Eichenwaldreservat Stutzgänter
Reservats forestals · Siglistorf · Abolì ils 31-12-2059
Document
- Numer
- AV595
- Gener
- Reservats forestals
- Vischnanca
- Siglistorf
- Chantun
- Aargau
- Nivel
- Chantun
- Autoritad
- Abteilung Wald
- Approvà da
- AW
- Decidì
- 04-08-2010
- En vigur dapi
- 01-01-2010
- Abolì
- 31-12-2059
- Funtauna
- ÖREBlex, chantun Aargau
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Datotecas
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Text
Vereinbarung
Über das Eichenwaldreservat Stutzgänter, Gemeinde Siglistorf
zwischen
der Waldeigentümerin Ortsbürgergemeinde Siglistorf, vertreten durch den Gemeinderat Siglistorf
und dem
Kanton Aargau, vertreten durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, Abteilung Wald
Über nachfolgend beschriebene Waldflächen, gestützt auf Art. 20 WaG, §§ 5 und 25 AWaG und § 2 AWaD (Beilage 1) und im Sinne des kantonalen Naturschutzprogramms Wald, wird Folgendes vereinbart:
Waldfläche
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1.
Vgl. Planbeilage M 1:10'000, datiert vom 7. Januar 2010 Gemeinde
Parzelle
Lokalname
Siglistorf
ä,n
Stutzgänter
Siglistorf
Siglistorf
525, 324 477, 504
Wachthüsli
Stutzgänter / Tüfenen
Koordinaten
671 900/ 265 900 671 590/ 266 900 672 ÖOO / 267 250
Naturschutz kategorie Eichenwaldteilweise NkBW, Kern reservat teilweise Nu pia perimeter Eichenwald teilweise NkBW, Kern reservat teilweise Nupla perimeter Eichenwald Verjüngungs teilweise NkBW, reservat teilweise Nupla perimeter Perimeter
Schutzstatus t
Total
Fläche (in ha) 35.2 ha
1.3 ha 32.2 ha
68.7 ha
Legende: • NkBW: Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung im Wald (gemäss kantonalem Richtplan) • Nupla: Besonderer Waldstandort
2.
Ziel
Eichen- und totholzreiche Wälder bieten vielen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflan zenarten wertvollen Lebensraum. Davon profitiert u. a. der Mittelspecht als Kennart eichen reicher Wälder. Der vorhandene Eichenreichtum im Gebiet Stutzgänter in der Gemeinde Siglistorf soll deshalb erhalten bleiben und weiter gefördert werden. Sehr langfristig soll der gesamte Perimeter aus Eichenwald (Anteil Eichen über 30 %) in verschiedenen Entwick lungsstufen bestehen.
Mit einem Verzicht auf die Nutzung der vorhandenen, grossen und alten Eichen im Kernpe rimeter, der konsequenten Förderung der Eichen bei Durchforstungseingriffen sowie der Neubegründung und Pflege eichenreicher Jungwaldbestände soll innert 50 Jahren auf 54 %
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des Gesamtperimeters ein Laubmischwald mit einem Eichenanteil von mindestens 30 % aufgebaut werden. Langfristig wird im Eichenwaldreservat eine nachhaltige Eichenwirtschaft angestrebt. Die Förderung der Eiche berücksichtigt daher neben den ökologischen Zielen auch wirtschaftli che Aspekte (Wertholzerzeugung). 3. Pflichten der Waldeigentümerin 3.1. Nutzungsverzicht im Kernperimeter Die Waldeigentümerin verpflichtet sich, zur Sicherung eines eichenreichen, für den Mitteispecht geeigneten Laubmischwalds im Kernperimeter alle alten Eichen stehen zu lassen. Im Rahmen von Durchforstungen können einzelne Eichen gefällt werden, falls dies der Förde rung einer anderen Eiche dient. Schlechte Qualitäten sollen dabei als Totholz im Bestand verbleiben. Die guten Qualitäten dürfen genutzt werden. Die Fläche der eichenreichen Bestände der Dimensionen Baumholz 2 und 3 darf im Kernpe rimeter nicht abnehmen. Eichen, die auf natürliche Art und Weise absterben und im Wald belassen werden, gelten nicht als genutzt. Die Waldeigentümerin sorgt durch Nutzungsverzicht und andere Mass nahmen für den geforderten Totholzvorrat.
Höhlenbäume aller Baumarten sind zu schonen.
3.2. Eichenförderung im Verjüngsperimeter Die Waldeigentümerin richtet ihre Waldbewirtschaftung im Verjüngungsperimeter für die Dauer von 50 Jahren speziell auf die Förderung der Eiche aus. Bei Pflegeeingriffen im Jungwald und bei Durchforstungen werden die vorhandenen Eichen bevorzugt und konse quent gefördert. Bis zum Ende der Vertragsdauer von 50 Jahren sollen im Verjüngungsperimeter 21 ha Jung wuchs mit einem Eichenanteil von mindestens 30 % begründet werden. Begründung und Pflege der Eichenjungwaldbestände werden in einem separaten Pflegevertrag geregelt.
3.3. Förderung des Totholzes Totholz ist für den Mittelspecht ein wesentliches Merkmal des Habitats. Durch gezielte Mass nahmen soll der Vorrat an starkem Totholz (Durchmesser > 30 cm) innert 15 Jahren auf mindestens 15 m^/ha erhöht werden. Innerhalb der Vertragsdauer von 50 Jahren wird ein Anteil an starkem, stehendem und liegendem Totholz von 20 m^/ha angestrebt. 3.4. Beschränkung des Nadelholzanteils und des Exotenanbaus Im Eichenwaldreservat sollen weiterhin eichenreiche Laubmischwälder vorherrschen. Ab so fort wird der Nadelholzanteil in Pflanzungen auf maximal 20 % beschränkt. In Naturverjün gungsflächen wird im Rahmen von Pflegeeingriffen der Nadelholzanteil konsequent reduziert und auf das langfristige Ziel von < 20 % ausgerichtet. Die Waldföhre als standortgemässe Baumart wird nicht beim Nadelholzanteil eingerechnet.
Auf den Anbau von Exoten wie Douglasie und Lärche wird im ganzen Perimeter verzichtet. Natürlich aufkommende Lärchen werden auf ihnen zusagenden Standorten eingesprengt to leriert, solange sie die übergeordneten Ziele nicht gefährden.
Das Ertragsvermögen der bestehenden Nadelholzbestände darf ausgenutzt werden.
-3-
3.5. Kontrolle Die Waldeigentümerin erstattet über die unter 3.1 bis 3.4 aufgeführten Massnahmen im FünfJahres-Turnus, erstmals per Ende 2014, Bericht an die Abteilung Wald. Waldeigentümerin und Kanton überprüfen nach 15. 30 und 50 Jahren gemeinsam die ausge führten Massnahmen, die Entwicklung und den Zustand des Eichenwaldreservats. Sie beur teilen darin die Zielerreichung und schlagen gegebenenfalls notwendige Korrekturen vor. Grundlage der Erfolgskontrolle bildet jeweils eine Vollkluppierung der Eichen sowie eine Er hebung der Mittelspechtvorkommen.
3.6. Weiterbildung Die Waldeigentümerin verpflichtet sich, dass ihre zuständigen Fachpersonen an Kursen und Tagungen zum Themenkreis "Naturschutz und Waldbau mit Eiche" teilnehmen.
4.
Leistung des Kantons
Der Kanton bezahlt der Ortsbürgermeinde Siglistorf für den langfristigen Nutzungsverzicht von Eichen im Kernperimeter einen Beitrag. Dieser beträgt pauschal für die ganze Vertrags dauer
Die Auszahlung erfolgt innerhalb von 2 Jahren nach Inkrafttreten der Vereinbarung unter Vorbehalt der Bewilligung der Zahlungskredite durch den Grossen Rat. Ein zusätzlicher Pflegevertrag über jeweils maximal 15 Jahre regelt die Begründung und Pflege der neu anzulegenden Eichenjungwaldbestände sowie die Beitragsleistungen des Kantons. Der Kanton trägt die Kosten von Vollkluppierung und Mittelspechterhebung gemäss Ziffer 3.5. 5. Dauer der Vereinbarung Die Vereinbarung wurde durch die Ortsbürgergemeindeversammlung vom 18. Juni 2010 ge nehmigt. Sie tritt rückwirkend auf den 1. Januar 2010 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2059 (50 Jahre).
6.
Weitere Bestimmungen
6.1. Die Vereinbarung über die Ausscheidung einer Altholzinsel (Gebiet Holibuch) vom 1. Januar 2000 wird aufgelöst. Die Fläche ist im Eichenwaldreservat Stutzgänter integriert. Bei der Berechnung des Beitrags an den Nutzungsverzicht wurden die Abmachungen der erwähnten Vereinbarung berücksichtigt.
6-2. Die Waldeigentümerin ist damit einverstanden, dass anlässlich der nächsten Revision der kommunalen Nutzungsplanung das Eichenwaldreservat in den Kulturlandplan übernommen und die Nutzungsordnung an die vorliegenden vertraglichen Bestimmungen angepasst wird. 6.3. Rechte Dritter werden durch diese Vereinbarung nicht eingeschränkt. Sollten sich im Interes se des Schutzziels Einschränkungen und Verbote gegenüber Dritten als notwendig erwei sen, so werden diese im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen erlassen.
-4-
6.4. Der geleistete Beitrag gemäss Ziffer 4 ist in der Forstrechnung zu verbuchen.
6.5. Die Rückforderung des geleisteten Beitrags im Falle einer Missachtung der Bestimmungen dieser Vereinbarung bleibt vorbehalten. 6.6. Der beiliegende Plan M 1:10'000, datiert vom 7. Januar 2010 und die waldbauliche Planung (Kaufmann + Bader GmbH) vom 19. November 2009 sind verbindliche Bestandteile dieser Vereinbarung.
Siglistorf, ...J.KJUHL..2U)y
Aarau,
Ortsbürgergemeinde Siglistorf Im Namen des Gemeinderats
Departement Bau, Verkehr^d Ui/^elt
'MJÄ Stefan Schuhmacher Gemeindeammann
Di^einz l^sper Lfiter Abteilung Wald
Christian Bürgi Gemeindeschreiber
Beilagen • Beilage 1: Rechtsgrundlagen • Beilage 2: Plan M 1:10'000 vom 7. Januar 2010 • Beilage 3: Bericht "Projekt Eichenwald-Reservat Siglistorf" vom 19.11.2009 vom Büro Kaufmann + Bader GmbH, Solothurn Je ein unterschriebenes Exemplar dieser Vereinbarung geht an • Ortsbürgergemeinde Siglistorf, 5462 Siglistorf • Departement Bau, Verkehr und Umwelt/Abteilung Wald
Kopie an • Einwohnergemeinde Siglistorf, 5462 Siglistorf • Forstverwaltung Siglistorf, 5425 Schneisingen • Kreisforstamt 2 Baden-Zurzach
Rechtsgrundlagen
Beilage 1
Bundesgesetz über den Wald (WaG) vom 4. Oktober 1991 Art. 20 Bewirtschaftungsgrundsätze
■’ Die Kantone können zur Erhaltung der Artenvielfalt von Fauna und Flora angemessene Flächen als Waldreservate ausscheiden.
Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaG) vom 1. Juli 1997 §5 1 Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer haben auf den naturschützerisch besonders wertvollen Flächen über den naturnahen Waldbau hinaus je nach Zielsetzung geeignete Pflegemassnahmen zu Gunsten des Arten- und Biotopschutzes durchzuführen oder zur Gewährleistung natürlicher Abläu fe ganz auf die Holznutzung zu verzichten. 2 Als besonders wertvoll gelten der Waldrand sowie diejenigen Flächen und seltenen Waldgesell schaften, die im Waldentwicklungsplan gemäss § 15 entsprechend bezeichnet sind. ’ Für vertraglich gesicherte Nutzungsverzichte und besondere Pflegemassnahmen im Dienst des Na turschutzes leistet der Kanton finanzielle Beiträge. Feuchtgebiete im Wald dürfen nicht entwässert werden. Ausgenommen sind Entwässerungen, die zum Schutz baulicher Anlagen erforderlich sind und zusammen mit diesen bewilligt werden.
§25 ’ Der Kanton entrichtet an vertraglich festgelegte besondere Leistungen der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer Beiträge, namentlich an a) naturschutzbedingte Nutzungsverzichte oder Pflegemassnahmen; b) Massnahmen zur Verhütung und Behebung von Waldschäden gemäss § 19 Abs. 2; c) Leistungen der Forstreviere gemäss § 28 Abs. 1, 2 Er kann für Massnahmen und für die Erfüllung von Aufgaben, die der Walderhaltung und der Siche rung nachhaltiger Waldleistungen dienen, projektbezogene oder pauschale Beiträge entrichten, na mentlich für die Jungwaldpflege. 3 Er kann im Weiteren Beiträge entrichten für Massnahmen, die vom Bund selbständig oder in Abhän gigkeit von kantonalen Beiträgen unterstützt werden, sofern die Voraussetzungen nach § 24 erfüllt sind. Der Grosse Rat legt die Grundsätze für die Gewährung und Bemessung der Beiträge in einem Dek ret fest.
massnahmen
Lastungen^
Dekret zum Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaD) vom 3. November 1998
§2 1 Die Beiträge von Bund und Kanton an vertraglich vereinbarte Naturschutzmassnahmen betragen zusammen
a) 100 % der Kosten - für die Pflege von Naturschutzgebieten und -Objekten von nationaler und kantonaler Bedeu tung; - für die Aufwertung von Waldrändern; - für Waldreservate mit Nutzungsverzicht; b) 50 % der Kosten für die Pflege von Naturschutzgebieten und -Objekten von lokaler Bedeutung. 2 Der Regierungsrat kann für die Anrechnung der Kosten Pauschalansätze festlegen. 3 Das Finanzdepartement schliesst die entsprechenden Vereinbarungen ab. Es berücksichtigt dabei fachliche Kriterien und kantonale Konzepte. Vereinbarungen über langfristigen Nutzungsverzicht wer den in der Regel auf 50 Jahre, diejenigen über Pflegemassnahmen auf 1 bis 15 Jahre abgeschlos sen.
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Beilage 2
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Siglistorf
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Eichenwaldreservat Stutzgänter OBG Siglistorf
Jschlogi
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Legende
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] Perimeter Eichenwaldreservat
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Kernperimeter
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Hindoo Tobel
Verjüngungsperimeter
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Übriger Wald Gemeinde
I
Ort und Datum:
Der Kreisförster:
Tälmüli
Josef Schmidlin
Qntwl Erlcbrumv.
Massstab: 1:10'000 Oberu'ilrf /
; Hiiedimi
KANTON AARGAU Kartenherstellung: Aarau, 7.01.2010, HFIE