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RRB Nr. 616/2011

Fachstelle für Schulbeurteilung, Jahresbericht 2009/2010, Kenntnisnahme

11 da matg 2011German5 min

Source zh.ch

Fachstelle für Schulbeurteilung, Jahresbericht 2009/2010, Kenntnisnahme

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 11. Mai 2011

616. Fachstelle für Schulbeurteilung (Jahresbericht 2009/10)

Erwägungen

1. Ausgangslage Gemäss § 48 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 (VSG) überprüft die Fachstelle für Schulbeurteilung mindestens alle vier Jahre die Qualität der Schulen in pädagogischer und organisatorischer Hin- sicht. Sie erstattet der Schule und der Schulpflege Bericht und schlägt Massnahmen zur Qualitätssicherung vor. Gemäss § 49 VSG erstattet die Fachstelle dem Regierungsrat jährlich einen Gesamtbericht über den Stand der Schulen. Der vorliegende Gesamtbericht über das Schuljahr 2009/2010 zeigt die zentralen Ergebnisse der im Berichtsjahr durchge- führten Evaluationen auf. Der Bildungsrat hat den Gesamtbericht an seiner Sitzung vom 2. Mai 2011 zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig wird mit diesem Bericht der erste Evaluationszyklus abgeschlossen, das heisst, alle Schulen im Kanton Zürich haben damit erstmals das Beurtei- lungsverfahren nach neuem VSG durchlaufen. Die Gesamtbeurteilung stützt sich auf die Auswertung der Einzelschul- berichte sowie der Daten aus den schriftlichen Umfragen. Insgesamt wurden 138 Schulen evaluiert, davon 10 Sonderschulen. Der Gesamt- bericht stellt in einem ersten Teil wiederum Befunde in den Merkmalen des Qualitätsprofils aller evaluierten Schulen dar. Im zweiten Teil werden Gesichtspunkte der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung ana- lysiert.

2. Zusammenfassende Ergebnisse Die Veränderungen von Schuljahr zu Schuljahr sind zwar insgesamt klein, doch lassen sich zu einzelnen Gesichtspunkten der Schulqualität sowohl in der fachlichen Beurteilung als auch in der Einschätzung der verschiedenen Anspruchsgruppen Entwicklungen aufzeigen. Das Berichtsjahr 2009/2010 zeigt, dass das Schulklima eine konstante Stärke der Schulen ist. In neun von zehn Schulen wurde es als gut oder gar sehr gut beurteilt. In der Beurteilung der Schulen im Umgang mit Verhaltensregeln zeigte sich ein positiver Trend. Alle Gesichtspunkte, die diesem Qualitätsanspruch zugeordnet sind, werden von den Schüle- rinnen und Schülern im Durchschnitt besser bewertet als früher: Sie kennen die Regeln besser, sie erscheinen ihnen sinnvoller, die Lehrper- sonen setzen sie einheitlicher durch, die Lehrpersonen selbst halten sich besser an die Regeln und selbst die Strafen bei Verstössen werden bes- ser akzeptiert. In der Beurteilung durch die Evaluationsfachleute war das Sanktionensystem bisher oft der kritische Punkt.

Fortschritte konnten auch im Bereich individuelle Förderung fest- gestellt werden. Ein Viertel aller evaluierten Schulen wurde in diesem Anspruch als gut oder sehr gut beurteilt (Vorjahr: ein Fünftel). Der Anteil jener Schulen, die eine ungenügende Praxis aufwiesen, ist etwas gesunken und beträgt nun weniger als ein Zehntel. Auch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler bewerten bestimmte Gesichtspunkte der individuellen Förderung besser als im Vorjahr. Die Streuung der Schul- mittelwerte ist allerdings nicht kleiner geworden. Die Beurteilungspraxis (Notengebung und Zeugnisse) in den eva- luierten Schulen wurde gegenüber dem Vorjahr leicht kritischer bewer- tet. Der Anteil Schulen, denen eine gute Praxis zurückgemeldet werden konnte, blieb zwar konstant bei rund einem Zehntel aller Schulen, der Anteil Schulen mit einer wenig entwickelten Praxis stieg jedoch leicht an auf gegen einen Fünftel. Die Beurteilungskulturen der Schulen klaffen weit auseinander. Die Fachstelle legt in der Evaluation das Augenmerk vor allem darauf, ob die Beurteilung für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern nachvollziehbar ist und ob die Beurteilung vergleichbar ist. Auch aus Lehrpersonensicht klafft die Beurteilungspraxis zwischen den Schulen stark auseinander. Die Durchführung von vergleichenden Tests ist vielerorts der persönlichen Initiative der einzelnen Lehrperson überlassen. Über die Hälfte der Schulen werden gut oder sehr gut geführt. Im Überblick über alle im Berichtsjahr evaluierten Schulen hinweg müssen gewisse Rückschritte festgestellt werden. Der Anteil gut oder sogar sehr gut geführter Schulen ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Die Lehrpersonen beurteilen die Schulführung insgesamt als gut, die Zufriedenheit mit der Information ist jedoch gesunken, die Entschei- dungswege werden als weniger klar eingeschätzt und die Aufträge an Arbeits- und Projektgruppen wurden, verglichen mit dem Vorjahr, als weniger klar bewertet. Die schulinterne Zusammenarbeit hingegen hat sich verbessert. Der Anteil der als gut oder hervorragend beurteilten Schulen ist von gut einem Drittel auf rund 45% gestiegen. Aus Sicht der Fachstelle für Schulbeurteilung funktioniert die Zusammenarbeit im organisatorischen und alltäglichen Bereich am besten. Im Bereich Schulentwicklung wiesen ebenfalls viele Schulen eine gut eingespielte Zusammenarbeit auf. Die Lehrpersonen gaben an, dass vermehrt pädagogische Fragen thematisiert wurden. Schwächen wurden vor allem in der gemeinsamen Unterrichtsentwicklung geortet. Die Vorstellungen, wie integrative Förderung konkret funktionieren soll, waren noch nicht überall geklärt. Die Rolle der schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen war oft noch unklar, die Beratungsfunktion und das Teamteaching noch wenig ausgeprägt.

Der Anteil der Schulen, die im Bereich Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung gut oder sehr gut beurteilt wurden, stieg gegen- über dem Vorjahr um rund 5 Prozentpunkte auf rund 45%. Der Anteil Schulen, die eine wenig entwickelte Praxis mit Defiziten aufwiesen, blieb hingegen konstant bei rund 10%. Jene Schulen, die im Bereich Qualitätssicherung und Entwicklung als «sehr gut» beurteilt wurden, schnitten in allen anderen Qualitätsbereichen, insbesondere aber im Bereich Führung und Zusammenarbeit, deutlich besser ab als Schulen mit wenig entwickeltem Qualitätsmanagement.

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Vom Jahresbericht 2009/2010 der Fachstelle für Schulbeurteilung wird Kenntnis genommen.

II. Mitteilung an die Fachstelle für Schulbeurteilung, die Mitglieder des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi