Gemeinnütziger Fonds des Kantons Zürich, Beiträge 2023, Entwicklungszusammenarbeit
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 28. Juni 2023
817. Gemeinnütziger Fonds des Kantons Zürich (Beiträge 2023, Entwicklungszusammenarbeit) Gemäss dem Lotteriefondsgesetz vom 2. November 2020 (LFG; LS 612) entscheidet der Regierungsrat auf Antrag der zuständigen Direktion über die Gewährung von Beiträgen aus dem Gemeinnützigen Fonds. Über- steigt ein Beitrag 1 Mio. Franken, bedarf der Entscheid der Genehmigung des Kantonsrates. Das fakultative Referendum ist ausgeschlossen (§ 9 Abs. 1 LFG). Der Entscheid kann mit Bedingungen und Auflagen ver- bunden werden (§ 9 Abs. 4 LFG). Bedingungen und Auflagen von unter- geordneter Bedeutung kann die Fondsverwaltung nachträglich ganz oder teilweise aufheben (§ 9 Abs. 5 LFG). Alle Beiträge werden praxisgemäss auf ein Vielfaches von Fr. 1000 abgerundet. Bis zum Vortag dieses Beschlusses hat der Regierungsrat bereits die folgenden Beschlüsse zur Gewährung von Beiträgen aus dem Gemein- nützigen Fonds mit dem folgenden Gesamtbetrag gefasst (in den mit einem * bezeichneten Fällen unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Kantonsrates): RRB Nr. 187/2023 Soforthilfe für die Erdbebenopfer in der Türkei Fr. 800 000 und in Syrien RRB Nr. 376/2023 Beiträge 2023, 1. Serie Fr. 2 319 500 RRB Nr. 656/2023* UEFA Women’s EURO 2025 Fr. 3 500 000 Total Fr. 6 619 500 Die Finanzdirektion beantragt dem Regierungsrat vorliegend die Ge- währung mehrerer Beiträge aus dem Bereich der Entwicklungszusam- menarbeit (EZA) in dessen abschliessender Zuständigkeit.
1. Allgemeines
1.1 Vorgaben gemäss Lotteriefondsgesetz Gemäss § 6 Abs. 1 lit. b des LFG sind die Beiträge aus dem Gemein- nützigen Fonds für Vorhaben zu verwenden, die einen Bezug zum Kanton Zürich haben und in erster Linie dessen Bevölkerung zugutekommen. In der Verordnung über den Gemeinnützigen Fonds (VGF; LS 612.1) ist im Sinne einer Ausnahme in § 5 Abs. 1 lit. d festgelegt, dass Vorhaben der EZA unter folgenden Voraussetzungen mitfinanziert werden können: – Die Projekte werden in Staaten ausserhalb der Europäischen Union durchgeführt. – Die gesuchstellende Organisation verfügt über das Gütesiegel der Stif- tung ZEWO. – Die gesuchstellende Organisation hat im Jahr der Beitragsgewährung oder im Vorjahr Mittel von der Direktion für Entwicklung und Zusam- menarbeit (DEZA) erhalten. Ausserdem werden gemäss den Richtlinien für Entwicklungszusam- menarbeit und Inlandhilfe keine Vorhaben in Ländern unterstützt, die ihre Staatsangehörigen nicht rückübernehmen (dies sind zurzeit Eritrea, Iran und Kuba). Gemäss gängiger Praxis können kantonsnahe Institutionen, wie das Kinderspital, die Pädagogische Hochschule Zürich usw. mit einem grös- seren Beitrag als die regulären Hilfswerke bzw. EZA-Organisationen berücksichtigt werden. Mit § 5 Abs. 2 VGF wird vorgegeben, dass der Gesamtbetrag der in einem Jahr gewährten Beiträge an überkantonale, nationale und inter- nationale Vorhaben in der Regel einen Fünftel der Mittel, die dem Fonds im Vorjahr zugewiesen wurden, nicht übersteigen darf. Gestützt auf die Annahme, dass dem Fonds aufgrund eines Gewinnanteils von Swisslos aus dem Geschäftsjahr 2022 gut 30 Mio. Franken zur Verfügung stehen, hat der Regierungsrat für die Gewährung von Beiträgen in diesem Ge- samtbereich für ausserkantonale Vorhaben 6,0 Mio. Franken zur Verfü- gung. Die Finanzdirektion hat festgelegt, dass dieser Betrag wie folgt auf- geteilt wird: Je höchstens 2 Mio. Franken stehen für die EZA und die Inlandhilfe zur Verfügung; 2 Mio. Franken können für überkantonale, nationale und allenfalls weitere internationale Vorhaben (insbesondere Soforthilfe) eingesetzt werden.
1.2 Zielsetzung der kantonalen EZA Mit seinen EZA-Beiträgen will der Kanton: – die betroffene Bevölkerung vor allem in den Bereichen Armutsbekämp- fung und Entwicklung des ländlichen Raumes bei der Verbesserung der eigenen Lebensbedingungen im Sinne der «Hilfe zur Selbsthilfe» unterstützen; – seinen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Stabilität leisten; – verdeutlichen, dass die Unterstützung von Projekten der EZA nicht nur Angelegenheit des Bundes ist, sondern eine Verpflichtung der Gemein- wesen aller Stufen darstellt; – dem zürcherischen Engagement im EZA-Bereich im Rahmen der Bei- tragsgewährung einen höheren Stellenwert einräumen. Hierzu werden Zürcher Organisationen bei ausreichenden Mitteln mit höheren Bei- trägen bedacht und ausgewählte Institutionen können für besondere Projekte Schwerpunktbeiträge erhalten.
1.3 Beitragsgesuche 2023 2023 reichten 33 Organisationen und Institutionen (2022: 30 Organi- sationen) je ein Gesuch in einer Gesamtsumme von Fr. 3 825 721 (2021: Fr. 3 587 927) ein. Mit Ausnahme von zwei Gesuchen entsprechen alle Ein- gaben den Richtlinien für Beiträge an die EZA. 31 Projekte werden be- rücksichtigt.
1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge Der Kanton kann das Vorhaben einer Organisation des öffentlichen Rechts bzw. ein besonders innovatives Vorhaben eines privaten Hilfswerks als Schwerpunktvorhaben definieren und dadurch einen höheren Bei- trag innerhalb der Beitragskompetenz des Regierungsrates leisten. Ge- stützt auf die Mitberichte der jeweiligen Fachdirektion wurden folgende Eingaben als Schwerpunktvorhaben bestimmt: Organisation Nr. Projektbezeichnung/Land Gewünschter Betrag in Franken Pädagogische 30 «FutureS: Future Skills zur Förderung von Kompeten- 351 450 Hochschule Zürich zen für nachhaltige Entwicklung an Hochschulen und (PHZH) Schulen in der Republik Moldova», Republik Moldau Universität Zürich 31 «Mental Health Surveillance in Ukraine» (dt: Beob- 250 000 (UZH) achtung der Psychischen Gesundheit in der Ukraine), Ukraine Total 601 450
Die Summe aller gewünschten Beiträge übersteigt den zur Verfügung stehenden Betrag von 2 Mio. Franken. Deshalb erfolgen Kürzungen an den nachgesuchten Beiträgen. Dabei wurde folgender Schlüssel angewendet: Für die zwei Schwerpunktvorhaben werden insgesamt Fr. 405 000 und damit rund 20% der verfügbaren Mittel eingesetzt. Die PHZH wird da- bei mit einem Beitrag von Fr. 155 000 und die UZH mit einem Beitrag von Fr. 250 000 berücksichtigt. Die restlichen Hilfswerke werden mit einem gleich hohen Beitrag von je Fr. 55 000 berücksichtigt.
2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält in knapper, zum Teil stichwortartiger Form die grundlegenden Angaben zum jeweiligen Projekt: – Unter «Land/Region» ist jeweils in Klammern der Rang des entspre- chenden Staates im aktuellen Human Development Index (HDI) der UNO aufgeführt, der dem jeweiligen Staat gemäss HDI zwischen 1 (Schweiz) und 191 (Südsudan) zukommt. Der Index gibt Auskunft über die Entwicklung eines Landes. Für seine Berechnung werden nicht nur ökonomische Kennzahlen, sondern eine Vielzahl von Aspekten (wie beispielsweise Lebenserwartung, Bildungsstand und Bruttoinlandpro- dukt) berücksichtigt. – Im Berichtspunkt «Vorhaben» sind in knapper Form die Ausgangslage bzw. die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben, das Projekt- ziel und die wichtigsten Einzelmassnahmen beschrieben. – Unter «Begünstigte» wird angegeben, wie viele Personen bzw. welche Personengruppen vom Projekt voraussichtlich profitieren werden. – Beim in der Rubrik «Kosten» aufgeführten Beitrag sind jeweils auch die jeweiligen Projektbegleitkosten (PBK) aufgeführt, welche die Or- ganisation für das entsprechende Projekt ausweist. Es werden höchs- tens 15% PBK bewilligt.
2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–18)
1. Nouvelle Planète (Schaffung eines Wirtschaftsgefüges durch den Bau von zwei Maniokverarbeitungs- anlagen in den Dörfern Hékpè und Djikémè) Gesuchsteller/in Stiftung Nouvelle Planète, Lausanne Land/Region Benin (HDI 166), Departement Cuoffo Vorhaben Trotz des Überflusses an Maniok und dessen Marktpoten- zial lebt die Mehrheit der Bevölkerung in ländlichen Gebie- ten Benins unter prekären Bedingungen. Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensbedingungen der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner zu verbessern, indem es zum Aufbau eines Wirtschaftsgefüges beiträgt, das auf lokal angebau- ten Ressourcen basiert. Der grösste Teil des Mehrwerts landwirtschaftlicher Erzeugnisse wird durch die Verarbei- tung und Vermarktung geschaffen. Die Übernahme der Verantwortung für die Verarbeitung lokal verfügbarer Mate- rialien wie Maniok, der ein wesentlicher Bestandteil der traditionellen Ernährung ist, ist ein wichtiger Schritt, um die Armutsspirale zu durchbrechen und zusätzliche Ressourcen zu generieren. Das Projekt umfasst die Erstellung von Infrastruktur, Schulungen in den Bereichen Finanzmanage- ment, Organisationsleben und Herstellungstechniken sowie die Entwicklung von Verkaufsstrategien. Begünstigte Rund 425 Personen aus den beiden Dörfern sowie mindes- tens 60 Maniokbäuerinnen und -bauern aus der Umgebung Kosten (einschliesslich 5% PBK) Fr. 90 099 Beantragter Beitrag Fr. 75 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 15 099 Andere Fr. 0 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
2. Enfants du Monde (Verbesserung der Unterrichtsqualität in zweisprachigen Schulen, Burkina Faso) Gesuchsteller/in Verein Enfants du Monde, Le Grand-Saconnex Land/Region Burkina Faso (HDI 184), Regionen Zentrum, Zentrum-West, Zentrum-Süd und Zentralplateau Vorhaben Die allgemeine und berufliche Bildung in Burkina Faso ist kaum auf die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Gemein- schaften abgestimmt und auf qualitativ tiefem Stand. Das Projekt zielt darauf ab, die Qualität der Bildung in zweispra- chigen Schulen und damit das nationale Bildungssystem durch die Ausbildung von Lehrkräften und die Bereitstellung von hochwertigem Unterrichtsmaterial zu verbessern. Dabei sollen insbesondere Aspekte der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung, der Kinderrechte und der Gleich- stellung der Geschlechter in die Unterrichtsinhalte einflies- sen, um das Potenzial von Kindern, Erwachsenen, Familien und Gemeinschaften entsprechend ihren Rechten und Bestrebungen besser auszuschöpfen. Begünstigte 2981 Schülerinnen und 2871 Schüler sowie 197 Lehrerinnen, Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter (davon 65 Frauen) Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 296 383 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 11 383 DEZA Fr. 120 000 Andere Fr. 105 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
3. Biovision (Kleinbäuerliche Landwirtschaft in Zentralkenia) Gesuchsteller/in Biovision – Stiftung für ökologische Entwicklung, Zürich Land/Region Kenia (HDI 152), Bezirke Meru, Muranga, Tharaka Nithi und Embu Vorhaben Die ländliche Bevölkerung in Kenia ist stark von der Land- wirtschaft abhängig. Nicht nachhaltige Anbaupraktiken (Monokulturen, Einsatz von Kunstdünger und chemischen Pestiziden) und Waldabholzung führen zum Verlust des fruchtbaren Bodens. Das Projekt bezweckt, mit der Einfüh- rung von agrarökologischen Methoden sowie diesbezüg licher Schulung von Bäuerinnen und Bauern die Anpas- sungsfähigkeit von Kleinbauernfamilien an den Klimawan- del zu verbessern. Zusätzlich soll die Vernetzung von Akteu- rinnen und Akteuren innerhalb der Wertschöpfungskette und die Einkommensdiversifizierung durch den Anbau von Macadamianüssen als lukrative und ökologische Alternative gestärkt werden. Begünstigte 500 kenianische Kleinbäuerinnen und -bauern Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 338 250 Beantragter Beitrag Fr. 140 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 128 250 DEZA Fr. 40 000 Andere Fr. 30 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
4. COMUNDO (Kenia: Integration junger Menschen in die Arbeitswelt) Gesuchsteller/in Verein COMUNDO, Luzern Land/Region Kenia (HDI 152), Counties Kwale und Kisumu Vorhaben Kenia hat eine hohe Einschulungsrate (93% vor der Pande- mie), jedoch schliesst nur knapp die Hälfte der Schülerinnen und Schüler die Sekundarschule ab und der Arbeitseinstieg ist auch mit Schulabschluss eine grosse Herausforderung. Dieses Projekt umfasst daher verschiedene Interventionen, um die Integration der Absolventinnen und Absolventen von Berufsbildungsinstitutionen in den Arbeitsmarkt zu verbes- sern (z. B. Investitionen in die Infrastruktur, praxisorientier- te Schulungen und Ausbildungen usw.). Begünstigte Direkt 1095 Jugendliche Indirekt mindestens 1280 Familienangehörige Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 510 900 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 20 000 DEZA Fr. 50 000 Andere Fr. 340 900 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
5. Medair (Gesundheitsprojekt in Kenia – Nachhaltig verbesserte Gesundheit für Kleinkinder und schwangere sowie stillende Frauen durch Zugang zu Ernährungsleistungen, medizinischer Versorgung, Wissen und sauberem Wasser) Gesuchsteller/in Verein Medair, Ecublens Land/Region Kenia (HDI 152), Marsabit County, North Horr und Lasiamis Vorhaben In den letzten Jahren hat sich die Ernährungssituation im Norden Kenias stetig verschlechtert und es herrscht gegen- wärtig die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Das Projekt sieht verschiedene Massnahmen vor, um den Zugang zu hochwertigen und kurativen Ernährungsleistungen sowie zu ausreichend sauberem Trinkwasser zu verbessern (z. B. Schulung der Lokalbevölkerung und des Personals von Gesundheitseinrichtungen, Einführung eines Screenings auf akute Unterernährung, Ernährungsprogramm, Wasserstellen bereitstellen usw.). Weiter soll die derzeit stark ansteigende Krankheits- und Sterblichkeitsrate in Marsabit gesenkt und die Resilienz der Bevölkerung gegenüber künftigen Krisen erhöht werden. Begünstigte Direkt rund 11 350 Personen Indirekt rund 35 000 Personen Kosten (einschliesslich 13% PBK) Fr. 975 221 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 57 000 Andere Fr. 818 221 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
6. SolidarMed (Verbesserte Gesundheit für Jugendliche in Mokhotlong, Lesotho) Gesuchsteller/in Verein SolidarMed, Schweizer Organisation für Gesundheit in Afrika, Luzern Land/Region Leshoto (HDI 168), Distrikt Mokhotlong Vorhaben Trotz Fortschritten bei der Gesundheitsversorgung waren gemäss UNAIDS (gemeinsames Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids) im Jahr 2022 21% der 15- bis 49-Jährigen in Lesotho HIV-positiv. 19% der weiblichen Teenager wurden laut der letzten Volkszählung im Alter von 15 bis 19 Jahren schwanger. Ziel des dreijährigen Projekts ist es, die Zahl ungeplanter Schwangerschaften sowie die Übertragung von HIV bei Jugendlichen zu reduzieren und den Zugang zu altersgerechter psychosozialer Beratung zu verbessern. Dies soll einerseits durch einen besseren Zugang zu Konsultationen, Behandlungen und Beratungen in Jugendgesundheitsräumen erfolgen, anderseits durch Sensibilisierungskampagnen an Schulen und in Gemein- schaften. Das Projekt deckt den gesamten Bereich ab – von der Prävention, über die Gesundheitsberatung bis hin zur Behandlung von Krankheiten. Begünstigte Direkt 13 052 weibliche und 12 670 männliche Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren sowie Gesundheitspersonal Indirekt 108 050 Personen Kosten (einschliesslich 11% PBK) Fr. 258 688 Beantragter Beitrag Fr. 80 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 50 000 DEZA Fr. 42 831 Andere Fr. 85 857 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
7. Aqua Alimenta (Ausbildungszentren für ländliche Entwicklung und Autonomie, Phase II) Gesuchsteller/in Verein Aqua Alimenta, Zürich Land/Region Madagaskar (HDI 173), Regionen Analamanga, Itasy, Alaotra-Mangoro Vorhaben Um die vielschichtigen Probleme der kleinbäuerlichen Betriebe zu lösen, entstand 2019 das Projekt «Centres d‘Entraînement pour le Développement et l’Autonomie Rurale» (CEDAR). Das Projekt bezweckt in Phase II, die Begünstigten in den Bereichen Ernährungssicherheit, nachhaltiges Einkommen und Umwelt zu befähigen. Zu diesem Zweck werden in den zentralen Regionen Anala- manga, Itasy und Alaotra-Mangoro acht Ausbildungszent- ren (CEDAR) eingerichtet und in Betrieb genommen. Da- durch sollen das agrarökologische Wissen gefördert und die Produktion durch die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gesteigert werden. Durch eine nachhaltige Steigerung und Diversifizierung der Produktion sowie die Einführung neuer gewinnbringender landwirtschaftlicher Aktivitäten soll es den Kleinbauernfamilien gelingen, ein existenzsicherndes und regelmässiges Einkommen zu erwirtschaften. Begünstigte Rund 8500 Menschen Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 101 279 Beantragter Beitrag Fr. 80 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 10 000 DEZA Fr. 10 000 Andere Fr. 1 279 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
8. CBM (Schweiz) (Inklusive Unterstützung und Resilienz im Süden Madagaskars) Gesuchsteller/in Verein CBM (Schweiz), Thalwil Land/Region Madagaskar (HDI 173), Region Androy Vorhaben Madagaskar sieht sich immer wieder mit humanitären Krisen konfrontiert, die durch den Klimawandel verursacht werden. Das Projekt zielt darauf ab, in der Region Androy eine sozial zusammenhängende, integrative und wider- standsfähige Gemeinschaft zu schaffen und dabei die Verknüpfung von humanitärer Hilfe und inklusiver Entwick- lung zur Unterstützung der am stärksten gefährdeten Haus- halte zu nutzen. Dazu soll einerseits die Ernährungssicher- heit der Betroffenen verbessert und anderseits die Gemein- schaft auf kommunaler und nationaler Ebene gestärkt werden, um eine langfristige humanitäre Hilfe und einen langfristigen Wiederaufbau zu gewährleisten. Zudem sollen die Organisationen von Menschen mit Behinderung in die Lage versetzt werden, sich Gehör zu verschaffen. Dies geschieht mittels Schulungen, Förderung von Bauernver- einigungen, Allianzen mit dem Privatsektor, Verbesserung des Zugangs zu Dienstleistungen und Marktplätzen, Sensi- bilisierungskampagnen usw. Begünstigte 3000 Haushalte, darunter Menschen mit Behinderung und alleinerziehende Mütter Kosten (einschliesslich 7% PBK) Fr. 877 258 Beantragter Beitrag Fr. 450 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 104 081 DEZA Fr. 263 177 Andere Fr. 60 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
9. Save the Children (Verringerung der Armut und Verbesserung des Wohlergehens der Kinder in der Gemeinde Andragnanivo) Gesuchsteller/in Verein Save the Children – Organisation für die Rechte der Kinder, Zürich Land/Region Madagaskar (HDI 173), Region Androy Vorhaben Im Süden Madagaskars besteht massive Ernährungs unsicherheit. Dabei ist die Lage in der Region Ambovombe Androy besonders besorgniserregend. Das Projekt be- zweckt, die Armutssituation für Kinder zu verringern und ihr Wohlergehen zu verbessern. Zugleich sollen Menschen in der Gemeinde Andragnanivo in ihrer Widerstandskraft gegenüber Naturkatastrophen wie Trockenheit und Sand- stürmen gestärkt werden. Das Projekt umfasst unter ande- rem den Aufbau von sogenannten Spar- und Darlehensver- bänden als wirtschaftliches Auffangnetz, die Schulung von lokalen Einwohnerinnen und Einwohnern unter anderem zu landwirtschaftlichen Praktiken, Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern, Kinderschutz und Erkennung von Man- gelernährung. Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium eine Kampagne zur Wichtigkeit von Geburtsurkunden einschliesslich Registrierungsmög- lichkeit durchgeführt. Begünstigte 6788 Personen Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 470 589 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 350 589 Andere Fr. 0 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
10. WWF Schweiz (Barefoot College – Frauen des Lichts) Gesuchsteller/in Stiftung WWF Schweiz, Zürich Land/Region Madagaskar (HDI 173), Regionen Northern Highlands, Northern Mozambique Channel, Manambolo Tsiribihina und Mahafaly Vorhaben In Madagaskar haben nur 20% der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität; in ländlichen Gegenden sind es sogar nur 5%, und die Lichtversorgung ist alles andere als nachhaltig. Das Projekt bezweckt, eine sozioökonomische Entwicklung in den ländlichen und an Fauna und Flora besonders artenrei- chen Gegenden zu fördern und die Gemeinschaften zu stärken, die natürliche Ressourcen nutzen. So kann die Bevölkerung über ein nachhaltig und gerecht verwaltetes natürliches Kapital verfügen, was ihr selbst, der Natur und zukünftigen Generationen zugutekommt. Dazu werden erwachsene Frauen aus ländlichen Regionen Madagaskars zu Solartechnikerinnen ausgebildet. Mit praktischem Bild- material (die meisten der Frauen sind Analphabetinnen) lernen die Teilnehmerinnen die Technologie der Solarzellen kennen. Nach ihrer sechsmonatigen Ausbildung kehren sie ausgestattet mit Geräten und Ersatzteilen in ihre Regionen zurück, um dort die neu erworbenen Fähigkeiten gewinn- bringend für alle einzusetzen. Ein «Solarkomitee» im Dorf stellt das langfristige Management des Elektrizitätsdienstes sicher. Ein Teil der Absolventinnen wird wiederum als Aus- bilderinnen der nächsten Solaringenieurinnen engagiert. Begünstigte Rund 1800 Haushalte Kosten (einschliesslich 13% PBK) Fr. 104 271 Beantragter Beitrag Fr. 99 271 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 Andere Fr. 5 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
11. HEKS (Stabile Nahrungsgrundlagen für Mensch und Tier) Gesuchsteller/in Stiftung Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (HEKS), Zürich Land/Region Niger (HDI 189), Regionen Maradi und Zinder Vorhaben Die Sahelzone leidet zurzeit unter einer verheerenden Dürre. Das beeinträchtigt die Ernten der Bauernfamilien und ver- schlimmert die ohnehin prekäre Ernährungssituation. Hauptziel des Projekts ist die Erhöhung der Produktion der Grundnahrungsmittel Hirse und Bohnen und damit die Verbesserung der Ernährungssicherheit der Produzenten familien. Die Bäuerinnen und Bauern verwenden ein auf die lokalen Bedingungen abgestimmtes Hirse- und Bohnen- saatgut, das höhere Erträge abwirft. Ein weiteres Ziel ist die Verarbeitung der Erntereste zu Viehfutter. Einen beson- deren Fokus legt das Projekt auf von Frauen und Minder- jährigen geführte Haushalte. Begünstigte Rund 7200 Haushalte bzw. rund 50 000 Personen Kosten (einschliesslich 14% PBK) Fr. 208 828 Beantragter Beitrag Fr. 80 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 48 828 DEZAFr. 30 000 AndereFr. 50 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
12. Solidarität mit der Welt (Berufsbildung und Einkommensförderung in Nordost-Nigeria) Gesuchsteller/in Stiftung Solidarität mit der Welt, Wädenswil Land/Region Nigeria (HDI 163), Adamawa State, Borno State, Plateau State, Kaduna State Vorhaben Ungefähr 40% der nigerianischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Das Projekt bezweckt, besonders be- nachteiligte Frauen und Jugendliche durch eine Berufs ausbildung und darin integrierte Kurse und Aktivitäten zu Themen wie Alphabetisierung, Frauenrechte, Hygiene, Traumaverarbeitung usw. zu fördern und es ihnen zu er- möglichen, sich und ihre Familien zu ernähren und ein Leben in Würde zu führen. Durch die erlernten Fähigkeiten und das erlernte Wissen sollen sowohl die Resilienz der Begünstigten als auch deren aktivere Teilnahme am öffent- lichen Leben sowie deren Reintegration in die Gesellschaft (im Falle der Jugendlichen) gefördert werden. Das Projekt umfasst unter anderem den Betrieb von Ausbildungszent- ren (theoretische und praktische Berufsausbildung, Alpha- betisierung, Hygiene usw.), psychosoziale Unterstützung und Traumaverarbeitung, Rehabilitation und Abgabe von Arbeitsutensilien (z. B. Nähmaschinen, Computer usw.). Begünstigte Direkt 335 Frauen und Jugendliche Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 166 750 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 58 750 DEZAFr. 8 000 AndereFr. 40 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
13. Skat Foundation (Sauberes Trinkwasser und Ernährungssicherheit für Gemeinden in Sambia und Tansania) Gesuchsteller/in Stiftung Skat Foundation, St. Gallen Land/Region Sambia (HDI 154), Bezirk Petauke, sowie Tansania (HDI 160), Bezirke Njombe und Mbeya Vorhaben In beiden Projektgebieten ist der Zugang zu Trinkwasser ungenügend, insbesondere für die Bevölkerung, die ausser- halb der Städte wohnt. Zudem sind Armut und Hunger in diesen kleinbäuerlichen Gesellschaften weit verbreitet. Diese Herausforderungen werden durch den Klimawandel zusätzlich verstärkt. Das Projekt bezweckt, den Zugang zu Wasser zum Trinken und für den Hausgebrauch sowie für produktive Zwecke zu verbessern und gleichzeitig die Produktion von Nahrungsmitteln zu diversifizieren und nachhaltiger zu gestalten. Einerseits werden Kapazitäten im lokalen Gewerbe ausgebaut, im Wesentlichen durch technische und unternehmerische Ausbildungen von Hand- werkerinnen und Handwerkern (vor allem Mechanikerinnen und Mechaniker, die Pumpen produzieren und Bohrlöcher bohren) und deren Begleitung (Coaching), um sie bei der Entwicklung ihrer Kleinunternehmen zu unterstützen. Gleichzeitig wird durch gezielte Werbekampagnen und Demonstrationsobjekte eine Nachfrage geschaffen mittels gezielter Promotionskampagnen (Präsentation der Techno- logien und Produkte an Messen, Märkten usw.) und strate- gisch ausgewählter Demonstrationsobjekte. Begünstigte 20 000 Personen erhalten direkt langfristigen Zugang zu Wasser in Haushaltsnähe, 1000 Personen können ihre Ernährungssicherheit verbessern sowie 100 Handwerkerin- nen und Handwerker werden im Bau von Bohrlöchern und Pumpen ausgebildet. Kosten (einschliesslich 9% PBK) Fr. 296 000 Beantragter Beitrag Fr. 80 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 DEZAFr. 60 000 Andere Fr. 156 000 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
14. Mission am Nil (Landwirtschaftliches Ausbildungszentrum Burega, Kigoma) Gesuchsteller/in Verein Mission am Nil International, Knonau Land/Region Tansania (HDI 160), Region Kigoma Vorhaben Tansania gehört zu den politisch stabilsten und friedlichsten Ländern Ostafrikas, ist jedoch von grosser Armut geprägt. In einem stationären Ausbildungsbetrieb sollen junge Frau- en und Männer in biologischer Landwirtschaft nach den Grundlagen der Konservierenden Landwirtschaft (Conser- vation Agriculture) theoretisch und praktisch ausgebildet werden. Im Weiteren umfasst diese Ausbildung die Förde- rung von wirtschaftlichem Denken und Handeln, der Le- bens- und Sozialkompetenz und der Gleichstellung von Frau und Mann. Nach einem Jahr kehren die jungen Frauen und Männer in ihre Herkunftsdörfer zurück und werden dort noch ein halbes Jahr lang begleitet. In der Dorfarbeit wird Grundlagenwissen zur Konservierenden Landwirtschaft mittels Aufbauseminaren und unter Einbezug der Lernen- den aus dem stationären Ausbildungsbetrieb vermittelt. Begünstigte Direkt 15 Auszubildende, indirekt die Dorfgemeinschaften und ihr Umfeld Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 99 000 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 15 000 DEZA Fr. 24 000 AndereFr. 0 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
15. Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (Unterstützung im Bildungsprozess der Grundschulkinder von Mbozi in Tansania) Gesuchsteller/in Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Trogen Land/Region Tansania (HDI 160), Region Songwe Vorhaben Tansania hat zwar den universellen Zugang zur Grundschul- bildung praktisch erreicht, allerdings ist die Unterrichts qualität mit starken regionalen Unterschieden ein grosses Problem. Damit sich der Bildungsprozess von Kindern ab der Grundschule nachhaltig verbessert, konzentriert sich das Projekt auf die Förderung von Lehrpersonen und Schul- leitungsmitgliedern in verschiedenen pädagogischen Lehr- methoden und Managementfähigkeiten. In den Dörfern werden Kinderschutzkomitees aufgebaut und ihre Mitglie- der zu Kinderrechten geschult sowie die Eltern auf die Bedeutung von Bildung sensibilisiert. Als direkte Konsequenz verbessert sich die Unterrichts qualität, die Jungen und Mädchen erreichen die vorgegebe- nen Bildungsziele, können Selbstvertrauen entwickeln, setzen ihre Ausbildung fort und können sich später aktiv an den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Angelegen- heiten der Gesellschaft beteiligen. Begünstigte 19 128 Schülerinnen und Schüler (6602 Kinder der 1.+2. Klasse, 12 526 Kinder der 3.–7. Klasse), 278 Lehr personen, 130 Mitglieder der Schulleitung und der -aufsicht, 95 Bildungsbeamtinnen und -beamte und 4500 Eltern Kosten (einschliesslich 14% PBK) Fr. 473 700 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 54 800 DEZAFr. 96 100 Andere Fr. 232 800 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
16. Brücke – Le Pont (Mehr Ernährungssicherheit dank dem Aufbau der Wertschöpfungsketten von Kochbananen und Brot aus einheimischem Mehl) Gesuchsteller/in Verein Brücke – Le Pont, Zürich Land/Region Togo (HDI 162), Regionen Kara, Savanes, Centrale, Plateaux und Maritime Vorhaben Togo ist eines der kleinsten Länder in Afrika. Fast ein Drittel der Bevölkerung leidet an chronischer Unterernährung, denn es fehlt an gesunden und erschwinglichen Nahrungs- mitteln. Das Projekt erhöht die Ernährungssicherheit der Bevölkerung, indem es die lokale Nahrungsproduktion quantitativ und qualitativ verbessert. Es fördert die Produk- tion und Vermarktung von Brot mit gesünderem einheimi- schem Getreide wie Sorghum-Hirse und Soja sowie Mehl aus der Maniokknolle. Damit unterstützt es die lokale Wirtschaft und insbesondere Mehlproduzentinnen und -pro- duzenten und Bäckerinnen und Bäcker. Projektinhalte sind der Aufbau einer neuen, national anerkannten Bäckeraus- bildung, Sensibilisierungskampagnen, Informationstreffen und Verhandlungen zwischen den Finanzinstitutionen und den Begünstigten, Schulungen im Umgang mit Krediten und zur Finanzierung von Werkzeugen oder Produktions- und Vermarktungsaktivitäten usw. Begünstigte Direkt rund 8660 Menschen Indirekt rund 235 000 Personen Kosten (einschliesslich 15% Fr. 222 487 PBK) Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 DEZAFr. 50 000 AndereFr. 52 487 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
17. SAM global (Sekundarschule Moustakhbal wa Radja’, Tschad) Gesuchsteller/in Verein SAM global, Winterthur Land/Region Tschad (HDI 190), Region Chari-Baguirmi Vorhaben Die schulische Grundbildung ist ein Grundpfeiler der Gesell- schaft und die Basis für die Entwicklung eines Landes. SAM global engagiert sich seit 2011 in Bildungsprojekten im Tschad. Seit 2020 wird im Schulkomplex Moustakhbal wa Radja’ der gesamte Primarschulzyklus einschliesslich Kindergarten angeboten und rund 285 Schülerinnen und Schüler erhalten einen qualitativ guten Unterricht. Die Nachfrage nach einer weiterführenden Ausbildung auf Sekundarstufe ist gross. Das Projekt sieht vor, dass die Sekundarschule im Herbst 2023 ihren Betrieb aufnimmt. Die vorliegende Phase I umfasst dabei den Aufbau der nötigsten Infrastruktur und den Ausbau eines gesamten Sekundarschulzyklus (6. bis 9. Klasse). Begünstigte Im ersten Jahr 150, danach 200 Sekundarschülerinnen und -schüler jährlich und ihre Familien Kosten (einschliesslich 7% PBK) Fr. 152 591 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 32 561 Andere Organisationen Fr. 24 390 AndereFr. 35 640 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
18. Horyzon («Hope Beyond Borders» – Bessere Perspektiven für Geflüchtete) Gesuchsteller/in Stiftung Horyzon, Olten Land/Region Uganda (HDI 166), Kiryandongo und Adjumani Vorhaben Uganda ist eines der grössten Aufnahmeländer für Geflüch- tete in der ganzen Welt und hat etwa 1,5 Mio. Menschen aufgenommen. Die hohe Zahl an Geflüchteten überfordert die Kapazitäten der nationalen Strukturen. Das Projekt setzt auf unterschiedlichen Ebenen an, damit sich südsuda- nesische Jugendliche, insbesondere junge Frauen, in den Flüchtlingssiedlungen aktiv für die Förderung von Gerech- tigkeit und Frieden sowohl in ihrem Gastland Uganda als auch in ihrem Herkunftsland Südsudan einsetzen können. Nach einer zweijährigen Pilotphase (2021–2022) in der Kiryandongo-Flüchtlingssiedlung wird das Projekt nun auf die Adjumani-Siedlung ausgeweitet. Das Projekt umfasst Massnahmen auf drei Ebenen: Auf der Mikroebene werden die Jugendlichen individuell und gemäss ihren aktuellen Bedürfnissen betreut, sei es durch psychosoziale Unterstüt- zung oder durch die Bereitstellung von Informationen im reproduktiven Gesundheitsbereich. Zudem wird eine Ver- besserung der individuellen wirtschaftlichen Lebensum- stände angestrebt. Auf der Mesoebene werden die Jugend- lichen zu Friedensförderinnen und -förderern ausgebildet. Jugendliche mit besonders ausgeprägten Führungskompe- tenzen können auf der Makroebene aktiv werden. Dafür werden Dialoge mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern geführt und politische Veränderungsprozesse angestossen, die zu mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Gemeinschaft führen sollen. Begünstigte Direkt rund 800 Personen (Teilnahme an Aktivitäten) Indirekt rund 1200 Personen (Sensibilisierungskampagnen) Kosten (einschliesslich 14% PBK) Fr. 162 225 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 10 000 DEZAFr. 40 000 AndereFr. 52 225 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
2.2 Projekte in Asien (Projekte Nrn. 19–20)
19. Terre des hommes – Kinderhilfe (Ein gemeindegeführter Ansatz für eine digital gestützte Gesundheitsversorgung für Kinder unter 5 Jahren) Gesuchsteller/in Stiftung Terre des hommes – Kinderhilfe, Lausanne Land/Region Indien (HDI 132), Bundesstaat Jharkhand Vorhaben Indien weist auch heute noch eine sehr hohe Sterblichkeit von Säuglingen auf (20,3 von 1000 Lebendgeburten inner- halb der ersten 7 Tage). Deshalb hat die Gesuchstellerin 2020 ein Pilotprojekt für die Einführung einer digital ge- stützten Gesundheitsversorgung durch die Anwendung IeDA (Integrated e-Diagnostic Approach) im Bezirk Ranchi aufgebaut. Das erfolgreiche Pilotprojekt soll nun auf den gesamten Bundesstaat Jharkhand (1600 Zentren der medi- zinischen Grundversorgung) ausgeweitet werden. Die Anwendung unterstützt das Pflegepersonal bei der Beurtei- lung und Behandlung von Kindern, enthält Hinweise zur korrekten Abgabe von Arzneimitteln, umfasst ein E-Learning für das Pflegepersonal sowie ein zentrales Informations system für die Gesundheitsbehörden. Begünstigte Potenziell 2,9 Mio. Kinder und ihre Mütter (innerhalb der 15 Monate der Projektdauer), 1600 Kliniken für die primäre Gesundheitsversorgung, 7440 staatliche Angestellte im Gesundheitswesen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 844 992 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 72 000 DEZAFr. 0 Andere Fr. 712 992 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
20. Ärzte ohne Grenzen (Medizinische Versorgung und Bekämpfung von Epidemien in der Bekaa-Ebene, Libanon) Gesuchsteller/in Verein Ärzte ohne Grenzen, Genf Land/Region Libanon (HDI 112), Bekaa-Ebene Vorhaben Im Libanon schien in den vergangenen Jahren eine Krise die nächste zu jagen. Inflation, politische Instabilität und soziale Unruhen prägen das Land. Das Projekt bezweckt, die Krankheits- und Sterblichkeitsrate der Bewohnerinnen und Bewohner der Bekaa-Ebene zu senken. Es soll struktu- relle Lücken in der medizinischen Grundversorgung schlies- sen, damit die am stärksten vernachlässigten Menschen Zugang zu der Gesundheitsversorgung erhalten, die sie benötigen; insbesondere in den Bereichen chronische Krankheiten, Pädiatrie, psychologische Unterstützung sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit. 2023 wird ein be- sonderer Schwerpunkt auf die Gesundheitsförderung und Prävention von Epidemien wie Cholera gelegt. Begünstigte 2023 sollen rund 281 000 Patientinnen und Patienten ver- sorgt werden, darunter etwa 97 500 Geflüchtete aus Syrien und 183 500 bedürftige Libanesinnen und Libanesen Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 6 905 288 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 DEZAFr. 0 Andere Fr. 6 785 288 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
2.3 Projekte in Lateinamerika (Projekte Nrn. 21–28)
21. HELVETAS (Chala-i: Junge Menschen in Bolivien entfalten ihr Potenzial und bauen erfolgreiche Kleinunternehmen auf) Gesuchsteller/in Verein HELVETAS Swiss Intercooperation, Zürich Land/Region Bolivien (HDI 118), Stadt Sucre und vier weitere Bezirke im Departamento Chuquisaca Vorhaben Bolivien ist ein multikulturelles und vielfältiges Land mit einer jungen Bevölkerung: Von den 12 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern ist ein Drittel unter 15 Jahre und über ein Viertel zwischen 15 und 29 Jahre alt. Viele dieser jungen Menschen zieht es in die Städte, wo sie mehrheitlich in prekären Verhältnissen leben. Das Projekt zielt darauf ab, dass junge Menschen ihr Potenzial ausschöpfen und neben ihrer Ausbildung erfolgreich eigene Unternehmen aufbauen, ein Leben in Würde führen und weiteren jungen Leuten Einkommensmöglichkeiten bieten können. Es umfasst die Förderung von Jungunternehmen, Schaffung und Vermitt- lung von Arbeitsplätzen sowie die Förderung eines günsti- gen Umfelds für die Gründung und Entwicklung von Unter- nehmen, insbesondere mittels Vermittlung und Beratung. Begünstigte 350 Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer (davon die Hälfte Frauen und 65% Zugezogene) bei der Gründung und Führung von Unternehmen, 400 junge Menschen (darunter die Hälfte Frauen und 85% Zugezogene) bei der Suche einer würdigen Beschäftigung und 200 Personen beim Erhalten ihrer Arbeitsstelle für mindestens ein Jahr Kosten (einschliesslich 14% PBK) Fr. 274 371 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 DEZAFr. 20 000 Andere Fr. 134 371 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
22. Swisscontact (Nuevas Oportunidades: Berufliche Eingliederung von rückkehrenden Migrantinnen und Migranten) Gesuchsteller/in Swisscontact, Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit, Zürich Land/Region El Salvador (HDI 125), Städte La Paz, San Salvador, San Miguel, Santa Ana und Usulutan Vorhaben Das Projekt verbessert die Lebensbedingungen von in den heimischen Arbeitsmarkt in El Salvador zurückkehrenden Migrantinnen und Migranten gemäss dem Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe». Die Problematik der Rückkehr-Migration hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, zumal wegen der neuen Richtlinien der USA Menschen vermehrt rück geführt werden. Häufig werden die Rückkehrenden im eigenen Land kriminalisiert und diskriminiert, obwohl die überwältigende Mehrheit von ihnen nicht vorbestraft ist. Um die erfolgreiche soziale und wirtschaftliche Wiederein- gliederung zu erleichtern, arbeitet das Projekt mit öffent lichen, privaten, zivilgesellschaftlichen und akademischen Akteurinnen und Akteuren wie Berufsschulen, Berufskam- mern und Ministerien zusammen. Dank dieser Zusammen- arbeit entstehen neue oder verbesserte Dienstleistungen für die Rückkehrenden und ihre Familien. Das Projekt umfasst: 1) die Zertifizierung von fachlichen Fähigkeiten, welche die Rückkehrenden während ihres Auslandsaufent- halts erworben haben, 2) ein Coaching-Angebot zur besse- ren Eingliederung in den Arbeitsmarkt, 3) gezielte Förde- rung des Unternehmertums und 4) Wissensaustausch und engere interinstitutionelle Koordination von Organisationen, die sich um Migrantinnen und Migranten kümmern. Das Ziel ist es, ein System aufzusetzen, das es Rückkehrerinnen und Rückkehrern ermöglicht, eine Anstellung zu finden oder sich selbstständig zu machen und sich somit der Armut entziehen zu können. Begünstigte Direkte Begünstigte des Projekts sind 1000 Rückkehrende mit Migrationshintergrund (davon 20% Frauen), die mindes- tens zwei Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet haben und dann gezwungen waren, nach El Salvador zurückzu- kehren. Kosten (einschliesslich 14% PBK) Fr. 511 176 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 Andere Organisationen Fr. 138 000 Andere Fr. 273 176 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
23. Fastenaktion (Guatemala: Recht auf Land, Nahrung und Selbstbestimmung in Alta Verapaz) Gesuchsteller/in Stiftung Fastenaktion, Katholisches Hilfswerk Schweiz, Luzern Land/Region Guatemala (HDI 135), Departement Alta Verapaz Vorhaben Guatemala weist einige der schlechtesten Werte der Sozial- und Gesundheitsindikatoren Lateinamerikas auf. Am dra- matischsten ist die Armut in Departementen mit mehrheit- lich indigenen Völkern wie Alta Verapaz, Sololá und Toto nicapán. Grund dafür sind die verschiedenen Formen von Diskriminierung der indigenen Bevölkerung. Das vorliegen- de Projekt begleitet indigene Gemeinschaften bei der Wahr- nehmung ihres Rechts auf Land, Nahrung und Selbstbe- stimmung sowie bei der Förderung der Frauen. Es baut auf den Erfolgen der Vorphase auf, die zwischen Februar 2021 und Dezember 2022 umgesetzt wurde. Das Projekt arbeitet darauf hin, das Land auf den Namen beider Ehepartner zu legalisieren. Im Rahmen der agrarökologischen Komponen- ten des Projekts werden einheimisches Saatgut und tradi- tionelle Landwirtschaftspraktiken wiederbelebt. Die Fami- lien werden zur Saatgutgewinnung und -vermehrung ge- schult und organisieren diese selbst. Auch die Wiederauf- forstung von Flächen ohne Waldbedeckung wird durch das Projekt gefördert. Frauen einer Gemeinschaft werden von Animatorinnen der Partnerorganisation ermuntert, sich zu einer Spargruppe zusammenzuschliessen. Begünstigte Direkt 780 Familien mit rund 3900 Familienmitgliedern Indirekt 2400 Familien mit 12 000 Familienmitgliedern der Projektregion und -umgebung Kosten (einschliesslich 11% PBK) Fr. 450 414 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 6 380 DEZAFr. 71 277 Andere Fr. 272 757 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
24. Solidar Suisse (Frauenorganisationen kämpfen für ein Leben ohne Gewalt) Gesuchsteller/in Verein Solidar Suisse, Zürich Land/Region Guatemala (HDI 135), Zentrum und Norden, sowie Honduras (HDI 137), Norden Vorhaben Guatemala und Honduras gehören weltweit zu den Ländern mit den höchsten Mordraten und weisen eine enorm hohe Rate an geschlechtsspezifischer Gewalt auf. Das Projekt bezweckt 1) Stärkung der Opferhilfe: Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, erhalten eine integrale Betreuung. 2) Prä- vention: Gezielte Aktionen tragen zur Reduktion von ge- schlechtsspezifischer Gewalt in insgesamt 17 Gemeinden und 5 Departementen bei. 3) Organisationsentwicklung: Lokale NGOs stärken ihre Ansätze zur Bekämpfung ge- schlechtsspezifischer Gewalt durch den Austausch von Wissen und Praktiken. Das Projekt setzt auf die Förderung von Strategien, die das Potenzial haben, geschlechtsspezi- fische Gewalt nachhaltig einzudämmen. Dazu gehören Kampagnen in den sozialen Medien, die Ausbildung und Sensibilisierung von Schulkindern, Jugendlichen und Frauen sowie politisches Lobbying und Verankerung von Gleich stellungspolitiken auf Gemeindeebene. Begünstigte Direkt 1320 Personen (Opfer von Gewalt, Jugendliche, Vertreterinnen von Frauennetzwerken, Mitglieder von NGOs und Basisorganisationen, Menschenrechtsverteidigerinnen, Gemeindebehörden) Indirekt 25 650 Personen (Familienangehörige, Mitglieder von Basisorganisationen, Jugendliche) Kosten (einschliesslich 12% PBK) Fr. 330 277 Beantragter Beitrag Fr. 120 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 50 000 DEZA Fr. 100 000 AndereFr. 60 277 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
25. Peace Watch Switzerland (Sicherheit und Handlungsspielraum für Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger und zivilgesellschaftliche Organisationen in Honduras) Gesuchsteller/in Verein Peace Watch Switzerland (PWS), Zürich Land/Region Honduras (HDI 137), Departemente Francisco Morazán, Choluteca, Valle und La Paz Vorhaben Honduras ist geprägt von Armut, Ungleichheit und einem eklatanten Mangel an Sicherheit (menschliche Sicherheit und Rechtssicherheit) für die Bevölkerung. Dazu kommen Korruption und eine erschreckende Rechtsunsicherheit. Bäuerliche Gemeinden, ihre Basisorganisationen und Füh- rungspersonen sowie Menschenrechtsorganisationen, Netzwerke, Anwältinnen und Anwälte bitten PWS um inter- nationale Präsenz und Begleitung, um in ihrem Kampf für die Respektierung der Menschenrechte und verfassungs- mässigen Rechte nicht chancenlos zu bleiben. Zu solchen Aktivitäten gehören: Gerichtsverhandlungen, Behördenkon- takte lokal, regional oder in der Hauptstadt, Kundgebungen, Workshops und interne Veranstaltungen. Durch die interna- tionale Präsenz und Begleitung von PWS sowie die strategi- sche Vernetzung von PWS mit anderen Akteuren erhalten die Menschen leibliche Sicherheit und Rechtssicherheit. Internationale Präsenz stärkt gerichtliche Prozesse als Strategie im Kampf um Mitsprache und Mitbestimmung, ermutigt die Menschen, im eigenen Recht aktiv zu werden und sich mit gewaltfreien Mitteln für ihre Rechte und bes- sere Lebensperspektiven einzusetzen. Begünstigte Direkt 50 Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger, davon rund 20% Frauen, 50 NGO-Mitarbeitende, davon rund 40% Frauen und 6 Anwältinnen und Anwälte Indirekt rund 50 000 Menschen Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 259 540 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 DEZAFr. 18 500 Andere Fr. 141 040 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
26. Caritas Schweiz (Eigenständigkeit für venezolanische Migrantinnen und Migranten) Gesuchsteller/in Verein Caritas Schweiz, Luzern Land/Region Kolumbien (HDI 88) und Brasilien (HDI 87), Regionen Bogotà (Kolumbien) und Recife (Brasilien) Vorhaben Venezuela, das Land mit den meisten Erdölreserven der Welt, steckt seit über zehn Jahren in einer grossen politi- schen und wirtschaftlichen Krise. Nach Angaben des UNO- Flüchtlingshilfswerks (Stand Dezember 2022) haben über 7,1 Mio. Venezolanerinnen und Venezolaner ihr Land verlas- sen. Der grösste Teil migrierte in die Nachbarländer Kolum- bien, Peru, Bolivien und Brasilien. Caritas Schweiz führt in Kolumbien und Brasilien ein Pilotprojekt zur nachhaltigen Integration venezolanischer Migrantinnen und Migranten durch. Durch den langfristigen Ansatz sollen die Geflüchte- ten von der kurzfristigen humanitären Hilfe loskommen und ihre Existenz in den Aufnahmeländern nachhaltig und eigenständig sichern können. Das Projekt folgt dem soge- nannten Graduation Approach. Dieser ermächtigt die Be- günstigten Schritt für Schritt den Weg aus der Armut zu finden. Durch gezielte Interventionen (Workshops, Coa- chings, finanzielle Unterstützung usw.), die direkt auf die Begünstigten abgestimmt werden, gelingt es, die Menschen wirksam aus der Armut zu führen. Sie werden dabei unter- stützt, ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten zu verbessern und sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Zugang zum Arbeitsmarkt stärkt die finanzielle Stabilität der Migran- tinnen und Migranten langfristig und nachhaltig. Begünstigte Das Projekt beginnt mit 240 Haushalten (120 in Bogotà und 120 in Recife); insgesamt profitieren rund 960 Begünstigte. Kosten (einschliesslich 7% PBK) Fr. 1 530 222 Beantragter Beitrag Fr. 100 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 700 000 DEZAFr. 0 AndereFr. 730 222 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
27. terre des hommes schweiz (Jugendliche mit ökologischer Landwirtschaft gegen den Klimawandel) Gesuchsteller/in Verein terre des hommes schweiz (Sektion deutsche Schweiz), Basel Land/Region Nicaragua (HDI 126), Distrikt Jinotega Vorhaben Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. 43% der Bevölkerung leben in Armut. Besonders betroffen sind die indigene Bevölkerung, Frauen und Jugendliche. Das Projekt bezweckt, strukturelle Ursachen für die syste- mische Ausgrenzung von jungen Menschen im Alter von 17–26 Jahren vom Zugang zu lebensnotwendigen Ressour- cen in den ländlichen Gebieten des Trockenkorridors von Jinotega zu beseitigen. Es leistet einen Beitrag zur Ernäh- rungssicherheit, Gleichstellung der Geschlechter im Zugang zu Ressourcen, menschenwürdigen Arbeit und für ein sicheres Einkommen. Dieser erfolgt durch theoretische und praktische agroökologische Ausbildung in Zusammenarbeit mit einem bereits bestehenden Netzwerk von Promotorin- nen und Promotoren der Agroökologie, Gemeindeveranstal- tungen für junge Menschen, Jugendcamps, Workshops, begleitete Selbsthilfegruppen usw. Begünstigte Direkt 360 Jugendliche und junge Erwachsene Indirekt 1580 Personen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 264 439 Beantragter Beitrag Fr. 190 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 30 000 DEZAFr. 25 000 AndereFr. 19 439 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
28. TearFund Schweiz (Berufsbildung mit Zukunft / Eine handwerkliche Ausbildung für Jugendliche in Peru) Gesuchsteller/in Verein TearFund Schweiz, Zürich Land/Region Peru (HDI 84), Region Apurímac Vorhaben Eine gute handwerkliche Ausbildung zu absolvieren, ist in Peru unüblich. Es gibt zwar Berufsschulen, doch deren Qualität ist oft mangelhaft. In Anlehnung an das Schweizer Berufsbildungssystem hat das Projekt das Ziel, die Qualität der Ausbildung in den Berufsbildungszentren zu verbessern und Jugendliche für eine gute Berufsausbildung zu motivie- ren. So erlernen diese handwerkliche, unternehmerische und soziale Kompetenzen, dank denen sie später ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Das Projekt bildet Lehrpersonen der Berufsbildungszentren in der Projekt region handwerklich und pädagogisch aus und vernetzt sie mit den Sekundarschulen und der Bildungsbehörde. Auch die Lehrpersonen der Sekundarschulen werden geschult, sodass sie den Schülerinnen und Schülern verschiedene handwerkliche Tätigkeiten (u. a. Nähen, Werken) beibringen können und diesen damit ermöglichen, sich für eine Berufs- richtung zu entscheiden. Begünstigte Direkt 1902 Personen (Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen) Indirekt 6162 Personen (Familienangehörige) Kosten (einschliesslich 15% PBK) Fr. 112 800 Beantragter Beitrag Fr. 60 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 42 800 DEZAFr. 10 000 AndereFr. 0 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
2.4 Projekte in Osteuropa (Projekte Nrn. 29–31)
29. IAMANEH (Kinder haben Rechte – Betreuung und Schutz von Strassenkindern) Gesuchsteller/in Verein IAMANEH Schweiz, Basel Land/Region Bosnien-Herzegowina (HDI 74), Tuzla Vorhaben Der Bosnienkrieg wurde 1995 durch das Friedensabkom- men von Dayton beendet. Die Spaltung des Landes wird jedoch wieder tiefer. In einer besonders schwierigen Situa- tion befinden sich die intern vertriebene Bevölkerung sowie die Roma. Sie werden diskriminiert und haben fast keinen Zugang zu kommunalen Dienstleistungen, Infrastruktur, Bildung oder Arbeitsmarkt. Das Projekt bezweckt Verbes- serung der Lebensbedingungen von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, die Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt sind. Das bestehende Tageszentrum für Stras- senkinder wird in ein Beratungs- und Interessenvertre- tungszentrum für die Rechte des Kindes umgewandelt. Neu berät das Zentrum Familien und Kinder, klärt diese über ihre Rechte auf und unterstützt sie dabei, diese einzufor- dern. Weiterhin werden 20 Kinder täglich mit einer Mahlzeit und Wäscheservice unterstützt, sie bekommen schulische Unterstützung und können an weiteren pädagogischen, kreativen und integrativen Aktivitäten teilnehmen. Opfer von Gewalt oder Menschenhandel werden ebenfalls betreut und an angeeignete Fachstellen weitervermittelt. Kinder und ihre Familien in abgelegeneren Gemeinden werden durch mobile Teams erreicht und bekommen schulische Unterstützung, Beratung und Betreuung. Mobile Teams beraten auch Familien und unterstützen sie darin, ihre Rechte zu kennen und einzufordern. In den Dörfern finden Informations- und Sensibilisierungsaktivitäten statt, die sich mit Gesundheitsförderung, Sexualaufklärung sowie der Prävention von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt auseinandersetzen. Begünstigte 100–120 sozial benachteiligte Kinder und deren Familien, mindestens 205 Jugendliche sowie die Bevölkerung von zwei Roma- und zwei Nicht-Roma-Gemeinden, rund 450 Fach- leute in Behörden und Institutionen sowie mindestens 80 Entscheidungsträgerinnen und -träger auf verschiede- nen Kompetenzstufen Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 322 764 Beantragter Beitrag Fr. 70 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 0 DEZAFr. 50 000 Andere Fr. 202 764 Gewährter Beitrag Fr. 55 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
30. Pädagogische Hochschule Zürich (FutureS: Future Skills for Sustainable Development in Moldova) Gesuchsteller/in Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH), Zürich Land/Region Republik Moldova (HDI 80) Vorhaben Trotz mangelnder Ressourcen befindet sich die Schulbildung in der Republik Moldova bereits seit 2018 in einem Reform- prozess. Dieser wird von verschiedenen internationalen Akteuren unterstützt, unter anderem von der DEZA. Das vorliegende Projekt bezweckt, zur Förderung zukunfts- und nachhaltigkeitsorientierter Lebenskompetenzen – future skills – von Kindern und Jugendlichen in der Republik Moldova beizutragen. Gemeinsam mit Hochschulen in der pädagogischen Aus- und Weiterbildung wird ein Unter- richtsprogramm entwickelt, getestet und in weiterer Folge in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen integriert. Begünstigte Direkt rund 10 Dozierende an Hochschulen, mindestens 12 Lehrpersonen in Praxisschulen, rund 40 Studierende in der Ausbildung zur Lehrperson Indirekt mindestens 300 Schülerinnen und Schüler und 600 Angehörige sowie 20–24 Vertreterinnen und Vertreter regionaler Bildungsbehörden Kosten (einschliesslich 7% PBK) Fr. 403 550 Beantragter Beitrag Fr. 351 450 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 52 100 DEZAFr. 0 AndereFr. 0 Gewährter Beitrag Fr. 155 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
31. Universität Zürich (Mental Health Surveillance in Ukraine [dt: Beobachtung der psychischen Gesund- heit in der Ukraine]) Gesuchsteller/in Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI), Universität Zürich (UZH), Zürich Land/Region Ukraine (HDI 77), Personen aus zehn Regionen der Ukraine sowie Ukrainerinnen und Ukrainer mit Wohnsitz in der Schweiz Vorhaben Im März 2022 wurde das Nationale Programm zur psychi- schen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung in der Ukraine für den Zeitraum bis 2030 ins Leben gerufen mit dem Ziel, dringende Aspekte der psychischen Gesundheits- versorgung zu verbessern. Dieses Konzept sieht die Verbes- serung der Zugänglichkeit von psychischen Gesundheits- diensten, die Sensibilisierung für psychische Gesundheit, den Abbau von Diskriminierung und die Angleichung der Bildungsstandards an internationale Normen vor. Das Pro- jekt der UZH bezweckt die Einrichtung einer flexiblen, vor allem digitalen Beobachtung der psychischen Gesundheit von Menschen, die in verschiedenen Teilen der Ukraine oder in der Diaspora (zunächst im Kanton Zürich, weitere Kantone und Länder sind denkbar) leben, um die Prävalenz und die zeitliche Entwicklung von posttraumatischen Belas- tungsstörungen, Depressionen, Angstzuständen sowie Alkoholmissbrauch und die sozioökonomische Folgen zu bewerten. Es handelt sich um eine prospektive, bevölke- rungsbasierte, überwiegend digitale Kohortenstudie, die Personen aus der Allgemeinbevölkerung, die in der Ukraine leben, oder Personen aus der Ukraine mit Flüchtlingsstatus, die im Kanton Zürich wohnen, einbezieht. Das Projekt wird vom EBPI und dem Forschungsteam der UZH koordiniert und wird Synergien mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes und dem Nationalen Programm zur psychi- schen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung in der Ukraine nutzen. Begünstigte Indirekt alle knapp 42 Mio. Ukrainerinnen und Ukrainer Kosten (einschliesslich 10% PBK) Fr. 770 000 Beantragter Beitrag Fr. 250 000 Weitere Finanzierung Eigenmittel Fr. 150 000 DEZA Fr. 300 000 AndereFr. 70 000 Gewährter Beitrag Fr. 250 000 Begründung Das Vorhaben entspricht den Kriterien des LFG und der VGF, ebenso den für 2023 geltenden Vergabekriterien EZA.
3. Übersichtslisten
3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Organisationen Organisation Projekt Nr. Staat(en) Beitrag in Franken Ärzte ohne Grenzen 20 Libanon 55 000 Aqua Alimenta 7 Madagaskar 55 000 Biovision 3 Kenia 55 000 Brücke – Le Pont 16 Togo 55 000 Caritas Schweiz 26 Kolumbien/Brasilien 55 000 CBM (Schweiz) 8 Madagaskar 55 000 COMUNDO 4 Kenia 55 000 Enfants du Monde 2 Burkina Faso 55 000 Fastenaktion 23 Guatemala 55 000 HEKS 11 Niger 55 000 HELVETAS 21 Bolivien 55 000 Horyzon 18 Uganda 55 000 IAMANEH 29 Bosnien-Herzegowina 55 000 Medair 5 Kenia 55 000 Mission am Nil 14 Tansania 55 000 Nouvelle Planète 1 Benin 55 000 Pädagogische Hochschule Zürich 30 Republik Moldova 155 000 Peace Watch Switzerland 25 Honduras 55 000 SAM global 17 Tschad 55 000 Save the Children 9 Madagaskar 55 000 Skat Foundation 13 Sambia/Tansania 55 000 Solidar Suisse 24 Guatemala/Honduras 55 000 Solidarität mit der Welt 12 Nigeria 55 000 SolidarMed 6 Leshoto 55 000 Stiftung Kinderdorf Pestalozzi 15 Tansania 55 000 Swisscontact 22 El Salvador 55 000 TearFund Schweiz 28 Peru 55 000 Terre des hommes – Kinderhilfe 19 Indien 55 000 terre des hommes schweiz 27 Nicaragua 55 000 Universität Zürich 31 Ukraine 250 000 WWF Schweiz 10 Madagaskar 55 000
3.2 Übersicht zum Engagement in den einzelnen Staaten Kontinent/Staat Projekt Nr. Betrag Total Total Total pro Projekt pro Land pro Kontinent pro Kontinent in Franken in Franken in Franken in % Afrika Benin 1 55 000 55 000 Burkina Faso 2 55 000 55 000 Kenia 3 55 000 4 55 000 5 55 000 165 000 Leshoto 6 55 000 55 000 Madagaskar 7 55 000 8 55 000 9 55 000 10 55 000 220 000 Niger 11 55 000 55 000 Nigeria 12 55 000 55 000 Sambia/Tansania 13 55 000 55 000 Tansania 14 55 000 15 55 000 110 000 Togo 16 55 000 55 000 Tschad 17 55 000 55 000 Uganda 18 55 000 55 000 Afrika total 990 000 50 Asien Indien 19 55 000 55 000 Libanon 20 55 000 55 000 Asien total 110 000 5 Lateinamerika Bolivien 21 55 000 55 000 El Salvador 22 55 000 55 000 Guatemala 23 55 000 82 500 Guatemala/Honduras 24 55 000 Honduras 25 55 000 82 500 Kolumbien/Brasilien 26 55 000 55 000 Nicaragua 27 55 000 55 000 Peru 28 55 000 55 000 Lateinamerika total 440 000 22
Kontinent/Staat Projekt Nr. Betrag Total Total Total pro Projekt pro Land pro Kontinent pro Kontinent in Franken in Franken in Franken in % Osteuropa Bosnien-Herzegowina 29 55 000 55 000 Republik Moldova 30 155 000 155 000 Ukraine 31 250 000 250 000 Osteuropa total 460 000 23 Total 2 000 000 100
3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projekts wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen: Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft 3, 7, 13, 14, 23 Ernährung, Umwelt 3, 8, 9, 10, 11, 16, 27 Kleinunternehmen, Einkommensförderung 1, 21 Sozialpolitik, Verwaltung 4, 18, 22, 23, 25, 26 Gesundheit 5, 6, 19, 20, 31 Frauenförderung 10, 12, 23, 24 (Berufs-)Bildung, Förderung von Kindern 2, 4, 6, 12, 15, 17, 21, 27, 28, 29, 30 und Jugendlichen Die Beträge sind im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2023–2026 eingestellt und der Fonds kann diese Verpflichtungen mit den ihm zugewiesenen Mitteln erfüllen.
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat: I. Den folgenden Empfängerinnen und Empfängern werden für die ge- nannten Vorhaben die folgenden Beiträge aus dem Gemeinnützigen Fonds gewährt:
1. Nouvelle Planète (Schaffung eines Wirtschaftsgefüges durch den Bau von zwei Maniok- Fr. 55 000 verarbeitungsanlagen in den Dörfern Hékpè und Djikémè)
2. Enfants du Monde (Verbesserung der Unterrichtsqualität in zweisprachigen Schulen, Burkina Faso) Fr. 55 000
3. Biovision (Kleinbäuerliche Landwirtschaft in Zentralkenia) Fr. 55 000
4. COMUNDO (Kenia: Integration junger Menschen in die Arbeitswelt) Fr. 55 000
5. Medair (Gesundheitsprojekt in Kenia – Nachhaltig verbesserte Gesundheit für Kleinkinder und schwangere sowie stillende Frauen durch Zugang zu Ernährungsleistungen, medizinischer Versorgung, Wissen und sauberem Wasser) Fr. 55 000
6. SolidarMed (Verbesserte Gesundheit für Jugendliche in Mokhotlong, Lesotho) Fr. 55 000
7. Aqua Alimenta (Ausbildungszentren für ländliche Entwicklung und Autonomie, Phase II) Fr. 55 000
8. CBM (Schweiz) (Inklusive Unterstützung und Resilienz im Süden Madagaskars) Fr. 55 000
9. Save the Children (Verringerung der Armut und Verbesserung des Wohlergehens der Kinder in der Gemeinde Andragnanivo) Fr. 55 000
10. WWF Schweiz (Barefoot College – Frauen des Lichts) Fr. 55 000
11. HEKS (Stabile Nahrungsgrundlagen für Mensch und Tier) Fr. 55 000
12. Solidarität mit der Welt (Berufsbildung und Einkommensförderung in Nordost-Nigeria) Fr. 55 000
13. Skat Foundation (Sauberes Trinkwasser und Ernährungssicherheit für Gemeinden in Sambia und Tansania) Fr. 55 000
14. Mission am Nil (Landwirtschaftliches Ausbildungszentrum Burega, Kigoma) Fr. 55 000
15. Stiftung Kinderdorf Pestalozzi (Unterstützung im Bildungsprozess der Grundschulkinder von Mbozi in Tansania) Fr. 55 000
16. Brücke – Le Pont (Mehr Ernährungssicherheit dank dem Aufbau der Wertschöpfungs ketten von Kochbananen und Brot aus einheimischem Mehl) Fr. 55 000
17. SAM global (Sekundarschule Moustakhbal wa Radja’, Tschad) Fr. 55 000
18. Horyzon («Hope Beyond Borders» – Bessere Perspektiven für Geflüchtete) Fr. 55 000
19. Terre des hommes – Kinderhilfe (Ein gemeindegeführter Ansatz für eine digital gestützte Gesundheits- versorgung für Kinder unter 5 Jahren) Fr. 55 000
20. Ärzte ohne Grenzen (Medizinische Versorgung und Bekämpfung von Epidemien in der Bekaa-Ebene, Libanon) Fr. 55 000
21. HELVETAS (Chala-i: Junge Menschen in Bolivien entfalten ihr Potenzial und bauen erfolgreiche Kleinunternehmen auf) Fr. 55 000
22. Swisscontact (Nuevas Oportunidades: Berufliche Eingliederung von rückkehrenden Migrantinnen und Migranten) Fr. 55 000
23. Fastenaktion (Guatemala: Recht auf Land, Nahrung und Selbstbestimmung in Alta Verapaz) Fr. 55 000
24. Solidar Suisse (Frauenorganisationen kämpfen für ein Leben ohne Gewalt) Fr. 55 000
25. Peace Watch Switzerland (Sicherheit und Handlungsspielraum für Menschenrechtsverteidi gerinnen und -verteidiger und zivilgesellschaftliche Organisationen in Honduras) Fr. 55 000
26. Caritas Schweiz (Eigenständigkeit für venezolanische Migrantinnen und Migranten) Fr. 55 000
27. terre des hommes schweiz (Jugendliche mit ökologischer Landwirtschaft gegen den Klimawandel) Fr. 55 000
28. TearFund Schweiz (Berufsbildung mit Zukunft / Eine handwerkliche Ausbildung für Jugendliche in Peru) Fr. 55 000
29. IAMANEH (Kinder haben Rechte – Betreuung und Schutz von Strassenkindern) Fr. 55 000
30. Pädagogische Hochschule Zürich (FutureS: Future Skills for Sustainable Development in Moldova) Fr. 155 000
31. Universität Zürich (Mental Health Surveillance in Ukraine [dt: Beobachtung der Psychi- schen Gesundheit in der Ukraine]) Fr. 250 000 Total Fr. 2 000 000
II. Die Gewährung erfolgt unter den Bedingungen und Auflagen, die in den Erwägungen zu den einzelnen Beiträgen genannt sind, sowie unter den folgenden allgemeinen Bedingungen und Auflagen: a) Die Empfängerin oder der Empfänger hat der Fondsverwaltung elek- tronisch die Erfüllung aller Auflagen zuzusichern (Bedingung). b) Die Empfängerin oder der Empfänger hat die Fondsverwaltung in- nert fünf Jahren seit der Gewährung elektronisch um die Auszahlung des Beitrags zu ersuchen und der Fondsverwaltung den Schlussbericht gemäss § 11 Abs. 2 Satz 1 LFG in einer von dieser akzeptierten Fas- sung einzureichen (Bedingung für diese Auszahlung). c) Die Empfängerin oder der Empfänger hat geeignete Massnahmen zur Verhinderung einer Zweckentfremdung der Mittel, insbesondere durch Korruption und Kickbacks, zu treffen (Auflage). d) Die Empfängerin oder der Empfänger hat den Gemeinnützigen Fonds an geeigneter Stelle als Geldgeber zu erwähnen, wenn möglich unter Verwendung des Logos des Gemeinnützigen Fonds (Auflage). e) Ergibt sich nach der Verwirklichung des Vorhabens eine Überfinan- zierung, hat die Empfängerin oder der Empfänger dem Gemeinnützi- gen Fonds davon den Teil zu erstatten, der dem Anteil des Fonds an der Finanzierung des Vorhabens entspricht (Auflage). III. Die Finanzdirektion wird beauftragt, die Beiträge gemäss Disposi- tiv I unter Berücksichtigung der Bedingungen und Auflagen gemäss Dis- positiv II auszubezahlen. IV. Gegen diesen Beschluss kann innert 30 Tagen, von der Mitteilung an gerechnet, beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Beschluss ist beizulegen oder genau zu bezeichnen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu be- zeichnen und soweit möglich beizulegen. V. Mitteilung an die Empfängerinnen und Empfänger der Beiträge ge- mäss Dispositiv I (durch die Finanzdirektion), die Genossenschaft Swiss- los Interkantonale Landeslotterie, Lange Gasse 20, 4052 Basel, die Finanz- kommission des Kantonsrates sowie an die Direktionen des Regierungs- rates und die Staatskanzlei.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli