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Decision

RRB Nr. 36/2009

Lotteriefonds, Inlandhilfe 2008, Ermächtigung

6 da schaner 2009German17 min

Source zh.ch

Lotteriefonds, Inlandhilfe 2008, Ermächtigung

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 6. Januar 2009

36. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Inlandhilfe 2008

Erwägungen

1. Einleitung

1.1 Allgemeines Mit Vorlage 4415 (KRB vom 5. November 2007) bewilligte der Kan- tonsrat dem Regierungsrat einen Rahmenkredit von 16 Mio. Franken für die Inlandhilfe 2007 bis 2010. Dem Regierungsrat stehen somit für diesen Zeitraum jährlich 4 Mio. Franken zur Mitfinanzierung von Ein- zelprojekten mit je höchstens Fr. 400 000 zur Verfügung. Die Kriterien für die Auswahl der Inlandhilfeprojekte sind in den «Richtlinien über Beiträge an Katastrophen-, Ausland- und Inlandhilfe- vorhaben» festgelegt. Ab 2008 gelten – in Abhängigkeit von der Neuge- staltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) – neue Vergabekriterien (vgl. Abschnitt 2). Mit seiner Inlandhilfe möchte der Kanton folgende Ziele erreichen. Er will – zur Verhinderung von Katastrophen und zur Bewältigung der Folgen von Katastrophen beitragen, – beim Erhalt bedeutender Kulturobjekte mithelfen, – regional wichtige Alpwirtschaftsvorhaben und – regional bedeutungsvolle Natur- und Umweltschutzprojekte, die bei der Bevölkerung akzeptiert sind, fördern und – über die konkrete Hilfeleistung hinaus ein Zeichen der Solidarität setzen. Der Kanton berücksichtigt in der Regel nur Projekte aus finanz- schwachen Gebieten der Kantone Graubünden, Tessin, Uri und des Oberwallis. Im Bereich Inlandhilfe arbeitet der Kanton mit drei Hauptpartnern zusammen. Dies sind: – die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB), – die Schweizer Berghilfe (SB) und – die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL). Sie legen dem Kanton jährlich bereits vor der eigentlichen Gesuchs- eingabe zahlreiche Projekte vor, unter denen in Absprache mit dem Lotteriefonds eine Auswahl für die Gesuchseingabe getroffen wird. Andere Organisationen reichen dem Kanton einzelfallweise Inland- hilfe-Gesuche ein.

Für 2008 haben die drei erwähnten Organisationen sowie die Stiftung Bildungswerkstatt Bergwald (BWBW) insgesamt 16 Projekte in der Gesamtsumme von Fr. 4 065 000 eingereicht. Hinzu kommt ein Gesuch der SPB von Fr. 300 000, das für 2007 eingereicht worden war, mangels Detailunterlagen 2007 aber noch nicht abschliessend beurteilt werden konnte. Die SB hat – auch um den Spielraum bei den neuen Vergabe- kriterien auszuloten (vgl. Abschnitt 2) – dem Kanton zwei kritische Vorhaben eingereicht. Die Gesuchsdossiers gingen zur Prüfung an die fachlich zuständigen Direktionen (sämtliche Eingaben gingen an die Baudirektion, zusätzlich ging je eine Eingabe an die Bildungs-, an die Volkswirtschafts- und an die Gesundheitsdirektion). Deren Stellung- nahmen bzw. Priorisierungen waren entscheidend für die Berücksichti- gung eines Projektes bzw. das Festlegen der jeweiligen Beitragshöhe. Von den insgesamt 16 Projekten wurden sechs Vorhaben nicht in den Antrag übernommen. Es sind dies: Projektbezeichnung/-inhalt Begründung Gesuch der SPB um einen Beitrag von Das Projekt konnte dank einer Spende in Fr. 100 000 zur Instandstellung von Hoch- der Zwischenzeit finanziert werden. wasserbauten in der Gemeinde Lavin GR Gesuch der SPB um einen Beitrag von Noch fehlen Detailunterlagen für die ge- Fr. 400 000 zur Behebung von Unwetter- nauere Prüfung des Gesuches. Es wird allen- schäden im Patriziato di Biasca TI falls 2009 berücksichtigt. Gesuch der SB um einen Beitrag von Das Projekt wird als NRP-Vorhaben (Neue Fr. 210 000 für Aufwertungsmassnahmen Regionalpolitik) zum grössten Teil vom der Region San Gottardo Bund finanziert. NRP-Vorhaben werden im Rahmen der Inlandhilfe nicht berücksichtigt (vgl. Abschnitt 2). Gesuch der SB um einen Beitrag von Das Infrastruktur-Vorhaben entspricht nicht Fr. 210 000 für die Sanierung des Arzthauses mehr den neuen Vergabekriterien (vgl. Ab- Tiefencastel GR schnitt 2). Gesuch der SL um einen Beitrag von Das Vorhaben muss in Teilen überarbeitet Fr. 185 000 für die Wiederinstandstellung werden. Es wird allenfalls 2009 berücksich- der Kastanienselven der Gemeinde Maggia TI tigt. Gesuch der SB um einen Beitrag von Das Projekt wurde als reine Tourismus- Fr. 210 000 zur Förderung der «ViaStockalper» förderung abgelehnt.

Es ist nicht Absicht des Regierungsrates, die verfügbare Inlandhilfe- Gesamtsumme zwingend auszuschöpfen. Vielmehr werden nur Projekte berücksichtigt, die von den zuständigen Fachdirektionen zur Mitfinan- zierung empfohlen sind. In mehreren Fällen hat der Kanton den nach- gesuchten Betrag gekürzt. Die gesuchstellenden Organisationen sind darüber orientiert. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Fehlbeträge werden entweder durch (zusätzliche) Eigenleistungen bzw. Spenden- gelder oder durch eine zeitliche Staffelung der Projekte aufgefangen.

2. Neue Vergabekriterien ab 2008 Die NFA hatte zur Folge, dass die Unterstützungskriterien für Inland- hilfevorhaben angepasst werden mussten. Da der Kanton über seinen NFA-Beitrag indirekt Infrastrukturprojekte im Berggebiet mitfinan- ziert, werden seit 2008 klassische Infrastrukturprojekte (Bau und Sanie- rung von Wasserversorgungs- und Wasserentsorgungseinrichtungen, Bau und Sanierung von Verkehrs- und Schutzeinrichtungen, Bau und Sanie- rung von Spital- und Pflegeeinrichtungen usw.) nicht mehr unterstützt. Hingegen kann der Kanton vermehrt Vorhaben zum Erhalt von regio- nal bedeutendem Kulturgut mitfinanzieren. Allerdings müssen diese Objekte der öffentlichen Nutzung dienen. Weiterhin möglich sind Bei- träge an Alpwirtschaftsvorhaben (Sanierungen, Erschliessungen) und an Vorhaben, die zum Schutz vor oder zur Bewältigung von Naturkatastro- phen dienen. Nachdem die SB dem Kanton für 2008 ein Neues Regional Politik- Vorhaben (NRP-Vorhaben) eingereicht hat, äusserten sich die Bau- direktion und die Volkswirtschaftsdirektion grundsätzlich kritisch bzw. ablehnend gegenüber der Unterstützung von NRP-Projekten. Bereits im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens zur NRP hatte der Kanton die Ansicht vertreten, das Ziel des interregionalen Ausgleichs sei durch die NFA genügend abgedeckt. Es kommt hinzu, dass der Kanton gemäss NRP-Verordnung vom Anwendungsbereich der NRP ausgeschlossen ist.

3. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält die notwendigen Kurzinformationen zum jeweiligen Projekt. Angege- ben sind dabei auch die Projektbegleitkosten (PBK), welche die jewei- lige Organisation allenfalls vom Kanton wünscht. Die SPB deckt ihre PBK aus allgemeinen Spendengeldern und wünscht folglich vom Kan- ton keinen PBK-Anteil. Die SB, die SL und die BWBW wünschen PBK von 5% bzw. 15% (vgl. Abschnitte 3.2 bis 3.4).

3.1 Projekte der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, SPB (Projekte Nrn. 1–3) Anzahl Gesamtsumme in Fr. Eingereichte Projekte 6 1 600 000 Berücksichtigte Projekte 3 600 000

1) Gemeinde Says, Gesamtmelioration Bezirk/Kanton Churer Rheintal, Graubünden Verantwortlich Gemeinde Says, Meliorationsgenossenschaft für das Projekt

Projektbeschrieb Says führt eine Gesamtmelioration durch. Das Vorhaben berücksichtigt Vorgaben und Inte- ressen seitens Raumplanung, Land- und Forst- wirtschaft sowie Natur- und Landschafts- schutzanliegen und hebt sich somit deutlich ab von Meliorationen, die vor allem der Rationa- lisierung und der Produktionssteigerung in der Landwirtschaft dienten. Die Melioration macht den Neubau von Land- wirtschafts- und Forstwegen notwendig. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner der Gemein- de Says Kosten Fr. 16 098 000 Finanzierung – Bund und Kanton GR Fr. 13 601 250 – Patengemeinde Widen Fr. 200 000 – Spenden Fr. 10 000 – Übrige Fr. 320 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 1 966 750 sind durch die Gemeinde Says und die Meliora- tionsgenossenschaft zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Stellungnahme Die Baudirektion befürwortet einen Beitrag von Fr. 400 000. Sie betont, dass das Vorhaben nachhaltigen Charakter aufweise und der Er- haltung einer artenreichen, vielfältigen Land- schaft Rechnung trägt. Beitrag des Kantons Fr. 400 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre Projektbegleitkosten mit allgemeinen Spenden. 2) Gemeinde Maggia; Ausbau von Alphütten Bezirk/Kanton Valle Maggia, Tessin Verantwortlich Patriziato di Maggia für das Projekt Projektbeschrieb Das Patriziato hat von den Besitzern der Alp Masnèe fünf Steinhütten mit Granitdächern erhalten, um diese wiederherzustellen und zu einer Unterkunft für Bergsteigerinnen und Bergsteiger sowie Wandererinnen und Wande- rer auszubauen. Mit dem Vorhaben soll einer- seits wertvolles Kulturgut erhalten und ander- seits ein sanfter Tourismus in dieser von Ab- wanderung bedrohten Bergregion gefördert werden.

Begünstigte Touristinnen und Touristen Kosten Fr. 500 000 Finanzierung – Bund Fr. 125 000 – Kanton TI Fr. 75 000 – Gemeinde Maggia Fr. 30 000 – Spenden Fr. 75 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 195 000 sind durch das Patriziato di Maggia zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 100 000 Stellungnahme Die Baudirektion empfiehlt eine Beitragsleis- tung von Fr. 100 000. Sie bezeichnet das Vorha- ben als sorgfältig geplant und sinnvoll. Die verhältnismässig hohen Kosten erklären sich durch die Ausführung des Projektes mit tradi- tionellen Techniken und Materialien. Beitrag des Kantons Fr. 100 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre Projektbegleitkosten mit allgemeinen Spenden. 3) Roggenbrotbäckerei Erschmatt Bezirk/Kanton Rhonetal, Wallis Verantwortlich Gemeinde Erschmatt für das Projekt Projektbeschrieb In Erschmatt soll die in dieser Gegend seit Jahrhunderten bestehende Tradition des Rog- genanbaus und Roggenbrotbackens gefördert bzw. wiederbelebt werden. Zur Verwirklichung dieses Ziels wird ein Gebäude für ein kanto- nales und später auch nationales Zentrum des Roggenbrotbackens und des Roggens (ein- schliesslich einer Roggenbäckerei) erstellt. Das Zentrum möchte verschiedene alte Rog- gensorten anbauen, Rezepte für die Verwen- dung von Roggen sammeln, entwickeln und verbreiten sowie Touristinnen und Touristen die Möglichkeit bieten, die alte Tradition des Roggenbrotbackens kennenzulernen. Begünstigte Touristinnen und Touristen, Bewohnerinnen und Bewohner von Erschmatt Kosten Fr. 1 670 000 Finanzierung Bund und Kanton VS Fr. 668 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 1 002 000 sind durch die Gemeinde Erschmatt zu decken.

Vom Verein zur Förderung regionaler Projek- te «Region Leuk» ist ein zinsloser, rückzahl- barer Kredit von bis zu Fr. 482 000 in Aussicht gestellt worden. Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Stellungnahme Die Baudirektion befürwortet eine Beitrags- leistung von Fr. 100 000. Beitrag des Kantons Fr. 100 000 Projektbegleitkosten Die SPB deckt ihre Projektbegleitkosten mit allgemeinen Spenden.

3.2 Projekt der Schweizer Berghilfe, SB (Projekt Nr. 4) Anzahl Gesamtsumme Fr. Eingereichte Projekte 4 840 000 Berücksichtigte Projekte 1 210 000

4) Wald- und Alperschliessungsweg Uaul Verd, Pitasch Bezirk/Kanton Graubünden Verantwortlich Meliorationsgenossenschaft Pitasch für das Projekt Projektbeschrieb Als letztes Teilprojekt einer Gesamtmeliora- tion wird ein bereits bestehender Waldweg zu einer maschinentauglichen Waldstrasse ausge- baut, um einerseits die Bewirtschaftung des Schutzwaldes oberhalb der Gemeinde Pitasch zu ermöglichen und anderseits ein ausgedehn- tes Alpgebiet, das etlichen Landwirtschaftsbe- trieben im Sommer als Weidefläche dient, zu erschliessen. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird zudem die für die Gesamtmelioration be- nötigte Kiesgrube stillgelegt und das Gelände wiederhergestellt. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von Pitasch Kosten Fr. 960 000 Finanzierung – Bund Fr. 475 000 – Kanton GR Fr. 237 000 – Gemeinde Fr. 37 500 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 210 500 sind durch die Meliorationsgenossenschaft Pitasch zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 210 000 Stellungnahme Die Baudirektion befürwortet einen Beitrag von Fr. 210 000. Beitrag des Kantons Einschliesslich 5% PBK Fr. 210 000

3.3 Projekte der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, SL (Projekte Nrn. 5–9) Anzahl Gesamtsumme Fr. Eingereichte Projekte 6 1 525 000 Berücksichtigte Projekte 5 1 180 000

5) 5-Jahres-Programm zur Aufwertung der Kulturlandschaft Brontallo, Gemeinde Lavizzara Bezirk/Kanton Maggiatal, Tessin Verantwortlich Vereinigung Pro Brontallo für das Projekt Projektbeschrieb Als Folgevorhaben eines Pilotprojektes des Bundes soll die Kulturlandschaft von Bron- tallo einerseits durch Freilegungen verbuschter Wiesen und Weiden, durch Instandsetzungen von alten Wegen, Mauern und Zisternen sowie durch die Förderung der Artenvielfalt und des Kräuteranbaus aufgewertet und gepflegt wer- den. Anderseits soll diese Landschaft mit der Herstellung einer Karte über deren Natur- und Kulturwerte sowie mit der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschafts- betrieben, Hotels und Restaurants touristisch gefördert werden. Das Projekt war dem Kanton bereits 2007 als Gesuch vorgelegt worden. Aufgrund der Hin- weise und Anregungen der Baudirektion wurde das Vorhaben überarbeitet. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von Brontal- lo, Touristinnen und Touristen Kosten Fr. 647 000 Finanzierung – Fonds Landschaft CH Fr. 216 000 – Kanton TI Fr. 44 950 – Patriziato Brontallo Fr. 2 000 – Gemeinde Lavizzara Fr. 5 000 – Vereinigung Pro Brontallo Fr. 79 050 – Stiftungen Fr. 70 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 230 000 sind durch die Vereinigung Pro Brontallo zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 230 000 Stellungnahme Die Baudirektion befürwortet einen Beitrag von Fr. 230 000. Sie bezeichnet das nun redi- mensionierte Projekt als äusserst eindrücklich

und spricht ihm eine Wirkung weit über die Region hinaus zu. Beitrag des Kantons Einschliesslich PBK 15% Fr. 230 000 6) Terrassenlandschaft von Loco-Niva, Gemeinde Isorno Bezirk/Kanton Onsernonetal, Tessin Verantwortlich Gemeinde Isorno für das Projekt Projektbeschrieb Zur landwirtschaftlichen und touristischen Förderung der Terrassenlandschaft von Loco- Niva werden entlang eines beliebten histori- schen Wanderweges Terrassen, kleine Stücke Kastanienselven und Rebberge erhalten und aufgewertet. Zudem soll ein bestehendes Brückenprovisorium durch eine Rekonstruk- tion der alten Brücke von Niva ersetzt werden. Das Vorhaben ist als Teilprojekt eingebettet in das Projekt für einen Nationalpark in der Maggiaregion. Begünstigte Landwirtinnen und Landwirte von Isorno, Touristinnen und Touristen Kosten Fr. 540 000 Finanzierung – Fonds Landschaft CH Fr. 100 000 – Kanton TI Fr. 90 000 – Gemeinde Isorno Fr. 5 000 – Parco Naz. Locarnese Fr. 15 000 – Private Fr. 100 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 230 000 sind durch die Gemeinde Isorno zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 230 000 Stellungnahme Die Baudirektion befürwortet einen Beitrag von Fr. 230 000. Sie spricht auch diesem Vorha- ben überregionale Ausstrahlung zu. Beitrag des Kantons Einschliesslich 15% PBK Fr. 230 000 7) Pflege der Landschaft der Steine, Mauern und Terrassen des Valle di Muggio Bezirk/Kanton Valle di Muggio, Tessin Verantwortlich Museo etnografico della Valle di Muggio für das Projekt (MEVM) Projektbeschrieb Im Rahmen dieses Projektes werden Teile der Terrassenlandschaft wieder instand gesetzt bzw. gepflegt. Die Trockenmauern aus Kalksteinen, im Gegensatz zu den Granitmauern nördlich

des Monte Ceneri, werden in traditioneller Weise wiederhergestellt. Durch das Vorhaben wird die landwirtschaftliche Nutzung der Ter- rassenflächen wieder möglich, gleichzeitig ent- steht ein wertvoller Lebensraum für Tiere (z. B. für Reptilien). Als Teilprojekt dieses Vor- habens soll zudem der Weg von Scudellate nach S. Antonio erneuert und verbreitert wer- den. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner des Valle die Muggio Kosten Fr. 1 030 000 Finanzierung – Fonds Landschaft CH Fr. 250 000 – Bund Fr. 50 000 – Kanton TI Fr. 100 000 – Region Fr. 100 000 – Gemeinden Fr. 40 000 – MEVM Fr. 40 000 – Stiftungen Fr. 50 000 – Private Fr. 20 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 380 000 sind durch das Museo etnografico della Valle di Muggio zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 380 000 Stellungnahme Die Baudirektion hat bei der Prüfung des Vor- habens festgestellt, dass eine grosse Kosten- einsparung möglich wäre, wenn das Projekt sich auf die tatsächlich erforderlichen Instand- stellungsarbeiten beschränken würde. Diese zwingend erforderlichen Erhaltungsarbeiten (einschliesslich der Projektbegleitkosten von 15%) sind mit Fr. 520 000 zu budgetieren. Ge- genwärtig sind davon Fr. 300 000 bereits ge- deckt. Die Baudirektion empfiehlt, die ver- bleibenden Restkosten von Fr. 220 000 zu übernehmen. Beitrag des Kantons Einschliesslich PBK 15% Fr. 220 000 8) Aufwertung und Inwertsetzung der Natur- und Kulturlandschaft Ardez Bezirk/Kanton Unterengadin, Graubünden Verantwortlich Gemeinde Ardez, Stiftung Pro Terra Engadiana für das Projekt

Projektbeschrieb Durch gezielte Massnahmen soll die Terras- senlandschaft von Ardez erhalten und geför- dert werden. Einerseits werden Trockenrasen, artenreiche Frontalwiesen, Trockenmauern und alte Heuschleifwege gepflegt und wieder- hergestellt sowie ein Sortengarten für alte Ge- treidesorten angelegt. Anderseits werden zur Steigerung des Bekanntheitsgrades dieser Kul- turlandschaft Veranstaltungen zu verschiede- nen landwirtschaftlichen Themen (z. B. Back- tage oder Getreidewochen) angeboten. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von Ardez, Touristinnen und Touristen Kosten Fr. 312 000 Finanzierung – Bund/Kanton Fr. 25 000 – Kanton GR Fr. 70 000 – Gemeinde Fr. 5 000 – Tourismus Fr. 5 000 – Pro Natura Fr. 3 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 204 000 sind durch die Gemeinde Ardez und die Stiftung Pro Terra Engadiana zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 204 000 Stellungnahme Die Baudirektion begrüsst eine Beitragsleis- tung von Fr. 204 000. Beitrag des Kantons Einschliesslich PBK 15% Fr. 204 000 9) ViaRegio Ticino, Reaktivierung und Sanierung von historischen Verkehrswegen Kantone Tessin und Graubünden Verantwortlich Pro Media Leventina für das Projekt Projektbeschrieb Mit dem Vorhaben «ViaRegio Ticino» soll auf historischen Verkehrswegen ein Netz von fünf Routen festgelegt werden, das Kulturgüter sowie Denkmäler miteinander vernetzt. Zur touristischen Förderung dieser Routen wer- den Informationstafeln und Wegweiser aufge- stellt sowie Vermarktungsinstrumente erar- beitet (Routenflyers mit historischen Grund- lagen und Wanderinformationen, Einrichten von Verkaufskanälen). Begünstigte Touristinnen und Touristen, Hotellerie, Gastro- nomiebetriebe

Kosten Fr. 699 000 Finanzierung – Kanton TI Fr. 221 500 – Kanton GR Fr. 35 000 – Italien (erwartet) Fr. 146 500 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr 296 000 sind durch die Pro Media Leventina zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 296 000 Stellungnahme Die Baudirektion befürwortet eine Beitrags- leistung von Fr. 296 000 und weist in ihrer Stel- lungnahme darauf hin, dass das Projekt das Verständnis für die Landschaftsentwicklung und die Aufmerksamkeit für wichtige Zeugen der Baukultur fördert. Zudem hat das Projekt bereits jetzt dazu geführt, dass die Bereitschaft zur Erhaltung der historischen Bausubstanz gewachsen ist. Beitrag des Kantons Einschliesslich 15% PBK Fr. 296 000

3.4 Projekt der Stiftung Bildungswerkstatt Bergwald, BWBW (Projekt Nr. 10) Anzahl Gesamtsumme Fr. Eingereichte Projekte 1 400 000 Berücksichtigte Projekte 1 300 000

10) Projektwochen in den Kantonen Graubünden, Uri, Tessin und im Oberwallis Regionen Kantone Graubünden, Uri, Tessin und Ober- wallis Verantwortlich Bildungswerkstatt Bergwald für das Projekt Projektbeschrieb Die Bildungswerkstatt organisiert jährlich Einsätze von Jugendlichen aus vorwiegend städ- tischen Gebieten, die während einer Woche unentgeltlich im Schweizer Bergwaldgebiet arbeiten (Bau und Instandsetzung von Wegen, Hangsicherungen, Bachverbauungen, Pflege des Jungwaldes, Entbuschung, Pflege von Na- turschutzbiotopen usw.). Ziel dieser Projekt- wochen ist einerseits die Pflege, Erhaltung und nachhaltige Nutzung der alpinen Kultur- und Naturlandschaft, anderseits aber auch die För- derung der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Begünstigte Jugendliche, Bergregionen

Kosten 2008 bis 2010 Die Kosten einer Arbeitswoche (22 Teilneh- mende) betragen rund Fr. 29 700. Finanzierung Durch Kursbeiträge und Einnahmen für die ge- leistete Arbeit lassen sich davon rund Fr. 11 660 decken. Somit besteht pro Arbeitswoche eine Unterdeckung von rund Fr. 18 040. Für 30 Arbeitswochen in den Jahren 2008 bis 2010 in den Kantonen Graubünden, Uri, Tessin und im Oberwallis beträgt die Unterdeckung Fr. 541 200. Die Kantone BE und GR haben je Fr. 10 000, der Kanton ZG Fr. 22 000 zugesichert. Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 499 200 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Stellungnahmen Die Baudirektion und die Bildungsdirektion be- fürworten eine Beitragsleistung von Fr. 300 000. Die Bildungsdirektion wünscht eine tranchen- weise Auszahlung des Beitrages und eine stär- kere Berücksichtigung/Teilnahme von Gruppen aus dem Kanton. Bemerkung Aus verwaltungsökonomischen Gründen ist eine Einmalauszahlung angezeigt. Beitrag des Kantons Einschliesslich 15% PBK Fr. 300 000 Auflagen Die Gewährung des Beitrages ist an folgende Auflagen gebunden: – Zukünftige Beiträge zugunsten der Stiftung werden u. a. nur noch möglich sein, wenn das Angebot der Stiftung vermehrt durch Grup- pen aus dem Kanton berücksichtigt wird. – Die Stiftung muss sich um eine stärkere Un- terstützung durch andere Kantone, insbe- sondere durch die Kantone, in denen die Arbeitseinsätze durchgeführt werden, be- mühen. – Die Stiftung ist verpflichtet, dem Lotterie- fonds im Rahmen der jährlichen Zwischen- berichte und des abschliessenden Schluss- berichtes aufzuzeigen, wie viele Gruppen aus dem Kanton sich an den Bergwaldwo- chen beteiligt haben.

4. Überblick Die für die Inlandhilfe 2008 zur Verfügung stehende Summe wird unter den berücksichtigten Kantonen wie folgt aufgeteilt: Kanton Organisation Projekt Fr. Fr. Graubünden SPB 1 Gesamtmelioration Says 400 000 SB 4 Waldweg Pitasch 210 000 SL 8 Kulturlandschaft Ardez 204 000 BWBW 10 Anteil GR Einsätze Berggebiet 75 000 Total Graubünden 889 000 Tessin SPB 2 Ausbau Alphütten Maggiatal 100 000 SL 5 Kulturlandschaft Brontallo 230 000 SL 6 Terrassenlandschaft Loco-Niva 230 000 SL 7 Landschaft Valle di Muggio 220 000 SL 9 ViaRegio Ticino 296 000 BWBW 10 Anteil TI Einsätze Berggebiet 75 000 Total Tessin 1 151 000 Uri BWBW 10 Anteil UR Einsätze Berggebiet 75 000 Total Uri 75 000 Wallis SPB 3 Roggenbrotbäckerei Erschmatt 100 000 BWBW 10 Anteil VS Einsätze Berggebiet 75 000 Total Wallis 175 000 Total 2 290 000

Dispositiv

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Inlandhilfebeiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980): Fr. – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden 600 000 – der Schweizer Berghilfe 210 000 – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 1 180 000 – der Stiftung Bildungswerkstatt Bergwald 300 000 Total 2 290 000

II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, an die Finanz- direktion und die Finanzkommission des Kantonsrates.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi