RRB Nr. 1752/2008
Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2008, 4. Serie
12 da november 2008German19 min
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Lotteriefonds, Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2008, 4. Serie
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 12. November 2008
1752. Lotteriefonds des Kantons Zürich (Allgemeine Fondsmittel, Beiträge 2008, 4. Serie) Durch Beschluss des Kantonsrates vom 2. Dezember 1991 kann der Regierungsrat in eigener Zuständigkeit aus den allgemeinen Mitteln des Lotteriefonds pro Jahr Beiträge von Fr. 8 000 000 bewilligen. Der einzelne Beitrag darf dabei Fr. 400 000 nicht übersteigen. Zulasten der Quote 2008 sind bis anhin Fr. 3 427 700 bewilligt worden. Somit stehen dem Regierungsrat für das laufende Jahr noch Fr. 4 572 300 zur Verfügung. Die Finanzdirektion beantragt im Einvernehmen mit den zuständi- gen Fachdirektionen im Rahmen einer 4. Serie 2008 die folgenden Bei- tragsleistungen aus dem Lotteriefonds
1. 100 Jahre Dampfschiff Stadt Zürich Bereich Denkmalpflege/Verkehr Gesuchstellende Verein Aktion pro Raddampfer (ApR): Der Organisation Verein setzt sich ein für den Erhalt und den Betrieb der beiden auf dem Zürichsee verkeh- renden Raddampfer «Stadt Zürich» und «Stadt Rapperswil». Beide Schiffe sind im Besitz der Zürichsee-Schifffahrtgesellschaft AG (ZSG). Der Kantonsrat hat 2003 für die Sanierung dieser Dampfer aus dem Lotteriefonds einen Beitrag von Fr. 1 060 000 bewilligt (Vorlage 4039, KRB vom 23. Juni 2003). Projektrahmen Als ältestes Schiff der ZSG feiert das Dampf- schiff «Stadt Zürich» 2009 sein 100-Jahr-Jubi- läum. Der Verein ApR möchte das Jubiläum mit elf Veranstaltungen bzw. Vorhaben feiern (Ausstellung, Publikationen, besondere Fahr- ten usw.). Die dafür budgetierten Kosten betragen insgesamt Fr. 412 732. Projektinhalt Der Verein wünscht vom Kanton für vier sei- ner Vorhaben einen Beitrag von insgesamt Fr. 86 870. Diese Vorhaben sind: – Jubiläumsschrift «100 Jahre Dampfschiff Stadt Zürich» (Kosten: Fr. 41 900; gewünsch- ter Beitrag: Fr. 26 900): Mit einer 40-seiti- gen, reich illustrierten Broschüre werden die Geschichte des Dampfschiffs, seine Technik
und Infrastruktur dargestellt. Vorgesehen ist eine Auflage von 10 000 Stück. Der vor- aussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 5. – «Literarisches Kursbuch» (Kosten: Fr. 15 600; gewünschter Beitrag: Fr. 15 600). Das Kurs- buch enthält Texte von Schriftstellerinnen und Dichtern zu den Städten und Gemein- den, die von der «Stadt Zürich» angelaufen werden. Geplant ist eine 200-seitige Publi- kation mit einer Auflage von 2000 Stück. Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt Fr. 15. – Ausstellung zur «Stadt Zürich» (Kosten: Fr. 36 840; gewünschter Beitrag: Fr. 13 320): Zwischen dem 23. und 25. April 2009 wird das Schiff am Bürkliplatz vertäut sein. Auf dem Hauptdeck wird während dieser Zeit eine Ausstellung zur Geschichte des Schiffes gezeigt. Ergänzend dazu finden Konzerte, Theater, Kindernachmittage usw. statt. – Gedenkfahrt «Stadt Zürich» (Kosten: Fr. 47 800; gewünschter Beitrag: Fr. 5000): Die Jungfernfahrt des Schiffes fand am 12. Juni 1909 statt. Zur Erinnerung an die- sen Anlass wird am 12. Juni 2009 eine Son- derfahrt durchgeführt, wobei die «Stadt Zürich» durch Oldtimer-Schiffe begleitet und von einer Super-Constellation überflo- gen wird. Kosten für die vier Vorhaben Fr. 118 620 Gewünschter Betrag Fr. 86 870 Übrige Finanzierung An den Gesamtkosten aller Anlässe beteiligen sich verschiedene Sponsoren mit Fr. 117 042. Den Restbetrag muss die ApR decken. Stellungnahmen Die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern, die Baudirektion und die Staats- kanzlei befürworten eine Beitragsleistung von Fr. 86 870. Würdigung Der Raddampfer «Stadt Zürich» ist ein be- deutendes technikgeschichtliches Denkmal. Der Verein ApR arbeitet mit grossem Engage- ment und ideenreich auf die Jubiläumsanlässe hin. Das vorgesehene, attraktive Programm kommt der interessierten Bevölkerung zugute.
Bewilligter Betrag Fr. 86 900 Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Eine Vertreterin bzw. ein Vertreter der Kan- tonalen Denkmalpflege erhält Einsitz in die Konzept- bzw. Redaktionsgruppe der Jubi- läumsschrift. – Dem Kanton sind gratis 15 Exemplare der Jubiläumsschrift und des «Literarischen Kursbuches» zuzustellen.
2. Monografie Wilfrid Moser Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung Wilfrid Moser: Die Stiftung – gegrün- Organisation det im März 2005 – bezweckt, das umfangrei- che künstlerische Schaffen und Werk des Zür- cher Kunstmalers, Plastikers und Holzschnit- zers Wilfrid Moser (1914–1997) zu erhalten und zu fördern. U. a. mit Ausstellungen und Veröffentlichungen soll sein Werk einer breite- ren Öffentlichkeit bekannter gemacht werden. Projektrahmen Vom 27. Februar bis Mitte Mai 2009 findet im Kunstmuseum Bern eine grosse Retrospektive zu Moser statt. Anschliessend wird die Aus- stellung in Locarno gezeigt. Zu den Ausstel- lungen erscheint eine Monografie. Der Verein wünscht eine Beteiligung des Kantons an den Kosten dieser Publikation. Projektinhalt In der rund 300 Seiten starken Monografie werden Leben und Werk des Künstlers aus- führlich behandelt. Das von einem Kunsthis- toriker verfasste Werk erscheint im Verlag Scheidegger & Spiess (Auflage in Deutsch: 2000 Exemplare; in Italienisch: 1000 Exemp- lare). Der voraussichtliche Verkaufspreis beträgt rund Fr. 100. Gesamtkosten (für die Monografie D/I) Fr. 205 000 Gewünschter Betrag Fr. 20 000 Übrige Finanzierung Der Kanton Bern wurde um einen Beitrag von Fr. 10 000 angefragt. Die Stadt Zürich hat einen Beitrag von Fr. 15 000 zugesagt. Pro Hel- vetia, die Stadt Locarno und der Kanton Tes- sin beteiligen sich mit Fr. 39 200. Von verschie-
denen Stiftungen sind Fr. 60 000 zugesichert. Aus dem Verkauf der Publikationen werden Fr. 20 000 erwartet. Der verbleibende Restbe- trag ist durch die Stiftung zu decken. Stellungnahme Die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern befürwortet einen Beitrag von Fr. 20 000. Würdigung Zwar besteht die gesuchstellende Organisation erst seit 2005 und kann somit den vom Lotte- riefonds üblicherweise geforderten Leistungs- ausweis von rund fünf Jahren nicht erbringen. Doch wird der künstlerische Nachlass Mosers bereits seit 1997 aktiv betreut. Das internatio- nal anerkannte Werk von Moser gilt als eines der vielfältigsten in der Schweizer Kunst des
20. Jahrhunderts. Es ist angebracht, die Bemü- hungen der Stiftung zu unterstützen. Bewilligter Betrag Fr. 20 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis fünf Belegsexemplare der deutschsprachigen Monografie zugestellt werden.
3. René Burri: Vintageprints «Le Corbusier» Bereich Kultur Gesuchstellende Museum für Gestaltung Zürich: Als Teil der Organisation Zürcher Hochschule der Künste ist das Mu- seum für Gestaltung Zürich eine kantonale Institution. Zweck seiner Museums- und Sammlungsarbeit sind das Sammeln, Doku- mentieren und Ausstellen sowie der Erhalt und das Zugänglichmachen wesentlicher Kul- turgüter aus den Bereichen Design, Grafik und Visuelle Kommunikation. Dazu zählt auch die Fotografie. Projektrahmen Der Zürcher Fotograf René Burri zählt zu den wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Als visueller Chronist und persönlicher Foto- graf des Architekten Le Corbusier besitzt er eine weltweit einmalige Sammlung von über 150 Vintageprints (Abzüge, die unmittelbar nach Entstehung des Negativs vom Fotografen selbst hergestellt wurden) zu Le Corbusier.
Projektinhalt Es ist der Wunsch von René Burri, dass diese Abzüge an seiner ehemaligen Ausbildungs- stätte – der damaligen Kunstgewerbeschule Zürich – der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Obwohl einzelne seiner Vintageprints heute Marktpreise von bis zu Fr. 20 000 erzie- len und ein Angebot aus Japan in der Grösse von 1,8 Mio. Franken vorliegt, bietet er seine Sammlung dem Museum zum Preis von Fr. 1 440 000 an, lässt jedoch gleichzeitig die Möglichkeit einer Preissenkung offen. 2010 sollen die Fotografien erstmals in Zürich (voraussichtlich im Museum für Gestaltung) gezeigt werden. Gesamtkosten einschliesslich Katalogisierung, Dokumenta- tion usw. Fr. 1 498 000 Gewünschter Betrag Fr. 400 000 Übrige Finanzierung Die Stadt Zürich beteiligt sich mit Fr. 100 000. Von verschiedenen Stiftungen und Unterneh- men werden Fr. 900 000 erwartet. Einen ver- bleibenden Restbetrag hätte das Museum zu übernehmen. Es hat Aufwendungen von Fr. 58 000 für Katalogisierung, Dokumentation usw. budgetiert. Stellungnahmen Die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern und die Bildungsdirektion be- fürworten eine Beitragsleistung von Fr. 400 000, verbunden mit Auflagen. Bemerkung Das Museum für Gestaltung erachtet einen Kaufpreis von 1,3 Mio. Franken als möglich. Mit Katalogisierungs- und Dokumentations- arbeiten entstünden somit Gesamtkosten von Fr. 1 358 000. Unter dieser Voraussetzung und gemäss Finanzierungsplan, wonach Dritte 1 Mio. Franken an den Kauf beisteuern könnten, würde ein Beitrag des Kantons von Fr. 400 000 zu einer Überfinanzierung führen. Ein Höchst- beitrag von Fr. 300 000 ist hingegen gerechtfer- tigt. Es wäre zwar sinnvoll, wenn die erworbenen Fotografien in die Sammlung der Fotostiftung Schweiz in Winterthur eingegliedert werden könnten. Dem steht aber der Wunsch von René Burri entgegen.
Würdigung Mit seiner Unterstützung ermöglicht der Kan- ton den Erwerb einer weltweit einmaligen Fotosammlung eines bedeutenden Zürcher Fotografen. Bewilligter Betrag Fr. 300 000 Auflagen Die Auszahlung des Beitrages ist an die Auf- lagen gebunden, dass, – das Museum für Gestaltung Zürich dem Lotteriefonds die fachgerechte konservato- rische Aufbewahrung der anzukaufenden Vintageprints nachweist und – die Restfinanzierung gesichert ist. Sollte mit dem Beitrag des Kantons eine Überfinan- zierung entstehen, wird nur der Anteil aus- bezahlt, der zur Deckung der Restkosten notwendig ist.
4. Publikation «Neuzeitliche Schiffswracks in der Schweiz» Bereich Kultur/Archäologie Gesuchstellende Schweizerischer Burgenverein: Der Verein be- Organisation steht seit 1927 und fördert die Forschung vor allem auf den Gebieten der Burgenkunde, des Befestigungswesens, der Siedlungsgeschichte sowie der mittelalterlichen Sachkultur. Gleich- zeitig unterstützt er die archäologische Erfor- schung und die Erhaltung baulicher Zeugen vornehmlich des Mittelalters. Projektrahmen Bis zur Einführung der Dampfschifffahrt bzw. bis zum Ausbau des Eisenbahnnetzes im
19. Jahrhundert waren hölzerne Segelschiffe auf allen Schweizer Seen das wichtigste Las- tentransportmittel. Allerdings ist über die Bauweise und Entwicklungsgeschichte dieser Wasserfahrzeuge nur sehr wenig bekannt. Wich- tigste Informationsquelle sind die Schiffswracks unter Wasser. Projektinhalt Mit der Publikation «Neuzeitliche Schiffs- wracks» werden erstmals die (vor allem aus taucharchäologischen Untersuchungen bekann- ten) gesunkenen Schiffe in Deutschschweizer Seen vorgestellt. Darin nehmen Wracks in Zürcher Seen einen wichtigen Teil ein. Da- rüber hinaus ermöglicht das 200-seitige, illust-
rierte Buch einen Einblick in die Technik- und Wirtschaftsgeschichte der Deutschschweiz. Es richtet sich sowohl an Wissenschafterinnen und Wissenschafter als auch an interessierte Laien. Es erscheint in einer Auflage von 1600 Exemplaren in der Edition Archart in Muri AG (Reihe «Schweizer Beiträge zur Kultur- geschichte und Archäologie des Mittelalters»). Der Verkaufspreis beträgt voraussichtlich Fr. 55. Gesamtkosten Fr. 79 400 Gewünschter Betrag Fr. 12 000 Übrige Finanzierung Die Kantone Thurgau, St. Gallen, Luzern, Nid- walden, Zug und Bern wurden um einen Bei- trag von insgesamt Fr. 18 000 angefragt. Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften beteiligt sich mit Fr. 24 000. Verschiedene Stiftungen und Spender haben Fr. 9500 zugesichert. Aus dem Verkauf der Publikation werden Einnahmen von rund Fr. 3600 erwartet. Den Restbetrag muss der Verein als Eigenleistung übernehmen. Stellungnahme Aufgrund des inhaltlichen Bezugs zum Kanton befürwortet die Baudirektion eine Beitrags- leistung. Sie erachtet jedoch – wie auch die Finanzdirektion – einen Beitrag von Fr. 12 000 im Vergleich zu den von anderen Kantonen gewünschten Beiträgen als zu hoch. Ein Bei- trag von Fr. 10 000 ist angemessen. Würdigung Das Buch enthält zahlreiche noch unveröffent- lichte Fundberichte zu Schiffswracks aus dem Zürichsee. Der Autor hat zudem viele Schrift- und Bildquellen zur Region Zürich ausgewer- tet. Bewilligter Betrag Fr. 10 000 Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Dem Kanton werden gratis fünfzehn Be- legsexemplare zugestellt. – Zurzeit bringt die Kantonsarchäologie an ausgewählten Orten im Kanton kulturhisto- rische Informationstafeln an. Am Standort des Schiffswracks von Stäfa-Kehlhof hat
der Burgenverein eine Unterwassertafel zu montieren. Der Text dieser Tafel ist mit der Kantonsarchäologie abzusprechen.
5. Publikation «Die Nationalbahn. Geschichte einer ‹Volksbahn›» Bereich Volkswirtschaft/Verkehr Gesuchstellende Person Christian Jossi: Der Gesuchsteller ist Histori- ker und arbeitet als Dokumentalist und Autor. Projektrahmen In den 1870er-Jahren wurde von den Gemein- den Winterthur, Baden, Lenzburg und Zofin- gen zwischen Singen und Zofingen eine Natio- nalbahn gebaut, die allerdings bereits ein Jahr nach der Eröffnung zwangsliquidiert werden musste. Projektinhalt Mit der Publikation «Die Nationalbahn» möchte eine Gruppe von Industriearchäolo- gen, Historikern, Journalisten und Verkehrs- planern erstmals die Hintergründe der Natio- nalbahn-Geschichte einem breiten Publikum näher bringen und insbesondere die Bezüge zu Winterthur aufarbeiten. Das illustrierte, 160-seitige Buch umfasst sechs Einzelbeiträge. Es wird in einer Auflage von 1300 Exemplaren 2009 im Chronos-Verlag Zürich zu einem Preis von Fr. 29 erscheinen. Gesamtkosten Fr. 50 000 Gewünschter Betrag Fr. 10 000 Übrige Finanzierung Der Kanton Aargau beteiligt sich mit Fr. 8000. Die Stadt Winterthur hat Fr. 4000 zugesichert. Die Städte Zofingen und Baden wurden um einen Beitrag von insgesamt Fr. 2000 ange- fragt, verschiedene Stiftungen und Sponsoren wurden um einen Beitrag von insgesamt Fr. 14 000 ersucht. Aus dem Verkauf der Publi- kation werden Fr. 12 000 erwartet. Stellungnahme Die Volkswirtschaftsdirektion befürwortet eine Beitragsleistung von Fr. 10 000. Würdigung Die Publikation wird ein Grundlagenwerk. Es ist wünschenswert, dass die neu gewonnenen Erkenntnisse über die Geschichte und das Debakel der Nationalbahn einem interessier- ten Publikum zur Verfügung stehen. Bewilligter Betrag Fr. 10 000
Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis zehn Belegsexemplare zugestellt werden.
6. Renovation des «Treffs» für Menschen mit einer geistigen Behinderung Bereich Soziales Gesuchstellende Verein insieme Zürich Stadt und Bezirk Meilen: Organisation Der Verein bezweckt die Wahrung der Inte- ressen und die Förderung vorwiegend geistig behinderter Menschen in allen Lebensberei- chen. Er ist bestrebt, Menschen mit einer Behinderung eine gesunde und fröhliche Gestaltung der Freizeit zu ermöglichen. Projektrahmen Seit 20 Jahren führt der Verein den «Treff», ein Begegnungs- und Kulturzentrum für Men- schen mit geistiger Behinderung. Dort steht ihnen ein vielfältiges Freizeitangebot offen (Disco, Konzerte, Theater-, Filmvorführungen, Ping-Pong-Turniere, Lottoabende, Internet- Corner usw.). Der Treff erfreut sich grosser Beliebtheit, er wird pro Jahr von rund 12 000 Menschen aus der Stadt Zürich und Umge- bung besucht. Projektinhalt Nach 20-jährigem Betrieb sind bauliche An- passungen und Erneuerungen notwendig. Ge- plant sind allgemeine Renovations- und Aus- besserungsarbeiten, der Ausbau der Terrasse, der Einbau einer Telefonkabine, einer Bar- theke, einer Infowand, einer Computernische und von Schränken und Sitzbänken, die Ver- besserung der Beleuchtung sowie die Anpas- sung des Rollstuhleingangs an feuerpolizeili- che Vorgaben. Gesamtkosten Fr. 180 000 Gewünschter Betrag Fr. 30 000 Übrige Finanzierung Von der Stadt Zürich sind Fr. 4500 zugesichert. Herrliberg und Zollikon haben einen Beitrag von insgesamt Fr. 9000 zugesagt. Verschiedene Stiftungen und Kirchgemeinden beteiligen sich mit Fr. 102 000. Bemerkung Die Stadt Zürich unterstützt den «Treff» mit einem jährlichen Betriebsbeitrag von Fr. 80 000. Es ist deshalb gerechtfertigt, dass sich der Kanton an der Renovation mit einem höheren
Investitionsbeitrag als die Stadt Zürich betei- ligt. Stellungnahmen Die Sicherheitsdirektion und die Baudirek- tion befürworten einen Beitrag von Fr. 30 000. Würdigung Der Verein erbringt mit seinem «Treff» einen wesentlichen Beitrag zur Freizeitgestaltung und Förderung von Menschen mit einer geisti- gen Behinderung im Kanton Zürich. Dadurch entlastet er Angehörige, Behinderteneinrich- tungen und die öffentliche Hand. Bewilligter Betrag Fr. 30 000 Empfehlung Der Verein insieme ist darauf hinzuweisen, dass die Sitzbänke so auszugestalten sind, dass bei den Schaufensterkonvektoren kein Wärme- stau entsteht.
7. Erneuerungsprojekte des Tibet-Instituts Rikon Bereich Kultur Gesuchstellende Tibet-Institut Rikon: Das Institut wurde 1968 Organisation gegründet. Es sorgt für die geistliche Betreuung der Tibetergemeinschaft in der Schweiz, be- treibt eine wissenschaftliche Tibet-Bibliothek und setzt sich ein für den Dialog zwischen der westlichen und der tibetischen Kultur. Das Institut erhielt aus dem Lotteriefonds bis anhin vier Beiträge von insgesamt Fr. 320 000, letztmals mit RRB Nr. 1422/2002 einen Bei- trag von Fr. 245 000 für die Katalogisierung der Bibliothek. Es feiert 2008 sein 40-Jahr- Jubiläum. Projektrahmen Im Zusammenhang mit dem Jubiläum sollen das Klostergebäude saniert und der Betrieb der wissenschaftlichen Bibliothek verbessert werden, gleichzeitig soll der Kulturaustausch verstärkt werden. Insgesamt plant das Institut acht Teilprojekte (Gesamtkosten: Fr. 421 000) und ersucht den Kanton, diese mit einem Bei- trag von insgesamt Fr. 349 000 zu unterstützen. Aufgrund der Fondsrichtlinien ist jedoch die Unterstützung zweier dieser Teilprojekte aus- geschlossen: So ist kein Beitrag zur Mitfinan- zierung der «Jubiläumsfeier mit dem Dalai Lama» in Winterthur (gewünschter Beitrag:
Fr. 25 000) und der «Tagung interkultureller Dialog» (gewünschter Beitrag: Fr. 20 000) mög- lich. Projektinhalt Eine Beitragsleistung ist zugunsten der fol- genden Projekte möglich: – Die privaten Schmutz- und Meteorwasser- Leitungen müssen gemäss behördlicher Vor- gaben ersetzt werden (Kosten: Fr. 205 000; gewünschter Beitrag: Fr. 194 000). – Die Innenräume des Klosters (öffentlicher Versammlungs- und Schulungsraum, Mönch- und Gastzellen, Sekretariat usw.) müssen neu gestrichen werden (Kosten: Fr. 52 000; gewünschter Beitrag: Fr. 40 000). – Die Bibliothek des Klosters – eine der welt- weit grössten tibetischen Fachbibliotheken – wird als Präsenzbibliothek geführt. Vorge- sehen ist, zukünftig bei einem Grossteil des Bestandes Ausleihen zu ermöglichen. Die dafür vorgesehenen Bücher müssen mit einem Strichcode gekennzeichnet und im System des Bibliotheken-Informationsver- bundes entsprechend vermerkt werden (Kosten: Fr. 34 000; gewünschter Beitrag: Fr. 24 000). – Im Werd-Verlag Zürich erscheint eine Ver- öffentlichung mit dem Titel «Tibetisches Juwel – Buddhismus und westliche Welt im Gespräch», in dem auch die Geschichte des Klosters dargestellt wird. Gleichzeitig ist die Herausgabe eines Lehrbuches Deutsch- Tibetisch vorgesehen (Kosten insgesamt: Fr. 46 000; gewünschter Beitrag Fr. 31 000). – Zudem stehen mehrere kleine Anschaffun- gen (Beamer, Leinwand, Abwaschmaschine usw.) an (Kosten: Fr. 21 000; gewünschter Beitrag: Fr. 15 000). Die Gesamtkosten dieser Vorhaben betragen Fr. 358 000. Der Kanton wird ersucht, sich da- ran mit Fr. 304 000 zu beteiligen. Gesamtkosten der ausgewählten Vorhaben Fr. 358 000 Gewünschter Betrag an die ausgewählten Vorhaben Fr. 304 000 Übrige Finanzierung Die Gemeinde Zell beteiligt sich mit Fr. 1000.
Von verschiedenen Sponsoren werden Fr. 20 000 erwartet. Die verbleibenden Restkosten muss das Institut übernehmen. Stellungnahmen Die Baudirektion hat die Bauprojekte geprüft. Sie befürwortet eine Unterstützung dieser Vorhaben mit den Beträgen, um die das Tibet- Institut ersucht hat. Die Bildungsdirektion, der das Bibliotheks-Teilvorhaben vorgelegt wurde, beurteilt den dafür gewünschten Betrag von Fr. 24 000 als angemessen. Die Fachstelle Kul- tur der Direktion der Justiz und des Innern, der sämtliche Vorhaben vorgelegt wurden, spricht sich für eine Beitragsleistung von ins- gesamt Fr. 304 000 aus. Würdigung Während vier Jahrzehnten hat das Institut tibetische Flüchtlinge in der ganzen Schweiz geistlich betreut und war Dialogpartner für viele westliche Menschen. Zudem hat sich das Institut einer Zusammenarbeit mit der Uni- versität Zürich geöffnet. Aus Wertschätzung dieser Leistung und weil die Vorhaben aus- gewiesen sind, ist eine Beitragsleistung von Fr. 304 000 angemessen. Bewilligter Betrag Fr. 304 000 Auflage Die Gewährung des Beitrages ist an die Auf- lage gebunden, dass dem Kanton gratis je zwei Belegexemplare der beiden Jubiläumspubli- kationen zugestellt werden.
8. Aufbauarbeiten am Projekt «Kulturwege Schweiz» Bereich Kultur Gesuchstellende Stiftung ViaStoria: Die Stiftung entstand aus Organisation der Fachorganisation Inventar historischer Ver- kehrswege (IHV) der Schweiz. Sie unterstützt die Erforschung, den Erhalt und die sachge- rechte Nutzung historischer Verkehrswege. Sie ist Dachorganisation für regionale Organisa- tionen, welche einen der «Kulturwege Schweiz» oder eine ViaRegio-Route betreuen. Projektrahmen Zwölf nationale historische Verkehrswege (z. B. Via Gottardo, Via Spluga, Via Romana) bilden das Netz der «Kulturwege Schweiz».
Die Routen verlaufen auf historischen Wegen und vernetzen Kulturlandschaft und Kultur- denkmäler. Darauf baut eine grosse Anzahl von sogenannten ViaRegio-Routen auf (histo- rische Verkehrswege geringerer Bedeutung), die lokale touristische Angebote sowie natur- und kulturlandschaftliche Sehenswürdigkei- ten verbinden. ViaStoria wünscht vom Kanton einen Beitrag zum Aufbau der drei Kultur- wege ViaRhenana, ViaJacobi und ViaGot- tardo und einen Beitrag für das «Erlebnis- magazin» (in dem die drei Kulturwege einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden). Projektinhalt Die geplante ViaRhenana (Konstanz–Basel) bringt den ehemals erstrangigen Verkehrsträ- ger der Rhein-Wasserstrasse in einen histori- schen Zusammenhang. Die ViaJacobi (Ror- schach–Genf) verläuft auf der Route des mit- telalterlichen Pilgerwegs durch das Zürcher Oberland. Die ViaGottardo (Basel/Schaffhau- sen-Chiasso) umfasst auch den Zürcher Zu- bringer zum Gotthard, der während Jahrhun- derten Landschaft und Gewerbe entscheidend mitprägte. Der Beitrag des Kantons wird benötigt für die Beschilderung, für Begleitpublikationen (Flyers usw.) und die Vermarktung der drei erwähnten Verkehrswege insgesamt (ViaJacobi: Fr. 5000; ViaGottardo: Fr. 30 000; ViaRhenana: Fr. 95 000, Total Fr. 130 000). Das Erlebnisma- gazin Ostschweiz, wofür Fr. 40 000 gewünscht werden, ist die entsprechende Informations- und Werbeschrift. Es bietet u. a. die Möglich- keit, die Zürcher Verkehrsgeschichte in einem grösseren geografischen Zusammenhang dar- zustellen. Gesamtkosten für die drei Kulturwege und Magazin Fr. 2 388 000 Gewünschter Betrag Fr. 170 000 Übrige Finanzierung Die übrigen Kosten müssen durch den Bund (Fr. 582 000 bewilligt), anteilsmässig durch die betroffenen Kantone, durch Gemeinden und Tourismusorganisationen gedeckt werden.
Stellungnahmen Die Volkswirtschaftsdirektion begrüsst eine Beitragsleistung. Die Baudirektion empfiehlt ebenfalls eine Beitragsleistung, geht aber davon aus, dass das Teilprojekt ViaGottardo (Fr. 30000) nicht unterstützt werden könne. Bemerkung Mit RRB Nr. 1818/2007 wurde das Projekt ViaGottardo im Rahmen der Inlandhilfe 2007 mit einem Beitrag von Fr. 100 000 unterstützt. Mit diesem Beitrag wurden ausschliesslich Baumassnahmen im Raum des Gotthardpas- ses (Sicherung des Weges, Beschilderung usw.) finanziert. Das nun vorgelegte Projekt betrifft nur den Zürcher Teil der ViaGottardo. Die Richtlinien des Lotteriefonds erlauben nicht, ein- und dasselbe Projekt innerhalb dreier Jahre zweimal zu unterstützen. Im vorliegen- den Fall läuft das Projekt zwar unter demsel- ben Namen, ist aber in sich klar abgeschlossen, sodass eine Unterstützung aus Sicht der Finanzdirektion möglich ist. Es wäre zudem nicht sinnvoll, wenn als Folge der Unterstüt- zung eines ausserkantonalen Projektteils ver- hindert würde, einen zürcherischen zu unter- stützen. Würdigung Dem regionalen Projekt kommt insgesamt grosse Bedeutung zu: Neben einer Aufwer- tung des Wanderwegnetzes bedeutet es die Umsetzung des mit öffentlichen Mitteln erar- beiteten IHV. Für die breitere Öffentlichkeit bilden die «Kulturwege Schweiz» ein zusätzli- ches kulturhistorisches Angebot. Gleichzeitig schafft es für den Tourismus eine gute Werbe- und Informationsplattform. Bewilligter Betrag Fr. 170 000 Auflagen Die Gewährung des Betrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Dem Kanton sind sämtliche Karten, Flyers usw., die mit den Kulturwegen innerhalb des Kantons in Zusammenhang stehen, je- weils in dreifacher Ausführung gratis zuzu- stellen. – Die finanzielle Beteiligung des Kantons ist in den Veröffentlichungen von ViaStoria zu erwähnen.
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980): Fr.
1. Verein Aktion pro Raddampfer (ApR) Jubiläumsbeitrag 86 900
2. Stiftung Wilfrid Moser Publikationsbeitrag 20 000
3. Museum für Gestaltung Zürich Beitrag für Ankauf 300 000
4. Schweizerischer Burgenverein Publikationsbeitrag 10 000
5. Christian Jossi Publikationsbeitrag 10 000
6. Verein insieme Zürich Stadt und Bezirk Meilen Investitionsbeitrag 30 000
7. Tibet-Institut Rikon Investitionsbeitrag 304 000
8. ViaStoria Investitionsbeitrag 170 000 Total 930 900
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates und die Finanz- direktion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi