Lexipedia
Pagina principalaNewsExplorarRegister
Cundiziuns d'utilisaziunProtecziun da datasAgid
S'annunziar

Anfrage Wilma Willi, Stadel, David Galeuchet, Bülach, und Benjamin Krähenmann, Zürich, betreffend PFAS auch beim Flughafen Zürich?, Beantwortung

RRB Nr. 1217/2025 · Regierungsrat des Kantons Zürich

Dals 26 nov. 2025

https://lexipedia.io/rm/docs/ch-zh/regierungsrat/rrb-nr-1217-2025/de/anfrage-wilma-willi-stadel-david-galeuchet-bulach-und-benjamin-krahenmann-zurich-betreffend-pfas-auch-beim-flughafen-zurich-beantwortung

Consultà ils 4 sett. 2026

  1. Documents
  2. Zurich
  3. Cussegl guvernativ dal chantun Turitg
Funtauna

Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

RRB Nr. 1217/2025

Anfrage Wilma Willi, Stadel, David Galeuchet, Bülach, und Benjamin Krähenmann, Zürich, betreffend PFAS auch beim Flughafen Zürich?, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 295/2025

Sitzung vom 26. November 2025

1217. Anfrage (PFAS auch beim Flughafen Zürich?) Kantonsrätin Wilma Willi, Stadel, sowie die Kantonsräte David Galeuchet, Bülach, und Benjamin Krähenmann, Zürich, haben am 22. September 2025 folgende Anfrage eingereicht: Der Boden rund um den EuroAirport bei Basel ist mit PFAS-Chemikalien belastet. In der Folge weist auch das Grundwasser erhöhte Werte des sogenannten «ewigen Gifts» auf. Das Trinkwasser in der Umgebung des EuroAirports ist somit mit PFAS belastet und wurde als gesundheitlich bedenklich für Schwangere, Kinder und Schwerkranke eingestuft. Die Schadstoffe stammen gemäss diversen Medienberichten aus dem Löschschaum der Flughafenfeuerwehr, der bis 2017 regelmässig bei Übungen eingesetzt wurde. Am 9. September wurde bekannt, dass der EuroAirport 10 Millionen Euro für Wasserfilteranlagen in den elf betroffenen elsässischen Gemeinden zur Verfügung stellt. Im Zusammenhang mit den Kompensationsmassnahmen der Flughafen Zürich AG wurde zudem kürzlich bekannt, dass die Revitalisierungsarbeiten an der Glatt vorerst gestoppt wurden, ebenfalls wegen PFAS-Belastungen (KR-276/2025). In der Bevölkerung stellt sich daher zunehmend die Frage, ob die erhöhten PFAS-Werte in der Glatt in der Nähe des Flughafens mit dessen Aktivitäten in Zusammenhang stehen könnten. Dies auch deshalb, weil der Flughafen Kloten auf einer rund einen Kilometer breiten eiszeitlichen Grundwasserrinne liegt, das Gebiet Kloten–Opfikon–Glattbrugg zu den wichtigen Grundwassergebieten des Kantons gehört und das Flughafengebiet direkt in den Glatt- Grundwasserstrom hineinragt. In diesem Zusammenhang bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:

Erwägungen

1. Wurden am Flughafen Zürich Feuerwehrübungen mit demselben oder einem ähnlichem Löschschaum wie am EuroAirport Basel durchgeführt?

2. Falls ja, bis wann kam am Flughafen Löschschaum mit PFAS zum Einsatz?

3. Welche weiteren Mittel oder Aktivitäten des Flughafens könnten PFAS-Ablagerungen verursachen?

4. Wurden im Bereich des Flughafens Zürich Bodenproben entnommen, um die PFAS-Werte zu ermitteln?

5. Falls ja, sind diese Messwerte öffentlich zugänglich?

6. Falls PFAS-Ablagerungen festgestellt wurden, welche Massnahmen wurden daraufhin ergriffen oder sind in Planung?

7. Wurden die Wasserfassungen und das Grundwasser am und um den Flughafen hinsichtlich PFAS untersucht? Welche Belastungswerte liegen vor?

Dispositiv

Auf Antrag der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Wilma Willi, Stadel, David Galeuchet, Bülach, und Benjamin Krähenmann, Zürich, wird wie folgt beantwortet: Zu Fragen 1–3: Es gibt verschiedene Schaumtypen, die von Feuerwehren zur Brandbekämpfung eingesetzt werden können. Dem Kanton ist nicht bekannt, welche Schaumtypen am EuroAirport Basel verwendet werden bzw. wurden. Am Flughafen Zürich wurden in der Vergangenheit bei Übungen PFAS-haltige Löschmittel eingesetzt. Für die Feuerwehr am Flughafen Zürich ist heute Schutz & Rettung Zürich (SRZ) zuständig. Seit Januar 2025 verwendet SRZ ausschliesslich fluorfreien Schaum. Neben Feuerwehrtätigkeiten und dem Bestand stationärer Löschanlagen sind dem Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) auch Prozesse im Bereich des Flugzeugunterhalts (Galvanik) bekannt, bei denen PFAShaltige Produkte gegebenenfalls eingesetzt wurden. Zu Fragen 4–6: Im Rahmen von geplanten Bauvorhaben führt die Flughafen Zürich AG (FZAG) innerhalb des Flughafenareals Bodenuntersuchungen auf PFAS durch. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind Bestandteil der jeweiligen Plangenehmigungsgesuche sowie weiterer Unterlagen, die im Zuge der Ausführungsplanung erstellt werden. Diese Unterlagen sind den zuständigen Bundes- und kantonalen Behörden bekannt. Der Kanton ist für den Vollzug auf dem Flughafenareal nicht zuständig. Stellt die FZAG im Zusammenhang mit Bauvorhaben innerhalb des Flughafens Belastungen von Böden mit PFAS fest, stellt der Kanton beim für die Plangenehmigung zuständigen Bundesamt für Zivilluftfahrt entsprechende Anträge zum Umgang mit abgetragenem Boden. Ausserhalb des Flughafens hat der Kanton im Nahbereich der Glattrevitalisierung punktuelle Bodenuntersuchungen durchgeführt. Diese sind in den Berichten «PFAS-Gehalte in Böden im Siedungsgebiet und um Punktquellen im Kanton Zürich» sowie «PFAS-Gehalte in Zürcher Landwirtschaftsböden» (zh.ch/de/umwelt-tiere/umweltschutz/pfas-im- kanton-zuerich.html) anonymisiert enthalten. Aufgrund der festgestellten Belastungen im Nahbereich der Glattrevitalisierung wurde die FZAG von der Fachstelle Bodenschutz aufgefordert, PFAS-Belastungen in den Böden im Bereich der Glattrevitalisierung abzuklären. Zu Frage 7: Innerhalb des Flughafenareals bestehen keine Trinkwasserfassungen. In den umliegenden Gemeinden wird das Trinkwasser seit 2022 durch

das Kantonale Labor Zürich sowie durch die jeweiligen Wasserversorgungen der Gemeinden regelmässig auf PFAS untersucht. Die Konzentrationsbereiche der gemessenen Werte können über die «Züri Trinkwasser Map» (zh.ch/de/gesundheit/lebensmittel-gebrauchsgegenstaende/ lebensmittel/trinkwasser.html) eingesehen werden. In den 14 zur Flughafenregion gehörenden Gemeinden wurden seither insgesamt 66 Proben analysiert – davon 56 Proben direkt aus dem Trinkwassernetz und 10 Proben aus 8 verschiedenen Grundwasserpumpwerken. Sämtliche Proben erfüllen die geltenden Höchstwerte gemäss der Verordnung des EDI vom 16. Dezember 2016 über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (SR 817. 022.11). Auch die voraussichtlich ab 2026 geltenden strengeren Höchstwerte werden bereits heute eingehalten. Im Rahmen der kantonalen und nationalen Grundwasserüberwachung untersucht das AWEL jährlich rund 100 Grundwasserfassungen im Kanton. PFAS wurden dabei bislang in einzelnen Pilotkampagnen mituntersucht und werden ab 2026 fest in das kantonale Monitoringprogramm aufgenommen. Die aktuellen Messwerte sind auf der Website des AWEL veröffentlicht (zh.ch/de/umwelt-tiere/wasser-gewaesser/messdaten/grundwasserqualitaet.html).

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Baudirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli