Lexipedia

Decision

RRB Nr. 889/2019

Lotteriefonds, Entwicklungszusammenarbeit 2019, Ermächtigung

25 da settember 2019German35 min

Source zh.ch

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 25. September 2019

889. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Entwicklungszusammenarbeit 2019

Erwägungen

1. Einleitung und Übersicht

1.1 Allgemeines Mit Beschluss vom 12. Februar 2018 bewilligte der Kantonsrat für die Jahre 2018 bis längstens 2021 einen Rahmenkredit von 32 Mio. Franken für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) und Inlandhilfe (IH), auf- geteilt in vier jährliche Tranchen von je 8 Mio. Franken (Vorlage 5361). Gegenüber dem vorherigen Rahmenkredit für die Jahre 2015 bis 2017 (Vorlage 5167) beschloss der Kantonsrat für den EZA-Bereich folgende Vorgaben: – Für die EZA und die IH stehen pro Jahr zwei Tranchen von je 4 Mio. Franken zur Verfügung. – Keine Beiträge werden geleistet für Vorhaben in Ländern der Euro- päischen Union (EU). – Keine Beiträge werden geleistet für Vorhaben in Ländern, die ihre Staatsangehörigen im Grundsatz nicht rückübernehmen, unabhängig von der Existenz eines Rückübernahmeabkommens im Asylbereich mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

1.2 Zielsetzung der kantonalen EZA Mit seinen EZA-Beiträgen will der Kanton: – die betroffene Bevölkerung vor allem in den Bereichen Armutsbe- kämpfung und Entwicklung des ländlichen Raumes bei der Verbesse- rung der eigenen Lebensbedingungen im Sinne der «Hilfe zur Selbst- hilfe» unterstützen, – seinen Beitrag zur Verbesserung der internationalen Stabilität leisten und – verdeutlichen, dass die Unterstützung der EZA nicht nur Angelegen- heit des Bundes ist, sondern eine Verpflichtung der Gemeinwesen aller Stufen darstellt. Es ist die Absicht des Regierungsrates, dem zürcherischen Engagement im EZA-Bereich im Rahmen der jährlichen Beitragsgewährung einen zu- nehmend höheren Stellenwert einräumen.

1.3 Gesuchseingaben 2019 2019 reichten 26 Organisationen und Institutionen (2018: 28) insgesamt 27 (29) Gesuche mit einer Gesamtsumme von Fr. 6 677 709 (Fr. 6 617 488) ein: Association pour le Développement de l’Energie Solaire Suisse (ADES), Biovision, Brücke – Le Pont, Christoffel Blindenmission Schweiz (CBM), Evang.-ref. Kirchgemeinde Maur, Fastenopfer, Helvetas, Hilfs- werk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Hochschule für Wirtschaft Zürich, Horyzon, Iamaneh, Internationales Komitee vom Ro- ten Kreuz (IKRK), Interteam, Kinderspital Zürich, Medair, Pädagogi- sche Hochschule Zürich (PHZH), Save the Children, Solidar Suisse, Soli- darität Dritte Welt, SolidarMed, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Tear- Fund Schweiz, Terre des hommes – Kinderhilfe, Terre des hommes Schweiz, Verein zur Entwicklung der Bewährungshilfe in Osteuropa (VEBO) und die Stadt Zürich.

1.4 Auswahl der Projekte und Beiträge Mit Ausnahme eines Teilgesuchs entsprachen sämtliche Eingaben den Richtlinien für Beiträge der EZA und IH. Die gesuchstellenden Orga- nisationen mussten, sofern sie zwei oder mehr Gesuche einreichten, diese priorisieren. Nur eine Organisation reichte zwei Projekte ein, wo- von dasjenige mit erster Priorität berücksichtigt wurde. Folgende Projekte wurden nicht berücksichtigt: Hilfswerk/Organisation Projektbezeichnung, Land Grund der Ablehnung Gewünschter Betrag in Franken Horyzon «Bildung für Mädchen und junge Frauen in 100 000 Slums von Haiti». Das Gesuch weist zweite Priorität auf. Von Horyzon wird das Gesuch «Trotz Behinderung zur Gesellschaft gehö- ren – Wiedereingliederung von Jugendlichen mit Behinderungen und Traumata in Paläs- tina» (Nr. 15) berücksichtigt. VEBO Begleitstudie der Zürcher Hochschule für 90 000 Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zum Projekt «Die Freiheit ist mein Haus. Soziale Wiedereingliederung von Menschen im Strafvollzug in Moldawien» (Nr. 23). Gemäss Richtlinien können keine Begleitstudien mitfinanziert werden. Das Hilfswerk Stiftung Kinderdorf Pestalozzi erhält keinen Beitrag, da es sein Gesuch kurzfristig zurückzog.

Jede der gesuchstellenden Organisationen wurde mit einem Projekt berücksichtigt. Der Kanton kann das Vorhaben einer Organisation des öffentlichen Rechts bzw. ein besonders innovatives Vorhaben eines pri- vaten Hilfswerks als Schwerpunktvorhaben definieren und dadurch einen Beitrag bis Fr. 500 000 (Beitragskompetenz des Regierungsrates im Ein- zelfall) gewähren. Gestützt auf die Mitberichte der jeweiligen Fachdirek­ tion(en) wurden folgende Eingaben als Schwerpunktvorhaben bestimmt: Hilfswerk/Organisation Projekt-Nr. Projektbezeichnung, Land Gewünschter Betrag in Franken Kinderspital Zürich 8 Partnerschaft Kinderspital Zürich mit Kinder- 500 000 spital «Arabkir», Eriwan, Armenien Hochschule für 9 «Duale berufliche Weiterbildung im Touris- 330 000 Wirtschaft Zürich mussektor für junge Bhutanerinnen und Bhutaner», Bhutan Stadt Zürich 12 Erst-Flucht-Stadt: Temporäre Projekt­ 500 000 partnerschaft zwischen Zürich und Tyros, Libanon Evang.-ref. Kirch- 19 Heilpädagogisches Kompetenzzentrum 400 000 gemeinde Maur ALUNA, Cartagena, Kolumbien VEBO 24 «Die Freiheit ist mein Haus», soziale Wieder- (464 370) eingliederung von Menschen im Strafvoll- 374 370 zug, Moldawien PHZH 25 «Experience Democracy in Schools Now! 500 000 EDISON», holistische Demokratiebildung, Südosteuropa

Die Summe der gewünschten Beiträge übersteigt den zur Verfügung stehenden Betrag von 4 Mio. Franken. Deshalb erfolgten Kürzungen an den nachgesuchten Beiträgen. Dabei wurde folgender Schlüssel ange- wendet: – Jedes berücksichtigte Projekt – unabhängig davon, ob von einer Or- ganisation aus dem Kanton Zürich oder nicht – erhält eine Beitrags- leistung von Fr. 100 000 (Gesamtbetrag: Fr. 2 500 000). – Der damit noch verfügbare Beitrag von Fr. 1 500 000 wird anteilmäs- sig zugunsten der sechs Schwerpunktvorhaben aufgeteilt. Dies ergibt Beiträge zugunsten der Schwerpunktvorhaben von Fr. 263 000 bis Fr. 403 000. Geografisch verteilen sich die EZA-Leistungen 2019 wie folgt: Kontinent Anzahl berücksichtigter Gesuche Anteil in % Betrag in Franken Afrika 7 (Projekte Nr. 1–7) 18 700 000 Asien 8 (Projekte Nr. 8–15) 39 1 569 000 Lateinamerika 6 (Projekte Nr. 16–21) 20 822 000 (Süd-)Osteuropa 4 (Projekte Nr. 22–25) 23 904 000 Total 25 Projekte 100 3 995 000

2. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auf‌listung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält in knapper, zum Teil stichwortartiger Form die grundlegenden Angaben zum jeweiligen Projekt: – Unter «Staat/Region» ist jeweils in Klammern der Rang des entspre- chenden Staates im Human Development Index (HDI) der UNO auf- geführt, der dem jeweiligen Staat gemäss Einstufung 2018 zwischen 1 (Norwegen) und 188 (Zentralafrikanische Republik) zukommt. Der Index gibt Auskunft zur Entwicklung eines Landes. Für seine Berech- nung werden nicht nur ausschliesslich ökonomische Kennzahlen ver- wendet, sondern eine Vielzahl von Aspekten (u. a. Lebenserwartung, Bildungsstand, Bruttoinlandprodukt) berücksichtigt. – Im Berichtspunkt «Grundinformationen» sind die Ausgangslage bzw. die Rahmenbedingungen für das jeweilige Vorhaben beschrieben. – Unter «Hauptziel» wird das übergeordnete Ziel des Vorhabens er- wähnt. – Unter «Projektinhalte» werden die wichtigsten Einzelmassnahmen auf- gelistet, mit denen die angestrebten Hauptziele erreicht werden sollen. – Beim Punkt «Begünstigte» wird angegeben, wie viele Personen bzw. welche Personengruppen vom Projekt voraussichtlich profitieren werden. – In der Rubrik «Beitrag des Kantons» sind auch die jeweiligen Projekt- begleitkosten (PBK) angegeben, welche die Organisation für das ent- sprechende Projekt ausweist. Es werden höchstens 10% PBK bewilligt.

2.1 Projekte in Afrika (Projekte Nrn. 1–7) 1) Sauberes Wasser, sanitäre Anlagen und Hygieneförderung für ausgewählte Gesundheitseinrichtungen Organisation Medair Staat/Region Demokratische Republik Kongo (HDI: 137), Ostprovinzen Grundinformationen Das östliche Gebiet der Demokratischen Repu- blik Kongo erholt sich nur langsam vom Bürger- krieg, der bis 2003 dauerte. Mehrere kleinere Konflikte im Land dauern an bzw. haben sich seit 2017 verschärft, entsprechend nimmt die Zahl intern Vertriebener zu. Die Gesundheitseinrich- tungen sind in schlechtem Zustand, infolgedes- sen können sich Epidemien, Krankheiten und Infektionen ausbreiten.

Hauptziel Senkung der Sterblichkeit und der Erkrankungs- rate in den betroffenen Gebieten, insbesondere durch Einhalten von Standards bei Wasser, Sani- tärversorgung und Hygiene (WASH) in ausge- wählten Gesundheitseinrichtungen Projektinhalte Sanierung bzw. Bau von geschützten Wasserstel- len, Errichtung von Anlagen zur Regenwasser- speicherung; Bau von Latrinen, Duschen und Ab- fallverbrennungsanlagen; Verteilen von Betten, Matratzen, Abgabe von Hygieneartikeln, Aus- bildung von Spezialistinnen und Spezialisten, Schulung für das Betreiben von WASH-Anlagen Begünstigte 240 000 Personen Gesamtkosten Fr. 427 259 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 2) Einführung energiesparender Grossküchen Organisation ADES Staat/Region Madagaskar (HDI: 161), Südregionen Grundinformationen Die fortschreitende Abholzung des Landes ist weitgehend dem Kochen auf offenen Feuerstel- len geschuldet (ein durchschnittlicher Haushalt mit 5,5 Mitgliedern verbraucht jährlich bis zu 6,5 Tonnen Holz für das Zubereiten der Mahl- zeiten). Der grosse Holzverbrauch schadet Um- welt und Klima, die Beschaffung von Brennstoff belastet die Haushaltsbudgets. Auch die meisten Schulküchen verwenden Holz und Holzkohle zum Kochen. Hauptziel Erstellen und Austesten eines Konzepts für Schulküchen zur Kombination von Solarkochern mit Energiesparkochern Projektinhalte Bestandesaufnahme in acht Projektschulen, Er- arbeitung von Küchenkonzepten (Auswahl von Biomassekraftstoffen), Einsatz neu konzipier- ter Solarkocher, Ausbildung des Bedienungsper- sonals, Ausbildung betreffend Optimierung von Arbeitsprozessen (neue Gartechnologien), Aus- weitung des Programms

Begünstigte 4000 Schülerinnen und Schüler, 150 Mitarbei- tende Gesamtkosten Fr. 409 599 Gewünschter Beitrag Fr. 139 375 Beitrag des Kantons (einschliesslich 5,7% PBK) Fr. 100 000 3) Gesunde Kinder Organisation SolidarMed Staat/Region Mosambik (HDI: 180), Provinz Cabo Delgado, Distrikt Ancuabe Grundinformationen Mosambik weist eine hohe Kindersterblichkeits- rate auf. Rund 45% der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren dürften auf Mangelernäh- rung zurückzuführen sein. Komplikationen im Zusammenhang mit Malaria, Infektionskrank- heiten, Tuberkulose usw. sowie Komplikationen während oder kurz nach der Geburt sind weitere Ursachen für die hohe Kindersterblichkeitsrate. Hauptziel Die Gesundheit von gefährdeten Kindern unter fünf Jahren im Distrikt wird verbessert, insbe- sondere in Bezug auf Mangelernährung, HIV/ Aids und Tuberkulose. Projektinhalte Einführung von Kontrolluntersuchungen (sys- tematische Früherkennungs-Massnahmen bzw. Routinekontrollen, Einsatz von mobilen Klini- ken), Ausbildung von Fachpersonal und von Selbsthilfegruppen, Ausbau der Therapieange- bote, Wissenstransfer Begünstigte Rund 26 200 Kinder und 13 000 schwangere Frauen (pro Jahr), rund 100 Gesundheitsfach- kräfte Gesamtkosten Fr. 434 280 Gewünschter Beitrag Fr. 125 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000

4) Medizinische Grundversorgung für Binnenflüchtlinge Organisation Solidarität Dritte Welt (Mission am Nil) Staat/Region Sudan (HDI: 167); Khartum Grundinformationen Die Zahl der Binnenflüchtlinge im Sudan wird auf rund 2 Mio. geschätzt. Viele dieser Menschen leben am Rande der Hauptstadt Khartum (in der Wüste) mit nur beschränktem Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung. Hinzu kommen Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern (Tschad, Eritrea, Äthiopien, Südsudan). Mission am Nil betreibt bei Karthum eine Poliklinik, die vor allem Flüchtlingen (vorwiegend Frauen und Kinder) eine medizinische Grundversor- gung ermöglicht. Hauptziel Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Lebensumstände benachteiligter Randgrup- pen (Flüchtlinge) im Grossraum Khartum Projektinhalte Medizinische Grundversorgung, Durchführung von Präventionsprogrammen (Impf-, Beratungs- und Ausbildungsprogramme), Aufbau einer mo- bilen Klinik, Aus- und Fortbildung für Mitarbei- tende Begünstigte Kurative Arbeit: rund 20 000 Personen; Präven- tionsarbeit: rund 20 000 Personen Hinweis Die Angebote der Klinik stehen allen Menschen offen, unabhängig von Ethnie, Religionszuge- hörigkeit usw. Eine Missionierung ist mit den Projektaktivitäten nicht verbunden. Gesamtkosten 2019/2020 Fr. 577 000 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000

5) Unterstützung für Waisenkinder und verwundbare Kinder, die von Armut, HIV/Aids und Gewalt betroffen sind Organisation Terre des hommes Schweiz Staat/Region Tansania (HDI: 154), Region Kagera (Nordwest-­ Tansania) Grundinformationen Die Mehrzahl der Menschen in der Region lebt unter der Armutsgrenze. Die Region ist stark von HIV/Aids betroffen. Dies hat grosse Aus- wirkungen auf das Leben von Kindern und Ju- gendlichen. Besonders stark betroffen von HIV/ Aids sind Mädchen und junge Frauen. Die Ge- sundheitsdienste sind für Jugendliche kaum zu- gänglich (Distanzen, Kosten). Zudem herrscht die Ansicht vor, die Dienstleistungen der Ge- sundheitsdienste hätten sich an Erwachsene zu richten. Hauptziel Verbesserung des psychosozialen Wohlbefin- dens von Kindern und Jugendlichen, die von Gewalt, HIV/Aids und Frühschwangerschaf- ten betroffen sind Projektinhalte Medizinische Unterstützung von HIV-positi- ven Kindern und Jugendlichen, psychosoziale Unterstützung von misshandelten Kindern, Durchführung von Trainings zu sexueller Ge- sundheit und Rechten, Ausbildung von Leite- rinnen und Leitern für Schul- und Jugendclubs, Herstellung und Abgabe von Informationsma- terial Begünstigte Rund 10 000 Kinder und Jugendliche, rund 500 Multiplikatoren (Lehrerinnen und Lehrer, Ko- miteemitglieder usw.) Gesamtkosten Fr. 393 677 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 100 000

6) Integriertes Wasserressourcen-Management Organisation TearFund Schweiz Staat/Region Uganda (HDI: 162), Südwesten Grundinformationen Ein Drittel der Bevölkerung in Uganda ist jün- ger als 24 Jahre. Die Abholzung der Wälder und zunehmende klimatische Veränderungen führen zu unregelmässigen Regenfällen und Erdrut- schen und gefährden die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Der Schlüssel zu einer nachhal- tigen Entwicklung in der Projektregion ist eine ausreichende Wasserversorgung und eine nach- haltige Nutzung der natürlich vorkommenden Wasserressourcen. Hauptziel Verbesserung der Lebensgrundlagen in den aus- gewählten Bezirken durch sicheren Zugang zu Wasser und nachhaltiges, integriertes Manage- ment der Wasserressourcen Projektinhalte Analyse der Umwelt- und Katastrophenrisiken, technische Massnahmen zum Schutz der Wasser- versorgung, z. B. Umzäunung von Quellgebie- ten, Terrassierung und Anlegen von Hecken zur Minderung von Bodenerosion, Anwenden von ökologischen Anbaumethoden, Bau von Regen- wassertanks, verschiedene Sensibilisierungs- kampagnen, Wissensaustausch, Ausbildung in den Bereichen Wasser, Gesundheit und Hygie- ne, Entwicklung von Lernplattformen Begünstigte Rund 87 000 Personen Gesamtkosten Fr. 1 487 100 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 7) Verbreitung der ökologischen Anbaumethode Push-Pull in Afrika südlich der Sahara (Subsahara-Afrika) Organisation Biovision Staat/Region Subsahara-Afrika Grundinformationen Die kleinbäuerliche Landwirtschaft (Getreide- anbau und Viehwirtschaft), die in ländlichen Regionen praktiziert wird, sichert die Lebens- grundlage von mindestens 350 Mio. Menschen in Subsahara-Afrika. Die Landwirtschaft leidet

jedoch unter einer niedrigen Produktivitätsrate (bedingt durch Insektenplagen, Unkrautbefall, Bodenverschlechterung, Mangel an Futtermit- teln usw.). Die Situation verschlimmerte sich in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums. Der Befall durch Insekten führte teilweise zu vollständi- gen Ernteausfällen. Die Anbaumethode Push-Pull gilt als umwelt- freundliche und nachhaltige Anbaumethode, mit der u. a. Schädlinge bekämpft, der Tro- ckenstress der Pflanzen vermindert und die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden kön- nen, indem zwischen den eigentlichen Nutz- pflanzen die Hülsenfrucht Desmodium ge- pflanzt wird, die durch ihren Geruch bestimm- te Insekten vertreibt und die gleichzeitig das Wachstum von Unkraut verringert. Um die Felder herum wird Napiergras oder Barchiaria gepflanzt. Diese Futtergräser locken Insekten aus dem Feld und bilden ein Zusatzfutter für das Vieh. Hauptziel Optimierung der Push-Pull-Methode, Austesten von neuen Vermarktungsmodellen für das Tier- futter und Ausweitung der Push-Pull-Methode in weitere Länder Projektinhalte Ausweitung der Push-Pull-Methode in Ruanda und Simbabwe, Aufbau der Saatgutproduktion in Simbabwe, Schulung von Bäuerinnen und Bauern, Entwicklung von besserem Saatgut, Ausweitung des agrarökologischen Ansatzes bei Napiergras, Einbezug der Tierfutterherstellung und des -verkaufs in die Push-Pull-Methode, Aus- testen der Push-Pull-Methode bei toxischem Pilzbefall in ausgewählten Regionen Begünstigte Schulung von rund 30 000 Kleinbäuerinnen und -bauern, Felddemonstrationen für rund 100 000 Kleinbäuerinnen und -bauern Gesamtkosten Fr. 1 006 378 Gewünschter Beitrag Fr. 175 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7,5% PBK) Fr. 100 000

2.2 Projekte in Asien (Projekte Nrn. 8–15) 8) Partnerschaft Kinderspital Zürich mit Kinderspital «Arabkir», Eriwan, Armenien (Periode 2019–2021) Organisation Kinderspital Zürich Staat/Region Armenien (HDI: 83) Grundinformationen Nach dem Katastropheneinsatz von Prof. Dr. E. Leumann (Kinderspital Zürich) in Eriwan nach dem Erdbeben vom Dezember 1988 begann eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Kinder- spitälern. 2007 ist das Kinderspital Eriwan zu einem Schwerpunktengagement des Kinderspi- tals Zürich geworden. Hauptziel Ausbau der pädiatrischen Vorsorge und nach- haltige Verbesserung von medizinischer Diag- nostik, Behandlung und Betreuung kranker Kin- der in ganz Armenien durch Aus- und Weiter- bildung und Hilfe zur Selbsthilfe Projektinhalte Aus- und Weiterbildung in Eriwan durch Ärz- tinnen und Ärzte und Fachpersonen des Kin- derspitals Zürich (Dauer: jeweils eine Woche), Seminare, praktische Arbeit; gezielte Unterstüt- zung weiterer Institutionen in Armenien, die sich um kranke und behinderte Kinder kümmern, regelmässiger Informationsaustausch und Be- ratung mittels elektronischer Medien; Anschaf- fung von Instruktionsmaterial, Weiterbildung armenischer Fachpersonen am Kinderspital Zü- rich nach sorgfältiger Ausbildung und bestan- dener Sprachprüfung Begünstigte Hunderte von armenischen Kinderärztinnen und -ärzten, weitere Fachpersonen; indirekt: Tau- sende kranker Kinder und deren Familien in ganz Armenien Gesamtkosten 2019–2021 Fr. 1 140 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 2% PBK) Fr. 403 000

9) Duale beruf‌liche Weiterbildung im Tourismussektor für junge Bhutanerinnen und Bhutaner Organisation Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) Staat/Region Bhutan (HDI: 134) Grundinformationen Der Tourismus ist in Bhutan zu einer wichtigen Einnahmequelle bzw. zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor geworden. Aufgrund der gestiegenen Bedürfnisse im Tourismussektor wurde 2013 das Royal Institute for Tourism and Hospitality (RITH) gegründet. Es ist zuständig für die Ausbildung von Hotelfachkräften. Die HWZ unterstützt das RITH in seiner Ausbil- dung von bereits im Hotelgewerbe tätigen Bhu- tanerinnen und Bhutanern (Stufe mittleres Ma- nagement). Rund 100 Teilnehmerinnen und Teil- nehmer haben die achtmonatige Ausbildung bereits abgeschlossen. Die Qualität des RITH-­ Ausbildungsangebotes soll nun verbessert wer- den. Hauptziel Ausbau der Durchlässigkeit und der Anschluss- möglichkeiten in der Tourismusausbildung am RITH sowie Gründung und Aufbau einer Alumni-­Organisation Projektinhalte Optimierung des bisherigen Angebotes, Ausbau der Kompetenzen des RITH durch Weiterbil- dung der Mitarbeitenden, Schärfung des Ange- botes in den Bereichen Öko- und Kulturtouris- mus, Ausbau der Evaluation bezüglich RITH-­ Angebot Begünstigte Rund 330 Lehrpersonen und Studierende, rund 500 Personen im Tourismusbereich Gesamtkosten Fr. 582 500 Gewünschter Beitrag Fr. 330 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6% PBK) Fr. 263 000

10) Neues Rehabilitationszentrum in Erbil Organisation IKRK Staat/Region Irak (HDI: 120), Erbil Grundinformationen Im Irak ist die Gesundheitsversorgung weitge- hend zusammengebrochen. Aufgrund der gros- sen Nachfrage und der Überlastung des jetzigen regionalen IKRK-Zentrums (rund 35 000 Men- schen in der Region benötigen Rehabilitations- hilfe) müssen Patientinnen und Patienten etwa zweieinhalb Monate warten, bis sie behandelt werden. Um dem entgegenzuwirken, hat das IKRK 2019 mit dem Bau eines neuen Rehabi- litationszentrums in Erbil begonnen. Dadurch sollen ein guter Zugang zu den Dienstleistun- gen mit hoher Qualität und die Reintegrations- hilfe für Menschen mit Behinderungen sicher- gestellt werden. Hauptziel Sicherstellen eines erleichterten Zugangs für Menschen in Erbil und den umliegenden Regio- nen zu physischer Rehabilitation Projektinhalte Angebot an Rehabilitationsdienstleistungen mit multidisziplinärem Ansatz, Physiotherapie, An- passung von Prothesen und Orthesen, Bereit- stellen von Rollstühlen und Mobilitätshilfen, umfassende Untersuchungen Begünstigte Jährlich rund 6400 Patientinnen und Patienten, rund 55 klinische Angestellte Gesamtkosten Fr. 6 000 000 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 6,5% PBK) Fr. 100 000 11) Wasser sparen – Frieden wahren (nachhaltige Sicherung eines funktionierenden Bewässerungssystems) Organisation Helvetas Staat/Region Kirgistan (HDI: 122) Grundinformationen Wasser ist für das Land eine wichtige Ressource, da der Grossteil der Anbaufläche bewässert wer- den muss. Nach dem Zusammenbruch der So- wjetunion wurde die Landwirtschaft Kirgistans umstrukturiert, da zahlreiche Nomadinnen und Nomaden sesshaft wurden bzw. im Zuge einer

Agrarreform Land erhielten. Vielen fehlen Er- fahrung und grundlegende Kenntnisse für eine sachgerechte Bearbeitung bzw. Bewässerung ihrer Flächen. Unzureichende Bewässerungs- methoden sind verbreitet. Zunehmend trocke- ne und heisse Sommer verschärfen den Was- sermangel. Die Wasserverteilung ist unzurei- chend geregelt. Die Wasserfrage führt zu sozia- len und politischen Konflikten. Es gibt keine Instanz, die sich um eine bessere Bewässerung kümmert. Hinzu kommt, dass die Bewässe- rungskanäle immer mehr zerfallen und die Einnahmen der Wassernutzungsgesellschaften nicht ausreichen, diese instand zu halten. Hauptziel Durch verbesserte Bewässerungssysteme hö- here landwirtschaftliche Produktion Projektinhalte Ausbildung von Vertreterinnen und Vertretern von Wasserbaugenossenschaften und Behör- den, Wissensaustausch, Austesten von Modellen für eine effizientere Verwaltung der Bewässe- rungssysteme Begünstigte Rund 20 000 Bäuerinnen und Bauern, 50 Wasser- nutzungsgenossenschaften Gesamtkosten Fr. 205 751 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 12) Erst-Flucht-Stadt: Temporäre Projektpartnerschaft zwischen Zürich und Tyros Organisation Stadt Zürich Staat/Region Libanon (HDI: 80), Tyros Grundinformationen Aufgrund des Bürgerkrieges flohen seit 2011 mehr als 5,5 Mio. Menschen aus Syrien, vornehm- lich in die umliegenden Länder. Der Libanon hat, gemessen an seiner Bevölkerung, am meis- ten syrische Flüchtlinge aufgenommen (wobei er wegen der grossen Zahl von palästinensischen Flüchtlingen bereits stark herausgefordert ist).

Der Stadtrat von Zürich entschied im Herbst 2015, mit einem Beitrag von Fr. 500 000 ein zeit- lich und örtlich begrenztes Programm zu unter- stützen, das einerseits Flüchtlingen und ander- seits ihren Erstaufnahmeorten im Libanon zu- gutekommt. Auf der Grundlage zahlreicher Gespräche mit Expertinnen und Experten, der DEZA, der Schweizer Botschaft im Libanon und Vertreterinnen und Vertretern des Wohn- und Siedlungsprogramms der Vereinten Nationen (UN-Habitat) wurde ein Konzept erarbeitet, das ein Engagement zugunsten von Gemein- den (Schulen, Gesundheitszentren und Trink- wasserversorgung) und eine Projektpartner- schaft mit der Stadt Tyros umfasst. Libanesische Städte und Gemeinden verfügen über geringe finanzielle und personelle Mittel, um dringend nötige Dienstleistungen anzubieten. Durch den Bevölkerungszuwachs infolge der Flüchtlings- krise verschärfte sich dieses Problem. Ein Mit- tel, um dem Mangel an Fachleuten in städtischen Verwaltungen abzuhelfen, sind die von UN-Ha- bitat initiierte Expertenbüros, sogenannte «Re- gional Technical Offices» (RTO.) Als Schwer- punktbereich für die Partnerschaft mit Tyros wurde der Bereich Mobilität festgelegt. Infolge der Syrien-Krise hat der Druck auf das Verkehrs- system erheblich zugenommen. Eine Verbesse- rung der Mobilitätssituation kommt der gesam- ten Bevölkerung (Einheimischen und Flücht- lingen) zugute. Die Flüchtlinge profitieren u. a. von Massnahmen zur besseren Anbindung ihrer meist peripheren Wohnorte ans Stadtzentrum (Einkauf, Schulen, Behörden usw.). Hauptziel Verbesserung der Lebenssituation der einhei- mischen Bevölkerung und der Flüchtlinge in Tyros über die Stärkung der kommunalen Struk- turen und Dienstleistungen

Projektinhalte Personelle Stärkung des RTO in Tyros durch drei zusätzliche Stellen und durch Wissensauf- bau (Trainings, Weiterbildungsangebote und Wissensaustausch mit der Stadtverwaltung Zü- rich), Planung und Umsetzung konkreter Inter- ventionen (Schaffen von Grundlagen für eine strategische Mobilitätsplanung), Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raumes für Fuss- gängerinnen und Fussgänger durch Testperso- nen, Verbesserung des Parkierungsmanagements, Ergänzungen im Bereich Ausbau öffentlicher Nahverkehr. In einem ersten Schritt werden die Mobilitätsmassnahmen gemeinsam mit den Projektpartnern priorisiert, danach erfolgt die Umsetzung. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner der Region Tyros Gesamtkosten Fr. 1 118 000 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 403 000 13) Inklusion von Mädchen und Jungen mit körperlicher Behinderung Organisation CBM Staat/Region Nepal (HDI: 149), Bezirke Rupandehi, Gulmi und Arghakhanchi Grundinformationen Das Erdbeben von 2015 war ein grosser Rück- schlag für die Entwicklungsbemühungen. Es kos- tete vielen Menschen das Leben, zahlreiche Überlebende leben heute mit einer Behinde- rung. Die meisten dieser Menschen sind auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen, was oftmals eine grosse Belastung bedeutet. Rund 70% der Menschen mit Behinderung sind von Bildung ausgeschlossen, für Kinder und vor allem Mädchen mit Behinderungen ist die Situation besonders schwierig. Der Zugang zu gesundheit- licher Versorgung ist schwierig (Diskriminie- rung, Armut, Unwissenheit, schlechte Infrastruk- tur). CBM führt in drei Bezirken, in denen die Zahl der Kinder mit Behinderungen besonders gross ist, Inklusionsvorhaben durch. Diesen Be- zirken ist gemeinsam, dass unzureichende Be- handlungs- und Rehabilitationsmöglichkeiten

bestehen, nur schlecht ausgebildetes Personal verfügbar ist, das Wissen bei der Bevölkerung und den Behörden zu den Rechten von Men- schen mit Behinderung kaum vorhanden ist und eine starke Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen besteht. Hauptziel Die Lebensbedingungen von Menschen mit Be- hinderungen, insbesondere von Kindern mit Be- hinderung und ihren Familien, werden mass- geblich verbessert. Projektinhalte Erarbeitung von Rehabilitationsplänen für die einzelnen Kinder, Aufbau einer physiotherapeu- tischen Versorgung, Abgabe von orthopädischen Hilfsmitteln (mit Nachbetreuung), Schulung von Eltern und Lehrpersonen, Weiterbildung des lo- kalen Gesundheitspersonals, Zusammenarbeit mit Schulbehörden, formale Vereinbarungen mit lokalen Behörden, Information der Bevölke- rung, Stärkung der Selbstvertretungsorganisa- tionen Begünstigte Rund 3000 Kinder mit körperlicher Behinde- rungen und ihre Familien, Gesundheits- und Bil- dungspersonal Gesamtkosten Fr. 491 119 Gewünschter Beitrag Fr. 326 607 Beitrag des Kantons (einschliesslich 7% PBK) Fr. 100 000 14) Gerechtigkeit leben – Gesundheit stärken Organisation Fastenopfer Staat/Region Nepal (HDI: 149), Distrikte Sarlahi und Kho- tang (Osten des Landes) Grundinformationen Rund 23% der 13 Mio. Frauen in Nepal leiden unter Gebärmuttervorfall. Er gilt als eine der Hauptursachen für die Sterblichkeit von Müt- tern. Wer einen Vorfall erleidet, ist häufig stig- matisiert, wird verstossen und aus der Familie ausgeschlossen. Der Gebärmuttervorfall ist in Nepal auch ein soziales Problem, weil er in direk- tem Zusammenhang mit der Diskriminierung von und Gewalt gegen Frauen und Mädchen steht (Zwangsheirat, Schwangerschaft in frühem Alter, körperliche Schwerstarbeit kurz vor und nach der Geburt usw.).

Hauptziel Frauen und Mädchen verfügen über gleiche Rechte und Möglichkeiten wie Männer und Jun- gen, leben frei von Gewalt und Diskriminie- rung und verbessern ihre sexuelle und repro- duktive Gesundheit. Projektinhalte Präventionsarbeit über lokale NGOs, Ausbil- dung von Animatorinnen und Animatoren, Auf- klärungsarbeit (Gesundheit, Ernährung), Aus- bau bestehender Schulen zu Modellschulen (Orientierungstage für Schülerinnen, Eltern und Lehrpersonal, Trainings für Lehrpersonen, Auf- bau von Jugendgruppen mit Lebenskompetenz- beratung, Ausbildung von Jugendlichen zu Peer Educators, Ausbildung für mädchenfreundli- chen Unterricht), Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal Begünstigte Rund 50 000 Personen, vor allem Jugendliche und Frauen Gesamtkosten Fr. 486 000 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 15) Trotz Behinderung zur Gesellschaft gehören – Wiedereingliederung von Jugendlichen mit Behinderungen und Traumata Organisation Horyzon Staat/Region Palästina (HDI: 119), Westjordanland Grundinformationen Zu den Auswirkungen der andauernden Beset- zung der palästinensischen Gebiete und der Blo- ckade des Gaza-Streifens zählen bei der Zivil- bevölkerung physische Verletzungen, psychische Traumata und wirtschaftliche Not. Der paläs- tinensisch-israelische Konflikt führte in den letz- ten Jahren zu vielen Verletzten, die lernen müs- sen, mit einer dauernden Behinderung zu leben (Querschnittlähmungen, Gehbehinderungen, Seh- und Wahrnehmungsstörungen), sowie zu posttraumatischen Störungen (Schlafstörungen, Depression, Abbruch der sozialen Kontakte usw.). Die wirtschaftliche Situation führt zu einer hohen Arbeitslosenrate (43% bei den 15- bis 24-Jährigen). Menschen mit Behinderungen finden nahezu keinen Arbeitsplatz (Arbeitslo- senrate von 87%).

Hauptziel Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen und Traumata erhalten bei der sozialen und beruf‌lichen (Wieder-)Eingliede- rung Unterstützung, ihre psychische Gesund- heit wird durch therapeutische Angebote und präventive Massnahmen gefördert. Projektinhalte Psychosoziale Beratung/Therapie für Jugend- liche und junge Erwachsene, Aufbau von Unter- stützungsteams, Beratung und Ausbildung zwecks besserer medizinischer Hilfe und tech- nischer Unterstützung (Hilfe bei behinderten- gerechten Umbauten, Berufsberatung, Ausbil- dungen in behindertengerechten Werkstätten, Stützunterricht), Beratung für unmittelbare Familienangehörige, Aus- und Weiterbildungen für Therapeutinnen und Therapeuten Begünstigte Rund 600 Kinder, Jugendliche und junge Er- wachsene mit Behinderungen und Traumata Gesamtkosten Fr. 1 404 000 Gewünschter Beitrag Fr. 100 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000

2.3 Projekte in Lateinamerika (Projekte Nrn. 16–21) 16) Menschenwürdige Arbeit für alle Organisation Solidar Suisse Staat/Region Bolivien (HDI 118), Departemente Santa Cruz und Tarija Grundinformationen Trotz positiver ökonomischer Wachstumsraten entstehen in Bolivien kaum neue Arbeitsplätze, die der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung ein gesichertes Einkommen ermöglichen. 80% aller Beschäftigten sind informell beschäftigt, d. h. als Kleinhändlerinnen bzw. -händler, Mikro- und Kleinunternehmerinnen bzw. -unternehmer oder Scheinselbstständige, unter prekären Be- dingungen, mit unsicherem Einkommen, ohne soziale Sicherheit und mit geringer Produktivi- tät. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene (23% der Gesamtbevölkerung) finden selten eine ihrer Ausbildung entsprechende Beschäftigung. Für eine Verringerung der Armut sind Arbeits- plätze mit sicherem Einkommen und gesicher- ten Rechten notwendig. Initiativen für arbeits- marktpolitische Massnahmen bestehen.

Hauptziel Bis 2020 werden folgende Bemühungen umge- setzt: Drei Städte betreiben aktive Arbeitsmarkt- politik für Jugendliche und junge Erwachsene; mit sechs Projekten wird die Integration Jugend- licher in den Arbeitsmarkt ausgetestet. Projektinhalte Weiterbildung der Gewerkschaftsmitglieder und -kader, Aufbau von Dialogforen und Rund- tisch-Gesprächen zwischen verschiedenen Inte- ressengruppen auf städtischer Ebene als Grund- lage für eine aktive Arbeitsmarktpolitik; Infor- mation der Öffentlichkeit über Arbeitsrechte und menschenwürdige Arbeit, organisatorische Stärkung der Gewerkschaften der Hausange- stellten und Zuckerrohrschneiderinnen und -schneider Begünstigte Rund 9200 Personen pro Jahr (vor allem Jugend- liche, Hausangestellte, Zuckerrohrschneiderin- nen und -schneider), indirekt: rund 120 000 Per- sonen Gesamtkosten Fr. 459 578 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 17) Möglichkeiten der Wiedergutmachung und der sozialen Reintegration für Jugendliche Organisation Terre des hommes – Kinderhilfe Staat/Region Ecuador (HDI: 86) Grundinformationen Das Justiz- und Strafvollzugssystem gewährleis- tet nicht immer eine angemessene Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Vielen Richte- rinnen und Richtern sowie Justizbeamtinnen und -beamten fehlt es an spezialisiertem Fach- wissen, z. B. über die Rechte von Kindern oder dem Alter angeglichene Strafmöglichkeiten. Der Ansatz der Wiedergutmachung ist noch wenig bekannt. Hauptziel Wiedereingliederung von straf‌fälligen Jugend- lichen, Förderung des Ansatzes von Wiedergut- machung als Alternative zum Freiheitsentzug

Projektinhalte Ausbildung von Justizbehörden im Bereich Wie- dergutmachung als Alternative zum Strafvoll- zug, Coaching, Öffentlichkeitsarbeit, Zusammen- arbeit mit Universitäten zwecks Ausbildung von Studierenden im Bereich neuer Formen des Straf- vollzugs, Aufbau eines konkreten Projekts (Ab- büssung der Strafe durch gemeinnützige Arbeit) Begünstigte Rund 2500 Jugendliche, Schulung von rund 1000 Fachpersonen Gesamtkosten Fr. 479 415 Gewünschter Beitrag Fr. 200 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 18) Eine Perspektive für benachteiligte Jugendliche dank Ausbildung und Arbeit Organisation Brücke – Le Pont Staat/Region El Salvador (HDI: 121), Grossraum San Salvador Grundinformationen Aufgrund der grossen Armut besteht ein man- gelhaftes Bildungsangebot. Ohne Berufsaus- bildung ist meist nur eine Beschäftigung in der Schattenwirtschaft ohne Sozialleistungen und Mindestlohn möglich. Vor allem in der Haupt- stadt leidet die Bevölkerung unter der verbreite- ten Gewalt. Jugendliche geraten in den Sog von Banden. Zahlreiche Kinder und Jugendliche werden Opfer von Gewalt, Drogenmissbrauch und kriminellen Aktivitäten. Viele fliehen ins Ausland, vorwiegend mit den USA als Ziel. Hauptziel Jugendliche aus prekären Verhältnissen schaffen dank Ausbildung sowie Unterstützung bei der Stellensuche den Eintritt in den Arbeitsmarkt und finden so einen Weg aus der Armut. Projektinhalte Integrale Ausbildung: Aufbau und Ausbau von Berufsbildungskursen in mehreren Branchen (Gastronomie, Bäckerei, Verkauf, Restauration, Schönheitspflege), komplementäre Ausbildungen (Sozialkompetenzen usw.), Weiterbildung für das Personal von Unternehmen, Ausbildung in den Bereichen Arbeitsrecht, Sozialabgaben, Auf- bau von Allianzen mit Firmen

Begünstigte Rund 2500 Jugendliche aus Armenquartieren, in- direkt: rund 10 000 Familienangehörige, zahl- reiche Arbeitgebende Gesamtkosten Fr. 678 927 Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 19) Heilpädagogisches Kompetenzzentrum ALUNA, Cartagena Organisation Evang.-ref. Kirchgemeinde Maur Staat/Region Kolumbien (HDI 90), Provinz Bolívar, Cartagena Grundinformationen Der Staat Kolumbien bietet nur in geringem Umfang heilpädagogische Ausbildungen und Dienste an. Es fehlt an Personal und Institutio- nen zur Förderung von Kindern und Jugendli- chen mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung. ALUNA ist ein heilpädagogisches Kompetenzzentrum mit entsprechendem Thera- pieangebot und Schweizer Leitung, das auch Stu- dentinnen und Studenten ausbildet und Kurse in Heilpädagogik (für Lehrpersonen) und in heil- pädagogischer Früherziehung anbietet. Hauptziel Förderung und Verbesserung der individuellen Fähigkeiten von mehr als 1100 Kindern mit einer Behinderung Projektinhalte Ausbau der Tagesschule mit therapeutischen Angeboten und heilpädagogischer Früherzie- hung, Förderung von Jugendlichen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen, Ausbau einer mobilen Einsatzequipe (zum Besuch von Säuglingen und Kleinkindern an oft schwer zu- gänglichen Wohnorten, Ausbildung von Müttern zwecks Führung von Kinderhorten, Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals, Ausbildung von Praktikantinnen und Praktikanten (Studie- rende aus Physiotherapie, Pädagogik, Logopädie, Psychologie und Sportpädagogik) Begünstigte Rund 1100 Kinder und Jugendliche, darunter 100 Kinder und Jugendliche in einem Satelliten- programm und 570 Kinder bei der eigenen Fa- milie zu Hause

Hinweis Die Schule ALUNA wird nach den Grundsätzen der «Zürcher Heilpädagogik» geführt. Gesamtkosten 2019 Fr. 519 000 Gewünschter Beitrag Fr. 400 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 4–8% PBK) Fr. 322 000 20) Frauen engagieren sich für Frieden, Menschenrechte und bessere Lebensbedingungen Organisation HEKS Staat/Region Kolumbien (HDI: 90), mehrere Regionen Grundinformationen Im Herbst 2016 schloss die kolumbianische Re- gierung mit den FARC-Rebellen einen Friedens- vertrag ab. Dieser allein garantiert noch keinen stabilen Frieden. Es braucht eine nachhaltige Überwindung des Konflikts und eine wirksame Umsetzung des Friedensplans. Für die Opfer des Konflikts ist es wichtig, dass die während des Bürgerkrieges begangenen Verbrechen aufge- klärt werden und ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Die vom Konflikt besonders stark betroffene Region Magdalena Medio verfügt über grosse Vorkommen an Bodenschätzen (u. a. Kohle). Viele Kleinbauernfamilien, die ihr Land zur Nahrungsmittelproduktion nutzten, wurden ver- trieben. Auf dem Land entstanden riesige Plan- tagen multinationaler Unternehmen, die in gros- sen Monokulturen Ölpalmen für den Export und zur Herstellung von Agrartreibstoffen anbauen. Hauptziel Friedensförderung in der Konfliktregion, indem mindestens sechs Gemeinden Massnahmen ge- mäss territorialem Friedensplan anwenden Projektinhalte Ausbildung von Frauen und Jugendlichen zu Leaderinnen und Leadern, Unterstützung ins- besondere von Frauen, Massnahmen zur Ver- besserung der Sicherheit der betroffenen Bevöl- kerung, Ausbau des Spar- und Kreditsystems, Unterstützung der Betroffenen bei Strafgerichts- prozessen und Einfordern von Wiedergutma- chungsmassnahmen, Aufbau eines Netzwerkes zur Verbesserung der Einkommensmöglich- keiten

Begünstigte 1200 Personen (meist Vertriebene), indirekt: rund 10 000 Personen Gesamtkosten Fr. 440 000 Gewünschter Beitrag Fr. 340 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000 21) Verbesserte Ernährungssicherheit von Kleinbauernfamilien Organisation Interteam Staat/Region Nicaragua (HDI: 124), zentrale Landesteile Grundinformationen Die Wirtschaft des Landes leidet infolge der ak- tuellen soziopolitischen Krise, viele Einkom- mensquellen fallen weg. Deshalb geraten viele Familien in die Prekarität. Zur Verschärfung der Armut trägt auch der Klimawandel bei; es häu- fen sich extreme Wettersituationen, die sich auf die landwirtschaftliche Produktivität auswirken (Verlust von Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Verminderung der Leistungsfähigkeit der Öko- systeme wegen der starken Entwaldung). Hauptziel Die Ernährungssicherheit von 30% der 40 000 in kleinbäuerlichen Familien lebenden Kindern und Jugendlichen wird verbessert. Projektinhalte Organisation von Produzenten- und Saatgut- züchtergruppen in Gemeinschaftssaatgutban- ken mit lokal angepassten Saatgutsorten, Stär- kung der Organisations- und Managagementka- pazitäten dieser Gemeinschaftssaatgutbanken, Ausbildung von Kleinbäuerinnen und Klein- bauern, technische Begleitung bei Produktion, Lagerung und Vermarktung von einheimischem Saatgut, Anlegen von Saatgutreserven, Orga- nisation von Produzentengruppen, Ausbau der bäuerlichen Fortbildung, Sensibilisierung der Bevölkerung für Naturschutz- und Umweltbe- lange, Aufbau von Datenbanken, Systematisie- rung der erstellten Produkte Begünstigte Rund 12 000 Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern in rund 3000 kleinbäuerlichen Familien- betrieben Gesamtkosten Fr. 566 500 Gewünschter Beitrag Fr. 140 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 100 000

2.3 Projekte in (Süd-)Osteuropa (Projekte Nrn. 22–25) 22) Frauen vor Gewalt schützen Organisation Iamaneh Schweiz Staat/Region Albanien (HDI: 68), Region Shkodra Grundinformationen Die Region zeichnet sich aus durch hohe Arbeits- losenrate und eine starke patriarchale Mentali- tät, die sowohl das Familienleben als auch die so- zialen, ökonomischen und politischen Bereiche der Gemeinschaft prägt. Es gibt nach wie vor wenig Unterstützungsdienste und Informatio- nen zu Themen wie häusliche Gewalt, Gleichbe- rechtigung und Menschenrechte. Hauptziel Gewalt gegen Frauen und Mädchen bekämpfen und die Geschlechtergleichstellung fördern Projektinhalte Ausbildung in Präventions- und Bewusstseins- bildungsarbeit, Durchführung von Gesundheits- wochen, Arbeit mit Nachbarschaftsgruppen (Ausbildung von Fürsprechenden) zwecks Inter- vention bei häuslicher Gewalt, Betreuung und Begleitung von Gewaltbetroffenen, Einrichtung einer Notunterkunft, Ausbildung in gewaltfreier Konfliktlösung, Ausbildung von Mediatorinnen und Mediatoren Begünstigte Rund 8500 Frauen, Mädchen und Kinder (weit- gehend Opfer von häuslicher Gewalt), rund 1000 in Sozial- und Gesundheitsdiensten Beschäftigte Gesamtkosten Fr. 403 179 Gewünschter Beitrag Fr. 150 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich10% PBK) Fr. 100 000 23) Frühkindliche Förderung für benachteiligte Kinder von ethnischen Minderheiten in Albanien Organisation Save the Children Staat/Region Albanien (HDI: 68), drei Bezirke Grundinformationen Aufgrund von Armut und sozialer Ausgrenzung haben in Albanien viele Kinder von ethnischen Minderheiten (im Projekt vor allem Roma-Kin- der und Kinder von Balkan-Ägyptern [RBA]) nur erschwert Zugang zu Bildung. Der Nationale Aktionsplan der albanischen Regierung sieht zwar vor, die Integration solcher Kinder in allen

Bereichen zu fördern, in der Umsetzung jedoch haben viele Gemeinden grosse Schwierigkeiten, wirksame Massnahmen zu ergreifen. Die folgen- schwere Ungleichheit ist u. a. auf die grosse Ar- mut der Familien dieser Bevölkerungsgruppen zurückzuführen. Viele Kinder müssen deshalb früh einen Beitrag ans Haushaltseinkommen leisten oder auf ihre jüngeren Geschwister auf- passen, während die Eltern arbeiten. Mädchen werden oftmals früh verheiratet und müssen auf Schulbildung verzichten. Hinzu kommt, dass die Kinder aus RBA-Gemeinschaften im Kinder- garten und in der Schule oft ausgegrenzt und dis- kriminiert werden. Hauptziel Benachteiligte Kinder von ethnischen Minder- heiten werden in ihrer frühkindlichen Entwick- lung und beim Übergang in die Grundschule unterstützt. Projektinhalte Weiterbildung und Mentoring für Kindergar- ten- und Schullehrpersonen, Bereitstellen von Unterrichtsmaterial, Aufbau einer Nachhilfe- und Hausaufgabenunterstützung für RBA-Kin- der, Aufbau einer Elternorganisation mit Aus- bildungscharakter (gewaltfreie Erziehung, För- derung von häuslicher Interaktion mit Kindern, Lern- und Spielaktionen), Zugang zu grundle- gender Gesundheitsversorgung und frühkind- licher Förderung, Schulung des Personals der Gesundheitsdienste, Aufbau eines Schultrans- portdienstes für Kinder aus abgelegenen Sied- lungen Begünstigte Rund 1000 Kinder, rund 1600 Eltern, zudem Fachleute aus Bildungs-, Gesundheits- und So- zialdiensten Gesamtkosten Fr. 570 000 Gewünschter Beitrag Fr. 120 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 100 000

24) «Die Freiheit ist mein Haus», soziale Wiedereingliederung von Menschen im Strafvollzug, Moldawien Organisation VEBO Staat/Region Moldawien (HDI: 112), Region Chisinau Grundinformationen Prozentual liegt die Gefängnispopulation in Moldawien weit über dem europäischen Durch- schnitt. Ein Grossteil der Insassinnen und In- sassen in den überfüllten moldawischen Ge- fängnissen sind Wiederholungstäterinnen bzw. -täter. Resozialisierungsbemühungen und eigent- liche Wiedereingliederungsprogramme seitens der Gefängnisse, der Bewährungshilfe oder der Wohngemeinden der Strafentlassenen sind spär- lich oder erst langsam im Aufbau. Die öffent- liche Meinung geht dahin, dass Strafentlassene keine Hilfe verdienen. Die Unterstützung von Sträflingen ist deshalb nicht attraktiv. Hauptziel Adaption und Einführung von andernorts er- folgreichen Lernprogramen zur Rückfallpräven- tion Projektinhalte Ausbildung von Projektmitarbeitenden (Semi- nare und Besuche von bestehenden Modellpro- jekten im Ausland), Lernprogramme in den Ge- fängnissen (Konfliktvermeidungs- und Kon- fliktlösungsstrategien, Steigerung der persön- lichen Sozialkompetenz). Das Projekt versteht sich als Anfang des Aufbaus eines notwendigen Netzwerkes von privaten und öffentlichen Ins- titutionen, das die Rückfallprävention besser ko- ordinieren und sie damit insgesamt besser ver- ankern soll. Begünstigte Rund 300 Gefangene und rund 500 Familien- mitglieder, Beschäftige im Justizvollzug und Behördenvertreterinnen und -vertreter Hinweis Der für eine Begleituntersuchung durch die ZHAW beantragte zusätzliche Betrag von Fr. 90 000 wird nicht bewilligt. Gesamtkosten Fr. 467 170 Gewünschter Beitrag Fr. 374 370 Beitrag des Kantons (einschliesslich 9% PBK) Fr. 301 000

25) «Experience Democracy in Schools Now! EDISON» – Demokratiebildung mittels lokaler Schulentwicklung und nationaler Weiterbildungsprogramme Organisation PHZH Staat/Region Südosteuropa (Länder, die nicht von den Kohä- sionsgeldern des Bundes profitieren, HDI: 50–80) Grundinformationen Die Transitionsländer Südosteuropas sind mit- geprägt von nach wie vor instabilen politischen, ökonomischen und interethnischen Verhältnis- sen. Die schwache ökonomische Situation, zu- sammen mit der hohen Arbeitslosenrate, führt dazu, dass von staatlicher Seite nur wenige Mit- tel in die Bildungssysteme fliessen. In den ver- gangenen Jahren hat die Abteilung IPE (Inter- nationale Bildungsentwicklung) an der PHZH Unterrichts- und Ausbildungsmaterialien für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Schul- leitende und Eltern erarbeitet, die heute als vom Europarat anerkannte Lernmaterialien einge- setzt werden (heute verfügbar in Albanisch, Bos- nisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Georgisch, Griechisch, Kroatisch, Mazedonisch, Monte- negrinisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch und Ukrainisch). Diese Materialien können auch zugunsten von ethnischen Minderheiten einge- setzt werden. Nachdem die Materialien nun vor- liegen, in den Partnerländern auf Websites zur Verfügung stehen und bekannt sind, besteht seitens der Transitionsländer der Wunsch nach Ausbildung für und mit diesen Materialien. Hauptziel Ausbildung von Lehrpersonen, Schulleitenden, Schulteams und Eltern im Bereich der partizipa- tiven Schulentwicklung und Umsetzung kon- kreter Innovationen

