RRB Nr. 760/2010
Lotteriefonds, Auslandhilfe 2010, Ermächtigung
19 da matg 2010German35 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 19. Mai 2010
760. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Auslandhilfe 2010
Erwägungen
1. Einleitung
1.1 Allgemeines Mit Vorlage 4415 (KRB vom 5. November 2007) bewilligte der Kan- tonsrat für 2007 bis 2010 einen Auslandhilfe-Rahmenkredit von 16 Mio. Franken. Dem Regierungsrat stehen somit für diesen Zeitraum jährlich 4 Mio. Franken zur Unterstützung von Auslandhilfevorhaben zur Ver- fügung. Der einzelne Beitrag zugunsten eines Projektes darf den Betrag von Fr. 400 000 nicht übersteigen.
1.2 Zielsetzung und Partner Mit seinen Auslandhilfebeiträgen will der Kanton folgende Ziele er- reichen: – entsprechend dem Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe die Bevölkerung in den Projektgebieten in ihren Anstrengungen unterstützen, die ei- genen Lebensbedingungen zu verbessern, – bei den Bemühungen mithelfen, die grossen Unterschiede zwischen den hochentwickelten und den armen Nationen vor allem in Afrika und in europäischen Randregionen abzubauen, – einen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Stabilität leisten und – gleichzeitig verdeutlichen, dass dies nicht nur Bundessache oder pri- vate Angelegenheit ist, sondern eine Verpflichtung aller wohlhaben- den Gemeinwesen. Direkter Ansprechpartner des Kantons ist Alliance Sud (früher: Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke). Sie besteht aus folgenden Orga- nisationen: Brot für alle (BFA), Caritas, Fastenopfer, Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks), Helvetas und Swissaid.
1.3 Gesuchseingaben Die Alliance koordinierte die Gesuchseingabe unter ihren Mitglie- dern sowie bei den Organisationen Schweizerisches Arbeiterhilfswerk (SAH), Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK), Swisscontact und Terre des hommes Schweiz (TDH Schweiz). Die Hilfswerke ASED, Barmherzigkeit, Biovision, Brücke – Le Pont, Christlicher Friedensdienst (CFD), Co-Operaid, Fairmed, Green Cross Schweiz, Iamaneh, IKRK, Interteam, newTree, Schweizerische Stiftung
für Orgeln in Rumänien (SSOR), Solidarität Dritte Welt, SolidarMed, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (SKIP), Terre des hommes Kinderhilfe (TDH Kinderhilfe), Vétérinaires Sans Frontières (VSF) und WWF Schweiz sowie das Kinderspital Zürich und die Pädagogische Hoch- schule Zürich (PHZH) reichten ihre Gesuche unabhängig von der Al- liance ein. Die erwähnten 31 (2009: 32) Organisationen unterbreiteten dem Kanton für das laufende Jahr 43 (46) Gesuche in der Gesamtsumme von Fr. 8 133 323 (Fr. 10 585 377). In diesen Angaben sind die Auslandhilfe- gesuche nicht berücksichtigt, die während des Jahres eingereicht und direkt abgelehnt wurden, da die gesuchstellenden Organisationen grundlegende Vorgaben – wie z. B. Unterstützung durch die Deza (Direktion für Entwicklungszusammenarbeit des Bundes) – nicht er- füllten. Die eingereichten Gesuche verteilen sich wie folgt: 30 Gesuche für Vorhaben in Afrika, 10 Gesuche für Vorhaben in Osteuropa, 2 Gesuche für Vorhaben in Armenien und Kirgistan (GUS) und 1 Gesuch für ein Vorhaben in Asien.
1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge 2010 Die Kriterien für die Auswahl der Auslandhilfeprojekte sind in den «Richtlinien über Beiträge an Katastrophen-, Ausland- und Inlandhilfe- vorhaben» festgelegt. Mit dem Postulat KR-Nr. 272/2006 wurde der Regierungsrat ersucht, im Rahmen der Auslandhilfe-Vergabungen auch Projekte aus akuten Krisenregionen und aus Staaten, aus denen Menschenrechtsver- letzungen bekannt sind, zu berücksichtigen. In seiner Stellungnahme zu diesem Postulat hat der Regierungsrat festgehalten, dass auch Staaten mit problematischer Menschenrechtslage berücksichtigt werden, sofern dabei nicht staatliche Organisationen Nutzniesser des entsprechenden Auslandhilfebeitrages werden. Keines der 2010 berücksichtigten Hilfswerke erhält erstmals einen Beitrag des Kantons: Das bis Ende 2008 unter dem Namen Aussätzigen- hilfe/Leprahilfe Emmaus Schweiz arbeitende Hilfswerk wurde 2009 in Fairmed umbenannt. Unter dem Namen Aussätzigenhilfe erhielt es 2008 mit RRB Nr. 1034/2008 einen Beitrag. Der WWF Schweiz wurde letztmals 1994 (Vorlage 3348, KRB vom 24. Januar 1994) mit einem Bei- trag berücksichtigt und hat erst 2010 wieder um einen Beitrag ersucht. Nicht berücksichtigt wurden die Hilfswerke Barmherzigkeit (Verein zur Hilfe bedürftiger Menschen) und die Schweizerische Stiftung für Orgeln in Rumänien (vgl. Abschnitt 1.5).
Hat ein Hilfswerk bzw. eine Organisation mehrere Projekte einge- reicht, erfolgte die Auswahl nach vorgegebener Priorität des Hilfswerks. Die Kürzung an den gewünschten Beiträgen erfolgte aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel. Für das Festlegen der einzelnen Projektbeiträge gelten die folgenden Vorgaben: – Es ist nicht Absicht des Kantons, alle Hilfswerke gleichrangig zu berücksichtigen. Vielmehr will er – wenn angezeigt – Schwerpunkte setzen. Dies ist bei besonders innovativen Vorhaben und bei Vorha- ben von kantonsnahen Institutionen möglich. Gestützt auf den Mit- bericht der Bildungsdirektion und der Gesundheitsdirektion wurden die Eingaben des Kinderspitals Zürich (Projekt Nr. 28) und der PHZH (Projekt Nr. 25) als Schwerpunktvorhaben bestimmt und mit dem jeweils möglichen Höchstbeitrag von Fr. 400 000 berücksichtigt. – In den Richtlinien ist u. a. festgelegt, dass für Osteuropa nicht ein höherer Gesamtbeitrag bewilligt werden darf als für Afrika. Da für Afrika mehr Projekte eingereicht und berücksichtigt wurden als für Osteuropa, sind die Osteuropa-Einzelbeiträge höher als die Einzel- beiträge für Projekte in Afrika. – Da die Rotkreuzorganisationen mit einem Beitrag zugunsten des SRK (Projekt Nr. 10) berücksichtigt sind, ist es gerechtfertigt, das IKRK mit einem etwas geringeren Betrag für sein Afrikavorhaben (Projekt Nr. 17) zu berücksichtigen. Diese Vorgaben sind wie folgt umgesetzt: – Die Schwerpunktprojekte Nr. 25 und 28 werden mit je Fr. 400 000 un- terstützt. – Die anderen Osteuropaprojekte erhalten je Fr. 150 000. – Die Afrikaprojekte werden mit je Fr. 110 000 berücksichtigt. – Das IKRK wird mit dem Betrag von Fr. 100 000 berücksichtigt. Somit entfallen von den insgesamt 4 Mio. Franken, die für 2010 zur Verfügung stehen, auf Vorhaben Franken % – in Afrika (Projekte Nrn. 1–21) 2 300 000 57,5 – in (Süd-)Osteuropa und GUS (Projekte Nrn. 22–29) 1 700 000 42,5 Total 4 000 000 100,0 Die 29 ausgewählten Vorhaben verteilen sich auf 24 Staaten. Einzel- ne Staaten kommen in den Genuss mehrerer Projektbeiträge.
1.5 Nicht berücksichtigte Gesuche Vierzehn der eingereichten Vorschläge wurden nicht in den Antrag übernommen; neun dieser Vorhaben betreffen Afrika, die übrigen (Süd-) Osteuropa und Asien. Zwei Projekte stammen von Organisationen, die
nicht über das Zewo-Gütesiegel verfügen. Die übrigen zwölf Vorhaben weisen zweite Priorität auf (Ausweichvorschläge der Hilfswerke). Die folgende Liste ermöglicht einen Überblick über die nicht berücksichtig- ten Gesuche: Hilfswerk Beschrieb; Land Begründung Verein Aufbau eines Spitals, Sri Lanka Verein verfügt nicht Barmherzigkeit über Zewo-Zertifikat Biovision Nahrungssicherheit durch Ausbildung, Kenia Priorität 2 BFA Beratung auf dem Lande, West- und Zentralafrika Priorität 2 Caritas Berufliche Integration von Jugendlichen, Moldau Priorität 2 Fastenopfer Vier Armenquartiere in der Stadt Thiès setzen sich Priorität 2 für mehr Ernährungssicherheit ein, Senegal Heks Ökologische Landwirtschaft, Senegal Priorität 2 Iamaneh Kleinkrankenkassen, Senegal Priorität 2 SolidarMed Aidsbehandlung, Lesotho Priorität 2 SRK Gemeindeorientierte Gesundheitsversorgung, Priorität 2 Moldawien SSOR Erweiterung eines Ausbildungsbetriebes Stiftung verfügt nicht für Orgelbauer/Schreiner, Rumänien über Zewo-Zertifikat SKIP Living together, Serbien Priorität 2 Swissaid Nahrungssicherheit für die Region Dankassari, Niger Priorität 2 Swisscontact Berufsbildung, Benin Priorität 2 TdH Schweiz Perspektiven für Aidswaisen, Tansania Priorität 2
1.6 Weiterführung der Auslandhilfe Da der Rahmenkredit 2007 bis 2010 somit verwendet ist, muss der Regierungsrat dem Kantonsrat einen neuen Rahmenkredit beantragen. Es ist angezeigt, die Vergabekriterien grundsätzlich zu überarbeiten. Ziel der neuen Kriterien muss sein, bei der Auswahl der Gesuche qua- litative Kriterien stärker berücksichtigen und gleichzeitig die Anzahl der beitragsberechtigten Organisationen einschränken zu können.
2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält in knapper Form die grundlegenden Angaben zum jeweiligen Projekt: – Unter dem Berichtspunkt Partner sind die jeweils wichtigsten Orga- nisationen aufgeführt, mit welchen das entsprechende Vorhaben vor Ort durchgeführt wird. In der Regel handelt es sich dabei um lokale oder regionale Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO). – Im Berichtspunkt Grundinformationen findet sich die Ausgangslage bzw. finden sich die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben.
– Unter Projektziel ist das Hauptziel des Vorhabens aufgeführt. Eine detaillierte Auflistung der Einzelziele wäre zu umfangreich. – In der Rubrik PBK finden sich die jeweiligen Projektbegleitkosten, die das Hilfswerk ausweist. Im Beitrag, den der Kanton gewährt, ist ein Projektbegleitkostenanteil von 10% enthalten, sofern nicht an- ders angegeben. Ein höherer Anteil als 10% wird nicht gewährt.
2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–21) 1) Bäuerinnen und Bauern bewältigen die Nahrungsmittelknappheit zwischen zwei Ernten Hilfswerk Fastenopfer Staat/Region Burkina Faso, Departement Gossina Partner Union des Groupements de Gossina (NRO) Grundinformationen In der ehemals einigermassen fruchtbaren Region Gossina sind die Ernteerträge (wegen der Übernutzung des Bodens, starker Bevöl- kerungszunahme, unkontrolliertem Brand- rodungsbau, Bodenerosion und Versteppung) zurückgegangen. Heute herrscht in der Zeit zwischen zwei Ernten akuter Nahrungs- und Einkommensmangel. Während der Knapp- heitsperiode müssen deshalb viele Familien Kredite zu Wucherzinsen aufnehmen, um Getreide, Schulgeld und Medikamente zu be- zahlen. Werden Kredite nicht zurückbezahlt, sind sie durch Fronarbeit abzuarbeiten. Durch diese Fronarbeit verarmen zahlreiche Familien. Projektinhalte In 16 Dörfern des Departements wird die nachhaltige Landwirtschaft gefördert (Pro- duktivitätssteigerung, Ausbildung in der Lage- rung von Saatgut und in der Anwendung von Anbautechniken und Erosionsschutz; För- derung der Kleinviehzucht, Ausbildung von Laienveterinären), Ausbildung von Animato- rinnen und Animatoren. Projektziel Die ganzjährige Ernährung der Dörfer ist si- chergestellt. Begünstigte Direkt: rund 3100 Mitglieder der Union de Gossina; indirekt: rund 18 000 Einwohnerin- nen und Einwohner der Region Gesamtkosten Fr. 175 362 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 114 750 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000
2) Zweisprachige Schulen für bessere Chancen Hilfswerk SAH Staat/Region Burkina Faso, alle 13 Regionen des Landes Partner Mehrere Bauern- und Elternvereine sowie Sozial- und Bildungsministerium, nationales Sekretariat der katholischen Schulen Grundinformationen Im Vielvölkerstaat Burkina Faso (acht Regio- nalsprachen, 60 Ethnien mit jeweils eigener Sprache) wurde die Kolonialsprache Franzö- sisch als Amts- und Schulsprache beibehalten. Diese Sprachensituation bedeutet eine grosse Erschwernis für eine gut zugängliche, breite Grundschulbildung. 60% der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben, nur jedes dritte Kind besucht eine Schule. Das SAH hat ein zweisprachiges Schulmodell entwickelt, das neben Französisch auf die lokalen Spra- chen als vorrangige Unterrichtssprache setzt. Projektinhalte Umsetzung des vorhandenen Konzeptes (der Unterricht beginnt in einer der acht Regional- sprachen und parallel dazu wird langsam Französisch eingeführt), aktiver Einbezug der Eltern, praktischer Unterricht in landwirt- schaftlicher Produktion, Qualitätssicherung und Informationskampagnen (Austauschtreffen) Projektziel Durch die Einführung eines qualitativ hoch- stehenden zweisprachigen Unterrichts wird ein nachhaltiger Beitrag zur Bekämpfung der Armut geleistet. Begünstigte Direkt: rund 20 000 Schülerinnen und Schüler und 3000 Lehrpersonen in den Schulen aller Stufen Gesamtkosten 2010 Fr. 383 500 PBK 12,3% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 3) Effiziente Kochstellen verringern den Holzverbrauch Hilfswerk newTree Staat/Region Burkina Faso Partner Mehrere NRO, darunter eine Organisation für Umweltbildung und das Centre écologique Albert Schweitzer
Grundinformationen Unter anderem durch Abholzung breitet sich die Wüste weiter aus. Ländliche Gebiete müs- sen immer stärker die überbevölkerten Städte mit Brenn- und Bauholz versorgen. 85% der Bevölkerung kochen mit Holz und Holzkohle. Die traditionelle Kochart ist ineffizient und verbraucht viel Holz. Projektinhalte Aufklärungskampagne über den Zusammen- hang von Brennholzverbrauch und Wüstenbil- dung, Bau von effizienteren Kochstellen (Aus- bildung von Animatorinnen, Durchführung von Ofenbau-Kursen unter Einbezug traditio- neller Rituale und Kochtraditionen) Projektziel Langfristige Verminderung des Holzverbrauchs beim Kochen und dadurch Verminderung des Drucks auf die natürlichen Ressourcen. Begünstigte Pro Jahr: rund 2000 bis 3000 Frauen Gesamtkosten 2010–2011 Fr. 922 000 PBK 8,7% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 8,7% PBK) Fr. 110 000 4) Basisgesundheitsdienst – Grundversorgung für die Bevölkerung Hilfswerk Solidarität Dritte Welt Staat/Region Demokratische Republik Kongo, Region Kwango Partner Zwei regionale NRO, darunter die Commu- nauté Evangelique du Kwango Grundinformationen Das staatliche Gesundheitswesen in der DR Kongo ist schwach ausgebildet. Rund 40% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu medizi- nischen Einrichtungen, entsprechend schlecht ist die gesundheitliche Grundversorgung. Die Krankheitsbelastung in der abgelegenen Kwango-Region ist hoch (Malaria, Atemwegs-, Darm- und Jodmangelerkrankungen, Blutan- ämie sowie HIV/Aids). Projektinhalt Aufbau eines dezentralen Gesundheitsdiens- tes (mit einem Weiterweisungssystem an grös- sere regionale Einrichtungen), Ausbildung in Hygiene und der Nutzung lokaler Heilkräuter, Bau von Latrinen
Projektziel Verbesserung der Dienstleistungen im Bereich Gesundheit Begünstigte Rund 200 000 Menschen Gesamtkosten Fr. 198 145 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 5) Förderung der Gesundheit der Bevölkerung von Bankim Hilfswerk Fairmed Staat/Region Kamerun, Provinz Adamaoua, Distrikt Bankim Partner Aide aux Lépreux, regionale NRO Grundinformationen Die Gesundheitsversorgung der Menschen im Distrikt Bankim ist ungenügend. Eine grund- legende medizinische Infrastruktur besteht zwar, es mangelt aber an Ausstattung und Me- dikamenten. Bei der Bevölkerung fehlt das Bewusstsein, zur aktiven Verbesserung der Gesundheit beitragen zu können. Die Krank- heitsbelastung ist hoch (Malaria, Tuberkulose, HIV/Aids, Buruli Ulcer). Projektinhalte Sensibilisierungsveranstaltungen (Aufklärung und Prävention), Aufbau von Gesundheitsko- mitees in den Gemeinden und Ausbildung von Gemeindefreiwilligen, bessere Qualität in der Pflege (Aus- und Weiterbildung des medizini- schen Personals, regelmässige Supervision und Erfolgskontrollen), Bau und Ausrüstung einer Notfallstation im Spital von Bankim, Verbesse- rung der Arbeit der beteiligten Organisationen Projektziel Verbesserung der Gesundheitssituation Begünstigte Rund 72 000 Menschen Gesamtkosten 2010–2013 Fr. 451 550 PBK 4% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 4% PBK) Fr. 110 000 6) Waldschutz und Ernährungssicherheit für Dorfgemeinschaften im Nationalpark Fandriana Hilfswerk WWF Schweiz Staat/Region Madagaskar Partner WWF Madagaskar und lokale NRO
Grundinformationen Der Nationalpark Fandriana liegt im zent- ralen Hochland. Er umfasst zum Teil tropi- schen Wald, von der ursprünglichen Waldflä- che sind heute noch etwa 10% vorhanden. Rund 120 000 Menschen leben im Park und sind für Trinkwasser/Bewässerung der Felder direkt vom Wald abhängig. Die Armut zwingt die Bauern zur Herstellung und zum Verkauf von Holzkohle. Durch Holzschlag wird zwar neue Ackerfläche gewonnen, erosionsbedingt verringert sich diese Fläche wieder, sodass keine Ernte- bzw. Ernährungssicherheit ge- geben ist. Projektinhalte Austesten von Möglichkeiten für eine markt- orientierte Wald- und Landwirtschaft (z. B. Verkauf von ätherischem Öl), Einführung von Spar- und Kleinkreditgruppen, Aufbau von Bauernvereinigungen (Ausbildung in nach- haltiger Wald- und Landwirtschaft, Vermark- tung), Renaturierung, Aufforstung und Land- schaftsschutzmassnahmen Projektziele Erhalt und gleichzeitige Nutzung des Feucht- waldes im Naturpark Fandriana und somit Be- wahrung der Biodiversität Begünstigte Rund 120 000 Bewohnerinnen und Bewohner des Naturparks Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 450 143 PBK 12,5% Gewünschter Beitrag Fr. 110 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 7) Ökonomische lokale ländliche Entwicklung Hilfswerk Caritas Staat/Region Mali, Region Bamako Partner Caritas Bamako Grundinformationen In Mali leben 80% der Gesamtbevölkerung von der Landwirtschaft, vor allem von Subsis- tenzlandwirtschaft. Die jeweiligen Erträge (Hirse, Bohnen Erdnüsse) sind sehr tief und genügen nicht, die Ernährung bzw. das Ein- kommen der lokalen Bevölkerung zu sichern. Projektinhalte Förderung der ökonomischen lokalen länd- lichen Entwicklung (Ausbildung für eine er- höhte Produktivität, Aufbau von Mikrounter-
nehmungen, Aufbau von Spar- und Kredit- kassen), nachhaltige Ressourcennutzung (Bau und Unterhalt von Kleindämmen für den be- wässerten Gartenbau, Schutz der Dämme gegen Erosion, Aufforstung) Projektziel Verringerung der Armut bei der ländlichen Bevölkerung Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner von rund 70 Dörfern Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 1 766 058 PBK 2,7% Gewünschter Beitrag Fr. 195 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 2,7% PBK) Fr. 110 000 8) Gesundheit Namibia Hilfswerk Interteam Staat/Region Namibia, Regionen Kavango, Omusati und Khomas Partner Drei kirchliche NRO, darunter Catholic Health Services Grundinformationen In Namibia besteht im Gesundheitswesen grosser Nachholbedarf, insbesondere wegen Aids; jeder sechste Einwohner zwischen 15 und 49 Jahren ist HIV-infiziert. In einigen Regionen ist nahezu ein Drittel der schwange- ren Frauen HIV-positiv. Schätzungsweise rund 85 000 Kinder haben bereits ihre Eltern ver- loren. Besonders prekär ist die Lage in den Regionen Kavango, Omusati und Khomas. Projektinhalte Unterstützung von Gesundheitsinstitutionen in den Bereichen Planung, Organisation, Administration und Marketing, Aus- und Wei- terbildung (Sozialarbeit und psychosoziale Betreuung, insbesondere zugunsten der HIV/ Aids-betroffenen Bevölkerung) Projektziele Institutionelle Stärkung der Partnerorganisa- tionen und nachhaltige Sicherung der Ge- sundheitsversorgung Begünstigte Direkt: vier Spitäler, fünf Gesundheitszentren, sieben Kliniken mit 340 angeschlossene Orga- nisationen; indirekt: 85 000 Waisenkinder, jähr- lich 250 000 Patientinnen und Patienten
Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 865 000 PBK 12,3% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 9) Verbesserung der Lebensbedingungen durch Zugang zu Wasser Hilfswerk Swissaid Staat/Region Niger, Departement Filingué, Gebiet Abala Partner Agropast, regionale NRO Grundinformationen Die Bevölkerung von Abala führt zu einem grossen Teil ein Nomadenleben und lebt von der Tierhaltung. Der Zugang zum Weideland wird durch ein traditionelles Reglement be- stimmt. Die vorhandenen Brunnen decken die Bedürfnisse der Menschen und des Viehs un- genügend, die Verteilung des Wassers zwi- schen der sesshaften Bevölkerung und den Nomaden ist unterschiedlich und führt zu Konflikten. Die schlechte Wasserqualität ist Ursache für Krankheiten. Projektinhalte Bau von 20 Brunnen, Sanierung von 13 Brun- nen, Gründung von Wasserkomitees für das Wassermanagement, Ausbildung von Konflikt- entschärfern, Einrichten von Kreditsystemen zum Betreiben von Gemüseanbauflächen Projektziele Verbesserung der Lebensbedingungen durch Zugang zu Trinkwasser Begünstigte Rund 53 000 Bewohner aus 72 Dörfern Gesamtkosten 2008–2010 Fr. 1 276 583 PBK 14% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 10) Medizinische Grundversorgung Hilfswerk SRK Staat/Region Sudan, Unity State Partner Sudanesischer Roter Halbmond Grundinformationen Der Südsudan gehört zu den ärmsten Regio- nen der Welt. Im Bürgerkrieg bis 2005 wurde die ohnehin schwache Infrastruktur völlig zer- stört. Einkünfte aus dem Ölgeschäft erreichen die öffentlichen Gesundheits- und Bildungs- dienste nicht. Im Unity State herrscht grosser
Mangel an medizinischer Grundversorgung. Zudem bestehen zahlreiche lokale Konflikte um Land und Wasser. Projektinhalte Aufbau von sechs Gesundheitszentren mit ei- gener Wasserversorgung und Latrinen; Auf- bau der Präventionsarbeit, einer Nothilfebe- treuung, Ausbildung von Freiwilligen in medi- zinischer Grundversorgung und Hygieneer- ziehung, Einflussnahme auf Planungsarbeit des Gesundheitsministeriums, Begleitung und Ausbildung von Dorfkomitees Projektziele Senkung der Krankheits- und Sterblichkeits- rate durch verbesserte medizinische Einrich- tungen und bessere medizinische Dienste Begünstigte 50 000 Menschen, vor allem Frauen, Mütter, Kinder und ältere Menschen Gesamtkosten 2009–2010 Fr. 2 626 542 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 11) Psychosoziale Unterstützung von Kindern und Jugendlichen – Stärkung von Jugendgruppen Hilfswerk TdH Schweiz Staat/Region Südafrika, Provinz Kwa Zulu Natal Partner Natal programme for survivors of violence, regionale NRO Grundinformationen Die bevölkerungsreiche Provinz Kwa Zulu Natal ist besonders stark von Gewalt, HIV/Aids, Armut und Arbeitslosigkeit be- troffen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche. Projektinhalte Ausbildung und Begleitung von freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lokaler Organisationen (psychosozialer Unterstützung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Weiter- bildung in den Bereichen Sensibilisierung und Prävention HIV/Aids), Organisationsentwick- lung und -begleitung von Basisorganisationen und Jugendgruppen Projektziel Auf- und Ausbau eines geeigneten Umfeldes für Kinder und Jugendliche, die von HIV/ Aids, Gewalt und Armut betroffen sind
Begünstigte Direkt: 1750 Kinder und Jugendliche, 175 Mit- glieder von (Jugend-)Organisationen Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 320 650 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 240 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 12) Kinder mit Lernschwierigkeiten gehen zur Schule Hilfswerk Stiftung Kinderdorf Pestalozzi Staat/Region Tansania, Region Dodoma Zusammenarbeit mit Voluntary Service Overseas (internationale NRO) Grundinformationen Viele Eltern verstecken ihre lernschwachen oder behinderten Kinder zu Hause. Lehrperso- nen und Schulbehörden wehren sich dagegen, behinderte Kinder oder Kinder mit Lern- schwierigkeiten in den Unterricht aufzuneh- men. Projektinhalte Sensibilisierung und Ausbildung von Lehrper- sonen, Eltern und Schulbehörden für den Un- terricht von Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkeiten (Ursachen von Lern- schwierigkeiten, Umgang mit gehörlosen Kin- dern, Ausbildung Brailleschrift, Einsatz von Hörhilfen, Betreuung gehbehinderter Kin- der), Entwicklung eines Modells an sechs öf- fentlichen Schulen der Region, wie Kinder mit und ohne Lernschwierigkeiten gemeinsam zur Schule gehen können (organisatorische, di- daktische Begleitung) Projektziel Aufbau eines Schulsystems, um Kindern mit Lernschwierigkeiten den Schulbesuch zu er- möglichen Begünstigte Direkt: 275 Kinder und 30 Lehrpersonen (da- von für 18 Lehrpersonen Ausbildung in Ge- bärdensprache, Heilpädagogik, Logopädie), Ausbildung von 100 Eltern zur Unterstützung ihrer lernbehinderten Kinder Gesamtkosten 2009–2011 Fr. 621 883 PBK 27% Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000
13) Starkes Lugala-Spital für die ländliche Bevölkerung Hilfswerk Solidarmed Staat/Region Tansania, Region Morogoro Partner Diözese Ulanga mit Spital Lugala, Gesund- heitsbehörde Grundinformationen In der Region zählen Malaria, Durchfall, Tuberkulose und HIV/Aids zu den häufigen Krankheiten. Die Kindersterblichkeit (bis zum fünften Altersjahr) beträgt 5%, von 100 000 Frauen sterben 950 an Komplikationen bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Das Spital stellt die medizinische Grundver- sorgung für rund 100 000 Personen sicher. Projektinhalte Ausbau des Spitals zur sozialen Dienstleis- tungseinrichtung (Verbesserung der Organi- sations- und Verwaltungsstruktur aufgrund eines Spitalentwicklungsplanes, Erschliessung neuer Finanzquellen), Ausbau des Spitalan- gebotes (in den Bereichen Verbrennungen, Diabetes, Epilepsie, Bluthochdruck), Verbesse- rung der Spitalinfrastruktur (Abfallentsorgung, Überwachung Patientinnen und Patienten, Personalrekrutierung, Ausbildung Administra- tion), Ausbau von Aussen-Gesundheitsposten Projektziel Die Gesundheitssituation der Bevölkerung wird durch die Stärkung des Spitals nachhaltig verbessert (mit besonderem Schwergewicht auf die Gesundheit der Mütter und der Kinder unter fünf Jahren) Begünstigte Rund 100 000 Menschen Gesamtkosten 2010–2013 Fr. 1 350 000 PBK 11% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 14) Unterstützung von bäuerlichen Initiativen Hilfswerk VSF Staat/Region Togo, Zentralregion Partner Nationales Landwirtschaftsministerium Grundinformationen Im Projektgebiet liegt der Nationalpark Fazao- Malfkassa. Er beherbergt eine einzigartige Bio- diversität mit grossem touristischem Poten- zial. Um den Schutz der Natur zu verbessern,
wurden die damals im Parkgebiet ansässige Bevölkerung umgesiedelt und die Nutzung der natürlichen Ressourcen verboten. Die Bauern nutzen jedoch das Schutzgebiet wei- terhin (Wilderei, Abholzung zur Herstellung von Holzkohle, Abbrennen von Waldteilen), um ihre Ernährung zu sichern. Dies führt zu Konflikten mit der Parkbehörde. Projektinhalte Sensibilisierung der Bevölkerung für eine nachhaltigere Nutzung der natürlichen Res- sourcen, Aufbau von alternativen Einkom- mensmöglichkeiten (Mikrokredite, Ausbildung in den Bereichen Ackerbau, Produktions- methoden, Viehzucht, Produktevermarktung), Organisationsentwicklung Projektziel Konsolidierung der bereits eingeführten Massnahmen zur Verbesserung der Lebens- grundlagen der Bevölkerung und zum besse- ren Schutz der Umwelt Begünstigte 680 Produzentinnen und Produzenten in 74 Pro- duktionsgruppen, rund 40 Tiergesundheits- helfer und 20 Angestellte des Landwirtschafts- ministeriums Gesamtkosten 2010–2011 Fr. 581 410 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 15) Bekämpfung von Kinderhandel, Ausbeutung, Misshandlung und frühzeitiger Migration von Kindern Hilfswerk TdH Kinderhilfe Staat/Region Togo, Bezirk Vo Partner Vier regionale NRO, Amt für Kinderschutz Grundinformationen Aufgrund bürgerkriegsähnlicher Zustände und eines damit verbundenen teilweisen Entwick- lungshilfestopps hat sich die soziale Situation in Togo verschärft. Zahlreiche Kinder müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, können keine Schule besuchen und leben ausserhalb eines geschützten Familienumfeldes. Auf der Suche nach Arbeit verlassen Jugendliche aus ländlichen Regionen oftmals die ihnen ver- traute Umgebung. Die Situation führt dazu,
dass viele Kinder und Jugendliche Opfer von Ausbeutung, Misshandlung und Kinderhandel werden. Projektinhalte Auffinden von schutzbedürftigen Kindern und Reintegration in bestehende familiäre Strukturen (bzw. Einweisung in ein Betreu- ungszentrum), Betreuung (medizinisch, psy- chologisch), Schul- bzw. Ausbildungsunter- richt (Berufslehre), Prävention und Aufbau von institutionellen Schutzeinrichtungen Projektziel Schutz von missbrauchten oder bedrohten Kindern Begünstigte 750 Kinder, Dorfgemeinschaften, Partnerorga- nisationen Gesamtkosten 2009–2010 Fr. 624 430 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 170 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 16) Förderung der Aidswaisen im Bildungs- und Gesundheitsbereich Hilfswerk Co-Operaid Staat/Region Uganda, Distrikt Zombo Partner Paidha Orphans and Vulnerable Children Community Based Organization (regionale NRO) Grundinformationen Uganda ist von HIV/Aids stark betroffen. Als Folge der Aktivitäten der Lord’s Resistance Army wurde der Distrikt Zombo in den ver- gangenen Jahren durch die Zentralregierung vernachlässigt. Hinzu kommt, dass der Dis- trikt malariaverseucht ist. Diese Krankheit ist eine der Hauptursachen für die hohe Sterb- lichkeitsrate von Kindern (bis 14% der Todes- fälle). Projektinhalte Wiederaufbau eines Primarschulsystems und Aufbau von Berufsbildungsangeboten (v. a. für Mädchen), Unterstützung von Kinderhaushal- ten und Haushalten mit älteren Pflegpersonen (Familiengärten, Landwirtschaft, Gesundheits- kontrollen), Einkommensförderung/Finanz- hilfe für Frauen- und Jugendgruppen (Land- wirtschaftprojekte, Abgabe von Werkzeugen, Aufbau von Werkstätten), Präventionsarbeit
und Ausbildung (HIV/Aids, Malaria, Hygiene, Familienplanung usw.), Bekämpfung der Ma- laria Projektziele Stärkung der Bildungschancen von Aidswai- sen und ihre Integration in die Dorfgemein- schaften Begünstigte Direkt: rund 6000 Schulkinder, indirekt rund 35 000 Personen Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 1 050 000 PBK 10% Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 17) Wasser und Unterkunft Hilfswerk IKRK Staat/Region Zentralafrikanische Republik, Präfekturen Ouham, Ouham Pende und Nana Grebizi Partner Nationales Rotes Kreuz und lokale Wasserko- mitees Grundinformationen Die 2006 im Norden des Landes ausgebroche- ne Rebellion konnte eingedämmt werden, seit 2008 finden Gespräche mit den rivalisieren- den Gruppen der Aufständischen statt. Aller- dings haben diese nicht zu einer vollständigen Waffenruhe geführt. Ein Teil der von den Aus- einandersetzungen betroffenen Zivilbevölke- rung konnte nach Hause zurückkehren. Deren Situation im Bereich Wasser und Unterkunft ist katastrophal. Während des Konfliktes wur- den Unterhaltsarbeiten an der Wasserinfra- struktur vernachlässigt oder völlig unterlassen. Projektinhalte Zugang zu Trinkwasser (Neufassung und Schutz von Quellen, Unterhalt und Neuboh- ren von Brunnen, Ausbildung von Wasserko- mitees), Hygienekampagne (Ausbildung von Freiwilligen, Bau von Latrinen, Informations- anlässe), Unterstützung der Bevölkerung beim Bau neuer Unterkünfte Projektziele Zugang zu Trinkwasser ermöglichen und Heben der gemeinschaftlichen und individuel- len Hygienestandards Begünstigte Rund 200 000 Menschen
Gesamtkosten 2009–2010 Fr. 3 570 000 PBK 6,5% Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6,5% PBK) Fr. 100 000 18) Sorghumbrot, Reis und Poulet Hilfswerk Brücke – Le Pont Staat/Region Benin: Regionen Kara, Maritim, Zentral; Togo: Departement Collines Partner Fünf regionale NRO Grundinformationen In Westafrika sind Arbeitplätze rar. Kaum 20% der arbeitsfähigen Bevölkerung haben eine bezahlte Arbeit, die Mehrheit schlägt sich mit unterschiedlichen Tätigkeiten durch. In den Städten steigt die Nachfrage nach Lebens- mitteln. Deshalb können in den Bereichen Landwirtschaft, Transport, Lagerung und Ver- teilung neue Erwerbsmöglichkeiten geschaf- fen werden. Projektinhalte Schaffung neuer Arbeitsplätze (Produktion von Sorghum-Brot, Anlegen von Dämmen für den Reisanbau, Verarbeitung des Reises, Poulet- zucht, Anbau von Tomaten und Maniok), Aus- bildung im Bereich Bodenfruchtbarkeit Projektziele Schaffen von neuen Arbeitsplätzen und da- durch Zunahme von Einkommen Begünstigte Direkt: 2610 Personen; indirekt: rund 10 000 Menschen Gesamtkosten Fr. 232 000 PBK 10,8% Gewünschter Beitrag Fr. 140 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 19) Gesundheitsprogramm der Heilsarmee Hilfswerk Brot für alle Staat/Region Demokratische Republik Kongo: Regionen Kinshasa und Bas-Congo, Republik Kongo Partner Nationaler Gesundheitsdienst der Heilsarmee Grundinformationen Die Heilsarmee bietet in beiden Kongo-Staa- ten einen Gesundheitsservice mit Spitälern, Kliniken, Schulen und Sozialinstitutionen. Der Schwerpunkt der Arbeit besteht in der medizinischen Grundversorgung und Präven-
tion für Frauen (Schwangerschaftsbetreuung, Familienplanung, gesunde Ernährung für Kin- der, Augenheilkunde). Projektinhalte Einführung von standardisierten Manage- mentprozessen und festgelegten minimalen Qualitätsstandards in den Gesundheitsein- richtungen, Ausbildungskurse und Gesund- heitsprogramme (Mutter und Kind, Chro- nischkranke, HIV/Aids, Diabetiker usw.). Projektziel Verbesserung der Wirkung der Gesundheits- versorgung zur Erreichung der Millenniums- Gesundheitsziele Begünstigte Direkt: rund 220 000 Menschen Gesamtkosten 2010 Fr. 1 465 000 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 248 500 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 20) Armutsreduktion dank Zugang zu Spar- und Kreditmöglichkeiten Hilfswerk Swisscontact Staat/Region Ostafrika (Kenia, Tansania, Uganda) Partner Finanzinstitutionen in allen drei Staaten, ein- zelne regionale NRO und lokale Spar- und Kreditgenossenschaften Grundinformationen In den ländlichen Regionen der drei Länder fehlen die notwendigen Gelder für Schulbe- such, Medikamente, den Kauf von Saatgut und Werkzeugen und für Investitionen in Kleinst- unternehmen weitgehend. Ebenso gibt es keine Gesundheits- und Altersvorsorge. Deshalb sind Sparmöglichkeiten und der Zugang zu Krediten wichtig. Projektinhalte Aufbau von Spar- und Kreditgenossenschaf- ten (Ausarbeiten von modellhaften Unterla- gen, Beratung bestehender Kreditgruppen und von Kleinspar-[Mavuno]Selbsthilfe-Gruppen, Ausbildung von Instruktorinnen und Instruk- toren, Aufbau und Begleitung neuer Grup- pen), Förderung von Finanzprodukten für die arme Bevölkerung (Zugang zu Finanzdienst- leistungen, Ausbildung von Fachpersonen für den Bereich Mikrofinanzen)
Projektziele Zugang zu verlässlichen Spar- und Kreditmög- lichkeiten für Bäuerinnen und Bauern bzw. Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer erleichtern, damit diese neue einkommensför- dernde Aktivitäten aufbauen können. Begünstigte Direkt: Kleinbäuerinnen und -bauern, hand- werkliche Kleinstunternehmen, 15 Spar- und Kreditkooperativen und 500 Mavuno-Grup- pen Gesamtkosten 2010 Fr. 766 700 PBK 14% Gewünschter Beitrag Fr. 300 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000 21) Verbreitung von Wissen über nachhaltige Landwirtschaft in Ostafrika Hilfswerk Biovision Staat/Region Ostafrika (Kenia, Äthiopien, Tansania, Uganda) Partner Insect Sciene for Food an Health, Kenia Grundinformationen In Afrika ist die Landwirtschaft nach wie vor Haupteinkommensquelle für 80% der ländli- chen Bevölkerung. Die Ernährungssicherheit wird durch Ernteausfälle stark gefährdet, was zu Unterernährung und Hungerkrisen führen kann. Es mangelt den Kleinbäuerinnen und -bauern an Wissen, wie sie ihren Ernteertrag ohne grosse Investitionen steigern können. Mit der zunehmenden Verbreitung moderner Kommunikationsmittel eröffnen sich neue Möglichkeiten, praxisnahes und lokal ange- passtes Wissen zu verbreiten. Projektinhalte Aufbau einer webbasierten Informationsplatt- form «Infonet-Biovision» über nachhaltige Landwirtschaft (ökologische Landwirtschaft, Tiergesundheit, Wasser und Boden, nachhalti- ge Energie), Ausbildung für Bäuerinnen und Bauern (mindestens 200 Landwirtschaftsbe- raterinnen und -berater) in der Nutzung von Infonet; Aufbau von 30 Informationszentren, in welchen Bäuerinnen und Bauern Zugriff auf Infonet-Daten erhalten, Ausbau des regio- nalen Büros in Nairobi
Projektziel Verbessern der Gesundheit, Ernährung, Bil- dung und des Einkommens der ländlichen Be- völkerung unter Erhalt der natürlichen Res- sourcen. Begünstigte Jährlich: mindestens 8000 Personen Gesamtkosten 2009–2012 Fr. 1 697 580 PBK 7% Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 110 000
2.2 Projekte in (Süd-)Osteuropa und in GUS-Staaten (Projekte Nrn. 22–29) 22) Tageszentrum für behinderte Kinder und Jugendliche Hilfswerk ASED Staat/Region Albanien, Region Gramsh Partner ASED Albanien, Behörden Gramsh Grundinformationen Gegenüber behinderten Menschen bestehen noch immer Vorurteile. Die Integration von Behinderten ist unzureichend, insbesondere in ländlichen Gegenden. Der Anteil behinderter Kinder in der Region Gramsh ist überdurch- schnittlich hoch, doch besteht kein Projekt zur Betreuung/Integration von Behinderten. Projektinhalte Schaffung einer Tagesinstitution, in der behin- derte Kinder und Jugendliche vollumfänglich betreut und gefördert werden (Sanierung und Ausbau/Einrichtung eines renovationsbedürf- tigen Gebäudes), Aufklärungsarbeit, Beratung von Familien und Behörden Projektziel Förderung der Ausbildung und Integration von Kindern und Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen Begünstigte Direkt: jährlich 24 Kinder und Jugendliche und ihre Familien Gesamtkosten 2010–2011 Fr. 197 101 PBK 12% Gewünschter Beitrag Fr. 157 101 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000 23) Jugendförderung als Beitrag für den Friedensprozess Hilfswerk CFD Staat/Region Bosnien-Herzegowina (BiH), Sarajevo und Region Vares Partner Drei NRO, darunter Fundacija Wings of hope
Grundinformationen Eine Mehrheit der jungen Leute in BiH möch- te auswandern. Die Gründe dafür sind unter anderem Arbeits- und Perspektivlosigkeit und das fehlende staatliche Engagement in der Ju- gendförderung. Projektinhalte Psychosoziale Beratung und Unterstützung (Lernförderung) von marginalisierten Kin- dern und Jugendlichen, Beratung und Weiter- bildung für Eltern und Lehrpersonen im Um- gang mit auffälligen Kindern und Jugendli- chen; Aufbau von Spiel- und Freizeitangebo- ten für Kinder und Jugendliche in Schulen, Roma-Siedlungen und Waisenhäusern; Aus- bildung von arbeitslosen Studentinnen zur Förderung des Berufseinstiegs, Aufklärungs- arbeit, Weiterbildung von Mitarbeiterinnen der unterstützen Organisationen Projektziel Junge Menschen engagieren sich für einen sozial gerechten Aufbau ihres Landes Begünstigte Rund 700 Kinder und Jugendliche, rund 130 Erwachsene (Eltern, Mitarbeiterinnen von Institutionen) Gesamtkosten 2010–2011 Fr. 477 000 PBK 14% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000 24) Therapie-/Beratungszentrum für traumatisierte Frauen und Kinder Organisation Iamaneh Staat/Region Bosnien-Herzegowina, Kanton Tuzla Partner Vive Zene, regionale NRO Grundinformationen Die Nachkriegsverhältnisse in BiH, verbun- den mit unverarbeiteten Kriegserfahrungen und der steigenden Verarmung breiter Teile der Bevölkerung, wirken sich oft problema- tisch auf das soziale Gefüge aus. Bei Männern führt der Verlust von Arbeit, Einkommen und damit der Rolle als ernährendem Familien- oberhaupt häufig zu Alkoholismus und einem erhöhten Gewaltpotenzial. Häusliche Gewalt ist verbreitet. Hinzu kommt die zunehmende Problematik des Menschen- bzw. Frauenhan- dels als Folge einer gestörten Moralität und eines fehlenden verlässlichen Wertesystems.
Projektinhalte Aufbau von gemeinschaftsfördernder Arbeit in Flüchtlingssiedlungen und Gemeinden, Un- terstützung von Rückkehraktivitäten, statio- näre Therapien am Zentrum von Vive Zene, Nachbetreuung und Beratung, Aus- und Wei- terbildung der Mitglieder von Vive Zene Projektziel Verbesserung der Lebenssituation vor allem von Flüchtlingen, Frauen und Kindern Begünstigte Rund 6500 Menschen, davon rund 5800 Flüchtlinge in Flüchtlingssiedlungen, jährlich 40 stationär behandelte Frauen und Kinder sowie 800 ambulant behandelte Personen Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 1 928 208 PBK 15% Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000 25) Berufsorientierung für Sekundarschülerinnen und -schüler in Rumänien Organisation PHZH Staat/Region Rumänien Partner Rumänisches Bildungsministerium Grundinformationen Damit Rumänien zukünftig über gut ausgebil- dete Fachleute verfügt, müssen die Ausbildun- gen in Schulen und Unternehmen auf die zu- künftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden. Dazu gehört auch, dass Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer ob- ligatorischen Schulzeit direkten Kontakt mit der wirklichen Arbeitswelt haben und ihre Fähigkeiten und Neigungen erproben können. Deshalb muss im letzten obligatorischen Schul- jahr ein angemessenes Zeitfenster für diese Form der Berufsorientierung ausgespart wer- den. Projektinhalte Anleitung für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, sich im Arbeitsmarkt über die unterschiedlichen Berufe (mit und ohne akademische Ausbildung) direkt zu informie- ren, Einführung von entsprechenden Unter- richtseinheiten, Bereitstellen von didaktischem Material für Schul- und Lehrpersonen Projektziel Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern auf die Berufswahl und regelmässige Durch- führung entsprechender Anlässe
Begünstigte Direkt: Schülerinnen und Schüler der Pilot- projektschulen, indirekt: Eltern der beteilig- ten Schülerinnen und Schüler, PHZH Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 655 100 PBK 7,6% Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Mitbericht Die Bildungsdirektion hat das Gesuch ge- prüft. Sie empfiehlt, dass das Vorhaben als Schwerpunktgeschäft behandelt und mit einem Beitrag von Fr. 400 000 unterstützt wird. Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 400 000 26) Verbesserung der Lebensbedingungen und soziale Integration der Roma Hilfswerk Heks Staat/Region Serbien, Vojvodina Partner Ecumenial Humanitarian Organization (inter- nationale NRO) Grundinformationen Die Vojvodina wurde Ende der 90er-Jahre zum Auffangbecken für Tausende von flüch- tenden Roma aus dem Kosovo und ist heute das bevorzugte Ziel für aus Westeuropa zu- rückkehrende oder zurückgewiesene Roma serbischer und kosovarischer Herkunft. Durch soziale, ökonomische und politische Ausgren- zung sowie die starke Zuwanderung leben die Roma heute auf dem Niveau von Slumbewoh- nerinnen und -bewohnern. Projektinhalte Verbesserung der Wohnsituation und der hy- gienischen Verhältnisse in zwei Roma-Sied- lungen: Sanierung der sanitären Infrastruktur (Bau von Toiletten, Abwasserentsorgung, Du- schen), Integration von jungen Roma (Berufs- bildung, Förderung von Einkommensmöglich- keiten, Stützunterricht), Beratung und Lobby- arbeit Projektziele Lebensbedingungen der Roma verbessern und Integration in die Gesellschaft fördern Begünstigte Rund 800 Roma-Einwohnerinnen und -Ein- wohner, lokale Roma-NRO Gesamtkosten 2010–2011 Fr. 743 563 PBK 13,6% Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000
27) Integration und Förderung von blinden und behinderten Kindern Hilfswerk Green Cross Schweiz Staat/Region Weissrussland und Moldawien Partner Green Cross Weissrussland und Ukraine, Stif- tung «Echo von Tschernobyl» Grundinformationen Viele Kinder, die nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl geboren wurden, leiden unter chronischen Erkrankungen (Allergien, Asth- ma, Diabetes, Augenerkrankungen). Blinde und sehbehinderte Kinder sind aufgrund ihrer Be- hinderung benachteiligt. Durch den Zerfall von Schul- und Sozialsystem gibt es für sie kaum Förderungs- und Integrationsmassnah- men. Projektinhalte Integrative Therapiecamps für blinde und seh- behinderte Kinder (zusammen mit sehenden Gleichaltrigen; mit medizinischen Untersu- chungen und Behandlungen, Augentraining, physischen Übungen, Förderung der Freund- schaftsbeziehungen), Familienprogramm für Eltern von behinderten Kindern (Aufbau von Mütter- und Familienklubs, Beratung betrof- fener Familien, Entwicklung bzw. Verbreitung von Hilfsmitteln für die Entwicklung der Kin- der), schulisches Integrationsprogramm (Auf- bau von Aktivitäten an Kindergärten und Schulen), Training für Trainer (Ausbildung, Beratung) Projektziele Nachhaltige Verbesserung der Lebensbedin- gungen sowie Integration der blinden und seh- behinderten Kinder Begünstigte 60 blinde und sehbehinderte Kinder und deren Familien, 300 gleichaltrige Kinder (ohne Be- hinderungen), 15 bis 20 Schulen und Kinder- gärten, 255 Blindenpädagoginnen und -päd- agogen und Fachleute, 120 lokale Netzwerke Gesamtkosten 2010–2011 Fr. 862 600 PBK 13% Gewünschter Beitrag Fr. 250 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000
28) Partnerschaft Kinderspital Zürich mit Kinderspital Arabkir in Erewan Organisation Kinderspital Zürich Staat/Region Armenien, Erewan Partner Kinderspital Arabkir Grundinformationen Seit 1988 besteht eine enge Entwicklungszu- sammenarbeit zwischen dem Kinderspital Zürich und dem Kinderspital Arabkir. 2007 ist das Kinderspital Arabkir zu einem Schwer- punktengagement des Kinderspitals Zürich ge- worden. Durch den Einsatz zahlreicher Zür- cher Fachleute konnte die medizinische Be- handlung kranker Kinder in Erewan deutlich verbessert werden, allerdings ist noch weitere Aufbauarbeit notwendig. Arabkir ist das Refe- renzspital für ganz Armenien im Pädiatrie- bereich. Projektinhalte Weiterbildung von armenischen Ärztinnen und Ärzten in Zürich und Erewan, Unterstüt- zung bei der Einführung und Anwendung von Geräten und Labormethoden für effiziente Diagnostik und Behandlung Projektziele Verbesserung der pädiatrischen Vorsorge und kompetente Diagnostik, Behandlung und um- fassende Betreuung kranker Kinder in Arme- nien Begünstigte Direkt: Hunderte von armenischen Kinder- ärztinnen und -ärzten und andere Fachperso- nen; indirekt: Tausende kranker Kinder und deren Familien Gesamtkosten 2010–2012 Fr. 670 000 PBK 7% Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Mitbericht Die Gesundheitsdirektion hat das Gesuch ge- prüft. Sie empfiehlt, dass das Vorhaben als Schwerpunktgeschäft behandelt und mit einem Beitrag von Fr. 400 000 unterstützt wird. Beitrag des Kantons (einschliesslich 7% PBK) Fr. 400 000 29) Förderung von Bewässerungstechnologien Hilfswerk Helvetas Staat/Region Kirgistan, Provinzen Osh, Jalalalbad und Batken
Partner Mehrere lokale Wassernutzungs- und zahlrei- che Bauerngenossenschaften und regionale NRO Grundinformationen Nach der Unabhängigkeit Kirgistans zerfiel das zuvor moderne Bewässerungssystem weit- gehend. Die bis dahin zentral organisierte Wasserverteilung brach zusammen. Durch umfangreiche Projekte wurden im vergan- genen Jahrzehnt die Kanalsysteme wieder in- stand gestellt und ein neues Verteilsystem entwickelt. Nicht gezielt angegangen wurde jedoch die Wassernutzung auf den Feldern. Das Wissen der meisten Landwirtinnen und Landwirte über die landwirtschaftliche Pro- duktion ist mangelhaft (ineffiziente Wasser- nutzung, Überbewässerung, Erosion durch fal- sche Bewässerung). Zentrales Element einer Bewusstseinsänderung sind die in den letzten zehn Jahren entstandenen Wassernutzungsge- nossenschaften, die mittlerweile über 70% der Bäuerinnen und Bauern abdecken. Projektinhalte Stärkung der Projektpartner durch Ausbildung, Beratung und praktische Unterstützung, Erar- beitung technischer und methodischer Anlei- tungen und von Trainingsmodulen, Durchfüh- rung von Kleinprojekten zur Unterstützung der Bauern (Bewässerungsschule, sparsamer Einsatz von Wasser, Einführung von Billigsys- temen zur Tröpfchenbewässerung), Begleitung von Bäuerinnen und Bauern, Ausweitung der verbesserten Bewässerungsmethoden Projektziele Die Bäuerinnen und Bauern sind in der Lage, fundierte Entscheidungen im Bereich Wasser- management zu treffen, und verbessern ihre Anpassungsfähigkeit an sozioökonomische und klimabedingte Veränderungen. Die landwirt- schaftliche Produktivität wird erhöht. Begünstigte Direkt: jährlich rund 1400 Bäuerinnen und Bauern, indirekt: Partner- und Bauernorgani- sationen Gesamtkosten 2010 Fr. 285 411 PBK 11% Gewünschter Beitrag Fr. 220 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 150 000
3. Übersichtstabellen
3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Hilfswerke Hilfswerk Nr. Staat Betrag Total in Franken ASED 22 Albanien 150 000 Biovision 21 Ostafrika 110 000 Brot für alle 19 DR Kongo/Kongo 110 000 Brücke – Le Pont 18 Benin/Togo 110 000 Caritas 7 Mali 110 000 CFD 23 Bosnien-Herzegowina 150 000 Co-Operaid 16 Uganda 110 000 Fairmed 5 Kamerun 110 000 Fastenopfer 1 Burkina Faso 110 000 Green Cross 27 Weissrussland/Ukraine 150 000 Heks 26 Serbien 150 000 Helvetas 29 Kirgistan 150 000 Iamaneh 24 Bosnien-Herzegowina 150 000 IKRK 17 Zentralafrikanische Republik 100 000 Interteam 8 Namibia 110 000 Kinderspital 28 Armenien 400 000 newTree 3 Burkina Faso 110 000 PHZH 25 Rumänien 400 000 SAH 2 Burkina Faso 110 000 Solidarität Dritte Welt 4 DR Kongo 110 000 Solidarmed 13 Tansania 110 000 SRK 10 Sudan 110 000 STIK 12 Tansania 110 000 Swissaid 9 Niger 110 000 Swisscontact 20 Ostafrika 110 000 TDH Kinderhilfe 15 Togo 110 000 TDH Schweiz 11 Südafrika 110 000 VSF 14 Togo 110 000 WWF Schweiz 6 Madagaskar 110 000 Total 4 000 000
3.2 Übersicht zum Engagement des Kantons in den einzelnen Staaten Kontinent/Staat Nr. Betrag Projekt Total Land Total Kontinent in Franken in Franken in Franken Afrika Burkina Faso 1 110 000 2 110 000 3 110 000 330 000 DR Kongo 4 110 000 110 000 Kamerun 5 110 000 110 000 Madagaskar 6 110 000 110 000 Mali 7 110 000 110 000 Namibia 8 110 000 110 000 Niger 9 110 000 110 000 Sudan 10 100 000 100 000 Südafrika 11 110 000 110 000 Tansania 12 110 000 13 110 000 220 000 Togo 14 110 000 15 110 000 220 000 Uganda 16 110 000 110 000 Zentralafr. Republik 17 100 000 100 000 Benin/Togo 18 110 000 110 000 DR Kongo/Kongo 19 110 000 110 000 Ostafrika 20 110 000 21 110 000 220 000 Afrika total 2 300 000 2 300 000
Europa/GUS Albanien 22 150 000 150 000 Bosnien-Herzegowina 23 150 000 24 150 000 300 000 Rumänien 25 400 000 400 000 Serbien 26 150 000 160 000 Weissr./Ukr./Moldau 27 150 000 150 000 Armenien 28 400 000 400 000 Kirgistan 29 150 000 150 000 Europa/GUS total 1 700 000 1 700 000 Total 4 000 000
3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projektes wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen: Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft 1, 3, 6, 7, 9, 17, 21, 29 Ernährung, Umwelt, Einkommensförderung Gewerbe, Handwerk, Kleinunternehmen, 1, 6, 7, 14, 18, 19, 20 Einkommensförderung Sozialpolitik, Bildung, Verwaltung 2, 8, 11, 12, 15, 16, 22, 23, 24, 25, 26, 27 Gesundheit 4, 5, 10, 13, 16, 21, 27, 28 Frauenförderung 2, 3, 13, 19, 23, 24
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Auslandhilfebeiträ- ge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3636 3 00000): in Franken – dem Hilfswerk ASED 150 000 – dem Hilfswerk Biovision 110 000 – dem Hilfswerk Brot für alle (BFA) 110 000 – dem Hilfswerk Brücke – Le Pont 110 000 – dem Hilfswerk Caritas 110 000 – dem Hilfswerk Christlicher Friedensdienst (CFD) 150 000 – dem Hilfswerk Co-Operaid 110 000 – dem Hilfswerk Fairmed 110 000 – dem Hilfswerk Fastenopfer 110 000 – dem Hilfswerk Green Cross Schweiz 150 000 – dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) 150 000 – dem Hilfswerk Helvetas 150 000 – dem Hilfswerk Iamaneh 150 000 – dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) 100 000 – dem Hilfswerk Interteam 110 000 – dem Kinderspital Zürich 400 000 – dem Hilfswerk newTree 110 000 – der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) 400 000 – dem Schweizerischen Arbeiter Hilfswerk (SAH) 110 000 – dem Hilfswerk Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) 110 000
– dem Hilfswerk Solidarität Dritte Welt 110 000 – dem Hilfswerk SolidarMed 110 000 – der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi 110 000 – dem Hilfswerk Swissaid 110 000 – dem Hilfswerk Swisscontact 110 000 – dem Hilfswerk Terre des hommes Kinderhilfe (TDH Kinderhilfe) 110 000 – dem Hilfswerk Terre des hommes Schweiz (TDH Schweiz) 110 000 – dem Hilfswerk Vétérinaires sans frontières (VSF) 110 000 – der Organisation WWF Schweiz 110 000 Total 4 000 000
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, die Finanzkom- mission des Kantonsrates sowie an die Finanzdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:
Hösli