarif; ausser für Futtermittel Kakao und Zubereitungen aus Kakao 18 75 % Zollreduktion gegenüber Zubereitungen auf der Grundlage von 19 75 % Zollreduktion gegenüber Getreide, Mehl, Stärke und Milch; Normaltarif; ausser für Futtermittel Backwaren gemäss Agrareinfuhrverordnung Früchte- und Gemüsezubereitungen 20 75 % Zollreduktion gegenüber verschiedene Nahrungsmittel- 21 75 % Zollreduktion gegenüber zubereitungen Normaltarif¸ ausser für Futtermittel Getränke, alkoholische Getränke, 22 75 % Zollreduktion gegenüber Essig Normaltarif (plus Alkoholsteuer) Rückstände und Abfälle der 23 75 % Zollreduktion gegenüber Nahrungsmittelindustrie Normaltarif; ausser für Futtermittel Tabak 24 75 % Zollreduktion gegenüber Normaltarif (plus Tabaksteuer)

* Für Tariflinien mit Zollkontingenten wird als Referenzgrösse der Ausserkontingentszollansatz gemäss Generaltarif angewendet. ** Bisher in einzelnen Tariflinien gewährte höhere Konzessionen bleiben unverändert erhalten.