Projektinhalte Information und Weiterentwicklung auf der Grundlage der entwickelten Materialien (On- line und Print) für Demokratie- und Menschen- rechtsbildung für Lehrpersonen, Schulleitende, Bildungsfachleute und Eltern in 14 Sprachen, Learning-on-the-job-Prozess mit ausgewählten Schulen in ausgewählten Ländern (Informations-, Weiterbildungsveranstaltungen für Ministerien, Inspektorinnen und Inspektoren, Schulleitende, Lehrpersonen usw.), Netzwerktreffen, Umset- zung in Schulen (Lehrpersonen, Schulleitende und Eltern sind mit den neuen Demokratiema- terialien in Kontakt gekommen und haben da- mit gearbeitet) Begünstigte 5000 Lehrpersonen, Schulleitende und Eltern, 15 000 bis 20 000 Schülerinnen und Schüler Gesamtkosten Fr. 612 400 Gewünschter Beitrag Fr. 500 000 Beitrag des Kantons (einschliesslich 10% PBK) Fr. 403 000

3. Übersichtstabellen

3.1 Beiträge zugunsten der einzelnen Organisationen Organisation Projekt-Nr. Staat(en) Beitrag in Franken ADES 2 Madagaskar 100 000 Biovision 7 Subsahara-Afrika 100 000 Brücke – Le Pont 18 El Salvador 100 000 CBM 13 Nepal 100 000 Evang.-ref. Kirchgemeinde 19 Kolumbien 322 000 Maur Fastenopfer 14 Nepal 100 000 HEKS 20 Kolumbien 100 000 Helvetas 11 Kirgistan 100 000 Hochschule für Wirtschaft 9 Bhutan 263 000 Zürich Horyzon 15 Palästina 100 000 Iamaneh 22 Albanien 100 000 IKRK 10 Irak 100 000

Organisation Projekt-Nr. Staat(en) Beitrag in Franken Interteam 21 Nicaragua 100 000 Kinderspital Zürich 8 Armenien 403 000 Medair 1 Demokratische Republik Kongo 100 000 PHZH 25 Südosteuropa 403 000 Save the Children 23 Albanien 100 000 Solidar Suisse 16 Bolivien 100 000 Solidarität Dritte Welt 4 Sudan 100 000 SolidarMed 3 Mosambik 100 000 Stadt Zürich 12 Libanon 403 000 TearFund Schweiz 6 Uganda 100 000 Terre des hommes – 17 Ecuador 100 000 Kinderhilfe Terre des hommes 5 Tansania 100 000 Schweiz VEBO 24 Moldawien 301 000 Total 3 995 000

3.2 Übersicht zum Engagement in den einzelnen Staaten Kontinent/Staat Projekt-Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Afrika Demokratische Republik 1 100 000 100 000 Kongo Madagaskar 2 100 000 100 000 Mosambik 3 100 000 100 000 Sudan 4 100 000 100 000 Tansania 5 100 000 100 000 Uganda 6 100 000 100 000 Subsahara-Afrika 7 100 000 100 000 Afrika total 700 000

Kontinent/Staat Projekt-Nr. Betrag Totalbetrag Total pro Projekt pro Land pro Kontinent in Franken in Franken in Franken Asien Armenien 8 403 000 403 000 Bhutan 9 263 000 263 000 Irak 10 100 000 100 000 Kirgistan 11 100 000 100 000 Libanon 12 403 000 403 000 Nepal 13 100 000 Nepal 14 100 000 200 000 Palästina 15 100 000 100 000 Asien total 1 569 000 Lateinamerika Bolivien 16 100 000 100 000 Ecuador 17 100 000 100 000 El Salvador 18 100 000 100 000 Kolumbien 19 322 000 Kolumbien 20 100 000 422 000 Nicaragua 21 100 000 100 000 Lateinamerika total 822 000 Europa Albanien 22 100 000 Albanien 23 100 000 200 000 Moldawien 24 301 000 301 000 Südosteuropa 25 403 000 403 000 Europa total 904 000 Total 3 995 000

3.3 Übersicht zu den Projektinhalten Ein Grossteil der berücksichtigten Projekte ist mehreren Sachberei- chen zuzuordnen. Deshalb enthält die folgende Übersicht, welche die Schwerpunkte des jeweiligen Projekts wiedergibt, auch Mehrfachnen- nungen: Bereiche Projekte Land-, Wald-, Wasserwirtschaft 6, 7, 11, 21 Ernährung, Umwelt, Gesundheit 1, 2, 3, 4, 5, 8, 10, 14, 22 Kleinunternehmen, Einkommensförderung 7, 9 Sozialpolitik, Verwaltung 12, 15, 16, 17, 19, 21, 23, 24 Frauenförderung 14, 16, 20, 22 (Berufs-)Bildung, Förderung von Kindern 2, 3, 5, 9, 13, 15, 17, 18, 19, 23, 25 und Jugendlichen

Dispositiv

Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgenden Organisationen EZA-Beiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten: Organisation in Franken Association pour le Développement de l’Energie Solaire, (ADES) 100 000 Biovision 100 000 Brücke – Le Pont 100 000 Christoffel Blindenmission Schweiz (CBM) 100 000 Evang.-ref. Kirchgemeinde Maur 322 000 Fastenopfer 100 000 HEKS 100 000 Helvetas 100 000 Hochschule für Wirtschaft Zürich 263 000 Horyzon 100 000 Iamaneh 100 000 Interteam 100 000 IKRK 100 000 Kinderspital Zürich 403 000 Medair 100 000 Pädagogische Hochschule Zürich 403 000 Save the Children 100 000 Solidar Suisse 100 000

Organisation in Franken Solidarität Dritte Welt 100 000 SolidarMed 100 000 Stadt Zürich 403 000 TearFund Schweiz 100 000 Terre des hommes – Kinderhilfe 100 000 Terre des hommes Schweiz 100 000 Verein zur Entwicklung der Bewährungshilfe in Osteuropa (VEBO) 301 000 Total 3 995 000

II. Die Beitragsempfängerinnen und -empfänger werden verpflichtet, die bei den einzelnen Projekten aufgeführten Auf‌lagen einzuhalten.

III. Die Beitragsempfängerinnen und -empfänger werden verpflichtet, geeignete Massnahmen zur Verhinderung einer Zweckentfremdung der Mittel, insbesondere durch Korruption, Annahme von unrechtmässigen Leistungen zwecks Erzielens von Vorteilen oder den Rückfluss von Tei- len einer vertraglichen Zahlung («Kickback»), zu treffen.

IV. Resultiert nach Abschluss des Projekts eine Überfinanzierung, ist dem Lotteriefonds davon eine Rückerstattung entsprechend seinem An- teil an der Finanzierung des Projekts zu leisten.

V. Der Anspruch auf Auszahlung des Beitrages wird auf fünf Jahre seit diesem Beschluss befristet. Das Generalsekretariat der Finanzdirek- tion kann diese Frist aus besonderen Gründen erstrecken.

VI. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, die Finanzkom- mission des Kantonsrates sowie an die Finanzdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli